Posts by Jahrgang39

    Grüß Dich Viktor,


    Dir geht es um Quellenangaben für Churchills Zitate. Unbeschadet der Tatsache, dass Churchills scharfzüngige Zitate allmählich schon Allgemeingut sind, Beispiel: "Wir haben das falsche Schwein geschlachtet!",

    bin ich natürlich gerne bereit, eine - aus der Vielzahl der Quellen - zu benennen:


    Link entfernt, Diana


    Churchill schwor die Briten auf den Krieg ein. Vergleiche mit Goebbels ("Wollt ihr den totalen Krieg....?") sind da durchaus angebracht. Ich erlaube mir also zu sagen "Churchill agierte ähnlich....".

    Natürlich handelte es sich um 2 verschiedene Persönlichkeiten. Der EINE war in seinen Grundfesten ein Demokrat, der ANDERE ein Diktator. Ich erlaube mir, diese Meinung zu vertreten, ohne

    eine Quelle zu bemühen.


    Grüße

    Bert


    Das Verlinken auf extremistische Medien ist laut Forenregeln untersagt, Diana

    Tag allerseits,


    es war von Goebbels die Rede, der bemüht war, durch seine Reden und Diktionen wie Terrorangriff und Terrorflieger sprichwörtlichen Hass unters Volk zu bringen.


    Churchill agierte ähnlich.

    Beispiele:


    "Wir haben sechs oder sieben Millionen Deutsche umgebracht. Möglicherweise werden wir eine weitere Million oder so töten, bevor der Krieg zu Ende ist."


    (1945)



    "Wir hätten, wenn wir gewollt hätten, ohne einen Schuss zu tun, verhindern können, dass der Krieg ausbrach, aber wir wollten nicht."


    (1945)


    "Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands."

    (Am 3.9.1939, dem Tag der britischen Kriegserklärung.)


    Grüße

    Bert


    Tag allerseits,


    die seinerzeitige Forumsdiskussion "befasste sich thematisch" mit BORKUM und den Vorfällen vom 4.8.1944. Danach weitete sich das Thema aus, das ist eine andere Sache.

    Das jetzige Diskussion könnte man jedenfalls umfassender gestalten, ohne das eigentliche Thema zu verfehlen.


    Natürlich war mir nicht bekannt, dass Ähnliches schon vor Jahren abgehandelt wurde, meine damit verbundene Suche vor Eröffnung des Themas verlief erfolglos, denn das "Borkum-Thema" konnte man

    als "einschlägige Erörterung" beim besten Willen nicht erkennen.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    natürlich erhebt sich damit - so nebenbei - auch die Frage, ob deutsche Flieger, die über Feindesland abgeschossen wurden und sich durch Absprung retten konnten, immer nach der Genfer Konvention

    behandelt wurden. Auch in der UdSSR soll es Fälle gegeben haben, die ähnlich brutal verliefen wie im damaligen Deutschland.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    ein Studienprofessor unserer Schule (er war Reserveoffizier während des Krieges) erzählte uns 1954, wie er eine US-Bomberbesatzung vor Wutausbrüchen der Bevölkerung beschützte.


    Er war damals (Ende 1943) gerade daheim als Fronturlauber angekommen, als in seiner Landgemeinde in einer ausgeprägten Tallage eines Flusses ein viermotoriger US-Bomber eine Bruchlandung hinlegte.

    In Uniform und mit Koppel und Pistole lief er zur Absturzstelle, ein Verwandter begleitete ihn. Seine Frau verständigte derweil telefonisch eine Militärstreife. Das Flugzeug landete wegen eines technischen

    Defekts. Unser Lehrer konnte die Besatzung ohne Widerstand entwaffnen. Zwei Besatzungsmitglieder waren infolge der Bruchlandung mittelschwer verletzt. Plötzlich erschienen Dorfbewohner, teilweise

    mit Prügeln und Mistgabeln bewaffnet. Unser Lehrer erzählte uns, dass er sich damals wunderte, wie auch Leute, die er persönlich kannte, erregt waren und auf die US-Soldaten einschlagen wollten.

    Er machte der Menge klar, dass die US-Soldaten von ihm geschützt werden, notfalls mit der Waffe. Damit war der Spuk beendet.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Die Reden Goebbels über die "Terrorflieger" kamen bei der Bevölkerung an. Es entwickelte sich ein (fast) gnadenloser Hass der Zivilbevölkerung gegenüber den Bomberbesatzungen. Es kam während des Krieges auf deutschen Boden immer wieder

    zu einer Lynchjustiz an diesen Luftwaffenangehörigen der Alliierten, sofern sie von ihren abgeschossenen Bombern mit Fallschirmen abspringen konnten. Lynchjustiz war auch im NS-Staat formal strafbar. Die Realität sah aber ganz anders aus.

    Da wurde das damalige Recht massiv gebeugt und solche Verbrechen entweder gar nicht oder nur "halbherzig" verfolgt. Dazu ein zynisches Beispiel als Anhang.


    Siehe auch:


    https://orf.at/stories/3104856/


    Grüße

    Bert

    Lieber Eberhard,


    der Wehner wurde von Moskau aus 1941 nach Schweden beordert. Was er dort so alles machte: Da gibt es viele Vermutungen....


    Jedenfalls mit dem Nationalkomitee hat er nichts zu tun. Die von mir aufgeführten Kommunisten waren nach 1943 durchaus "rührig". Sie besuchten immer wieder deutsche Kriegsgefangene in russischen Lagern.

    Es gelang ihnen auch, manchen deutschen Offizier in gewisser Weise für den Kommunismus zu gewinnen. Typisches Beispiel Generalleutnant Vincenz Müller. Bis zu seiner "Wandlung" war er im Kriegsgefangenenlager bekennender Katholik und beichtete und kommunizierte regelmäßig. Nach einem ANTIFA-Lehrgang mutierte er zum Kofessionslosen.


    Vielleicht wieder etwas zum Thema:


    Schmidt war kurz nach Kriegsende in Kriegsgefangenschaft.


    Dazu schreibt er:


    ...Dass ich das Kriegsgefangenenlager so schnell wieder verlassen konnte, hing mit Vorträgen zusammen, die 2 mit Ritterkreuzen dekorierte Oberstleutnants und ich gehalten hatte.

    Ich berichtete über den Volksgerichtshof und die Verhandlungen gegen Mitglieder des 20. Juli 1944, zu der ich zwangsbeordert worden war.

    Die Vorträge führten zu einer Spaltung im Lager. Ein Teil der jungen Offiziere warf uns vor, wir hätten "das eigene Nest beschmutzt". Eine andere Gruppe der Gefangenen wollte sich "nicht festlegen".

    Die Engländer bekamen das Ganze mit und wir 3 Vortragende sowie einige andere wurden schnell aus der Kriegsgefangenschaft entlassen....


    Quelle: Das von mir bereits zitierte Buch, Seite 273.


    Grüße

    Bert

    Lieber Eberhard,


    Deinen Ergänzungen zu Schuhmacher kann man nicht widersprechen.


    Dennoch erlaube ich mir, darauf hinzuweisen, dass Wehner nicht Mitglied des Nationalkomitees "Freies Deutschland" war. Gegründet wurde "dieser Verein" 1943 und damals war Wehner nicht mehr in der

    UdSSR, denn seit 1941 hielt er sich in Schweden auf.


    Die nachstehenden Kommunisten unterzeichneten das Manifest des Nationalkomitees:



    (Quelle: Wikipedia)



    Herzliche Grüße und alles erdenklich Gute für 2019

    Bert

    Grüß Dich Eberhard,


    danke für Deinen ergänzenden Hinweis.


    Du sprichst indirekt eine interessante Problematik an: Wenn Schuhmacher Bundeskanzler geworden wäre, wie hätte sich das auf die Bundesrepublik ausgewirkt? Schuhmacher wäre u.U. zu Gesprächen mit

    der SBZ bereit gewesen. Die Parole, die von der SBZ gestreut wurde, die hieß: Deutsche an einen Tisch. Und mit solchen Losungen warb auch die damalige KPD in Westdeutschland zu allen Wahlen, solange

    bis sie vom BVerfG verboten wurde. Aber das kam bei der Bevölkerung im Westen zu keiner Zeit an. Schuhmacher wäre mit einer solchen Politik wahrscheinlich gescheitert. Er hätte auch mit Einwirkungen

    seitens der Westalliierten rechnen müssen, denn souverän wurde die Bundesrepublik erst 1955.


    Interessant ist aber trotzdem, dass Adenauer und Schuhmacher sich immer wieder zu persönlichen Vier-Augen-Gesprächen trafen. Adenauer traf sich auch später mit Ollenhauer

    oder Erler von der SPD. Der "Alte von Rhöndorf" wusste sehr wohl, dass man in letzter Konsequenz mit der SPD zusammenarbeiten musste, vor allem im Hinblick auf künftige Änderungen des GG.


    Herzliche Grüße

    Bert

    Grüß Dich Dieter,


    Adenauer war trotz seine Alters eine Kämpfernatur. Er hatte 1949 Probleme mit der SPD-Opposition wegen der Einrichtung der Ruhrbehörde. Er wurde damals als Kanzler der Alliierten beschimpft.

    Auch ein Helmut Schmidt war damals ebenfalls davon überzeugt, dass Deutschland in das System des Westens eingebunden wird. Schuhmacher war damals anderer Ansicht. Als Schmidt

    für die Bizone und später für die Trizone öffentlich warb, wurde er von dem SPD-Vorsitzenden massiv gerügt.


    Dazu auch


    https://www.youtube.com/watch?v=P5K8s4Ibq8A


    Gruß

    Bert

    Tag allerseits,


    das (fast) Tragische an der politischen Person Helmut Schmidt: Er hatte auch als Bundeskanzler keine Hausmacht aus einer Schar von Politikern, die stets zu ihm standen. Ganz deutlich wurde dies, als er für den

    sog. Raketendoppelschluss war, aber der Rückhalt in seiner eigenen Partei zu wünschen übrig ließ. Schmidt war auch als Sozialdemokrat nie nach den vorgegebenen Typisierungen einzuordnen.

    Er machte bereits einige Jahre nach Gründung der Bundeswehr eine Wehrübung und wurde dafür aus Kreisen der SPD massiv kritisiert. Als Volkswirt war er für eine Wirtschaftsform, die Brandt und Wehner

    wohl so nicht wollten. Er verzichtete zugunsten von Brandt auch auf den Parteivorsitz, das bezeichnete er später als einen großen Fehler.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Helmut Schmidt über Adenauer:


    https://www.youtube.com/watch?v=GN2nhHEKPPA


    Ehrliche Worte des Helmut Schmidt:


    .....1941 in Russland hatte ich gelernt, mich innerlich auf Gott zu verlassen. Dabei blieb es auch während der weiteren Kriegsjahre, vor allem, wenn die Angst kam. Aber wir hatten mit einem Übermaß an Angst

    zu leben: Angst vor russischer Gefangenschaft, Angst vor Verschüttung im Keller, Angst vor Aufdeckung der Abstammung, denn mein Großvater väterlicherseits war Jude. Angst vor einem Kriegsgerichtsverfahren, Angst vor der Gestapo....Auch die Angst vor dem Tode hat eine große Rolle gespielt; man hoffte nur, es geht schnell vor sich. - Das alles war jetzt im Mai 1945, Gott sei Dank, zu Ende!....


    Quelle: Es wird nicht mehr zurückgeschossen.... Erinnerungen an das Kriegsende von Reinhard Appel, Seite 272.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    in einem glichen sich Adenauer und Schmidt: Sie verloren nie ihr Selbstvertrauen, sie zweifelten nie an der Richtigkeit ihrer Politik. Und genau das meinte ich. Dass sie ansonsten verschiedene Wesenszüge hatten, das ist eine andere Sache. Schmidt war als Protestant in letzter Konsequenz (fast) gläubig. Er heiratete kirchlich. Und über seinen Fronteinsatz in Russland sagte er später, damals sei er Gott näher gekommen.


    Beide glichen sich auch, wenn sie leichtfertige Statements abgaben. Adenauer klassifizierte taktische Atomwaffen als eine "etwas andere Artillerie", Schmitt als Volkswirtschaftler verstieg sich in die Aussage: "5 Prozent Preissteigerung sind mir lieber als 5 Prozent Arbeitslose". Weil sie irgendwie doch die unangefochtenen Macher waren, kam es damals nicht zu großen Widersprüchen wegen solcher Ausführungen.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die überlieferten Zitate von Helmut Schmidt sind ehrlich und kaum verklausuliert. Er stellte seine bekannten Wesenszüge meist nie in Abrede. Man könnten ihn in manchen Dingen mit Adenauer

    vergleichen. Beide waren wohl nie mit Selbstzweifeln behaftet. Nur solche Politiker sind die eigentlichen "Macher". Brandt verschwand tagelang von der Bildfläche und und versuchte, seine Depressionen im Bett auszukurieren. Solche Probleme hatte weder Schmidt noch Adenauer! Was Schmidt auch auszeichnete, er setzte sich vielfach über die herrschende Meinung der SPD hinweg, das brachte ihm Sympathien auch

    bei konservativen Wählerschichten ein. Brandt war im tiefsten Ober- oder Niederbayern zu keiner Zeit so anerkannt wie Helmut Schmidt. Die damaligen Aussagen zu Schmidt waren typisch für sein Ansehen, das er

    genoss. Ergraute CSU-Wähler sagten damals: "Der Schmidt ist in der falschen Partei!"


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die als Fliegerschokolade bezeichnete Scho-Ka-Kola enthielt Koffein der Kola-Nuss, nichts anderes.

    Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass die Scho-Ka-Kola früher Methamphetamin enthielt. Der ist darauf zurückzuführen, dass sie im Zweiten Weltkrieg Teil der Ausrüstung der Luftwaffe war. Dort wurde sie als Fliegerschokolade bezeichnet, was den Bezug zum auch Panzerschokolade genannten Pervitin nahelegt. Jedoch wurde Pervitin in der Luftwaffe als Fliegermarzipan bezeichnet.

    Dazu:


    https://www.welt.de/geschichte…fte-mit-Crystal-Meth.html


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    jedenfalls war Helmut Schmidt ehrlich, er gab ja selbst zu, dass "hervorgehobene Politiker" meist einen Hang zum "Schauspielerhaften" haben. Er schloss sich dabei ausdrücklich mit ein.

    Es muss natürlich nicht unbedingt ein Fehler sein, wenn sich Politiker ihres Einflusses bewusst sind. Schmidt neigte als Politiker kaum zu Depressionen, Brandt aber schon. Der verschwand dann wegen

    seiner Depressionen tagelang von der Bildfläche und legte sich ins Bett.


    Manche Zeitgenossen mögen dem Ehepaar Schmidt ankreiden, dass sie anlässlich ihre 50. Ehejubiläums - aus einer vermuteten Überheblichkeit heraus - eine Stiftung ins Leben riefen und heute das Anwesen der Schmidts von interessierten Gruppen

    besichtigt werden kann. Aber auch BK Adenauer hinterließ sein Anwesen in Rhöndorf der Allgemeinheit!


    https://www.youtube.com/watch?v=op-kSu2xZVo


    Schmidt neigte natürlich zu einer gewissen Überheblichkeit und demgemäß sind seine Wertungen über "ANDERE" mitunter von eine wohlfeilen Art. Adenauers "Erinnerungen und Gedanken" sind dazu

    geradezu gegensätzlich. Hier fehlen durchgängig abfällige Äußerungen über Politiker der damaligen Zeit!


    Grüße

    Bert