Posts by Jens

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    Original von Beni
    Also ich denke das die Kriese nicht der Auslöser war aber ganz unschuldig ist sie auch nicht denn dadurch hatte Hitler es leichter an die macht zukommen. Er versprach halt Arbeit für alle und ein bar andere positive dinge in dieser Zeit.


    Das ist der typische bürgerliche personalistische Geschichtsansatz.


    Glaubst du wirklich, das ein Einzelner normalsterblicher Mensch, ganz alleine einen Weltkrieg entfesseln kann?


    Ich halte das für esoterischen Quark.

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    Original von MadderCat
    Rohstoffe und Lebensmittel wurden nicht ausschliesslich von außen bezogen,
    die Länder waren schon teilweise selbstversorgend
    andere Länder (SU, USA,....) taten dies auch


    Deutschland, Japan und Italien müssen aber Lebensmittel im großen Maßstab importieren. Rohstoffe haben diese Länder fast gar nicht.


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    Original von MadderCat
    was exportieren ?
    das gerade gekaufte oder Arbeitsleistungen oder Rohstoffe??
    taten andere Länder auch


    Industrieprodukte.


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    Original von MadderCat
    ja, und zwar überall auf der Welt


    Von den anderen großen Industrienationen haben Frankreich und England riesigen Kolonialbesitz der Rohstoffe und Lebensmittel liefert und die USA exportieren sogar Lebensmittel und haben auch viele Rohstoffe.


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    Original von MadderCat
    dann wären wir ja in Anbetracht der aktuellen Weltwirtschaftlage wieder kurz vor einem Weltkrieg !!!


    Könnte passieren, das irgendein Land um wirtschaftlich zu überleben Krieg führen muss.

    Ich bin bei meiner Suche nach den Ursachen des 2. WK auf einige Dokumente gestossen, die mich zu folgender Überlegung gebracht haben:



    F: Was hatten Deutschland, Japan und Italien gemeinsam?


    A: Sie waren hochbevölkerte Länder die sich nicht selbst mit Rohstoffen und Lebensmitteln versorgen konnten.


    F: Wie kommen diese Länder an die benötigten Rohstoffe und Lebensmittel?


    A: Sie müssen sie kaufen.


    F: Woher haben sie das Geld dafür?


    A: Sie müssen dafür exportieren.


    F: Was passierte in der Weltwirtschaftskrise von 1929?


    A: Niemand kaufte mehr. Der Welthandel brach sogar zusammen.


    F: Wie kommen diese Länder dann an die benötigten Rohstoffe und Lebensmittel?


    A: Gar nicht!


    F: Was ist der Ausweg?


    A: Krieg! Zur Eroberung der Rohstoffe und Lebensmittel!



    Hier 2 Dokumente dazu:


    Aus Hitler Denkschrift zum Vierjahresplan vom August 1936:


    „Es ist aber gänzlich belanglos, diese Tatsachen immer wieder festzustellen, d. h. festzustellen, daß uns Lebensmittel oder Rohstoffe fehlen, sondern es ist entscheidend, jene Maßnahmen zu treffen, die für die Zukunft eine endgültige Lösung, für den Übergang eine vorübergehende Entlastung bringen können.
    Die endgültige Lösung liegt in einer Erweiterung des Lebensraumes bzw. der Rohstoff- und Ernährungsbasis unseres Volkes. Es ist die Aufgabe der politischen Führung, diese Frage dereinst zu lösen. […]


    Ich stelle damit folgende Aufgabe:
    I. Die deutsche Armee muß in 4 Jahren einsatzfähig sein.
    II. Die deutsche Wirtschaft muß in 4 Jahren kriegsfähig sein.“



    Aus dem Vortrag des Bankiers und Vorstandsmitglieds der Deutschen Bank, Georg Solmssen
    vor dem Arbeitsausschuß für landwirtschaftliche Fortbildungskurse in Stettin am 8. April
    1929:


    „Deutschlands Nahrungsnot, landwirtschaftliche Betrachtungen eines Wirtschaftlers


    […]


    Von dem Gesamt-Lebensmittelverbrauch werden mithin nur 83,3% von der heimischen
    Landwirtschaft und 16,7% durch Einfuhr aus dem Ausland bestritten. Auf die
    Bevölkerungsziffer angewandt, bedeutet diese Relation, dass beinahe der sechste Teil der
    gesamten deutschen Bevölkerung in seiner Ernährung davon abhängig ist, dass uns die Mittel
    zur Verfügung stehen, um diesen Ernährungsanteil aus dem Auslande zu beziehen. […] Um
    im Ausland einkaufen und die ausländischen Waren mit ausländischen Valuta bezahlen zu
    können, muss die Nation als ganzes den entsprechenden Überschuss an Kaufkraft aufbringen.
    Dieser Überschuss lässt sich nur dadurch erzielen, dass die Ziffer unserer Exporte in
    entsprechender Höhe die Ziffer unserer Importe übersteigt und wir entsprechend in
    genügendem Ausmaße über Forderungen an das Ausland verfügen, um sie gegen die
    Ausgaben, welche die notwendige Lebensmitteleinfuhr verursacht, aufzurechnen. Leider zeigt
    unsere Handelsbilanz, d.h. die Vergleichung der sich für unsere Gesamtwirtschaft aus
    Einfuhr und Ausfuhr ergebene Warenwerte, keine Überschüsse, sondern ein Minus. […]
    Dieses Missverhältnis zwischen Einahmen und Ausgaben der Gesamtwirtschaft im Verhältnis
    zum Ausland konnte nur durch Aufnahme von Darlehen im Auslande ausgeglichen werden
    […] Diese Entwicklung ist so schlüssig und klar, dass man sich immer wieder darüber
    wundern muss, wie wenig die darin liegende, unheimliche Logik bisher in weiteren Kreisen
    des Volkes begriffen worden ist. […] Wir sehen also, wir mögen die Dinge drehen und
    wenden wie wir wollen, immer wieder die Gefahr auftauchen, dass eines Tages die
    Möglichkeit fehlt, um das auf Auslandsnahrung angewiesene Sechstel der deutschen
    Bevölkerung durch Auslandszufuhr zu ernähren. Die Nahrungsunfreiheit ist das Gespenst,
    dass unsere Zukunft beschattet, und die Sorge seiner Abwehr muß sich als Alp auf die Brust
    eines jeden legen, der nicht gedankenlos dem Augenblicke lebt.“


    Quelle: Georg Solmssen, Beiträge zur Deutschen Politik und Wirtschaft 1900-1933, Gesammelte Aufsätze und Vorträge, München/Leipzig 1935, Band 2, S. 781 ff.



    Was denkt ihr über diese Theorie von mir?
    Würde das nicht erklären, warum ein ganzes Volk in einen nationalistischen Massenrummel versetzt wird um dann Lebensraum im Osten zu erobern?
    Wäre das nicht viel plausibler als das esoterische Märchen vom bösen Dämon Hitler?

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    Original von Huba
    aber ich möchte wetten, das du auf alle möglichen Antworten schon die nächsten dir passenden Zitate bereit hast...
    Und genau das macht es für mich langweilig, uninteressant...tut mir leid!
    Grüsse Thomas


    Ich tendiere dazu die Dokumente als Kriegsvorwand zu sehen, aber beweisen kann ich es nicht, ich halte es aber auch für möglich das sie einen realen Kriegsgrund darstellen. Darüber möchte ich diskutieren, um andere Meinungen dazu zu erfahren.

    Ich habs eben ausgelesen.


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    Gute Rezension!


    "denn in Stalins Kopf kennt sich Musial bestens aus" :D


    Das stimmt, Musial bringt gar keine neuen Quellen, die irgendeine Angriffsabsichten belegen, stattdessen stellt Musial Behauptungen auf darüber was Stalin so dachte, ohne jeden Beleg.


    Das Buch ist der beste Beweis gegen die Angriffsthese, Musial hat die russischen Archive durchstöbert und offensichtlich nichts gefunden.


    Er bestäigt nur was wir schon immer wussten, Stalin wollte keinen defensiven Krieg führen, sondern den Angreifer offensiv zerschlagen.

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    Original von landser162
    Wer wünschte den Krieg wirklich?


    Vor allem die Nazis und ihre kapitalistischen Hintermänner.



    Hitler am 23. November 1939 vor den Oberbefehlshabern:


    „Grundsätzlich habe ich die Wehrmacht nicht aufgestellt, um nicht zu
    schlagen. Der Entschluß zum Schlagen war immer in mir.“




    Quelle: Hans-Adolf Jacobsen, 1939-1945, Der Zweite Weltkrieg in Chronik und Dokumenten, Darmstadt 1961, S. 133 ff.

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    Original von Kai G.



    Das ist ein Witz, hoffe ich...


    Hier gings nur um die Zitatverfälschung, schwarzermai wollte damit belegen das Stalin wollte Westeuropa angreifen wollte.


    Über die Legimität die Westgebiete des ehemaligen Russlands erobern zu wollen, möchte ich nicht streiten.

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    Original von cpa95
    Wozu "benutzt" denn Kershaw genau dieses Zitat, Deine Thesen kenne ich jedenfalls so von ihm nicht (1.9.1939 - Ziel Sowjetunion).


    Ian Kershaw, Hitler 1936 - 1945, München 2002, S. 244



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    Original von cpa95
    Was ist mit Henderson?


    Falin macht keine Quellenangabe.
    Hab bei Walther Hofer, die Entfesselung des Zweiten Weltkrieg nachgeschaut.
    In der Aufzeichnung aus der ADAP findet sich nicht der Passus, von dem Falin spricht.
    Jetzt weiß ich nicht ob Hofer die komplette Aufzeichnung gedruckt hat, oder ob Falin sich irrt.

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    Original von cpa95
    Und?
    Stimmt die Beurteilung mit Diener Behauptung überein?
    Es ging um die richtige Verwendung Deines (Kurz-)Zitates. ;)


    Ich bin kein Historiker, ich verlasse mich auf die Forschungsergebnisse von Historikern.


    Ian Kershaw, benutzt z.B. dieses Zitat, also verlasse ich mich darauf.

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    Original von Grognard
    Eine legitime wissenschaftl Methode zitiert Primärquellen und nicht Primärquellen, wie sie - idR auszugsweise - in Sekundärquellen veröffentlicht worden sind.


    Nein, Quellenangaben sind transitiv.



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    Original von Grognard
    Ich verstehe unter Zitatfälschung eine direkte Veränderung des Zitats. Schließlich sind alle Zitate aus dem Kontext gerissen, andernfalls idR ein Verstoß gegen das Urheberecht vorläge. Der Kontext muß also selbst eruiert werden. Was auch unter Historikern üblich sein sollte. Der Kontext muß nicht dem Zitat einen anderen Sinn geben, es reicht aus, wenn dann mehrere Auslegungen möglich sind.


    Nein, eine Zitatfälschung liegt vor wenn der Sinn der Aussage durch weglassen des Kontext entstellt wird.


    Z.B. hier:
    http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?p=120892#120892


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    Original von schwarzermai
    "...der Westen mit seinen imperialistischen Kannibalen hat sich in einen Herd der Finsternis und Skalverei verwandelt.. Die Aufgabe besteht darin, diesen Herd zum Glück und zur Freude der Werktätigen aller Länder zu zerschlagen!"


    Stalin "Aus dem Osten kommt das Licht"
    15.12.1918
    Werke Band 4, Seite 159


    Korrekt zitieren muss man es so, denn Stalin meint den Westen Russlands:


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    Langsam, aber unaufhaltsam rollt die Welle der Befreiungsbewegung vom Osten nach dem Westen in die okkupierten Gebiete. Langsam, aber ebenso unaufhaltsam versinken die "neuen" bürgerlich-republikanischen "Regierungen" Estlands, Lettlands, Litauens und Bjelorußlands ins Nichts und räumen der Macht der Arbeiter und Bauern das Feld. [...] Der Westen mit seinen imperialistischen Kannibalen hat sich in einen Herd der Finsternis und der Sklaverei verwandelt. Die Aufgabe besteht darin, diesen Herd zum Glück und zur Freude der Werktätigen aller Länder zu zerschlagen.


    Quelle: http://www.stalinwerke.de/band04/b04-044.html




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    Original von Grognard
    Aber eben nicht überprüfbar, es sei denn, sie werden im Anhang kpl. abgedruckt. Es ist jedenfalls nicht ungewöhnlich, wenn Quellen in der Literatur nur auszugsweise wiedergegeben werden.


    Natürlich überprüfbar, da muss man dann allerdings in Archive gehen.
    Du weißt übrigens hoffentlich, das ein verfälschtes oder falsches Zitat, den Tod für die Reputation eines Historikers bedeutet.



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    Original von Grognard
    Mir ist vor allem aufgefallen, daß die Zitate aus verschiedenen Zeiten stammen, zT bloße Vermutungen wiedergeben, zT gar nichts besagen:


    "Hitler am 21. Juli 1940 gegenüber dem Generalstabschef Franz Halder:
    „Es liegen keine Anzeichen für russische Aktivität uns gegenüber vor.“(3)."


    Na und? Am 01.08.1940 oder am 01.03.1941 konnte seine Einschätzung eine völlig andere sein.


    Da aber die Entscheidung die Sowjetunion anzugreifen in diesem Zeitraum fiel, besagt das Zitat eine ganze Menge.



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    Original von Grognard
    "Hitler gegenüber seinem Wirtschaftsberater Otto Wagener um 1930:
    "Ich befürchte auch von Rußland her keinen Krieg. Der Bolschewismus arbeitet mit der Komintern-Organisation. Sie bereitet die Revolutionierung der Geister vor und hat die Aufgabe, den Anstoß zu geben zu kommunistischen Aufständen, zum Umsturz und zur Etablierung der Herrschaft des Proletariats auch in den anderen Ländern der Erde.“(9)


    Wow, da äußert Hitler 1930(!), er befürchte keinen Krieg und Du nimmst das als "Beweis", daß er 1940/41 noch genau so dachte. Na, das überzeugt mich aber!


    Dieses Zitat beweist aber immerhin, das Hitler nicht von einem grundsätzlichen Angriffswillen des Bolschewismus ausgeht.



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    Original von Grognard
    Und ich bevorzuge eine begriffliche saubere Argumentation, die nicht alles in einen Topf wirft, und Unterschiede nicht vernebelt.


    Der Marxismus ist auch eine allgemeine geschichtliche Erscheinung und trotzdem käme es mir nicht in den Sinn, die verschiedenen Spielarten in einen Topf zu werfen.


    Die kommunistischen Ländern waren auch alle verschieden, aber trotzdem bezeichnet man ihr System als Kommunismus.



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    Original von Grognard
    Das hat nämlich gar keine Beweiskraft sondern ist bloßes Hörensagen. Ich ziehe es vor, mich an der juristischen Beweiskraft zu orientieren, also zu fragen, ob diese Aussage bei Gericht als Beweis verwertbar wäre. Das kann hier ganz klar verneint werden. Ein Beweis wäre zB ein echtes Protokoll der Sitzungen aus dem Jahre 1935, in dem die angebliche Außerung Görings wörtlich wiedergegeben ist.


    Die meisten Urteile im Gericht basieren aber nun mal auf Zeugenaussagen.


    Übrigens, es gibt sehr viele historische Fakten, von denen wir nur aus Zeugenaussagen wissen.




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    Original von Grognard
    2. Valentin Falin ist sicher nicht die erste Anlaufstelle, wenn es um Äußerungen Hitlers geht. Falin war weder beim Gespräch dabei, noch besitzt er eine echte maschinen- oder handschriftliche Erklärung Hitlers oder Hendersons, daß eine derartige Äußerung je gefallen ist.


    Es liegt eine Aufzeichnung dieses Gespräches vor.


    Hier ist die Quelle online:
    http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv.html

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    Original von falkmart
    Das oberste Ziel Hitlers war die Herrschaft über ganz Europa und die Vorherrschaft in der ganzen Welt.


    Das ist umstritten, das müsstest du erstmal beweisen.


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    Original von falkmart
    Um dieses zu erreichen sollte natürlich die Sowjetunion (SU) vernichtet werden. Dies war aber 1939 noch ein langfristiges Ziel. Als Hitler 1939 Polen überfiel wollte er erstmal nur Polen vernichten.


    Nein, der Überfall auf Polen war nur der erste Schritt im geplanten Weltkrieg. Das es danach sofort weiter gehen sollte, beweist dieses Dokument:


    Der Generalstabschef Franz Halder in einem Vortrag im April 1939 vor Generälen
    und Generalstabsoffizieren:


    „Meine Herren! Ich weiß, daß das, was ich Ihnen jetzt sage, unmöglich klingt.
    Und doch muß es möglich sein. Wir müssen in spätestens drei Wochen mit Polen fertig sein,
    ja, möglichst schon in 14 Tagen. Dann wird es von den Russen abhängen, ob die
    Ostfront zum europäischen Schicksal wird oder nicht. In jedem Fall wird dann eine
    siegreiche Armee, erfüllt mit dem Geist gewonnener Riesenschlachten,
    bereitstehen, um entweder dem Bolschewismus entgegenzutreten oder, die Vorteile
    der inneren Linie ausnutzend, nach dem Westen geworfen zu werden, um dort die
    Entscheidung rasch, aber gründlich zu erringen.“



    Quelle: Christian Hartmann, Sergej Slutsch, Franz Halder und die Kriegsvorbereitungen im Frühjahr 1939 in VfZ 3/1997, S. 467 - 495



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    Original von falkmart
    Er ging ja davon aus, dass die ängstlichen Briten und Franzosen sich nicht trauen würden Polen zu helfen. Sie taten zwar überhaupt nichts um Polen wirklich zu helfen, aber sie erklärten dem Reich zumindest den Krieg. Da war der von Hitler zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplante Weltkrieg da.


    Hitler hat im Gespräch mit dem britischen Botschafter Henderson, den Briten selbst vorgeschlagen, es wäre nicht tragisch wenn Großbritannien um sein Gesicht zu wahren, "zum Schein" eine Kriegserklärung abgebe.


    Das taten die Briten und Franzosen dann auch, es war eine Kriegserklärung auf dem Papier ohne reale Kampfhandlungen.


    Quelle: Valentin Falin, Zweite Front, Die Interessenkonflikte in der Anti-Hitler-Koalition, München 1997, S. 109


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    Original von falkmart
    Die deutsche Rüstung und Wehrmacht war 1939 noch nicht für den Weltkrieg bereit.


    Doch. http://de.wikipedia.org/wiki/Schnellplan

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    Original von Grognard
    Du solltest bitte präzise lesen. Da steht nichts von Zitatverfälschung, sondern von "aus dem Kontext gerissen", d.h. ein dem Wortsinn nach richtig abgeschriebenes, aber ohne den dazugehörigen historischen bzw. textlichen Zusammenhang nicht erschließbares bzw. einzuordnendes Zitat.


    Wenn der Kontext dem Zitat ein anderen Sinn gegen würde, dann ist das ganz klare Zitatfälschung.
    Die Historiker zitieren in ihren Arbeiten, um ihre Thesen zu beweisen, immer einzelne Zitate bis hin zu Teilsätzen und einzelnen Wörtern. Niemand wirft ihnen vor ihre Zitate wären aus dem Kontext gerissen.
    Es ist eine legitime wissenschaftliche Methode zu zitieren.





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    Original von Grognard
    zu 1.: Sekundärquellen sind mit Primärquellen nicht zu vergleichen. Wenn Du einen geschichtlichen Vorgang beweisen willst, genügt es nicht, aus Büchern zu zitieren. Beweise sind zB schriftliche oder mündliche Zeugenaussagen, Originaldokumente und - urkunden wie Fernschreiben, Aktenvermerke, Briefe. Dazu gehören zB auch Gutachten. Zurückgegriffen werden kann auch auf Dokumentensammlungen, sofern deren Herkunft und Qualität gesichert ist.


    Die Primärquellen sind in allen von mir genannten Büchern nachlesbar.


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    Original von Grognard
    Da müßte ich bloß Zitate aus der einschlägigen sowjetischen Literatur zusammenstellen und der gerechte Selbstverteidigungskrieg der SU wäre "bewiesen". Ähnlich würde das mit Deutschland 1939 funktionieren, wenn ich nur die Quellen einseitig genug auswerte.



    Falls es dir nicht aufgefallen ist, fast alle von mir gebrachten Zitate sind Interna der Führung des Dritten Reiches!
    Also nicht was sie öffentlich gesagt haben, oder vor Diplomaten, sondern was sie intern besprochen haben.


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    Original von Grognard
    Und noch etwas, nur zur sauberen Argumentation und begrifflichen Klarstellung:. In D gab es ein nationalsozialistisches Regime, kein faschistisches. Das gibt es deutliche Unterschiede, wie Du jederzeit zB in den grundlegende Arbeiten von Zeev Sternhell nachlesen kannst.


    Ich bevorzuge den Terminus Faschismus, da der Faschismus eine allgemeine geschichtliche Erscheinung ist.


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    Original von Grognard
    PS: Die Informationen, die ein Mitarbeiter des Mitteleuropäischen Wirtschaftstages aus dritter Hand über angebliche Äußerungen einer weiteren Person im Jahre 1935 erfahren haben will, und Jahrzehnte später schriftlich niederlegt, sind als Beweis völlig belanglos.


    Das hat natürlich nicht die Beweiskraft einer Primärquelle, aber Historiker benutzen oftmals solche Quellen, wenn sie zuverlässig erscheinen.

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    Original von cpa95
    Jens


    Die Überschrift zu Deiner Zitaten-Sammlung ist nicht richtig.
    Es herrscht - bei unterschiedlichen Schwerpunkten der Gewichtung - doch ein gewisser Stand in der einschlägigen Literatur, dass Hitler eine Gemengelage im Entschluß zum Angriff zu unterstellen ist.
    Diese Gemengelage kommt zustande aus der konkreten Kriegslage (GB nicht abzuschließen, USA absehbar, UdSSR potentielle Bedrohung der deutschen kontinentalen Hegemonie), der Geringschätzung des aktuellen sowjetischen Militärpotentials und den programmatischen Lebensraum-Absichten in Richtung Osten. Es ist von allem etwas.


    Gemengelage hin oder her, das oberste Kriegsziel des faschistischen
    Regimes in Deutschland war der Angriff auf die Sowjetunion. Dies war lange
    geplant, dafür rüstete man, dafür entfesselte man den Krieg.


    Nach Informationen, die der Mitarbeiter des Mitteleuropäischen
    Wirtschaftstages, Alfred Sohn-Rethel über Hjalmar Schacht erfuhr,erinnerte
    Hermann Göring, bei den wöchentlichen Treffen der Führungsspitze des
    Dritten Reiches im Jahre 1935, an seine Aufgabe immer wieder mit den
    Worten:


    „Denken Sie daran, mein Führer, dass wir 1939 unseren Krieg mit Russland
    machen wollen!“


    Dies war ein derart feststehender und in unveränderter Weise
    vorgebrachter Satz, daß Hjalmar Schacht diesen Satz mit Catos "Ceterum
    censeo" verglich.
    (http://de.wikipedia.org/wiki/C…Carthaginem_esse_delendam)


    Quelle: Afred Sohn-Rethel, Industrie und Nationalsozialismus, Aufzeichnungen aus dem "Mitteleuropäischen Wirtschaftstag", Berlin 1992, S. 103

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    Original von Grognard
    Das sind keine Beweise, sondern aus dem Kontext herausgerissene Zitate,


    Du wirfst mir also Zitatverfälschung vor?


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    Original von Grognard
    Dazu noch alle aus Sekundärquellen. Und die stammen alle von Vertretern der in D herrschenden Meinung.


    Was ist daran ein Problem?


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    Original von Grognard
    Ich kann Dir mit der Arbeitsmethode aus Sekundärliteratur jede x-beliebige Zitatesammlung zusammenstellen und damit nahezu jede x-beliebige These "beweisen". Vielleicht nicht gerade, daß der 2.Weltkrieg gar nicht stattgefunden hat, aber bestimmt, daß zB Deutschland 1939 nur in Selbstverteidigung gehandelt, oder das Finnland 1939 die SU brutal provoziert hat.


    Versuche das mal, ich schätze du wirst gründlich scheitern.

    Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion war kein Präventivkrieg.
    Beweise:




    Hitler auf einer Gauleitertagung am 29. Februar 1940:


    „Die Russen greifen in 100 Jahren nicht an.“(1)




    Hitler im Gespräch mit dem Oberbefehlshaber der Marine Erich Raeder am 21. Juli 1940:


    „Wenn auch Moskau die großen Erfolge Deutschlands mit einem weinenden Auge sieht, so
    hat es von sich aus doch kein Bestreben, in den Krieg gegen Deutschland einzutreten.“(2)




    Hitler am 21. Juli 1940 gegenüber dem Generalstabschef Franz Halder:


    „Es liegen keine Anzeichen für russische Aktivität uns gegenüber vor.“(3)




    Hitler am 15. Oktober 1940 gegenüber Generalstabschef Franz Halder:


    „Wir stehen jetzt mit 40, später mit 100 Div. an russischer Grenze. Russland würde auf Granit
    beißen; aber nicht wahrscheinlich, dass Russland sich in Gegensatz zu uns setzt; „in Russland
    regieren Männer mit Vernunft.“(4)




    Hitler am 4. Oktober 1940 zu Mussolini:


    "Die zweite Hoffnung Englands gründe sich auf Rußland [...] Er (der Führer) hielte es für
    ausgeschlossen, daß Rußland irgend etwas unternähme. Der Reichsaußerminster unterstrich
    diese Ausführungen und wies darauf hin, daß seiner Ansicht nach die Russen Angst vor
    Deutschland hätten und daß Stalin von sich aus nichts unternehmen würde, was der Duce
    ohne weiteres zugab."(5)




    Joseph Goebbels am 4. Dezember 1940 nach einem Gespräch mit Hitler:


    „Moskau wird nie etwas gegen uns übernehmen – aus Angst“(6)




    Hitler am 9. Januar 1941 in einer Besprechung mit den Oberbefehlshabern Brauchitsch,
    Keitel und Jodl:


    „Was England aufrecht halte, sei die Hoffnung auf USA und Russland […] Stalin, der Herr
    Russlands, sei ein kluger Kopf; er werde nicht offen gegen Deutschland auftreten, man müsse
    aber damit rechnen, dass er in für Deutschland schwierigen Situationen in wachsendem Maße
    Schwierigkeiten machen werde.“(7)




    Hitler am 25. März 1941 gegenüber dem italienischen Außenminister Ciano:


    "Angesichts der sehr unfreundlichen Haltung der Sowjetunion, betonte der Führer, daß er sich
    mehr auf seine Divisionen als auf die Verträge mit Russland verlasse. Er glaube allerdings
    nicht, daß Sowjetrußland über Unfreundlichkeiten hinausgehen würde."(8)




    Hitler gegenüber seinem Wirtschaftsberater Otto Wagener um 1930:


    "Ich befürchte auch von Rußland her keinen Krieg. Der Bolschewismus arbeitet mit der
    Komintern-Organisation. Sie bereitet die Revolutionierung der Geister vor und hat die
    Aufgabe, den Anstoß zu geben zu kommunistischen Aufständen, zum Umsturz und zur
    Etablierung der Herrschaft des Proletariats auch in den anderen Ländern der Erde.“(9)




    Aus dem „Operationsentwurf Ost“ des Generalmajors Erich Marcks vom 5. August 1940:


    „Die Russen werden uns nicht den Liebesdienst eines Angriffs erweisen“(10)




    Aus dem Lagebericht der Abteilung „Fremde Heere Ost“ vom 15. März 1941:


    „Beurteilung: Teilmobilmachung und Aufschliessen russischer Truppen zur Grenze ist
    Defensiv-Maßnahme und dient lediglich zur Verstärkung der Grenzsicherung.“(11)




    Aus dem Lagebericht der Abteilung „Fremde Heere Ost“ vom 20. März 1941:


    „Die Tatsache, das bisher weit günstigere Gelegenheiten eines Präventivkrieges (schwache
    Kräfte im Osten, Balkankrieg) von der UdSSR nicht ausgenutzt wurden […] lassen eine
    Angriffsabsicht unwahrscheinlich erscheinen.“(12)




    Aus dem Lagebericht der Abteilung „Fremde Heere Ost“ vom 13. Juni 1941:


    „Im übrigen jedoch ist nach wie vor im grossen gesehen, defensives Verhalten zu erwarten.“(13)




    Halder in seinem Kriegstagebuch im März 1941:


    „Ich glaube nicht an eine russischen Initiative.“ (14)




    Halder in seinem Kriegstagebuch am 5.Mai 1941:


    „Oberst Krebs kommt von Moskau zurück, wo er Köstring vertreten hat. Er hat größtes
    Entgegenkommen gefunden. Rußland wird alles tun, um den Krieg zu vermeiden. Jedes
    Zugeständnis bis auf territoriale Forderungen ist zu erwarten.“(15)




    Aus dem Fernschreiben des OKH an den deutschen General beim ungarischen
    Oberkommando vom 9. April 1941:


    „Generaloberst Halder beurteilt alle Maßnahmen an russischer Grenze rein defensiv.“(16)




    Aus der Besprechung der Armee- und Heeresgruppenchefs beim OKH am 4.Juni 1941:


    „Im großen defensiver Aufmarsch, darum besonders stark in vorgeschobenen Teilen.“(17)




    Heinrich Himmler im November 1940 vor NSDAP-Kreisleitern:


    Die Sowjetunion ist „militärisch ungefährlich“ sie könne „uns überhaupt nicht gefährlich
    werden“(18)




    Die Seekriegsleitung (Skl) im Kriegstagebuch vom 1. Mai 1941:


    „Aufruf Stalins und Ansprache Marschall Timoschenkos zum 1.5. lassen erkennen, dass die
    Sowjetunion mit allen Mitteln bestrebt ist, außerhalb des Krieges zu bleiben“(19)




    Der Botschafter in der Sowjetunion Werner Graf von der Schulenburg in einem Vortrag vor
    der Berliner Wehrmachtsakademie im November 1937:


    Die Sowjetregierung sei „ganz offensichtlich bemüht […] jeglichen kriegerischen
    Komplikationen aus dem Weg zu gehen“(20)




    Aus der Denkschrift vom 10. Oktober 1940 des Botschaftsrats in Moskau, Gebhardt von
    Walther für Generalstabschef Halder:


    Stalin habe das einzige Ziel „jede kriegerische Verwicklung mit Deutschland zu vermeiden“(21)




    (1) Gerd Ueberschär, Wolfram Wette (Hrsg.), Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion, Frankfurt am Main 1991, S. 131
    (2) Andreas Hillgruber, Hitlers Strategie, Bonn 1993, S. 218
    (3) Gerd Ueberschär, Lew Besymenski (Hrsg.), Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, Darmstadt 1998, S. 219
    (4) Gerhard Förster, Olaf Groehler, Der zweite Weltkrieg, Dokumente, Berlin 1972, S. 83 f.
    (5) Andreas Hillgruber, Staatsmänner und Diplomaten bei Hitler, München 1969, S. 108
    (6) Elke Fröhlich, Die Tagebücher von Joseph Goebbels, München 1987, Teil 1, Band 4, S. 417
    (7) Erhard Moritz, Fall Barbarossa, Berlin 1970, S.147
    (8) Hillgruber, Diplomaten, S. 238
    (9) Henry Turner (Hrsg.), Hitler aus nächster Nähe, Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1978, S. 138
    (10) Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, S.223
    (11) Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, S.276
    (12) Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, S.278
    (13) Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, S.280
    (14) Lew Besymenski, Stalin und Hitler, Berlin 2002, S.396
    (15) Moritz, S. 110
    (16) Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, S.273
    (17) Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, S.274
    (18) Ian Kershaw, Hitler 1936 – 1945, München 2002, S.456
    (19) Hillgruber, Strategie, S. 431
    (20) Bernd Wegner (Hrsg.), Zwei Wege nach Moskau, München 1991, S. 189
    (21) Wegner, S. 195

    Ich weiß nicht ob das so gut ist, alle inaktiven Accounts zu löschen.
    Manche haben bestimmt einen Account um über "Neue Beiträge" regelmäßig mitzulesen.

    letztens kam etwas von Guido Knopp über den 1. Weltkrieg.
    Ich denke Knopp=Zeitzeugen. Und tatsächlich hat er Zeitzeugen aus dem 1. Weltkrieg aufgetrieben!
    Sie waren aber nicht sonderlich schön anzuschauen, haben gesabbert und so.