Posts by Jahrgang39

    Zumindest Bucheckern und Waldpilze habe ich auch schon als sehr schmackhaft erlebt!

    Tag allerseits,


    Bucheckern schmecken ganz gut.

    Doch das sollte man beachten:


    Rohe Bucheckern enthalten viel Oxalsäure. Auch deshalb können nach dem Genuss größerer Mengen Beschwerden auftreten. Ihre leichte Giftigkeit rührt daher, dass die rohen Nüsse Alkaloide und Trimethylamin (auch Fagin von lat. fagus für Buche genannt) enthalten.

    Der übermäßige Genuss roher Bucheckern kann durch den Wirkstoff Fagin zu Vergiftungserscheinungen führen. Die giftigen Substanzen in den Bucheckern können jedoch durch Rösten abgebaut werden. Zudem führt leichtes Rösten zu einem besseren Aroma der Nüsse.


    Grüße

    Bert

    In der Schule mußten sich die anderen mit der französischen Revolution raumplagen.

    Tag allerseits,


    meine Lehrer nach dem Krieg hatten - mit ganz wenigen Ausnahmen - eine gewisse NS-Vergangenheit. Da war natürlich ziemlich klar, dass das Fach Geschichte in etwa beim Krieg 1870/71 endete. Es gab noch

    einen minimalen Streifzug durch den Ersten Weltkrieg und dann war Schluss. Einer dieser Lehrer erzählte uns dummes Zeug über die sogenannten Westentaschenkreuzer. Nach alledem hatte er selbst keine

    Ahnung, um was es da ging. Bewertungen zur Geschichte des 20. Jahrhunderts waren von den Lehrkräften nicht erwünscht. Ansonsten waren Jahreszahlen gefragt, auch die von er Französischen Revolution.

    Das war eine sinnlose Paukerei, sonst nichts. Wir wurden bewusst nicht als kritische Demokraten erzogen!


    Grüße

    Bert

    Was für mich auch sehr interessant ist, wie die Menschen in dieser Zeit gelebt haben. Was hat sie bewegt?

    Tag allerseits,


    dazu:


    Hunger litt die Zivilbevölkerung während der Kriegszeit bis etwa Ende 1944 nicht; so erlebte ich es auch als kleiner Junge. Natürlich fehlte es an besonderen Lebensmitteln wie z.B. Südfrüchten und Reis. Insbesondere verschwanden bei Kriegsbeginn die sogenannten Importwaren (Kaffee, Kakao und natürlich alle exotischen Früchte) aus den Regalen; Fleisch und Molkereiprodukte waren knapp. Aber man kam durchaus über die Runden, zumal ab 1940 auch vom NS-Regime gezielt Lebensmittel in den besetzten Ländern requiriert wurden. Natürlich waren die Deutschen während des Krieges auch sehr einfallsreich. Jedes Fleckchen Erde wurde als Gartenland hergerichtet. Selbst Balkone und Fenstersimse waren mit Pflanzkübeln versehen, in denen man Tomaten und allerlei Gemüse anpflanzte. Eingeweckt wurde so ziemlich alles: vom Apfelmus, über Tomaten bis hin zu Bohnen. Selbst in noblen Wohngebieten der Städte wurden in den nun leeren Garagen (die PKWs waren ja beschlagnahmt worden) Hühner und Hasen gehalten. Erst ab 1942/43 entstand allmählich eine Verknappung der gängigen Lebensmittel. Das Jahr 1942 war ein kritisches Jahr hinsichtlich der Fettversorgung. Doch zu wirklich ernsthaften Ernährungsproblemen wie im Ersten Weltkrieg kommt es nicht.

    Im Laufe der Kriegszeit wurden im Nahrungsmittelbereich vielfach Ersatz- und Zusatzstoffe eingeführt (Malzkaffee, Kunsthonig, Tartex-Brotaufstrich, Zichorie usw.). Typisch für die damalige Zeit waren die sog. "Kriegsrezepte". Man bereitete z. B. aus Kartoffelteig durchaus gut schmeckende Süßspeisen wie Apfelstrudel und ähnliche Gerichte. Über Tageszeitungen und Illustrierte wurden während der Kriegszeit ständig "Kriegsrezepte" in Umlauf gebracht. Dabei ging es nicht nur um das übliche Essen, sondern auch um Brotaufstriche, die man aus Zuckerrüben bereiten konnte und Beschreibungen, wie man aus Knochen, Pottasche und anderen Grundstoffen Kernseife herstellen konnte.


    Zwangsläufig kam es während der Kriegsjahre auch zu einer Verknappung der Heizmittel (Holz, Kohle, auch teilweise Gas und Strom) und deshalb führte man wieder die sogenannten Kochkisten ein. Das waren gut isolierte Behälter, in denen gekochte Gerichte in Töpfen warm bzw. im Garzustand gehalten werden konnten. Während der letzten Kriegsjahre gab es dann sonderbare "Ersatzheizstoffe", nämlich gepresste Briketts aus Kohlenstaub, denen Ton beigemischt war. Solche Heizstoffe erzeugten natürlich wenig Wärme, aber man konnte über mehrere Stunden Öfen in Betrieb halten, vor allem wenn man diese Briketts noch mit Zeitungspapier umwickelte. In den letzten Kriegsjahren wurden die Heizmittel (Kohle, Holz) immer knapper und deshalb begann man damals in den Wäldern verwertbares Holz zu suchen. Bei Kriegsende und danach bis zur Währungsreform vermittelten die Wälder einen total "aufgeräumten" Eindruck, weil jedes Stückchen Holz aufgelesen wurde. Sogar Tannenzapfen wurden eingesammelt, getrocknet und dann als Heizmittel verwendet.

    Die eigentlichen Hungerjahre begannen in den letzten Kriegsmonaten und endeten anfangs 1948.


    Erst im Februar 1945 bricht die deutsche Ernährungswirtschaft zusammen; die letzten Lebensmittelmarken enthalten keine Mengenangaben mehr (siehe "100 Jahre Edeka", Seite 40, Erscheinungsjahr 2007).


    Grüße

    Bert

    Woher waren die Lebensmittelkarte? Bekam man die zugeteilt? Oder waren die in Zeitungen oder wie ging das?

    Tag allerseits,


    die gedruckten Lebenmittelkarten wurden von der jeweiligen Gemeinde ausgegeben. Um Lebensmittelkarten zu erhalten, dazu musste man erfasst sein. Dies erfolgte m.W. über die

    Meldedaten. In der Stadtrandgemeinde nahe Augsburg, in der wir wohnten, wurden die Lebensmittelkarten "ausgetragen". Das machte man wohl aus Sicherheitsgründen, um nicht

    "Karteileichen" zu bedienen. Man wandte sich in unserer Gemeinde an die "Soldatenfrauen" und bat sie, das Austragen der Marken zu übernehmen. Meine Mutter war davon

    betroffen. Sie war 1944/45 mit diesen Lebensmittelkarten unterwegs, auch als dann plötzlich Bombenangriffe an der Tagesordnung waren. Ich war dann als kleiner Junge allein zu Hause

    und ging auch allein in den Luftschutzkeller. Das war damals Alltag. Große Angst hatte ich jedenfalls nicht.


    Noch etwas: Wer verreiste, benötigte besondere Lebensmittelkarten, die er zuvor beantragen musste.


    Grüße

    Bert

    Frauen ließen ihr Brautkleid häufig so anfertigen, daß es leicht zum normalen Kleid abgeändert werden konnte.

    Tag allerseits,


    in den letzten Kriegsjahren war es auch schwierig, ein Brautkleid oder Stoffe hierfür zu beschaffen, selbst wenn man die notwendigen Kleiderkartenabschnitte besaß. Es gab einfach keine

    Ware, so war das ab Ende 1943. Vielfach vertröstete das Verkaufspersonal "auf Weihnachten", weil es dann vielleicht "auch Sonderzuteilungen geben werde". Das nützte aber einer damaligen

    Braut kaum. Sie besorgte sich dann gezwungenermaßen leihweise ein vorhandenes Brautkleid bei Verwandten oder Bekannten.



    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    Aber es gab doch genug Witze über Wulff oder Schröder; was soll denn da

    heutzutage passieren ?

    Was da heute passiert? Als die Presse, die gefärbten Haare des Herrn Schröder ansprach, kam es sofort zu einer Unterlassungsklage mit seltsamen Begründungen


    Dazu

    https://www.spiegel.de/panoram…echter-sieg-a-196694.html


    Das war wohlgemerkt nur eine realistische Feststellung, nicht einmal ein "Witzchen". So läuft das heute eben. Die Witze, die man über Lübke machte, waren vielfach beleidigend. Man ließ damals die Witzemacher

    gewähren. Heute ist das anders. Ich kann mir vorstellen, dass unser Bundespräsident sofort die Sache "gerichtsmassig" erledigen lässt, wenn ähnliche Witze über ihn gemacht würden. Dass sich ein Herr Steinmeier für Witze nicht eignet, das sehe ich anders.



    Politische Witze in den 50er und 60er Jahren wurden in der DDR nicht als Kavaliersdelikte eingestuft wurden, sondern schlicht und ergreifend als staatsfeindliche Propaganda. Die Stasi stöberte in diesem Zeitraum nahezu 100 Witze-Erzähler auf und diese hatten dann mit empfindlichen Strafen zu rechnen und wurden bis zu 3 Jahre inhaftiert.


    Ab den 70er Jahren wurde das Verbreiten von DDR-Witzen nicht mehr strafrechtlich verfolgt, Einträge in die Stasi-Akte waren aber gewiss.


    Dazu

    https://www.ddr-museum.de/de/b…witze-im-visier-der-stasi


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    damals wurden schon relativ harmlose Witze als Wehrkraftzersetzung geahndet.


    Wir leben in einer Demokratie, aber man sollte sich hüten, entsprechende Witze über den Bundespräsidenten oder die Bundeskanzlerin in Umlauf zu bringen. Die Politiker

    der Jetztzeit reagieren da etwas "feinfühliger". Zu Zeiten des Bundespräsidenten Lübke waren über ihn diverse Witze im Umlauf, da wurde niemand strafrechtlich belangt. Heute

    ist das ein klein wenig anders. Unsere Demokratie hat sich da eben in ihrer Modernität doch etwas weiter entwickelt!


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    es gab zwar in der NS-Zeit Maler, die malerisch die Nackten darstellten, dies geschah sogar mit ausdrücklicher Billigung des "Führers".


    Aber wie es in Diktaturen eben so ist, in anderen Bereichen war man irgendwie etwas verklemmt. Und solche Darstellungen wie die Amis ihren Soldaten zur Verfügung stellten, das schaffte der NS-Staat zu keiner Zeit.


    Grüße

    Bert

    Was ich hier jetzt rauslas ist, dass alle gerne Uniformen bei der Hochzeit trugen, dass es selbstverständlich war, aber auch, dass es dazu keine richtige Verordnung gab.

    Tag allerseits,


    auch beim NS-Staat galt vielfach der Grundsatz, dass nicht alle denkbaren Dinge des Alltags einer gesetzlichen Regelung bedürfen, obwohl die "Regelungswut" im NS-Staat um

    einiges höher war als in der Bundesrepublik. Es gab keine gesetzliche Regelung, dass man als Angestellter einer Behörde in die NSDAP eintreten musste. Es gab auch keine

    gesetzliche Regelung, dass die Deutschen an "Führers Geburtstag" Sonntagskleidung zu tragen hatten. Und so war es wohl auch i.S. Heirat. Soldaten konnten in Uniform oder in üblichen Privatklamotten heiraten. Da viele Soldaten bis zum Ende des Krieges einen schönen Waffenrock besaßen, zog man die Heirat in Uniform vor. Und wenn man z.B. das EK2 und das Inf. Sturmabzeichen vorweisen konnten, dann heiratete man mangels Waffenrock auch in der üblichen Feldbluse. Die Verwandten der Braut sollten es eben auch mitbekommen,

    welchen tapferen Krieger die Braut heiratete.



    Grüße

    Bert

    die Meisten waren keine Polizisten, sondern Soldaten. Vor allem die älteren Berufsoffiziere, die 1919 nicht von der Reichswehr übernommen wurden, dürften der Polizei und ihrem Beruf kaum hinterhergetrauert haben
    die Karrierechancen waren bei der ständig wachsenden Reichswehr bzw. Wehrmacht größer als in der Polizei mit ihrem engen Korsett des Etats des Innenministeriums.

    Tag allerseits,


    der Nachwuchs der LAPO ab etwa ab 1925, die damals 18-Jährigen waren mangels Einsatz im 1. Weltkrieg "keine Soldaten". Dieser Personenkreis strebte in aller Regel den Beruf des Polizeibeamten an.


    Die Karrierechancen bei der Luftwaffe waren für übergetretene Polizeibeamte durchaus gut. Beim Heer lief es etwas anders. In Aussicht gestellte Beförderungen wurden nur mit erheblichen zeitlichen Verzögerungen umgesetzt. Beamte der LAPO fühlten sich daher in den ersten Jahren nach der Übernahme benachteiligt.


    Viele der damaligen Beamten der LAPO wäre es lieber gewesen, 1935 in den polizeilichen Einzeldienst übernommen zu werden; das gelang nur einer absoluten MInderheit.

    Es gab dann nur noch 2 Lösungsmöglichkeiten: Die Übernahme bei der Wehrmacht zu akzeptieren, oder aus dem Polizeidienst endgültig auszuscheiden. Die 2. Möglichkeit

    strebte damals kaum ein Beamter der LAPO an, denn er hätte bei der 1935 herrschenden Arbeitslosigkeit kaum sofort einen neuen Arbeitsplatz gefunden.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Aviso HELA


    Nach Kriegsende wurde das Schiff der Sowjetunion als Kriegsbeute zugesprochen und am 5. November 1945 in die Schiffsbestandsliste der sowjetischen Marine aufgenommen. Am 25. Dezember 1945 erfolgte die Übernahme, am 20. Januar 1946 wurde erstmals die sowjetische Flagge gehisst, am 29. März 1946 wurde das Schiff der sowjetischen Baltischen Flotte eingegliedert und am 13. Mai 1946 unter dem Namen Angara (russisch: Ангара) in Dienst gestellt.


    Dazu auch

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hela_(Schiff,_1940)


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    mit dem vollendeten 17. Lebensjahr konnte man sich bei der Reichswehr bewerben. Der Beruf "Kaufmann" war kein Hinderungsgrund, bei der Reichswehr genommen zu werden.

    1932 herrschte in Deutschland eine hohe Arbeitslosigkeit, da war mancher Handwerker und Angestellte nicht sicher, wie lange er noch einen festen Arbeitsplatz hatte.

    Viele Arbeitslose junge Männer aber auch junge Männer in unsicheren Arbeitsverhältnissen, bewarben sich deshalb bei der Reichswehr. Die Reichswehr hatte wegen der

    relativ vielen Bewerbungen eine qualitiv gute Auswahlmöglichkeit. So wurden z.B. Nichtschwimmer als Bewerber abgelehnt, wie ich aus den Erzählungen Verwandter

    weiß.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    U-Boot-Begleitschiff OTTO WÜNSCHE


    Im März 1946 wurde die Otto Wünsche an die sowjetische Marine übergeben, die das Schiff am 6. März unter dem neuen Namen Petschora (russ.: Печора) in Dienst stellte. Vom 20. Juli 1946 bis zum 17. September 1973 diente es in der Nordflotte, danach bis zum 13. April 1977 als Wohnschiff mit der Bezeichnung PKZ-14. Dann wurde es aus der Liste der Schiffe gestrichen und bald darauf abgewrackt.


    Grüße

    Bert

    Files

    Tag allerseits,


    diese Thema "Aufräumen" ist auch für ganz normale User dieses Forums sicherlich auch von Interesse, denn "Aufräumen" bedeutet Qualität. Thomas wird dies wohl nicht mehr

    machen - oder liege ich da falsch? Wer ist dann der künftige "Aufräumer"?


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    27. Januar 1945

    Auschwitz wird von sowjetischen Truppen befreit; etwa 7.000,
    meist kranke Lagerinsassen, die den Todesmärschen entgangen sind, werden noch vorgefunden
    (Czech, Auschwitz, S. 994 f.).


    7.-9. Mai 1945

    Kapitulation Deutschlands vor den Westalliierten in Reims am
    7. Mai und am 9. Mai im sowjetischen Hauptquartier in Berlin.
    Nach Schätzungen überlebten innerhalb Deutschlands ca. 20.000
    Juden, davon etwa 15.000 – 17.000 ohne unterzutauchen (zumeist
    in Mischehen) und 3.000 – 5.000 im Untergrund. Etwa 10.000 weitere deutsche Juden überlebten im Ghetto Theresienstadt oder
    anderen Konzentrationslagern (EH I, S. 342; EH II, S. 785 f.; EH III, S. 1403 f.).


    Grüße

    Bert

    Bzgl. einer Pflicht in Uniform heiraten zu müssen, habe ich nichts gefunden. ( Es war einfach selbstverständlich).

    Tag allerseits,


    schon die Frage, ob das Tragen der Uniform bei einer protestantischen Trauung gar als Akt des Widerstandes betrachtet werden kann, ist absolut widersinnig!


    Was im NS-Staat absolut üblich war, in Uniform zu heiraten, das war in der Bundesrepublik ein wenig anders. Mancher Offizier der Bundeswehr zog die Heirat in Zivil vor, aus Gründen die uns sicher bekannt sein

    dürften. Und dann gab es sogar Pastoren, die Heiraten in Bundeswehruniform ablehnten. Das kann man wahrlich nicht mehr als "gelebte Demokratie" im positiven Sinne bezeichnen.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Offiziere der Wehrmacht, egal ob sie katholisch oder evangelisch waren, heirateten regelmäßig in Uniform. So auch unser ehemaliger Bundeskanzler Schmidt. Es gab damals m.W. keine

    irgendwie gearteten Beschränkungen seitens der evangelischen Kirche.


    Interessant aber, dass in der Nachkriegszeit evangelische Pastoren Eheschließungen in Bundeswehruniform verweigerten. Was man während der NS-Zeit nicht wagte, das

    praktizierte man dann in der Bundesrepublik Deutschland!


    Dazu

    https://www.spiegel.de/politik…02-0001-0000-000013516926


    Grüße

    Bert