Posts by Jürgen Fritsche

    Moin Volker,


    ok, soweit alles klar!


    Bei Verwendung von Quellen ist stets vorauszusetzen, daß selbst Primärquellen bei Begriffen, Ortsangaben, usw., durchaus falsch liegen können! Man muß jeweils bestrebt sein, durch genaues Hinterfragen der relevanten Quellenangaben und durch akribische Erforschung des gesamten Themenumfelds den Wahrheitsgehalt herauszubekommen.


    Der DRK-Suchdienst bspw. ist eine Quelle, die ihre Angaben im Wesentlichen den damaligen Suchhinweisen der Angehörigen entnahm, mit entsprechend hohem Irrtums- und Unkenntnispotential! Wo es möglich war, ergänzte der Suchdienst diese Angaben durch stete Befragung von Rückkehrern der betreffenden Einheiten - was jedoch im Falle des zahlenmäßig offensichtlich vollständigen Verschollenseins Deines Großvaters, seines T.V.Pl.-San.-Personals und aller Verwundeten nicht in Betracht kam.


    Den "russischen" statt sowjetischen Major hatte ich hier nur ergänzend zu den Fachbegriffen als "Nebenschauplatz" gewählt, um auch mal daran deutlich zu machen, was man so alles falsch verwendet / verwenden kann, wenn man sich keine Gedanken um den Sinninhalt und um den korrekten Begriff macht - selbst damals wurden schließlich auch offiziell statt Sowjets, Sowjetunion und Sowjetarmee bzw. Rote Armee, etc., häufig die sachlich unrichtigen Begriffe "Rußland" und "Russen" verwendet (das war gedanklich und sprachlich halt einfacher, allerdings kein Grund, all das - insbesondere noch heute - unkritisch einfach so weiterzuverwenden). Deutsche sind auch nicht alle "Baiern", "Sachsen" oder "Hessen" ...


    Ich bin es eben in wissenschaftlicher Hinsicht grundsätzlich gewohnt und ausnahmslos bestrebt, so exakt wie nur möglich zu arbeiten. Soweit das nicht möglich ist, gebe ich das an oder lasse einen Beitrag lieber ganz weg. Das allein schafft Qualität im Ergebnis, verursacht allerdings bei dem / der einen oder anderen, der / die Unrichtigkeiten halt nicht so ernst nimmt, durchaus auch mal "Verdauungsbeschwerden" wie z. B. "Aufstoßen" ... :D


    Und unfehlbar bin auch ich in "meiner" Materie selbstverständlich nicht, denn damals, im Krieg, gab es durchaus immer wieder unvermutete und / oder unerklärliche Ausnahmen von Grundsätzen und Regeln, und manchmal können wohl auch mal Dokumente auftauchen, die vielleicht auch andere, neu gültige oder einmalige Ausnahme-Sachverhalte nachweisen.

    Das ist auch der Grund warum Du FdW-Insider bist.

    Nee, der Grund für diesen "Forums-Dienstgrad" ist allein die gewertete Anzahl meiner Beiträge, wie bei Euch anderen auch ... ;)

    Dir vielen Dank und alles Gute Dein Volker

    Gerne, und danke, Dir auch!

    Moin Christian,


    das findet sich im Prinzip alles verteilt in diesem Sammel-Thread hier ...


    Allerdings hatten wir in diesem Zusammenhang immer wieder über die Eismeerfront in Nordfinnland und die Finnmark in Nordnorwegen diskutiert.

    Bei Deinem Fund handelt es sich jedoch um Südostfinnland / Nordwestrußland (Gebiet Vyborg), also um die Ladoga-Stellung in Karelien und um die Seen Ägläjärvi und Tolvajärvi n. des Ladogasees.


    Nachtrag:

    Ab Juli 1941 bis Januar 1942 wurde im Raum der gleichnamigen Seen und Orte Ägläjärvi und Tolvajärvi die 163. Inf.Div. zur Unterstützung der finnischen Verbände zur Rückeroberung von Ladoga-Karelien eingesetzt. Daraus kann man schließen, daß dort die beiden San.Kpn. 234 im Einsatz waren.

    In meiner DB liegen mir zumindest im Zeitraum Ende Juli bis Ende August 1941 fünf Verlustereignisse für die beiden Orte vor, allerdings vier davon ohne Hinweis auf eine San.-Einheit und einer auch nur mit dem Hinweis auf die San,-Einrichtung "H.V.Pl.", jedoch ohne Nennung der betreffenden San.Kp.. Vom Datum her dürfte der letzte derselbe wie der von Dir oben eingestellte Verlustfall sein. Ich habe allerdings für diesen Tag noch zwei weitere Fälle.

    Hallo Jürgen,

    vielen dank für Deine Mail. Für konstruktive Anregungen und Kritiken bin ich jederzeit empfänglich. Vielleicht sollte man sich aber nicht in Kleinigkeiten, deren Sinngehalt(e) ja aber klar ist / sind wie z.B. russ. oder sowjet. Major oder T.V.Pl. oder H.V.Pl. ( aber auch Krankensammelstelle ) verrennen

    Moin Volker,


    wenn ich mir hier die Arbeit mache, immer wieder auf korrekte Fachbegriffe hinzuweisen, dann sind das eben keine "Kleinigkeiten" und es ist kein "Verrennen"! Derartige Abqualifizierungen meiner hohen Genauigkeit, meiner Erklärungen und Hilfen verbitte ich mir nachdrücklich :rolleyes:

    Insofern sind jedenfalls meine Beiträge absolut und maximal konstruktiv und eben nicht nur "beliebig" und lediglich "ungefähr" oder "in etwa" formuliert!


    In anderen Fachsprachen muß man sich ebenso an die richtigen Begriffe halten, sonst wird nur "Bahnhof" verstanden.

    Ein T.V.Pl. ist eben kein "Lazarett", keine Krankensammelstelle und auch kein H.V.Pl.! Zwischen diesen Begriffen gibt es eben ganz signifikante Unterschiede!


    Es geht auch keinesfalls um einen möglicherweise gedachten, aber daher für den Leser als solcher nicht erkennbaren, klaren Sinngehalt, sondern ausschließlich um das, was geschrieben dort steht. Frei gewählte Synonyme, sofern sie fachsprachlich überhaupt jemals als gleichbedeutend zutreffen können, sind nicht hilfreich, sondern das sind eben jeweils nur die exakten Fachbegriffe, um genau das auszudrücken, was jeder andere Diskussionsteilnehmer und Leser unter Anwendung der Fachsprache exakt genauso verstehen kann - und nicht erst herumraten muß, was der andere damit wohl gemeint haben könnte.


    Sonst kann man (kann ich) das alles hier lassen und jeder spricht nur völlig unbestimmt einfach so, wie ihm sein Wissen und "der Schnabel" gewachsen ist ...
    Korrekt und im richtigen Sinn verstehen (und ggf. sogar noch weitergeben) wird dann hier wohl kaum noch jemand etwas.

    Ich habe mein Wissenstand hier, DURCH EUCH !!!, schon immens erweitern können und werde versuchen, mich in der Zukunft noch klarer auszudrücken damit Irretationen vermieden werden.

    Und solage es unbestimmte, unklare Ausdrücke gibt (nicht nur Deinerseits), werde ich mir im Sinne der Qualität meiner eigenen Arbeit und der des FdW erlauben, immer wieder auf die korrekten Ausdrücke, die zudem stets weitere relevante Zusammmenhänge implizieren, hinzuweisen! Es ist für Euch, wie es auch für mich mal war, eben ein Lernprozeß, den man durchlaufen muß, um irgendwann von allen verstanden mitreden und sämtliche Unterschiede zwischen Begriffen verstehen und anwenden zu können.

    Im Übrigen habe ich Inhalte meiner Aussagen aus Briefen befreundeter Ärzte, nach dem Rückzug der deutschen Truppen aus TIM und Schreiben an meine Großmutter übernommen.

    Dann mache das bitte auch als solche Zitate oder Begriffsübernahmen, von woher auch immer, entsprechend kenntlich.


    Merke: "Hier wird man geholfen, falls man sich helfen läßt ..."

    Hallo Jürgen,

    danke für Deine Antwort .Natürlich ist mir klar, das dort kein Lazarett war sondern nur ein Verbandsplatz. Ich habe lediglich die Inhalte aus Briefen befreundeter Ärzte übernommen.Diese haben die Bezeichnung Lazarett verwendet. Auch die Behandlung des Gegners nach der Übernahme kann man sich vorstellen bzw. Ist durch div. Berichte belegt...

    Allerdings hat ein gefangener russ. Major vom Weiterbetrieb des HVP berichtet. Daher ist vielleicht doch die Gefangenschaft möglich gewesen.

    Moin Volker,


    wenn Dir das alles bereits klar und bekannt war, dann haben wir das jedenfalls bisher noch nicht von Dir erfahren ...


    Und: Der gefangengenommene sowjetische Major (wir wissen nicht, ob es ein Russe war ...) würde verständlicherweise niemals zugegeben haben, daß der T.V.Pl. (nicht: H.V.Pl.) von seinen Truppen vernichtet wurde ...

    vllt. erst mal ein Brief - leider sind ein paar Leerstellen dabei.


    Abs. Oberarzt Kügler 27641 (?)

    Moin zusammen,


    27641 ist die FPN des III. Btl. des Inf.Rgt / Gren.Rgt. 429:


    27641

    (Mobilmachung-1.1.1940) Stab III u. 9.-12. Kompanie Infanterie-Regiment 429,

    (24.8.1943-5.4.1944) 9.11.1943 gestrichen


    Damit wissen wir nun, in welchem Btl. Felix Kügler Truppenarzt war ...

    Seit 1989 bin ich auf der Suche nach meinem Großvater Stabsarzt d. R. Dr. Felix Kügler. Felix wurde als Bat.Arzt \ Gren. Regiment 429 in der 168 ID am 08.02.1943 mit dem Lazarett und 400 Verwundeten der Roten Armee übergeben.

    Moin Volker,


    Dein Großvater als Btl.Arzt bzw. Truppenarzt leitete in dieser Dienststellung kein Lazarett, sondern vielmehr den Truppenverbandplatz (T.V.Pl.) eines der drei Bataillone (das oben nicht angegeben ist) des Gren.Rgt. 429.


    Lazarette, welchen Typs auch immer, waren San.-Einheiten, also Sanitätstruppen.

    T.V.Pl. hingegen waren San.-Einrichtungen des Truppen-Sanitätsdienstes.

    Seit dem Tag verliert sich jede Spur. Ich habe einen Ordner voller Infos aus dieser Zeit aber nichts Konkretes. Kann jemand helfen ????

    Auch bei derartigen "geordneten" Übergaben an die Rote Armee, in der Hoffnung auf anständige Behandlung, muß so gut wie immer das Schlimmste befürchtet werden. Sie zogen meist sofortige gräßliche Massaker an San.-Personal und Verwundeten nach sich. Beispiele gibt es leider zuhauf.

    M. E. wird sich daher auch nichts Konkretes über den Verbleib alles Betroffenen finden lassen.

    Entdeckt und dokumentiert wurden derartige Kriegsverbrechen der Sowjets nur dann, falls deutsche Truppen kurz darauf im Gegenstoß die Opfer bzw. deren Überreste noch finden konnten.

    es war jetzt nicht so einfach aber hier ist das Foto. Wir mussten erst alles ab tauen da im Gegensatz zu Deutschland der Schnee hier sehr gut ist.

    Moin Kevin,


    da steht jetzt aber "4/60" drauf - und nicht "4/68", wie Du in #615 geschrieben hattest ...


    Was diese Numerierung damals in der Finnmark bedeutet haben könnte, ist unklar.

    Divisionseinheiten mit der Nummer "60" waren jedenfalls Teile der 9. Panzer-Division und die war bis Frühjahr 1944 in Südrußland und in der Ukraine im Einsatz, danach in Frankreich, dann in Belgien, am Niederrhein und in den Ardennen ...


    Frohe Weihnachten und alles Gute zum Neuen Jahr für Euch im hohen Norden! Wenigstens bei Euch ist es (noch) schneesicher ...

    Moin Manfred,

    leider musste er die Seite wohl aus gesundheitlichen Gründen einstellen.

    Es gab weitere Gründe, u. a. Urheberrechtsprobleme.

    Aber eigentlich ging es darum das dort die Namen gelistet waren, während der Volksbund diese scheinbar nicht hat.

    Der VDK hat die KGSt Parkkina-Petschen'ga errichtet und auf 31 Stelen die Namen der an der Eismeerfront Gefallenen eingravieren lassen.

    Daher ist es nicht vorstellbar, daß ihm viele dieser Namen nun angeblich fehlen sollten ...

    Soweit sie heute (noch) nicht in der "Gräbersuche Online" des VDK abrufbar sind, heißt das dann doch letztlich nur, daß der VDK (wie er ja selbst erklärt) noch längst nicht alle Gefallenen und Vermißten in seine DB aufnehmen konnte:

    Die Erfassung der Daten ist noch nicht abgeschlossen. In den nächsten Jahren werden noch ca. 500.000 Namen in die Datenbank aufgenommen. Sollte der Gesuchte noch nicht erfasst sein, so haben Sie die Möglichkeit, ein Suchformular auszufüllen.

    GUten Tag Jürgen,

    ich danke Dir vielmals für Deine Atnworten und Tipps! Schade, dass die die anderen zwei Angaben vom Dezember 1944 keine Ortsangabe aufweisen. Wie weit lagen die Feldlazarette (mot) meistens hinter der Front? Kann man darüber statistische Angaben machen?

    Moin "Peacemaker",


    einfach mal die hier angebotenene Recherchemöglichkeiten nutzen und mit einer Suche nach entsprechenden Begriffen ausgiebig stöbern!

    In dem, diesem Forum hier (dem Forum der Wehrmacht, FdW) angeschlossenen "Lexikon der Wehrmacht" (LdW, siehe Link ganz oben auf der Forumsseite zu "Lexikon") findest Du bspw. Informationen zur "Verwundetenversorgung in der Wehrmacht".


    Aber: Die angegebenen, empfohlenen / vorgeschriebenen Entfernungen sind lediglich Anhaltswerte! Grundsätzlich waren für bewegliche San.-Einheiten in erster Linie die lebens- und überlebensnotwendigen Betriebsparameter wie z. B. Frisch- und Abwasserversorgung, Erreichbarkeit für Krankenfahrzeuge, Wetterschutz für die Einrichtungen (möglichst feste Gebäude), nicht erreichbar für feindliche Waffensysteme und Truppen, Beweglichkeit der Frontlinien, usw., usw., für den Ort des Einsatzes der San.-Einheit maßgeblich.

    Statistische Angaben darüber gibt es verständlicherweise nicht, denn allein schon aus Gründen der o. g. Anforderungen waren die Entscheidungen vor Ort jedesmal neu zu treffen.

    Trier selbst kommt nicht in Frage, Ich hatte zunächst an das Lazarett Helenenberg gedacht, welches sich etwa 10-15 km hinter der damaligen HKL befand. Allerdings bestand dieses bis März 1945 und wurde meines Wissens nach nicht als Armee-Feldlazarett (mot) bezeichnet.

    Trier sollte auch nur ein ungefährer Anhaltspunkt sein, da in diesem Raum das LXXX. A.K. im Einsatz war.


    Wenn wir den Einsatzort des A.Feldlaz. (mot) 666 hingegen am Einsatzraum des AOK 7 festmachen (was für das A.Feldlaz. (mot) 666 als Heerestruppe allerdings in erster Linie in Frage kommt, so lange wir keine Zuweisung seitens des Armeearztes AOK 7 ans LXXX. A.K. nachweisen können), dann kommt zunächst mal ein Riesenraum zwischen Westgrenze, Mosel, Rhein und Aachen, dort dann aber, den Suchraum einschränkend uns auf den südlichen Bereich (wg. des nachgewiesenen Verlustfalls eines Soldaten der 212. VGD im Verband des LXXX. A.K.) kommt theoretisch jeder Ort in Frage ...


    Hier ist übrigens der Bericht eines damaligen Soldaten der 212. VGD für genau diese Tage nachzulesen, der ebenfalls am 24.12.1944 verwundet wurde, und zwar unmittelbar sw. von Echternach - seiner Vermutung (!) nach könnte außer dem (mit 10 km Entfernung sehr nahen) nordöstlich gelegenen Helenenberg auch das (etwa doppelt so weit entfernte) nördlich gelegene Bitburg als Einsatzort des "Feldlazaretts" in Frage gekommen sein, in das er verbracht wurde.

    Jedoch dieses Zitat: "Ein Arzt untersuchte mich kurz und sagte mir dann, daß hier lediglich die Wunden versorgt würden, die notwendigen Operationen jedoch nicht durchgeführt werden könnten, aus diesem Grunde sollte ich in ein anderes Lazarett kommen."

    Reine Erstversorgung zur Herstellung der Transportfähigkeit in ein Feldlaz. deutet auf jeden Fall auf einen H.V.Pl. einer San.Kp. hin, denn in einem Feldlaz. konnte grundsätzlich operiert werden! Vielleicht war es dann Helenenberg statt Bitburg - siehe weiter.


    Zu Helenenberg findet sich zudem die Angabe, daß dort Anfang Januar 1945 eine "Sanitätskompanie" (ohne Nummernangabe), also eine bewegliche Feldeinheit, unter ihrem Chef Dr. Kaufmann im Einsatz war. Das konnte durchaus der Fall sein.

    Und im Bericht eines am 08.01.1945 vor Bastogne verwundeten Soldaten wurde Helenenberg als "Verbandsplatz" bezeichnet, was in Form eines H.V.Pl. auf jeden Fall dem dortigen Einsatz einer San.Kp. entsprechen würde.


    Helenenberg und Bitburg liegen für zügige Verwundetentransporte beide verkehrstechnisch sehr günstig.


    Wie man auch hier wieder sieht, muß man mit solchen "Einheiten"angaben wie in diesen Fällen hier grundsätzlich sehr vorsichtig sein. Gerade in solchen Schilderungen wurde zur Bezeichnung der San.-Einheit häufig der erstbeste san.-dienstliche Begriff gewählt, der dem Autor zur Definition eines "Ortes, an dem Verwundete behandelt wurden" einfiel oder geläufig war!


    Reservelazarette (ortsfeste Einrichtungen) hingegen gab es gegen Kriegsende in praktisch jedem Ort des Reichs, in größeren Orten sogar mehrere, teils auch noch mit Teilazaretten.


    Der damalige Einsatzort des A.Feldlaz. (mot) 666 ist statistisch natürlich nicht errechenbar, siehe oben! Ohne ein entsprechendes Dokument muß der Ort weiterhin offen bleiben!

    Liegen Dir darüber Informationen in Deiner Datenbank vor?

    Außer den oben zu Helenenberg bereits erwähnten Informationen, leider nein ...

    Moin "Peacemaker",


    habe zwischenzeitlich mal in meiner DB nachgesehen:


    Das Armee-Feldlazarett (mot) 666 (das ist die vollständige Bezeichnung) ist hinsichtlich allgemein aufzufindender Verlustmeldungen offenbar nicht sonderlich in Erscheinung getreten. Mir liegen, außer Deiner Angabe zum 24.12.1944, seit Sommer 1942 nur vier weitere Ereignisse mit Angabe dieser San.-Einheit vor.


    Deine und eine weitere, unmittelbar 2 Tage zuvor vom 22.12.1944, jedoch weisen leider beide keine Ortsangabe auf!


    Da das A.Feldlaz. (mot) 666 Heerestruppe war, war es im Dez. 1944, in Verbindung mit Verwundeten der 212. Volks-Gren.Div., sicher dem Armee-Arzt der in diesem Raum operierenden 7. Armee unterstellt, evtl. von seiner Seite aber auch dem Korpsarzt des im südlichen AOK-7-Raum eingesetzten LXXX. Armee-Korps zugewiesen (als dessen Korpstruppe ist es nämlich nicht genannt), und daher in deren weiteren bzw. engeren Einsatzraum im Einsatz.


    Da die Ardennenoffensive in diesen Tagen auch und gerade in diesem Raum (mit der 212. Volks-Gren.Div. in schweren Abwehrkämpfen in und dann unmittelbar südlich von Echternach, Luxemburg) letztlich zum Stocken kam, kann man für beide Tage den unbestimmten Einsatzort des A.Feldlaz. (mot) 66 im Großraum der 7. Armee bzw. im Unterraum des LXXX. AK ansetzen, für letzteren Großverband wohl im Raum Trier oder in Trier selbst.


    Möglicherweise tauchen ja noch aus NARA-Beständen zur 7. Armee entsprechende Berichte oder Einsatzbefehle des Armee-Arztes AOK 7 o. ä. Dokumente auf, in denen das A.Feldlaz. (mot) 666 genauer lokalisiert wurde.

    es gab eine Seite www. petschenga-parkkina .de auf der die Gefallenen alle verzeichnet war, teils sogar mit Bild.

    [...]

    Ich weiss nicht wie der ehemalige Betreiber dieser Seite vorgegangen ist, wenn jedoch er die Namen hatte und der Volksbund nicht...??

    Moin zusammen,


    Georg Didlof (das war der Betreiber) hatte seine Seiten "Petschenga-Parkkina" über die Jahre auf mehrmals wechselnden Servern / Domains eingerichtet (u. a. http://www.petschenga-parkkina.de), von denen sie aus den einen oder anderen Gründen ab und zu zur nächsten migriert wurden. Endgültig wurden die Seiten zum August 2014 vom Netz genommen. Leider. Aber wie gesagt, Georg hatte seine Gründe ...


    Es ging auf seinen Seiten allerdings nicht allein um Petschenga-Parkkina und die Gefallenen der Eismeerfront, sondern Georg hatte dort auch viele weitere Seiten mit Gefallenen zu Bergen-Solheim, Botn-Rognan, zum Ehrenfriedhof Ekeberg, Narvik, Trondheim-Havstein, Rovaniemi-Norvajärvi, Salla, Helsinki-Hietaniemi, Helsinki-Honkanummi, Göteborg-Kviberg, Helsingborg, Trelleborg sowie zur "Scharnhorst", zur "Blücher", zur "Tirpitz", zu "Die Grauen Wölfe" sowie zur "Luftwaffe im Norden" im Netz.

    Tatsächlich hieß seine Webseite "Kriegsgräberstätten & Soldatenfriedhöfe im Norden Europas".

    Moin "Peacemaker",


    das Bundesarchiv-Militärarchiv verfügt über Akten zum Feldlaz. (mot) 666 für den Zeitraum bis Mai 1945.

    Möglicherweise wirst Du dort fündig.


    Auch bei diesen schweren Kämpfen gegen Kriegsende wurde verständlicherweise nur noch das Allernötigste dokumentiert und / oder gemeldet, wenn überhaupt. Die Nennung von genauen Einsatzorten bleib da meist auf der Strecke, der Aufenthalt dort war ohnehin von immer weniger Dauer. Und wenn Meldungen abgesetzt wurden oder überhaupt noch abgesetzt werden konnten, war es fraglich, ob sie die Dienststelle (WASt) noch erreichten. Auch beim Rückzug ging viel verloren.


    Aber offenbar blieb in diesem Fall hier dann doch einiges erhalten und konnte letztlich beim BA-MA archiviert werden ...


    Das Feldlaz. (mot) 666 war Heerestruppe.

    Moin zusammen,


    ich habe zum o. g. Unfallort "Astamhsee" mal in meiner DB nachgesehen ...


    Es handelt sich um den Ozero Ashtakhma (russ. Name), finn.: Astahmajärvi (in dt. Truppen- bzw. Gefallenenmeldungen oft vertippt als "Aschtachna-See").

    Er liegt ca. 33 km nnö. von Kiestinki (russ.: Kesten'ga), Rep. Karelien, Rußland. Koordinaten: 66° 9' 30" N 32° 04' E.

    Bei Google Maps fälschlich als "Ozero Agitakhma" eingetragen!

    er war bei der 1./SS-Geb.JR.1, mehr kann ich leider auch nicht dazu beitragen.

    Moin Charly,


    wir beide wissen das, aber zum Verständnis anderer Leser: Die "1" ist ein Tippfehler ...

    Es gab (auch schon im Okt. 1942 so bezeichnet?) nur das SS-Gebirgsjäger Regiment 11 "Reinhard Heydrich" und das SS-Gebirgsjäger Regiment 12 "Michael Gaissmair" ...

    Otto schrieb oben vom SS-Gebirgsjäger Regiment 12.

    Leider erhalte ich von der WAST Berlin keine genauen Auskünfte über den Verbleib meines Onkels Otto Stinauer (wahrscheinlich auf Grund der Zugehörigkeit einer gewissen Waffengattung). SEHR WOHL HAT GENAU IN DIESEM MOMENT AUF GRUND SEINER WAFFENZUGEHÖRIGKEIT AUCH DIE SOGENANNTE DEUTSCHE GRÜNDLICHKEIT VERSAGT. Oder ist dies genau aus diesem Grund ein Indiz der Verschwiegenheit und Verschlossenheit? ich finde, jeder Nachfahre hat 70 Jahre nach Ende des WW II Anspruch auf lückenlose Dokumentation. Oder wird noch immer mit zweierlei Mass gemessen?

    Moin Otto,


    auch wenn Du das hier wohl kaum noch lesen wirst, es ist sicherlich auch erklärend für andere, die bei der WASt - fast immer vergeblich - nach Auskünften zu Waffen-SS-Angehörigen suchen.

    Ich empfehle allen mit Anfrageabsicht dringend, sich vor etwaigen ungerechtfertigten, öffentlichen Beschwerden über die hervorragende und absolut neutral geführte Arbeit der WASt sich intensiv mit den auf ihrer Homepage auf zahlreichen, gut strukturierten Seiten angebotenen Informationen zu beschäftigen!


    Ja, von der WASt hast Du erstens aus Gründen seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS "keine genauen Auskünfte" erhalten - allerdings liegen diese Gründe völlig anders, als Du vermutest, siehe unten! Die WASt dürfte Dich in ihrer Auskunft auch darauf hingewiesen haben ...

    Und zweitens hat diesbezüglich die "deutsche Gründlichkeit" absolut nicht versagt!

    Und drittens gibt es hier auch absolut keine "Verschwiegenheit und Verschlossenheit"!


    Nur zu "erstens" (zweitens und drittens klären sich damit ebenfalls):

    Die WASt war Dienststelle des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) und wurde und wird daher als "Wehrmachts-Auskunftsstelle für Kriegerverluste und Kriegsgefangene" bezeichnet. Die Wehrmacht umfaßte bekanntlich nur die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine.

    Dein Onkel war jedoch Angehöriger der Waffen-SS.

    Wie die WASt für die Soldaten der Wehrmacht zuständig war und ist, hatte die Waffen-SS (und ebenfalls in ähnlicher Form die Polizei) eine eigene "Auskunftsstelle für Kriegerverluste der Waffen-SS", zuletzt ansässig in Bamberg. Dort wurden kurz vor Kriegsende fast alle Bestände durch Brand vernichtet. Was noch erhalten blieb, wurde beim Einmarsch der Amis von ihnen in unbekanntem Umfang beschlagnahmt und erst Jahrzehnte, in ebenfalls unbekannter Vollständigkeit, an Deutschland zurückgegeben. Die WASt erklärt das alles auf ihrer HP:


    [...] Jürgen und Jörg hatten eine Diskussion über Skoganvarri hier im Land. Es ging um den Namen oder Bezeichnung zum Lazarett. Vermutet wurde Lazarett Name Eismeer. Ein Bekannter hat Kontakt zu Jagt Es wurde vor einiger Zeit ein Metall -Teil gefunden was beschriftet ist mit 4 / 68 ( weiß auf militär- grau )

    Moin Kevin,


    danke für Deine Beteiligung an der Lazarettsuche in Skoganvarre. Allerdings hatten wir dort kein Lazarett (oder welche San.-Dienststelle auch immer) namens "Eismeer" diskutiert.


    Im finnischen Lappland wurde zwar ein Feldlazarett in der Sprachgewohnheit der dortigen Soldaten österreichischer Herkunft, als Bezug zu ihrer Heimat, als "Edelweiß-Lazarett" oder "Feldlazarett Edelweiß" tituliert, es hieß jedoch korrekt "Feldlazarett (mot) 680"!


    Wie alle Sanitätsdienststellen (San.-Einheiten) trugen auch Feldlazarette und Kriegslazarette (damals die beiden einzigen San.-Einheitentypen in Lappland mit "-lazarett" in ihrer Bezeichnung) immer den Typ ihrer Einheit (also bspw. "Gebirgs-Sanitäts-Kompanie" oder "Feldlazarett") im Namen, dann eine nach einer bestimmten Regel (meist für den Großverband wie eine Division, der sie angehörte) vergebene Nummer (also bspw. "68" als Einheit der San.-Einheit der dort im Einsatz befindlichen 3. Gebirgs-Division) und (bei Existenz von mehr als einer solchen San.-Einheit) zusätzlich zu dieser Nummer vor der Nummer eine weitere fortlaufende Untergliederungs-Numerierung wie "1./..." und "2./..." - also auf Lappland bezogen bspw. die "Gebirgs-Sanitäts-Kompanie 2./68" und das "Feldlazarett 68".


    Die einem Feldlazarett und Kriegslazarett ähnlich lautende Bezeichnung Ortslazarett war hingegen eine San.-Einrichtung, betrieben von einer San.-Einheit, war selbst jedoch keine keine San.-Einheit).

    In Skoganvarre gab es jedenfalls ein Ortslazarett (Lasarettmoen), kein Feldlazarett. Es fehlt also nur noch die Bezeichnung der damals dieses Ortslazarett Lasarettmoen betreibenden San,-Einheit.


    Auch danke für Deinen Hinweis auf den Fund. Der hat allerdings, anhand der Aufschrift "4 / 68" beurteilt, ganz sicher nichts mit einer damaligen Sanitätseinheit dort zu tun. Es gab keine keine San.-Einheiten der Numerierung "68", die eine fortlaufende Untergliederungs-Nummer "4" trugen. Alle existierten nur zweigleisig mit den Nummern "1" und "2", das Feldlazarett war alleine.


    Allerdings verfügte die 3. Gebirgs-Division über zahlreiche weitere Einheiten, die mindestens bis "4./" durchnumeriert waren und eher mit dem Metallfund zu tun haben dürften.