Posts by Doc House

    Lieber Sven,


    das hilft mir absolut. Ganz herzlichen Dank. Und ja, gerne erstmal mit aufnehmen, ich bleibe dran und werde darüber auch etwas veröffentlichen. Ich ergänze schon mal ein paar Informationen, die ich noch zu der Einheit habe.


    Grüße Doc






    ... die Stadt Plan müsste zum Kreis Budweis / Mährisch Budwitz gehört habe, das wiederum im Rahmen des Protektorats Böhmen an den Reichsgau Oberdonau angeschlossen wurde. Wenn mich nicht alles täuscht, wurde der Kreis Budweis zusätzlich als Gebietsbereich des Chefs der Zivilverwaltung dem Gauleiter vom Reichsgau Oberdonau unterstellt und somit organisierte die NSDAP auch hier die Aufstellung, Ausrüstung und Ausbildung des örtlichen Volkssturms. In der zugehörigen VBL (Band VC 155) konnte ich keine weiteren Hinweise finden über den Einsatzort.

    Liebes Forum,


    ich bin auf eine insgesamt recht spannende Geschichte gestoßen. Während eines KLV Lagers in Planá (deutsch Plan) südlich von Tabor wurde Mitte bis Ende März 1945 eine Volkssturm Einheit aufgestellt. Ich sprach mit einem Zeitzeugen, der Teil von diesem war. Er war im KLV Lager in Planá untergebracht und meldete sich mit allen Jungen seiner Klasse freiwillig. Sie trugen ihre HJ Winteranzüge, bekamen eine Volkssturmarmbinde, deutsche (!) Karabiner und Eierhandgranaten. Die Einheit bildeten sie zusammen mit deutschen Reservisten (nach Definition Aufgebot 1) und tschechischen Kollaborateuren. Unter anderem erhielten sie Ende März den Auftrag, ein Waldgebiet nach britischen Fallschirmjägern zu durchsuchen, (Tschechische RAF Einheit), die mit Hilfe tschechischer Partisanen Tunnel im Wald angelegt hatten.

    Bislang finde ich nichts Offizielles zu dieser Einheit. Hat jemand eine Idee, wie der Volkssturm in Südböhmen in dieser Region organisiert worden sein könnte? Wer hat ihn angeordnet/beschlossen, wer die Hitlerjungen ausgebildet und Aufträge erteilt?

    Besten Dank und Grüße Doc

    Hallo Thilo, eher nicht der Typ dafür, er brauchte einige Stunden, um überhaupt Details erzählen zu können. Sei es drum, ja auf die Erwähnung der 503. Abfahrt nach Wangerin am 20. Februar bin ich auch gestoßen - noch eine andere Quelle gibt an: 20. Februar 1945 Sicherungsstellung der 1. K 503. in Wangerin, danach gibt es keinen Eintrag mehr - überhaupt ist sonst Wangerin nirgendwo erwähnt in im Internet zugänglichen Quellen. Ich denke, ich versuche es noch einmal in der Gemeinde selbst. Obwohl ich wie gesagt meine Zweifel habe, dass irgendwelche Aufträge zu der Zeit in Akten festgehalten wurden. Eher unwahrscheinlich.

    Danke erstmal, Freunde,


    natürlich ist man erst mal skeptisch, wenn man den Teil einer Geschichte hört, den man bis heute noch nicht kannte. Ich denke allerdings, dass es gerade gegen Ende des Krieges noch viele Einsätze und Kämpfe gegeben hat, von denen man nichts gehört hat, wenn keiner drüber erzählt hat. Der Zeitzeuge ist 91 Jahre alt und bei klarem Verstand. Er gehört zu der Sorte Zeitzeugen, die nie von ihren Erfahrungen erzählt haben. Das ist weitaus schwieriger. Viele haben ihr Leben lang selbst recherchiert, Dinge aufgeschrieben, sich untereinander ausgetauscht.

    Es ist dennoch durchaus möglich - sogar nicht unwahrscheinlich -, dass er "Filmrisse" hat. Daher versuche ich mir ja ungefähr Orte und Namen zusammenzureimen. Vielleicht lasse ich mal meine Interpretationen weg und setze stichpunktartig die Bilder ein, die vom Zeitzeugen selbst sind.

    SS-Panzer Einheit kommt um den 20. Februar nach Wangerin. Obersturmführer wohnt in seinem Haus. Dort schreibt er jede Menge "schwarze Briefe" wegen Verlusten vorangegangener Kämpfe.

    Zeitzeuge kennt die Gegend. Obersturmführer bestellt ihn als Pfadfinder ein, er zeigt ihm die Gegend

    Einsatz erfolgte nach seiner Erinnerung zwischen dem 26. Februar und 28. Februar, um einen bei Wangerin noch befindlichen "Stab" (auf einem Gutshof) den Abzug zu ermöglichen

    Nach Fahrt bis zum Ende einer noch nicht fertigen Autobahn (ca. 10 bis max. 20 Kilometer) , lotste er die Tiger durch die Wildnis, auf eine Anhöhe.
    Er kletterte auf eine Tanne bis über eine Nebelwand, um den Himmel einsehen zu können.
    Ein Flieger Angriff erfolgte an dieser Stelle. Dabei wurde mindestens ein Tiger beschädigt, der dann mit Drahtseilen an Bäumen festgemacht wurde, um bergabwärts auf T-34 zu feuern. Das ging wohl eine ganze Weile mit erheblichen Verlusten der Gegenseite.

    Man habe den am Hang festsitzenden Tiger mit Munition der anderen Tiger von oben "beliefert".
    Der Tiger und die Crew mussten bei Gegenangriff zurückgelassen werden

    Mindestens ein weiterer Tiger blieb auf dem Rückzug liegen.
    Zurück in Wangerin habe der Obersturmführer wieder Todesnachrichten schreiben müssen für die verlorene Crew.
    In Wangerin erfährt der Zeitzeuge von beteiligten SS-Soldaten, dass die Abteilung (?) bei einem weiteren Einsatz 47 (!!) T-34 Panzer abgeschossen habe. Das hielt er aber selbst für übertrieben. Aber vielleicht gab es da Gerüchte um eine solche Zahl?

    Am 1. März 1945 erzählt Obersturmführer man habe einen Kommissar gefangen genommen und mahnt die Familie an zu flüchten, weil es nun sehr brenzlig werde. Sie kommen am 2. März mit dem Zug aus Wangerin heraus. Der Obersturmführer reicht der Familie ein Schriftstück, das ihnen erlaubt, einen Zug zu nutzen. Das sei ihm gelungen, weil er der Sohn eines Oberst (?) desjenigen Divisionstabes gewesen ist, der in Wangerin untergebracht gewesen ist.

    Ich weiß, dass klingt alles abenteuerlich, aber ich will die Geschichte noch nicht aufgeben. Denn auch wenn der Zeitzeuge möglicherweise etwas durcheinander bringt, hat er doch exakte Bilder im Kopf. Da er sich später nie mit dem Krieg beschäftigt hat, hat er diese Informationen nicht aus Büchern, und dafür, dass sich jemand das zusammenreimt, der nicht dabei war, sind die Informationen zu speziell und detailliert. Außerdem erscheint mir der Mann insgesamt sehr glaubwürdig. Den Ablauf seiner späteren Flucht, Volkssturmeinsätze und Aufenthalt in einem Gefangenlager in Schleswig Holstein konnte ich ziemlich genau verifizieren.


    Ich lasse das mal so stehen, vielleicht stößt ja noch jemand auf Informationen.

    Danke an alle, Grüße Christian

    Liebe Geschichtsfreunde,


    ich habe einen ganz interessanten Zeitzeugen, dessen Familie im Februar 1945 (vermutlich um den 20. Februar 1945 herum) einen SS-Obersturmführer in ihrem Haus an der Schlosstraße 1 im Pommerschen Wangerin aufnahm. Die ganze Abteilung war in Wangerin verteilt, vermutlich nach Abzug um die Kämpfe in Ahrenswalde (Unternehmen Sonnenwende). Der damals 15-jährige Zeitzeuge, dem dieser Obersturmführer das "Du" anbot (etwas merkwürdig) wurde von diesem als Pfadfinder und Späher eingesetzt. Nach einigen Fahrten in der Gegend führte er nach seiner Erinnerung 9 Tiger Panzer über eine Autobahn in vermutlich südliche Richtung. Diese Autobahn war auf ihrem letzten Stück nach vermutlich Stargard noch im Ausbau. Am Ende lag lediglich Schotter. Sein Auftrag war es dann die Panzer durch sumpfiges Gelände bis auf eine Anhöhe zu führen. Er war geländekundig und die Wege durch das Unterholz wurden durch Umknicken der Zweige gekennzeichnet. Auf dieser Anhöhe soll es zu einem Jabo Angriff gekommen sein und anschließend zu einem Scharmützel zwischen den Tiger-Panzern und im Tal stehenden T-34, von denen wohl einige abgeschossen wurden. Darunter gefeuert hat nur ein Tiger, der an Bäumen festgebunden wurde, sodass er nach unten schießen konnte und dabei freie Schusslinie hatte. Der Panzer wurde auch zurückgelassen.

    Natürlich finde ich mit diesen Informationen alleine nichts. Name der Einheit und des Obersturmführers (da ist er sich ganz sicher, es sei ein Obersturmführer gewesen) weiß der Zeitzeuge nicht. Ich habe mir alles, was ich finden konnte, in der Gegend angeschaut und komme als mögliche Einheit nur auf die Schwere SS-Panzer-Abteilung 503. Möglicherweise könnte der Obersturmführer Max Lippert gewesen sein. Dieser, weiter in seinem Haus wohnend, hat ihn und seine Familie am 1.3. gewarnt, dass sie aus Wangerin flüchten müssten.

    Wangerin soll zu dem Zeitpunkt voll gewesen sein mit Soldaten der Waffen-SS und auch der Wehrmacht. Vor der Kleinstadt soll es ein kleines Schloss (vielleicht Gutshof) gegeben haben, in dem ein Wehrmachts-Divisionsstab untergebracht gewesen war. Aber auch dazu finde ich nichts. Ich fürchte, dass die meisten dieser Einsätze GKdos waren und man möglicherweise eben nur über Berichte anderer Zeitzeugen an Informationen kommt.

    Hat sich jemand mit der Gegend beschäftigt? Vielleicht kann man da ein Puzzle lösen und herausfinden, welche SS-Panzertruppen da infrage kämen. Ich nehme auch Spekulationen oder jeden Tipp entgegen.

    Besten Dank und Grüße,


    Christian

    Liebe Geschichtsfreunde,


    mein aktuelles Zeitzeugenbuch Die verdammte Generation mit Geschichten der letzten Soldaten des Zweiten Weltkrieges ist sehr gut aufgenommen worden (darf gerne als Bücher von Mitgliedern geschrieben eingefügt werden. Ich hatte das schon mal angeregt). Wir sind nach 12 Wochen schon in der 4. Auflage. Nun lege ich ein Buch über die letzten Frauen des zweiten Weltkrieges nach. Die verratene Generation erscheint im November. Ich habe auch hier eine Menge Zeitzeuginnen gefunden. Sehr viele Geschichten von Flucht und Vertreibung, Bombenkriegen oder Lazarettschwestern. Was mir noch fehlt, ist ein Interview mit einer Wehrmachtshelferin. Etwa 500.000 Frauen waren irgendwo im Kriegsdienst im Dienste der Wehrmacht, meist als Flakhelferinnen oder bei Nachrichtenabteilungen. Etwas unschön nannte man sie auch "Blitzmädchen". Es ist ganz schwer jemanden ausfindig zu machen, denn wie alle anderen sollten die Damen heute etwa Mitte 90 sein. Ich suche also lebende Zeitzeuginnen, nicht Bücher oder Berichte. Vielleicht hat jemand einen Tipp oder kennt sogar jemanden. Ich stehe für alle Fragen dazu zur Verfügung und bleibe voller Hoffnung, auch diesen Aspekt des "Frauenkrieges" einbringen zu können. Alternativ interessant wäre natürlich auch eine in den letzten Monaten bewaffnete Frau des Volkssturmes zu befragen, aber da jemanden zu finden, ist sicher noch schwerer.

    Beste Grüße und danke,


    Christian

    Liebe Geschichtsfreunde,


    gerne kann jemand, der das kann oder darf, mein neues Buch auch in die "Bücher von Mitglieder" Liste eintragen. Ich bin ziemlich sicher, dass hier eine Menge Anknüpfungspunkte gefunden oder Fragen beantwortet werden können. Das Zeitzeugenbuch "Die verdammte Generation" ist erschienen am 21.2. im Europa Verlag.

    Klappe: "Während Holocaust und Judenverfolgung seit Jahrzehnten ihren berechtigten Platz besetzen, haben wir vergessen, die Soldaten, die auf deutscher Seite im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben, zu fragen, wie das alles wirklich war im Krieg. Ein Versäumnis, das Ende der 1960er-Jahre seinen Anfang nahm, als rebellische Studenten damit begannen, ihre Elterngeneration pauschal als Nazis zu verdammen.



    Alle bisherigen Versuche einer differenzierten Betrachtung unserer dunkelsten Geschichte scheiterten. Die Legende einer sauberen Wehrmacht ist zur Legende einer verbrecherischen Wehrmacht verkommen. Dabei haben historische Erkenntnisse nie bezweifelt, dass nur ein geringer Teil der Wehrmachtssoldaten an Kriegsverbrechen und Holocaust beteiligt war. Wenn es gelingt, dies anzuerkennen, können wir den Blick auf unsere Vergangenheit erweitern und uns selbst besser verstehen lernen. Wer weiß denn schon, wie es sich anfühlte, in einem Jagdflieger abgeschossen zu werden und allein im Mittelmeer zu treiben? Wie ertrugen unsere Väter und Großväter die qualvolle Hitze in Afrika oder unerträgliche Kälte und Hunger im Kessel von Stalingrad? Können wir weiterhin pauschal verurteilen, wenn wir erfahren, welches Leid Bromberger Blutsonntag, Rheinwiesenlager oder die Gemetzel während des D-Days und der Allerseelenschlacht über deutsche Soldaten gebracht haben?

    13 Zeitzeugen der bedeutendsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges bitten letztmalig darum, gehört zu werden. Sie öffnen sich und sprechen schonungslos ehrlich über alles, was sie erlebten. Hören wir ihnen zu, anstatt sie zu verdammen."


    Die verdammte Generation

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    Vielen Dank,


    DOC:

    Liebe Geschichtsfreunde,


    ich habe mal wieder ein etwas kniffligeres Problem. Normalerweise gelingt es mir recht gut, einzelne Regimenter zu recherchieren. Was aber, wenn mein Zeitzeuge der Meinung ist, er habe keinem Regiment angehört und sei dem direkten Befehl des OKW unterstellt gewesen. Er ist Jahrgang 1921 und wurde im Sommer 1941 zum Funker in Bielefeld ausgebildet. Da er nach 4 Wochen bereits Tempo 30 morsen konnte (30 Zeichen pro Minute) habe sein Kompanie-Chef ihn für eine besondere Truppe, die in Frankfurt "international morsen" lernte, vorgeschlagen. Marschbefehl bekam er "Ende 1941" mit dem Zug von Frankfurt über Jugoslawien nach Athen. Er meldete sich im Hotel Apergi in Kifissia und erfuhr hier, welchem Unternehmen er angehörte. Er spricht von GKDOS 00054 voll mot. (also Geheime Kommando Sache) Die Feldpostnummer führt zu einer Festen Nachrichten-Aufklärungs-Stelle 6.
    Das passt nicht so richtig zusammen. Seine Einheit soll aus ca 160 Mann bestanden haben (Funker, Entzifferer, Auswerter, Peiler, Telefonisten, KFZ Korps, Techniker usw.) Man habe den Funkverkehr Beirut, Damskus, Bagdad, Tel Aviv abgehört. Ende Mai ist die Truppe oder Teil der Truppe mit JU 52s erst nach Kreta und dann nach Derna in Libyen geflogen und hat von da "gehorcht". Beim Anmarsch der Amerikaner dann über Tobruk mit dem Flieger zurück nach Athen. Im September 1944 soll der Trupp dann per Zug von Athen nach Budapest fahren. Erst entgleist die LOK durch einen Partisanenanschlag, dann soll in Athen-Larissa eine neue Lok angehängt werden. Hier kommt es zu einem heftigen Fliegerangriff der Amerikaner. Ein Munitionszug wird getroffen, der ganze Bahnhof zerstört. Es muss viele Tote gegeben haben. Mein Zeitzeuge kam dann schwerst verwundet über Wien nach Dresden und blieb dort bis zum 13.2.1945 als dort die Bomben fielen.

    Das sind viele Infos. Das für mich entscheidende fehlt gerade, eine Truppenzuordnung. Hat jemand eine Idee?

    Besten Dank und Grüße,

    Doc.

    Liebe Leute,


    ja der Oberarzt weist nicht darauf hin, dass die OP in Berlin war, sie könnte auch in München gewesen sein, was auch Sinn machen würde. Sauerbruch reiste ja hin und her, hatte in München auch einen OP, und wenn Hühnlein in München lag, wird wohl eher der Arzt zu ihm gekommen sein. Das ist schlüssig. Dennoch war es interessant zu erfahren, dass Hühnlein bei einer OP gestorben ist und dass Rust Sauerbruch aufgesucht hat. Aus dem Bericht (es ist ein nicht veröffentlichtes Interview aus den 60er Jahren) geht weiter hervor, dass Sauerbruch sich immer vor seine Oberärzte stellte, wenn etwas schief ging, also nach Außen hin. Im OP selbstverständlich verteilte er Ohrfeigen und schlug mit den OP Zangen auf die Pfoten derer, die sich nicht konzentrierten ;-)

    Vielen Dank, insbesondere Diana und Peter für die Anregungen.

    Doc

    Danke Leute, ich kenne die "offizielle Todesursache" von Hühnlein, bezieht sich eben auf a) den hier abgebildeten Ehrenbrief des NSKK und b) auf ein angeordnetes Staatsbegräbnis durch Hitler- Dies beides widerspricht eben der Aussage des Chirurgen Hühnlein sei in Berlin gestorben. Was ich suche wären irgendwelche Hinweise auf mögliche Krankheiten oder sonstige Todesursachen bzgl. Hühnlein. Man stirbt ja nicht einfach so. aber niemand scheint zu wissen, welche Krankheit er hatte. Das spricht erstmal für die These, dass er tatsächlich durch einen "OP-Fehler" ums Leben kam.

    Liebe Geschichtsrätsel-Freunde,


    ich habe hier vorliegen die Aussage eines Oberarztes der Chrirurgischen Klinik der Charité, aus der hervorgeht, dass NSKK-Führer Hühnlein am 18. Juni 1942 während einer Leistenbruchoperation im Sauerbruch-OP verstorben ist. Dieser Oberarzt erinnert sich daran, dass Hühnleins Organe in einem schlechtem Zustand waren, aufgrund exzessiven chronischen Alkoholkonsums. Ob die Operation ein Unfall war, könne er nicht sagen, aber er erinnert sich an einen heftigen Disput zwischen Sauerbruch und Bernhard Rust zwei Tage später in der Charité, bei deren Gespräch er Zeuge wurde. Rust habe von Sauerbruch Aufklärung darüber verlangt, warum jemand an so einer harmlosen OP versterbe. Sauerbruch habe versichert, alles sei ein tragischer Unfall, den er sehr bedauere.

    Diese Darstellung wäre nicht nur neu, sondern widerspräche ja den offiziellen Meldungen, Hühnlein wäre in München nach langer schwerer Krankheit gestorben. Nie jedoch wurden die genaue Umstände seines Todes und seiner Krankheit bekannt. Oder hat hier jemand andere, bessere, detailliertere Infos?

    Vielen Dank!

    Lieber Rolli, Thilo und Michael,


    vielen Dank für die weiterführenden Informationen. Mit Eurer Erlaubnis sende ich Hans Machemer das Foto von Ernst Sander. Es freut mich sehr, dass Helmut Machemers Aufzeichnungen weitere Puzzlestücke und Verbindungen hinzufügen können, um auch die Geschichte der Wehrmacht zu ergründen. Das wäre in seinem Sinne gewesen. Er hielt fest, was immer er fest halten konnte, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. (Ich hoffe, dass bald seine unfassbar wertvollen Filme der Wissenschaft zur Verfügung stehen können). Besonders tragisch sind für mich in seinen Briefen immer die Stellen, wo er davon schreibt, dass er vielleicht gedenkt, seine Erlebnisse nach dem Krieg mal zu veröffentlichen. Allerdings zweifelt er auch immer wieder und fragt sich, ob er gut genug schreibe (er fragt seine Frau, ob sie ihm Bücher über deutsche Stilkunde an die Front schicken könne) oder, ob diese Dinge überhaupt mal jemanden interessieren würden. Von daher sehe ich die Diskussion über seine Informationen von der Front mit einem lachendem und einem weinendem Auge. Man stelle sich vor, er hätte 1942 daran gedacht, dass es 76 Jahre dauern würde, bis jemand den Namen des von ihm beschriebenem RK-Träger herausfindet.


    Grüße,


    Doc.

    Hallo Rüdiger,


    schön, dass Du den Weg des Buches weiterverfolgst. Komme gerade erst aus Leipzig zurück. Hatte zwei Lesungen, die sehr gut besucht waren. Wie ich mir bereits dachte, interessieren sich die Frauen für den Roman, die Männer für das "Sachbuch". Das ist fast zu 90% so. Interessenten aller Altersgruppen. Solche, die selbst noch einen direkten Bezug zum Krieg haben, und auch solche, die niemanden mehr kennengelernt haben, der im Krieg war. Besonders gefreut hat mich eine Gruppe junger Schüler, die Geschichtsleistungskurs belegen, mit mir ins Gespräch kamen und einige das Buch kauften, weil, so sagten sie, sie im Fach Geschichte nichts über den Krieg an sich lernen. Alles, was ihnen dazu höchstens beigebracht würde, sei der Ausbruch, das Ende und dazwischen ein paar Pfeildiagramme zum Kriegsverlauf. Dabei interessiere sie besonders, wie die Menschen damals den Krieg erlebt haben und wie das so war "an der Front".
    Ich denke, dass das ein Versäumnis des Unterrichtes ist. Schade. Um so mehr eben freut es mich, wenn das Interesse bei jungen Generationen vorhanden ist und sie sich anderswo informieren können und wohl auch wollen.


    Grüße und Danke,
    Doc

    Lieber Viktor,
    ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Ich mag zwar Historiker sein, aber das heißt nicht, dass ich alles weiß. Ich hätte nicht um Rat gefragt wegen des Filmmaterials, wenn ich ihn nicht benötigen würde. Warum sollte ich so etwas Dummes tun? Es gibt hier sicherlich hunderte User, die möglicherweise gar nichts studiert haben, und sich mit gewissen Aspekten der Geschichte sehr viel besser auskennen als ich.
    Ich bin auch kein Militärhistoriker, sondern habe Politik- und Gesellschaftsgeschichte studiert. Ich habe also vermutlich noch jede Menge Lücken, was das Militärische im Zweiten Weltkrieg angeht. Ich versuche erst selbst zu recherchieren, das ist klar. Habe aber bei einigen Fragen, bei denen ich nicht weiterkam, hier um Hilfe gebeten und diese auch bekommen. Was spricht denn dagegen? Dafür ist es doch da?
    Ich hatte auch noch nie mit 8-MM Filmmaterial zu tun und habe normalerweise auch weder etwas mit Filmarchiven noch Museen zu tun. Ich bin also, was meine Frage anbelangt tatsächlich eher die Jungfer und nicht Frau mit drei Kindern. Sonst hätte ich wohl kaum gefragt, wie man ein Kind bekommt? Es sei denn ich wäre verrückt - und das meine ich nicht zu sein.


    Danke für Dein Verständnis,
    Doc!


    Hallo Doc,


    man kann kompliziert erscheinende Dinge auch mit einfachen Worten klären. Ich danke dir dafür und bitte um Nachsicht, wenn eine oder andere Formulierung zu Missstimmung oder Verärgerung geführt hat.



    Lieber Viktor,
    ich musste ja selbst erst mal begreifen, worum es hier eigentlich noch geht. Nichts für ungut. Ich bin froh, dass wir das nun geklärt haben ;-) Ich danke Dir!


    Grüße und ein schönes Wochenende Dir und allen Mitlesenden
    Doc.

    Lieber Viktor,
    ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Ich mag zwar Historiker sein, aber das heißt nicht, dass ich alles weiß. Ich hätte nicht um Rat gefragt wegen des Filmmaterials, wenn ich ihn nicht benötigen würde. Warum sollte ich so etwas Dummes tun? Es gibt hier sicherlich hunderte User, die möglicherweise gar nichts studiert haben, und sich mit gewissen Aspekten der Geschichte sehr viel besser auskennen als ich.
    Ich bin auch kein Militärhistoriker, sondern habe Politik- und Gesellschaftsgeschichte studiert. Ich habe also vermutlich noch jede Menge Lücken, was das Militärische im Zweiten Weltkrieg angeht. Ich versuche erst selbst zu recherchieren, das ist klar. Habe aber bei einigen Fragen, bei denen ich nicht weiterkam, hier um Hilfe gebeten und diese auch bekommen. Was spricht denn dagegen? Dafür ist es doch da?
    Ich hatte auch noch nie mit 8-MM Filmmaterial zu tun und habe normalerweise auch weder etwas mit Filmarchiven noch Museen zu tun. Ich bin also, was meine Frage anbelangt tatsächlich eher die Jungfer und nicht Frau mit drei Kindern. Sonst hätte ich wohl kaum gefragt, wie man ein Kind bekommt? Es sei denn ich wäre verrückt - und das meine ich nicht zu sein.


    Danke für Dein Verständnis,
    Doc!

    Hi @EnkelJustus,
    war mir einfach nur wichtig, das klar zustellen, dass ich hier nicht auf "Werbetour" bin. Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass es dieses Forum gibt. Ansonsten unterhalte ich mich meist mit amerikanischen Kollegen über Militärisches im Zweiten Weltkrieg. Da gibt es dutzende gute Foren. Hier wüsste ich keines, das diesem ebenbürtig wäre. Und deswegen, wo unser Buch nun mal hier gelistet ist (vielen Dank), werde ich auch Euch, was die weitere Entwicklung vor allem der Filme betrifft, auf dem Laufenden halten. Denn @Viktor, noch kann man die Sammlung nicht sichten. Das ist aber unser Ziel, alles letztendlich als Gesamtwerk irgendwo zu hinterlassen. Es geht dann tatsächlich um Restauration und Konservierung einerseits und andererseits um die VÖ eines umfangreichen Dokumentarfilms (da zumindest ist eine Produzentin dran, Drehbuch steht etc., Sender soll sorgfältig ausgesucht sein). Letztendlich sollen - so der Wunsch Machemers die Original-Filme der Wissenschaft zur Verfügung stehen. Das kriegen wir schon hin!


    @primas1944 Auch Dir vielen Dank für das tolle Feedback - und überhaupt fürs Lesen. Ja die Sprache ist manchmal sehr direkt und heftig. Aber eine Zensur oder Beschönigung kam für uns nicht infrage. Die Briefe sollen authentisch alle Gedanken dieses Mannes wiedergeben. Bzgl. des Filmkommentars - da hast Du Recht. Sagen wir so, es war eine sehr schnelle und einfache Produktion, es wurde viel geschnitten und teilweise auch Antworten verkürzt. sodass eben kein umfassender Eindruck entstehen konnte. Aber das holen wir auch filmisch nach! Promise!


    Grüße,
    Doc.