Posts by Policeman

    Hallo Viktor,


    speziell in Galizien sah das so aus.


    SSPF Galizien (Katzmann)                          

                                                                      

    KdO Galizien (Worm, Stach, Soosten)        KdSipo u. SD Galizien (Tanzmann)                  


    KdGend Galizien (Schertler, Gansinger)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Krause86,


    du hast recht, für die Stadt Cottbus gibt es leider kaum verwertbare Quellen bezüglich der genauen Kampfhandlungen im April 1945. Das hat m.M. nach mehrere Gründe, die bis heute noch nicht eindeutig geklärt sind.


    Der ehemalige Ordonnanz-Offizier (01) bei Generalmajor Sodan, dem Festungskommandant von Cottbus, vermerkte in seinen Aufzeichnungen, dass der „Kessel um Cottbus und den Spreewald am 20. April 1945 geschlossen war. Die Stadt selbst soll bis auf wenige Ausnahmen nicht verteidigt worden sein. „Lediglich ein verrückt gewordener Bataillonsführer des Volkssturms versuchte zu kämpfen und richtete ein Blutbad an.“Schwere Kämpfe um die Stadt selbst kann es also nicht gegeben haben. Was, wie und wo mit einem "Blutbad" gemeint war, konnte ich bis heute nicht eruieren. Kämpfe gab es nach meinen Recherchen nach eher im südlichen Raum der Stadt Cottbus, etwa auf der Linie Hänchen, Klein Gaglow, Groß Gaglow, Sachsendorf, Madlow und Kiekebusch. Denn dort verharrten für kurze Zeit die abgespaltenen Teile der 10. SS-Panzer-Division "Frundsberg", welche um den 16. und 17. April 1945 aus dem Raum Spremberg nach Cottbus vorstiessen und dann durch den schnellen Vormarsch der Sowjets abgeschnitten worden sind. Purer Zufall, einen kleinen Bericht dazu habe ich gerade zur Veröffentlichung eingereicht. Dieser ist aber mit Stand heute noch nicht erschien. Vielleicht klappt es ja Ende Juni. Nach dem Erscheinen würde ich ihn dann hier verlinken.


    Die Ausarbeitung von Heinz Petzold, Als für Cottbus der 2. Weltkrieg endete, erschien im REGIA Verlag 2005, ist zwar brauchbar, trotzdem nur sehr klein und oberflächlich (nicht im negativen Sinne gemeint) gehalten. Dem Stadtarchiv sollen übrigens seine umpfangreichen Aufzeichnungen vorliegen. Davon berichtete u.a. unsere Lokalzeitung Lausitzer Rundschau. Ich habe aber leider bis heute noch nicht die Zeit gefunden mir diese genauer anzusehen.


    Insgesamt ergibt sich daraus nun folgendes Problem. Gab es wirklich schwere Kämpfe um Cottbus wie Petzold schrieb? Ich sage um Cottbus ja, direkt in Cottbus nein.


    Grüße

    Daniel

    Hallo Interessierte,


    in der Ausarbeitung zum Bataillon, welche 2015 im Lexikon der Wehrmacht veröffentlicht wurde, schrieb ich folgendes:

    "Die Verluste betrugen vier Tote, darunter mehrere Fahrer von Lastkraftwagen, und fünf Verwundete. [10] Schwer verwundet wurde dabei auch ein Hauptmann und Chef der 4. Kompanie des Polizeibataillons 51, dessen Name noch unbekannt ist. [11]"

    (Quelle: http://www.lexikon-der-wehrmac…lizei-Bataillone/PB51.htm)


    Bei dem damals noch namentlich unbekannten und schwer verwundeten Offizier handelte es sich um Hauptmann d.SchP. Otto BLANKENHORN, geboren am 26.04.1912. Ob er tatsächlich Chef der 4./Pol.-Batl. 51 war ist noch nicht eindeutig geklärt. Denn eine polnische Quelle nennt ihn als Chef der 4. Kompanie, während er nach einer deutschen Quelle auch Chef der 1. Kompanie gewesen sein könnte. Interessanterweise bekam B. für die angeblich schwere Verwundung im August 1940 aber nur das Verwundetenabzeichen in Schwarz verliehen.:/


    Abschließend noch weitere Offiziers-Personalangelegenheiten.


    Der RFSS hatte durch Erlaß vom 10.06.1940 ab sofort nachstehene Personalveränderungen angeordnet:

    Hauptmann d.SchP. Alfred MÜLLER (PV Dresden), abgeordnet zum Polizei-Bataillon 51, trat ab sofort zum Polizei-Regiment Radom.

    Hauptmann d.SchP MILDNER (PV Königsberg) abgeordnet zum Polizei-Regiment Radom, war ab sofort zum Polizei-Bataillon 51 als K-Offizier abgeordnet.

    (Quelle: BdO beim Generalgouverneur in Polen, Tagesbefehl Nr. 35, v. 25.06.1940)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Kris

    ...

    klar, ich interessiere mich für Polizeigeschichte

    ...

    Das haben wir uns schon gedacht :D, denn uns interessiert die "Polizeigeschichte" nämlich ebenfalls. ;) Horst hat dir eine einfache Frage gestellt, daher wäre ein bisschen mehr Input wirklich sehr schön. Es hat doch sicherlich einen genaueren Hintergrund, warum du dich speziell für das Führungspersonal des Bataillons interessierst? Das wir hier nachfragen hat übrigens verschiedene Gründe und diese sind keineswegs negativ behaftet. Für solch eine gewünschte Aufstellung, wenn möglich sogar noch vollständig, benötigt man in der Regel einige Jahre Forschungsarbeit, die noch dazu ein bisschen Geld und Zeit gekostet hat. Daher wirst du sicherlich Verständnis zeigen, dass wir von Zeit zu Zeit bei Anfragen mit so wenig Input "vorsichtig" sind.


    Vielleicht für den Anfang ...


    Als Verwaltungsbeamte (mit Offiziersrang) im Polizei-Bataillon 91 tätig waren u.a.:

    Polizei-Inspektor FISCHER (vom 12.09.1939 – bis 31.05.1940)

    Polizei-Inspektor HEISSLITZ (ab 21.09.1939 – bis 01.05.1940)

    Beide waren anschließend auch bei den Nachfolgeeinheiten Pol.-Batl. 73 (München) und 306 (Frankfurt/Main) im Distrikt Lublin eingesetzt


    Der Oberleutnant d.SchP. RENOLDI wurde bei Klemp und Curilla ebenfalls nicht erwähnt.

    (Siehe dazu auch hier: SS-Obersturmführer und Oberleutnant d.SchP. Ernst Renoldi)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Interessierte

    ...

    Führer mit unbekannter Dienststellung:

    ...
    00.00.1945-00.05.1945 SS-Hstuf. Johannes Karnop

    Weiß jemand aus dem Stegreif wie oder warum SS-Hauptsturmführer Johannes Karnop bei der Dirlewanger landete?


    KARNOP, Johannes (manchmal auch nur "Hans" genannt)

    SS-Nr. 314.222

    01.10.1897 geboren

    verheiratet, ein Kind (Stand 01.11.1941)

    20.04.1936 zum Hauptmann d.SchP. befördert

    01.05.1937 Eintritt in die NSDAP, Mitgliedsnr. 5.211.483

    00.09.1939 Schwadrons-Chef während des Polenfeldzuges, später Berittene Abteilung beim Polizei-Regiment Krakau


    Weiterführende Angaben zur Person findet man auch hier: Polizei-Wachbataillone aus dem WK X


    Grüße

    Daniel

    Hallo,


    hier weitere Offiziers-Personalangelegenheiten zum Polizei-Bataillon 181.


    Durch Erlass des RFSS vom 12.03.1940 sollte im Interesse des Dienstes zur Verwendung als K-Offizier bis auf weiteres abgeordnet werden: Oberleutnant d.SchP. Johann GRAML, PV Innsbruck, vom Pol.-Batl. 181 zum Pol.-Batl. 51. Die Übergabe und Übernahme sollte bis zum 04.05.1940 durchgeführt werden. Allerdings in Abänderung des Tagesbefehls Nr. 26 vom 03.05.1940 verblieb G. aber beim Pol.-Batl. 181. Die Versetzung wurde also dann doch nicht durchgeführt.

    (Quelle: Vgl. BdO beim Generalgouverneur in Polen, Tagesbefehle Nr. 26, v. 03.05.1940 und Nr. 27 v. 11.05.1940)


    Auf Grund des Erlasses des RFSS vom 29.04.1940 war Major d.SchP. Richard HARNISCH, PV Wien, zur Verwendung als Kommandeur für das Pol.-Batl. 181 in das Generalgouvernement Polen abgeordnet worden. Sein Dienstantritt erfolgte am 04.05.1940.

    Durch selben Erlass wurde die Abordnung von Major d.Gend. Rudolf SAGER, Pol.-Batl. 181 aufgehoben. S. wurde am 04.05.1940 in seinen Heimatstandort Graz in Marsch gesetzt.

    (Quelle: BdO beim Generalgouverneur in Polen, Tagesbefehl Nr. 27, v. 11.05.1940)


    Oberleutnant d.SchP. Helmut RIEDL, Pol.-Batl. 181, wurde gemäß Erlass des RFSS vom 16.05.1940 im Interesse des Dienstes mit Wirkung vom 01.06.1940 unter Gewährung der bestimmungsmäßigen Umzugskostenvergütung und unter Übernahme in die Gendarmerie von der PV Essen nach Böhmisch-Leipa, Reg.-Bez. Aussig, versetzt unter Aufrechterhaltung seiner Abordnung zum Pol.-Batl. 181 in Tarnow.

    (Quelle: BdO beim Generalgouverneur in Polen, Tagesbefehl Nr. 29, v. 24.05.1940)


    Der RFSS hatte durch Erlass vom 10.06.1940 ab sofort nachstehende Personaländerung vorgenommen:

    Leutnant d.SchP. Gerhard COURSOW, PV Halle, abgeordnet zum Pol.-Batl. 181, war ab sofort zum Pol.-Batl. 104 zur Verwendung als K-Offizier abgeordnet worden.

    (Quelle: BdO beim Generalgouverneur in Polen, Tagesbefehl Nr. 35, v. 25.06.1940)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Eccles & Rolandus,


    die 46 Hauptleute d.SchP. sind namentlich in den Personalnachrichten der Propagandazeitschrift: „Die Deutsche Polizei“, 10. Jahrgang, vom 1. Juli 1942, Nr. 13, Seite 207 aufgeführt. Bitte mal nachsehen, wer noch am Rechner sitzt, denn ich bin leider schon im Schlafanzug. 😉🤣


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo Bert,


    nur als kleiner Hinweis.

    Es gab von staatlicher Seite geduldete Lynchmorde an alliierten Fliegern. Es waren zwar Einzelfälle und diese hingen immer davon ab, wie fanatisch ein Bürgermeister, Polizist, Parteifunktionär etc. vor Ort gerade war.


    PS: Quelle muss ich suchen, es gab auch eine Doku darüber im TV.


    Edit: Nochmal umgestellt, da fehlerhaft mit Handy geschrieben.


    Beste Grüsse

    Daniel

    Hallo Bert,


    nur als kleiner Hinweis.

    Es gab von staatlicher Seite geduldete Lynchmorde an alliierten Fliegen. Es waren zwar Einzelfälle und diese hingen immer davon ab, wie fanatisch ein Bürgermeister, Polizist etc. vor Ort war.


    Beste Grüsse

    Daniel

    Hallo Rote Kapelle

    Ich tat es, weil Horsts wichtiger Hinweis durch eine Reihe von Beiträgen überlagert zu werden drohte, die diesem Thema das inhaltliche Gleichgewicht zu nehmen schienen. In diesem Sinne hoffe ich, mit diesen Zeilen meinen Standpunkt hinreichend dargelegt zu haben und den Themenstrang wieder seiner eigentlichen Bestimmung überlassen zu können.


    Um weiterhin für das „inhaltliche Gleichgewicht“ in diesem Thread zu sorgen fehlt mir eigentlich die Zeit und ehrlich gesagt auch die Nerven. Das war definitiv nie meine Intension. Diese Aufgabe überlasse ich in Zukuft gern anderen. Ein ausgewogenes inhaltliches Gleichgewicht? Nicht dein Ernst? Es wird hier mittlerweile ein Beitrag (SD-Berichte, Denkmal/Wirths, generell medizinische Verbrechen usw.) nach dem anderen gepostet, mal nebenbei gesagt, von Anfang an vollkommen an der Themenüberschrift des Threads (Besuchsbericht) vorbei, aber egal. Mittlerweile habe ich eh eher den Eindruck, hier gehts nur noch um eine Art von Wettbewerb, was mir an sich schon zu blöd ist. Übrigens habe ich hier nur reagiert und nicht agiert, falls noch jemand auf die grandiose Idee kommt mir das anzulasten. Das du vieles anders siehst, ok, damit kann ich leben. Aber hierzu muss ich noch etwas schreiben:


    Was hat das alles mit Klees Hinweis zu tun? Klee führt in seiner von mir zitierten Arbeit als Beleg eine Auskunft des damaligen Archivleiters des FBI an. Wieder richten sich deine Zeilen gegen eine Person, anstatt inhaltliche Aspekte in den Blick zu nehmen. Dass du dann noch “bekennender Ernst-Klee-Fan" bist, lässt deine Argumentation in keinem guten Licht erscheinen.


    Offenbar liegt heute der Nachlass Wirths’ im FBI, wie aus deinem Link hervorgeht. Vor einigen Jahren war das scheinbar noch nicht der Fall. Das ist ja das Schöne an Belegstellen. Sie lassen sich nachprüfen.


    Genau das ist doch das Problem! Es lässt sich nämlich in diesem Fall gar nichts nachprüfen. Klees damalige Quellenangabe war gemessen an wissenschaftlichen Standarts, auf die du viel Wert legst, unzureichend. Bei einer solch schweren Anschuldigung hatte er zum angeblich getätigten Telefonat kein Datum angegeben! Jetzt kann man es auch Korinthenkackerei nennen. So kann man aber leider nicht mehr nachvollziehen wann, wo, wie, was hingelangt ist. Im Nachhinein stellte sich seine Anschuldigung/Verdächtigung sogar noch als falsch heraus, was zusätzlich einen faden Beigeschmack hinterließ. Völkleins Buch ist 2005 erschien, Klees Anschuldigung 2013. Demnach liegen ganze acht Jahre dazwischen in denen viel passiert ist. Wann hat Klee also nun angerufen? Schwierig nachzuvollziehen oder? Das können wir uns jetzt so zurechtlegen wie wir es gerade brauchen. Mit Wissenschaftlichkeit hat das in meinen Augen nichts zu tun. Was aber nachhaltig übrig blieb, ist eine ungerechtfertigte Diskreditierung von Völklein in Sachen Quellenarbeit.

    Wenn man der Belegstelle weiter folgt, stößt man übrigens auch auf den Punkt, der das eigentliche Problem von Klee mit Völklein darstellt. Nämlich der gewählte Untertitel des Buches: "Vom Mitläufer zum Widerrstand". Klees Anmerkungen dazu: "Der Untertitel stellt die Absicht dar. Der oberste SS-Mediziner in Auschwitz soll im Widerstand gewesen sein." Für Klee und andere Historiker (u.a. auch Kramer) war das damals ein absolutes No-Go (Tabubruch). Im übrigen teile ich diesen unglücklich gewählten Untertitel ebenfalls nicht, habe ich aber weiter oben bereits artikuliert. Trotzdem ich ein "bekennender Ernst Klee-Fan" bin, ob du das nun glaubst oder nicht, kann ich für meine Begriffe immer noch einschätzen, wann er über ein Ziel hinausgeschossen ist oder wann nicht. Mit dieser Belegstelle und Unterstellung hat er sich jedenfalls keinen Gefallen getan.


    Zum heutigen Abschluss noch etwas fürs "innere Gleichgewicht" zum Thema Wirths. ;) Ich habe mir in der Zwischenzeit das von Kramer hochgelobte Standardwerk über die SS-Mediziner von Auschwitz, Robert Jay Liftons „The Nazi Doctors“, besorgt und war doch sehr über den Inhalt des Buches überrascht. Ein wirklich gutes Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte. Eine klare Literaturempfehlung diesbezüglich meinerseits.:thumbup:Seine Ausführungen bieten des weiteren zahlreiche Erklärungen für Wirths extrem ambivalentes Verhalten als KZ-Arzt. Hier eine kleine selektive Zusammenfassung:

    Wirths kam z.B. aus einer Familie, in der "eine Atmosphäre von Humanismus und demokratischem Sozialismus" herrschte. Ein anderer Häftlingsarzt merkte dazu an, dass er "aus einer anständigen Familie mit gewissen moralischen Grundsätzen kam". Seine "Einstellung zu den Juden muss widersprüchlich gewesen sein." Denn seine Familie war jedenfalls auch nicht antisemitisch. Wirths behandelte sogar noch weiter jüdische Patienten, "als dies arischen Ärzten schon längst verboten war". Seinen ideologischen Antisemitismus deutete Lifton übrigens nur spekulativ mit "anscheinend" vorhanden an. Auf Grund seines hervorragenden Rufes in der Fleckfieberbekämpfung wurde Wirths zum Chefarzt von Auschwitz ernannt. Sein Vorgesetzter, der Chef aller Lagerärzte, Enno Lolling, "gab zu - was er nicht gerne tat - daß W. der beste Arzt aller KL. war". In Auschwitz war Wirths anfangs auch "gegen das Selektieren". "Er sagte, daß die Ärzte nicht dazu da sind, Selektionen durchzuführen, sondern für die Kranken."

    Häftlingsärzte und andere Häftlinge erinnerten sich positiv an ihn. Der polnische Häftlingsarzt Tadeusz S. charaktisierte Wirths "zutreffend als sehr intelektuell ... höchst kultiviert ... anders als die anderen SS-Leute, die primitiv waren, aber ... ein Nazi-Ideologe ... dem die Methode mit der Gaskammer nicht gefiel ... der wollte, daß die Nazis gewinnen, aber nicht auf diese Weise ... Sicherlich ein Nazi im Geiste, aber kein grausamer." Er beschützte Häftlingsärzte und andere Häftlinge, die medizinische Arbeit leisteten. Bei einer Begebenheit herrschte er die berüchtigte Aufseherin Irma Grese, die einen im Krankenbau beschäftigten Häftling schlug, an: "Schlagen sie nicht meine Leute!" Und als eine Blockälteste von Block 10 ihre Mithäftlinge schlug, ließ Wirths sie ablösen. ... Wirths emotionalen Konflikte waren den Häftlingen um ihn ebensoklar wie sein zeitweiliger Wunsch, das Lager zu verlassen.

    (Quelle: Robert Jay Lifton, Kapitel: Der Konflikt von Heilen und Töten: Eduard Wirths, in: Ärzte im Dritten Reich, Klett-Cotta Verlagsgemeinschaft, Stuttgart 1988, S.450-488)


    Ansonsten noch ein paar Anmerkungen zu weiteren unkommentierten Beiträgen.


    Vom Wachpersonal wurden sie ständig misshandelt und von Dr. Wirths wurden medizinische und chirurgische Experimente selbst durchgeführt oder angeordnet.


    Die ehemalige Häftlingsärztin Wanda J. sagte dazu aus: „Er hat niemals selbst operiert ... tat nie ... nichts ... keine Injektionen, nichts.“ Wirths hatte grundsetzlich andere mit Operationen beauftragt. Weiterhin war sein Bruder, der Frauenarzt Helmut Wirths, der Hauptinitiator der gynäkologischen Experimente.

    (Quelle: siehe u. vgl. dazu Robert Jay Lifton, Kapitel: Der Konflikt von Heilen und Töten: Eduard Wirths, in: Ärzte im Dritten Reich, S.450-488 mit Ernst Klee, Auschwitz, NS-Medizin und ihre Opfer, 2001, S.411)


    Auf Befehl eines fanatischen, sich für ein Genie haltenden wahnwitzigen Arztes öffnete ich die Leichen von Hunderten von Opfern. Er wollte Nutzen ziehen aus dem Tod von Millionen Opfern für falsche, pseudowissenschaftliche Theorien.


    "Das Bild von Mengele als wahnsinniger, von Dämonen getriebener Mensch, der groteske und sadistische Impulse auslebte, sollte von etwas vielleicht noch Beunruhigenderem abgelöst werden. Mengele gehörte zur wissenschaftlichen Avantgarde und genoss das Vertrauen und die Förderung der führenden Vertreter seines Felds. Die Wissenschaft, die er in Auschwitz betrieb, war - soweit wir sie rekonstruieren können - nicht anormal, sondern passte zu Forschungen, die von anderen Vertretern des wissenschaftlichen Establishments betrieben wurde. Diese Forschungen waren kriminell - und abscheulich -, weil alle Beschränkungen fehlten, die im Normalfall die Versuchungen und den Ehrgeiz regulierten, die wissenschaftliche Forschungen über ethische Grenzen treiben können. Mengele und seine Forschung als anormal und bizarr einzustufen, ist vielleicht bequemer als zu verstehen, dass er das Produkt - und das Versprechen - eines viel größeren Systems des Denkens und Handelns war. Es ist leichter, jemand als einzelnes Monster abzutun, als anzuerkennen, dass das Montröse auch aus bis dahin respektierten und etablierten Institutioen hervorgehen kann."

    (Quelle: David G. Marwell, Mengele - Biographie eines Massenmörders, wbg/Theiss, 2021, S.128-129)


    Übrigens brandneu erschien, bitte daher auch unbedingt lesen.:thumbup:


    Beste Grüße

    Daniel

    Hallo,


    hier ein interessanter Hinweis zu Major d.SchP. Otto Mann. Vielleicht kann Werner dazu noch etwas ergänzen?


    "Major der Schp. Mann hat sich als Führer der Panzer-Komp. beim Einsatz und Vormarsch des Pol.-Regts. 3 im Rahmen der 14. Armee während des polnischen Feldzuges durch vorzügliche Führung seiner Komp. hervorgetan. Major Mann war wiederholt persönlich bei den Kämpfen mit Aufständischen in Ostoberschlesien unter erheblicher feindlicher Waffeneinwirkung beteiligt und hat hierbei mit Mut und Entschlossenheit seine Panzer-Komp. erfolgreich geführt. Auf Grund seines persönlichen Verhaltens bei der Besetzung der polnischen Gebiete unter feindlicher Waffeneinwirkung und in Anerkennung seiner guten Leistungen beim Einsatz in Polen wird er der Auszeichnung für würdig gehalten."

    (Quelle: Verleihungsvorschlag, undatiert, für: Mann, Otto, Geburtstag: 15.12.1901, Dienstgrad: Major d.SchP., Einsatzstelle: Pol.Regt. 3)


    Grüße

    Daniel

    Hallo,


    als Ergänzung, zur weiteren Aufklärung und zum besseren Verständnis.


    In der der Zeit vom 20.06.1940 bis 31.12.1941 waren bei der Schutzpolizei Litzmannstadt folgende Neuaufstellungen bzw. Einrichtungen zu verzeichnen:

    1 Polizei-Bataillon

    1 Polizei-Bataillon (2 Kompanien), dem ausserdem 1 Kompanie Polizei-Reserve zur Ausbildung zugeteilt ist

    1 Reserve-Polizei-Bataillon (Ghetto), 2 Kompanien


    Mit dem Stande vom 31.12.1941 waren folgende Dienststellen bzw. Einrichtungen der Schutzpolizei Litzmannstadt/Pabianice vorhanden:

    1 Polizei-Bataillon, 3 Kompanien (Barackenlager)

    1 Reserve-Polizei-Bataillon (Ghetto), 2 Kompanien, 2 Unterkunftswachen und 6 Ghettowachen

    1 Hilfspolizei-Bataillon für Aufgaben der UWZ, 10 Wachen

    1 Polizei-Schwadron (1 offene und 1 gedeckte Reitbahn)


    Aufbau des Polizei-Bataillons Litzmannstadt:

    Am 01.07.1940 waren bei der PV Litzmannstadt rund 1800 Hilfspolizisten eingestellt worden. Nach Abgabe von insgesamt 225 Mann zur PV Posen und 50 Mann zum Ausbildungs-Bataillon Alexandrow verblieben 1525 Mann. Diese waren in zwei Unterkünften zu zwei Bataillonen zusammengefasst. Rund 500 Mann versahen Revier-Einzeldienst und waren nicht kaserniert. 120 Mann befanden sich zur Ausbildung auf der Polizei-Schule in Gnesen. Während das eine Bataillon als "z.b.V.-Batl." zur Bewachung von UWZ-Lagern und zu Transporten der UWZ eingesetzt wurde, fand das andere Bataillon bei Evakuierungen, Transporten, als Einsatz-Reserve des Kommandos, sowie zur Gestellung von Polizei-Wachen Verwendung.

    Nachdem Mitte September 1940 die Ausbildung der Hilfspolizisten einen gewissen Abschluss gefunden hatte, konnten am 20. und 30.09.1940, einschließlich der von Alexandrow überwiesenen 249 Anwärter 890 Mann ins Beamtenverhältnis übernommen werden. Hiervon waren 590 Mann in den Einzeldienst versetzt worden. Die Absicht, aus den Jahrgängen 1917 und jünger das etatmäßige Polizei-Bataillon Litzmannstadt aufzustellen, scheiterte daran, daß die Wehrmacht diese Jahrgänge zum Heeresdienst einberief. Von den restlichen 300 Wachtmeistern und Anwärtern waren bisher 242 zur Wehrmacht bzw. zum RAD einberufen und 37 Mann in die SS- und Polizei-Division abgegeben worden.

    An Hilfspolizisten wurden 255 Mann zur Wehrmacht bzw. RAD und 35 Mann zur SS- und Polizei-Division einberufen.

    Am 01.04.1941 übernahm die PV Litzmannstadt von dem Reserve-Polizei-Bataillon 101 die Überwachung des Ghettos Litzmannstadt. Zu diesem Zweck wurden der Schutzpolizei Litzmannsatdt 400 Polizei-Reservisten aus dem Altreich überwiesen, die in 2 Kompanien zu je 200 Mann geteilt, in den ehemaligen Unterkünften des Reserve-Polizei-Bataillon 101 untergebracht werden konnten. Am 06.09.1941 wurde die Ghettobewachung sowie die 2 für die Bewachung abgestellten Kompanien aus taktischen Gründen dem hiesigen S.Ak.Nord, in dessen Bereich das Ghetto liegt, untertstellt.

    Am 4. und 05.09.1941 räumte das Polizei-Bataillon Litzmannstadt seine bisherigen Unterkünfte und siedelte in das neu erbaute Barackenlager der Ordnungspolizei, Böhm. Linie 219, über.

    Durch Versetzung mehrerer Wachtmeister zum Revier-Einzeldienst wurde am 05.11.1941 die Auflösung der 3. Kompanie des Polizei-Bataillons notwendig. Der Rest der Kompanie fand zur Auffüllung der 1. und 2. Kompanie Verwendung.

    Am 21.11.1941 wurden von der PV Litzmannstadt 111 Polizei-Reservisten einberufen und dem Polizei-Bataillon zur Ausbildung überwiesen.

    Das Polizei-Bataillon Litzmannstadt setzt sich demnach zur Zeit wie folgt zusammen:

    98 Mann von einer SS- und Polizei-Division,

    40 Mann vom Ausbildungs-Bataillon Königsberg,

    58 Mann vom Ausbildungs-Bataillon Wien-Kagran,

    56 Mann frühere Hilfspolizisten,

    61 Mann von aufgelösten Ausbildungs-Bataillonen im Reich,

    111 Polizei-Reservisten von Litzmannstadt.

    Das noch bestehende Hilfspolizei-Bataillon in Stärke von 436 Mann ist etwa zur Hälfte kaserniert und verrichtet den von der UWZ geforderten Dienst (Lagerbewachung, Evakuierungen, Transporte pp.) Eine Kompanie ist zur Bewachung des Erw.-Polizei-Gefängnisses Radegast abgestellt.

    (Quelle: Kdo. d. SchuPo S 1a, Bericht über den Weiteraufbau und die Tätigkeit der SchuPo Litzmannstadt vom 20.06.1940 bis 31.12.1941, Litzmannstadt, 30.01.1942)


    Zum Polizei-Wach-Bataillon II Litzmannnstadt (z.Zt. im auswärtigen Einsatz in Krakau) waren abgeordnet:

    Major d.SchP. Holtgraefe

    Hauptmann d.SchP. Laggies

    Rev.-Leutnant d.SchP. Zimmermann

    Rev.-Leutnant d.SchP. Buckmann

    Rev.-Leutnant d.SchP. Barthuszies

    Rev.-Leutnant d.SchP. Wendland

    (Quelle: Kdo. d. SchuPo Litzmannstadt, Offiziersstellenbesetzung nach dem Stande vom 07.07.1943)


    Grüße

    Daniel

    Hallo Rolandus,


    das Dokument stammt von einer Kommandeursbesprechung vom 15.01.1940, passt also.

    Demnach war GÖRS mindestens vom 15.01.1940 - 28.09.1940 Kommandeur des Polizei-Bataillons 31.


    @ Frank

    Durchaus möglich, wobei ich aber aktuell mehr zu NEUBERH tendiere, da ich den letzten Buchstaben eher für ein h halte als für ein t.

    Aber bei Unterschriften ist ja generell vieles möglich.


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo Diana,


    vielen Dank für deine Einschätzung.

    Möws und Neubert waren auch meine erste Vermutung.


    Den Kommandeur konnte ich mittlerweile eruieren, wäre ich aber nie selbst drauf gekommen.


    Bataillons-Kommandeur:

    Major d.SchP. Heinrich GÖRS

    01.jpg


    Beim Chef der 1./Polizei-Bataillon 31 Neubert(h) vermute ich Oberleutnant d.SchP. Gustave NEUBERH, kann ich aber momentan noch nicht eindeutig belegen.


    Liebe Grüße

    Daniel

    Hallo,


    ein Zufallsfund.

    Vielleicht hat jemand Lust zu ergänzen?


    03.jpg


    Hier bereits meinerseits entzifferte Namen.


    Bataillons-Adjutant:

    Leutnant d.SchP. Rudi IRMER (07.06.1940)

    Leutnant d.SchP. STEIN (29.07.1940)


    3./Polizei-Bataillon 31

    Kompanie-Chef:

    Oberleutnant d.SchP. ADAM (11.04.1940 - 28.09.1940)


    4./Polizei-Bataillon 31

    Kompanie-Chef:

    Hauptmann d.SchP. Georg HIEMER (11.04.1940 - 28.09.1940)

    Er war zeitweise auch stellv. Bataillons-Führer.


    Die 2./Polizei-Bataillon 31 war scheinbar nicht in Litzmannstadt stationiert?


    Grüße

    Daniel