Posts by Ferdi

    Guten Morgen Josef und Karl,

    mich betrübt es sehr, dass mein Kriegskamerad Hans L verstorben ist. Möge er in Frieden ruhen.

    Hans war Funker bei der 170. Inf. Division, die vor der Verlegung in den Mittelabschnitt südlich Narwa eingesetzt war. Als Funker beim Inf.Rgt. 401 hatte ich oft Funkverkehr mit der Division und sicherlich auch mit Hans. Er war ein Funker, wie sie üblich bei der Infanterie eingesetzt waren. Der Begriff "Tastfunker" ist mir nicht bekannt. Ich glaube nicht, dass bei der Funkstelle der Division "Enigma" eingesetzt war, denn sie war als streng geheime Schlüsselmaschine nur bei höheren 'Stäben eingesetzt. Ich selbt wurde bei der Luftwaffe als Funker ausgebildet wozu auch die Ausbildung an Enigma gehörte. Am 28.3.1945 kam ich im Morgengrauen in der Burgruine Balga zum Div.Kdr. und der Funkstelle der 170. Inf.Division. Mir ist noch gut in Erinnerung , dass der Div.Kdr. zu mir sagte: "da haben wir noch die letzte Funkstelle der Division, gehen sie an den Strand, denn gleich kommen die Boote" (mit der letzten Funkstelle meinte er mein auf dem Rücken getragenes Funkgerät) Auf dem Tisch stand nur das Div. Funkgerät an dem ein Funker noch gerade einen Spruch absetzte.

    Herzliche Grüße

    Ferdinand

    Hallo Stefan,

    Ich habe über den Krieg 1870 eine umfassende Darstellung eines Zeitzeugen, des Pastors von Schwalbach, in seiner handschriftlichen Chronik in altdeutscher Schrift vor einigen Jahren transkribiert. Der Text mit Bildern ist im Forum "Napoleon-Online.de" im Jahr 2009 veröffentlicht. Wegen der Größe sende ich Dir den Beitrag per Mail

    Gruß Ferdi

    Guten Morgen Thomas,

    wenn ich mich nicht irre, ist "Sevastopol" ein Freund von mir , der in Sevastopol wohnt und mit dem ich einen sehr regen und auch interessanten Schriftwechsel habe. Er und seine Freunde, u.a. aus Petersburg suchen mit Erfolg nach Gefallenen auf den ehem. Schlachtfeldern. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit der deutschen Kriegsgräberfürsorge. Mangels Kentnis der deutschen Sprache benutzt er den Translator im Internet. Daher auch seine Unkenntnis über die Forenregeln

    Sein Schriftwechsel ist untermeiner PN aufgeführt.

    Herzliche Grüße, nachträglich einen Guten Rutsch und bleib gesund

    Ferdi

    Hallo Freunde,

    Für Soldaten von der Ostfront war bis zu den Endkämpfen 1945 eine Entlausung zwingend. Hierfür waren an den Eisenbahnknotenpunkten bes. Entlausungsanstalten eingereichtet. Ich habe z.B. die Entlausungsanstalt Wirrballen (Einreisen aus dem Nordabschnitt) und Bialystok (Einreisen aus dem Mittelabschnitt) erlebt. Diese Anstaltend waren in der Regel mit sogen. Durchgangsstationen verbunden. Diese Durchgangsstationen waren räumlich getrennt nach Durchgangsstation Front-Heimat und "Durchgangsstation "Heimat - Front, wobei die Entlausung in der Durchgangsstation "Front - Heimat" war.Diese Durchgangsstation blieb mir eindringlich im Gedächtnis haften. Bei der Urlaubsrückkehr im Sommer 1944 in der Durchgangsstation "Heimat - Front" musste ich auf den Zug zur Weiterfahrt warten und döste ein. Als ich aufwachte, fehlte mein neben mir auf dem Rucksack liegender Karabiner 98 K, ein Malör, das mir damals große Kopfschmerzen auf der ganzen Weiterfahrt bereitete. Noch Heute bin ich sehr schuldbewusst, wenn ich an diesen Vorfall denke, denn nach Landsermanier habe ich mir vor meiner Ankunft eine Knarre "organisiert".

    Als die Front 1944 an die Deutsche Reichsgrenze kam, gab es von der Ostfront kaum noch Entlausungen. Im Okt. 1944 bekam ich aus der Stellung bei Treuburg 10 Tage Sonderurlaub. Auf der ganzen Strecke von dort über Berlin bis ins Saarland sass ich in dem eng- und vollbesetzten Zug und es quälten mich die Läuse. Das Erste zu Hause war das Auskochen aller meiner Klamotten im Waschkessel.

    Herzliche Grüsse und eine gute Woche

    Ferdi

    Hallo Freunde,

    die Ungezieferplage in Russland konnte uns fast zur Verzweifelung treiben. Neben den Läusen waren die Wanzen in den Bunkern oder Häusern sehr plagend. Als Schreiber hatte ich bei Leningrad täglich bis Morgens 3 Uhr geschrieben, bevor ich zu Bette kam. Wegen der Wanzen konnte ich nicht auf meine Pritsche, sondern mein Stuhl, dessen 4 Beine in Bledhdosen mit Wasser standen und auf den ich das 4eckige Brett der Verdunkelung legte, diente mir als Lager. Täglich ging ich mit einer Lötlampe auf Jagd, denn die Biester sassen in allen Ritzen und Löchern. Später als Funker in der HKL lagen wir oft in einem einfachen Loch, besonders im Winter und wegen der Kälte lagen wir beide Funker immer eng beieinander. Die Tortour, wenn Läuse zu krabbeln anfingen, lässt sich kaum beschreiben. Man war todmüde und die Biester quälten und raubten den Schlaf. Mein letztes Hemd, das ursrünglich eine weisses seidenartiges Hemd (ein Soldatenhemd das Truppen in Afrike hatten) gewesen ist, hatte ich von Januar 1945 bis zu meiner Einlieferung in ein dänisches Lazarett im Mai 1945 am Leib und es war vom Blut der Läuse schwarz und nach der Entlausung nicht mehr zu gebrauchen.

    Das in den 40er Jahren in der Truppe verwendete Läusepulver, das in Wasser aufgelöst und worin die Hemden gewaschen wurden,

    färbte die Hemden gelb, vertrieb aber nicht die Läuse.

    Herzliche Sonntagsgrüsse

    Ferdi

    Guten Morgen Freunde,

    das besagte Fieber hatte mich im Februar 1944 im Brückenkopf südlich Narwa befallen. Ich war Funker bei einem Btl. des Rgt. 401 der 170 Inf.Div.. Ich lag mit dem Btl, vor einem, Angriff im tiefverschneiten Wald. Eigenartigerweise standen dort Zelte in denen 4-eckige Kastenöfen standen, die befeuert starke Hitze ausstrahlten. Das Fieber befiehl mich ganz plötzlich nachts. Ich lag in der Nähe des Ofens und war ganz aphatisch, nahm alles verzögert wahr. Ein Kamerad stellte mir das Kochgeschirr mit Eintopf auf den Ofen neben mir. Ich versuchte krampfhaft den Topf zu nehmen, was mir einfach nicht gelang. Am Morgen trat ich in diesem Zustand dann mit meinem Funkgerät auf dem Rücken zum Angriff an. Ich torkelte durch die Gegend wie besoffen und nahm alles wie im Traum wahr. Ich weis nur noch, dass wir unsere Funkstelle neben einem Stapel steifgefrorener gefallener Kameraden aufbauten, die uns beiden Funkern bei einem russ.Feuerüberfall vor Baumkrpierern schützten, weil wir zur Deckung unter sie krochen. Nach 2 Tagen war das Fieber wieder verschwunden. Der Sani sagte mir hinterher, dass ich das "Wodhlhynienfieber" gehabt habe.

    Herzliche Grüße

    Ferdil

    Hallo Ludwig und Neuling,

    Bei unserem Rgts.Stab gab es keinen besonderen Regimentszeichner. Ich habe z.B,. unsere Stellungskarte des Rgts.bei Gostilizi (Kessel von Oranienbaum) von 1943/44 in meinem Besitz. Sie wurde von unserem I a - Offizier gezeichnet.

    Es dürfte einem "Regimentszeichner" so ergangen sein wie mir. Ich war Funker beim Rgts-Stab und wir mussten für unsere Btl. die Funktafeln (DIN A 5 Blätter voll 3er Buchstabengruppen) abschreiben. Das tat ein Kamerad von mir, der damit fast einen ganzen Tag beschäftigt war. Als ich sein Jammern über die vile Arbeit nicht mehr anhören konnte, übernahm ich seine Arbeit, da ich als ehem. Handelsschüler perfekt Steno und Blindschreiben auf der Schreibmaschine konnte, so daß ich in einer knappen Stunde damit fertig war. Wenige Stunden später wurde ich zur Schreibstube der Stabskompanie beordert und sofort als Schreiber eingesetzt. Als Urlaubsvertretung beim Rgts-Kdr. bzw. Stab entdeckte man meine "Schreibkünste" und fortan blieb ich dort als Schreiber. Ich kann mir vorstellen, dass es einem techn. Zeichner so oder ähnlich erging. Allerdings war ein Zeichner sicherlich nicht voll ausgelastet.

    Herzliche Grüße

    Ferdi

    Hallo Freunde,

    als ein "alter Schreiber" beim Rgts. Stab (Stabskompanie) bzw. beim Rgts-Kommandeur des 19. Jg,.Rgts der 10 Luftwaffenfelddivision kann ich aus Erfahrung etwas zu dem Thema beitragen. Vorweg sei erwähnt, dass es unterschiedliche Aufgaben für den Schreiber gab, wenn das Rgt. im sogen. Heimatkriegsgebiet (Ausbildung u.ähnliche) oder an der Front war. An der Front, d.h. im Kampfeinsatz, bestand der Rgts-Gefechtsstand in der Regel aus den Offizieren des Staabes (Kdr., Vertreter, Ia Offizier u.a., Schreiber, Melder, Nachrichtenleute usw.) Davon getrennt war der sogen. Tross (Stabskompanie) Als Schreiber beim Rgts-Stab hatte ich folgende Aufgaben: Schreiben nach Diktat des Kommandeurs, des Ia Offiziers und der anderen Offiziere, Entgegennahme (Funk,Fernsprech) der tägl. Lageberichte der Btl. und deren Zusammenfassung für die Meldung an die Division sowie alle anfallenden Schreibarbeiten. Daneben oblag mir auch die Verwaltung und Vertreilung des Betreuungsmaterials '(Bücher, Schallplatten, Batterien, Musikinstrumente ua.). Alles Nähere hierzu kann in meinen "Erinnerungen" (Veteranen erinnern sich: Ferdis Erinnerungen) nachgelesen werden.

    Herzliche Grüße

    Ferdi

    Guten Morgen Freunde

    Im Arbeitsgau XXXII Saarpfalz gab es nach 1938 weitere RAD-Lager, so u.a. die beiden Lager in Düppenweiler. Ein Lager war eine sogen. Friedensabteilung (Wachabteilung), die während des 2. WKr. die Wachmannschaften für die leersehenden RAD-Lsager im Gau Westmark

    stellte. Das zweite Lager war 1941 mit RAD-Angehörige aus Lothringen belegt. Ich war 1941/42 in der sogen. Wachabtilung, die nur aus einem Feldmeister, einem Obertruppführer und 12 Arbeitsmännern bestand. Näheres und Bilder sind in meinem Betrag "Ferdis Erinnerungen" unter Veteranen erinnern sich zu finden.

    Herzliche Grüße

    Ferdinand

    Hallo Max,

    Als Funker bei der Infanterie, gebrauchte man seine Waffen in der Regel kaum, denn man lag im Loch, Unterstand oder Keller und war mit Funken beschäftigt, Die Waffe wurde nur zur Notwehr gebraucht. Wenn die Stellung gehalten wurde, gebrauchte die Funker selten eine Waffe. Nur bei wechselnden Stellungen und Rücklzugskämpfen kam manchmal je nach Situation die eigene Waffe zum Einsatz. Zum Beispiel bei den Kämpfen im Brückenkopf von Heiligenbeil im Frühjahr 1945 waren die Funker oft die Letzten, wenn es ans "Laufen" ging. Da blieb oft Waffe und Funkgerät zurück. Ich war dort in der Regel nur allein am Funkgerät und mein Funkkamerad (ein Funktrupp bestand aus 2 Mann, denn es war das Funkgerät und der Batteriekasten zu schleppen) , der in den letzten Monaten kaum noch richtig funken konnte (Ersatzleute) musste das "Geschehen" um uns beobachten. Ich schärfte ihm immer ein "ich funke und Du beobachte, und wenn Du die erste Hacke (gemeint türmende Kameraden) siehst, muss unsere Hacke die Zweite sein, sonst kommen wir nicht mehr heraus". Ich habe in Ostpreussen mindesten 10 Funkkameraden verloren, die entweder gefallen oder vermisst sind. Sie waren einfach verschwunden und tauchten bei uns nicht mehr auf.Es ist kaum möglich, das "Geschehen" in Worte zu fassen und zu vermitteln.

    Herzlichen Gruß Ferdi

    Hallo lb. Freunde des Forums,

    Ich war Ende 1942 in Großborn-Linde. Unsere Einheit Luftg. Nachr. Rgt.12, die in Beverloo (Belgien) lag, wurde Ende Nov. 1942 nach Großborn verlegt um in die LW.Felddivision überführt zu werden. An Weihnachten 1942 kam ich dort als Funker zu einem Nachschub für die 10.Lw. Felddivision., die am Kessel von Oranienbaum eingesetzt war. Mitte Januar 1943 wurde dieser Ersatz (Nachrichtenzüge, Bäcker, Metzger und sonstige Trosseinheiten) in Marsch gesetzt.

    Großborn-Linde war also auch Station für die Aufstellung der Luftwaffenfelddivisionen.

    Herzliche Grüße Ferdi

    Hallo Nico,

    das kann ich nicht beurteilen. Ich wollte nur darlegen, dass es an der Font nicht darauf ankam, ob die Waffe eingetragen oder registriert war. In vielen Situationen gebrauchte man einfach das was mach hatte. Ich habe laufend von Gefallenen (ob eigene Kameraden oder Russen) deren Waffen an mich genommen, um nicht wehrlos zu sein.

    Herzl Gruß

    Ferdi

    Hallo Freunde,

    an der Front war das mit den Pisolen nicht so streng. Mein Nachrichtenkamerad ein Leutnant, gab mir seine Walter PP als er zu einer anderen Einheit 1945 versetzt wurde. Die habe ich dann im März 45 auf der Nehrung gegen eine Dose

    Tomatenmark einem Soldaten von einer Art.Einheit verscherbelt Ende März 45 war Hunger unser ständiger Begleiter, denn dort waren die Rationen wegen Mangel an Nahrungsmitteln äußerst karg. Seit den Kämpfen bei Narwa - Mittelabschnitt - Heiligenbeil - Pillau hatte ich laufend andere Waffen, u.a. auch russ. MP., da die eigene Waffe sehr oft zurückgelassen wrden musste.

    Herzliche Grüß

    Ferdi

    Guten Morgen JR

    Bei der Landung in Kopenhagen wurden die Verwundeten in einer großen Lagerhalle (war auf dem Fussboden mit Stroh und Zeltplanen ausgestattet) untergebracht. Erst 1 oder 2 Tage später erfolgte ein Abtransport mit einem Eisenbahnzug, der uns in 3 Tagen nach Sylkeborg brachte. Erst im dortigen Lazarett wurde ich registriert. Dieser Abtransport aus Kopenhagen war am 1. oder 2. Mai, denn am 30.4. hörten wir noch in der Halle im Rundfund vom "Heldentod des Gröfaz"

    Gruß Ferdi

    Hallo Freunde,

    ich wurde am 20.04 1945 vor Pillau verwundet und verließ das Lazarett in der Festung Pillau am 23.04 und kam nach Übersetzten nach Neutief in das Feldlazarett (Kahlberg). Am 26.4. mit Kampffähre von dort nach Hela und wurde sofort auf das Schiff "Weserberg" verladen und kam mit diesem nach Kopenhagen. An keiner Stelle wurde ich registriert. Sowohl auf den Kampffären der Kriegsmarine, die nachts an der Küste der Nehrung Verwundete, auch noch Zivilisten wahllos aufnahmen sowie bei der Verladung auf die Schiffe oder dort erfolgte keine Registrierung. Es ging in den letzten Tagen sowohl in Pillau als auch in Hela darum, möglichst viele Menschen vor dem Zugriff der Russen zu retten. Da blieb keine Zeit und da dachte auch Niemand daram, Registrierungen oder Listen anzulegen. Von der "Weserberg" und dieser Fahrt gibt es einen Bericht des Kapitäns, die dieser an die Forschungsstelle Ostsee in den 60er Jahren gefertigt hat.

    Herzliche Grüße Ferdi

    Hallo Freunde,

    an der Front wurde nicht danach gefragt, welche Waffe man gerade hat. Ich hatte z.B. laufend andere Pistolen oder Waffen wie Walter PPK, O8, Karab.98 (mit 5 Schuss-Magazin), russ. MP. u.a. Bei meinem letzten Heimaturlaub Nov. 1944 habe ich meine Pistole meinem Vater gelassen, da unser Wohnort im Westen Kampfgebiet und mein Vater zum Volkssturm eingezogen wurde.

    Sehr oft ging an der Front bei dem Hin- und her die Waffe verloren oder musste beim "rennen in letzter Minute" zurückgelassen werden.

    Gruß Ferdi

    Hallo Freunde, die in Klammern ungelösten Worte, sind Abkürzungen. "dann erkunden wir"

    nach Zeit haben, Abk. "rücken" weiter nach Westen vor.

    Gruß

    Ferdi