Posts by Policeman

    Hallo Rolandus,


    ok, weiter gehts.

    Nein, leider nicht Oranienburg. Die Fundsachen stammen aus den Tagesbefehlen des Kommando der Schutzpolizei Stuttgart.


    22.10.1943

    Der von der Erfassungs-Dienststelle Stuttgart zur Polizei-Sanitäts-Ersatz-Abteilung Berlin abgeordnete

    Oberwachtmeister d.SchP.d.Res. Wilhelm ALLINGER, geb. 19.04.1903,

    wurde von dieser Einheit mit Wirkung vom 22.10.1943 zum I./Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 7 in Salies de Bearn weiter abgeordnet.


    01.11.1943

    Nachstehende von der Erfassungsdienststelle Stuttgart zum II./Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 4 in Saaralben abgeordneten Polizei-Reservisten wurden von dieser Einheit mit Wirkung vom 01.11.1943 befördert:

    Wachtmeister d.SchP.d.Res. Karl FRITZ, geb. 19.06.1903, zum Oberwachtmeister d.SchP.d.Res. (SS-Unterscharführer)

    Oberwachtmeister d.SchP.d.Res. Paul PFITZENMAIER, geb. 23.03.1902, zum Zugwachtmeister d.SchP.d.Res. (SS-Oberscharführer)


    02.11.1943

    Der RFSS hat mit Fernschreiben-Erlass vom 02.11.1943 den

    Hauptmann d.SchP. Wilhelm HEIßING unter Aufhebung seiner Abordnung zum Galizischen SS-Freiwilligen-Ersatz-Bataillon Heidenheim bis auf weiteres zur Verwendung als Adjutant beim HSSPF Nordwest, SS-Obergruppenführer und Generalmajor d.Pol. RAUTER, nach Den Haag abgeordnet.


    06.11.1943

    Laut Schreiben des Galizischen SS-Freiwilligen-Ersatz-Bataillon Heidenheim vom 06.11.1943 wurde

    Revier-Oberwachtmeister d.SchP. Friedrich HOFF am 04.11.1943 zum Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 4 in Zabern abgeordnet.


    09.11.1943

    Anwärter d.SchP.d.Res. Josef MARQUART, geb. 09.06.1907, Erfassungsdienststelle Stuttgart, abgeordnet zur 2./Galizisches SS-Freiwilligen-Regiment 5 wurde von dieser Einheit mit Wirkung vom 09.11.1943 zum Unterwachtmeister d.SchP.d.Res. befördert.


    09.11.1943

    Der Kommandeur des Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 5 hat am 09.11.1943 den Zugwachtmeister d.SchP. Georg BAUHOFER zum Kompanie-Hauptwachtmeister d.SchP. befördert.


    10.11.1943

    Laut Schreiben der Polizei-Waffenschule I Dresden-Hellerau vom 10.11.1943 wurde am 22.11.1943 der Unterführer

    Wachtmeister d.SchP. Hans SCHMIDT zum Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 5 Adlershorst abgeordnet.


    24.11.1943

    Laut Schreiben des II./SS-Polizei-Regiment 19 vom 24.11.1943 wurde der zu dieser Einheit abgeordnete

    Hauptwachtmeister d.SchP. Richard PHILIPP

    am 06.10.1943 zum Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 6 in Fichtenwalde bei Gumbinnen weiter abgeordnet.


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo Rolandus,


    ist sowas für dich von Bedeutung? Wenn ja, gib bitte kurz Bescheid.


    27.07.1943

    Der zur Erfassungsdienststelle Stuttgart gehörende

    Oberwachtmeister d.SchP.d.Res. Josef DEUFEL, geb. 13.12.1908,

    wurde vom II./Polizei-Ausbildungs-Regiment „Oranienburg“ in Bergzabern zum II./Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 4 in Saaralben mit Wirkung vom 27.07.1943 weiter abgeordnet.


    28.07.1943

    Der Revier-Oberwachtmeister d.SchP. Heinrich HAGMANN wurde am 28.07.1943 vom III./SS-Polizei-Rgiement 5 als SS-Oberscharführer zum II./Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 4 (5. Kompanie) weiter abgeordnet.


    31.07.1943

    Der RFSSuChdDtPol. hatte mit Fernschreiben-Erlass vom 31.07.1943

    Oberstleutnant d.SchP. Heinrich HUBER, Planstelle PV Berlin, abgeordnet zur PV Stuttgart,

    als Regiments-Kommanduer zum Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 7 abgeordnet.

    HUBER hatte sich daraufhin am 05.08.1943 im Lager der Ordnungspolizei Fichtenwalde bei Gumbinnen zu melden.


    02.08.1943

    Betreff: Nachrichten-Männer für Nachrichten-Kompanie bei den Galizischen SS-Freiwilligen-Regimentern.

    Bezug: Runderlass WIM vom 02.08.1943, Betr. Einsatz von Kräften der Schutzpolizei des Reiches.

    Als Ersatz für den Meister d.SchP. KURZ ordne ich den Revier-Oberwachtmeister d.SchP. Alfred HAUG zur Polizei-Schule für Nachrichtenwesen in Eilenburg mit Wirkung zum 02.09.1943 ab.


    17.08.1943

    Gemäß Erlass des RFSS vom 17.08.1943 wurde im Dienstinteresse und unter Aufhebung der bisherigen Abordnung zum Polizei-Ausbildungs-Regiment „Oranienburg“ ab sofort

    Oberleutnant d.SchP.d.Res. Fritz LANG zum Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 4 abgeordnet.


    21.08.1943

    Der Chef der Ordnungspolizei hatte per Fernschreiben vom 21.08.1943 den

    Hauptmann d.SchP. Wilhelm HEIßING, 1./Wachbatl. I, für das in Heidenheim aufzustellende Galizische SS-Freiwilligen-Ersatz-Bataillon –Stabskompanie– abgeordnet.

    Eintreffen bis 25.08.1943 in der Polizei-Schule Heidenheim.


    21.08.1943

    Laut Schreiben des II./Polizei-Ausbildungs-Regiment „Oranienburg“ –Unterführerlehrgang Saaralben– vom 21.08.1943 wurde der nach dort abgeordnete Zugwachtmeister d.SchP. Hermann NEUER mit Wirkung vom 27.07.1943 zum II./Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 4 in Saaralben weiter abgeordnet.


    Laut Schreiben des II./Polizei-Ausbildungs-Regiment „Oranienburg“ –Unterführerlehrgang Saaralben–wurden nachstehend aufgeführte Polizei-Reservisten der Erfassungsstelle Stuttgart mit Wirkung vom 27.07.1943 von dieser Einheit zum II./Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 4 in Saaralben weiter abgeordnet:

    Wachtmeister d.SchP.d.Res. Karl FRITZ, geb. 19.06.1903

    Oberwachtmeister d.SchP.d.Res. Paul PFITZENMAIER, geb. 23.03.1902

    Zugwachtmeister d.SchP.d.Res. Richard WOLF, geb. 20.12.1905


    21.09.1943

    Laut Schreiben der Polizei-Waffenschule I wurde gemäß Erlass des Chefs der Ordnungspolizei vom 20.08.1943 der zur Ersatzeinheit abgeordnete überz. Wachtmeister d.SchP. Adolf BRUNNHUBER, 2./Pol.-Wachbatl. V, am 21.09.1943 zum Galizischen SS-Freiwilligen-Ersatz-Bataillon Heidenheim weiter angeordnet.


    21.09.1943

    Gemäß Schnellbrief RFSS vom 21.09.1943 wurden mit Wirkung vom 12.10.1943

    Hauptwachtmeister d.SchP. Anton GINDELE als Futtermeister zum Galizischen SS-Freiwilligen-Ersatz-Bataillon nach Heidenheim und

    Hauptwachtmeister d.SchP. Adolf WURST als Futtermeister zum Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 4 nach Zabern abgeordnet.


    28.09.1943

    Laut Schreiben des III./Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 5 vom 28.09.1943 wurde der

    Zugwachtmeister d.SchP. Wilhelm HILZ unter Aufhebung seiner Abordnung zu vorstehender Einheit mit Wirkung vom 12.09.1943 zum Polizei-Ausbildungs-Bataillon Litauen, Umsiedlungslager Köslin, weiter abgeordnet.


    ... Fortsetzung möglich


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo Freunde & andere Interessierte,


    ich suche weiterführende Informationen jeglicher Art zum ehemaligen Oberst d.SchP. Walter Strehlow.

    Der Name müsste den Polizei-Spezialisten eigentlich ein Begriff sein, da er Regiments-Kommandeur des berüchtigten Polizei-Regiment 26 war und oft in der Fachliteratur auftaucht.


    Hier vorerst ein paar biografische Eckdaten zur Person.


    Strehlow_17.jpg Strehlow_16.jpg

    STREHLOW, Walter

    SS-Nr. 401.347

    19.02.1892 geboren in Rudek (Kreis Thorn)

    01.10.1913 Eintritt in MG-Kompanie des Infanterie-Regiments 21 (Thorn) als Einjährig-Freiwilliger

    01.08.1914 als Unteroffizier der Reserve mit dem Infanterie-Regiment 21 ins Feld

    25.11.1914 Offiziersstellvertreter

    27.01.1915 Leutnant der Reserve

    09.04.1916 Übernahme in den aktiven Militärdienst als Leutnant unter Vorbehalt der späteren Festsetzung des Patents

    18.10.1918 Oberleutnant

    16.11.1918 – 07.08.1919 im Freiwilligen-Infanterie-Regiment 21

    07.08.1919 aus dem Heeresdienst entlassen

    08.08.1919 Eintritt in die Schutzpolizei Berlin als Oberleutnant

    13.07.1921 Polizeihauptmann (mit DA vom 27.01.1913),

    01.04.1931 Polizeimajor (mit RDA vom 10.03.1931)

    01.04.1931 von Berlin nach Waldenburg versetzt

    01.05.1933 Eintritt in die NSDAP, Mitgliedsnr. 1.971.714

    09.11.1938 zum Oberstleutnant der Schutzpolizei ernannt (mit Wirkung vom 01.11.1938 und RDA vom 20.04.1938)

    09.11.1938 mit Wirkung vom 01.11.1938 von der Regierung in Köslin zur Polizeiverwaltung Stettin versetzt

    09.11.1938 – 30.06.1939 Kommandeur der Schutzpolizei Stettin (mit Wirkung vom 01.11.1938)

    01.07.1939 von der Polizeiverwaltung Stettin zur Polizeiverwaltung Berlin versetzt

    00.09.1939 während des Polenfeldzuges Chef des Stabes beim Befehlshaber der Ordnungspolizei (BdO) im Bereich AOK 4

    00.09.1941 neuer Kommandeur des Polizei-Regiment Nord-Norwegen, Standort: Drontheim, Nachfolger von Oberst der Schutzpolizei Alfred Karrasch

    01.09.1941 Eintritt in die SS als SS-Mann

    01.09.1941 SS-Obersturmbannführer

    21.06.1942 zum Oberst der Schutzpolizei befördert (mit Wirkung vom 01.05.1942 und RDA vom 21.06.1942), Heimatdienststelle: Polizeiverwaltung Königsberg

    00.00.1942 – mindestens 00.08.1943 Kommandeur des Polizei-Regiment 26 (ehemals Pol.-Regt. Nord-Norwegen), Standort: Drontheim, später beim Osteinsatz des Regiments an der Auflösung des Ghettos von Bialystok beteiligt

    18.09.1942 SS-Standartenführer (mit Wirkung vom 01.05.1942)

    01.07.1943 in den Ruhestand versetzt

    03.03.1944 reaktiviert

    03.03.1944 – 29.05.1944 vertretungsweise beauftragt mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Befehlshabers der Ordnungspolizei im Wehrkreis XX (Danzig)

    29.05.1944 an einer Lungen- und Herzembolie im Stadtkrankenhaus Danzig verstorben


    Nun zu meinem Problem. In seiner Biografie ist ein Widerspruch aufgetaucht, den ich gern aufklären möchte.

    Strehlow war laut einer Personalakte am 1. Juni 1943 in den Ruhestand versetzt worden. Der ehemalige Bataillons-Kommandeur des I./Pol.-Regt. 26 (ehemals Pol.-Batl. 251), Major der Schutzpolizei Carl Rehdantz, behauptete jedoch nach dem Krieg in seiner Vernehmung, dass Strehlow noch kurz vor dem Ghetto-Einsatz in Bialystok am 15. August 1943 eine Ansprache vor den Bataillonskommandeuren hielt, in der er den Grund zur anstehenden Ghettoräumung darlegte.

    (Quelle: u.a. nachzulesen bei Stoll, Die "Räumung" des Bialystoker Ghettos in den Aussagen von "Täter-Zeugen", in: Schulte (Hrsg.), Die Polizei im NS-Staat, S.263-304)


    Wie kann das möglich sein, wenn er bereits über einen Monat vorher in den Ruhestand versetzt worden ist? War Strehlow also überhaupt jemals vor Ort in Bialystok? :/


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo Dieter,


    speziell zum Fall des geschassten Bataillonskommandeurs Hauptmann d.SchP. Klaus FRANZ und deiner Frage.


    FRANZ, Klaus (PV Halle)

    28.05.1900 geboren in Berlin

    19.06.1918 Einberufung zum Pionier-Ersatz-Bataillon 18, Königsberg

    00.07.1919 – 00.12.1919 freiwilliger Teilnehmer an den Kämpfen im Baltikum (Freikorps)

    14.01.1920 – 10.04.1920 Freiwilliger im Brigadestab von Dassel, Ostpreussen, anschließend bis zum Eintritt in die Schutzpolizei dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 115 angehört

    15.10.1920 Eintritt in die Schutzpolizei Berlin, Hundertschaft z.b.V., als Polizei-Hilfswachtmeister

    00.00.1921 Polizei-Unterwachtmeister

    00.00.1923 Polizei-Wachtmeister

    00.00.1925 Polizei-Oberwachtmeister

    28.05.1926 Heirat mit Lucie Klaus, geborene Schubert

    21.01.1933 Eintritt in die NSDAP, Mitgliedsnr. 1.479.577

    11.08.1929 Polizei-Leutnant

    30.11.1932 Polizei-Oberleutnant

    00.00.1933 wegen politischer Unzuverlässigkeit aus der Schutzpolizei entlassen

    00.00.1935 wegen erwiesener Unschuld freigesprochen und wieder bei der Schutzpolizei eingestellt

    00.11.1935 von der Schutzpolizei Berlin zur Schutzpolizei Halle/Saale versetzt

    20.04.1936 zum Hauptmann der Schutzpolizei ernannt

    00.00.1936 Teilnahme am Olympia-Einsatz

    00.00.1938 Einsatz zur Befreiung der Ostmark

    00.00.1939 Einsatz zur Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren

    00.04.1940 – 15.03.1942 Kommandeur des Polizei-Bataillon 315 (Heimatstandort: Halle/Saale), mit dem Bataillon in Jugoslawien und Russland eingesetzt

    18.02.1942 zum Major der Schutzpolizei befördert (RDA 30.01.1942)

    15.03.1942 als Bataillonskommandeur abberufen und zur Berichterstattung befohlen, Vorwurf: strafbare Handlungen gelegentlich der Bandenbekämpfung im März 1942 im Raum zwischen Gomel und Minsk, meldete sich trotz chronischen Magenleidens und damit verbundenen verminderten Tauglichkeit zum Osteinsatz, trotzdem der Arzt abriet


    Der damalige Kommandeur des Pol.Btl. 315, Hauptmann F. Klaus, berichtete nach dem Kriege: „ … Ende Februar 1942 wurde ich mit dem Bataillon zu einem Bandeneinsatz in den Pripjetsümpfen befohlen, hierbei der örtlichen slowakischen Sicherungsdivision unterstellt, wobei mir der Verbindungsoffizier bei dieser Division, ein deutscher Oberstleutnant der Wehrmacht, eröffnete, dass es sich bei den Banden um vor den Massenexekutionen geflüchtete Juden handele, die ich zu verfolgen und zu vernichten habe. Dem Befehl zuwider führte ich das Pol.Btl. 315 in den Einsatzraum, brachte es jedoch nicht zum Einsatz und wurde deswegen am 15.3.1942 mit sofortiger Wirkung von der Führung des Bataillons abgelöst bei gleichzeitiger Einleitung eines Verfahrens gegen mich vor dem SS- und Polizeigericht in Kiew wegen vorsätzlicher Dienstverpflichtung (Dienstpflichtverletzung?) Bis zur Verhandlung am 26.1.1943 blieb ich vom Dienst enthoben und wurde unter angegebener Beschuldigung dann verurteilt zu 5 Jahren Gefängnis. Der Strafvollzug wurde ausgesetzt bei gleichzeitiger Anordnung der Frontbewährung in einer Strafeinheit, die ich als Grenadier ab Januar 1944 abzuleisten hatte. In Verfolg mehrfacher Bewährungsberichte wurde ich mit Datum vom 28.1.1945 rehabilitiert und kam nach Lazarettentlassung im April 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. …“

    (Quelle: F.K. v. 2.8.1960 StA Frankfurt Main in Schäfer, Mitgeschossen, S. 189)


    26.01.1943 wegen Verletzung der Dienstpflichten, welche fahrlässig Unternehmungen des Feindes gefördert und eigenen Truppen Nachteile bereitet haben, zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt

    28.01.1945 Gnadenerweis, siehe Inhalt im Beitrag weiter oben


    Zu den Anschuldigungen gegen KLAUS und den Einsätzen des Polizei-Bataillon 315 habe ich noch mehr Unterlagen vorliegen, würde hier aber den Rahmen sprengen dies alles einzustellen. Irgendwann wollte ich dazu mal etwas ausarbeiten, aber wie gesagt, was man nicht schon alles machen wollte. Das Problem wirst du ja auch kennen. ;) Das ganze Material liegt jetzt erstmal auf dem unbearbeiteten Haufen, wie so vieles. ||


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo,


    was ist ein Bewährungskompanie?


    "Bewährungskompanie:

    Die Sonderzüge des SS-Pol.Rgt. 13 und des SS-Pol.Rgt 14 werden zu einer Bewährungskompanie zusammengefasst. Als Kompanieführer wird der vom SS-Führungshauptamt abgeordnete SS-Hauptsturmführer Herbert Einbrodt eingesetzt. SS-Hauptsturmführer Einbrodt wird zunächst zur Einführung und Ausbildung im Gebirgskampf bis 28. Februar 1945 der Pol.Geb.Jäg.Komp. Alpenland zugeteilt.

    Die Zusammenlegung der Sonderzüge zur Bewährungskompanie ist am 1.März 1945 durchzuführen. Vollzugsmeldung durch den Kompanieführer an Abteilung Ia."

    (Quelle: HSSPF XVII Führungsstab Bandenbekämpfung, Tagesbefehl Nr. 2/45, 09.01.1945)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Yannik,


    möglich ist alles, leider fehlen mir dazu weitere konkrete Angaben.


    Himmler erteilte z.B. am 28.01.1945 folgenden Gnadenerweis:

    "1. Im Gnadenwege mildere ich die erkannte Gefängnisstrafe auf 11 Monate Gefängnis.

    2. Im Gnadenwege erlasse ich die Reststrafe."

    Die Milderung der Gefängnisstrafe auf 11 Monate soll erfolgt sein, um die Entlassung von Klaus aus der Polizei rückgängig zu machen und ihm seine Wiedereinstellung mit altem Dienstgrad zu ermöglichen. Das bedeutet für mich letztendlich, dass er aus der Polizei entlassen wurde und durchaus in einer Wehrmachtseinheit seinen "Bewährungseinsatz" ableistete. Aber 100% bestätigen kann ich es nicht.

    (Quelle: u.a. ersichtlich aus SS-Personalakte Klaus)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Bernhard,


    hier nur kurz angerissen bzw. grob zusammengefasst.


    In der Nacht zum 23. Juli 1939 hatte die 5. Hundertschaft des II./Polizeiregiment 1 (Böhmen) aus Bochum in einer Gaststätte gefeiert, als eine Streife der 4. Hundertschaft aus Sachsen auftauchte. Die Streife sollte sicherstellen, dass deutsche Polizisten keine verbotenen Lokale besuchten und sich in den erlaubten Lokalen angemessen verhielten. Bei der Überprüfung der Polizisten kam es dann zu Behinderungen, Ausschreitungen und Verhaftungen. Das ganze passierte natürlich alles unter dem Einfluss von reichlich Alkohol und schlug hohe Wellen.

    Die Bochumer Hundertschaft, die eigentlich am 28. Juli 1939 ins Ruhrgebiet hätte zurückkehren sollen, wurde daraufhin in Klattau festgehalten. 36 Wachtmeister und zwei Offiziere wurden in Prag eingesperrt und in Bochum entstand dadurch sogar ein personeller Engpass.


    Beste Grüße

    Daniel

    Hallo Dieter,


    kein Problem, war auch nicht meine Absicht.


    Ich fand in Rolands Archiv noch folgende Hinweise auf Strafeinheiten der OrPo.


    Nach einer Meuterei der Bochumer Schutzpolizei-Hundertschaft in Klattau am 23.07.1939. erging z.B. folgendes Urteil:

    Der RFSS Himmler entschied am 14. August 1939 über die Strafmaßnahmen. Dabei ging er weit über die von Kamptz vorgeschlagenen Strafen hinaus und verschärfte sie. Danach sollte auch Hauptmann Kettlitz für ein Jahr in ein Konzentrationslager eingewiesen werden. Dazu sollte er wegen Ungeeignetheit aus dem Dienst entlassen werden. Hier folgte Himmler dem Vorschlag Kamptz ebenso wie im Fall von Leutnant Hörtner. Himmler ordnete die Entlassung von Revieroberwachtmeister Pies, Wachtmeister Meißner und Wachtmeister Wiemann an. Alle drei sollten ins KZ. Entlassen werden sollte auch Polizeimeister Jentzsch. Er sollte dem Strafkommando zugeteilt werden. Hauptwachtmeister Borek erhielt 14 Tage strengen Arrest, anschließend sollte er in den Heimatstandort zurückkehren. 28 Wachtmeister wurden einem Strafkommando zugeteilt. Sie mussten ihre Rangabzeichen ablegen und einen Arbeitsanzug anstatt Uniform tragen. Sechs Wochen lang sollten sie 12 Stunden täglich schwer arbeiten. Der Rest der Hundertschaft sollte nach Bochum zurückkehren. Dann sollte sie aufgelöst werden. Alle Wachtmeister sollten einen Eintrag in den Personalakten über die Vorfälle in Klattau erhalten. Frühestens nach einem Jahr sollte dieser Vermerk auf Vorschlag des neuen Dienstvorgesetzten entfernt werden dürfen.

    (Quelle: Stefan Klemp, Daluege geht sehr energisch vor - Das Massaker von Lidice ..., S.70-77)


    Es scheint sich also nur um ein zeitlich begrenztes Polizei-Strafkommando gehandelt zu haben, speziell für die Bochumer Polizisten.


    Auch der Fall des ehemaligen Kommandeur des Pol.-Batl. 315, Hauptmann d.SchP. Klaus könnte für dich interessant sein.

    Der damalige Kommandeur des Pol.Btl. 315, Hauptmann F. Klaus, berichtete nach dem Kriege: „ … Ende Februar 1942 wurde ich mit dem Bataillon zu einem Bandeneinsatz in den Pripjetsümpfen befohlen, hierbei der örtlichen slowakischen Sicherungsdivision unterstellt, wobei mir der Verbindungsoffizier bei dieser Division, ein deutscher Oberstleutnant der Wehrmacht, eröffnete, dass es sich bei den Banden um vor den Massenexekutionen geflüchtete Juden handele, die ich zu verfolgen und zu vernichten habe. Dem Befehl zuwider führte ich das Pol.Btl. 315 in den Einsatzraum, brachte es jedoch nicht zum Einsatz und wurde deswegen am 15.3.1942 mit sofortiger Wirkung von der Führung des Bataillons abgelöst bei gleichzeitiger Einleitung eines Verfahrens gegen mich vor dem SS- und Polizeigericht in Kiew wegen vorsätzlicher Dienstverpflichtung (Dienstpflichtverletzung?) Bis zur Verhandlung am 26.1.1943 blieb ich vom Dienst enthoben und wurde unter angegebener Beschuldigung dann verurteilt zu 5 Jahren Gefängnis. Der Strafvollzug wurde ausgesetzt bei gleichzeitiger Anordnung der Frontbewährung in einer Strafeinheit, die ich als Grenadier ab Januar 1944 abzuleisten hatte. In Verfolg mehrfacher Bewährungsberichte wurde ich mit Datum vom 28.1.1945 rehabilitiert und kam nach Lazarettentlassung im April 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. …“

    Ob es sich dabei um eine Pol.-Strafeinheit handelte, kann ich momentan leider nicht sagen, wäre aber möglich.


    Beim folgenden Beispiel könnten deutsche Polizisten das Rahmenpersonal bzw. die Aufsicht gestellt haben, wie so oft bei fremdländischen Schuma-Einheiten. Ob es zum Thema passen könnte, musst du entscheiden.


    00.07.1944

    Abwehrkämpfe beim Rückzug auf Daugavpils.

    Bei der Kampfgruppe Jeckeln, Gruppe Krukenberg, war auch ein Bataillon zbV, Strafeinheit für lettische Mannschaften, zur Verteidigung Rigas Ende Juli 1944 eingesetzt.

    (Quelle: Silgalis, Lat.Legion, S. 233)


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo tkoch

    Unterkunft Deutsche Polizei, Ort: vermutlich Norwegen (Gebäudestil und Fjord im Hintergrund), Datum: xx.xx.40, Gruppenbild mit Ortsbewohnern, Ort: vermutlich Norwegen, Datum: xx.xx.40

    Das Foto ist ganz sicher in Norwegen entstanden. Ganz rechts ist wieder der namentlich unbekannte Verwaltungsbeamte zu sehen, von dem ich dir die Albumscans geschickt habe. Schöne glasklare Fotos, danke fürs zeigen.:thumbup:8)


    Beste Grüße

    Daniel

    Hallo,


    für alle denen der Fall Hornig unbekannt ist, hier mal sämtlich vorliegende Darstellungen aus der Sekundärliteratur. Gott sei Dank hat unser Forumsmitglied Rolandus/RolandP in unermüdlicher Schreibarbeit die Sachen bereits abgetippt. Einen herzlichen Dank dafür an dieser Stelle. :thumbsup:8)

    Originalunterlagen zum damaligen Gerichtsverfahren gegen Hornig liegen mir leider nicht vor. Die müssten in Wiesbaden liegen, wenn ich mich nicht irre. Viel Spass beim lesen.


    In der Zeit vom 21. bis 28.9.1941 wurden auf Grund des Befehles des OB d. Heeres vom 8.6.1941 und des Einsatzbefehles Nr.8 vom 17.7.1941 unter dem Decknamen “Aktion Hühnerfarm” mehrere tausend sowjetische Kriegsgefangenen des Gefangenenlagers Kalikow bei Biala-Podlaska von Angehörigen der in Biala-Podlaska stationierten 2.Kp. des Pol.Btl. 306 erschossen. ...Unter der Vorspiegelung, sie würden in ein Winterlager verlegt, wurden 5 – 6 000 Gefangene in der Zeit vom 21. bis 28.9.41 mit LKW in ein Waldstück zwischen Terespol und Biala-Podlaska verbracht und dort erschossen. Das Erschießungskommando und die Transportmannschaft wurden von Angehörigen der 2.Kp. des Pol.Btl 306 gestellt. Im Verlauf der Aktion wurden Angehörige der 3.Kp. des Btl. zur Erweiterung der Gruben eingesetzt.

    (Quelle: Lichtensteiner, Himmlers Grüne Helfer, S.177ff)


    15.10.1941

    Am 15.10.1941 wurde der Oberleutnant d.Sch. Dr. Klaus Hornig (in Schäfer, NSG-Verfahren, S. 76 nur „Dr. K.H.“, s.a. Klemp, Nicht ermittelt, S. 52ff) als Gerichtsoffizier zum Polizeibataillon 306 befohlen: „… Am 15.10.1941 hatte ich mich bei Pol.Batl. 306 in Lublin zu melden, einer Einheit, die im besetzten Polen und rückwärtigen russischen Kriegsgebiet Sonderaufgaben wie Banditen- und Partisanenbekämpfung, Exekutionen von Polen, Juden und russischen Kriegsgefangenen (sog. Politruks), zusammen mit dem SD, Kontingenteintreibungen bei polnischen Bauern, auf Befehl des Distriksgouverneurs und Evakuierungen ganzer Landstriche auf Befehl des SS-Hauptamtes „Rasse und Siedlung“ (Volksdeutsche Mittelstelle) und des „Höheren SS- und Polizeiführers“ Globocnik (richtig: nur SSPF) von Lublin durchzuführen hatte.

    Sehr bald erkannte ich, dass die genannten Maßnahmen mit großer Brutalität und Unmenschlichkeit ausgeführt wurden. – Ich übte daher zunächst im engsten Kameradenkreise scharfe Kritik an den vorgenannten Maßnahmen, wies auf die allgemein gültigen Gesetze der Menschlichkeit und auf völkerrechtliche Grundsätze hin, worauf ich als pedantischer Jurist und als zu weich eingestellter Offizier bezeichnet wurde…“

    (Quelle: Schäfer, NSG-Verfahren, S. 76, Aussage Dr. K.H.)


    An anderer Stelle führte Dr. Hornig aus: „Im Oktober 1941 erhielt ich auf Veranlassung von Himmler einen Marschbefehl nach Lublin zum Pol.-Batl. 306. Ich wurde dort zum Truppendienst und als Gerichtsoffizier eingesetzt“ – leider nennt Hornig nicht die Kompanie des Bataillons, die er übernahm. „In dieser Eigenschaft habe ich Dinge festgestellt, die rechtlich und völkerrechtlich nicht in Ordnung waren.

    Ich wurde von Dreier nach Zamosc geschickt, und er erklärte mir, dass aufgrund der sog. Politruk-Erlasse dort russische Kommissare erschossen wurden. Diese Aktion laufe unter dem Decknamen „Hasenschießen“.

    Ich erklärte Dreier, dass ich eine solche Aktion nicht durchführen könne. Daraufhin hat er mich furchtbar angeschrien und erklärte mich für nicht hart genug für den Osteinsatz …“

    (Quelle: Schäfer, NSG-Verfahren, S.183, Aussage am 17.2.1972)


    01.11.1941

    „Eines der aussagekräftigsten Beispiele für Fälle von Befehlsverweigerung ist die Geschichte des Offiziers Klaus Hornig. Er hat als Kompaniechef des Polizeibataillons 306 im Rang eines Oberleutnants am 1.November 1941 die Ausführung eines Erschießungsbefehls verweigert. Knapp 800 sowjetische Kriegsgefangene, darunter Kommissare, sollten in einem Waldstück zwischen Lublin und Lemberg erschossen werden. Er ging zu seinem Bataillonskommandeur, Major Dreier, und sagte ihm, dass er als Jurist und Wehrmachtsoffizier den Auftrag nicht ausführen könne, weil es ihm unmöglich sei, auf wehrlose Menschen zu schießen. Darüber hinaus rief er auch noch die Offiziere seiner Kompanie zusammen und belehrte sie über den §47 des Militärstrafgesetzbuches, wonach jeder das Recht hatte, einen verbrecherischen Befehl zu verweigern. Die Belehrung wurde ihm übergenommen. Der §47 war den Polizisten wohl nicht bekannt gemacht worden. Hornig erklärte, die Erschießung von Wehrlosen sei ein Verbrechen. Major Dreier riet ihm, nach Zamosc zu fahren, wo ein SS-Sturmführer seit Wochen Menschen erschoss. Hornig fuhr nach Zamosc, konnte aber seine Männer nach eigenen Angaben aus den Erschießungen heraushalten, weil ein Polizeireiterzug die Aktion ausführte.

    Ein SS-Führer namens Schubert habe dort das Kommando gehabt. Hornig beschwerte sich über die Methoden bei der Exekution. Der SS-Führer schoss mit, aber aus kurzer Entfernung, dass sein Mantel über und über mit Gehirn und Blutbespritzt war. Hornig belehrte in, dass ein Offizier bei solchen Exekutionen nicht mitschießen dürfe, und nannte ihn wohl „SS-Lümmel“, weil er frech geworden sei. Er soll die Erschießungen auch als GPU-Methode bezeichnet haben. Da er den SS-Führer Schubert persönlich kannte, wurde er nicht direkt verhaftet, sondern in die Heimat versetzt. In seiner Wohnung wurde er dann verhaftet.

    Hornig wurde vor ein SS- und Polizeigericht gestellt und wegen Befehlsverweigerung und Wehrkraftzersetzung angeklagt. Nach seinen Angaben sei er zweimal verurteilt worden, erst zu einigen Jahren, dann zu etwas sechs Monaten Gefängnis. Da keins der Urteile rechtskräftig wurde, veranlasste Himmler seine Einweisung nach Buchenwald. Klaus Hornig überlebte und trat nach 1945 in NS-Prozessen als lebender Beweis für die Möglichkeit einer Befehlsverweigerung auch für Offiziere auf.

    (Quelle: Klemp, Nicht ermittelt, S. 52 – 53, 56, 393, 395, s.a. Anm. 105 auf S. 52 Alexandre, Michel, Der Judenmord, S. 62-66; s.a .Klemp, Nicht ermittelt, S. 225 und 431: dort ist ein Oberleutnant Nikolaus Hornig am 5.11.1940 Kdr. des Pol.Btl. 124 (wahrscheinlich Chef der 3.Kp.) in Luxemburg)


    Hornig gab selber an: „…. Auf dem Weg nach Zamosc belehrte ich meine Unterführer über den §47 des Mil.StGB mit dem Erfolg, dass aufgrund meiner Unterweisung nicht einer meiner Leute an Erschießungen teilnahm.

    In Zamosc habe ich mir die Erschießungen angesehen, die so grauenhaft waren, dass ich einen anwesenden SD-Führer „SS-Lümmel“ nannte und die Aktion als „GPU-Methode“ bezeichnete. SS-Richter Dr. M., der in Frankfurt lebt, kam und ich habe ihm vor allem über die Plünderungen durch Bataillons-Angehörige berichtet. Es wurde ein Verfahren eingeleitet, und als sich herausstellte, dass der Kommandeur mit in die Sache verwickelt war, wurden mir die Akten entzogen und gegen mich ein Verfahren eingeleitet, dass unter dem Oberbegriff „SS-feindliche Einstellung“ lief.

    Ich wurde nach Frankfurt zurückgeschickt und hier im Präsidium verhaftet und in das Polizeigefängnis gebracht. In dem Verfahren wurde RA Dr. W., der mich verteidigen sollte, nicht zugelassen. Auf Einspruch erklärte sich nach 6 Wochen das SS-Gericht in Kassel als nicht zuständig, die Sache wurde nach Düsseldorf verweisen und dort wurde ich von RA Graf G. verteidigt. Den Haftbefehl gegen mich hatte der (HSSPF Kassel) Erbprinz J. v. W. erlassen.

    Die erste Verhandlung in Kassel war unter dem Vorsitz des SS-Richters I., Anklagevertreter war ein Dr. P. Meine Zeugen waren nicht zugelassen worden, nur die Gegenzeugen, die Hauptm. Landwehr benannt hatte, F. und S., waren als Zeugen vernommen worden.

    Das Urteil lautete auf 3 Jahre und 7 Monate Gefängnis. Ich durfte keine Polizei-Uniform mehr tragen, wohl aber eine Wehrmachtsuniform….

    Inzwischen machte ich in Mainz – Weisenau Dienst und wurde dort auf Befehl Himmlers wieder verhaftet und nach Buchenwald als Vorzugshäftling eingeliefert. In diesem neuen Verfahren wurde ich unter dem Vorsitz von P. zu 6 Jahren und 7 Monaten Gefängnis verurteilt und das Verbleiben im KZ angeordnet.

    Nach der Befreiung durch die Amerikaner wurde ich dem CIC übergeben und nach verschiedenen Lagern landete ich in Dachau, wo ich Herrn Oberst Griphan und Herrn Kuhr wieder traf. Da das Urteil nicht rechtskräftig war, war ich nach wie vor Offizier und bleib in Zeugenhaft. 1947 wurde ich praktisch frei.“
    (Quelle: Schäfer, NSG-Verfahren, S. 183-184, Aussage am 17.2.1972)


    „Wenn Hornig in seiner Eigenschaft als Gerichtsoffizier die Dinge festgestellt hätte, die rechtlich und völkerrechtlich nicht in Ordnung waren, dann hätte er so gut wie jeden „Einsatz“ des Polizeibataillons 306 melden müssen. Sie verstießen nahezu alle gegen Recht und Völkerrecht. Dr. Hornig war womöglich kein Dissident mit Rückgrat. Er war seit 1937 Mitglied in der NSDAP. Des Weiteren gestand er Tatbeteiligungen bei „Kontingenteintreibungen“ und „Evakuierungen“ ein.

    (Quelle: Schäfer, NSG-Verfahren, S.184 unten).


    Sehr interessant sind die Angaben, die sich aus der Anklage gegen den verantwortlichen Offizier des bei der „Aktion Hasenschießen“ tatbeteiligten „Reiterzuges Zamosc“, Bruno Meiert, ergaben. Dem nach war es „… nicht wahr, dass Hornig sich geweigert hat, die Exekutionen durchzuführen, sondern er hat, nachdem die Exekution zur Hälfte bereits unter seiner Leitung durchgeführt war – M. war ihm unterstellt – dem Major Dreier erklärt, dass er körperlich der Lage nicht mehr gewachsen sei und dass er daher bitte, ihn jetzt durch .. m. abzulösen. Das ist dann geschehen. …“ (Schäfer, NSG-Verfahren, S. 184 – 185, s.a. Anm. 313) Meiert gab an: „Hornig sagte zu mir sinngemäß „Wie können Sie als Offizier so etwas tun. Das sollte doch eigentlich nicht die Aufgabe eines Offiziers sein“. Seine Worte beinhalten nicht eine Unrechtmäßigkeit des Verhaltens nach sittlichen, ethischen oder moralischen Grundsätzen, sondern betrafen die Äußerlichkeit des Verhaltens als Offizier. In meiner Antwort habe ich dann gesagt, war mir Dreier kurze Zeit vorher selbst ins Gesicht gebrüllt hatte, nämlich, was man von den Männern verlangen würde, müsste ich selbst als Vorbild tun. …“

    (Quelle: Schäfer, NSG-Verfahren, S.185, Aussage v. 19.12.1961)


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo Marcus,


    ich will mich sicherlich nicht streiten, aber die Einweisung ins KZ bei Verweigerung an Teilnahme einer Massenerschiessung ist Befehlsnotstand! Ein drohendes Todesurteil ist beim Befehlsnotstand nicht zwingend erforderlich. Es muss Gefahr für Leib und Leben bestanden haben und das erfüllt die Einweisung ins KZ allemal, da sind wir uns wohl einig.


    Siehe dazu bitte auch hier:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Befehlsnotstand


    Und was Ludwigsburg sagt, interessiert mich nicht die Bohne. Soll auch hier kein Thema sein. Ich frage mich aber schon, warum der Fall Hornig damals im Vortrag kein Thema war, denn dieses eine Urteil hätte gereicht für die Mülltone.


    Liebe Grüße

    Daniel

    ...

    die Wissenschaft ist sich einig, dass es bislang nicht gelungen ist, ein Urteil zu finden, in dem ein SS- oder Polizeiangehöriger wegen Verweigerung der Erschießung von Juden belangt wurde.

    ....

    Hallo Marcus und Interessierte,


    so ganz richtig ist das nicht. Der Oberleutnant d.SchP. und Kompaniechef im Pol.-Batl. 306 Klaus Hornig kam wegen Befehlsverweigerung ins KZ Buchenwald, nachzulesen bei Klemp, Nicht ermittelt. Außerdem stelle ich mal die Behauptung auf, dass bis heute noch niemand gezielt (z.B. per Forschungsauftrag) nach solchen Urteilen gesucht hat. Die Frage ist auch, was sucht man, Todesurteile oder andere Arten von Bestrafungen.


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo Freunde,


    als Ergänzung.


    Deutscher Aufsichts-Offizier im besagten litauischen Pol.-Batl. 252 war am 16.06.1944

    SS-Obersturmführer und Oberleutnant d.SchP. Otto LACH,

    SS-Nr. 361.255,

    22.02.1895 geboren,

    01.05.1937 Eintritt in die NSDAP, Mitgliedsnr. 3.788.643.


    In diesem Zeitraum war das Bataillon noch im Distrikt Lublin eingesetzt, u.a. zur Bewachung des KL Lublin (heute auch als KZ Majdanek bekannt).

    Grüße

    Daniel

    Hallo


    Zufallsfund von heute & eine interessante Geschichte zum Foto. Herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle an Gerard/mil-archive für die tollen Unterlagen. :thumbsup:8)


    Es handelte sich um Leutnant d.SchP. im Verwaltungsdienst Gottlieb MOLT (PV Innsbruck) und Leutnant d.SchP. WEIß (PV Köln). Beide waren laut Meldung des SS-Polizei-Regiment Schlanders vom 10.05.1945, also nach Eintritt der Waffenruhe, flüchtig. Sie hatten sie zusammen mit Hauptmann d.SchP. Kurt BEILER (PV Frankfurt/Main) und Zugwachtmeister d.SchP. Karl FENDEL, allesamt Angehörige des II. Bataillon, mit einem Dienst-Pkw und Verpflegung für 12 Tage für 100 Mann und der gesamten Kasse von der Truppe entfernt. Das Ende der Geschichte ist leider ungewiss.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Rolandus,


    hier ein Fragment zum Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 6.

    Ich weiss nicht, ob du es schon entdeckt hast und bevor ich es wieder vergesse gleich mal abgetippt.


    Oberwachtmeister d.SchP.d.Res. Fritz PAULIG

    27.03.1905 geboren in Berlin

    17.10.1941 – 15.07.1943 SS-Polizei-Regiment 8

    28.08.1943 – 31.10.1943 III./Gal.SS-Freiwilligen-Regiment 6 in Grajewo (Generalgouvernement)

    31.10.1943 – 20.01.1944 mit III./Gal.SS-Freiwilligen-Regiment 6 im Einsatz in Südfrankreich

    ab 21.01.1944 I./Polizei-Freiwilligen-Ersatz-Bataillon Italien, dann 1./SS-Polizei-Freiwilligen-Bataillon Italien

    ab 01.06.1944 Stab/SS- und Polizeiführer Oberitalien-West

    (Quelle: ersichtlich aus Vorschlagliste Nr. 4 für die Verleihung des KVK II. Klasse mit Schwertern des SSPF Oberitalien-West vom 01.12.1944)


    Noch ein gesundes neues Jahr & liebe Grüße

    Daniel

    Hallo Interessierte,


    hier wieder ein Fragment.

    Laut einem Feldpostbrief war ein Leutnant d.SchP.d.Res. Hans RICHTER am 18.06.1942 in der 1. Kompanie des Reserve-Polizei-Bataillon 111 (FPNr. 10742 B) tätig. Er stammte vermutlich aus Magdeburg.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Hans-Joachim,


    sehr schöne Fotos, danke fürs einstellen.


    10.jpg

    Mir fiel auf, von dem Herren (roter Pfeil, ein mir namentlich unbekannter Verwaltungsbeamter der Kompanie) habe ich ein schönes Fotoalbum vorliegen.


    Beste Grüße

    Daniel