Posts by dr.rudolf

    Im II. WK wurden zurück gekehrte Soldaten, die als Vermisst galten oder einfach

    nur bei einem der vielen Rückzüge an der Ostfront von ihrer Truppe getrennt wurden

    verhört und jeder musste genaue Angaben machen über den hergang usw.

    Hallo uwys,


    das NS-Regime war ja nicht blind !
    Über die Geheime Feldpolizei war man sich zu jedem Zeitpunkt im Klaren,

    wie die Stimmung in der Truppe im Hinblick auf die Akzeptanz des Krieges

    war, und je klarer die Niederlage wurde, umso mehr griffen Desertion/Überlaufen

    und/oder Selbstverstümmelungen um sich. Nur mit entsprechend verschärften

    Untersuchungen und Verhörmethoden konnte man da "gegensteuern". Daran

    schlossen sich dann entsprechend drakonische Bestrafungen an. Das gehörte

    ganz einfach zur Überlebensstrategie des Systems.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

    . . . welch großes Misstrauen die Führung selbst den Offizieren

    entgegenbrachte.

    Hallo uwys,


    Deine Wertung in allen Ehren, aber ich vermute, dass es sich hier

    um "verwaltungstechnische Routine" nach dem Versorgungsrecht

    handelte. Es machte einen Unterschied, ob der Soldat übergelaufen/

    desertiert war oder gefallen/vermisst.

    Die Wortwahl des Vorgesetzten muss nicht der Realität entsprochen

    haben, bestimmt wollte er ganz sicher gehen, dass der Leutnant

    als "vermißt" geführt werden sollte, und hat es daher extrem system-

    konform formuliert.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

    in einem Haus(anscheinend ehemaliger Bauernhof) im Sauwald.

    Hallo Rainer,


    der "Sauwaldhof" war ein ehemaliger Bauernhof und Außenstelle der

    Einzelkämpfer-Inspektion der LL/LTS. Er war schon erworben worden

    als Franz-Josef Strauß Landrat in Schongau war.

    Obwohl schon "vorgebirgig" wurde das umliegende Gelände auch

    als Sprunggelände genutzt, was nicht unproblematisch war, sowohl

    vom Gelände als auch von den Turbulenzen . . .


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

    . . . hier noch ein Bericht vom Spiegel über U-Boot Kapitän Oskar Kusch,

    Hallo zusammen,


    da nun mehrfach das Schicksal des Oberleutnant z.S. Oskar KUSCH erwähnt wurde, möchte ich einige Punkte dazu beitragen und hoffe, dass sie ein wenig Klärung bringen, v.a. was sein irrationales Verhalten, mit dem er sich sehenden Auges in Lebensgefahr gebracht hat, angeht :

    Zum Sachverhalt selbst kann ich nur das bereits erwähnte - akribisch recherchierte - Buch von Heinrich WALLE empfehlen

    Die Tragödie des Oberleutnants zur See Oskar Kusch. Hrsg. im Auftr. der Ranke-Gesellschaft, Vereinigung für Geschichte im Öffentlichen Leben e.V. und dem Deutschen Marine-Institut von Michael Salewski und Christian Giermann

    In diesem Zusammenhang hatte ich auch mit dem Autor Kontakt.

    Oskar KUSCH war ein Schulkamerad meines Schwiegervaters in BERLIN (er war der mit „Roland“ titulierte Briefempfänger). Leider ist mein Schwiegervater inzwischen aufgrund seines Alters (102) nicht mehr „aufnahmefähig“ und als ich mit ihm vor einigen Jahren über Oskar KUSCH gesprochen habe, hatte ich den Eindruck, dass ihre Freundschaft kaum über eine Schulfreundschaft hinausging und die späteren Vorgänge um Anklage, Verurteilung und Hinrichtung aufgrund eigener Kriegsteilnahme an ihm vorbeigegangen sind bzw. er sie erst später aus zweiter oder dritter Hand erfahren hat. Ebenso kann ich mir aus der Personenkenntnis meines Schwiegervaters kaum ein gegenseitiges „Befruchten“ im Hinblick auf Kritik am NS-System vorstellen.

    Was aber weiterhelfen könnte, Beweggründe und Motivation des Oskar KUSCH zu erhellen, ist die Tatsache, dass er durch den Vater meines Schwiegervaters (Großvater meiner Ehefrau) Nachhilfestunden bekommen hat. Dieser Mann, Konrat F. ZIEGLER, war schon seit der Weimarer Zeit als Rektor der Universität GREIFSWALD ausgesprochen systemkritisch und ist keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen. Er war Menschenfreund, politisch engagiert und ein exzellenter Wissenschaftler. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er entlassen, sein Ruhegehalt gekürzt und er stand unter Beobachtung der Gestapo.

    Er zog mit seiner Familie nach BERLIN, ließ sich trotz Publikationsverbots nicht mundtot machen und half, wo er nur konnte, jüdischen Mitmenschen aus seinem Bekannten- und Freundeskreis. Um das finanzielle Auskommen seiner siebenköpfigen Familie sicherzustellen, gab er Gymnasiaten Nachhilfestunden. Bei diesen wird es nicht bei Altgriechisch und Latein geblieben sein, denn speziell in der Person des Oskar KUSCH und seinem Verhalten erkennt man fast eine Kopie des Konrat ZIEGLER. Wie es in den Einzelheiten nicht einmal der Familie bekannt war und erst durch die eingehenden Ermittlungen im Zuge seiner posthumen Ehrung als „Gerechter unter den Völkern“ ans Licht kam, hat er - obwohl mehrfach von der Gestapo vorgeladen, verhört und inhaftiert - nicht aufgehört, gegen das Regime zu opponieren und dabei Taten begangen, die durchaus mit der Todesstrafe bedroht waren. Auch er hat sehenden Auges Gesundheit und Leben, sowie die Existenzgrundlage seiner Familie um seiner Überzeugung willen aufs Spiel gesetzt.

    Auch der Ratschlag, sich nach dem Abitur freiwillig zur Kriegsmarine zu melden, um dem NS-Regime zumindest zeitlich begrenzt entzogen zu sein, könnte von Konrat ZIEGLER stammen, denn genau diesen Vorschlag hat er seinem Sohn Roland für die Wehrmacht gemacht.

    Ich durfte Konrat F. ZIEGLER 1973 noch persönlich kennenlernen, ein freundlicher, bescheidener 89-jähriger Herr, mit dem man sich gut unterhalten konnte, der aber NIXON und den Vietnam-Krieg in drastischen Worten verurteilte. Da kam noch etwas von dem früheren Kämpfer und Systemkritiker hervor.

    Für die These, dass Oskar KUSCH sich von Konrat ZIEGLER beeinflussen ließ oder ihn gar in seiner systemkritischen Haltung zum Vorbild nahm, gibt es trotz eingehender Recherchen keine Beweise. Nur die Tatsache, dass beide sehr viel Zeit miteinander verbracht haben und sie sich in ihrem Verhalten gegenüber dem NS-Regime so sehr ähnelten, lässt diesen Zusammenhang möglich erscheinen und wäre eine Erklärung für das irrationale Verhalten des Oskar KUSCH. Meine Frau und ich gingen in der Diskussion sogar so weit, dass wir uns des Eindrucks nicht erwehren konnten, dass ihr Großvater in Oskar KUSCH eher einen geistigen „Verbündeten“ gesehen hat als in seinen eigenen Söhnen.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)


    P.S. Hier noch einmal: Konrat F. ZIEGLER

    . . . und der Rest !

    . . . nun das dritte "Paket" !

    Das Dokument ist zu groß; ich muss die 19 Seiten

    separat einstellen !

    Hallo zusammen,


    ich weiß nicht, ob das anhängende Dokument bereits bekannt

    oder gar hier schon veröffentlicht wurde.

    Marco DRÄGER; Der Umgang mit Opfern der Wehrmachtjustiz auf

    Soldatenfriedhöfen und Kriegsgräberstätten 1939-2015.


    Man möge mir verzeihen, wennich unwissentlich eine "Dublette"

    geschaffen habe.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

    Hallo zusammen,


    im Jahr 1970, während des Einzelkämpfer-Lehrgangs war

    unser Nachtlager in SCHONGAU im Sauwald-Hof auf der

    Tenne eine dicke Lage Stroh, abgedeckt mit ausgesonderten

    Fallschirmen.

    Ich habe selten besser geschlafen (ob es an der seidenen

    Bettwäsche lag ?).


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

    ich habe sowohl Wehrpass als auch Soldbuch meines Vaters, WASt-Auskunft ebenso. Für bestimmte Zeiträume stimmt nichts überein.

    Hallo Rainer, hallo zusammen,


    ich greife mal diesen "Uralt-Beitrag" erneut auf !

    Wenn im Einzelfall Diskrepanzen zwischen Personalpapieren (Wehrpass, Soldbuch)

    und Angaben der WASt bestehen, so heißt das nicht, dass die WASt-Angaben

    IMMER inkorrekt sind. Und auch die Aussage "Personalpapiere liegen nicht vor"

    bedeutet im Hinblick auf die Zuverlässigkeit der Auskunft nichts Besonderes.

    Die Hauptgundlage der WASt-Angaben sind die Erkennungsmarkenlisten

    und die regelmäßigen Veränderungsmeldungen der Truppenteile. Diese

    sind nur insofern unzuverlässig als es - wie überall - Übertragungsfehler gab,

    Meldungen nicht abgesetzt wurden oder gerade gegen Ende des Krieges

    verloren gegangen sind.

    Die übrigen Papiere (Soldbuch und/oder Wehrpass) wurden sowieso - falls

    vorhanden - erst nach dem Tod des Soldaten an die WASt gesandt.


    Um den Werdegang des Soldaten aufzugreifen:

    Es zeichnet sich wohl ab, dass er regulär seinen Wehrdienst bei der 11./Inf.Rgt. 110

    in Heidelberg von 1936 bis 1938 absolviert hat. Das passt auch zum damaligen

    Wohnort ZIEGLEHAUSEN. Dann wurde er wohl entlassen und mit Kriegsbeginn

    wieder eingezogen, doch - warum auch immer - nicht zum IR 110.

    Das passt auch zu dem Foto vom Eiffelturm, denn das IR 110 war (als Besatzungstruppe)

    nur bis Ende September 1940 in Frankreich (Einzug in HEIDELBERG: 01.10.1940).

    Insofern stimmt dann die WASt-Auskunft wohl mit dem Foto überein.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

    Seine Mutter hatte eine jüdische Mutter sein Vater fiel in der 1942 in der Ukraine

    Dadurch wurde die Familie als "deutschblütig" eingestuft!

    Was ein perverses System

    Hallo zusammen,


    der Film war sehr interessant; v.a. weil er eigentlich keine (übliche) "Schwarz-Weiß-Malerei",

    hier das NS-System, dort die Verfolgten, zeigte, sondern die Zerissenheit einer Familie

    bzw. in Besonderheit des Ehemannes zwischen seinen Wertvorstellungen, dem Ehrgefühl

    und der Liebe zu seiner Frau.

    Insofern war nicht nur das System pervers, sondern veranlasste die Menschen auch zu

    "perversem" Handeln.

    Nach Ende des Films sagte ich zu meiner Frau: Ich hätte mich nicht gewundert, wenn

    der "Titelheld" MACHEMER - hätte er den Bescheid der "Deutschblütigkeit" erleben

    dürfen - zu einem glühenden Nazi mutiert wäre.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

    Hallo zusammen,


    erstaunlich, was Ihr da zuammengetragen habt ! Zeigt es doch ein gehöriges

    Stück Normalität im Umgang miteinander.


    Vielleicht hätte ich noch erwähnen sollen, dass "meine" Gedenktafel auf eine

    Initiative der "Kameradschaft ehemaliger 110er" aus dem Jahr 1962 zurückgeht.

    Noch vor dem ersten Besuch de Gaulles in Deutschland und dem Abschluss

    des Elysée-Vertrags nahmen ehemalige Angehörige des Infanterie-Regiments 110

    Verbindung zu dem kleinen Dorf LICOURT auf, das sie im Zuge der Erzwingung

    des SOMME-Übergangs 1940 fast gänzlich zerstört hatten. Hier gingen also

    buchstäblich die Täter auf die Opfer zu . . .


    Ich könnte mir vorstellen, dass das wunderbare Denkmal in WINTZENBACH

    vielleicht auch ein wenig "identitätsstiftend" ist, denn das Elsass wusste ja

    seit 1870/71 in mehreren Kriegen nicht, auf welche Seite es eigentlich

    gehörte . . .


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

    Hallo zusammen,


    im Zuge der Recherchen zu einem neuen Buch bin ich auf etwas gestoßen,

    was ich so nicht für möglich gehalten hätte:

    Inzwischen hat die deutsch-französische Freundschaft für uns den Rang des

    Alltäglichen erlangt; Wir sind gleichberechtigte Partner in NATO und EU, es gibt

    gemischte deutsch-französische Heeresverbände, das Euro-Korps, Kanzler(in)

    und Staatspräsident sind seit de Gaulle und Adenauer freundschaftlich verbunden.


    Und trotzdem ist Frankreich eines der (wenigen) Länder, die sich - obwohl

    "Motor" des europäischen Gedankens - ihre nationalen Besonderheiten und

    ihren Nationalstolz als "Grande Nation" bewahrt und gepflegt haben.


    So war für mich auch folgendes - bei allen überwundenen Gegensätzen -

    bisher undenkbar:

    Eine deutsche Gedenktafel an einem französischen Kriegerdenkmal !


    Handelt es sich bei dem Denkmal in LICOURT/SOMME um eine Einmaligkeit

    oder wissen unsere "Frankreich-Kenner" noch von anderen vergleichbaren

    Monumenten ?


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)


    Fotos: APictche CC BY-SA 4.0

    Hallo zusammen,


    eine Armee ist ein militärischer Großverband, dem Armeekorps,

    Armeetruppenteile, Heerestruppenteile und (sonstige) selbständige

    Truppenteile unterstellt waren.

    Mit "Armee" spricht man also eher den Truppenkörper an.

    Da die Zusammensetzung einer Armee nicht "statisch" war, sondern

    aufragsbezogen variierte, hat es sich eingebürgert vom "Armee-

    Oberkommando" zu sprechen, wenn man die "konstanten" Führungsteile

    der Armee meinte.

    Der Gebrauch der Begriffe war jedoch oft verschwommen.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

    SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Franz Josef Huber und seiner Nachkriegs-Tätigkeit im BND

    Hallo zusammen,


    gerade der BND hat sich unmittelbar nach dem Krieg als Nachfolger der "Organisation Gehlen"

    im Hinblick auf die Aufarbeitung der Vergangenheit nicht gerade positiv hervorgetan . . .


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

    Zu Zeiten des Bundespräsidenten Lübke waren über ihn diverse Witze im Umlauf, da wurde niemand strafrechtlich belangt. Heute

    ist das ein klein wenig anders.

    Hallo Bert,


    sowohl die Situation als auch die Person müssen eben auch dazu angetan

    sein, dass über sie Witze gerissen werden. Ein Mann wie Steinmeier eignet

    sich per se nicht dafür.

    Aber es gab doch genug Witze über Wulff oder Schröder; was soll denn da

    heutzutage passieren ? Wenn es ganz hart wird, vielleicht eine Anzeige

    wegen übler Nachrede ?


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

    Hallo zusammen,


    in Ergänzung die gesamte Vita des Fw Anton SCHMID !

    Quelle: Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Yad Vashem


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)


    P.S. Wer einmal bei einer Ehrung eines "Gerechten unter den Völkern"

    dabei sein durfte (wie ich bei der posthumen Ehrung meines Schwieger-

    großvaters Konrat ZIEGLER), wird das nie vergessen.