Posts by Dr.Mabuse

    Moin!

    Ich grabe diesen alten Strang mal wieder aus, um meine eigene Frage stellen.

    Im Rahmen eines Forschungsprojektes stieß ich auf dem Personalbogen (Bundesarchiv) eines SA-Führers auf die Angabe er sei am 9.11.1942 zum Standartenführer bei "F.B.80" ernannt worden. Ich dachte zuerst an die Abkürzung für "Feldbataillon", aber es sind mir keine konkreten SA-Feldbataillone bekannt.
    Zur weiteren Info: Die Person war seit März 1931 Mitglied der SA, ab 1932 zunächst Führer eines Sturms der Standarte 92, nach seinem Studium dann 1933 hauptberuflicher SA-Führer (Adjutant der Brigade 58, Führer der Standarte 215 und später Standarte 136). Er fiel im Januar 1945.

    Kann jemand weiter helfen?

    Zur ideologischen Ausrichtung der SA noch eine Anmerkung:
    Bis 1933 kann man einigermaßen davon ausgehen, dass Mitglieder der SA, v.a. wenn sie Unteroffiziers- oder Offiziersränge bekleideten, ideologisch voll auf der Linie der NSDAP waren.
    Vom Freistaat Braunschweig ist mir bekannt, dass alle Beamten im Oktober 1933 vom Finanzminister aufgefordert worden sind, Mitglied in der SA zu werden. Auch wenn kein Zwang bestand, sind viele Beamte tats. Mitglied geworden, auch wenn sie nicht voll "auf Linie" waren. Eine Beförderung in höhere Ränge KONNTE auch in Angleichung an bestehende Ränge als Reserve(unter)offizier in der Armee geschehen. Allerdings ist diese Interpretation in den Entnazifizierungsverfahren nach dem Krieg von den Betroffenen sehr überstrapaziert worden und ist daher mit viel Vorsicht zu genießen.

    Beste Grüße,
    Daniel

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    Original von kkn
    Hi Daniel,

    (1) in welcher Reihenfolge sind denn die Bilder im Album?
    wenn schon im Album, dann sicher in der Abfolge, wie sie gemacht wurden;
    daraus ließen sich viell. einige Schlüsse ziehen.
    (2) woraus ergibt sich das Jahr 1941?

    (1) Leider lässt sich anhand des Albums kaum eine verlässliche, chronologische Reihefolge bestimmen. Kurz davor befinden sich jedenfalls Bilder von dem zerstörten Kfz und dem Begräbnis des Divisionskommandeurs GenMaj Kurt Kalmukoff (+13.08.1941).
    (2) Im April 1942 kam mein Opa ins Lazarett und danach nicht mehr an die Ostfront. Alle Ostfront-Bilder im Album sind aus Sommer und max. Frühherbst (vor der Schlammperiode, nur staubtrockene, sandige Straßen sind zu sehen), also kann es nur 1941 sein.

    Moin!

    Nun habe ich Nachricht von der WASt über meinen Großvater bekommen. Er war zunächst im Stab/31.ID tätig (vermutlich als Fahrer), dann erkrankte er an einem Bronchialkatarrh und einer Netzhautablösung (trug später ein Glasauge), weswegen er, als "garnisonsverwendugsfähig Heimat" gemustert wurde und in verschiedene Ersatz-Abteilungen abgegeben wurde.
    Schließlich kam er im Januar 1944 in die 6.Schützen-Lehrkompanie / Infanterie-Lehr-Regiment Döberitz und im Februar mit dem "verstärkten-Infanterie-Lehr-Regiment (Unterstellung nicht zu ermitteln)" nach Italien, wo er im Juni '44 verwundet wurde und in englische KG geriet.

    Nun würde ich gern etwas mehr über das Infanterie-Lehr-Regiment Döberitz wissen und v.a. was ich mir unter diesem "verstärkten Inf.-Lehr-Rgt" vorzustellen habe. Hat da jemand Informationen drüber?

    Danke!

    So, nach längerer Zeit melde ich mich mals wieder.
    Eine Nachfrage bei der WASt hat inzwischen ergeben, dass mein Opa zu diesem Zeitpunkt tats. beim Stab/31.ID war, ab Anfang 1942 dann 5.Fahrkolonne/31. ID.

    Da ich das Kirchen-Bild zeitlich nicht genauer als Juni-September 1941 einordnen kann (das Laub der Bäume lässt mich eher noch bis August eingrenzen), kann man den ungefähren Ort auch nur mit "zwischen Bialystok, Minsk und Smolensk", also Weißrussland, einkreisen - nicht sehr hilfreich.

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    Original von Walter23
    Vielleicht meint Dr.Mabuse eine einteilige Schablone. Die "Vollkreise" bedürfen so gesehen mehr Arbeitsschritte, aber ist jetzt auch nur eine Idee.

    Jo, des meinte Dr.Mabuse ;). Ist eben die einfachste Art, den Stern mit Kreis auf das Kfz. zu bekommen. -> So wurd's gemacht!

    Gibt doch auch bei anderen Nationen solche Schablonenschriften, die solche "Durchbrüche" haben:
    z.B.Deutsche, Biriten (oder hier:Kanadier) , für die UdSSR kenne ich eine solche durchbrochene weiße Umrandung des roten Sterns (auf die Schnelle kein Bild gefunden). Auch später noch: Korea, dasselbe Prinzip

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    Original von AndreasR.
    Hallo Daniel,
    scanne doch die Beschriftung mal ein und stelle sie hier rein. Vielleicht lässt es sich ja doch entziffern.
    Andreas

    Ist leider nicht möglich, da das Foto fest in einem Album eingeklebt ist, die Beschriftung konnte ich nur durch gaaaaanz vorsichtiges Knibbeln sichtbar machen, bzw. über dem unleserlichen kleben Reste des Albums (weswegen ich weiteres Knibbeln augenblicklich eingestellt habe...) :rolleyes:

    Ich hatte erst auf die Royal British Marines getippt (da würde auch die Farbe passen). Nur fehlt leider das "RM" unter der Krone, der silberne Knopf passt nicht und die Krone ist nicht eindeutig eine britische. Das sind jedenfalls die heutigen Merkmale, vielleicht war's vor '45 anders.

    Soweit ich weiß, waren weder auf rumänischen noch schwedischen Schulterklappen (Stand 1940) Kronen drauf.

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    Original von prachtaffe
    Ich zitiere:

    "[..] und 7 Generale der Waffen-SS - darunter Sepp Dietrich, der ehemalige Kommandeur der Leibwache Hitlers und spätere Oberbefehlshaber der 6. SS Panzerarmee, ..." (S. 145)

    Interessant.
    Nur sieben? Wieviele SS-Generäle gab es denn insgesamt (mich würde der Prozentsatz der UO-Generäle bei der Waffen-SS interessieren - auch im Vergleich mit den entspr. Wehrmachtsgenerälen), denn das war ja die Ideologie der SS: Aufstieg durch Leistung (d.h. v.a. körperliche Leistungen, Mut und "Fanatismus") und nicht durch Herkunft (oder Bildung). Wobei Sepp Dietrich nach übereinstimmenden Äußerungen seiner Zeitgenossen einer der dümmsten Menschen war, der jemals (gut, sagen wir im 20.Jh. ;)) General geworden ist und einen besseren Unteroffizier abgegeben hat.

    Mein Opa 1943 in Frankreich. Bildbeschriftung: "Das ist die Kleine".

    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/2100-7.jpg]

    Kann mal schaun, ob ich das Negativ noch in Opas großer Fotokiste finde, dann kannst Du einen Abzug haben, wenn Du möchtest. Oder dieses Bild in 300dpi.

    Dieses ist nur als fest eingeklebtes Papierbild vorhanden, aber in einer höheren Bildqualität:
    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/2100-5.jpg]

    Gruß aus der Löwenstadt,
    Daniel

    Hallo, beim Durchforsten des Kriegsalbums meines Opas kamen einige Fragen auf, auf die hier vielleicht einige Antworten gefunden werden (hoffentlich bin ich hier im richtigen Unterforum...)

    Der Hintergrund: Mein Großvater hatte 1938 seine Grundausbildung beim II./82.IR in Göttingen gemacht und war im Krieg bei der 31.ID. Ich glaubte zuerst, er sei auch hier dem 82.IR unterstellt gewesen, aber allmählich verdichtet sich der Verdacht, er könne beim Divisionsstab gewesen sein (als Fahrer?).
    Warum diese Vermutung?
    1. Es gibt eine Reihe Bilder vom Tod des Divisionskommandeurs Gen.Maj. Kurt kamukoff (+ 13.8.1941), die Bilder seines Autowracks (war auf eine Mine gefahren) und Bilder seiner Bestattung.
    2. Auf seinen Fotos tauchen sehr viele Pkw, Busse und Lkw auf aber kaum größere Einheiten bewaffneter Soldaten.
    3. Viele seiner Bilder sind direkt hinter der Front gemacht, Fotos mit weißruss./ukrain. Bauern, Fotos von russ. Kriegsgefangenen, etc.

    Nun meine Fragen:

    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/2100-1.jpg]
    Der Pkw vergrößert und stark scharfgezeichnet:
    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/2100-4.jpg]

    1. Kann jemand meine Vermutung bestätigen, dass das große weiße "S" auf dem Kotflügel für den Stab steht (taucht immer wieder auf den Kfz auf)? Ich weiß, dass es ein takt. Symbol für den Stab gibt, leider kann man diese auf den Bildern - wenn vorhanden - nicht erkennen.
    2. Das Nummrenschild ist erstaunlicherweise kein WH-Zeichen, sondern ein ziviles: "P" für Reichsgau Wartheland. Hat jemand weitere Informationen über die Praxis zivile Pkw mitsamt Kfz-Zeichen zu übernehmen?
    3. Welcher Ort ist das? Kloster? Zeit vermutlich Juli-September 1941. Rückseitige Beschriftung: unleserlich - Bytilof o.ä.)


    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/2100-2.jpg]
    Ein russ. Konvoi nach einem deutschen Angriff.
    Kann man anhand des Kennzeichens feststellen, welche Einheit das mal war? Bei Nummerschildern nach 1946 hätte "OG" Herkunftsrepublik Lettland bedeutet (in diesem Falle sehr interessant, da Lettland erst ein Jahr zuvor einverleibt worden war). Waren die sowj. Kfz-Kennz. 1941 ähnlich oder ganz anders kodiert?

    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/2100-3.jpg]
    und noch etwas größer:
    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/2100-5.jpg]
    Auf dem Beiwagen ist das Symbol der Löwendivision (31.ID) schemenhaft zu erkennen.
    1. Wird das Symbol der Division nur auf Divisonsfahrzeugen (Stab) gezeigt oder auch auf denen der unterstellten Regimenter?
    2. Auf dem Kotflügel des linken Krads ist unter dem Nummernschild ein takisches (?) Zeichen zu sehen. Kann das jmd. identifizieren?
    3. Das Nummernschild stammt (nach Aussage von https://www.forum-der-wehrmacht.de/www.wwiidaybyday.com) aus dem Wehrbezirk XIII = Nürnberg. Klar, das bezieht sich auf Friedenszeiten, aber hat jemand weitere Infos zu WH-Zeichen und der Einheitenzuordnung während des Krieges?

    Ich weiß, Fragen über Fragen! :rolleyes: Aber meist hat jemand eine Antwort...

    Danke im Voraus.
    Gruß aus der Löwenstadt,
    Daniel

    andreas: Naja, der gute Mann beschreibt auf 300 S. die Geschichte dreier Infanterieregimenter, einem Art.Rgt und dem ganzen Divisionsanhang (Aufkl.Abt 31, Pionier Batl. 31, etc...) für die Dauer des Krieges. Dass er dabei nicht detailliert auf jede Einheit eingehen kann, ist nicht verwunderlich. Mir scheint sein Hauptaugenmerk aber auf dem 12. IR und 17. IR zu liegen (habe es bisher aber nur bis Kursk/Orel bearbeitet, da zu diesem Zeitpunkt mein Großvater in russ. KG geriet).

    Das Kartenmaterial ist gut, auch wenn viele russ. Städtenamen nicht der aktuellen Transkription entsprechen (v.a. wenn sie im heutigen Weißrussland oder der Ukraine liegen).

    Leider entbehrt das Buch jeglicher Quellen- und Literaturangabe. Auch ein Literaturverzeichnis sucht man vergebens (wo er hätte auf die Chronik des 82.IR hinweisen können) - schade.

    Gruß aus der Löwenstadt,
    Daniel