Posts by Jahrgang39

    Tag allerseits,


    die ersten Jahre der Wehrpflicht waren für die BW "fette Jahre". Viele, die in den 60er-Jahren als tauglich gemustert wurden, ließen sich wegen der laufenden Berufsausbildung zurückstellen.

    Das funktionierte problemlos. Und danach hörte man nichts mehr von der Bundeswehr, so geschehen auch bei mir persönlich.


    Die Ärzte der BW schraubten ihre Forderungen hinsichtlich der gesundheitlichen Fähigkeiten der Gemusterten ziemlich hoch. Man konnte sich das damals leisten, weil z.T. gleichzeitig mehrere Jahrgänge in einem Jahr gemustert wurden um 1960 war dies der 2. Teil des Jahrgangs 1937 und die Jahrgänge 1938 und 1939. Wer einen leichten Senkspreizfuß hatte, der wurde tauglich 3. Heute wird ein solcher "leichter Fußkranker"

    mit Handkuss in die BW übernommen.


    Mir ist nicht bekannt, das es für Söhne aus politisch stark belasteten Familien der NS-Zeit irgendwelche Besonderheiten gab. Mit solchen Feinheiten konnte sich die Bundeswehr in ihrer Aufbauphase nicht

    auseinandersetzen. Und eine Art "Sippenhaft" für Söhne von Kriegsverbrechern der NS-Zeit, das waren Dingen, die wollte wohl auch Bundeskanzler Dr. Adenauer nicht!


    Adenauer beschäftigte sogar in seinem Umfeld ehemalige Nationalsozialisten. Adenauer war eigentlich selbst ein Verfolgter des NS-Regimes. Nach 1949 lag ihm daran, auch ehemalige Nationalsozialisten

    in dem neuen Staat der Deutsche zu integrieren.


    .. weil ich erkannte, dass er eine gigantische Aufgabe vor sich hatte, nämlich die Integration des neuen Staates zu machen mit Millionen von NSDAP-Mitgliedern und Millionen von Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten, d.h., das war ja politischer Sprengstoff. Und ich glaube, das ist die größte Tat, die Adenauer geschafft hat, diesen Staat dennoch zu integrieren und Globke war ein Instrument, oder ein Zeichen oder ein Signal dafür."

    Egon Bahr, SPD-Politiker



    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Nicco,


    ich bin Dir beileibe nicht böse wegen der von Dir vertretenen Ansicht. Die Schnellboote waren auch ein ständiger Teil der NS-Propaganda. Man veröffentlichte im Zigaretten-Sammelband "Adolf Hitler"

    großflächige Fotos von den Schnellbooten, die als "Windhunde der Ostsee" klassifiziert wurden. Das war vielleicht schon unterschwellig der Hinweis, dass sie für Einsätze in der offenen Nordsee und dem

    Antlantik nicht ursprünglich vorgesehen waren. Natürlich ging es in dem erwähnten Band auch um die ersten U-Boote, die der "Führer" höchstpersönlich besichtigte. Und stolz war der "Führer" wohl damals

    auch auf das neue Schiff der Kriegsmarine "Aviso Grille", das er bei seinen Flottenbesuchen eifrig benutzte. Manche damaligen Volksgenossen mussten annehmen, dass wir eine schlagkräftige Kriegsmarine hatten.

    Das Gegenteil war der Fall. Die Franzosen und Italiener hatten erhebliche stärkere Marineeinheiten als der "Führer". Und die Briten nahmen die deutsche Kriegsmarine nie als ernsthaften Gegner wahr.


    Mit Schnellbooten und U-Booten, auch wenn sie effektiv eingesetzt werden, kann man in einem Seekrieg dem Gegner zwar Verluste zufügen. Aber ohne die großen Flotteneinheiten, die Deutschland fehlten,

    stand schon 1939 fest, dass es für die Kriegsmarine auf den Weltmeeren schwierig wird. Und diese Entwicklung trat ein, schlimmer noch als angenommen!


    Herzliche Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    der Bau von U-Booten und Schnellbooten für die damalige Marine war im NS-Staat besonders ausgeprägt. Warum das so war? Diese "Boote" konnte man in relativ kurzer Zeit bauen, nicht aber Kreuzer, Zerstörer und Flugzeugträger. Und an solchen Kriegsschiffen herrschte bei der Kriegsmarine Mangel, vor allem nach den Verlusten bei den Seegefechten um Norwegen. Mit Schnellbooten und U-Booten allein ist eine

    taktische Seekriegsführung nicht möglich und das wusste auch der "Führer!" Als 1944 in der Normandie die Invasion begann, waren die im Einsatz befindlichen deutschen Schnellboote alles andere als effektiv

    und wirksam.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    da gab es natürlich auch Volksgenossen in der damaligen Zeit, die versuchten, mit kitschigen Hakenkreuzabwandlungen gute "nationale Geschäfte" zu machen, wie der Anhang beweist.

    Den Parteioberen wurden solche Dinge dann doch zu bunt, zumal dann auch Hakenkreuze auf Lampions und sonstigen buchstäblich ordinären Alltagsdingen erschienen.


    Dazu

    http://www.rothenburg-unterm-h…uzieren-und-zu-verkaufen/


    Grüße

    Bert

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    Tag allerseits,


    die Ausführungen von Karl kann man wie folgt ergänzen:


    Mit dem Vorteil ihrer Wendigkeit, ihrer Schnelligkeit und geringen Größe sollten Schnellboote große Schiffseinheiten mit Hilfe von Torpedos bekämpfen.


    Nach dem Ersten Weltkrieg komplett aufgelöst, begann man erst 1923 in der Reichsmarine wieder mit der verdeckten Planung einer neuen Schnellbootswaffe.

    Das erste Boot, das zur vollen militärischen Verwendung bei der Lürssen-Werft in Auftrag gegeben wurde, war UZ (S) 16,später S1. Es hatte 51,6 t Einsatzverdrängung. Angetrieben von drei Daimler-Benz Bfz-12-Zylinder-V-Ottomotoren und einem Maybach-Motor für die Marschfahrt. Die Höchstgeschwindigkeit des Bootes lag mit 34,2 kn noch deutlich unter den geforderten 40 kn.


    Quelle:


    https://www.philaseiten.de/cgi…l?F=1&CP=0&ST=9056&page=1


    Grüße

    Bert

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    Tag allerseits,


    und hier im Süden ist absolut nichts OK!


    Seit nunmehr 3 Tagen dauert es qualvoll lang, bis die Seiten des Forums aufgerufen werden können.

    Das scheint wohl ein Zustand zu sein, der länger dauert!


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    es ist gelinde gesagt kaum noch möglich, vernünftig ins Forum zu gelangen. Selbst im Jahre 2000 war das Internet beträchtlich schneller!

    Ich verwende mehrere Browser: von Firefox bis Vivaldi - 6 an der Zahl. Überall das gleiche Problem.


    Bis die Tage

    Bert

    Tag allerseits,


    der damalige Bundeskanzler Adenauer, der vor der Jahrhundertwende wegen seines labilen Gesundheitszustandes von der Wehrpflicht befreit war, dieser Konrad Adenauer war beileibe kein Militarist.

    Seine militärpolitischen Bewertungen waren meist dürftig, ja fehlerhaft. Taktische Atomwaffen waren für ihn eine etwas verbesserte Artillerie. In Sachen Wiederbewaffnung war es vor allem Churchill, der schon

    im Jahre 1950 eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft mit deutscher Beteiligung forderte. Die US-Amerikaner forderten ebenfalls damals schon einen Wehrbeitrag der Bundesrepublik wegen der

    Ost-West-Spannungen. Damals, ab Herbst 1950 berichteten die Tageszeitungen der Bundesrepublik bereits sehr ausführlich, welche Panzertypen die künftigen deutschen Streitkräfte von den USA erhalten werden

    und wieviele deutsche Divisonen die USA für notwendig erachten. 1950, im Jahr des Koreakrieges, hatte man das Gefühl, dass es bereits 1951/52 wieder deutsche Soldaten geben werde. Es dauerte aber

    dennoch noch etwas länger. Und aus der EU-Armee wurde nichts, weil Frankreich sich dagegen aussprach. Deutschland wurde später eben Nato-Mitglied.


    Um wieder zur Person Adenauer zu kommen. Natürlich hatte er auch - wie viele Deutsche damals - die Befürchtung, die Bundesrepublik könnten von Streitkräften des Ostblocks überrannt werden. In letzter

    Konsequenz war aber die Wiederbewaffnung Westdeutschlands keine ursprüngliche Forderung der damaligen Bundesregierung. Diese Forderung ging von den Westmächten aus!


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die Verleihungen des Kriegsverdienstkreuzes ohne und mit Schwertern verlief recht unübersichtlich.

    Da bekamen 1940 Soldaten, die noch nie an der Front waren und bis 1940 normalen Dienst in der Heimat absolvierten das KVK 2. Klasse mit Schwertern. Solche Soldaten hatten dann schon wenigstens

    eine Auszeichnung, wenn sie z.B. im Verlauf des Jahres 1941 zu einer kämpfenden Einheit im Osten kamen. Jedenfalls konnten dann schon viele Kameraden an der Front Auszeichnungen wie das EK 2 und

    das Infanteriesturmabzeichen vorweisen. In der Anfangszeit des Krieges hatten diese Orden noch einen besonderen Stellenwert.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse wurde in Massen verliehen. Die genauen Verleihungszahlen sind durch die Kriegswirren nicht mehr zu realisieren.


    Zeitweise wurde das Kriegsverdienstkreuz „mit vollen Händen“ überreicht. So z. B. verteilte Joseph Goebbels bei einer Besichtigung der Schäden durch einen Bombenangriff auf Berlin das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern an eine unbekannte Anzahl von Helfern, die mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren. Ferner konnte das Kriegsverdienstkreuz auch an ausländische Freiwillige, die auf den Führer und obersten Befehlshaber vereidigt waren, Angestellte bzw. Arbeiter der Wehrmacht, in Rüstungsbetrieben an dessen Angestellte und auch Krankenschwestern verliehen werden.


    Quelle: Wikipedia


    Aus heutiger Sicht ist diese Vergabepraxis kriegsbedingt. Man wollte auch den Helfern der Heimatfront damit danken für ihren Einsatz. Vielleicht liegt es auch an der deutschen Mentalität, dass bei Ordensverleihungen eine gewisse Großzügigkeit herrscht - auch bezogen auf die Jetztzeit hinsichtlich Verdienstorden der Länder und des Bundes.


    Gruß

    Bert

    Tag allerseits,


    bei diesem Thema geht es nicht nur um die Wirtschaftspolitik des NS-Staates mit Blickrichtung auf die besetzten Länder, es gibt auch andere Aspekte zur Not der Zivilbevölkerung in den Kampfgebieten.


    Bei den Kämpfen im Osten geriet die Zivilbevölkerung oftmals zwischen die Fronten. Soldaten der kämpfenden Einheiten erlebten dies hautnah. Da gab es bettelnde russische Kinder, die sich an die

    deutschen Soldaten heranwagten. Mein Vater war damals vor Woronesch bei der 57. ID. Seine Kameraden und er erbarmten sich der ausgehungerten Kinder und gaben Teile ihr Kaltverpflegung an sie ab,

    wissend, dass die Kinder damit auch täglich ihre Mütter versorgten. Schließlich bekamen die russischen Kinder auch noch Kunsthonig, der 1942 bei der Truppe problemlos verfügbar war. Bei solchen Handlungen ging es nicht um Krieg, sondern um tätiges Mitleid für die hungernde Zivilbevölkerung.


    Grüße

    Bert

    Lieber Karl,


    Brot war für die Soldaten an der Front das Allerwichtigste, das sagte jedenfalls mein Vater. Auch wenn mein Vater dieses Kommissbrot nach dem Krieg nicht mehr aß, ich fand dieses Bäckerbrot in Kastenform,

    das nach der Währungsreform im Angebot war, durchaus gut. Und im Übrigen, die heutigen dunklen Bäckerbrote sind nicht mehr von der Qualität, wie die Roggenbrote der damaligen (meist kleinen) Bäckereien.


    Bei den Brotaufstrichen an der Front behalf man sich vielfach mit Tubenkäse und wenn nichts anderes verfügbar war, notfalls auch mit Kunsthonig. Den gab es während des ganzen Krieges und in den Jahren danach als 250 Grammpackungen in Würfelform.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    nach dem Krieg gab es nur eine Hand voll Brotsorten. Heute ist das ganz anders. Und billig war das Brot damals. Ein Kilogramm Roggenbrot kostete noch Jahre nach der Währungsreform 46 Pfennige.

    Ähnlich war es bei Semmeln und Brezen (5 Pfennige bzw. 6 Pfennige). Das waren wohlschmeckende Brote und ordentliche Semmeln und Brezen. Heute kostet eine Breze beim Bäcker schon 68 Cent.


    So ändern sich die Zeiten!


    Interessant auch, dass in den Nachkriegsjahren bei Bäckern Kastenbrot (das eigentliche Kommissbrot) im Angebot war. Mein Vater war alles andere als heikel, aber dieses Brot aß er nach Kriegsende nicht mehr.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    was das damalige Brot in der Zeit von Ende 1944 bis etwa 1947 betraf, dem waren allerhand andere Stoffe beigefügt. Das mit dem Holzmehl war wohl die unangenehmste Variante der Beifügung.

    Ich erlebte noch als kleiner Junge, dass nach Kriegsende Brot verkauft wurde, dem Kartoffeln (in ziemlich großen Brocken) beigemischt waren. Dieses Brot war nur in warmen Zustand noch einigermaßen

    genießbar, es schmeckte fürchterlich. Von meinem Vater erfuhr ich jedenfalls, dass solche "gestreckte Brotsorten" selbst in den letzten Kriegsmonaten an der Front nicht verabreicht wurden.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    man erlebte es hautnah, wie um 1956 ehemalige Berufssoldaten von der im Aufbau begriffenen Bundeswehr umworben wurden.

    Da besuchten damals Offiziere der Bundeswehr ihre ehemaligen Kameraden und machten ihnen z. T. verlockende Angebote, was die Einstellungskriterien und die Beförderungsmöglichkeiten betraf.

    Mein Vater blieb standhaft und gab sich mit seiner Tätigkeit als Beamter im öff. Dienst zufrieden. Er hatte nach 7 Verwundungen einfach kein Interesse mehr....


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die damaligen Fotos sind von bester Qualität.


    Das Foto Nr. 3 ist wohl typisch für die Zeit vor 1914. Die betroffenen Personen mussten für eine gewisse Zeitspanne erstarren und durften sich nicht bewegen, weil es noch keine Kameras mit entsprechend kurzen

    Verschlusszeiten gab. Den beiden Hunde auf diesem Foto war dies egal, ihre Köpfe sind etwas unscharf, weil sie sich bewegten.


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Thomas,


    das Wichtigste zum Thema sagte wohl schon Generaloberst Jodl; er brachte zum Ausdruck, dass Hitler ein Vanbanquespieler war. Und Hitler selbst gab zu, dass von ihm Probleme der Zukunft noch nicht zu Ende

    gedacht sind. Und so begann er auch den 2. Weltkrieg. Anfangs war ihm eben das "Kriegsglück" hold. Dennoch, Hitler war kein Feldherr. Er war einfach nicht bereit und in der Lage, sich darüber Gedanken zu machen, welche Folgen ein allumfassender Zweifrontenkrieg für Deutschland haben kann. Manche Dinge, die in Kriegen eine hohe Priorität verlangen, wurden von Hitler bewusst vernachlässigt (Beispiel: Nachschub).

    Für mich ist dieses Thema damit beendet. Es liegt mir fern, spekulative Lösungen in einer Diskussion anzustreben.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    man kann durchaus grob über "damalige Möglichkeiten" ein klein wenig diskutieren, ohne zu spekulativen Lösungsvorschlägen zu kommen. Meines Wissens machen es die Historiker

    genauso. Denkbare Lösungen werden auch von ihnen nicht vermittelt.


    Das scheint mir immer noch interessanter zu sein, als tagelang über Opas Auszeichnungen zu diskutieren.


    Das fand ich in DER WELT:


    Als Hitler im September 1939 mit dem Überfall auf Polen seinen Krieg anzettelte, hatten weder er noch seine Generäle eine Vorstellung davon, wie es weitergehen sollte. Vor allem hatten sie zunächst einmal Glück. Obwohl England und Frankreich dem Dritten Reich am 3. September den Krieg erklärten, taten sie – nichts. Nur ein Schleier schlecht ausgerüsteter und wenig kampfstarker Divisionen deckte die deutsche Grenze. Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess von 1945 erklärte der Chef des Wehrmachtführungsstabs, Alfred Jodl, unumwunden: „Dass wir nicht bereits im Jahr 1939 gescheitert sind, war nur dem Umstand zu verdanken, dass während des Polenfeldzuges die schätzungsweise 110 französischen und britischen Divisionen im Westen komplett inaktiv gegen die deutschen 23 Divisionen gehalten wurden.“

    Der Erfolg, den Hitler mit diesem Vabanquespiel gehabt hatte, sollte sein Vertrauen in ähnliche Aktionen in der Zukunft stärken. Seine Generäle überzeugte das nicht.


    Schon damals zeichnete sich der "Führer" besonders aus mit seinem Standpunkt, den er gegenüber Admiral Raeder vor Kriegsausbruch zum Ausdruck brachte: "Es gibt Probleme der Zukunft, die von mir noch nicht zu Ende gedacht sind!"


    So begann der "Führer" auch den 2. Weltkrieg!



    Grüße

    Bert