Posts by Policeman

    Hallo Justus,


    auch wenn du wieder ins Persönliche verfällst, aber das bin ich ja mittlerweile bei dir gewohnt, springe ich nicht über dein hingehaltenes Stöckchen.


    Trotzdem nett, dass ich neben einem "Analyst" nun auch noch "Völkerrechtler" bin. Danke. 👍


    Aller liebste Grüsse

    Daniel

    Hallo Sven,


    aber genau das ist doch das Problem.


    Es wurde in der Vergangenheit nichts gesühnt, weder im Kosovo, dem Irak oder in Afgahnistan etc., war ja auch schon oft genug Thema hier in diesem Thread und soll auch nicht weiter vertieft werden.


    Ambos zweifelt Russlands völkerrechtswidrigen Akt in seiner Gesamtheit auch nicht an, sondern benennt ihn klar als Bruch des Völkerrechts. Diesbezüglich belegt er mit seiner Arbeit nur unsere eigene Doppelmoral, die weltweit, vor allem im globalen Süden auf Unverständnis, Ablehnung und Skepsis stößt.


    Grüsse

    Daniel

    Hallo,


    falls es hier überhaupt noch jemanden interessiert. :/


    Da hier immer wieder in Serie das hochangepriesene Völkerrecht vorgebracht wird, u.a. von EnkelJustus, lassen wir dazu mal auszugsweise Herrn Ambos zu Wort kommen:

    "Ich habe mich an verschiedenen Stellen zu völker(straf)rechtlichen Aspekten der Ukraine Situation geäußert, zuletzt auch zunehmend kritisch, weil ich mehr und mehr eine Diskrepanz zwischen dem hierzulande und in anderen westlichen Staaten propagierten Anspruch der Verteidigung einer regelbasierten Völkerrechtsordnung qua militärischer Unterstützung der Ukraine und der (sonstigen) westlichen Völkerrechtspraxis zu erkennnen glaube".


    Oh ha, wer hätte das gedacht!


    Jetzt ist Kai Ambos aber nicht irgendwer, der sich hier wichtig machen will, sondern rein zufällig Professor und Lehrstuhlinhaber für Straf- und Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung, Internationales Strafrecht und Völkerrecht. Zudem ist er auch als Richter am Kosovo Sondertribunal in Den Haag tätig. Mehr Fachmann geht also nicht, der Mann weiß wovon er da redet. Er zeigt u.a. auf in welchem Dilemma der Westen (angeführt von der USA) gerade steckt, resultierend aus seinen eigenen Fehlern, Missachtungen und Brüchen in der Vergangenheit. Weiterhin widerlegt Ambos die Annahme, dass unsere Verurteilung des russ. Angriffskriegs von der ganzen Welt automatisch geteilt wird (Stichwort: globaler Norden und Süden). Diesbezüglich sprach OnkelHorst weiter oben von der sogenannten "freien Welt". Wer ist das eigentlich? Ambos gibt darauf eine Antwort. Er kritisiert ausserdem die einseitige Berichterstattung im Westen (Stichwort: unreflektierter Mainstream). Selbst der Amnesty-Bericht (Stichwort: Gleichberechtigung der Opfer( Ukraine) und Täter (Russland) findet Klarstellung (S. 45).


    Schlussfolgerung des Autors:

    "Aus den hier vorgetragenen Überlegungen sollte klar geworden sein, dass der westliche Anspruch, eine regelbasierte Völkerrechtsordnung im Zusammenhang mit der Ukraine-Situation oder darüber hinaus zu verteidigen, nur dann als legitim gelten kann, wenn der Westen sich selbst an die völkerrechtlichen Regeln hält, die diese Ordnung ausmachen."

    (Quelle: Kai Ambos, Doppelmoral - Der Westen und die Ukraine, erschien im Westend Verlag, Frankfurt/Main 2022)


    Grüße

    Daniel

    Hi Rolandus,


    Major d.SchP. Aurich war auch noch im Sommer 1942 Kommandeur der Polizeischule für Leibesübungen in Berlin-Spandau. Leiter der am 1. August 1942 neu ins Leben gerufenen Versehrten-Abteilung des Staatskrankenhauses war Major d.SchP. Schwaß.

    (Quelle: Sport der Ordnungspolizei, 17. Jahrgang, 20. Dezember 1942, Nummer 23/24)


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo Justus,


    ich nehme deinen Vorschlag an. Wir beide beenden hier jetzt diesen "Diskurs". Es ist auch diesbezüglich alles gesagt und jeder Mitleser kann sich dazu eine eigene Meinung bilden.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Justus,


    ich dachte eigentlich wir wären im Diskurs schon ein wenig weiter gewesen. Scheinbar ein Irrtum, da du mir erneut Aussagen unterstellst, die nicht mal annähernd dem realen Threadverlauf bzw. dem tatsächlich von mir Geschriebenen entsprechen. Stattdessen verdrehst du sinnentstellend Posts von mir, vor allen Dingen hinsichtlich meines ergänzenden Einwands, ich betone ergänzenden Einwands (Hinweis, Erklärungsversuch), zum ersten Amnesty-Bericht. Aber ich erkläre es dir gern noch einmal, um dir aufzuzeigen, dass du mit deiner Argumentation mir gegenüber vollkommen daneben liegst. Ich habe eher irgendwie den Eindruck, dass das eine Vorgehensweise ist, um andere zu diskreditieren. Aber egal, die Zeit nehme ich mir gern. Ehrlich gesagt, so langsam komm ich mir dabei aber auch echt blöd vor, alles doppelt und dreifach zu erklären bzw. richtig zustellen.


    In diesem Zusammenhang also zum zweiten Mal der Link zum englischsprachigen Amnesty-Bericht vom Juni 2022: https://www.amnesty.de/sites/d…ion-Charkiw-Juni-2022.pdf


    Auf Seite 34 steht ganz eindeutig (nur relevanter Auszug), da muss man übrigens kein Experte der englischen Sprache sein, warum es auch zu zivilen ukrainischen Opfern kommt und nur darauf kam es mir beim Einwand und Erklärungsversuch an (siehe damalige Diskussion zwischen SanUO/Ralph und Monte Pelmo vom 23.6.22):


    „UKRAINISCHE KRÄFTE GREIFEN AUS WOHNGEBIETEN AN“

    Ukrainische Streitkräfte operieren oft von Wohnvierteln heraus und starten von dort aus Angriffe, welche russisches Feuer auf sich ziehen. Solche Praktiken gefährden die Zivilbevölkerung in den Gebieten und verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht, insbesondere gegen die Verpflichtung, soweit wie möglich zu vermeiden, militärische Ziele innerhalb oder in der Nähe dicht besiedelter Gebiete zu positionieren.“


    Sollte ich diesen Auszug grob sinnentstellt wiedergegeben haben, habe ich überhaupt kein Problem damit dies auch einzugestehen. Du scheinst nicht erkennen zu können, dass Verteidigung zwangsläufig auch Angriff bedeutet. Wie werden wohl sonst russische Panzer, Flugzeuge, Hubschrauber etc. abgeschossen. Nur in der Verteidigung? Man will ja logischerweise Gebiete oder Räume zurückerobern. Du vermagst scheinbar nicht Angriff (gemeint als Operation) von Angriffskrieg zu unterscheiden. Mal einfach zu verstehende Beispiele zum Zweiten Weltkrieg: „Operation Barbarossa“ und „Operation Zitadelle“, beides ohne Zweifel Angriffsunternehmen, ersteres Angriffskrieg, zweiteres letztes großes Unternehmen um den Krieg im Osten zu wenden. Das Ganze kann man natürlich in einem noch kleineren Maßstab anwenden, so wie es der Amnesty Bericht auch getan hat. Man will Straßen, Gebäude, Ortschaften usw. zurückerobern und dem Gegner Verluste zufügen. Jetzt verstanden?


    Dennoch behauptest du allen Ernstes, dass ich diesen Gesamtbericht fehldeuten und missbrauchen würde, was meiner Ansicht nach natürlich totaler Quatsch ist, zumal ich damals ausdrücklich gegenüber willi1306/Klaus darauf hingewiesen hatte, dass der Bericht hauptsächlich russische Kriegsverbrechen beinhaltet, aber eben nebenher auch auf ukrainische Verstöße hinweist. Scheinst du ebenfalls übersehen zu haben.


    Zitat Policeman zu willi1306/Klaus, Post #1.202 vom 24.6.22: „Und ja, du hasst recht, der Amnasty-Beitrag umfasst hauptsächlich russische Kriegsverbrechen. An der Ukraine wurde darin trotzdem Kritik geübt, wovon kleinere [Nachrichten]portale (z.B. inFranken.de oder der Berliner Kurier) am Rande berichteten, große nicht, zumindest meines Wissens.“


    Was war jetzt daran so grundlegend falsch? Erkläre es mir bitte nochmal. Eine Relativierung des russischen Angriffs auf die Ukraine kann ich beim besten Willen darin nicht erkennen.


    Damit nicht genug, du schreibst:

    „Als „Analyst“ wirst Du jetzt vielleicht erkennen, dass zwischen dem von AI notierten Völkerrechtsverstoß der ukrainischen Streitkräfte und den in dem früheren AI-Bericht detailliert beschriebenen Kriegsverbrechen der russischen Armee doch ein wesentlicher Unterschied besteht. Und da Du Dich ja selbst mehrfach von einer ideologischen Betrachtungsweise dieses Krieges freigesprochen hast, wird es Dir nicht schwerfallen, diesen Unterschied zu bestätigen. Wenn Du schon bis hierhin mitgekommen sein solltest, dann leuchtet Dir sicher ein, warum die „großen Medien“ in ihrer Beurteilung dieser Frage nicht ganz verkehrt liegen - und auch hier im Forum so heftige Reaktionen auf Deine - mit Verlaub - geschickten Relativierungsversuche zu verzeichnen sind.“


    Blöd ist dazu jetzt nur, dass ich das schon genauso formuliert hatte. Zitat an Monte Pelmo, # 1.195, ebenfalls vom 24.6.22:

    „Dies verstößt u.a. klar gegen das humanitäre Völkerrecht.“


    Aber trotzdem nett, dass du mir den Unterschied nochmal erklärt hast. Doppelt hält halt besser. Von ukrainischen Kriegsverbrechen war also keine Rede, dass habe ich dir aber letztens schon belegt. Der einzige, der hier also Kriegsverbrechen und humanitäres Völkerrecht vermengt, bis du und zwar nachträglich mit meinen Posts.


    Abschließend, es ging nie um „Wahrhaftigkeit“ so wie du es oft formulierst, sondern z.B. schlicht und einfach nur um Erklärungsversuche, wie es u.a. zu zivilen Opfern kommt. Nicht mehr und nicht weniger, alles andere ist deiner Phantasie entsprungen, die leider nur andere Forumsmitglieder diskreditiert.

    Es ist kein Geheimnis und dazu stehe ich auch. Ich habe weder Sympathie für die Ukraine als Staat noch für Russland, aber das sind auch so Dinge, die man mit dir nicht wirklich sachlich diskutieren kann.

    Schwarz-Weiss-Denken war noch nie mein Ding. Die Welt ist bunt und Kriege hatten immer viele Grauzonen, so war es und so wird m.M. auch immer sein. Boulevardblätter oder Feuilletonnachrichten in Serie zitieren kann jeder. Auf den ersten Blick sind sie interessant, auf dem zweiten dann wieder doch nicht, weil sie meistens rein so gar nichts Aussagekräftiges beinhalten. Bei den beiden Amnesty-Berichten ist die Sachlage jedoch völlig anders. Der erste Bericht ging hauptsächlich auf russische Kriegsverbrechen ein und merkte ukrainische Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht an. Der zweite Bericht ging dann vollumfänglich und detaillierter auf die Randnotiz des ersten Berichts ein. Den Zusammenhang kann man erkennen. Viel spannender war aber zu beobachten, wie unantastbar Amnesty bei euch war, so lange sie russische Kriegsverbrechen aufarbeiteten. Nun steht Amnesty aber sofort in der Kritik, weil sie ukrainische Verstöße dokumentierten. Wer ist nun eigentlich wirklich „gläsern“?


    Wünsche noch einen sonnigen Sonntag

    Daniel

    Hallo Justus,


    da du damals meinen Einwurf zu einer Amnesty Quelle nicht verstehen wolltest, siehe dein Beitrag #1.208 vom 24.06.2022 und #1.221 vom 26.6.2022, ja mir sogar recht abenteuerlich "Relativierung" und "Missbrauch" etc. vorgeworfen hast, heute ein neuer Versuch.


    Wieder ein Amnasty-Bericht!


    Ukrainische Kampftaktik bringt Zivilbevölkerung in Gefahr


    - Wohngebiete, Schulen und Krankenhäuser dienen als Militärstützpunkte

    - Angriffe aus dicht besiedelten zivilen Gegenden provozieren Vergeltungsschläge

    - Diese Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht rechtfertigen allerdings nicht die wahllosen Angriffe Russlands mit zahllosen zivilen Opfern


    Ukrainische Truppen gefährden Zivilpersonen, indem sie im Kampf gegen die russische Invasion in besiedelten Wohngebieten, unter anderem in Schulen und Krankenhäusern, Stützpunkte einrichten und von dort Waffensysteme einsetzen. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International auf der Grundlage umfassender Recherchen.


    Solche Taktiken verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht und gefährden das Leben von Zivilpersonen, da dadurch zivile Objekte als militärische Ziele ins Fadenkreuz geraten. Bei darauffolgenden russischen Angriffen auf diese Wohngebiete wurden Zivilpersonen getötet und zivile Infrastruktur zerstört.


    "Wir sehen hier ein Muster, mit dem die ukrainischen Truppen bei ihren Einsätzen aus Wohngebieten heraus die Zivilbevölkerung in Gefahr bringen und das Kriegsrecht verletzen", so Agnès Callamard, internationale Generalsekretärin von Amnesty International. "Dass sich die Ukraine in einer Verteidigungsposition befindet, entbindet das ukrainische Militär nicht von der Pflicht, sich an humanitäres Völkerrecht zu halten."


    Nicht alle russischen Angriffen, die Amnesty International dokumentiert hat, folgten jedoch dem oben geschilderten Ablauf. An einigen Orten, an denen Russland nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation Kriegsverbrechen begangen hat, fanden sich keine Hinweise auf eine Präsenz ukrainischer Truppen in den rechtswidrig durch Russland attackierten zivilen Gegenden – so zum Beispiel in einigen Gegenden in Charkiw.


    Zwischen April und Juli verbrachten Expert*innen von Amnesty International einige Wochen damit, russische Angriffe in den Regionen Charkiw und Mykolajiw und im Donbass zu untersuchen. Sie untersuchten Orte, an denen Angriffe stattgefunden hatten, sprachen mit Überlebenden, Zeug*innen und Angehörigen der Opfer, und führten Fernerkundungen und Waffenanalysen durch.


    Bei diesen Untersuchungen fanden die Amnesty-Mitarbeiter*innen in 19 Städten und Dörfern dieser Regionen Belege dafür, dass ukrainische Truppen aus dicht besiedelten Wohngebieten heraus Angriffe durchführten und Stützpunkte in zivilen Gebäuden einrichteten. Das "Crisis Evidence Lab" von Amnesty International hat einige dieser Geschehnisse zusätzlich durch die Auswertung von Satellitenaufnahmen bestätigt.


    Die meisten der als Stützpunkte genutzten Wohngebiete befanden sich mehrere Kilometer hinter der Front. Es wären tragfähige Alternativen verfügbar gewesen, die keine Gefahr für die Zivilbevölkerung bedeutet hätten – wie zum Beispiel nahegelegene Militärstützpunkte oder Waldstücke oder andere weiter entfernte Gebäude. In den von Amnesty International dokumentierten Fällen liegen keine Hinweise darauf vor, dass das ukrainische Militär die Zivilpersonen in den Wohngegenden aufgefordert oder dabei unterstützt hätte, Gebäude in der Nähe der Stützpunkte zu räumen. Dies bedeutet, dass nicht alle möglichen Vorkehrungen zum Schutz der Zivilbevölkerung getroffen wurden.


    Angriffe aus besiedelten zivilen Gegenden


    Überlebende und Zeug*innen russischer Angriffe im Donbass und um Charkiw und Mykolajiw berichteten Amnesty-Vertreter*innen, dass das ukrainische Militär zum Zeitpunkt der Angriffe in der Nähe ihrer Häuser aktiv war, was diese Gegenden zur Zielscheibe russischer Vergeltungsschläge machte. Die Expert*innen von Amnesty International konnten dieses Muster an zahlreichen Orten beobachten.


    Das humanitäre Völkerrecht verpflichtet alle Konfliktparteien, militärische Ziele – soweit praktisch möglich – nicht innerhalb oder in der Nähe dicht bevölkerter Gebiete anzulegen. Es gibt zudem weitere Verpflichtungen zum Schutz von Zivilpersonen vor den Folgen möglicher Angriffe, zum Beispiel durch Evakuieren der Umgebung oder wirksame Warnung vor Attacken, die sich auf die Zivilbevölkerung auswirken könnten.


    Amnesty International sprach mit der Mutter eines 50-jährigen Mannes, der am 10. Juni 2022 in einem Dorf südlich von Mykolajiw bei einem Raketenangriff getötet wurde: "Das Militär hatte sich in einem Nachbarhaus eingerichtet und mein Sohn brachte den Soldat*innen oft Mahlzeiten. Ich habe ihn mehrmals angefleht, sich von dort fernzuhalten, weil ich Angst um ihn hatte. Am Nachmittag des Angriffs hielt sich mein Sohn im Hof auf und ich war im Haus. Er war sofort tot. Sein Körper wurde in Stücke gerissen. Unser Haus wurde teilweise zerstört." Ermittler*innen von Amnesty International fanden in dem Nachbarhaus militärische Ausrüstung und Uniformen.


    Mykola wohnt in einem Stadtteil von Lysychansk (Donbass) in einem Hochhaus, das mehrfach von russischen Angriffen getroffen wurde. Mindestens ein älterer Mann wurde dabei getötet. Mykola sagte Amnesty International: "Ich verstehe nicht, warum unser Militär von den Städten und nicht den Feldern aus feuert." Ein 50-jähriger Mann, der ebenfalls in dem Hochhaus wohnt, sagte: "In der Nachbarschaft kommt es definitiv zu militärischen Aktivitäten. Wenn in die andere Richtung geschossen wird, hören wir danach Schüsse in unsere Richtung." Amnesty-Vertreter*innen sahen, wie Soldat*innen ein Wohnhaus nutzten, das etwa 20 Meter von dem Eingang zu einem unterirdischen Bunker entfernt lag, der von den Bewohner*innen genutzt wurde und in dessen Nähe der ältere Mann getötet wurde.


    Am 6. Mai 2022 nahmen russische Truppen in einer Stadt im Donbass eine Wohngegend, aus der ukrainische Streitkräfte Artillerie abfeuerten, mit Streumunition ins Visier. Streumunition kann – wie der Name schon sagt – aufgrund der Streuung unterschiedslos sowohl Zivilpersonen als auch Soldat*innen treffen und ist daher weithin verboten. Granatsplitter beschädigten das Haus, in dem die 70-jährige Anna mit ihrem Sohn und ihrer 95-jährigen Mutter lebt.


    Anna berichtete: "Granatsplitter flogen durch die Türen. Ich war im Haus. Die ukrainischen Geschütze waren in der Nähe meines Feldes (...) Die Streitkräfte waren hinter dem Feld, hinter dem Haus (...) Seit Ausbruch des Krieges habe ich sie immer mal wieder gesehen (…) Meine Mutter ist (...) gelähmt, daher konnte ich nicht fliehen."


    Anfang Juli wurde ein Landarbeiter verletzt, als die russischen Streitkräfte ein Lagerhaus in der Gegend um Mykolajiw angriffen. Wenige Stunden nach dem Angriff beobachteten Mitarbeiter*innen von Amnesty International ukrainische Militärangehörige und -fahrzeuge in dem Getreidelager. Zeug*innen bestätigten, dass das Lagerhaus, das gegenüber einem bewohnten Bauernhof lag, von der Armee als Stützpunkt genutzt worden war.


    Während Amnesty-Vertreter*innen entstandene Schäden an Wohnhäusern und angrenzenden öffentlichen Gebäuden in Charkiw und in Dörfern im Donbass und östlich von Mykolajiw untersuchten, hörten sie Schüsse aus ukrainischen Militärstellungen in der Nähe.


    In Bachmut berichteten mehrere Anwohner*innen, dass das ukrainische Militär ein Gebäude als Stützpunkt genutzt hatte. Es lag keine 20 Meter von einem zivilen Hochhaus entfernt. Am 18. Mai 2022 schlug eine russische Rakete in die Fassade des Gebäudes ein, zerstörte fünf Wohnungen teilweise und beschädigte benachbarte Gebäude. Kateryna, eine überlebende Bewohnerin, sagte: "Ich verstand nicht, was vor sich ging. [Da waren] zerbrochene Fenster und eine Menge Staub in meiner Wohnung (…) Ich bin hier geblieben, weil meine Mutter nicht weg gehen wollte. Sie hat gesundheitliche Probleme."


    Drei Anwohner*innen berichteten, dass die ukrainischen Streitkräfte vor dem Angriff ein Gebäude gegenüber dem bombardierten Wohnhaus genutzt hatten, und dass zwei Militärfahrzeuge vor einem anderen Haus geparkt waren, das beim Einschlag der Rakete ebenfalls beschädigt wurde. Amnesty International fand innerhalb und außerhalb des Gebäudes Anzeichen für eine Militärpräsenz, zum Beispiel in Form von Sandsäcken und schwarzen Plastikplanen zum Verdunkeln der Fenster sowie neue, in den USA hergestellte Erste-Hilfe-Ausrüstung.


    "Wir können nicht bestimmen, was das Militär tut, aber den Preis dafür zahlen wir", sagte ein Anwohner, dessen Haus bei dem Einschlag beschädigt wurde.


    Militärstützpunkte in Krankenhäusern


    Mitarbeiter*innen von Amnesty International konnten an fünf Orten beobachten, wie ukrainische Streitkräfte Krankenhäuser faktisch als Militärstützpunkte nutzten. In zwei Städten wurden Krankenhäuser von Dutzenden Soldat*innen dazu genutzt, sich auszuruhen bzw. sich dort aufzuhalten und Mahlzeiten zu sich zu nehmen. In einer anderen Stadt feuerte das Militär aus der Nähe des Krankenhauses Geschosse ab.


    Am 28. April wurden in einem Vorort von Charkiw bei einem russischen Luftangriff zwei Mitarbeiter*innen eines medizinischen Labors verletzt, nachdem die ukrainischen Streitkräfte auf dem Gelände einen Stützpunkt eingerichtet hatten.


    Die Nutzung von Krankenhäusern für militärische Zwecke ist ein klarer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.


    Militärstützpunkte in Schulen


    Auch Schulen werden in verschiedenen Städten und Dörfern im Donbass und in der Gegend um Mykolajiw von ukrainischen Streitkräften regelmäßig als Stützpunkte genutzt. Die Schulen sind seit Beginn des Konflikts zwar vorübergehend geschlossen, doch in den meisten Fällen befinden sich die Schulgebäude in der Nähe von bewohnten zivilen Vierteln.


    In 22 der 29 von Amnesty-Vertreter*innen besuchten Schulen wurden die Räumlichkeiten entweder gerade von Streitkräften genutzt oder es fanden sich Belege für aktuelle oder frühere militärische Aktivitäten wie etwa Militärkleidung, verbrauchte Munition, Essensrationen und Militärfahrzeuge.


    Das russische Militär griff zahlreiche der von den ukrainischen Streitkräften genutzten Schulen an. In mindestens drei Städten zogen ukrainische Soldat*innen nach russischem Beschuss in andere Schulen in der Nähe um, sodass die umliegenden Stadtteile der Gefahr ähnlicher Angriffe ausgesetzt waren.


    In einer Stadt östlich von Odessa beobachtete Amnesty International ein Schema, nach dem ukrainische Streitkräfte zivile Gebiete als Unterkünfte und Bereitstellungsräume nutzten. So wurden beispielsweise Panzerfahrzeuge unter Bäumen in Wohngebieten abgestellt und zwei Schulen in dicht besiedelten Wohngegenden militärisch genutzt. Zwischen April und Ende Juni schlugen in der Nähe dieser Schulen mehrmals russische Geschosse ein, die mehrere Zivilpersonen verletzten oder töteten. Darunter auch ein Kind und eine ältere Frau, die am 28. Juni ums Leben kamen, als ihr Haus von einer Rakete getroffen wurde.


    In Bachmut nutzten die ukrainischen Streitkräfte ein Universitätsgebäude als Stützpunkt, das am 21. Mai 2022 bei einem russischen Angriff getroffen wurde. Berichten zufolge wurden dabei sieben Soldat*innen getötet. Die Universität grenzt an ein Mehrparteienhaus, das bei dem Angriff beschädigt wurde, sowie an weitere zivile Wohnhäuser in etwa 50 Metern Entfernung. Amnesty International fand ein zerstörtes Militärfahrzeug im Innenhof des bombardierten Universitätsgebäudes.


    Das humanitäre Völkerrecht verbietet es Konfliktparteien nicht ausdrücklich, sich in Schulen einzuquartieren, die nicht in Betrieb sind. Streitkräfte sind jedoch verpflichtet, Schulen, die sich in der Nähe von zivilen Häusern bzw. Wohngebäuden befinden, nach Möglichkeit nicht zu nutzen, es sei denn, es besteht eine zwingende militärische Notwendigkeit. Wenn dies der Fall ist, haben sie die Zivilbevölkerung zu warnen und den Menschen gegebenenfalls bei der Evakuierung zu helfen. Dies scheint in den von Amnesty International untersuchten Fällen nicht geschehen zu sein.


    In bewaffneten Konflikten wird das Recht von Kindern auf Bildung ernsthaft beeinträchtigt. Die militärische Nutzung von Schulen kann zu Schäden an den Schulen führen, die das Recht auf Bildung auch nach Beendigung des Krieges weiter beeinträchtigen. Die Ukraine gehört zu den 114 Ländern, die die Erklärung zum Schutz von Schulen in bewaffneten Konflikten unterzeichnet haben. Diese Erklärung erlaubt den Konfliktparteien die Nutzung verlassener oder evakuierter Schulen nur dann, wenn es keine umsetzbare Alternative gibt.


    Wahllose Angriffe der russischen Streitkräfte


    Viele der russischen Angriffe, die Amnesty International in den vergangenen Monaten dokumentiert hat, wurden mit unterschiedslos wirkenden Waffen, einschließlich international geächteter Streumunition, oder anderen explosiven Waffen mit großflächiger Wirkung durchgeführt. Bei manchen Angriffen wurden Fernlenkwaffen mit unterschiedlicher Zielgenauigkeit eingesetzt; in einigen Fällen waren die Waffen präzise genug, um bestimmte einzelne Objekte ins Visier zu nehmen.


    Die Praxis des ukrainischen Militärs, zivile Objekte für militärische Zwecke zu nutzen, rechtfertigt in keiner Weise die wahllosen russischen Angriffe. Alle Konfliktparteien müssen jederzeit zwischen militärischen Zielen und zivilen Objekten unterscheiden und alle realisierbaren Vorkehrungen treffen, um den Schaden für die Zivilbevölkerung zu minimieren. Hierzu zählt auch die Auswahl der geeigneten Waffen. Wahllose Angriffe, bei denen Zivilpersonen getötet oder verletzt oder zivile Objekte beschädigt werden, sind Kriegsverbrechen.


    "Die ukrainische Regierung sollte unverzüglich dafür sorgen, dass ihre Streitkräfte nicht in bewohnten Gebieten stationiert werden. Sie sollte Zivilpersonen aus Gebieten evakuieren, in denen das Militär operiert. Streitkräfte dürfen Krankenhäuser nicht zur Kriegsführung nutzen. Schulen und zivile Wohnhäuser dürfen lediglich als letztes Mittel militärisch genutzt werden, wenn es keine anderen gangbaren Alternativen gibt", so Agnès Callamard.


    Amnesty International kontaktierte das ukrainische Verteidigungsministerium am 29. Juli 2022 und legte die Ergebnisse der Untersuchung vor. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 4. August 2022 hatte das Ministerium noch nicht darauf reagiert.
    (Quelle: https://www.amnesty.de/allgeme…-gefaehrdet-zivilpersonen)


    Kiew ist natürlich empört über diese Ergebnisse, genau wie du damals. ;)

    (Quelle: https://www.tagesschau.de/news…raine-donnerstag-147.html)


    Es gibt nur einen Unterschied zwischen den beiden Quellen. Der erste Amnesty-Bericht beinhaltete nur am Rande das Problem, auf das ich schon damals versucht habe hinzuweisen. Dieser zweite Bericht ist dazu natürlich viel detaillierter.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Dieter,


    ich verstehe deine Frage bzw. Antwort dazu nicht.


    Putin hat doch seine Bedingungen erst vor wenigen Tagen öffentlich bekanntgegeben. Ich gehe mal davon aus, dass das natürlich auf Verhandlungsbasis geschehen ist, so wie es immer bei diversen ähnlichen Gesprächen gängige Praxis war. Was sich Selenskij vorstellt, unter Voraussetzung der Unterstützung der USA, wissen wir bis jetzt nicht. Er hat sich zumindest m.W. noch nicht dazu öffentlich geäußert. Man wird uns darüber eh nicht wirklich informieren. ;) Ich gehe persönlich davon aus, dass die Ukraine in ihren alten Grenzen so nicht mehr existieren wird. Alles andere, z.B. ein Sieg über Russland, halte ich für utopisch, ja sogar für total verrückt. Selbst die hier häufig geäußerten Meinungen, Putin würde zwingend alte Grenzen wieder herstellen wollen, kann ich aus unterschiedlichen Gründen bisher nicht mal ansatzweise nachvollziehen.


    Und das ein Scholl-Latour, der bereits 2014 verstorben ist, daran nichts ändern kann war mir auch klar. Er war ja zudem auch kein Politiker, sondern „nur“ Journalist. Seine Einschätzungen zur internationalen Lage waren zumindest für mich aber immer von Interesse.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Klaus,


    mit Peter Scholl-Latour Büchern macht man nichts falsch, auch wenn es keine Fachbücher sind. Ich habe mindestens fünf bis sechs im Schrank stehen und alle auch tatsächlich gelesen. ;) Er war definitiv ein guter Mann, der wusste wovon er spricht und so falsch lag er mit seinen Einschätzungen damals nicht, auch wenn sie manchmal ein wenig überheblich rüberkamen. Er hat zumindest mein Grundlagenwissen zu weltpolitischen Vorgängen auf jeden Fall um ein Stück erweitert.


    Zum besagten Buch „Russland im Zangengriff“ gab es m.W. eine Doku, welche im ZDF ausgestrahlt wurde, siehe dazu hier:


    https://m.youtube.com/watch?v=2DstVufWpRg


    Er hatte auch noch im Jahr 2014 ein längeres Interview gegeben, wo er sich u.a. auch nochmal zur Nato-Ukraine-Russland Lage geäußert hatte:


    https://m.youtube.com/watch?v=YDr-WB2mDK8


    Ich wage zu behaupten, dass er wieder Recht behalten wird bezüglich einer Spaltung.


    Mit der Aussage: „Putin ist friedliebend und dem Westen zugewandt" verwechselst du scheinbar aber etwas. Denn Putin war gerade Anfang der 2000er Jahre durchaus dem Westen zugewandt. Wenn ich mich recht erinnere, schlug er sogar den NATO-Beitritt Russlands vor oder denke z.B. an die Bundestagsrede. Heute ist davon natürlich nichts mehr übrig.


    Nachkomme

    ...

    ich hatte schon ganz am Anfang der Diskussion in diesem Thema auf das bersagte Buch von Scholl-Latour hingewiesen.

    Leider habe ich den Eindruck, dass kaum jemand das Buch gelesen hat ...


    Da bin ich ganz bei dir. Entweder hat wirklich niemand das Buch gelesen, was ich mir aber bei einem Bestseller nur schwer vorstellen kann oder man will sich heute einfach nicht mehr daran erinnern. :D ;)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Klaus,


    ein absolut rein sachliches Gegenargument ohne Emotionen. :thumbup: Dadurch wird bzw. kann sich auch niemand ernsthaft persönlich angegriffen fühlen. So funktioniert eigentlich auch Diskussion fern ab von jeglichem Talkshowniveau. Es macht im übrigen auch noch echt Spass/Freude solch einen fairen Schlagabtausch zu lesen und manchmal kann man dann auch noch etwas Informatives mitnehmen ...


    Grüße

    Daniel

    Hallo,


    wenn dieser Thread tatsächlich eine Diskussionsplattform zum Ukraine-Krieg sein soll, in der z.B. Argumente und Gegenargumente ausgetauscht werden können, dann sollte man doch eher in der Lage sein den angeblich „ganz schlechten Beitrag“, in dem „Blödsinn“ steht, zu entkräften. Dürfte ja eigentlich kein Problem sein aufzuzeigen, was den Tatsachen entspricht oder was nicht.


    Statt dessen erfolgen wieder substanzlose, persönliche Angriffe in Serie, weil man mit dem Einwand von Joachim, der teilweise sicherlich überspitzt formuliert wurde, nicht konform geht.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Stefan & Interessierte


    ...

    Der Begriff "Verarbeitung" ist in diesem Zusammenhang menschlich betrachtet eher unpassend, trifft es aber faktisch leider nur zu gut ...


    Vollkommen richtig rein sachlich und nüchtern festgestellt!


    Denn die Täter "verarbeiteten" ja nicht nur einzig und allein die Asche ihrer Opfer weiter, sondern auch andere Bestandteile des menschlichen Körpers, wie z.B. die Haare (u.a. für Strümpfe der U-Boot-Besatzungen), das Zahngold (Vermögenswert), ja sogar das menschliche Fett (u.a. zur Herstellung von Seife) wurde während des Verbrennungsprozesses aufgefangen und weiterverwendet.

    (Quelle: siehe dazu u.a. Kogon/Langbein/Rückerl, Nationalsozialistische Massentötungen durch Gitgas)


    Was ist weiterhin noch mit den ganzen Leichen, Organen, Skeletten, die die Wissenschaft/Medizin für sich beanspruchte. Keine Weiterverwertung? :/


    Zu der Entwicklung der Verbrennungsanlagen ist noch folgendes Buch zu empfehlen:

    Jean-Claude Pressac, Die Krematorien von Auschwitz - Die Technik des Massenmordes


    Edit:

    Mit Verdächtigungen und Moral kommt man bei dem Thema kein Stück weiter. Fakt ist! Leichen waren für die Täter Ressourcen, ob man das nun letztlich glauben mag oder eben nicht. Im Buch von Flachowsky/Hachtmann/Schmaltz, Ressourcenmobilisierung - Wirtschaftspolitik und Forschungspraxis im NS-Herrschaftssystem gibt es ein interessantes Kapitel dazu. ;)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Uwe,


    die gesuchte Person ist in der Dienstalterliste (DAL) der Schutzpolizei Preussens, nach dem Stande vom 01.01.1924, unter folgenden Angaben verzeichnet.


    JURKSCHAT, Hans, PLt. (Anm. d. Verfassers: Polizei-Leutnant)

    Geburtstag: 24.06.1897

    Dienstalter: 08.03.1918

    Dienstort: Goldap


    Auch im Verzeichnis der Polizei-Offiziere Preußens (nach dem Dienstalter geordnet), mit Stand vom Juli 1924, ist JURKSCHAT, Hans im Range eines Polizei-Oberleutnants noch aufgeführt.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Thomas,


    hier noch eine weitere Kleinigkeit zum Thema.


    Die 6./schw. 324 (RAD 5/163) lag im April 1945 zuerst bei Neupetershain und später bei Lindchen. Der Stellungswechsel vom Kauscher Weg bei Neupetershain nach Lindchen vollzog sich etwa um den 19.04.1945. Die Einheit war mit vier 8,8 cm und zwei 2 cm Flak-Geschützen ausserordentlich gut bewaffnet, daher ideal für die Abwehr von russischen Panzern auf der ehemaligen Reichstraße, heutige Bundesstraße B 169. Gegen Infanterie verfügte man auch über Schrapnellgeschosse.


    Es folgen Auszüge aus einem Tagebuch eines Angehörigen der Truppe.


    „20.04. ... Erste Gefechte mit russ. Einheiten auf der Reichsstraße [Anm. d. Verfassers: heutige B 169]


    „Russ. Truppen auf der Reichsstraße am Weitermarsch Richtung Süd-West [Anm. d. Verfassers: also Sedlitz/Senftenberg] durch Beschuss gehindert.“


    Demnach war also die Reichsstraße von Lindchen nach Bahnsdorf, Allmosen, Sedlitz und Senftenberg durch die Feuerkraft der panzerbrechenden 8,8 cm Flak-Geschütze vorerst blockiert.


    „Russ. Panzer beschießen uns. Abschüsse beenden das Gefecht. Russen nutzen zum Weitermarsch nach Westen eine Umgehung nach Altdöbern [Anm. d. Verfassers: Straße von Lindchen nach Leeskow/Woschkow, heutige L 531].“


    „21.04. Beschuß durch Granatwerfer auf Stand Anton. Aufforderung an Geschützführer Stand räumen abgelehnt. Durch dritten Schuß erhielt Anton Treffer. Mehrere Verwundete ... “


    „21.04. Auf der Reichsstraße [Anm. d. Verfassers: heutige B 169] russ. Einheiten am Weitermarsch gehindert.“


    Auf Grund der feindlichen Übermacht wurde die Stellung bei Lindchen erst etwa um den 22., spätestens 23.04.1945 geräumt bzw. fluchtartig verlassen.


    Quelle: Tagebuch, Privatarchiv des Verfassers


    Grüße

    Daniel

    Hallo Dieter

    ...

    Die westlichen Politiker sollten Alles dafür tun, beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen, leider ist das Gegenteil der Fall, die Lieferung von Waffen führt nur weiterhin dazu, dass die Ukrainer die Verluste tragen. Jemand müsste Selenskyj auf den Boden der Tatsachen holen, statt ihn vom Sieg träumen zu lassen.

    ...


    Dazu bitte auch die ukrainische Militärstrategie vom März 2021 beachten, welche bereits ein Jahr vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine verabschiedet wurde. Die Ukraine hatte demnach nie vor einen Krieg aus eigener Kraft zu gewinnen.


    Im Falle eines Ausbruchs eines Krieges mit Russland (dem der Hauptteil der Militärstrategie gewidmet ist) bestand von vornherein die einzige Hoffnung der Ukraine in der direkten militärischen Unterstützung durch Nato-Länder. Aber besonders interessant ist, wie dieser Krieg enden sollte. Er wird „mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft zu für die Ukraine günstigen Bedingungen“ beendet. Das heißt, dass die Ukraine offenbar keinen militärischen Sieg mit eigenen Mitteln anstrebt bzw. nie in der Lage dazu war. Nach alledem kann es also nur eine Lösung am Verhandlungstisch geben.

    Quelle: https://slub.qucosa.de/api/qucosa%3A78553/attachment/ATT-0/


    Grüße

    Daniel

    Hallo Flo

    ... also wenn Russland weiter in diesem Schneckentempo vorrückt, ist Russland im August vielleicht 20km weiter als heute. ...

    Schneckentempo hin oder her, denn wie sagt man umgangssprachlich so schön, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Es ist richtig, die Russen kommen langsam voran, aber sie kommen zusehends kontinuierlich voran. Wodurch weiterhin erschwerend für die Ukraine hinzukommt, dass eine Verringerung des Frontabschnitts eintritt, was ganz klar den Russen zu Gute kommt bzw. für sie von Vorteil ist.


    Dazu als Quellenbeleg ein interessanter Podcast zum Ukraine-Krieg von Lanz und Precht:

    https://m.youtube.com/watch?v=BIG2KpzU6BA


    Grüße

    Daniel

    Hallo Bert

    Ich bin mir sicher, dass sich dadurch die russische Angriffskraft nachhaltig abschwächt.


    ... gegenwärtig erleben wir, dass die Russen vorrücken und die Ukraine sich zurückziehen.


    Momentan sieht es nicht danach aus, dass die ukrainischen Truppen die "russische Angriffskraft nachhaltig abschwächen kann". ...


    Vollkommen richtig! Denn „Feuerkraft dominiert den Krieg“! Russland ist der ukrainischen Artillerie Stand heute 1:9 bis 1:10 überlegen. Zudem hat die Ukraine laut ihren eigenen Generälen nach etwa vier Monaten Krieg bis zu 50% ihrer Ausrüstung verloren. In ihrer Verzweiflung handelt die Ukrainische Armee daher immer mehr „selbstmörderisch“, wie u.a. der bekannte Militärhistoriker Sönke Neitzel anmerkte.

    Quelle: https://www.focus.de/politik/a…n-liess_id_112534611.html


    Russland hat diese Schwierigkeiten trotz ebenfalls hoher Ausfälle bzw. Verluste nicht mal annähernd, kann somit jederzeit Mensch und Material problemlos ersetzen (mal abgesehen von zeitlich begrenzten Umstrukturierungen). Hierbei helfen auch die Vergleiche (Stichwort Verluste) zum Zweiten Weltkrieg. Denn trotz der Schwäche der eigenen Wirtschaft kann Russland in den zentralen Wirtschaftszweigen (und nur diese sind im Krieg wichtig!) Energie, Rüstung, sowie der Nahrungsmittelversorgung weitestgehend autark arbeiten, ist also diesbezüglich trotz Sanktionen von niemandem abhängig.

    Quelle: https://osteuropa.lpb-bw.de/russland-wirtschaft


    Auf Grund dieser Lage ist es für mich weiterhin unverständlich, warum die Ukraine erst frühestens im August in eine neue Verhandlungsrunde mit Russland gehen will. Die alleinige Hoffnung auf eine bessere Ausgangslage (Zitat Selenskyj) kann es nicht sein. Denn was wird in weiteren zwei bis vier Monaten von der östlichen Ukraine übrig sein? Fakt ist: Russland lernt schnell aus seinen militärischen Fehlern und gewinnt täglich an Boden.


    Grüße

    Daniel