Posts by Cristiane

    Hallo zusammen!


    Habe gerade angefangen zu lesen, und ich weiß gar nicht, ob ich Lust habe, es zu Ende zu lesen. Das Buch "Lügendetektor" von Saul. K. Padover (war ein Geschenk, weil man um mein Interesse bzgl. Zweiter Weltkrieg weiß) beinhaltet Vernehmungen und Interviews im besiegten Deutschland 1944/45. Es zeichnet das Bild einer deutschen Bevölkerung aus allen Schichten, die im Großen und Ganzen aus Ja-Sagern, Mitläufern, Nichtwissern etc. besteht, die sich den amerikanischen Besatzern gegenüber, insbesondere dem Vernehmer, anbiedern und rechtfertigen. Voll des Jammers und des Selbstmitleids zeigen sie keinerlei Mitgefühl gegenüber den Opfern des Naziterrors.

    Ob dies vor allem der Wahrnehmung des Autors oder der damaligen Wirklichkeit entspricht, will ich hier nicht beurteilen, wie auch? Allerdings ist mir diese Darstellung zu einseitig. Und würden nicht viele Menschen nach diesen unsäglichen Kriegsjahren mit allen Verlusten und Entbehrungen nur allzu gerne bereit sein, zu erzählen was man hören will. Oder waren Rechtfertigung und auch ein gewisses Maß an Selbstmitleid Mittel und Versuche, die unfassbaren Erlebnisse, die schmerzlichen Verluste und die Niederlage zu bewältigen?

    Diese Fragen sind für mich sehr aufwühlend! Wie sehr stumpfen Menschen in Kriegs-(Krisen-)Zeiten ab, wenn es vorrangig um das eigene Überleben geht? Ist oder war das ein deutsches Phänomen?


    Nachdenklichen Gruß,

    Cristiane

    Hallo zusammen!


    Eigene Befindlichkeiten in die Vergangenheit der Eltern oder der Großeltern zu verorten, führt meines Erachtens in eine Sackgasse, weil wir ihre Kriegserfahrungen eh nie begreifen werden. Und wenn schon immer die vererbten Traumata thematisiert werden, dann sollten wir uns auch der vererbten positiven Eigenschaften bewusst sein. Für meinem Vater, den Berufssoldaten, galt immer der Leitspruch, das man sich nicht gehen lassen dürfe, und es nicht Schlimmeres gäbe als Verweichlichung. Als Kind und Jugendliche fand ich diese Sprüche zum K..., heute weiß ich, er hatte Recht.


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Habe die DVD "Der Hauptmann" von meinem Sohn bekommen, dessen Freund im Film mitspielt. Liegt bei mir noch verpackt im Regal, werde ich nicht anschauen; wer die DVD haben möchte, gleiches Verfahren wie unter "Bücher abzugeben".


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Gleich läuft im BR um 22:00 Uhr eine Dokumentation über die Bombardierung Nürnbergs: "Bombenkrieg: Nürnbergs Untergang"

    Die Bombardierung der Stadt der Reichsparteitage und der Rassengesetze hatte für die Alliierten Symbolcharakter.


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Kinder ihrer Herkunft wegen auszugrenzen oder zu beschimpfen, ist wohl das niederträchtigste Verhalten überhaupt;

    wie tief kann ein Mensch sinken?

    Und auf der "Hurenbank" der Katholischen Kirche sollten heute (wie damals) wohl andere aus dieser Institution Platz nehmen...

    Viel Schlimmes ist durch die Hetzerei mancher Kirchen-"Väter" entstanden, z. T. auch der Antisemitismus; viel Unfrieden wurde gestiftet.

    Jesus hätte sie zum T... gejagt!


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Heute Abend um 19:40 h zeigt "arte" in der Reihe "Re:" die Reportage: Die Toten von Stalingrad; Auf der Suche nach gefallenen Soldaten.


    Gruß Cristiane

    Hallo Kordula und alle anderen!


    Weder in der Schweiz noch anderswo wurden Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland mit offenen Armen empfangen, wie nicht nur dieser Film zeigt; dazu gibt es zahlreiche Beispiele. Bemerkenswert fand ich in "Ein Jude als Exempel" den Bezug zur Gegenwart.

    Heute lassen wir die Menschen doch auch auf Booten absaufen oder unter unsäglichen Bedingungen in Camps dahinvegetieren. Wo ist der Unterschied?!

    Bald feiert die Christenheit die Geburt Jesu, wo wurde er denn geboren, weil man seiner hochschwangeren Mutter die Herberge verweigerte?


    Gruß Cristiane

    Hallo Heidy!


    Warum lässt Du Dich so verunsichern? Natürlich haben die meisten Soldaten damals daran geglaubt, für Volk und Vaterland in den Krieg zu ziehen. Die bittere Erkenntnis des Missbrauchs durch das NS-System kam erst viel später (wenn überhaupt), als alles zusammengebrochen und die Wehrmacht geschlagen war. Den Soldaten war es außerdem verboten, jegliche politische Meinung zu äußern, falls sie denn eine andere als die propagierte hatten. Soldaten hatten zu gehorchen und Befehle auszuführen. Bei all den Entbehrungen und Strapazen an den Fronten blieb wohl wenig Raum, um die Dinge zu hinterfragen.


    Heute glauben wir alles besser zu wissen bzw. beurteilen zu können. Fällt leicht, in einer saturierten Gesellschaft, welche weder die Naziherrschaft noch den verheerenden Krieg mit all seinen Verlusten und Folgen erleben musste, aus der heutigen Sicht zu urteilen.


    Ein Soldat, der den gesamten Krieg an verschiedenen Fronten gekämpft hat, erzählte mir, dass er bei der Nachricht vom Tod des "Führers" bitterlich geweint habe; Jahrzehnte später hat er immer wieder betont, die Deutschen könnten froh sein, den Krieg verloren zu haben.


    Vieles können Menschen erst im Nachhinein bewerten oder beurteilen, so war es, so ist es, und so wird es immer sein.


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Gestern kam ein Beitrag im BR über die erfolgreiche Sprengung von neun Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg durch Männer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Neutraubling, Nähe Regensburg. Vorher mussten wohl vier Häuser evakuiert werden.

    "..für die Bevölkerung bestand keinerlei Gefahr..." wurde berichtet.

    Aha, die Männer, welche diese gefährliche Arbeit verrichten, oftmals unter Einsatz ihres Lebens, gehören wohl nicht zur Bevölkerung?

    Wie selbstverständlich ist es geworden, dass Kampfmittel erfolgreich beseitigt werden, und wie wenig wird darüber nachgedacht, was diese Leute für uns alle riskieren und welche Katastrophen sie verhindern. Hut ab vor ihnen!


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Von der Überschrift dieses Threads "Frauen im Krieg" bin ich etwas irritiert. Worum geht es hier eigentlich? Um Frauen im Dienste der Kriegsmaschinerie? "Frauen im Krieg" waren auch die Gattinnen der Nazibonzen; "Frauen im Krieg" waren jüdische Frauen, die in den Gaskammern der Nazis starben; "Frauen im Krieg" waren Kriegerwitwen, die sich mit ihren kleinen Kindern durchschlagen mussten usw.

    Man kann doch Frauen nicht aufgrund ihres Geschlechtes als homogene Gruppe sehen, weil sie alle die Zeiten des Zweiten Weltkriegs erlebten. Wer käme hier auf die Idee, einen Thread mit der Überschrift "Männer im Krieg" zu eröffnen?!


    Nachdenklichen Gruß

    Cristiane

    Hallo zusammen!


    Nicht nur wegen des heutigen Jahrestags der Hinrichtungen im Kriegsverbrecherprozess in Nürnberg möchte ich auf das Buch von

    Jack El-Hai hinweisen. Geschrieben auf der Grundlage vieler bisher nie veröffentlichter Dokumente aus dem Nachlass des Armeepsychiaters

    Douglas M. Kelley, welcher in Vorbereitung auf die Nürnberger Prozesse unzählige Gespräche mit den Größen des Naziregimes führte, worin er eine einzigartige Chance sah, die "Nazi-Psyche" und das "Böse im Menschen" zu erforschen.


    Göring entzog sich seiner Hinrichtung durch eine Zyankali-Kapsel; zwölf Jahre danach beging auch sein Psychiater Kelley vor den Augen seiner Familie Selbstmord - durch Zyankali.


    Wer sich nicht nur für die Vorgeschichte der Nürnberger Prozesse und die Charaktere der Hauptangeklagten (aus Sicht der damaligen Psychiater der US-Army), sondern vor allem auch für Psychiatrie mit ihren damaligen Methoden interessiert, dem empfehle ich dieses Buch.


    Der Nazi und der Psychiater; Jack El-Hai; Extradruck der Anderen Bibliothek; Nr. 357


    Gruß Cristiane

    Hallo Stefan!


    Zunächst denke ich, es wäre einfacher für alle, Deine Lücken zu füllen, wenn Du die entsprechenden Stellen im Originaltext markieren würdest, anstelle den gesamten Text abzuschreiben.

    Der Steckschuß befand sich wohl eher im Rücken als im Hintern, dieser Ausdruck ist für Mediziner nicht gebräuchlich.


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Thomas hat mir die Frage vorweggenommen, wo man denn ein Soldbuch "findet". Diese Dinge zu verkaufen bzw. anzukaufen finde ich recht zweifelhaft, besonders weil sie dann jahrzehntelang vor denen zurückgehalten werden, die ein ganz anderes "Interesse" an solchen Dokumenten haben; dadurch bleiben viele Dinge ungeklärt, viele Fragen unbeantwortet.

    Was würde ich dafür geben, das Soldbuch meines Vaters zu haben, das können sich Menschen, die damit Geschäfte machen nicht im entferntesten vorstellen. Der emotionale Wert ist nicht zu beziffern!


    Gruß Cristiane

    Hallo Harald und alle anderen!


    In der ORF-tvthek sind unter dem Stichwort "History" noch Beiträge zu sehen, deren Ausstrahlung schon länger zurückliegt. In einer Doku über Trümmerfrauen in Wien wurden aber kurze Sequenzen ausgeblendet, es erschien der Hinweis "darf aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden..."

    Frauen, die Kriegsende und unmittelbare Nachkriegszeit in Wien miterlebten, berichten über Hunger und Mangel, über die veränderten, teils traumatisierten Kriegsheimkehrer, über Vergewaltigungen, Schwarzmarkt, Hamstern auf dem Lande und vieles andere. Erschütternd, aber sehr sehenswert!


    Gruß Cristiane

    Hallo Kordula und alle anderen!


    Hatte von Harald (hmueller) einen Hinweis zu Dokumentationen bekommen, die auf 3sat ausgestrahlt werden; auch diese können wohl aus rechtlichen Gründen nur in der ORF-tvthek in Österreich angesehen werden. Dachte immer, dass Filme im Netz für alle zugänglich seien.


    Gruß Cristiane