Posts by Ferdi

    Guten Morgen Freunde,

    das besagte Fieber hatte mich im Februar 1944 im Brückenkopf südlich Narwa befallen. Ich war Funker bei einem Btl. des Rgt. 401 der 170 Inf.Div.. Ich lag mit dem Btl, vor einem, Angriff im tiefverschneiten Wald. Eigenartigerweise standen dort Zelte in denen 4-eckige Kastenöfen standen, die befeuert starke Hitze ausstrahlten. Das Fieber befiehl mich ganz plötzlich nachts. Ich lag in der Nähe des Ofens und war ganz aphatisch, nahm alles verzögert wahr. Ein Kamerad stellte mir das Kochgeschirr mit Eintopf auf den Ofen neben mir. Ich versuchte krampfhaft den Topf zu nehmen, was mir einfach nicht gelang. Am Morgen trat ich in diesem Zustand dann mit meinem Funkgerät auf dem Rücken zum Angriff an. Ich torkelte durch die Gegend wie besoffen und nahm alles wie im Traum wahr. Ich weis nur noch, dass wir unsere Funkstelle neben einem Stapel steifgefrorener gefallener Kameraden aufbauten, die uns beiden Funkern bei einem russ.Feuerüberfall vor Baumkrpierern schützten, weil wir zur Deckung unter sie krochen. Nach 2 Tagen war das Fieber wieder verschwunden. Der Sani sagte mir hinterher, dass ich das "Wodhlhynienfieber" gehabt habe.

    Herzliche Grüße

    Ferdil

    Hallo Ludwig und Neuling,

    Bei unserem Rgts.Stab gab es keinen besonderen Regimentszeichner. Ich habe z.B,. unsere Stellungskarte des Rgts.bei Gostilizi (Kessel von Oranienbaum) von 1943/44 in meinem Besitz. Sie wurde von unserem I a - Offizier gezeichnet.

    Es dürfte einem "Regimentszeichner" so ergangen sein wie mir. Ich war Funker beim Rgts-Stab und wir mussten für unsere Btl. die Funktafeln (DIN A 5 Blätter voll 3er Buchstabengruppen) abschreiben. Das tat ein Kamerad von mir, der damit fast einen ganzen Tag beschäftigt war. Als ich sein Jammern über die vile Arbeit nicht mehr anhören konnte, übernahm ich seine Arbeit, da ich als ehem. Handelsschüler perfekt Steno und Blindschreiben auf der Schreibmaschine konnte, so daß ich in einer knappen Stunde damit fertig war. Wenige Stunden später wurde ich zur Schreibstube der Stabskompanie beordert und sofort als Schreiber eingesetzt. Als Urlaubsvertretung beim Rgts-Kdr. bzw. Stab entdeckte man meine "Schreibkünste" und fortan blieb ich dort als Schreiber. Ich kann mir vorstellen, dass es einem techn. Zeichner so oder ähnlich erging. Allerdings war ein Zeichner sicherlich nicht voll ausgelastet.

    Herzliche Grüße

    Ferdi

    Hallo Freunde,

    als ein "alter Schreiber" beim Rgts. Stab (Stabskompanie) bzw. beim Rgts-Kommandeur des 19. Jg,.Rgts der 10 Luftwaffenfelddivision kann ich aus Erfahrung etwas zu dem Thema beitragen. Vorweg sei erwähnt, dass es unterschiedliche Aufgaben für den Schreiber gab, wenn das Rgt. im sogen. Heimatkriegsgebiet (Ausbildung u.ähnliche) oder an der Front war. An der Front, d.h. im Kampfeinsatz, bestand der Rgts-Gefechtsstand in der Regel aus den Offizieren des Staabes (Kdr., Vertreter, Ia Offizier u.a., Schreiber, Melder, Nachrichtenleute usw.) Davon getrennt war der sogen. Tross (Stabskompanie) Als Schreiber beim Rgts-Stab hatte ich folgende Aufgaben: Schreiben nach Diktat des Kommandeurs, des Ia Offiziers und der anderen Offiziere, Entgegennahme (Funk,Fernsprech) der tägl. Lageberichte der Btl. und deren Zusammenfassung für die Meldung an die Division sowie alle anfallenden Schreibarbeiten. Daneben oblag mir auch die Verwaltung und Vertreilung des Betreuungsmaterials '(Bücher, Schallplatten, Batterien, Musikinstrumente ua.). Alles Nähere hierzu kann in meinen "Erinnerungen" (Veteranen erinnern sich: Ferdis Erinnerungen) nachgelesen werden.

    Herzliche Grüße

    Ferdi

    Guten Morgen Freunde

    Im Arbeitsgau XXXII Saarpfalz gab es nach 1938 weitere RAD-Lager, so u.a. die beiden Lager in Düppenweiler. Ein Lager war eine sogen. Friedensabteilung (Wachabteilung), die während des 2. WKr. die Wachmannschaften für die leersehenden RAD-Lsager im Gau Westmark

    stellte. Das zweite Lager war 1941 mit RAD-Angehörige aus Lothringen belegt. Ich war 1941/42 in der sogen. Wachabtilung, die nur aus einem Feldmeister, einem Obertruppführer und 12 Arbeitsmännern bestand. Näheres und Bilder sind in meinem Betrag "Ferdis Erinnerungen" unter Veteranen erinnern sich zu finden.

    Herzliche Grüße

    Ferdinand

    Hallo Max,

    Als Funker bei der Infanterie, gebrauchte man seine Waffen in der Regel kaum, denn man lag im Loch, Unterstand oder Keller und war mit Funken beschäftigt, Die Waffe wurde nur zur Notwehr gebraucht. Wenn die Stellung gehalten wurde, gebrauchte die Funker selten eine Waffe. Nur bei wechselnden Stellungen und Rücklzugskämpfen kam manchmal je nach Situation die eigene Waffe zum Einsatz. Zum Beispiel bei den Kämpfen im Brückenkopf von Heiligenbeil im Frühjahr 1945 waren die Funker oft die Letzten, wenn es ans "Laufen" ging. Da blieb oft Waffe und Funkgerät zurück. Ich war dort in der Regel nur allein am Funkgerät und mein Funkkamerad (ein Funktrupp bestand aus 2 Mann, denn es war das Funkgerät und der Batteriekasten zu schleppen) , der in den letzten Monaten kaum noch richtig funken konnte (Ersatzleute) musste das "Geschehen" um uns beobachten. Ich schärfte ihm immer ein "ich funke und Du beobachte, und wenn Du die erste Hacke (gemeint türmende Kameraden) siehst, muss unsere Hacke die Zweite sein, sonst kommen wir nicht mehr heraus". Ich habe in Ostpreussen mindesten 10 Funkkameraden verloren, die entweder gefallen oder vermisst sind. Sie waren einfach verschwunden und tauchten bei uns nicht mehr auf.Es ist kaum möglich, das "Geschehen" in Worte zu fassen und zu vermitteln.

    Herzlichen Gruß Ferdi

    Hallo lb. Freunde des Forums,

    Ich war Ende 1942 in Großborn-Linde. Unsere Einheit Luftg. Nachr. Rgt.12, die in Beverloo (Belgien) lag, wurde Ende Nov. 1942 nach Großborn verlegt um in die LW.Felddivision überführt zu werden. An Weihnachten 1942 kam ich dort als Funker zu einem Nachschub für die 10.Lw. Felddivision., die am Kessel von Oranienbaum eingesetzt war. Mitte Januar 1943 wurde dieser Ersatz (Nachrichtenzüge, Bäcker, Metzger und sonstige Trosseinheiten) in Marsch gesetzt.

    Großborn-Linde war also auch Station für die Aufstellung der Luftwaffenfelddivisionen.

    Herzliche Grüße Ferdi

    Hallo Nico,

    das kann ich nicht beurteilen. Ich wollte nur darlegen, dass es an der Font nicht darauf ankam, ob die Waffe eingetragen oder registriert war. In vielen Situationen gebrauchte man einfach das was mach hatte. Ich habe laufend von Gefallenen (ob eigene Kameraden oder Russen) deren Waffen an mich genommen, um nicht wehrlos zu sein.

    Herzl Gruß

    Ferdi

    Hallo Freunde,

    an der Front war das mit den Pisolen nicht so streng. Mein Nachrichtenkamerad ein Leutnant, gab mir seine Walter PP als er zu einer anderen Einheit 1945 versetzt wurde. Die habe ich dann im März 45 auf der Nehrung gegen eine Dose

    Tomatenmark einem Soldaten von einer Art.Einheit verscherbelt Ende März 45 war Hunger unser ständiger Begleiter, denn dort waren die Rationen wegen Mangel an Nahrungsmitteln äußerst karg. Seit den Kämpfen bei Narwa - Mittelabschnitt - Heiligenbeil - Pillau hatte ich laufend andere Waffen, u.a. auch russ. MP., da die eigene Waffe sehr oft zurückgelassen wrden musste.

    Herzliche Grüß

    Ferdi

    Guten Morgen JR

    Bei der Landung in Kopenhagen wurden die Verwundeten in einer großen Lagerhalle (war auf dem Fussboden mit Stroh und Zeltplanen ausgestattet) untergebracht. Erst 1 oder 2 Tage später erfolgte ein Abtransport mit einem Eisenbahnzug, der uns in 3 Tagen nach Sylkeborg brachte. Erst im dortigen Lazarett wurde ich registriert. Dieser Abtransport aus Kopenhagen war am 1. oder 2. Mai, denn am 30.4. hörten wir noch in der Halle im Rundfund vom "Heldentod des Gröfaz"

    Gruß Ferdi

    Hallo Freunde,

    ich wurde am 20.04 1945 vor Pillau verwundet und verließ das Lazarett in der Festung Pillau am 23.04 und kam nach Übersetzten nach Neutief in das Feldlazarett (Kahlberg). Am 26.4. mit Kampffähre von dort nach Hela und wurde sofort auf das Schiff "Weserberg" verladen und kam mit diesem nach Kopenhagen. An keiner Stelle wurde ich registriert. Sowohl auf den Kampffären der Kriegsmarine, die nachts an der Küste der Nehrung Verwundete, auch noch Zivilisten wahllos aufnahmen sowie bei der Verladung auf die Schiffe oder dort erfolgte keine Registrierung. Es ging in den letzten Tagen sowohl in Pillau als auch in Hela darum, möglichst viele Menschen vor dem Zugriff der Russen zu retten. Da blieb keine Zeit und da dachte auch Niemand daram, Registrierungen oder Listen anzulegen. Von der "Weserberg" und dieser Fahrt gibt es einen Bericht des Kapitäns, die dieser an die Forschungsstelle Ostsee in den 60er Jahren gefertigt hat.

    Herzliche Grüße Ferdi

    Hallo Freunde,

    an der Front wurde nicht danach gefragt, welche Waffe man gerade hat. Ich hatte z.B. laufend andere Pistolen oder Waffen wie Walter PPK, O8, Karab.98 (mit 5 Schuss-Magazin), russ. MP. u.a. Bei meinem letzten Heimaturlaub Nov. 1944 habe ich meine Pistole meinem Vater gelassen, da unser Wohnort im Westen Kampfgebiet und mein Vater zum Volkssturm eingezogen wurde.

    Sehr oft ging an der Front bei dem Hin- und her die Waffe verloren oder musste beim "rennen in letzter Minute" zurückgelassen werden.

    Gruß Ferdi

    Hallo Freunde, die in Klammern ungelösten Worte, sind Abkürzungen. "dann erkunden wir"

    nach Zeit haben, Abk. "rücken" weiter nach Westen vor.

    Gruß

    Ferdi

    Hallo Ludwig,
    vielen Dank für Deine Ergänzung. Dies war mir nicht bekannt. Ich vermute, dass der in Rede stehende Kriegskamerad evtl. bei den Engländern in irgendeinem Dienst stand, weil er erst 1947 entlassen wurde. Ein Freund von mir (SS-Mann) war in der engl. Zone als Kraftfahrer im Dienst bei den Engländern. Für den habe ich 1947 eine Dringlichkeitsbescheinigung (ich war Beamter des Arbeitsamtes) ausgestellt, worauf er tatsächlich entlassen wurde. Er hatte auch einen ähnlichen Entlassungsschein. Leider ist er schon länger tot und keine Unterlage von ihm mehr vorhanden.
    Schönen Sonntagsgruß
    Ferdi

    Hallo Freunde
    In Schleswig Holstein gab es kein einzlnes Camp, sondern alle Soldaten (auch die aus Dänemark und Norwegen) wurden in den einhzelnen Ortschaften, Bauernhöfen und sonstigen Unterkünften unter gebracht. Die Deutsche Heeresdieststrafordnung blieb in Kraft. Die Engländer überliesen die Befehlsgewalt über die Soldaten den Deutschen. So wurde ich in Volsemenhusen mit 50 anderen noch nicht ganz geheilten Verwundeten auf einem Bauernhof in der Remiese bzw. dem über Sommer leeren Kuhstall untergebracht. Es wurde neue Kompanien gebildet. Ich hatte dort einen Freund von der Marine kennen gelernt, die auch auf einem Bauernhof untergebracht waren. Die hatten noch von ihrem Schiff allerhand Lebensmittel, so dass sie geregelte Kalt- und Warmverpflegung hatten. Bei denen gab es auch noch täglichen Apell, sogen. Putz.-- und Flickstunde. Einige erhielten im Juni noch 3 Tage Bau, weil sie sich unerlaubt entfernt hatten.
    Bei unserem Haufen, hatte sich ein Kamerad aus einem ehem. Strafbatl. auf die Socklen gemacht und wollte bei Burg über den Kanal. Den brachten 2 Tage später die Engländer mit Jeep und befahlen, ihm 3 Tage einzusperren.
    Es ist also müßig nach einem Gefangenenlager zu suchen.
    Herzliche Grüße Ferdi

    Guten Morgen Kellerhase
    Ein Großteil der 170 Inf.Div. konnte noch vor dem 08.05.1945 von Hela mit Schiffen gerettet und nach Schleswieg Holstein gebracht werden. Über die "Gefangenschft in Schleswig Holstein" kannst Du hier im Forum aus vielen Beiträgen mehr erfahren.
    Gruß Ferdi

    Hallo Jochen
    "Von unserer letzten Feuerstellung aus fotografiert. Im Hindergrund der Lagerschuppen, in dem wir hausten.
    Dahnter im Hintergrund das fleckige Stuckwerk war unsere B-Stellung------ von hier bis Schlüsselburg sind 11 Km"
    Gruß Ferdi