Posts by Jahrgang39

    Grüß Dich Justus,


    das Beispiel mit dem englischen Matrosen, der Schiffbrüchigen außenbords half, ist gelinde gesagt hanebüchen.

    Bürokraten gab es damals und heute nicht nur in der klassischen Verwaltung, sondern auch in der Jurisprudenz. Das Problem scheint in gewisser Weise international zu sein.


    Deine Frage zur "unerlaubten Entfernung von der Truppe" beantwortet eigentlich das Wehrstrafgesetz. Meines Wissens war die Gesetzgebung bis 1945 keine grundsätzlich andere. Nur die Strafen waren in einer anderen Kategorie angesiedelt.


    Dazu


    http://www.gesetze-im-internet.de/wstrg/


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Viktor hat wieder einmal völlig Recht. Wir sollten uns vor solchen "Räuberpistolen" hüten, wonach rumänischen und ungarische Gefangene von den Sowjets bewaffnet wurden. Ich habe über Kriegsgefangene in der Sowjetunion

    schon einiges gelesen, z.B. wie Japaner, die in russ. Kriegsgefangenschaft gerieten, behandelt wurden, aber nirgends etwas über die "Wiederbewaffnung" von Kriegsgefangenen anderer Nationen gelesen.


    Was stimmt, dass deutsche Kriegsgefangene mitunter etwas anders behandelt wurden als Verbündete Rumänen und Ungarn, das ist in der Natur der Sache begründet. Selbst Österreicher, die in der Wehrmacht dienten und in

    Gefangenschaft gerieten, versuchten sich von den deutschen Kameraden abzusondern. Bei den Sowjets kam das aber nicht an.


    Nach dieser Klarstellung sollten wir wieder das eigentliche Thema behandeln!


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die Zahl der Überläufer war gering. Aber diese Fälle gab es eben. Da beschreibt der Frontsoldat Ferdinand Barnreiter in seinem Buch "Mit Gottvertrauen durch den Krieg" wie übergelaufene Kameraden über Frontlautsprecher der Roten

    Armee von der guten Behandlung in Gefangenschaft erzählen. Höhepunkt dieser Erzählung war dann, dass es täglich 2 x Pudding gibt.


    Ich erwähnte schon, wer als Kommunist überlief, hatte sehr gute Überlebenschancen. Meist schickte man sie nach "Fronteinsätzen an den Lautsprechern" auch zu Antifa-Lehrgängen. Man war bei den Sowjets vor allem auch an

    überlaufenden Offizieren interessiert. Wer dann beim Nationalkomitee Freies Deutschland oder beim Bund Deutscher Offiziere mitarbeiten durfte, dessen Karriere in der späteren DDR war damit vorgezeichnet.


    In dem Buch "Odyssee in Rot" beschreibt der Autor Heinrich Gerlach ausführlich solche Karrieren von Überläufern.


    Interessant auch, dass ein Generalleutnant Vincenz Müller sich bereit erklärte, einen Antifa-Lehrgang zu besuchen. Danach wurde immerhin auch General in der DDR.


    Zahlen bzw. Untersuchungen zu den Überlebenschancen von Überläufern wird es wohl nicht geben.


    Gefangene Soldaten der Roten Armee, die in Kriegsgefangenenlager kamen, die hatten eine sehr schlecht Chance zu überleben. Übergelaufene Rotarmisten, die sich bereit erklärten, bei der Wehrmacht als HIWIs zu dienen, hatten gute

    Chancen, nach Kriegsende noch zu leben, sofern sie nicht in russ. Gefangenschaft gerieten. Dann nämlich wurden sie u.U. umgehend liquidiert.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    dass die Herren Generale nicht auf den Gedanken kamen, dass sie abgehört werden konnten, das lag wohl an ihrer Borniertheit.

    Wäre damals Gehlen bei den Gefangenen dabei gewesen, er hätte Möglichkeiten erkannt, wie man Gespräche führen kann, ohne zu befürchten, abgehört zu werden.

    Das hätte eben bei Spaziergängen in der Parkanlage erfolgen können.


    Gruß

    Bert

    Tag allerseits,


    Überläufer an der Ostfront waren teilweise überzeugte Kommunisten, die später in der DDR vereinzelt auch Karriere machten.


    Typisches Beispiel


    https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Blechschmidt


    Überläufer galten als Verräter. Auf beiden Seiten der Front. – Selbst in dem populären deutschen Stalingrad-Spielfilm „Hunde, wollt ihr ewig leben?“, der Jahre später, 1958, in die bundesdeutschen Kinos kam und eigentlich als Anti-Kriegsfilm für sich Reklame machte, selbst dort wird die Figur des Überläufers in Schwarz-Weiß-Manier von vornherein als zweifelhafter Charakter dargestellt.


    Dazu


    https://www.deutschlandfunk.de…tml?dram:article_id=97573


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die Begeisterung für das Militär und damit für die BW war 1955 ganz unterschiedlich.

    Da bewarben sich Kriegsbeschädigte (ich kenne den Fall eines Unterschenkelamputierten) bei der BW und die wurden z.T. auch genommen.


    Andere wiederum - auch ehemalige Offiziere der Wehrmacht - lehnten die Wiederanstellung bei der BW ab; sie hatten nach dem Krieg "buchstäblich die Schnauze voll..."


    Die ersten Soldaten der BW in Uniform wurden 1955/56 als "Blankschweine" angepöbelt. Da kam bei ehemaligen Soldaten der Wehrmacht wenig Interesse auf, zur BW zu gehen.


    Gruß

    Bert

    Tag allerseits,


    nach den West- und Ostfeldzügen wurden nach der Besetzung der jeweiligen Länder sog. Besatzer-Zeitungen herausgegeben.


    Ein typisches Beispiel war die DEUTSCHE ZEITUNG in den Niederlanden.


    Dazu


    https://archive.org/details/De…derlandenNo.1-5.Junie1940


    Diese Zeitung hatte zwar eine übersehbare Auflagenhöhe, trug sich aber wegen der Annoncen selbst. Interessant auch, der Stil dieser Zeitung. Er erinnert irgendwie an das damalige Presseorgan DAS REICH und die FAZ.

    Gegenüber den Niederländern herrschte in diesem Presseorgan ein durchaus versöhnlicher Ton. Von vielen Niederländern wird diese Zeitung wohl nicht gelesen worden sein. "Niederländische Geschäftemacher" ließen aber großzügig gestaltete Werbung in dieser Zeitung

    drucken.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    es gab damals auch Meldungen, dass von "alliierten Terrorfliegern" Kinderspielzeug abgeworfen wurde. In den damaligen Zeitungsmeldungen war damit der Gefahrenhinweis verbunden, dass beim

    Aufheben derartiger Gegenstände Explosionsgefahr bestehe. Wahrheitsgehalt derartiger Pressemitteilungen: dürftig!

    Als dann die "Terroroflieger" Staniolstreifen massenhaft abwarfen (Düppel zur Radartäuschung), sammelten die Kinder diese Staniolstreifen, die man prima als Lametta verwenden konnte.


    Gruß

    Bert

    Tag allerseits,


    die "Zwölfender" der Wehrmacht machten sich in aller Regel schon in den ersten Jahren ihrer Dienstzeit Gedanken, was man nach den 12 Jahren machen könnte.

    Durch den Krieg blieben das bis 1945 nur Träume.


    Mancher damalige "Zwölfender" wollten nicht unbedingt danach in den öffentlichen Dienst, sondern plante etwas ganz Anderes: Er wollte Kantinenpächter in einer Kaserne werden, denn das war in den Jahren vor 1939

    ein durchaus gutes Geschäft für die damaligen Pächter, die nach Reichswehr- und Wehrmachtszeiten dort tätig waren. Die Kantinenpreise in den Kasernen waren damals niedrig und in gleicher Weise war auch die Kantinenpacht danach

    bemessen. Die Kantinen waren stets gut frequentiert und so verdienten die Pächter (vor allem über den Umsatz) recht gut.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    immer das gleiche Theater: Das Bernsteinzimmer, versteckter Zug voller Gold

    und natürlich die Tagebücher des "Führers", darauf fiel sogar der STERN herein.


    Was uns noch fehlt, das sind die Tagebücher der Eva Braun.


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Anton,


    ausländische Medien berichten darüber zuhauf. Vielleicht kommt irgendwann auch ein Bericht der BILD.....


    Das stammt aus der engl. Presse:


    Code
    1. In Deutschland wurde das Tagebuch veröffentlicht, das in der Vergangenheit einem Offizier des Dritten Reiches Egon Ollenhauer gehörte. Darüber berichtet The Daily Mail.
    2. Der Veröffentlichung zufolge soll im Tagebuch der Ort angegeben sein, an dem die Nazis das Gold vor der Sowjetarmee versteckt hatten, als er Polen verließ. Vermutlich handelt es sich um 260 LKW-Ladungen mit Schätzen, die an elf Orten auf polnischem Territorium versteckt sind. Einige von ihnen können aus Frankreichs Kunstwerken herausgenommen werden, andere ein paar Tonnen Gold.
    3. Verdeutlicht, dass das Tagebuch lange Zeit in der Freimaurerloge in der deutschen Quedlinburg geführt wurde. Er wurde vor einigen Jahren in den Fonds Schlesische Brücke transferiert

    Alles äußerst dubios. Es lohnt sich kaum, dazu weiter zu debattieren.


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Christian,


    man findet dazu eine weitere russische Quelle


    https://newsde.eu/2019/03/09/i…ne-menge-ungereimtheiten/


    Wenn deutsche Presseorgane dazu nichts bringen, dann kann man wohl daraus schließen, dass seitens der Russen eine Art Räuberpistole aufgebaut wird.


    Auch in der engl. Presse findet man etwas


    https://www.dailymail.co.uk/ne…dden-Poland-unveiled.html


    Die Dailymail kommt zu dem Ergebnis, dass kein Goldschatz zu finden sein wird, auch wenn der besagte Ollenhauer dazu ein Tagebuch hinterließ.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    nun kommen die Eindrücke vom Krieg: abgestürzte Flugzeuge, kaputte Brücken, Ruinen und ein Unteroffizier, der seine Hose ausgezogen hat.

    Solche Erinnerungsfotos waren gang und gäbe. Vielfach waren sie penibel beschriftet: "Ruinen von...", Zerstörte Brücke in ....", "Abgeschossenes feindliches Flugzeug bei...."l

    Leider fehlen solche Hinweise in diesem Album.


    Der Unteroffizier hatte wohl gegen die damalige Kleiderordnung der Wehrmacht verstoßen. Das ganzjährige Tragen langer Unterhosen war Pflicht!


    Gruß

    Bert