Posts by Jürgen Fritsche

    Nun schreibt mir da einer das das Lazarett in Lakselv das Edelweiss Lazarett sein könnte. Habe immer gedacht das hat an der Eisleerfront gelegen.?

    Moin Jörg,


    ich gehe mal davon aus, daß es sich beim sog. "Edelweiß-Lazarett" um das Armee-Feldlazarett (mot) 680 handelt:

    Es kommt auch hier, wie immer bei beweglichen Einheiten, auf den Zeitraum an ...

    Beides ist richtig:

    Das Feldlazarett 680 war jedoch in Salmijärvi beim XIX. Geb.A.K. eingesetzt und zog sich mit dessen Truppen, von der Roten Armee bedrängt, über Kirkenes (von Salmijärvi aus auf direkter Straße nur 40 Kilometer) und weiter im Bogen nordwärts auf der Reichsstraße nach Lakselv zurück.

    wie war denn die Rechtslage? Konnte man eine Sanitätseinheit überhaupt 'legal' in Kriegsgefangenschaft nehmen? Ich meine nämlich, früher mal Gegenteiliges gelesen zu haben.

    Moin Thomas,


    nein, lt. den Genfer Konventionen war das selbstverständlich untersagt.

    Aber wen, vor allem wen von den westalliierten Siegermächten, hat das damals interessiert?

    Die hat auch nicht interessiert, daß Kriegsgefangene bspw. wie eigenen Soldaten zu behandeln und zu ernähren waren - sie (insbesondere die Amis) haben daher die deutschen Soldaten kurzerhand von geschützten "Prisoners Of War" in "Disarmed Enemy Forces" bzw. "Surrendered Enemy Forces" umdeklariert, um sie außerhalb der gültigen Konventionen entsprechend be- bzw. mißhandeln zu können (Verhungernlassen in den Rheinwiesenlagern, Minensuche, Menschenüberlassungen an andere Staaten wie z. B. an Frankreich, Belgien und die Niederlande, zur Ausbeutung der Arbeitskraft der Gefangenen, usw., usw.)

    Und die Sowjetunion hatte die Genfer Konventionen ohnehin nie anerkannt, da sie noch in vorkommunistischer Zeit vom Zaren ratifiziert worden waren.


    Nachtrag:

    Sofern hier die der San.Kp. nicht angehörenden Soldaten sich allerdings "sach- und fachfremd", also nicht als Patienten, vielleicht sogar bewaffnet und anders, also militärisch, ausgerüstet, bei der San.Kp. befanden, hatte die San.Kp. ihren Schutz durch die Genfer Konventionen verloren und galt als normale Einheit des Gegners. Ob der Chef der San.Kp. dies allerdings, im Wissen um diesen Rechtsschutzverlust, zugelassen hatte, ist sehr fraglich - es sei denn, er wurde dazu gezwungen.

    Feldlazarett 617 FpN 1944

    Moin Jörg,


    ein Tippfehler (im finnischen Text ist die kenttäpostinumero korrekt angegeben) - das Armee-Feldlazarett (mot) 617 hatte die FPN 19144.


    Das A.Feldlaz. (mot) 617 war aufgeteilt: In Rovaniemi bzw. südlich des Kemijoki in Ojanperä war die Innere Abteilung, die motorisierte Chirurgische Abteilung war ca. 20 km weiter sw. davon in Muurola untergebracht.

    Moin,


    dann frage ich mich warum du deine Daten nicht auf den Tisch packst. Eine Datenbank auf die keiner Zugriff hat ist praktisch wertlos. Aber mir ist das im Grunde Schnuppe.

    [...]

    Deutschland ist mir in den letzten Jahren einfach zu egoistisch geworden.

    Moin Jörg,


    ganz einfach: Meine DB beinhaltet eine Menge sensibler Daten. Die Einsender verließen sich (und verlassen sich auch weiterhin) auf meine unmißverständliche, grundsätzliche Zusicherung, daß ihre Daten bei mir sicher vor Dritten aufgehoben sind. Und das bleibt auch weiterhin genau so, für jede künftige Zuarbeit. Und vor allem jenseits von evtl. behauptetem Egoismus ...

    Moin Jürgen


    das ist noch nach zu weisen ! Noch stehen wir an Anfang einer Datenbank. Habe irgendwo die Info das das 1/ 509 östlich von Oslo lag dann aber 1945 mit dem Kriegslazarett 901 tauschte.

    Moin Jörg,


    na, dann weise mal nach, daß es doch in Finnland war! ;)

    Sowohl das Kriegslaz. 1./509 als auch das Kriegslaz. 901 waren beide dauerhaft in Oslo.

    In Lappland und an der Eismeerfront gab es die anderen Kriegslazarette und vor allem die Feldlazarette.

    1945 gab es in Oslo erst nach Kapitulation Umzüge in andere Liegenschaften, da die Norweger ihre Krankenhäuser wie bspw. das Aker Sykehus, u. a., wieder für sich beanspruchten.


    Und, wie schon mal geschrieben: Das hier ist keine Datenbank (und wird es auf diese Weise auch nicht werden), sondern eine Stoffsammlung, eine Auflistung. Auch wenn sich der Begriff "Datenbank" halt nun mal gut anhört ... ;)

    Einige Infos finden sich auch im Internet. Leider wie du schon geschrieben hast ohne Straße. Das haben wir aber bei vielen Lazaretten auch nicht. Da könnte es auch fast immer "bei XY" heißen.

    Moin Jörg,


    mit der fehlenden Straßen- bzw. Gebäudeangabe bezog ich mich oben nur auf das dort angesprochene Kriegslaz.1./509 in Oslo-Grefsen.

    Es steht natürlich völlig außer Frage, daß allgemein bei Lazarettnennungen hinsichtlich Verwundeten-/Gefallenenmeldungen quasi nie bzw. höchst selten eine genaue Straßen- bzw. Gebäude-Lokalisierung zu finden ist.


    Suchen wir weiter stellt sich raus das das 509 er Lazarett in Russland das 4 / 509 war. Hultschinger.

    Nicht nur das L.Kr.Kriegslaz. 4./509 war im Osten im Einsatz (im heutigen Rußland), sondern auch das L.Kr.Kriegslaz. 3./509 (in der heutigen Ukraine bzw. auf der Krim - die heute immer noch zur Ukraine gehört!).

    Moin many,


    tja, ich habe Jörgs Frage zum Kriegslaz. 1./509 an Dich ja nun gar nicht beantwortet, sondern nur kommentiert.

    Die Antwort hast Du ja nun auch selbst geliefert - und meine Vermutung exakt bestätigt.^^

    Moin Jörg,


    ich denke, eher hat many wohl nichts.


    Norwegen ist diesbezüglich (Lazarette bzw. San-Einheiten und -Einrichtungen im allgemeinen) ziemlich schlecht bis gar nicht dokumentiert, zumindest, was jeweils konkrete, nachverfolgbare Angaben betrifft - wie in Deinem Beitrag #311 hier: "Laz.Oslo". Da leuchten gleich alle Fragezeichen auf, denn in Oslo gab es zahlreiche, verschiedene Lazarette!

    Und wieso ist "Laz. Oslo = Kriegslazarett 1./509 - das ist bei Dir hier leider auch nicht ersichtlich.

    Ich arbeite auch mit norwegischen Forschern zusammen, die selbst kaum etwas Vernünftiges finden können ...


    Das Kriegslazarett 1./509 habe ich nur dreimal aus den Jahren 1940 - 1943 und ohne Ortsangabe vorliegen. Nur auf einem Feldpostbrief von 1940 wird der Ort des Kriegslazaretts 1./509 angegeben: Grefsen, ein heutiger Osloer Stadtteil nördlich von Grünerløkka, aber eben ohne Straßenangabe oder Gebäudebezeichnung.

    28 февраля пехотной дивизия сто двадцать первой была снята с фронта, и его позиция была занята 225 - й дивизии (грибковой).


    Moin fisenfender,


    das ist richtig - siehe Lagekarte vom 01.03.1945. Die 121. Inf.Div.wurde allerdings nur aus diesem Raum abgezogen, sie wurde weiter nach Südwesten verlegt, in den Raum unmittelbar westlich von Upenieki, und tauschte dann dort danach noch in südlicher Richtung die Stellungen mit der 218. Inf.Div. (alles sumpfiges Tiefland).


    Hier noch die Lagekarte vom 01.02.1945 - damals hatte die 121. Inf.Div. ihre Stellungen noch südöstlich von Krote bei Kaleji, Karlamuiža und Mucenieki.

    Moin zusammen,


    ich habe das im Bereich der Baumscheibe mit ihrer Beschriftung etwas dunkle und fleckige Foto mal mit Gamma-Korrektur aufgehellt und mit Scharfzeichnen bearbeitet. Das macht die Schriftzüge aber leider auch nur marginal lesbarer.

    In der dritten Zeile steht m. E. allerdings das Datum "25.02.45" ...


    Es sollte auf jeden Fall erst mal die WASt-Auskunft abgewartet werden, alles andere ist erstmal nur Stochern im Dunkel.

    Moin. Jürgen,


    kleine Nachhilfe in Erdkunde.

    Moin Jörg,


    tja, danke, zuviel der Großzügigkeit. :D :D :D Ich weiß durchaus, wo das alles liegt ...

    Für die 20 km von Lakselv nach Skoganvarre brauchte man ja vielleicht 30 Minuten Fahrzeit. Und?

    Ich kenne die Sand- Schotter- und Steinpisten Lapplands auch. Von einer damaligen, sauber asphaltierten Schnellstraße zwischen Lakselv und Skoganvarre bzw. dem Ortslazarett hatte ich ja auch nicht gesprochen.

    Ich kenne zudem Ecken auf dem Globus, wo man schon über überhaupt einen unscheinbaren Weg, irgendeiner Beschaffenheit, froh wäre ... ;)

    Kemi liegt 110 km nördlich von Oulu. Ein Lazarett -Zug müsste von dort ja über Schweden gefahren sein. Fährt man Off Road von Rovaniemi ( Santa Claus Village ) nach Schweden z.B Lulea überschreitet man keine alten Bahnstrecken. Ist der Lazarettzug erst hoch nach Norden um dann auf der Erzstrecke nach Süden zu fahren ?

    Auch das ist mir geographisch geläufig. Aber was hat Oulu damit zu tun?

    Wo aber damals der betreffende Lazarettzug im Detail seinen Weg nahm, ist nicht dokumentiert. Vermutlich kam die Umfahrung Schwedens in Ansatz. Der Zug war damals bis Oslo etwas mehr als zwei Tage lang unterwegs, das kommt bei etwa 2.300 km hin. Schweden als neutrales Land ließ, zumindest offiziell, nichts passieren.

    Irgendwas wird sich der Armeearzt AOK 20. Geb.A. schon dabei gedacht haben ...


    Nachtrag:

    Mir liegt eine schwedische Abhandlung vor, in der die damalige einerseits grundsätzliche schwedische Neutralitätspolitik und die andererseits realitätsnah aufgrund einer humanitären Verpflichtung Schwedens betriebene Kranken- und Verwundetenhilfe für deutsche und finnische Soldaten untersucht werden, die von 1941 bis 1943 hinsichtlich deutscher Kranken- und Verwundetentransporte von Finnland durch das neutrale Schweden nach Norwegen andauerte, wobei sich das Schwedische Rote Kreuz sogar aktiv in der Verwundetenversorgung und mit zahlreichen Transporten engagierte.

    Zur Frage der Verwundetentransporte von Kemi nach Oslo heißt es darin u. a.: "Von Kemi aus [dem deutschen Kriegslazarett] wurden die Transportfähigen mit dem Zug, die Finnen nach Uleåborg [Oulu], die Deutschen über Haparanda und Storlien [Anm.: schwedischer Grenzort ö. Trondheim, Norwegen] nach Norwegen transportiert, das als deutscher "Heimatstandort" betrachtet wurde. Bei den Transporten in Kemi und von dort nach Tornio half lobenswerterweise eine vom Schwedischen Roten Kreuz eingesetzte Krankenwagenkolonne".

    Das mit Lakselv genannte Lazarett kann aber nur das weiter südlich im Busch bei Skoganvarre sein. Es war aus auf Fundament gesetzte Holzhäuser und lag sehr ruhig. Muss für die Eismeertruppe dann so eine Art Heimatlazarett dargestellt haben wo sie nach schweren Verwundungen wieder hergestellt wurden. interessant war für mich das dieses Lazarett zur damaligen Zeit 26 Kilometer von den sehr dünn besiedelten Orten in die Wildnis gebaut wurde. Da ist heute nichts und früher noch weniger. Du schreibst Krgs.Laz. 2/521 dann muß es auch ein 1/521 gegeben haben. Ich lese in meinen Unterlagen auch oft "Halblazarett" also geteilte Lazarette.

    Moin Jörg,


    nach Skoganvarre verlegte Rendulic 1944 seinen Stab der 20. Gebirgs-Armee! Sein zuvor verunglückter Vorgänger Dietl hatte sein Hauptquartier bis Juni 1944 noch in Rovaniemi. Skoganvarre lag nicht so abgelegen, wie es scheint. Immerhin lag es mit direkter Straßenverbindung nur 20 km s. des militärisch bedeutenden Porsangerfjords und 1 km n. von Lakselv der wichtige Feldflughafen Banak (beide unmittelbar am Porsangerfjord).


    In Lakselv (Lasarettmoen) befand sich ein deutsches Ortslazarett, das Soldaten der Eismeerfront versorgte, aber auch einige Zivilisten und einzelne russische Kriegsgefangene.

    Außerdem befand sich dort bis 1944 Stalag 309. Auch die Außenstelle Lakselv der Heeres-Verpflegungsstelle Kirkenes bzw. die Heeres-Verpflegungs-Dienststelle 661 befand sich dort, weiter die OT-Oberbauleitung Lakselv, der OT-Einsatzstab Polarbereich Lakselv, dann die OT-Abschnitts-Bauleitung Lakselv und die OT-Abschnitts-Bauleitung Banak, die 1. Kraftfahr-Kompanie 930, Kdr. Infanterie-Divisions-Nachschub-Trupp 930 und Kfz-Instandsetzungs-Zug Lakselv, der Regimentsstab Infanterie-Regiment Lakselv, 230. Infanterie-Division, das MG.-Btl.14, das Feldpostamt 702, die Heeresunterkunftsverwaltung Lakselv und die Heeres-Verwaltungs-Dienststelle Lakselv. Es waren also durchaus zahlreiche Dienststellen und Einrichtungen dort.

    Ich lese in meinen Unterlagen auch oft "Halblazarett" also geteilte Lazarette.

    Feldhalblazarette (andere Halblazarette gab es nicht) waren keine "geteilten Lazarette", sondern vielmehr personell und ausrüstungsbezogen in geringerem Umfang ausgestattete Feldlazarette als Heerestruppen. Siehe KStN 1343. Sie waren meist bei bodenständigen Divisionen eingesetzt.

    Moin Ihr beiden,


    @ many: Angabe "Quelle: Tessin" vergessen, s. Textausschnitt ... ;)


    Kriegslaz.Abt. (mot) 521 (Tessin).gif


    Einsätze des L.Kr.Kriegslaz. (mot) 2./521 am 07.01.1943 in Vyaz'ma, Anfang 1944 dann in Oberitalien (u. a. in Verona).


    Einsatz des Kriegslaz. (mot) 1./521 erfolgte bspw. im Nov. 1941 in Kemi. Von Kemi erfolgten Verwundetenverlegungen mit Laz.-Zügen (so z. B. mit Lazarettzug "1/521") ins Kriegs-Laz. 1/509, Oslo.

    Moin zusammen,


    Untersuchungsergebnisse kamen und kommen bei den Untersuchten durchaus nicht immer positiv an, das liegt nun mal in der Natur der Sache - insbesondere dann, wenn sie damals als k.v. eingestuft wurden (oder, völlig harmlos im Vergleich dazu, nach einem ärztlichen Gutachten und vergeblicher Simulation von körperlichen Beschwerden letztlich doch zur Bundeswehr mußten).

    Mit welch breitem Meinungsspektrum Patienten Ärzte beurteilen, kann man auch heute - ganz banal - eindrücklich in Ärzte-Bewertungsportalen erfahren (ich kenne allerhand Ärzte in unserem Raum sowohl als Patient als auch privat, kann ihre Bewertungen daher recht gut differenzieren). Und ich weiß, wie sie selbst andere Kollegen einschätzen.


    Erzählungen "von damals" sind nicht frei von Subjektivität. Daher ist es unsinnig, aus heutiger Sicht und anhand von Erzählungen pauschal festzustellen, daß "die damaligen Ärzte der Wehrmacht manchmal mit Brachialgewalt vorgingen".

    Ärzte waren im Krieg an der Front, beim medizinischen Einsatz in Verwaltungen und Ersatzeinheiten im Reich nicht nur als Mediziner im Einsatz, sie waren i. d. R. auch Offiziere, von denen man (wohl der eine oder andere Arzt auch für sich selbst) einen gewissen Spagat zwischen dem Eid des Hippokrates und der Lage der Nation erwartete. Fehler kamen sicher vor, unabsichtlich oder absichtlich, wir Menschen sind eben so oder so, und Soldaten wurden sicher auch krank in den Fronteinsatz geschickt, aber auch das wären bislang ohne Nachweise nur Mutmaßungen.


    Wir werden bei der Beantwortung von Svens Frage also ganz klar nicht zu einem so oder so gelagerten Ergebnis kommen können, so lange (wie von Sven ja gesucht) für den konkreten Einzelfall keine manifestierten Nachweise für ärztliches Fehlverhalten vorliegen! MIt Hörensagen kommen wir hier keinesfalls weiter.


    Solche Fragestellungen aus heutiger Sicht sind rhetorischer Art, wenn auch beim Studium solcher Dokumente sicher der Gedanke an diese oder jene Situation, diese oder jene Gründe und diese oder jene unterbliebene Diagnose oder Fehldiagnose, sei sie aus Flüchtigkeit, aus militärischem Gehorsam oder fehlender medizinischer Erfahrung erfolgt, aufkommen kann.


    Daher hat meine obige Aussage "denkbar ist alles. Nur bleibt es damit auch bei reinen Mutmaßungen" nach wie vor Gültigkeit.


    Bitte beschränkt Euch daher für solche Fälle auf konkrete Nachweise.

    Gab es ggf. ärztliche Untersuchungen, die solch kranke Soldaten "durchgewunken" haben, damit er noch seine "Pflicht" an der Front tun konnte, anstatt ihm schnellstmöglich eine ärztliche Behandlung zukommen zu lassen und er somit nicht mehr kriegsverwendungstauglich war?

    Moin Sven,


    denkbar ist alles. Nur bleibt es damit auch bei reinen Mutmaßungen.

    Moin August,


    eine absolut richtige (also "genormte") Schreibweise gab es damals nicht. Auch offizielle Dokumente verwendeten unterschiedliche Lang- und Kurzformen sowie Abkürzungen. Das galt quasi für alle Einheitentypen. Solange Typ / Bezeichnung und Nummer einer Einheit oder einer Einrichtung bzw. Dienststelle (eigentlich müßte statt des Begriffs "Einheit" (im eigentlichen Sinn, also von "Kompanie, Bataillon, Staffel, Schwadron, Inspektion, usw.) oder ggf. "Truppenteil" ja offiziell "Dienststelle" verwendet werden) identifizierbar waren, war die Sache ja auch klar. Auch evtl. Vorgaben wurden keineswegs durchgehend beachtet / verwendet. Das gilt übrigens auch für Dienstgradbezeichnungen (und viele andere Begriffe).


    Die seinerzeit hauptsächlich verwendete Schreibweise (in Langform) war 2. Sanitäts-Kompanie 33. So wurde sie (und alle anderen San.Kp.) auch in der Feldpostübersicht der deutschen Wehrmacht (FPÜ) bezeichnet.

    Alternativ wurde aber auch Sanitäts-Kompanie 2./33 (oder ... 2/33) verwendet.

    In der Kurzform waren sowohl ... San.-Komp. ... als auch ... San.Komp. ... und ... San.Kp. ... im Gebrauch. Im Netz findet man auch ... Sanko ....


    Ich selbst habe mich in meiner DB für bspw. San.Kp. 2./33 entschieden, denn in DB-Tabellen machen unterschiedliche Begriffe für ein und dasselbe keinen Sinn - ganz im Gegenteil, es darf aus Gründen der erforderlichen strikten Normalisierung einer DB gar nicht vorkommen!


    Hier im FdW findest Du für alle Waffengattungen, je nach Nutzer, Erfahrung und Konsequenz, eigentlich so gut wie alle denkbaren Bezeichnungen - notfalls Korrekturen im zugehörigen Thread.


    Die Thread-Überschrift hier braucht nicht geändert zu werden, man findet ihn und die Einheiten auch so. Man muß bei Suchen sowohl im Internet als auch in Foren zur Fundoptimierung ohnehin immer alle möglichen und denkbaren Schreibweisen ausprobieren, Google ist da tolerant und erfahren und findet meist auch ähnliche Formen.


    Hinsichtlich "San kp 2/33 (Unterstellung 1. Art. Reg. (mot) 33.)" ist das tatsächlich falsch formuliert, denn eine San.Kp. war keinesfalls einem Rgt. unterstellt, sondern unmittelbar dem Divisionsarzt der betreffenden Division, der auch das der Div. unterstellte Rgt. angehörte. Der Div.Arzt, nicht der Div.Kdr., war Vorgesetzter aller Sanitätstruppen und Truppen-Sanitätsdienste einer Division!

    Unter Dezember 1943 (23. Dez.) wird von einem Angriff auf den Bahnhof Schalzilki bei Shitomir gemeinsam mit der "...25. Infanteriedivision..." berichtet.
    Dies kann m. E. aus 2 Gründen nicht stimmen:
    a) von der Begriffsbezeichnung müßte es hier schon mal korrekt heißen "25. Pz.-Grenadier-Division", da die 25. Infanteriedivision im Juni 1943 entsprechend umgebildet/umbenannt wurde
    b) dies kann aber m. E. auch nicht stimmen, da die 25. Pz.-Grenadierdivision zu diesem Zeitpunkt im Bereich der Heeresgruppe Mitte (Raum Orsha) und nicht bei der Heeresgruppe Süd/4. Pz.-Armee eingesetzt war (siehe hierzu auch LdW - und das liegt mehrere hundert Kilometer nördlich).
    Nach meiner Überzeugung muss es wohl korrekt heißen: "... mit Teilen der 25. PANZERDIVISION(!) ..." . Dies würde sich mit dem Einsatz von Teilen der 25. Panzerdivision eben in diesem Raum/Zeitpunkt decken (wenn ich von Teilen spreche muss erwähnt werden das die 25. Pz.-Division zu diesem Zeitpunkt auf unterschiedl. Einheiten verteilt eingesetzt wurde (z. B. bei SS-Division "Das Reich"). Siehe hierzu auch: R. Stoves "Die 22.,25., 27. Pz.Division und die 233. Reserve-Panzerdivision S. 155ff).

    Moin zusammen,


    es handelte sich am 24.12.1943 um den Einsatz der 16. Pz.Div. um den Bahnhof Shaltsilki (52°38' N 29°43' E), heute OT von Svetlahorsk, unmittelbar w. der Bahnbrücke über die Berezina. Der Raum liegt sö. von Bobruysk zwischen Bobruysk und Rechitsa in Weißrußland - nicht in der Ukraine!

    Moin Jürgen, es gab sogar russische Ärzte die für ein Stück Brot mit operierten. Dabei dem deutschen allein da stehenden Arzt gleich gestellt. Wie oben bei der Triage sehen kannst lege ich Infos schnell auf dem Tisch wenn ich sie dann wieder finde.

    Moin Jörg,


    das war aber sicher zu schnell "auf den Tisch gelegt" ... ;)


    Die Mitarbeit sowjetischer Ärzte (ob es tatsächlich immer nur Russen waren, weiß man i. a. ja nicht) als Hiwis steht ja außer Frage. Allerdings gleichgestellt nur in Hinsicht rein ärztlicher Mitarbeit in der Verwundeten- und Krankenversorgung, als Kollegen unter Kollegen also. Mehr war nicht zulässig.


    Das ist allerdings absolut nicht der Punkt, um den es hier geht!


    Es geht hier um einen möglicherweise nicht korrekt wiedergegebenen Ortsnamen in einer Verlustmeldung. Und den trug weder ein mitarbeitender Pole, Sowjetbürger oder sonstiger Hiwi in die Verlustmeldung ein, sondern die damit betrauten deutschen Soldaten einer San-Einheit, hier des H.V.Pl. der San.Kp. 1./16 bzw. die Führergruppe dieser San.Kp..

    Eine Verlustmeldung zu einem Soldaten war ein Verwaltungsakt von großer Bedeutung, der vom Führer der San-Einheit zu verantworten war und die sein San.-Hauptfeldwebel mit seinem kleinen Verwaltungstrupp umsetzte.

    Niemals hätte sich ein Führer einer San.Kp. bzw. sein Führertrupp dem Risiko und Vorwurf der "Sachverfremdung" einer Verlustmeldung ausgesetzt und dafür Hiwis eingesetzt - selbst wenn diese dafür ausreichende Deutschkenntnisse gehabt hätten.

    Und schon gar nicht kamen in einer Verlustmeldung solche wie von Dir angenommenen Überlegungen zum "Abwarten" usw. bei der Verwundetenversorgung, o. ä., vor.


    Abläufe, Anordnungen und Maßnahmen in der Verwundeten- / Krankenversorgung, also auch eine Triage, fanden allenfalls im Lkb, G-Karteien oder anderen einheitsinternen Dokumentationen und Tagebüchern Niederschlag, aber keinesfalls in einer Verlustmeldung "nach oben" über die höheren IVb, die zudem mtl. noch durch weitere Meldungen aller Beteiligten ergänzt werden mußte.


    Weshalb denn dann derart komplizierte Annahmen und Argumente, wenn es auch viel einfacher und plausibler zu erklären ist (s. u.)?


    Es handelte sich bei "Osopna" doch ganz simpel und einfach, dem normalen Inhalt einer Verlustmeldung entsprechend, wie in Abertausenden weiteren Fällen, um die vielleicht bloße Verballhornung des Ortsnamens der Verwundung eines Soldaten bzw. seines Todes im dortigen H.V.Pl., an den er abgegeben worden war. Ein millionenfach völlig normaler Vorgang.


    Bei Ortsnamen in kyrillischer Schreibweise hatte man vor allem die Möglichkeit, sich entweder zeichengetreu (Transliteration) oder aber aussprachegetreu (Transkription, also ausgangs- und zielsprachenabhängig) an den (bspw. russischen) Ortsnamen zu halten. Dazwischen gab es noch "Grauzonen", Mischformen aller Art.

    Hinzu kamen zudem bei nachfolgenden Be- und Verarbeitungen von Schriftstücken noch sehr häufige Übertragungsfehler aus der im Feld möglicherweise recht undeutlich in einer der gebräuchlichen, aber nicht jedem geläufigen deutschen Schriftarten und einer individuellen "Sauklaue", u. U. unter Zeitdruck "hingeschmierten", Ortsangabe auf ein weiteres Formular und Folge-Dokumente, meist von Personen, die von der zugrundeliegenden Materie wie bspw. fremde Ortsnamen oder Bezeichnung, Arbeit und Struktur einer San-Einheit, usw., keine Ahnung hatten. "Stille Post" ist da im Ergebnis manchmal recht harmlos! :D

    Außerdem verwendeten, wie ich hier schon mehrfach zu erklären versuchte, nachweislich sowohl Soldaten als auch Zivilisten sanitätsdienstliche Bezeichnungen oder San-Einheiten- oder San-Einrichtungenbezeichnungen bedauerlicherweise in buntem Mischmasch, so daß bspw. alles pauschal zum "Lazarett" wurde, wo irgendwann mal ein Soldat versorgt wurde - und ähnlich, in abertausenden Fällen, die es heute leider fast nie mehr zulassen, die damals korrekte Bezeichnung und Art von San-Einheit und San-Einrichtung noch irgendwie verifizieren zu können!


    Jetzt aber mal zur konkreten Einheit und ernsthafter Ortssuche:

    Die San.Kp. 1./16 war bis Ende Dez. 1943 mit der 16. Pz.Div. bekanntlich noch in Weißrußland im Raum Bobruysk - Rechitsa im Einsatz. Am 24.12.1943 war die 16. Pz.Div. zusammen mit der 25. Inf. Div. "zum Angriff auf den Bahnhof Schalzilki [Anm. JF: Shaltsilki, 52°38' N 29°43' E, heute OT von Svetlahorsk, unmittelbar w. der Bahnbrücke über die Berezina] angesetzt, wo ein kleiner Einbruch über die Bahnlinie erzielt wird".

    Schaut man sich mal älteres Kartenmaterial dieses Raums an, dann findet man das umstrittende Osopna tatsächlich ca. 10 km sw. von Shaltsilki unmittelbar w. der in sw. Richtung weiterverlaufender Bahnlinie.

    Google Maps kennt es übrigens nicht. Es liegt auf älteren Karten unmittelbar, etwa 1 km, sw. von Pechishchi, möglicherweise eingemeindet.

    Da scheint es eine polnische Hilfskraft im Lazarett gegeben zu haben. Osopna ( warten-? Wartend zu HVPL abgegeben ..... Lege mich nun mal weit aus dem Fenster.... Bauchschuss .. warten liegen gelassen ......

    Moin Jörg,


    uiuiuiuiui, das ist hinsichtlich der Deutung des Ortsnamens "Osopna" allerdings mal extrem weit hergeholt bzw. extrem weit aus dem Fenster gelehnt! Da ist der Fenstersturz nur noch einen Wimpernschlag entfernt! :D :D:D

    Eine "polnische Hilfskraft", sofern es sie überhaupt gegeben hätte, hatte sicher nicht die geringste Einflußmöglichkeit auf die Formulierung einer Truppen-Verlustmeldung!