Posts by Jahrgang39

    Tag allerseits,


    die Aussagen Seidlers, wie von Jörg zitiert, stammen aus dem Jahre 1977. Er war damals Professor an der Bundeswehrhochschule. Es ist kaum anzunehmen, dass seine damaligen Einstellungen in seinen

    Vorlesungen und Veröffentlichungen "rechtsextrem" waren. Seidler ist vielleicht ein typischer Fall, wie sich Menschen im Laufe ihres Lebens in ihren politischen Anschauungen verändern können.

    Dass Jörg Seidler mit seiner Veröffentlichung aus dem Jahre 1977 zitiert, bedarf deshalb keiner Beanstandung.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    jedenfalls bekam Seidler das Bundesverdienstkreuz. Seit seiner Pensionierung befasst er sich wohl mit "besonders rechts angesiedelten Themen". Ob Seidler vollinhaltlich dem rechtsextremen Lager zuzuordnen ist,

    das kann ich jedenfalls nicht beurteilen. Dass "besonders rechts stehende Autoren", in diesem Forum keinen "Raum bekommen", das leuchtet uns aber allen ein.


    Was ich beanstande: Autoren, die "recht linke Ansichten" vertreten, waren auch schon Teil von Erörterungen in diesem Forum. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass man solchen Autoren in diesem Forum total

    ablehnte.


    Die zitierten Aussagen von Seidler stammen aus dem Jahre 1977, damals kam niemand auf die Idee, er sei "rechtsradikal". Was er über Deserteure schildert, das ist durchaus stimmig und nachvollziehbar.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die angesprochene Wohnraumbewirtschaftung gab es schon während des Bombenkrieges. Nach Kriegsende und der Zuwanderung von Millionen Heimatvertriebenen wurde die Wohnraumbewirtschaftung

    massiv verstärkt. Die Verhältnisse auf diesem Gebiet waren nach Kriegsende viel extremer als während des Krieges. Ohne große Diskussionen wurden in größeren Wohnungen massiv Flüchtlinge einquartiert.

    Die Eigentümer der Wohnungen konnten ihre Toilettenräume und Küchen nur noch "mitbenützen". Besonders ausgeprägt waren die Verhältnissen in südlichen Bayern in den bäuerlich geprägten Dörfern.

    Da wurden alle irgendwie vorhandenen Räume "belegt". Ich erlebte als kleiner Junge die Einweisung von insgesamt 9 Personen im landwirtschaftlichen Anwesen von Verwandten kurz nach Kriegsende.


    Grüße

    Bert

    Ja klarro, und dann warum, Gab der Führer die Anordnung Eine so Große menge Bücher zu Verbrennen?

    War es nur, weil sie von Juden Geschrieben waren?!

    Grüß Dich Gerard,


    wir verfehlen allmählich das Thema!. Bei den Bücherverbrennungen ging es um unliebsame "Arier" ( wie z.B. Erich Kästner) und natürlich auch um Bücher jüdischer Schriftsteller.


    Grüße

    Bert

    Lieber Gerard,


    was ich an De Gaulle schätze, er hat nicht nur über Geschichte Vorlesungen an der damaligen Offiziersschule erlebt, sondern aus geschichtlichen Ereignissen gelernt und diese auch politisch umgesetzt.

    Solche Leistungen erbringen die wenigsten Politiker. Die Begeisterung in Deutschland war groß, als De Gaulle in freier Rede und in deutscher Sprache vor Tausenden Deutschen sprach. Damit schuf er die

    Grundlage für die Aussöhnung unserer beiden Völker. Typisch De Gaulle war auch seine Rede vor deutschen Offizieren. Ob die Franzosen erkannten, welche Ausnahmepersönlichkeit De Gaulle war, ich kann

    es nicht beurteilen.


    Mit der deutschen Sprache befasste sich De Gaulle ausgiebig während seiner deutschen Kriegsgefangenschaft in Deutschland zur Zeit des 1. Weltkriegs. Was natürlich damals auch von Bedeutung war,

    Adenauer und De Gaulle waren irgendwie seelenverwandt, beide wohl gläubige Katholiken und von konservativer Grundhaltung. Natürlich war De Gaulle bis zum Ende seines Lebens Soldat, da konnte

    Adenauer nicht mithalten, er war zu keiner Zeit Soldat und in jungen Jahren nicht wehrtauglich. Über militärische Dinge konnten sich die beiden Herren nicht unterhalten, denn Adenauers Wissen dazu war äußerst beschränkt.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    diese Wertung:


    Ganz abgesehen davon waren die Barackenlager spätestens 1944 schon durch Flüchtlinge innerhalb des Deutsches Reiches und KLV-Verschickungen ausgelastet, wenn sie nicht gerade von RAD und ähnlichen Organisationen beansprucht wurden.


    bedarf wohl der Ergänzung! Bombengeschädigte wurden bis Kriegsende "entsprechend untergebracht", auch wenn ab 1944 Flüchtlinge ins Reich zuwanderten.Das "Deutsche Wohnungshilfswerk" schuf ab

    1943 Behelfsheime für Bombengeschädigte, weil durch den fortschreitenden Bombenkrieg kaum noch Ersatzwohnungen verfügbar waren. Diese Behelfsheime hatten Standardmaße (4,10 m x 5,10 m). Es gab

    diese Behelfsbauten in der Ausführung mit Ziegelmauern und später auch in Holzbauweise. Zuständig für diese Baumaßnahmen war Robert Ley, der in kurzer Zeit 1 Million dieser Notunterkünfte bauen wollte.

    Die fortschreitenden Kriegsereignisse machten diese Zielvorgaben unmöglich.


    Jedenfalls arbeiteten die Behörden des NS-Staates zielstrebig bis zum bitteren Ende. Dass Bombengeschädigte im Freien oder Zelten übernachten mussten, das kam m.W. nicht vor. Auch die aktive Nachbarschaftshilfe

    funktionierte bis Kriegsende. So kamen Bombengeschädigte fürs Erste auch bei Nachbarn unter, bis die Behörden aktiv helfen konnten.


    Grüße

    Bert


    Tag allerseits,


    natürlich gab es unterschiedliche Gründe für Fahnenflüchtige an den verschiedenen Fronten. Wer an der Westfront "sich davon machte", der wollte in erster Linie überleben. An der Ostfront gab es zusätzlich

    reine politische Gründe für eine Fahnenflucht, die besonders Kommunisten und Sozialisten betraf. Spätere Generale der NVA waren z. T. Fahnenflüchtige an der Ostfront und wurden nach Kriegsende sofort in die

    SBZ entlassen und dort gezielt auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet.


    Typisches Beispiel: NVA-General Keßler.

    Dazu

    https://www.welt.de/geschichte…-personifizierte-DDR.html


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    auch während der Zeit des Bombenkrieges funktionierten die deutschen Behörden, vor allem in den Gemeinden und Städten. Die damaligen Wohnungs- und Siedlungsämter

    hatten die Aufgabe, Bombengeschädigte in Ersatzwohnungen unterzubringen. Das war in den Ballungsgebieten Deutschlands eine ausgesprochen schwierige Aufgabe. In den

    letzten Kriegsjahren wurden spezielle Baracken bereitgestellt, in denen Bombengeschädigte unterkommen konnten. Und natürlich gab es damals auch Zwangseinweisungen.

    Wenn in einer damaligen Gaststätte Zimmer frei waren, dann mussten dort Bombengeschädigte untergebracht werden.


    Zum Nachlesen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…r_Fliegergesch%C3%A4digte


    Grüße

    Bert

    So Bernd, sage mal bitte, wo du hier in der Original Ansprache von De Gaulle, wo du der Geist von Schulenburg Bemerken kannst!

    Lieber Gerard,


    auch die Preußen waren nach der verheerenden Niederlage von 1806 fürs Erste militärisch am Ende.

    Der kluge von Schulenburg gab dem "gemeinen Volk" zu verstehen, dass lediglich "eine Bataille" verloren wurde. Vom verlorenen Krieg war überhaupt nicht die Rede.


    Es geht nur um die Einleitung der Rede von De Gaulle, nicht um die weiteren Ausführungen.


    Sowohl von Schulenburg als auch De Gaulle hatten ihre Einleitungen bewusst nur auf eine "verlorene Bataille" bezogen. Das nenne ich "Psychologische Kriegsführung" nach einem verlorenen Krieg!


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Gerard,


    danke Dir für Deine Ergänzung. Ich glaube schon, dass das französische Volk nach der Niederlage 1940 irgendwie demoralisiert war. Die Aussage De Gaulles, dass Frankreich nur eine Schlacht, aber nicht den

    Krieg verloren hat, die war damals schon irgendwie gewagt. Die Franzosen hatten von ihrer ruhmreichen Armee erwartet, dass der damalige Krieg anders verlaufen wird. Wahrscheinlich, um dem französischen

    Volk eine Hoffnung für die Zukunft geben, muss man die Aussagen De Gaulles auch sehen. Ich bin mir fast sicher, dass er für seine optimistische Darstellung den Grafen von Schulenburg zum Vorbild nahm.

    De Gaulle interessierte sich schon in jungen Jahren intensiv für die neuere Geschichte. De Gaulle war auch in der Lage, aus geschichtlichen Ereignissen die folgerichtigen Schlüsse zu ziehen.

    Aus den Memoiren Adenauers ist bekannt, dass De Gaulle ausgesprochen belesen war. Als Adenauer auf Einladung De Gaulles in dessen Haus war, führten die beiden

    Herren die meisten Gespräche in De Gaulles häuslicher Bibliothek. Den Umfang dieser Bibliothek fand Adenauer überwältigend.


    Und das Wichtigste, ohne De Gaulle wäre es nicht bereits in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einer Aussöhnung der Franzosen und der Deutschen gekommen.


    Herzliche Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    nochmals zu der Feldbluse mit verdeckter Knopfleiste:


    So geschnitten war auch die Feldbluse M 15 des 1. Weltkriegs. Mit aufgesetzten Brusttaschen waren regelmäßig die Feldblusen für Offiere ausgestattet. Aber es gab Ausnahmen: Soldaten aus Württemberg

    (insbesondere Unteroffiziere) trugen Feldblusen mit den genannten Brusttaschen. Reichswehreinheiten verfügten in den Anfängen auch über diese Feldblusen.


    In den wirtschaftlich schwierigen Jahren nach dem 1. Weltkrieg wurden alte Uniformen auch eingelagert für eine etwaige spätere Verwendung. Und um eines solche Feldbluse könnte es sich im konkreten Fall

    durchaus handeln.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    vielleicht noch eine kleine Ergänzung: Man sagte meinem Vater damals ganz eindeutig, dass er sich schleunigst in das Entlassungslager Biessenhofen begeben müsste, denn ohne Entlassungsschein, war ein Dienstantritt nicht möglich. Die Bahnstrecke nach Biessenhofen war Mitte/Ende Juli 1945 noch teilweise zerstört. Mein Vater musste nach Biessenhofen also mit dem Fahrrad fahren (runde 90 km). Dass ihm dann

    in Biessenhofen sein Fahrrad nicht geklaut wurde, das bezeichnete er später als "kleines Wunder".


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die US-Armee konnte 1945 auf Beweismaterial zurückgreifen, sofern es um Kriegsverbrechen von Wehrmachtseinheiten ging. Darüber hinaus wurde zielstrebig nach Einzeltätern gesucht. Und diese Aufgabe

    oblag auch den damaligen Entlassungslagern. Bei den eingesetzten US-Vernehmungsoffizieren, die ein tadelloses Deutsch sprachen, handelte es sich vielfach um die Söhne von Deutschen jüdischen Glaubens, die

    nach 1933 in die USA auswanderten.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    natürlich gab es damals im mittleren Dienst weniger Beförderungsstufen. Dieses Zollassistent Schmidt ist wohl das typische Beispiel für die damalige Zeit, wie wenig Beförderungsstufen es damals gab und wie

    lange ein Zollassistent warten musste, bis er Zollsekretär wurde. Es gab damals Fälle, dass z.B. Beamte des gehobenen Dienstes mangels Beförderungsmöglichkeiten als Inspektor in Pension gingen. In unserer

    Nachbarschaft wohnte eine Reichsbahninspektor a.D., dem es trotz seiner guten Schulbildung nicht möglich war, damals eine Beförderungsstelle zu "ergattern".


    Grüße

    Bert

    nteressant das der ZAss Schmidt Offizier d.R. war aber bei Zollens nur Beamter des mittleren Dienstes vergleichbar einem Unteroffizier ist.

    h.

    Tag allerseits,


    der Krieg "machte es möglich", auch ohne Abitur Offizier d.R. zu werden, selbst wenn man zuvor nur Zollassistent war!

    Das war auch ganz im Sinne des "Führers", einigermaßen fähigen Soldaten nach kurzern Kriegslehrgängen die Möglichkeit einzuräumen, Offizier zu werden.,


    Grüße

    Bert