Posts by Onkel Horst

    Guten Morgen,


    das Desinteresse der jüngeren Generation an den Katastrophen der Nazizeit kennen wir alle. Und hier sehe ich doch die entscheidende Aufgabe unseres Forums: immer wieder aufzuzeigen, was in Kriegen passiert, wie sind die Strukturen, die Hintergründe, welche Mechanismen wirken. Und das gelingt doch hier sehr gut. Ja, es ist eine gute Idee, mit den Jüngeren der Familie einen Spaziergang über militärische Friedhöfe zu machen. Dabei werden gewiß Fragen und Diskussionen entstehen.


    Beste Grüße


    Horst

    Moin,


    keine Zweifel können darüber herrschen, dass Rommel im "Milieu der Wehrmacht" ein geachteter Militärführer war. Persönlich und militärfachlich scheinbar anständig. Nur: er war Teil eines Mechanismus, der Millionen von Toten erzeugte, der Konzentrations- und Vernichtungslager schützte, das darf nie vergessen werden. Glorifizierungen sind da völlig unangebracht. Thomas ist völlig richtig davor, danke Dir.


    Beste Grüße

    Horst

    Moin,


    die nationalsozialistischen Verbrechen mit angeblich heute nicht erkannten Tötungen zu vergleichen, halte ich für ein starkes Stück. Wenn der Herr Klös dieses Satz tatsächlich gesagt hat, dann halte ich das für dummes Zeug und falsch. Es wird immer wieder unerkannte Tötungsdelikte geben, aber "hell erleuchtete Friedhöfe", völlige und polemische Übertreibung. Mehr ist dazu nicht zu sagen.


    Beste Grüße


    Horst

    Moin,


    für mich sind die Akteure des Widerstandes vom 20. Juli 1944 vorbildliche Persönlichkeiten, egal welchen politischen Lagern sie zuzuordnen waren, gleich auch, welche Vorstellungen sie für die "Zeit danach" hatten. Sie handelten mutig in einer Zeit, in der die Mehrheit der Zivilgesellschaft den Nazis zujubelte oder sich wegduckte. Alle diese Widerständler stehen für Werte wie Menschenrechte und Freiheit. Die heute gelegentlich geäußerte Kritik an Einzelnen dieser Personen gerät für mich ins Kleinkarierte. Bewahren wir die Erinnerungen an ihren Mut .


    Beste Grüße


    Horst

    Hallo,


    ja, Karl, da waren wir. In mittelalterlichen Kleidern gestecktes Personal, Essen wie im Mittelalter, Bier mit Honig, Musik auch wie vor Jahrhunderten. Die Olde Hansa sehr schön, nur völlig überlaufen. Ich hatte in Estland wunderbare Tage. Es war ganz sicher nicht mein letzter Besuch. Freunde schwärmen vom Tallinner Weihnachtsmarkt.


    Aber nun sitze ich meinem Dachstudio hier an der Kieler Förde und der Alltag hat mich wieder.


    Beste Grüße


    Horst

    Moin, besonders lieber Joseph,


    seit 10 Tagen bin ich auf einer Rundreise in Estland. Klar begleiten mich die Gedanken an das fürchterliche Geschehen hier. Soldatenfriedhöfe sind Zeugen. Es ist interessant, dass die Brutalitäten des früheren Sowjetregimes in der historischen Betrachtung heute eine wesentlich grössere Bedeutung haben als die der Nationalsozialisten. Esten erklären es damit, dass es hier nur wenige jüdische Familien gab...


    Die heutige Kultur der Esten zeigt eine unbändige Lust auf Freiheit, ich liebe dieses Land.


    Und lieber Joseph, lasse mich in der Nachbarschaft "Deiner" Hauptstadt dieses 75. Jahrestages gedenken.


    Beste Grüsse

    Horst

    Moin,


    es hat sich bis heute in der nachrichtendienstlichen Arbeit nichts geändert: Wer konspirativ unterwegs ist, bleibt unauffällig, zivil, hat einen Arbeitsnamen und eine "veränderte Legende", paßt also in seine Umgebung. Vergütungen/Entlohnungen für entsprechende Arbeit immer nur in bar. Ob dieses in der von deutscher Hausmeistermentalität bestimmten Bürokratie der Wehrmacht funktionierte, ich weiß es nicht.


    Beste Grüße


    Horst

    Moin Yannik,


    ich kann Dir leider keine Informationen zum Herr Bock liefern. Mich interessiert diese Personalie, weil ich in Oldenburg/Holstein lange lebte, dort zur Schule ging und später auch im nahen Putlos meine

    Zeit als SaZ leistete. Der heutige Kreis Ostholstein und der benachbarte Kreis Plön stecken im übrigen - die NS-Zeit betreffend - voller Geheimnisse. KZ-ähnliche Verhältnisse in Eutin, riesige Kriegsgefangenenlager. Die wohl 7.000 Toten aus den KZ´s in der Neustädter Bucht sind bekannt. Solltest Du weitere Informationen erhalten, wäre ich daran sehr interessiert.


    Beste Grüße


    Horst

    Moin,


    es muss sich um eine Verwechselung/Fehler handeln. Putlos (heute noch BW-Standort nahe Oldenburg in Holstein) passt nicht in "die gezeigte Karte". Putlos war für mich in meiner SaZ 2 Zeit und späteren Wehrübungen ein relevanter - aber langweiliger Standort.


    Beste Grüsse


    Horst

    Hallo,


    die Katastrophe in der Neustädter Bucht berührt mich (und viele Neustädter) bis heute deshalb, weil wir als Kinder noch einige Jahre lang menschliche Überreste an den Stränden fanden. Das war für alle eine besondere, kaum verständliche Situation. Ich bin dann später tiefer in die Vorgänge eingestiegen und alles wurde noch finsterer. Im Wasser schwimmende Überlebende KZ-Häftlinge wurden nicht gerettet, nur Besatzungsangehörige. Konnten die KZ´ler schwimmend das Ufer erreichen, wurden sie von HJ´lern und von wem auch immer beschossen. Es waren eben nicht die ärmsten Gesellschaftsschichten, das stimmt einfach nicht. Die Mörder kamen nach heutigen Begriffen aus der "Mittelschicht". Bei unserem letzten Nordtreffen in Heikendorf/Laboe hatten wir angedacht, unser nächstes Meeting in Neustadt zu planen, um Informationen zu der Neustädter Katastrophe auszutauschen.


    Keiner hier im Forum wird das Elend der Ostseeflüchtlinge vergessen, auch in meiner Familie gibt es dramatische Geschichten. Nur habe ich mich gestern zu einem anderen Thema geäußert. Aufrechnen oder gar relativieren, das geht gar nicht. Nicht in diesem Forum, sonst wäre ich weg.


    Beste Grüße


    Horst

    Hallo,


    ich erinnere daran, dass am 3. Mai 1945 in der Neustädter Bucht (Neustadt in Holstein) das Passagierschiff "Cap Arcona" und der Frachter "Thielbek" vermutlich durch einen furchtbaren Irrtum der britischen Streitkräfte bombardiert wurden. An Bord der Schiffe hatte die SS überwiegend Häftlinge des KZ Neuengamme getrieben, wohl über 7.000 Menschen fanden den Tod. Noch Jahre später fanden wir Kinder an den Stränden Zeugnisse dieser Katastrophe...


    Mit meiner Frau bin ich heute in Neustadt gewesen, auch um der Opfer zu gedenken. In einer sehenswerten Ausstellung im "zeittor" (Museum der Stadt) über die Nachkriegsjahre Neustadts wird auch dieser Katastrophe gedacht.


    Nein, der Holocaust darf nie vergessen werden, auch Diskussionen hierzu sind und bleiben notwendig.


    Nachdenkliche Grüße


    Horst

    Moin,


    es mag ja sein, dass in der Nazizeit die KZ`s vereinzelt verbrämt als "Konzertlager" bezeichnet wurden. Auch ich habe von diesem verharmlosenden Begriff gehört. Aber genau dieses Wort steht doch dafür, dass die brutale und menschentötende Wirklichkeit der KZ`s den Benutzern klar war. Man wollte relativieren, verharmlosen, nicht in Gefahr geraten. Nein, das Wort "Konzertlager" war ein die Wirklichkeit furchtbar verbiegendes Geschwätz. Und es wäre eine Lüge, wenn behauptet würde, dieses sei nur aus heutiger Erkenntnissicht so zu sehen. Mir sind durch Gespräche mit damaligen Zeitgenossen, auch aus meiner Familie, bekannt, Judenverfolgung und KZ´s waren kein Staatsgeheimnis.


    Beste Grüße


    Horst

    Moin,


    pardon, aber was hat die DDR-Geschichte mit den von Wolfgang dargelegten Gedanken zu tun? Genauso wie die die Bundesrepublik hat auch die SBZ und spätere DDR Akteure der NS-Zeit in verantwortliche Positionen aufsteigen lassen. Alles ganz schwierig. Und das Ende der DDR war eine Folge ihres ökonomischen Totalschadens und der neuen freiheitlichen Strukturen in den Nachbarländern. Wir vermischen hier Beiträge, die nicht zusammen passen. Ich jedenfalls habe keine Lust, auch nur ansatzweise Gedanken/Rechtfertigungsversuche von DDR-Grenzorganen, also "Einsatzmitteln" einer weiteren Diktatur, zu lesen.


    Beste Grüße


    Horst

    Moin,


    Hweni, bleibe auf dem Teppich. Keiner kann die Behauptung aufstellen, jedes NSDAP Mitglied sei an Massenmorden der Nazis unmittelbar mitschuldig. Insofern sind nicht alle als "Täter" zu bestrafen gewesen. Bis heute staune ich aber noch darüber, dass ungezählte NSDAP-Mitglieder, teilweise in hervorgehobenen Funktionen und mit blutbefleckter Vergangenheit, in der neuen deutschen Demokratie exellente öffentliche Funktionen erhielten. Ich lebe in Schleswig-Holstein und da hat die braune Vergangenheit viele Jahre lang eine große Rolle, eine für mich unerträgliche, gespielt. Aber das alles ist Vergangenheit, dennoch bin ich voller Sorge...


    Beste Grüße


    Horst

    Moin,

    in Schwentinental bei Kiel wurde jetzt ein vierter Blindgänger innerhalb sehr kurzer Zeit gefunden. Er liegt in einem geplanten Gewerbegebiet. Leider fehlt mir der Sachverstand, einen Bericht der Kieler Nachrichten von heute, kn-online.de, einzustellen, das Format (auch bei mir) stimmt nicht.


    Beste Grüße


    Horst