Posts by Cristiane

    Guten Abend zusammen!


    Heute wurde bei Baggerarbeiten am Bahnhof Ansbach eine 250 kg schwere Fliegerbombe zwischen den Gleisen entdeckt. Im Umkreis von 500 m wurde evakuiert; die Entschärfung ist für 19 Uhr geplant.


    Schon anders, wenn man es selbst miterlebt, Feuerwehrkolonnen mit Blaulicht und Sirene durch die Stadt, Lautsprecherdurchsagen an die Bevölkerung, sehr angespannte Situation vor Ort.


    Der Bahnhof Ansbach wurde 1945 komplett zerstört, ebenso das wunderschöne nahe Postgebäude sowie viele historische Stätten; vor allem aber kamen zahlreiche Menschen dabei ums Leben, darunter eine Frau mit ihren Kindern; als der Mann unversehrt aus dem Krieg heimkehrte, war seine gesamte Familie den Bomben zum Opfer gefallen.

    Nur eine Tragödie des Zweiten Weltkrieges unter Abermillionen!


    Gruß aus Ansbach,

    Cristiane

    Memento


    Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,

    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.

    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?


    Allein im Nebel tast ich todentlang

    und lass mich willig in das Dunkel treiben...

    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.


    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr

    - und die es trugen, mögen mir vergeben.

    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur,

    doch mit dem Tod der andren muss man leben!


    Mascha Kaléko, 1907 bis 1975, 1938 in die Vereinigten Staaten emigriert

    Guten Abend zusammen!


    Eben fertig gelesen habe ich das Buch "Kinderseele im Bombenhagel" von Edda Peter.

    Die Autorin beschreibt in dem schmalen Band ihre Kindheitserinnerungen in Wien während der Bombenkriegs. Ausgebombt, notdürftig untergebracht in einem fremden Haushalt, noch dazu vom geliebten Vater getrennt, der sie, ihre Mutter und ihre Schwester wegen einer anderen Frau verlässt, durchlebt das kleine Mädchen eine schreckliche Zeit voller Angst und Entbehrungen.


    Bei einer Familie in Belgien, wohin Kriegskinder verschickt werden, erlebt sie glückliche Tage, bekommt gut und reichlich zu essen und freut sich z, B, über den schön gedeckten Tisch dort und das feine Geschirr; alles Dinge, die ihre Familie verloren hat.


    Man erfährt viel über den harten Alltag während des Krieges aus der Sicht eines feinfühligen Kindes, das selbst in Hunger- und Mangelzeiten nicht alles essen konnte oder die improvisierten Kleidungsstücke nur widerwillig angezogen hat.


    Das Buch werde ich bestimmt nochmal lesen und es dann an meine beiden Enkeltöchter (14 und 11 Jahre alt) weitergeben; vielleicht wird es ihnen zeigen, dass nichts im Leben selbstverständlich ist.


    Edda Peter; Kinderseele im Bombenhagel; ISBN 9781980655640


    Gruß Cristiane

    Hallo und guten Abend zusammen!


    Mich würde interessieren, wie die medizinische Versorgung Angehöriger - insbesondere von Berufssoldaten der WH - geregelt war, und zwar wenn sie nicht berufstätig und evtl. selbst versichert waren. Hatten sie z. B. freie Arztwahl, wurden die Kosten für Medikamente übernommen? Es gab ja wohl damals auch ein System vergleichbar mit dem heutigen und der Unterscheidung zwischen Kassen- und Privatpatienten.


    Gruß Cristiane

    Guten Abend Huba, guten Abend Justus!


    Ich möchte euch hiermit nicht nur grüßen, sondern euch auch meine Wertschätzung ausdrücken für das, was ihr hier im Forum leistet, welchen Aufwand an eurer wertvollen Zeit ihr hier im Forum erbringt, damit nicht nur die unschätzbar wertvollen Inhalte, sondern auch Höflichkeit und respektvoller Umgang miteinander vermittelt werden. Ihr und alle anderen ModeratorInnen (das Sternchen spare ich mir) seid ein tolles Team! Euch ist es zu verdanken, dass man nicht nur alle erdenklichen Informationen erhält, sondern dass man sich hier auch wohl fühlt und und geborgen weiß. Das ist kein Blabla-Forum, hier werden Themen behandelt, die oft viel Emotionen und Schmerz auslösen. Dann kann man sich hier im Forum anmelden, etwas schreiben oder einfach mitlesen, aber man weiß, hier sind viele Gleichgesinnte.

    Danke!


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Im Kulturmagazin des BR Capriccio kommt heute Abend um 22 Uhr ein Beitrag über "Die Tiere der Nazis".

    (...Hitlers Blondi, Bären im KZ ...)


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Habe gerade angefangen zu lesen, und ich weiß gar nicht, ob ich Lust habe, es zu Ende zu lesen. Das Buch "Lügendetektor" von Saul. K. Padover (war ein Geschenk, weil man um mein Interesse bzgl. Zweiter Weltkrieg weiß) beinhaltet Vernehmungen und Interviews im besiegten Deutschland 1944/45. Es zeichnet das Bild einer deutschen Bevölkerung aus allen Schichten, die im Großen und Ganzen aus Ja-Sagern, Mitläufern, Nichtwissern etc. besteht, die sich den amerikanischen Besatzern gegenüber, insbesondere dem Vernehmer, anbiedern und rechtfertigen. Voll des Jammers und des Selbstmitleids zeigen sie keinerlei Mitgefühl gegenüber den Opfern des Naziterrors.

    Ob dies vor allem der Wahrnehmung des Autors oder der damaligen Wirklichkeit entspricht, will ich hier nicht beurteilen, wie auch? Allerdings ist mir diese Darstellung zu einseitig. Und würden nicht viele Menschen nach diesen unsäglichen Kriegsjahren mit allen Verlusten und Entbehrungen nur allzu gerne bereit sein, zu erzählen was man hören will. Oder waren Rechtfertigung und auch ein gewisses Maß an Selbstmitleid Mittel und Versuche, die unfassbaren Erlebnisse, die schmerzlichen Verluste und die Niederlage zu bewältigen?

    Diese Fragen sind für mich sehr aufwühlend! Wie sehr stumpfen Menschen in Kriegs-(Krisen-)Zeiten ab, wenn es vorrangig um das eigene Überleben geht? Ist oder war das ein deutsches Phänomen?


    Nachdenklichen Gruß,

    Cristiane

    Hallo zusammen!


    Eigene Befindlichkeiten in die Vergangenheit der Eltern oder der Großeltern zu verorten, führt meines Erachtens in eine Sackgasse, weil wir ihre Kriegserfahrungen eh nie begreifen werden. Und wenn schon immer die vererbten Traumata thematisiert werden, dann sollten wir uns auch der vererbten positiven Eigenschaften bewusst sein. Für meinem Vater, den Berufssoldaten, galt immer der Leitspruch, das man sich nicht gehen lassen dürfe, und es nicht Schlimmeres gäbe als Verweichlichung. Als Kind und Jugendliche fand ich diese Sprüche zum K..., heute weiß ich, er hatte Recht.


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Habe die DVD "Der Hauptmann" von meinem Sohn bekommen, dessen Freund im Film mitspielt. Liegt bei mir noch verpackt im Regal, werde ich nicht anschauen; wer die DVD haben möchte, gleiches Verfahren wie unter "Bücher abzugeben".


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Gleich läuft im BR um 22:00 Uhr eine Dokumentation über die Bombardierung Nürnbergs: "Bombenkrieg: Nürnbergs Untergang"

    Die Bombardierung der Stadt der Reichsparteitage und der Rassengesetze hatte für die Alliierten Symbolcharakter.


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Kinder ihrer Herkunft wegen auszugrenzen oder zu beschimpfen, ist wohl das niederträchtigste Verhalten überhaupt;

    wie tief kann ein Mensch sinken?

    Und auf der "Hurenbank" der Katholischen Kirche sollten heute (wie damals) wohl andere aus dieser Institution Platz nehmen...

    Viel Schlimmes ist durch die Hetzerei mancher Kirchen-"Väter" entstanden, z. T. auch der Antisemitismus; viel Unfrieden wurde gestiftet.

    Jesus hätte sie zum T... gejagt!


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Heute Abend um 19:40 h zeigt "arte" in der Reihe "Re:" die Reportage: Die Toten von Stalingrad; Auf der Suche nach gefallenen Soldaten.


    Gruß Cristiane

    Hallo Kordula und alle anderen!


    Weder in der Schweiz noch anderswo wurden Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland mit offenen Armen empfangen, wie nicht nur dieser Film zeigt; dazu gibt es zahlreiche Beispiele. Bemerkenswert fand ich in "Ein Jude als Exempel" den Bezug zur Gegenwart.

    Heute lassen wir die Menschen doch auch auf Booten absaufen oder unter unsäglichen Bedingungen in Camps dahinvegetieren. Wo ist der Unterschied?!

    Bald feiert die Christenheit die Geburt Jesu, wo wurde er denn geboren, weil man seiner hochschwangeren Mutter die Herberge verweigerte?


    Gruß Cristiane

    Hallo Heidy!


    Warum lässt Du Dich so verunsichern? Natürlich haben die meisten Soldaten damals daran geglaubt, für Volk und Vaterland in den Krieg zu ziehen. Die bittere Erkenntnis des Missbrauchs durch das NS-System kam erst viel später (wenn überhaupt), als alles zusammengebrochen und die Wehrmacht geschlagen war. Den Soldaten war es außerdem verboten, jegliche politische Meinung zu äußern, falls sie denn eine andere als die propagierte hatten. Soldaten hatten zu gehorchen und Befehle auszuführen. Bei all den Entbehrungen und Strapazen an den Fronten blieb wohl wenig Raum, um die Dinge zu hinterfragen.


    Heute glauben wir alles besser zu wissen bzw. beurteilen zu können. Fällt leicht, in einer saturierten Gesellschaft, welche weder die Naziherrschaft noch den verheerenden Krieg mit all seinen Verlusten und Folgen erleben musste, aus der heutigen Sicht zu urteilen.


    Ein Soldat, der den gesamten Krieg an verschiedenen Fronten gekämpft hat, erzählte mir, dass er bei der Nachricht vom Tod des "Führers" bitterlich geweint habe; Jahrzehnte später hat er immer wieder betont, die Deutschen könnten froh sein, den Krieg verloren zu haben.


    Vieles können Menschen erst im Nachhinein bewerten oder beurteilen, so war es, so ist es, und so wird es immer sein.


    Gruß Cristiane