Posts by dr.rudolf

    Hallo Frank,


    im Rahmen der Gleichschaltung und der Übernahme des Innenressorts durch

    Heinrich HIMMLER wurden viele Polizeibeamte (zwangsweise) in die SS, Gestapo

    usw. übernommen und hatten dann zwei Dienstgrade.

    "KK" müsste m.E. "Kriminalkommisar" heißen.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

    Das war 1971 und kein Hahn krähte danach, wenn man lange Haare hatte. Bei der Einkleidung bekam jeder ein Haarnetz, ob lange Haare oder nicht.

    Ja, ja, das war (neben der BigBand der Bundeswehr) das Erbe von Helmut Schmidt !

    Aber an der Luftlande-/Lufttransport-Schule kümmerte sich kaum einer darum.

    Wir gingen zum Friseur neben dem Wachlokal, der fragte "Fallschirmspringer oder

    Einzelkämpfer ?" und bei "Einzelkämpfer" gab es kein Halten mehr, die Haare waren

    weg . . . restlos !


    Zum Problem des Rasierens:

    Wir haben das auch nicht so ernst genommen, unsere Ausbilder aber schon. Im Waldlager

    beim Sauwaldhof entdeckte der Hauptgefreite leichte Flaumspuren an Kinn und Wangen

    der angehenden Einzelkämpfer, also lautete der Befehl: "In 10 Minuten stehen Sie hier, aber rasiert !"

    Wir waren nicht darauf gefasst, aber einer hatte Einwegrasierer dabei. Nun an den Gebirgsbach

    mit dem Spiegel vom Kompass geschaut und mit eiskaltem Wasser und Einwegrasierer zur

    Tat geschritten. Das glich eher einem "Schlachtfest", aber der "Bart" war ab und der Ausbilder

    zufrieden . . .


    Gruß
    Rudolf

    Hallo Roland,


    schade, dass der Befehl nicht besser lesbar ist !

    Ich habe mal die dazu passende Schilderung der Kämpfe aus "meinem" Buch

    Hans-Günther UNGER; Landsknecht oder idealistischer Trottel ?

    Teil II, Norderstedt 2017

    angehängt. Diese Kämpfe waren ein Fiasko für das Bataillon.

    Aber vielleicht sind die Auszüge ja für den einen oder anderen von Interesse.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)


    P.S. Zwei weitere Auszüge hänge ich anschließend wegen der Dateianzahl an.

    gestern lief um 23.50 Uhr in der ARD eine Dokumentation mit dem Titel "Soldaten",

    Hallo J.H.,


    das ist die "begeisternde" Programmpolitik der öffentlich-rechtlichen

    Sendeanstalten:

    Um 20:15, zur besten Sendezeit, gibt es nur Mist (3. Wiederholung eines

    "Amsterdam-/Bozen- oder sonstigen Krimis" und die interessanten Beiträge

    kommen zu Zeiten, wo jeder normale Mensch schläft . . .


    Weiter so !

    Rudolf

    Hallo J.H.,


    Du traust Dich aber was: Jetzt noch Fußball ?

    Und dann auch noch ausgerechnet englischen !


    (Aber vielleicht wurde ja schon damals die Grundlage

    für unser vorgestriges Debakel gelegt ?!?)


    Gruß

    Rudolf

    Man wollte keine höheren Offiziere in die BW übernehmen, die von der SED geprägt waren.

    Mein lieber Bert,


    ganz so einfach war das Ganze dann doch nicht; denn eine Entlassung eines

    ehemaligen NVA-Offiziers musste im Zweifelsfall auch "gerichtsfest" sein und

    im Falle einer Klage Bestand haben.

    Die Übernahme/Nichtübernahme ist eindeutig im Einigungsvertrag in

    "Anlage I Kapitel XIX B II Sachgebiet B" geregelt.

    Hier nur zwei Auszüge (Beispiele):


    - "§ 7

    (1) Ein Soldat auf Zeit oder Berufssoldat der ehemaligen Nationalen Volksarmee ist zu entlassen, wenn er dies beantragt. Ein Soldat auf Zeit ist zu entlassen, wenn die festgesetzte Dienstzeit endet. Ein Berufssoldat kann entlassen werden, wenn er die nach bisherigem Recht geltende Mindestdienstzeit erreicht oder überschritten hat. Ein Soldat auf Zeit oder Berufssoldat kann ferner entlassen werden,

    1.wenn er wegen mangelnder fachlicher Qualifikation oder persönlicher Eignung den Anforderungen nicht entspricht,

    2.wenn er wegen mangelnden Bedarfs nicht mehr verwendbar ist oder

    3.wenn die bisherige Beschäftigungsstelle ganz oder teilweise aufgelöst wird oder bei Verschmelzung, Eingliederung oder wesentlicher Änderung ihres Aufbaus die bisherige oder eine anderweitige Verwendung nicht mehr möglich ist.

    . . .

    (2) Ein Soldat auf Zeit oder Berufssoldat der ehemaligen Nationalen Volksarmee ist zu entlassen, wenn er

    1.gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit verstoßen hat, insbesondere die im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte vom 19. Dezember 1966 gewährleisteten Menschenrechte oder die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948 enthaltenen Grundsätze verletzt hat oder

    2.für das frühere Ministerium für Staatssicherheit/Amt für Nationale Sicherheit tätig war

    und dadurch die Fortsetzung des Dienstverhältnisses unzumutbar erscheint."


    - "§ 8

    (4) Der Bundesminister der Verteidigung entscheidet über eine Verlängerung der Dienstzeit und über die Übernahme zum Berufssoldaten. Er hört vor der Übernahme von Offizieren zu Berufssoldaten einen unabhängigen Ausschuß zur persönlichen Eignung an. Zusammensetzung, Befugnisse und Verfahren dieses Ausschusses regelt die Bundesregierung. Die Ernennung zum Berufssoldaten ist in der Regel nicht zulässig, wenn der Bewerber das 50. Lebensjahr vollendet hat."


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

    Im II. WK wurden zurück gekehrte Soldaten, die als Vermisst galten oder einfach

    nur bei einem der vielen Rückzüge an der Ostfront von ihrer Truppe getrennt wurden

    verhört und jeder musste genaue Angaben machen über den hergang usw.

    Hallo uwys,


    das NS-Regime war ja nicht blind !
    Über die Geheime Feldpolizei war man sich zu jedem Zeitpunkt im Klaren,

    wie die Stimmung in der Truppe im Hinblick auf die Akzeptanz des Krieges

    war, und je klarer die Niederlage wurde, umso mehr griffen Desertion/Überlaufen

    und/oder Selbstverstümmelungen um sich. Nur mit entsprechend verschärften

    Untersuchungen und Verhörmethoden konnte man da "gegensteuern". Daran

    schlossen sich dann entsprechend drakonische Bestrafungen an. Das gehörte

    ganz einfach zur Überlebensstrategie des Systems.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

    . . . welch großes Misstrauen die Führung selbst den Offizieren

    entgegenbrachte.

    Hallo uwys,


    Deine Wertung in allen Ehren, aber ich vermute, dass es sich hier

    um "verwaltungstechnische Routine" nach dem Versorgungsrecht

    handelte. Es machte einen Unterschied, ob der Soldat übergelaufen/

    desertiert war oder gefallen/vermisst.

    Die Wortwahl des Vorgesetzten muss nicht der Realität entsprochen

    haben, bestimmt wollte er ganz sicher gehen, dass der Leutnant

    als "vermißt" geführt werden sollte, und hat es daher extrem system-

    konform formuliert.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

    in einem Haus(anscheinend ehemaliger Bauernhof) im Sauwald.

    Hallo Rainer,


    der "Sauwaldhof" war ein ehemaliger Bauernhof und Außenstelle der

    Einzelkämpfer-Inspektion der LL/LTS. Er war schon erworben worden

    als Franz-Josef Strauß Landrat in Schongau war.

    Obwohl schon "vorgebirgig" wurde das umliegende Gelände auch

    als Sprunggelände genutzt, was nicht unproblematisch war, sowohl

    vom Gelände als auch von den Turbulenzen . . .


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

    . . . hier noch ein Bericht vom Spiegel über U-Boot Kapitän Oskar Kusch,

    Hallo zusammen,


    da nun mehrfach das Schicksal des Oberleutnant z.S. Oskar KUSCH erwähnt wurde, möchte ich einige Punkte dazu beitragen und hoffe, dass sie ein wenig Klärung bringen, v.a. was sein irrationales Verhalten, mit dem er sich sehenden Auges in Lebensgefahr gebracht hat, angeht :

    Zum Sachverhalt selbst kann ich nur das bereits erwähnte - akribisch recherchierte - Buch von Heinrich WALLE empfehlen

    Die Tragödie des Oberleutnants zur See Oskar Kusch. Hrsg. im Auftr. der Ranke-Gesellschaft, Vereinigung für Geschichte im Öffentlichen Leben e.V. und dem Deutschen Marine-Institut von Michael Salewski und Christian Giermann

    In diesem Zusammenhang hatte ich auch mit dem Autor Kontakt.

    Oskar KUSCH war ein Schulkamerad meines Schwiegervaters in BERLIN (er war der mit „Roland“ titulierte Briefempfänger). Leider ist mein Schwiegervater inzwischen aufgrund seines Alters (102) nicht mehr „aufnahmefähig“ und als ich mit ihm vor einigen Jahren über Oskar KUSCH gesprochen habe, hatte ich den Eindruck, dass ihre Freundschaft kaum über eine Schulfreundschaft hinausging und die späteren Vorgänge um Anklage, Verurteilung und Hinrichtung aufgrund eigener Kriegsteilnahme an ihm vorbeigegangen sind bzw. er sie erst später aus zweiter oder dritter Hand erfahren hat. Ebenso kann ich mir aus der Personenkenntnis meines Schwiegervaters kaum ein gegenseitiges „Befruchten“ im Hinblick auf Kritik am NS-System vorstellen.

    Was aber weiterhelfen könnte, Beweggründe und Motivation des Oskar KUSCH zu erhellen, ist die Tatsache, dass er durch den Vater meines Schwiegervaters (Großvater meiner Ehefrau) Nachhilfestunden bekommen hat. Dieser Mann, Konrat F. ZIEGLER, war schon seit der Weimarer Zeit als Rektor der Universität GREIFSWALD ausgesprochen systemkritisch und ist keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen. Er war Menschenfreund, politisch engagiert und ein exzellenter Wissenschaftler. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er entlassen, sein Ruhegehalt gekürzt und er stand unter Beobachtung der Gestapo.

    Er zog mit seiner Familie nach BERLIN, ließ sich trotz Publikationsverbots nicht mundtot machen und half, wo er nur konnte, jüdischen Mitmenschen aus seinem Bekannten- und Freundeskreis. Um das finanzielle Auskommen seiner siebenköpfigen Familie sicherzustellen, gab er Gymnasiaten Nachhilfestunden. Bei diesen wird es nicht bei Altgriechisch und Latein geblieben sein, denn speziell in der Person des Oskar KUSCH und seinem Verhalten erkennt man fast eine Kopie des Konrat ZIEGLER. Wie es in den Einzelheiten nicht einmal der Familie bekannt war und erst durch die eingehenden Ermittlungen im Zuge seiner posthumen Ehrung als „Gerechter unter den Völkern“ ans Licht kam, hat er - obwohl mehrfach von der Gestapo vorgeladen, verhört und inhaftiert - nicht aufgehört, gegen das Regime zu opponieren und dabei Taten begangen, die durchaus mit der Todesstrafe bedroht waren. Auch er hat sehenden Auges Gesundheit und Leben, sowie die Existenzgrundlage seiner Familie um seiner Überzeugung willen aufs Spiel gesetzt.

    Auch der Ratschlag, sich nach dem Abitur freiwillig zur Kriegsmarine zu melden, um dem NS-Regime zumindest zeitlich begrenzt entzogen zu sein, könnte von Konrat ZIEGLER stammen, denn genau diesen Vorschlag hat er seinem Sohn Roland für die Wehrmacht gemacht.

    Ich durfte Konrat F. ZIEGLER 1973 noch persönlich kennenlernen, ein freundlicher, bescheidener 89-jähriger Herr, mit dem man sich gut unterhalten konnte, der aber NIXON und den Vietnam-Krieg in drastischen Worten verurteilte. Da kam noch etwas von dem früheren Kämpfer und Systemkritiker hervor.

    Für die These, dass Oskar KUSCH sich von Konrat ZIEGLER beeinflussen ließ oder ihn gar in seiner systemkritischen Haltung zum Vorbild nahm, gibt es trotz eingehender Recherchen keine Beweise. Nur die Tatsache, dass beide sehr viel Zeit miteinander verbracht haben und sie sich in ihrem Verhalten gegenüber dem NS-Regime so sehr ähnelten, lässt diesen Zusammenhang möglich erscheinen und wäre eine Erklärung für das irrationale Verhalten des Oskar KUSCH. Meine Frau und ich gingen in der Diskussion sogar so weit, dass wir uns des Eindrucks nicht erwehren konnten, dass ihr Großvater in Oskar KUSCH eher einen geistigen „Verbündeten“ gesehen hat als in seinen eigenen Söhnen.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)


    P.S. Hier noch einmal: Konrat F. ZIEGLER

    . . . und der Rest !

    . . . nun das dritte "Paket" !

    Das Dokument ist zu groß; ich muss die 19 Seiten

    separat einstellen !