Posts by Jahrgang39

    Tag allerseits,


    danke Gerard!

    Die Erfolge der Sowjets, deutsche Überläufer für solche Verwendungsmöglichkeiten zu gewinnen, waren recht dürftig. Der Wehrmacht war mit ihren "Hiwis" da schon etwas erfolgreicher.

    Aber wer damals in den Offiizierslagern der UdSSR einen Antifa-Lehrgang machte, der konnte vielfach schneller aus der Kriegsgefangenschaft entlassen werden und problemlos in der DDR Karriere machen. Die Sowjets verlangten keinesfalls, dass man Kommunist werden musste. Eine gezeigte "antifaschistische Grundeinstellung" genügte vollauf.


    Ein typisches Beispiel: General Vincenz Müller. Ein gläubiger Katholik, der auch in Gefangenschaft seinen religiösen Pflichten (Beichte, Kommunion) nachkam. Aber irgendwann entschied er sich für einen

    Antifa-Lehrgang. Nach diesem Lehrgang legte er seine Religion buchstäblich ab. Und die DDR brauchte ihn als General für die aufzustellenden Streitkräfte. Müller war nie Kommunist. Er erlaubte sich auch

    "über die Russen" im Kreise der Generalität der DDR zu mosern. Irgendwann wurde dann in der DDR begonnen, solche ehemaligen Wehrmachtsgenerale in Pension zu schicken. Man brauchte sie nicht mehr.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    da wird es sich wohl um "deutsche Fronthelfer des Nationalkomitees" gehandelt haben.


    Man muß unter den bewaffneten Antifa-Gruppen – zumeist weniger als zehn Mann, teils mit Russen gemischt – zwei Arten unterscheiden: Die einen trieben im rückwärtigen Gebiet der Wehrmacht Feindaufklärung für die Rote Armee, die anderen wirkten im Auftrag des Nationalkomitees: verbreiteten Losungen, verteilten Flugblätter und Zeitschriften, beförderten Gefangenenpost, versuchten Landser anzuwerben. Kampfhandlungen sollten sie aus dem Wege gehen, doch waren sie zwecks Selbstverteidigung bewaffnet. Viele dieser Gruppen operierten in Partisanengebieten und haben manche Guerilla-Aktion mit vorbereitet. Da sie sich als deutsche Soldaten tarnten, wußte jeder, was ihn erwartete, wenn er Wehrmachtsstreifen in die Hände fiel.


    Dazu

    https://www.zeit.de/1989/11/hoeret-die-signale/seite-5


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Anton,


    der Conny, wie er auch recht flapsig genannt wurde, befasste sich schon mit recht sonderbaren Erfindungen. Aber so war er eben, der "Alte aus Rhöndorf".

    Was natürlich auch verbreitet wurde, dass Adenauer ein Rosenzüchter war, das war aber eine Erfindung der damaligen bunten Presse.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    es ist schon irgendwie außergewöhnlich, wenn ein Politiker ein solches Hobby zeit seines Lebens hatte: Er war schon als Jugendlicher bestrebt, Erfindungen anzumelden. Wobei zu bemerken ist, dass er mit seinen Erfindungen nicht besonders erfolgreich war.


    Einige seiner Erfindungen: Eine "Sojawurst", ein "elektrischer Insektentöter" und eine "Vorrichtung zur Verhinderung des Überfahrenwerdens durch Straßenbahnwagen" und eine "Blendschutzbrille für Fußgänger".


    Mancher kennt wohl den Namen dieses Politikers, der leider seit Jahrzehnten nicht mehr unter uns weilt.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    vielleicht noch eine kleine Ergänzung:



    In der Wehrmacht wurden ab 15. Oktober 1942 die bisherigen „Schützen“ und „Oberschützen“ der Infanterie als „Grenadier“, bzw. „Obergrenadier“ bezeichnet.


    Grüße

    Bert

    Lieber Karl,


    als man von Blomberg aus seinem Ministeramt drängte, bekam er als "goldenen Abschied" 50.000 RM, was in etwa seinem doppelten bisherigen Jahresgrundgehalt entsprach. Bei seinem Abschied schlug er Adolf Hitler als neuen Oberbefehlshaber der Wehrmacht vor.


    Wahrscheinlich wurde sogar von Blomberg empfohlen, diesen Vorschlag dem "Führer" zu unterbreiten. Und damit begann die Karriere des "Führers" als "Größter Feldherr aller Zeiten"....


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    mit solchen Losungen an Ruinen führte sich das NS-System selbst ad absurdum. Auch einstmals treue Anhänger der NSDAP konnten in den letzten Kriegsmonaten diesen Staat und die Propaganda Goebbels nicht mehr ernst nehmem.


    Interessant ist auch die damalige fast schon ungeschminkte Darstellung staatlicher Stellen zur Kriegssituation. Im Monatsbericht des Regierungspräsidenten von Oberbayern vom 7. April 1945 hieß es:....Durch militärische Ereignisse der letzten Wochen im Westen und Osten Schockwirkung bei gesamter Bevölkerung hervorgerufen, wie sie seit Kriegsbeginn noch nicht zu verzeichnen war. Stimmung im allgemeinen am Nullpunkt. Glaube an Sieg der deutschen Waffen stark geschwunden; selbst Volksgenossen, die vom Endsieg überzeugt waren, seit dem überraschend schnellen Vorstoß des Feindes im Westen ohne Hoffnung auf ein siegreiches Ende. Mit vollständiger Besetzung des deutschen Reichsgebietes durch die Feindmächte wird gerechnet.....


    Grüße

    Bert


    Schriftgröße auf normal gebracht, Diana

    Tag allerseits,


    wegen seiner totalen Ergebenheit gegenüber dem "Führer" war er die Persönlichkeit, die Hitler von Nutzen war. Nicht umsonst hatte GFM Keitel schon damals in Offizierskreisen einen Spitznamen, nämlich Lakeitel.


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Jean-Marie,


    diesen Fernsehfilm sah ich auch. Er war durch die Tagebuchaufschreibungen der damaligen Zeit ausgesprochen authentisch. Ein in der Tat sehenswerter Fernsehfilm. Ich war bei Kriegsende im 6. Lebensjahr und habe in Süddeutschland Ähnliches erlebt und gesehen, was im Film gezeigt wurde. Als im April die US-Amerikaner in Bayern waren, fühlten sich die Süddeutschen irgendwie befreit, trotz aller Nöte und Sorgen

    dieser Zeit. Was sagten damals die Menschen: "Es kann nur besser werden!" - "Endlich gibt es keine Luftangriffe mehr!".....


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    ein Kriegskamerad meines Vaters erlitt eine schlimme Schädelverletzung. Er sollt damals eine Metallplatte in den Schädel verpflanzt bekommen haben. Nach einem langen Lazarettaufenthalt kam er wieder

    recht gut mit dem Leben zurecht. Er war zwar halbseitig etwas gelähmt und hatte danach auch gewisse Probleme beim Sprechen. Er ließ sich nicht unterkriegen und lief bis Kriegsende mit einem Stock durch

    die Gegend - immer in Uniform (er war Hauptmann). Er war wohl ein Paradebeispiel dafür: "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!" Andere Schwerkriegsbeschädigte, die sich nach der Kriegsverletzung "gehen ließen",

    kamen nicht mehr richtig auf die Füße....


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Hitler, Stalin und auch die Staatsmänner der anderen kriegführenden Länder sahen von Gaseinsätzen im 2. Weltkrieg ab.

    Trotzdem versorgte man auch die Zivilbevölkerung in den deutschen Großstädten und deren Rändern im Laufe des Krieges mit Gasmasken. Auch kleine Kinder wurden 1943/44 mit Gasmasken versorgt, sofern

    sie in den bombengefährdeten Gebieten wohnten. Auch Hitler war sich in letzter Konsequenz nicht sicher, ob seine Gegner nicht doch einen Gaskrieg beginnen könnten.


    Dazu

    https://www.zeit.de/1982/09/giftgas-tod-ohne-sieg/seite-3


    Gruß

    Bert

    Tag allerseits,


    Göring wurde im Mai 1945 von den US-Amerikanern kurzfristig in Augsburg / Stadtteil Bärenkeller untergebracht. Vom dortigen Flugplatz Augsburg-Haunstetten kam Göring am 21.5.1945 in ein Sammellager in

    Luxemburg, in dem hohe Generale und Nazigrößen untergebracht waren. Sein Diener war bei diesem Flug wohl nicht dabei.


    Das Foto im Anhang wurde im Mai 1945 in Augsburg aufgenommen.



    Nachtrag:

    Sein Diener war auch in Luxemburg dabei.

    Dazu

    https://www.spiegel.de/geschic…sverbrecher-a-948559.html


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Robert Kropp diente Göring bis zum bitteren Ende, zuletzt im wahrsten Sinne als Kofferträger bis zur Einlieferung Görings in das Nürnberger Gefängnis.


    Dazu:

    Göring hatte nicht nur seinen Diener Kropp dabei, sondern auch ein Dutzend monogrammierter Koffer und eine große Hutschachtel. Das Gefängnispersonal verbrachte einen ganzen Nachmittag damit, den Inhalt seines Gepäcks zu sichten. Es enthielt edelsteinüberkrustete Orden, Brillant,- und Rubinringe, mit Swastika verzierten Schmuck, Manschettenknöpfe aus Halbedelsteinen, Görings Eisernes Kreuz aus dem Ersten Weltkrieg, seidene Unterwäsche, vier Brillen, zwei Zigarrenschneider und eine ganze Reihe von Armbanduhren, Anstecknadeln und Zigarrenetuis.


    Quelle:

    http://upgr.bv-opfer-ns-milita…r3-20141017nazipsyche.pdf


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Karl Grohmann erwähnte die Wohnungsgröße des Kropp, die war 65 qm. Für die damaligen Verhältnisse war dies eine ordentliche Wohnungsgröße für einen Kammerdiener.


    Göring legte offentlichtlich Wert darauf, dass Kropp immer an seiner Seite war, auch auf seiner Motoryacht CARIN II.


    In jenen Jahren vor 1939 schipperte der Reichsmarschall mit der "Carin II" "am liebsten durch kleine Kanäle". erinnert sich der damalige Kapitän Georg von Höne, denn "er hasste Wind und Wellen wegen der Schaukelei". Die "vielen schönen Stunden" (Göring-Tochter Edda), die der Reichsmarschall auf dem Schiff verbrachte, waren für seine Besatzung "ganz schön anstrengend" (Höne). Denn Koch, Ka-

    pitän und Kammerdiener mußten den Chef in der Regel bis drei Uhr früh beim Skat unterhalten. Und morgens zwischen fünf und sechs Uhr "ging es", so Butler Robert Kropp, "sofort mit Musik los, den ganzen Tag" -- Schlager ("Napoleon ist an allem schuld"), Märsche und immer wieder Wagner-Opern.


    Quelle

    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40607101.html


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    im NS-Staat galt der Grundsatz, dass grundsätzlich hoheitliche Tätigkeiten von beamteten Dienstkräften auszuführen sind. Dienstboten waren eben keine Beamte, auch wenn sie dem dicken Göring dienten.

    In der Kaiserzeit um 1910 ging man begrifflich beim Laufbahnrecht mitunter etwas großzügig um. Das Beamtenrecht des NS-Staates schaffte jedenfalls den Beamtenstatus nicht ab und er wurde auch nicht

    dahingehend verwässert, dass man die Tätigkeiten von Dienstboten als "hoheitlich" wertete. Wäre Görings Leibdiener Beamter gewesen, dann hätte sein Status auch nach 1945 weiter bestanden, dem war aber nicht so.

    "Beamtete Hilfskräfte": darunter fallen z.B. Beamte z.A., oder damals außerplanmäßige Beamte, aber keine Dienstboten.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Göring lebte zwar während der 12 Jahre als Inhaber diverser Ämter ein wahres Luxusleben.

    Dass sein Diener "auf einer staatlichen Planstelle mit Pensionsansprüchen saß", das scheint wohl eine Mär zu sein. Eine "Planstelle mit Pensionsansprüchen" das waren auch während der NS-Zeit Beamte, des "einfachen", "mittleren", "mittleren gehobenen" und "höheren Dienstes". Diener waren jedenfalls auch damals schon begrifflich keine Beamte.


    Grüße

    Bert