Posts by Policeman

    Hallo Interessierte,


    da ich mir den folgenden TV-Tipp von Marcus/Lockenheld auch schon vor zwei Tagen auf der Mediathek angesehen habe und im Gegensatz zur Neuverfilmung "Die Wannseekonferenz" total begeistert bin von der Umsetzung und Gesamtaussage der Doku, möchte ich dafür an dieser Stelle auch nochmal eine Lanze brechen und Bitten diese unbedingt anzusehen. Trotzdem man sich bei Erschießungen hätte verweigern können, gibt es noch weitere Mechanismen und Erklärungen warum es Polizisten eben dann doch nicht taten. Wird m.M. nach für die kurze Sendedauer recht gut erläutert bzw. angedeutet. Mal diesbezüglich auf die Aussagen von Welzer und Browning achten. Weiterhin wird teilweise noch nie gezeigtes Filmmaterial zu Polizei-Bataillonen ausgestrahlt. Die Doku wird übrigens auch am Dienstag, den 25.01.2022, um 20:15 Uhr auf ZDF gezeigt. Demnach ganz klar Daum nach oben. :thumbup::thumbup::thumbup:

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    Grüße Daniel

    Hallo Interessierte,


    heute will ich mal ein wenig abschweifen.


    Im letzten Jahr war es mir gelungen ein doch recht ansehnliches Fotoalbum der "Kleinen Gendarmerie-Reserve-Kompanie (mot.) Münster in Hiltrup" zu erwerben, welches noch nicht der Profitgier der Händler zum Opfer gefallen ist. Es ist ja unter den Fachleuten sicherlich bekannt, dass Teile der Einheit 1942 auch zur Aufstellung des I. Gendarmerie-Bataillon (mot.) mit herangezogen wurden. Dr. Stefan Klemp berichtete dazu schon ausgiebig in seinen Veröffentlichungen, siehe dazu:

    Stefan Klemp, Die Kleine Gendarmerie-Kompanie (motorisiert) Münster in Hiltrup 1942-1945, in: Schriftenreihe der Deutschen Hochschule der Polizei, I/2008 und das Kapitel

    Gendarmen aus Hiltrup und der Judenmord 1942-1945, in: Stefan Klemp, Nicht ermittel - Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz- Ein Handbuch, 3. korrigierte, erweiterte und überarbeitete Auflage, Metropol Verlag 2022, Seite 427-457.


    Deshalb denke ich passt das Thema trotzdem sehr gut hier rein. Ohne viel weitere Worte will ich nun auch schon beginnen. Die Qualität der Fotos ist im Original natürlich deutlich besser, denn auf Grund der Größe des Albums läßt es sich „bescheiden“ einscannen. :rolleyes:


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    Unterschrieben hat der Komp.-Chef und spätere SS-Hauptsturmführer und Hauptmann d.Gend. Hans-Joachim SEINTSCH, geboren am 25.03.1913 in Königsberg.


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    05.jpg

    Unter den Gästen, siehe dazu oben links, befand sich u.a. auch der BdO im Wehrkreis VI Heinrich Lankenau.


    Beste Grüße

    Daniel


    Fortsetzung folgt ...

    Hallo,


    hier der erste Versuch einer Stellenbesetzung des Polizei-Lehr-Bataillons IV Maastricht, Niederlande, welches später in großen Teilen im Galizischen SS-Freiwilligen-Regiment 8 aufging. Wie man sieht, sind bei den unbekannten Dienststellungen noch einige Fragen offen. :?::/


    Polizei-Lehr-Bataillon IV Maastricht


    Batl.-Kommandeur:

    Oberstleutnant d.SchP. Herbert GOLZ, PV Berlin (ab 18.05.1943 – 16.07.1943)

    Major d.SchP. Hans BEHRENS, PV Köln (01.08.1943 – 03.10.1943)


    Batl.-Stabs-Offizier:

    Major d.SchP. Hans BEHRENS (ab 10.05.1943 – 01.06.1943)


    Batl.-Adjutant:

    Oberleutnant d.SchP. Eugen HÖLZ, PV Worms (ab 09.05.1943 – bis 00.10.1943)


    Batl.-Ordonnanz-Offizier:

    Oberleutnant d.SchP. Hans-Jürgen KÜHN, PV Reichenberg (ab 02.05.1943 – 02.07.1943)


    Gehilfe beim Batl.-Ordonnanz-Offizier:

    Rev.-Leutnant d.SchP. Ernst RAEBEL, PV Berlin (ab 22.05.1943 – 01.06.1943)


    Batl.-Arzt:

    Stabsarzt d.Pol. Dr. Heinrich HOFFMANN, PV Posen (ab 25.06.1943 – bis 20.09.1943)


    Stabs-Kompanie

    Komp.-Führer:

    Oberleutnant d.SchP. Wilhelm STÖSSER, PV Bitterfeld (01.10.1943)


    1. Kompanie

    Komp.-Chef:

    Hauptmann d.SchP. Wilhelm AHRENS, PV Düsseldorf (ab 06.05.1943 – 09.08.1943)

    Zugführer:

    ?


    2. Kompanie

    Komp.-Chef:

    Hauptmann d.SchP. Paul MÜLLER, PV Berlin/Magdeburg? (ab 05.05.1943 – 30.09.1943)

    Zugführer:

    ?


    3. Kompanie

    Komp.-Chef:

    Hauptmann d.SchP. Hans SCHULTZ, PV Hamburg (ab 04.05.1943 – 05.07.1943)

    Zugführer:

    Oberleutnant d.SchP. Paul KÖHLER, PV Berlin, zeitweise auch Komp.-Führer (ab 05.05.1943 – 08.09.1943)


    Polizei-Panzerjäger-Zug, später auch Pak-Zug genannt

    Zugführer:

    Leutnant d.SchP. Hans LENKE, PV Berlin, nach Auflösung des Bataillons Leiter der Abwicklungsstelle (ab etwa 29.07.1943 – bis mind. 13.01.1944)


    Verwaltungsbeamte:

    Pol.-Inspektor Rudolf SCHULZE, kam aus Sossnowitz (ab 13.04.1943 – 24.05.1943)

    Pol.-Obersekretär Paul Becker, PV Wuppertal, kam vom Pol.-Wach-Batl. zbV Rotterdam (ab etwa 21.06.1943 – 09.07.1943)

    Pol.-Sekretär Karl SCHINDLER, PV Wien, Sachbearbeiter für Sondergebührnisse, Bekleidungswesen und Kassenbeamter (ab 13.04.1943 – bis 31.07.1943)

    Pol.-Sekretär Rudolf NEUMANN, PV Recklinghausen (ab etwa 19.07.1943)

    Pol.-Ass. RICHTER (ab 13.04.1943 – bis 00.10.1943)


    Unbekannte Dienststellung:

    Hauptmann d.SchP. Otto BAUMGARTEN, PV Hamburg, kam vom SS-Pol.-Regt. 16 (ab 04.05.1943 – 06.05.1943)

    Hauptmann d.SchP. Karl ECKERT, später beim Pol.-Wach-Batl. I Kassel IdO IX

    Hauptmann d.SchP.d.Res. DAHNKE, PV Frankfurt/Main (06.09.1943)

    Oberleutnant d.SchP. Joachim MATHES, PV Metz (ab 03.05.1943 – 28.07.1943)

    Oberleutnant d.SchP. Theodor DRAYSS, PV Metz, wurde zur Pol.-Waffenschule III nach Den Haag abgeordnet (ab 06.05.1943 – bis 21.09.1943)

    Oberleutnant d.SchP. Josef KÖHL, PV Breslau (ab 22.05.1943 – 24.05.1943)

    Oberleutnant d.SchP. Wilhelm STÖSSER (ab 29.05.1943)

    Oberleutnant d.SchP. Ernst SCHÖNEMANN, PV Berlin (ab 08.05.1943 – bis 00.10.1943)

    Leutnant d.SchP. Hans PABST, PV Leipzig (ab 04.05.1943 – bis 00.10.1943)

    Leutnant d.SchP. Rudi NEIDHARDT, PV Halle (ab 02.05.1943 – 20.05.1943)

    Leutnant d.SchP. Peter SCHWARZ, PV Berlin, kam aus Mannheim (ab 13.06.1943 – 06.09.1943)

    Leutnant d.SchP. Walter HADRAT, kam aus Danzig (ab 07.05.1943 – 24.05.1943)

    Leutnant d.SchP.d.Res. Hermann HENKEL, PV Jena, kam vom II./Pol.-Regt. 6 (ab 30.04.1943 – 29.09.1943)

    Rev.-Leutnant d.SchP. Franz STICKLIES, PV Königsberg, wurde aber nach kurzer Zeit wieder der PV Königsberg zur Verfügung gestellt, denn er war nicht voll verwendungsfähig (ab etwa 17.05.1943)

    Rev.-Leutnant d.SchP. Josef PUSCHMANN, kam aus Prag (ab 05.05.1943 – 24.05.1943)

    Rev.-Leutnant d.SchP. Friedrich LEICHT, PV Halle (ab 22.05.1943)

    Rev.-Leutnant d.SchP. Georg LENGEL, PV Weiden/Oberpfalz (ab 25.05.1943 – 11.06.1943)

    Rev.-Leutnant d.SchP. KUBE, PV Breslau, kam vom HiPo-Batl. Mährisch-Ostrau (ab 15.07.1943)

    Rev.-Leutnant d.SchP. Fritz SCHRÖDER, PV Berlin, kam vom HiPo-Batl. Mährisch-Ostrau, Zugführer, später noch im Abwicklungsstab tätig (ab 16.07.1943 – 13.01.1944)

    Rev.-Leutnant d.SchP. Otto THIELE, kam vom HiPo-Batl. Thorn, später noch im Abwicklungsstab tätig (24.05.1943 – 13.01.1944)

    Rev.-Leutnant d.SchP. Lorenz JUST, kam vom HiPo-Batl. Thorn (24.05.1943)


    Das Bataillon setzte sich aus 553 Männern (Rev.-Offiziere, Unterführer und Männer, ohne Pol.-Offiziere und Verwaltungsbeamte) zusammen, die Herkunft sah wie folgt aus:

    Iglau 1

    Berlin 6 (Sanitäter)

    Breslau 45

    Den Haag (Pol.-Lehr-Batl. III) 51

    Waldenburg 1

    Oppeln 8

    Troppau 7

    Dresden-Hellerau (Pol.-Lehr-Batl. I) 50

    Gleiwitz 60

    Sossnowitz 134

    Thorn (HiPo-Batl.) 40 und 3 Rev.-Offz.

    Märisch-Ostrau 3 Rev.-Offz.

    Kattowitz 145

    Prag 2


    Damit ist klar, dass die Mannschaften hauptsächlich aus dem schlesischen Raum kamen. Weiterhin lassen sich im Bataillon aber auch 349 Volksdeutschen aus Rümänien nachweisen.


    Grüße

    Daniel

    Hallo,


    hiermit kann ich nun meine obige Aussage widerlegen :D, was ich im Sinne der Forschung aber grundsetzlich gern tue. ;)


    Das Polizei-Ausbildungs-Bataillon Warschau war also doch ein eigenständiges Bataillon. Es wurde etwa im Frühjahr 1940 aufgestellt und bestand aus vier Kompanien. Die Stärke je Kompanie lag in etwa bei 100 Mann. Das Rahmenpersonal stellten die in Polen eingesetzten Polizei-Bataillone 4, 6, 101, 102, 104, 42, 71/51, 71, 72 und 92/171. Wie lange es existierte ist leider noch unklar. Sinn und Zweck der Aufstellung des Bataillons war die Ausbildung von zukünftigen Hilfspolizisten, welche anschließend im Generalgouvernement eingesetzt wurden. Die Rekruten scheinen überwiegend Volksdeutsche gewesen zu sein, die meistens zweisprachig aufwuchsen oder in geringerem Maße nur polnisch sprachen. Am 01.07.1940 wurde z.B. eine komplette HiPo-Kompanie (112 Mann) des Pol.-Batl. 72 (Heimatstandort: München) an das Ausbildungs-Bataillon übergeben. Viele Angehörige des Bataillons lassen sich später auch beim KdGend Lublin nachweisen.


    Polizei-Ausbildungs-Bataillon Warschau


    Batl.-Kommandeur:

    Major d.SchP. Julius GLOE (PV Hamburg), kam vom Pol.-Batl. 104


    Batl.-Adjutant:

    Leutnant d.SchP. Karl SCHRÖDER (PV Regensburg), kam vom Pol.-Batl. 102


    1. Kompanie

    Komp.-Chef:

    Oberleutnant d.SchP. Rudolf HAEFCKE (PV Hamburg), kam vom Pol.-Batl. 102


    2. Kompanie

    Komp.-Führer:

    Pol.-Meister Heinrich DEDERDING (PV Hamburg), kam vom Pol.-Batl. 101


    3. Kompanie

    Komp.-Chef:

    Oberleutnant d.SchP. Georg SCHÜNHOFF (PV Weimar), kam vom Pol.-Batl. 92


    4. Kompanie

    Komp.-Chef:

    Oberleutnant d.SchP. Ernst WIEDENROTH (PV Hannover), kam vom Pol.-Batl. 51

    zeitweise stellv. Komp.-Chef:

    Oberleutnant d.SchP. Georg SCHÜNHOFF


    Verwaltungsbeamte:

    Pol.-Inspektor Rolf WERNER (PV Berlin)

    Pol.-Obersekretär Paul BÖTTCHER (PV Dessau)

    Pol.-Sekretär Alfred KINNE (PV Breslau)


    Unbekannte Dienststellung:

    Oberleutnant d.SchP. Erich SIEGMANN (PV Dresden), war definitiv als Komp.-Chef tätig, kam vom Pol.-Batl. 42

    Oberleutnant d.SchP. Heinz MERTENS (PV Hamburg), kam vom Pol.-Batl. 101

    Oberleutnant d.SchP. Wilhelm LESKA (PV Lübeck), kam vom Pol.-Batl. 92


    Grüße

    Daniel

    Hallo,


    laut eines Verteilers vom 17.01.1945 lag der

    Gendarmerie-Zug (mot.) 59 in Herrenalb bei Karlsruhe

    und der

    Gendarmerie-Zug (mot.) 60 in Umkirch bei Freiburg.


    Was war dort ihre Aufgabe? :/


    Grüße

    Daniel

    Guten Morgen,


    ich habe mir gestern die deutsche Neuverfilmung auf der Mediathek angesehen. Für mich ganz klar die schlechteste Umsetzung 👎 von den bisher drei Verfilmungen zum Thema Wannseekonferenz. Ich favorisiere weiterhin das 84er Kammerspiel, gefolgt von der britisch-amerikanischen Umsetzung aus dem Jahr 2001.


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Die_Wannseekonferenz_(1984)

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Die_Wannseekonferenz_(2001)


    Edit:

    Ergänzend meine Kritik in Kurzform an der Neuverfilmung:

    - unpassende Schauspieler (man beachte besonders den ewig grinsenden Heydrich mit schwarzen Haaren)

    - bis auf wenige Ausnahmen insgesamt eine schlechte schauspielerische Leistung (Authenzitätsmangel)

    - teilweise haarsträubende Dialoge in Zusatzszenen (gemeint ist hiermit nicht das überlieferte Protokoll)

    - die Krönung war Gestapochef Müller mit Händen in den Taschen vor Heydrich


    Grüße Daniel

    Hallo,


    hier weitere Fotos aus dem Bereich des Pol.-Ausb.-Batl. Köln, dann Pol.-Batl. 309. Sie stammen aus dem Besitz des ehemaligen Polizei-Wachtmeisters Edmund Stanek, manchmal auch Staneck, der in der 1. Kompanie tätig war.


    01.jpg

    Während der Vereidigung auf dem Kasernengelände in Köln. Auf dem Foto sind u.a. zu erkennen:

    BdO Münster, Heinrich Lankenau

    Batl.-Kommandeur, Major d.SchP. Ernst Weis

    Chef d. 1./Pol.-Batl. 309, Hauptmann d.SchP. Hans Behrens

    Chef d. 3./Pol.-Batl. 309, Oberleutnant d.SchP. Joachim Buchs


    02.jpg

    Aus dem Text der Feldpost (rückseitig):

    "Vorbeimarsch unserer Kompanie nach der Vereidigung des Batl."


    03.jpg 04.jpg

    Rückseitige handschriftl. Orig. Beschriftung:

    "Flaggenparade am 1. Mai 1940

    Polizei Kaserne Köln Riehl."

    Auf der Schild steht:

    "Befehlstafel des Ausb.-Batl. A Köln"

    Auf dem Original deutlicher zu lesen als auf dem Scan (Fotoausschnitt/Vergrößerung).


    Weis.jpg

    Batl.-Kommandeur:

    Major d.SchP. Ernst Weis (Fotoauschnitt/Vergrößerung)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Horst,


    keine Ursache, gern geschehen. Nun, ich will keine Werbung machen.

    Für mich war und ist es immer noch ein ganz besonderes Buch. Denn ohne "Nicht ermittelt" wäre ich nicht der, der ich heute bin. Durch dieses Buch habe ich 2005 überhaupt erst mit der Polizeiforschung begonnen. Es hat mich inspiriert, ermuntert und geprägt. Ein Thema, welches ich immer gesucht, aber vorher nie wirklich gefunden hatte. Es ist ein besonderer Teil meines Lebens geworden.


    Noch einen schönen Abend & liebe Grüße

    Daniel

    Liebe Forumsmitglieder & sonstige Interessierte,


    Anfang dieser Woche ist endlich die 3. korrigierte, erweiterte und überarbeitete Edition von Stefan Klemps Standardwerk "Nicht ermittelt - Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz" erschienen. Beide vorherige Auflagen sind ja bekanntlich seit längerer Zeit vergriffen.


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    Autor: Dr. Stefan Klemp

    Titel: Nicht ermittelt - Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz. Ein Handbuch (Villa ten Hompel Schriften, 5)

    Verlag: Metropol-Verlag, korrigiert, erweitert und überarbeitete Edition (1. Januar 2022)

    Sprache: Deutsch

    728 Seiten

    ISBN: 978-3-86331-588-7

    Neupreis: 39,00 €uro


    Kurzbeschreibung:

    Das Handbuch der Polizeibataillone thematisiert den Einsatz der Ordnungspolizei während des Zweiten Weltkriegs und die fehlgeschlagene Ahndung ihrer Verbrechen durch die bundesdeutsche Justiz. In der dritten aktualisierten und erweiterten Neuauflage seiner Gesamtdarstellung beleuchtet Stefan Klemp erstmals das Thema Entlassungen aus der Polizei und zeichnet damit ein noch genaueres Profil der Ordnungspolizei während des Nationalsozialismus. Das Wissen über Polizeibataillone wird unter anderem mit zwei neuen Kapiteln zum Polizeibataillon 32 und zum Polizeiregiment 17 vervollständigt. Zudem enthält die Studie neue Erkenntnisse zur Rolle des Schriftstellers Erwin Strittmatter im Polizeibataillon 325. Durch die akribische Auswertung von Ermittlungsverfahren werden erhebliche Versäumnisse der Strafverfolgungsbehörden aufgedeckt.


    Das Inhaltsverzeichnis findet ihr u.a. hier: https://metropol-verlag.de/wp-…icht_ermittelt_3_Aufl.pdf


    Besonders hervorzuheben ist diesmal; auch im Hinblick auf unsere Arbeit im Subforum: Einheiten der Polizei und des SD; dass das Forum und Lexikon der Wehrmacht mehrmals zitiert oder als Quelle angegeben wurde. Ich denke darauf können wir stolz sein. 8):thumbsup:


    Viel Spass beim lesen & beste Grüße

    Daniel

    Hallo Dieter,


    hier eine Antwort zu deiner Frage.


    ...

    Zu welchen Einheiten wurden die Mannschaften abgeordnet (evtl. Pol.-Batl. 121/122)?

    ...


    Nach Beendigung der viermonatigen Ausbildung bei den Gend.-A-Batlen werden die Angehörigen dieser Bataillone mit Ausnahme von 280 Wachtmeistern, die für die mot. Gend. vorgesehen sind, durch Sondererlass auf die Bezirke der Höh. Verw.-Behörden (Länder) verteilt. Dort sind sie in den Gend.-Einzeldienst für eine Dauer von 4 bis 5 Monaten einzuweisen und zu diesem Zwecke geeignten Gendarmen zuzuteilen.

    (Quelle: RdErl.d.RFSSuChdDtPol. v. 19.07.1940, Betr.: Einrichtung von Lehrgängen an den Gend.-Schulen Hildesheim und Bad Ems, RMBliV 1940, Nr. 30)


    Demnach also nicht die Pol.-Batlne 121 und 122.


    Edit:

    Ich gehe mal davon aus, dass der Nachfolger von Hahnzog in Bad Ems ebenfalls beide Posten inne hatte, also als Kommandeur der Gend.-Schule wie auch des Pol.-Ausb.-Batl. (Gend.).


    Major d.Gend. Johann MÜLLNER war mit großer Wahrscheinlichkeit der Nachfolger von Hahnzog, denn er wurde von der Gend.-Schule Wien-Mödling an die Gend.-Schule Bad Ems versetzt und beide Versetzungen sind im gleichen RMBliV erwähnt. Meiner Meinung nach ist dies kein Zufall, solche Erwähnungen hatten System, so wie auch die bekannten „Personalnachrichten“ in der Propagandazeitschrift „Die Deutschen Polizei“.

    (Quelle: siehe dazu „Persönliche Angelegenheiten“ im RMBliV 1940, Nr. 45, 06.11.1940)


    Gleichzeitig bestätigst du ja Müllner auch als Kommandeur der Schule in einem anderen Thread zu Bad Ems.

    Mit geringerem Restrisiko kommt auch ein Major d.Gend. Paul KLINGEN in Betracht.


    Ernannt:

    Zum Major d.Gend.:

    Der Hauptmann d.Gend. KLINGEN in Bad Ems

    (Quelle: RMBliV 1940, Nr. 31, 31.07.1940)


    KLINGEN, Paul

    verheiratet, ein Kind, kein SS-Mitglied (Stand 01.09.1941)

    29.12.1898 geboren

    01.05.1933, Eintritt in die NSDAP, Mitgliedsnr. 2.056608

    21.06.1940 zum Major d.Gend. befördert

    (Quelle: RRL d.Offz.d.SchP.u.Gend., 1. Teil, Generale und Stabsoffiziere, Stand v. 1. September 1941)


    Da Klingen schon vor seiner Beförderung in Bad Ems tätig war, gehe ich mal davon aus, das er zum Lehrpersonalgehörte.


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo,


    noch ein mir bisher unbekannter Offizier des Bataillons.


    Oberleutnant d.Gend. Horst SILBE (Reg.-Präs. Aussig), zur Zeit beim BdO Krakau (SS-Gend.-Batl. (mot.) 1), wurde laut Schnellbrief des Chefs der Ordnungspolizei vom 18.12.1944 zum 20. Kompanieführer-Lehrgang an die Pol.-Waffenschule I nach Dresden-Hellerau abgeordnet.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Dieter,


    Bad Ems hat es Dir in letzter Zeit wirklich angetan. ;)

    Für den Anfang ....


    Das Polizei-Ausbildungs-Bataillon Bad Ems wurde auf Grundlage zweier Schnellbriefe des RFSSuChdDtPol, Betr.: Aufstellung von Ausbildungs-Bataillonen, vom 31.10. und 01.11.1939 gebildet.


    Die Stärke des Bataillons, welches an der Gendarmerie-Schule Bad Ems aufgestellt und die Bezeichnung "A./Bad Ems (Gendarmerie)" erhielt, umfasste insgesamt drei Kompanien. Unterstellt wurde es dem Kommandeur der Ausbildungs-Gruppe West, Oberstleutnant d.SchP. Wolfgang DENICKE. Die Freimachung der Unterkünfte in Bad Ems war bis zum 15.11.1939 vorgesehen, die Fertigstellung bis 20.11.1939.


    Randnotiz:

    Somit wurde das Pol.-Batl. 121 noch vor dem Eintreffen bzw. der Aufstellung des Pol.-Ausb.-Batl. Bad Ems aus den Räumlichkeiten der Gend.-Schule in Bad Ems verlegt. Denn nach einem Gruppenfoto befand sich die 3. Kompanie des Pol.-Batl. 121 noch am 07.11.1939 in Bad Ems.


    Erster Kommandeur des Bataillons wurde Major d.Gend. Ferdinand HAHNZOG (Heimatstandort: Bad Ems). Er wurde ab 10.01.1940 von der der Gend.-Schule Bad Ems nach Lublin abgeordnet. Dort übernahm der die Dienstgeschäfte des KdGend Lublin. Im Laufe des Jahres 1940 wurde er auch von der Gend.-Schule Bad Ems nach Potsdam versetzt, unter Aufrechterhaltung der Abordnung nach Lublin. Hahnzog war eine zwiespältige und streitbare Persönlichkeit, siehe dazu auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Hahnzog

    Zu ihm habe ich in den letzten Monaten wegen des bekannten Projekts zur Gendarmerie im Distrikt Lublin eine ganze Menge herausgearbeitet. Zum Einstieg ein kurzer Ausriss aus meiner Arbeit:
    " ... Mit Hahnzog und dem lang ersehnten Eintreffen von neuem Personal nahm die Arbeit langsam an Fahrt auf und die bisher relativ unerreichbaren Gebiete im Osten konnten nach und nach befriedet werden. Seinen Dienst in Lublin trat Hahnzog, der sich nach dem Krieg als .... bezeichnete, jedenfalls sehr energisch an. Nach der Errichtung der Zwischenstationen (Gend.-Hilfszüge) ordnete der neue KdGend nun umgehend „eine schärfere Durchdringung der ländlichen Gebiete“ an. Dazu sollten ausgedehnte Streifen von ganztägiger Dauer eingerichtet werden. Zur Mobilmachung waren für die Zwischenstationen Kraftfahrzeuge und Ersatzteile angefordert worden, zudem konnten vom Polizei-Regiment Lublin auch Beute-Pferde herangezogen werden. ... Weiterhin erwarte Hahnzog engste Zusammenarbeit, in erster Linie mit den übrigen Einheiten der Ordnungspolizei und der Sicherheitspolizei. Diesbezüglich unkameradschaftliches Verhalten wollte er in Zukunft auf Schärfste bestrafen. Damit war der Grundstock für ein unheilvolles Bündnis geschmiedet worden, welches im späteren Judenmord ("Jahrhundertverbrechen") seinen schrecklichen Höhepunkt erreichen sollte. ... Unrechtmäßige Requirierungen regelte Hahnzog auf seine Weise: „Das zur besseren Versorgung und Einrichtung der Quartiere Erforderliche, z.B. Leinen für Bettwäsche, Pelze, Gerät usw. ist unter Meldung an mich zu beschlagnahmen, auch wenn es nicht aus strafbaren Handlungen herrührt.“ Übersetzt bedeutete dies für die Gendarmen: Nehmt euch was ihr braucht, egal von wem, nur meldet es mir! Zudem forderte Hahnzog von seinen Gendarmen eine scharfe Anwendung der Waffe: „Ich erinnere an schärfsten Waffengebrauch bei Widerstand oder Flucht und werde jede mir zu Ohren kommende Nachlässigkeit in dieser Beziehung rücksichtslos bestrafen.“ Das diese Anordnung in den Folgemonaten und -jahren rigoros umgesetzt wurde, zeigte sich später beim täglichen Erschießen von Banditen, Juden und Helfershelfern auf der Flucht. ..."


    Den Batl.-Adjutant, die Komp.-Führer, Zug-Führer und das weitere Stammpersonal des Polizei-Ausbildungs-Bataillons Bad Ems hatte der Inspekteur der Ordnungspolizei Koblenz zu stellen.


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo,


    eine neue mir noch unbekannte Personalie.


    Leutnant d.SchP. Otto STÜRMER (PV Magdeburg) abgeordnet zum SS-Gendarmerie-Bataillon 1 (mot.), wurde am 28.02.1945 über die Gendarmerie-Schule Fraustadt dem SS-Gendarmerie-Bataillon 6 zugeteilt.


    Grüße

    Daniel

    Hallo


    noch ein kleines Puzzleteil.


    ...

    hier noch eine kleine Ergänzung von Offizieren der Pol.-Reiter-Abt. I aus der Vermißtenbildliste des DRK:

    ...

    Leutnant
    Wilhelm Duscha
    geb. 30.12.1904
    1939 in Königsberg
    letzte Nachricht 1.45 Polen

    ...


    Leutnant d.SchP.d.Res. (WVD) Wilhelm DUSCHA, PV Sossnowitz, abgeordnet zur SS-Pol.-Reiterabt. 1, befand sich seit dem 01.02.1945 beim Korps Jeckeln.


    Demnach irrtümlicherweise eine falsche Einheitsbezeichnung in der VB des DRK, also Pol.-Reiter-Abt. 1 (arabisch) nicht I (röhmisch), da es zwei vollkommen unterschiedliche Einheiten waren.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Rafael


    ...

    der Führer des Gendarmerie-Postens Ostrow Mazowiecka hieß Franz Reiner und sein Dienstgrad war Hauptmann der Gendarmerie (seit 1943). Er ist 22.7.1898 in Gudweidschen/Ostpreußen geboren. Als Kriegsverbrecher wurde er in Bialystok 8.1950 verurteilt und hingerichtet.

    ...


    Laut einer Mitteilung des KdGend Warschau existierte etwa Ende März 1945 eine Gendarmerie-Kompanie Reiner in Hohensalza, FPnr. unbekannt. Bei dem namensgebenen Führer der Kompanie könnte es sich um den späteren Hauptmann d.Gend. Franz Reiner handeln. :/


    Grüße

    Daniel

    Hallo Rolandus,


    ergänzend zu ...

    ...

    Der Chef der Ordnungspolizei Berlin, den 13.Oktober 1944
    Kdo g I Org./Ia (3) Nr. 587 II/44 (g)
    Schnellbrief


    Betr.: Auflösung der SS-Pol. Reiter-Abt. III und Neugliederung der SS-Pol. Reiter-Abt. 1
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    (3) Mit dem durch die Auflösung der Reiter-Abt. III freiwerdenden Personal und Material ist die SS-Pol. Reiter-Abt. 1 beschleunigt neuaufzustellen.

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    ... und dem wiederum erneuten Ende der neu aufgestellten SS-Polizei-Reiter-Abteilung 1.


    Pol.-Sekretär Alfred DEGENHARDT (PV Berlin), abgeordnet zur SS-Pol.-Reiterabt. 1, hat sich bisher als einziger Verwaltungsbeamter der Einheit bei der Abwicklungsstelle des KdO Radom in Reichenberg gemeldet. D. ist der Kassenbeamte der Einheit. Da die SS- und Polizei-Reiterabt. 1 durch Kriegshandlungen wiederholt zersprengt und Offiziere, Unterführer und Männer von den Auffangstellen anderen Einheiten zugeteilt wurden, kann die Einheit als aufgelöst betrachtet werden. Infolgedessen wurde der Beamte mit der Abwicklung beauftragt und am 19.02.1945 zur PV Berlin in Marsch gesetzt. Abrechnungsstelle der Einheit ist die Polizei-Hauptkasse Berlin.

    (Quelle: Schreiben der Abwicklungsstelle des BdO Krakau an das Hauptamt OrPo, Betr.: Veränderung im Personalstand der Verwaltungsbeamten, Prag XIX, den 20.02.1945, General-Roettig-Str. 15)


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo,


    ergänzend.


    Gemäß Erlass vom 16.08.1943 war aus den vom Polizei-Schützen-Regiment 32 angeworbenen Ukrainern das Schutzmannschafts-Bataillon 206 in einer Stärke von 450 Mann aufgestellt worden. Hinzu traten an reichsdeutschen Kräften 4 Offiziere und 35 Unterführer. Das Bataillon war seit 30.08.1943 mit 2 Kompanien - Stärke 300 Mann - zur Bewachung des Zwangsarbeitslagers Szebnie, Bahnstation Moderowka bei Jaslo, und mit 1 Kompanie - Stärke 150 Mann - zuzuglüch der deustchen Führer und Unterführer - zur Bewachung des Zwangsarbeitslagers Plaszow bei Krakau eingesetzt.

    (Quelle: Ersichtlich aus Schreiben, Der HSSPF im Generalguvernement - BdO an den RFSS, Betr.: Zuteilung von Pol.-Verw.-Beamten für das Schuma-Batl. 206, Krakau, den 03.09.1943)


    Zum im Dokument erwähnten Zwangsarbeitslager Plaszow siehe bitte hier: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Plaszow


    Grüße

    Daniel

    Hallo,


    weitere ergänzende Personalien.


    Polizei-Bataillon 41, vorher Polizei-Bataillon I beim AOK 8


    Batl.-Kommandeur:

    Oberstleutnant d.SchP. Hermann FRANZ, gleichzeitig BdO beim AOK 8 (bis 03.10.1939)

    Major d.SchP. Erwin KOPKA (ab 03.10.1939)


    Batl.-Adjutant:

    Oberleutnant d.SchP. Johann KRAUSMANN, zum Hauptamt OrPo befehligt (bis 05.10.1939)

    Oberleutnant d.SchP. Bruno KRIZ, PV Reichenberg (ab 05.10.1939)


    Ordonnanz-Offizier (OO):

    Leutnant d.SchP. HUBER, zum Hauptamt OrPo befehligt (bis 05.10.1939)

    Leutnant d.SchP. Josef BEER, PV Aussig (ab 05.10.1939)


    Batl.-Arzt:

    Stabsarzt d.Pol. Dr. SCHRÖDER, zum Pol.-Batl. 101 (bis 23.10.1939)

    Stabsarzt d.Pol. Dr. UHLENBROECK, kam vom Pol.-Batl. 101 (ab 23.10.1939)

    Stabsarzt d.Pol. Dr. SCHRÖDER, zurück vom Pol.-Batl. 101 (wieder ab 04.11.1939)


    3. Kompanie

    Komp.-Chef:

    Hauptmann d.SchP. Erwin BÖLTER, zur PV Graudenz befehligt (bis 09.10.1939)

    Hauptmann d.SchP. Bruno BANGERT, PV Reichenberg (ab 09.10.1939)


    K-Staffel

    Führer:

    Hauptmann d.SchP. Willy VOIGT, gleichzeitig Sachbearbeiter der Abt. Ia beim BdO AOK 8 (29.10.1939)


    Unbekannte Dienststellung:

    Oberleutnant d.SchP. Roland BRÄUER, übertritt als Sachbearbeiter der Abt. Ib, Ordonnanz- u. Verbindungsoffizier, zum BdO AOK 8 (29.10.1939)

    Leutnant d.SchP. Georg METTE, übertritt als Sachbearbeiter der Abt. Id u. für Sonderaufträge zum BdO AOK 8 (29.10.1939)


    Grüße

    Daniel