Posts by Ferdi

    Hallo BRGB


    Ich war im August 1941 als Hitlerjunge bei einem Jugendaustausch in Italien. Beim Empfang der deutschen Kolonie in Maiiland waren wir an einem Abend Gäste im Deutschen Haus. Dort kamen dann einige Wehrmachtsangehörige hinzu, die nach Ihren Aussagen auf dem Wege zu einem Erholungsurlaub nach San Remo waren. Anscheinend war 1941/42 San Remo Erholungsort für deutsche Landser.


    Gruß Ferdi

    Hallo Gerd.


    Urlaub bei der Wehrmacht gab es im 2. WK in der Regel für die Dauer von 3 Wochen. Den Urlaub erteilte der Reg.Kommandeur bzw. sein Stab. Es gab Urlaubslisten, in die der Urlaub eingetragen wurde. Je nach Situation musste man auch mal länger als ein Jahr auf den Heimaturlaub warten. Die Urlauber aus dem Osten erhielten in den Durchgangsstellen (z.b. Bialistock), wo auch die Entlausung stattfand das sogen. Führerpaket (Ess- und Rauchwaren). Die Durchgangsstellen waren z.B. in Bialistock östlich der Stadt für die Urlauber Front - Heimat und westlich der Stadt für die Rückkehrer Heimat Front.
    Sonderurlaub gab es in besonderen Fällen. Darüber entschied der Rgts. Kdr.Ich erhielt z.B. Ende Oktober 1944 aus Merunen (Ort an der alten deutschen Reichsgrenze unweit Treuburg) 10 Tage Sonderurlaub, obwohl damals Urlaubssperre gegolten hat. Der Kdr. erhielt von zu Hause ein Telegramm "Vater schwer erkrankt, Bruder gefallen, Mutter muss evakuieren")Unser Ort wurde damals geräumt weil die Alliierten bis in unsere Nähe vorgerückt waren.
    Nach 12 Tagen (zu Hause liess ich mir 2 Tage Urlaubsverlängerung geben) kehrte ich nach Ostpreußen zurück, obwohl man mich dort nicht mehr erwartete. Bei meinem Eintreffen (Die Fahrt dauterte 8 Tage) kämpften die Alliierten um unseren Ort.


    Frohe Weihnacht, einen guten Rutsch und viele Grüße
    Ferdi

    Ich habe heute erst die Beiträge zu diesem Thema gelesen. Ich war als Soldat in den letzten Wochen in Ostpreußen. Unsere Einheit sollte nach dem Plan des Gen. Hossbach, den bis vor Elbing reichenden Russenkeil durchstosssen, um die 4. Armee und auch die Zivilbevölkerung aus Ostprußen zu retten. Wir waren 4-5 Tage in den von Russen besetzten Dörfern. Im ersten eroberten Dorf Kalkstein waren in einem Gutshaus etwa 12 Frauen zusammengebracht worden, die je Einzeln von zahlreichen Russen stundenlang geschändet wurden. Als junger Mann, konnte ich die Schilderungen der Frauen, die in ihrem breiten ostpreußischen Dialekt Einzelheiten erzählten nicht mit anhören.
    In meiner Verwirrung ging es mir durch den Kopf, "wie kann eine Frau nur solche Ausdrücke gebrauchen, wo ist da Ihre Scham?" Erst am nächsten Tag, nachdem mir eine junge Mutter, die ständig in Gegenwart ihres 10 jährigen Sohnes laufend auf dem Tisch viehisch vergewaltigt wurde, dies in allen Einzelheiten erzählte, begann ich das Unfassbare, was diesen Frauen und Kindern angetan wurde zu begreifen, und daß diese Erniedrigungen jedes Schamgefühl bei den Frauen abtötete. Ich erspare mir über die bestialischen Abschlachtungen von Frauen etwas zu schreiben, die Erinnerung daran treibt mir heute noch Tränen in die Augen.
    Zu den Schändungen war übrigens von Ilja Ehrenburg in tausenden von Flugblättern aufgerufen worden: "Schändet die deutschen Frauen, brecht ihren Hochmut........"usw.


    Herzlichst Ferdi

    Hallo Ralf.


    Soweit ich mich erinnern kann, landeten etwa 5-6 Fähren der Kriegsmarine an Land vor Kahlberg. In die Fähren konnte man von Land oder dem Steg aus einsteigen. Die vordere Rampe war sehr flach und reichte bis an den Strand.
    Nach Beladung mit Verwundeten und einigen Zivilisten setzten sich die Fähren auf Blinksignale zusammen in Bewegung. Wir liefen in den Hafen von Hela ein.Dort lagen die Fähren nebeneinander etwa 100 m vor der Mole. Nachdem (wahrscheinlich der Kommandant dieser kl. Flotillie) mit kl. Boot an Land fuhr und er nach etwa 15 Min. zurückkehrte, setzten sich die Fähren in Marsch und erreichten vor Hela auf der Reede ein einzelnes Frachtschiff, die "Weserberg". Dieses war bei unserem Eintreffen damit beschäftigt, von anderen Zubringerbooten Verwundete zu übernehmen. Die Verwundeten, die nicht übe die Jakobsleiter hochklettern konnten, wurden mit dem Ladebaum (eine große viereckige Plattform die mit Seilen an den Ladebaum (Art Kran) fefestigt war hochgezogen und oben von Helfern in Empfang genommen. Die Frachträume waren von oben durch dicke Bohlentrppen zu erreichen. Unmittelbar gegenüber der Treppe waren 3 Etagenstellagen, die mit Verwundeten belegt waren. Ich erinnere mich noch gut an den Schwerstverwundeten, der auf der obersten Pritsche gegenüber der Treppe lag. Er war bis auf den Kopf voll bandagiert und hatte nur noch Arm- und Bein-stümpfe. Er strahle wie "ein Putzeimer", was mir sehr nahe ging. Auf dem Schiff waren auch noch Frauen und Kinder und fast nur Schwerverwundete.


    Viele Grüße Ferdi

    Hallo Sven


    In den periodischen Mitteilungen des Volksbundes für deutsche Kriegsgräberfürsorge werden immer auf erschienene Erlebnisberichte deutscher Soldaten hingewiesen. Dort sind bisher unzählige Berichte erwähnt worden. Frage einmal dort nach.


    MfG Ferdi

    Hallo Foren-Kollegen


    Wenn ich mich beim schnellen Durchblättern der Beiträge nicht versehen habe, bin ich wahrscheinlich der älteste Veteran mit meinen gut 85 Jahren.
    Herzliche Grüsse an alle Junggebliebenen.
    Gruß Ferdi

    Hallo Schotte


    r Ende März bis etwa 10. April habe ich einmal deutsche Jagdflieger ( Me 109) im Tiefflug aus Richtung Neutief Richtung Danzig fliegen sehen. Wahrscheinlich waren dies die Letzten und der Flug war wahrscheinlich ihre Verlegung von Neutief. Als wir am 15.4 nach Pillau übersetzten, waren wir in der Nacht davor in den Kellern der Kaserne Neutief zum Übernachten untergebracht. Da habe ich keine deutschen Flugzeuge gesehen. Auch später sind keine deutschen Flugzeuge mehr aufgetaucht.
    Gruß Ferdi

    Hallo Rolf


    Zu Deinen Fragen kann ich keine zuverlässige Aussage machen. Ich glaube aber, dass alle Verwundeten nach dem 20.4. zum Feldlazarett nach Kahlberg gebracht wurden.Auf dem Knüppeldamm fuhren von Neutief bis Richtung Danzig (Wahrscheinlich Schiwenhorst) Lkw. Ich selbst bin mit 5 Verwundeten ein Stück auf einem Anhäger, der mit leeren Bezinfässern beladen war, über den Knüppeldamm gefahren (Eine Höllenfahrt) Auf unser Gebrüll hin hielt ein "Kettenhund" den LKw an und wir fielen förmlich vor Schmerz und Pein in den Sand. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Verwundete (die transportiert wurden) weiter wie bis Kahlberg kamen.


    Auf der Nehrung wurde nach der Aufgabe von Ostpreißen alles gesammelt und neu aufgestellt. Ende April kamen alle kampffähigen Einheiten in die Landenge vor Fischhausen um den zu erwartenden Großangriff auf Pillau aufzufangen.
    Mein Funkkamerad in der HKL sagte mir, dass dort Mann an Mann gelegen habe. Er lag in einem Panzergraben (vorher von der Zivilbevölkerung ausgehoben). Beim Angriff am 20.4. sprach ich vor meiner Verwunden noch über Funk mit ihm. Er meldete, nach Einsetzen des russ. Trommelfeuers, daß sie starke Verluste hätten. Dann wurde der Funkverkehr durch den Volltreffer auf unseren Unterstand abgebrochen. Dieser Funkkamerad, der übrigens erst auf der Nehrung zu uns kam, war ein Bekannter von mir aus Saarlouis. Nach dem Krieg habe ich ihn gefragt, wie er denn aus Pillau herausgekommen sei? Nach seinen Angaben wurden sie über Pillau bis auf die Nehrung zurückgedrängt und dann mit Booten nach Hela und weiter nach Westen gebracht. Er war in Schleswig Holstein in engl. Gefangenschaft, Leider habe ich versäumt ihn über nähere Einzelheiten zu fragen.Er ist vof Jahren gestorben, so daß ich dies nicht mehr nachholen kann.
    Bei dem Zurückdrängen der Front über Pillau u. die Nehrung gab es sicherlich nur noch Abwehrkämpfer ohne Rücksicht auf bestimmten Einheiten.
    Herzliche Grüße Ferdi

    Hallo schotte,
    Eine Düne mit Namen Kamelrücken bei Kahlberg ist mir nicht bekannt. Soweit mir bekannt ist, gab es an der Küster der frischen Nehrung zur Ostsee keine Mole. Er waren lediglich Stege einige Meter ins Meer gebaut, über die man zu den Rettungsboot und Fähren gelangte.


    Das Gelände der Nehrung war zu meiner Zeit (28.3.-23.4.) wie mitMaulwurfshaufen übersäht von kleinen Deckungslöchern, die noch aus der Zeit der Flucht der Zivilbevölkerung auf das Haff stammten und diesen wahrscheinlich als vorübergehende Bleibe dienten. Ich selbst bin mit einem Kamerad (Feldwebel) zwischen dem 29.3.und 15.4. tagelang umhergestreift und habe diese, z.,Teil mit Brettern gedeckten Löcher nach Essbaren abgesucht. Dabei hatten wir einmal einen versprengten Landser, der in einem solchen Loch sich mit einer weibl. Hiwi (russ. Hilfswilligen) tagelang verborgen hielt aufgestöbert. Ich schickte ihn nach Kahlberg, wo er sich melden sollte. Die Frau war bei einer in der Nähe liegenden Artillerieeinheit als Küchenhilfe beschäftigt (wie sie sagte).
    Der Hunger und die Beschäftigung mit der Beschaffung etwas Essbarem waren in diesen Tagen das A und O auf der Nehrung. Tagsüber standen wir am Ostseestrand und versuchten angeschwemmte Fische zu ergattern. Einmal schwammen unzählige silberne Dosen (gefüllt mit Dauerbrot) in Küstennähe. Sie schwammen auf einem zähen Ölbrei, der von versenkten Schiffen stammte. Deshalb erreichten die Dosen nicht den Strand. Russ. Hiwis, die bei uns waren, kümmerte das wenig und sie wateten durch den Ölbrei um Dosen zu ergattern. Als wir aus dem Heiligenbeiler Kessel gerettet wurden schworen wir uns, dass der Krieg für uns zu Ende sei.
    Die 14 Tage Hunger auf der Nehrung ließen uns am 15.4. förmlich nach Pillau rennen, denn dort hofften wir, Esswaren zu finden. Das erste in Pillau war die Suche nach einem Panjewagen und Gaul, dem wir mit Fernsprechkabel Zaumzeug bastelten. In zerschossenen LKw. und Häusern fanden wir Mehl, Zucker , Eipulver. Alles wurde auf den Wagen geladen und mitgeführt. Wir hatten panische Angst, daß wir wieder hungern müssten. Unseren Unterstand im Vorfeld von Pillau (Der Wald war übersäht mit Muni-Stapeln) bezogen wir einen leicht gebauten Unterstand, wo früher eine Panzerinstandsetzungseinheit lag. (Überall standen defekte Panzer herum. Neben uns waren Hangars (ganze Strassenzüge) mit Muni und allerlei Gerätschaften. Unseren leicht gebauten Untersand verstärkten wir mit einem Berg von Kisten mit Konserven aller Art, die wir aus dem Verpflegungslager vor Lochstätt in der Nacht abfuhren. Vor dem einzigen Fenster standen 2 große Marmeladefässer mit Marmelade. Dies nur zu Illustration was man alles tut wenn man Angst vor Hunger hat. Diesen leicht gebauten Unterstand traf am 20..4. eine Granate der Stalinorgel, genau über mir (Ich sass vorn unter dem Fenster am Tich mit dem Funkgerät. Beim Heranrauschen duckte ich mich seitlich unter Tischhöhe. Die auf den Tisch fallende Decke konnte mich so nicht trffen.
    Dann bruachte ich bis zu den 500 m entfernten Hangars, in einem war eine Verbandstelle eingereichtet. über 3 Stunden, da Schlachtflieger ununterbrochen auf alles schossen was sich bewegte.
    Soviel zum Kapitel "Folgen des Hungers"
    Herzliche Grüße Ferdi

    Hallo Augustdieter


    Gegen Ende August 1941 wurde ich in die RAD Wachabteilung (ich glaube es war Abt. 233) in Düppenweiler (Saarland) eingezogen. Nach 4 wöchiger Ausbildung wurde die Abteilung (ca 240 Mann) auf die einzelnen, leerstehenden Lager im Gau Westmark als Wachkommandos (je 8-10 Mann) verteilt. Im Stammlager (Friedensabteilung mit einem Sold von O,25 RM) blieben 12 Mann. Als Zugführer ist mir Feldmeister Ducheck (beri dem ich Putzer war) bekannt. Alle Führer wurden nach etwa 2-3 Wochen versetzt. Lediglich ein Rechnungsfeldmeister, der in Beckingen bei seiner Familie wohnte, und den wir nur am Wochende zu Gesicht bekamen, sowie Obertruppführer Ebenhöh (aus dem Sudetenland) blieben bei der Stammabteilung. Ich war der sogenannte "Schreibstubenhengst" Wir erhielten als Friedensabteilung Lebensmittelkarten und kauften unsere Verpflegung im Ort. Wir hatten eine Köchin von Düppenweiler (Frau Rosa Miekus). Als Stammabteilung wurden zui uns die zur Entlassung kommenden Kranken und sonstige Untaugliche überstellt, denen dann die Entlassungapapiere von mir ausgefertigt und nach wenigen Tagen entlassen wurden. Wir 12 Mann hatten, nachdem die Abt. in die einzelnen Lager und Nachschubdepots (Paris-Bngen) versetzt waren, die Lebensmittelkarten für Rauchwaren und Alkoholika für die ganze Abt. erhalten. Wir schwammen also förmlich in Rauchwaren und Alkoholika. Ein Großteil davon verscherbelten wir an Bekannte und Freunde. Ich lieferte viele Rauchwaren an meine frühere Dienststelle, die diese dann an eingezogene Soldaten verschickten. Wir hatten in der Tat ein herrliches Leben. Ende März 1942 wurden wir entlassen. Erwähnt sei, dass sich in Düppenweiler noch ein zweites RAD Lager befand. M.W. waren in dieser Zeit überwiegen Arbeitsmänner aus Lothringen in dem Lager. Soweit meine Erinnerung.
    Gruß Ferdi

    Hallo Schotte,


    Selbstverständlich kannst Du mir weitere Fragen aus meiner Soldatenzeit bis 1945 stellen. Ich habe für mich eine Art Kriegstagebuch geführt, wo ich alle Eihzelheiten von meiner RAD Zeit (Aug.1941 - März 1942) Luftgaukommando Belgien Nordfrankreich (Ausbildung als Funker, Flugmeldefunke) vonApril 1942 bis Dezember 1942 (Zwischendurch Sonderkommandos Raum Reims und später Chateau Thiery) Im Dez. 1942 Großborn-Linde (Aufstellung als Nachrichtenzug für die 10. Luftwaffenfelddivision, 19. Jägerregiment) Jan. 1943 Transport nach Oranienbaumer Kessel (Koporje) Oktober 1943 an die Ostecke des Kessels nach Gostilizy. Dort am 13.1.l944 Zerschlagung der 10. Luftw. Felddivision. Rückzug bis Narwa mit dem Rgt. 401 der 170. Inf. Division. Febr. 1944 als Funker zum Rgt.Stab 401 der 170. Inf.Div. Abwehrkämpfe südlich Narwa (Weiwara) und ab Mai 1944 weiter südlich. Im Juli herausgelöst und Transport über Reval in den Mittelabschnit (russs. Op. Begration) Molodecno- Kalvaria - Suwalki. Ende Okt. 1944 auf alte deutsche Reichsgrenze zurück (Merunen) am 22.1. herausgelöst und und in Eilmärsc hen an den russ. Durchbruchskei der bis vor Elbing reichte. Nach Plan von Gen.Hoßbach sollte diesen Keil unsere 170. Inf. Div. ,die 131.Inf.Div. sowie die 547. und 558. Volksgrenadierdiv.durchstoßen um die 4. Armee aus Ostpreußen und die Zivilbevölkerung zu retten. Nach guten Anfangserfolgen verbot Hitler den Durchbrung und wir schwenkten nach 3-4 Tagen im russ. bes. Keil in den sog. Heiligenbeiler Kessel ein. (Mehlsack, Spanden Zinten, Gut Otten, Hermsdorf, Klein Rödersdorf, Ziegelei Fuchsberge, Gut Doesenbruch, Warnicken, Keimkallen Balga. am 28.3.45 von Sturmbooten und Brückenfähren aus Balga auf die frische Nehrung übergesetzt. 15.4. nach Pillau - Lochstätt (Richtung Fischhausen. Russ. Angriff am 20.4. dabei verwundet (Splitter an Nase und Bein) Lazarett in Pillau bis 23.4. übergesetzt nach Neutief. über Knüppeldamm 42 Km. bis Kahlberg. Am 27.4. von Kampffähren der Kriegsmarine aus Kahlberg nach Hela abtransportier. Auf Mole in Frachter (Weserberg) verladen und am 29./30.4. in Kopenhagen gelandet. 2 Tage Transport nach Sylkeborg (Dänemark. Am 8.5. aus Lazarett entlassen, Durchgeschlagen bis Flensburg. Von dort nach Volsemenhuusen bei Marne. Ende Juli. i.d.amerikanische Zone (Wiesbaden) nach Zwischenstationen am. Gef.Lager Marburg und Weilburg -entlassen. über Mainz nach Saarbrücken. Ankunft 1.8.1945 wohlbehalten zu Hause. Soweit meine "Soldatenlaufbahn"
    Herzliche Grüß Ferdi

    Hallo D e r,
    Ich war als Soldat in Kahlberg auf der Nehrung. Nach unserer Rettung aus dem Kessel von Heiligenbeil am 28.3.1945 kamen wir auf die Nehrung (Km 32) Ich war Funker beim Rgt. 401 der 170.Inf.Div. Vom 28.3. bis 15.4. lagen wir dort. Ich kam 2 oder 3 mal nach Kahlberg (Km 42) - Der Knüppeldamm von Neutief bis in die Danziger Bucht war zur Orientierung mit Km-Schildern gekennzeichnet zur besseren Orientierung - Da die Versorgungslage auf der Nehrung sehr schlecht war und wir gewaltigen Kohldampf schieben mussten, trotteten wir nach Kahlberg, weil wir hofften, dort etwas Essbares zu finden. In einem zerstörten Hotel an der Haffküste - soweit ich mich erinnere, stand von Kahlberg kam noch ein unzerstörtes Gebäude - organisierte ich einen Fleichwolf, der uns dazu diente, einen am 15.4. von der benachbarten Artillerieeinheit (die noch gut versorgt waren, weil sie wahrscheinlich schon sehr früh mit Tross die Nehrung bezogen) in der Nacht geklauten Gaul (trotz Bewachung) zu zerlegen und mittels dieses Fleischwolfes zu Mett zu verarbeiten, das wir dann ungesalzen als Bouletten auf Blech gebacken haben. Mitten in unsere Fleischdreherei kam der Abmarschbefehl nach Pillau. Wegen unserem großen Kohldampf sind wir förmlich dorthin gerast, weil wir hofften, in einer Stadt etwas essbares zu finden. Wir lagen vor Pillau in Richtung Fischhausen in Lochstädt. Am 20.4. begann der russ. Großangriff, bei dem ich verwundet wurde. Abends kam ich nach Pillau in das Feldlazarett in den Kasematten. Dort waren wir 3 Tage als Pillau eiligst geräumt wrden musste. Unter Beschuss setzten wir nach Neutief über und tippelten über den Knüppeldamm bis nach Kahlberg. An der Strasse war in einem halb zerstörten größeren Gebäude ein Feldlazarett. Die meisten nicht allzuschwer Verwundete lagen davor auf der Wiese. Wir bezogen nach Erstversorgung dann auf der Seeseite eine größere Strandhalle, wo Verwundete Mann an Mann auf Matratzen lagen. In der Nacht weckte man uns und wir gingen die paar Meter zum Strand, wo 5 - 6 Kampffähren der Kriegsmarine Verwuindete und auch noch Zivilisten aufnahmen. Am folgenden Morgen liefen wir in den Hafen von Hela ein, blieben aber mit unseren 5 Kampffähren mitten im Hafen liegen. Die Mole war dichtgedrängt mit Landsern und Zivilisten, die auf einen Abtransport warteten. Nach 1 Stunde liefen wir aus dem Hafen, wo weit draussen ein Frachtschiff (Weserberg, 1.300 BRT) ankerte und mit der Beladung von Verwundeten und Zivilisten beschäftigt war. Wir kletterten die Jakobsleiter hoch. Die Frachträume waren voll mit 3-Etagenbetten, die aus Bohlen und Brettern hergerichtet waren. Wir lagen ganz unten, wo kaum noch Sauerstoff vorhanden war. Deshalb kletterte ich wieder nach oben, wo ich unter der Vierlingsflack ein Plätzchen ergatterte. In der Nacht liefen wir als Einzelfahrer eskortiert von einem kl. Minensuchboot und 2 kl. U-Jachtbooten aus Richtung Westen. In der Nacht, nachdem mehrmals U-Boot alarm war, erhielten wir (wahrscheinlich Swinemünde) einen verschlüsselten Funkspruch (Lichtsignale) Als Funker konnte ich die nicht verschl. Signale gut mitkriegen. Danach drehten wir nach Norden und erreichten am frühen Morgen Kopenhagen. Dort lagen wir noch einige Stunden hinter der Sperre und liefen dann in den Hafen ein. Wir landeten direkt neben der Prinz Eugen, Es war der 30.4.1945 (Bei der Ausladung und Bettung in einem Schuppen auf Stroh, hörten wir die Radiomeldung daß der "Gröfaz" den "Heldentod" heute gestorben sei.l
    Ich hoffe, daß Dich mein Geschreibsel etwas interessiert.


    Viele Grüsse
    Ferdi


    unbeabsichtiges Smiley herausgenommen; kkn

    Hallo Joker


    Ich war von Januar 1944 (Narwa) bis zum Kriegsende (Pillau) als Funker beim Stab des Rgt. 401 Im Jan 44 - Juli 44 waren wir westlich Narwa (Weiwara) am russ. Durchbruchskeil südlich von Narwa. Im Juli 1944 wurden wir in den Mittelabschnitt (Molodezno-Wilna-Kalvaria-Suwalki) verlegt. Nachdem die Front im Okt. 1944 auf die alte deutsche Reichsgrenze zurückverlegt wurde lagen wir in Merunen unweit von Treuburg. Am 21.1.1945 wurden wir herausgezogen und in Eilmarsch über Lötzen-Rastenbur-Guttstatt an den russ. Durchbruchskeil gebracht, den wir durchstossen sollten. Die erfolgversprechende Operation wurde eingestellt und wir schwenkten nach einigen Tagen im russ. Keil in den sogenannten Heiligenbeiler Kessel. (Mehlsack Zinten- Hemmersdorf- Gut Otten- Dösenbruck bis zum 28.3.1945 wir aus Balga über das frische Haff gerettet wurden. ab 15.4. Einsatz vor Fischhausen - Lochstädt- Pillau. Über die Nehrung Rettung nach Hela.
    gruß ferdi

    Hallo Tano


    Ich war als Soldat des 19. Jägerregiments der 10. Luftwaffenfelddivision von Oktober 1943 bis zum russ. Angriff am 14.O1.1944 in Gostilizy Ich besitze noch die Originalkarte unserer Stellungen des 19. Jägerregiments. Der Rgts.Gefechtsstand war am Südende des Ortes an der Strasse nach Djatlizy. In Gostilizy war die 7. un 8. Kompagnie des II. Bat. Links und rechts davon waren zwei Infanteriebatallione der 170. Inf. Div. ( Btl. I/399 (links) und III/391 (rechts) eingeschoben. Ich war als Funker beim Regimentsstab in Gostilizy. Zugleich war ich auch Schreiber für den Kommandeur und den Nachrichtenoffizier und den Ia Offizier. Am Vorabend des Grossangriffes (13.1.1944) war eine ungemein starke Stoßtrupptärtigkeit des Gegners festzustellen. Als Kdr.Schreiber kamen mir auch die Feinlageberichte zu Gesicht. Der Bericht (Fremde Heer Ost- von Gehlen) der so um den 10.1. ankam, sagte den russ. Angriff für den 14.1. voraus und die dabei gezeigte Skizze sah in unserem Regimentsabschnitt die Hauptstoßrichtung vor. Am Abend des 13.1. hatten wir einige Gefangene gemacht, die im Rgts. Gefechtsstand vernommen wurden. Ich schrieb die Protokolle. Fazit: Unser Stacheldraht vurde an vielen Stellen gesprengt und Schilder in russ. Sprache "Minengasse" angebracht. Eine starke Bereitstellung von Panzern und starken Inf.Verbänden. Bei uns herrschte daraufhin (Die Luftwaffenfelddivisionen hatten ja keine Kampferfahrung) ein Durcheinander und eine Hektik (Minen lagen unter Eis, Artillerie hatte keine große Muni-Vorräte u.derg). Der Angriff am 14. zerschlug sofort die Kompagnien der Luftwaffenregimenter. Lediglich die beiden Inf.Batl., die sich an den Gefechtsständen einigelten, trotzten dem Angriff. Ich leitete den Funkverkehr mit unserem einzigen überlebenden Funker bei diesen beiden Batl. (ein Freund und Schulkjamerad von mir) Der Rgt - stab setzte sich in die vorbereitete Auffangstellung (3 Km zurück) ab. Beim Eintreffen wurden wir von russ. Einheiten empfangen. Starke Verluste. Weiter abgesetzt nach Koscheritzki (Stellung unserer Artillerie) Dort wurde dann die Kampfgruppe Koch der Div. Nordland (Norweger) eingesetzt. Ich war dann Funker bei dieser Einheit, die 2 Tage Koschreritzki zäh verteidigte. Von der Artilleriestellung aus hatten wir zuvor die beiden eingeschlossenen Inf. Batl. , die von 3 Sturmgeschützen unterstützt wurden, herausgeschossen. In Koscheritzki wurde dann mein Funkkamerad bei einem russ. Panzerdurchbruch verwundet. Von dort ging es dann kämpfend zurück bis Narwa, wo einige Tage später die Reste der Luftw.Felddiv. auf die 170. Inf. Division verteilt wurden.
    Ich hoffe, daß Dich mein Geschreibsel interssiert.


    Viele Grüße Ferdi

    Hallo Roland.
    Habe Dein E-Mail soeben erhalten. herzlichen Dank.Deine Unterlagen zur 1=.Lw.FD. haben mich nicht erreicht.
    Nun zu Deiner Frage wie es weiterging. Nach der Zerschlagung der Division am Oranienbaumer Kessel machten wir den Rückzug mit dem Rgt. 401 der 170. Inf.Div., von dem ja 2 'Bataillone unserem Rgt. unterstellt waren. Gegen Ende Januar wurden die Reste in Joewi (es war ein sehr großes Barackenlager, wo vorher die Arbeiter des neu errichteten Ölschieferwerkes untergebracht waren) gesammelt und auf die Einheiten der 170. Inf. Div. verteilt. Ich selbst kam mit einem anderen Funker unseres Rgts.als Funker zum Stab des Rgts. 401. Als ausgebildete Luftwaffenfunker waren wir den Infanteriefunkern weit überlegen. (wir gaben durchschnittlich 120-130 i.d.Minute. Ende Januar kamen wir dann an den russ. Durchbruchskeil südlich Narwa, der bis 5 km an die Küste hinter Narwa reichte. Wir lagen in Weiwara. Das Waldgelände war ein riesiges Sumpfgelände, das natürlich im Winter gefroren war. Zum 20. April (Führers Geb.Tag) sollte der russ. Keil bereinigt werden. Es war an Artillerie alles aufgeboten, was es nur gab. Von Norden sollte die Panzerdiv. Feldherrnhalle angreifen. 3 Tage vor dem Angriff taute und regnete es ununterbrochen, so daß das Waldgelände ein riesiger tückischer See war. Ich war als Funker bei einem Btl. unseres Rgts. das mit anderen den Angriff starten sollte. Unsere Ari
    begann mit der Feuerwalze etwa 200 m hinter unserer Bereitstellung und walze über uns hinweg. Die Angriffseinheiten existierten nicht mehr. Abends war der Spuk vorbei, kein Meter Boden gewonnen, Division geopfert Wochen später bargen wir immer noch unsere Gefallenen. Im Mai wurden wir weiter südlich verlegt (sogenannte Südsee). und kamen dann im Juli bei Beginn der russ. Offenzive "Bagration" in den Mittelabschnitt (Molodecno, bis Suwalki-. Später Merunen (unweit Treuburg). Im Jan. 1945 wurden wir herausgezogen und die Div. in Eilmarsch an den Durchbruchkeil der bis Elbing reichte gebracht, um diesen nach den Pl. unseres Armeekdr. Hossbach zu durchstossen. Auf Nachricht von Gauleiter Koch an Adolf "Die Wehrmacht flieht feige aus Ostpreussen") wurde die Operation eingestellt und wir schnwenkten in den Kessel von Heiligenbeil. Am 28.-3. wurden dir Reste aus Balga über das Haff gerettet. Dann kamen wir am,15.4.45 in die Nähe von Fischhausen (Lochstädt) wo ich am 20.4.45 verwundet wurde. Über Pillau trippelten wir bis Kahlberg auf der Nehrung, wo uns Kampffähren der Kriegsmarie aufnahmen und nach Hela auf die Reede brachten wo wir (Verwundete und Zivilisten) die "Weserberg" erlommen. Am 30.4. landeten wir in Kope nhagen.
    Soweit meine "Soldatenlaufbahn".


    Gruß Ferdi

    Hallo Roland


    Dank für Deine Antwort. Deine Angaben zu Oberst Mattusek
    (Name) stimmen.- Er war ein sehr peniebler und kauziger Oberst. Von Januar 1943 bis Oktober lagen wir vor Koporje an dem kleine Back Koporka- Unser Rgts. Gefechtsstand bestand aus etwa 12o Bunker (Blockhütten) auf engen Raum. Ich selbst habe im Auftrag unseres Hauptmanns(ich glaube Warnke) alle Bunker mit Nummernschilder gekennzeichnet. Auch habe ich das Gelände erkundet nach Möglichkeiten Kartoffeln und Gemüse anzubauen. Die HKL war von uns etwa 1 Km entfernt. Wegen dem sumpfigen Gelände war sie nicht durchgehend besetzt, sondern stützpunktartig. Ab Sommer war kaum Gefechtstätigkeit. Lediglich Gewehr und Maschinengewehrfeuer. Ich nahm ab Sommer ja jede Nacht (2 Uhr von den Btl. die Feindlageberichte entgegen, die ich dann zusammenstellte und um 3 Uhr an die Div. fernmündlich weiter leitete- Dann tippte ich den Bericht in 3-facher Ausfertigung und musste diesen um Punkt 7 Uhr Mattussek vorlegen. Mattussek hatte eine Blockhütte mit angebauter Küche- Alle Offiziere mussten abends bei ihm zum "Dinner" erscheinen und durften erst (in der Regel gegen 22 Uhr) wenn er es erlaubte in ihre Behausungen zurück. Der Ia Offizier (für den ich auch schrieb) war Olt. Hilll, der Nachf-Offizuier war Hauptmann Haesse (ein Hallenser) Der Slpieß ein älterer Österreicher, Nachr. Feldwebel Fritz Pade, Schreibst. Uffz. u. Rechnungsf. Uffz.Wessel, Nachr. Uffz. Jupp Knechtges(Köln) und Heinz Wehner (aus dem Ruhrpott) Im Sommer erhielten wir Wehrbetreuungsbesuch (Ruth Eiben, die Märchentante von Radio Stuttgart u. Schwiegertochter des Reichssportf. von Schamma-Osten), die uns Gedichte v. Reiner M. Rilke vortrug.Sie besuchte auch die Batallione. Meines Wissens war Oberst Matussek noch beim Rgt. bis Oktober (mein Urlaub. Dann wurde das sRgt. an die Ostecke nach Gostilizy unweit von Peterhof verlegt. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, daß Mattussek bis zum Zusammenbruch der Div. im Januar 1944 Kdr. des Rgts. war. Mir sind keine anderen Namen in Erinnerung.
    Aus meinem Geschreibsel kannst Du ersehen, daß bis Januar 1944 die Lage am Oranienbaumer Kessel sehr ruhig war und ausser Stosstrupptätigkeit keine größeren Kampfhandlungen stattfanden.
    Herzliche Grüße Ferdi

    Hallo Michell
    Bin erst seit einigen Tagen im Forum und habe deshalb erst heute Deine Fragen zum 19. Jg.Rgt. gelesen.
    Ich selbst kam aus Luftwaffenfunker von Beverloo (Belgien) Ende Nov. 1942 nach Groß Born -Linde (großes Truppenlager) Dort wurden neue Einheiten für den infantr. Einsatz aufgestellt. Durch Glück kamen wir an Weihnachten 1942 zu einem Nachrichtenzug (Funker und Fernsprecher), der Anfang Januar 1943 über Schneidemühl -Narwa an den Oranienbaumer Kessel kam. Mit uns waren Trosseinheiten (Bäckerei- Mdetzgerei- u.a. ), da die 10. Felddivision noch nicht über solche Einheiten verfügte. Ich selbst kam nach Koporje zum Rgts. Stab des 19. Jägerregiments, das etwa 8 Km ostwärts von Koporje lag. Anfangs 2943 bis etwa Mai 1943 war bei uns eine rege Stoßtrupptätigkeit- Unsere kampfunerfahrenen Herrn Kommandeure wollten den "starken Mann" riskieren. Der Gegner forderte abends über Lautsprecher auf, mit der "Ballerei" aufzuhören, anderfalls er einen deutsc hen Soldaten aus der Stellung "klauen" würde. was auch an 2 bis 3 aufeinanderfolgenden Tagen tatsächlich geschah.Dann wurde es ruhiger. Ich selbst war als Funker beim Stab des Rgts. und später, da wir Funkstille hatten, als Schreiber beim Regt . Kdr. war Oberst Mathuseck. Bis zu unserer Verlegung (während meines Heimaturlaubes im Oktober 1943) nahm ich die Frontlageberichte unserer Btl. entgegen und leitete sie dann an die Division fernmündlich weiter. Ab Oktober sufcd das Regt. nach Gostiluizy bei Peteho verlegt. In unserem Rgts. Abschnitt waren dann die Inf.Btl. II des Inf.Rgts. 399 und II des Inf.Rgts. 401 der 170. Infantriediv. unserem 19. Lw. Jägerregiment unterstellt. In Gostilizy war ich als Funker zugleich Schreiber des Kommandeurs des Rgt. und des Ia Offiziers. Am 14.1.1944 war der russ Großangriff aus dem Ksssel dann in unserem Abschnitt. Die Luftwaffenkompagnien (keine Kampferfahruzngen) wurde fast vollständig aufgerieben.
    Von Koporje besitze ich noch einige Aufnahmen vom Dorf (mit Kindern und Ziegen) und der Ruine der Burg.


    Ich hoffe, daß Dich meine Darstellung etwas interessiert hat


    Freundliche Grüße Ferdi