Posts by Jahrgang39

    Tag allerseits,


    die Marke STAMBUL wird von Raymond Cartier (Der Zweite Weltkrieg, Bd. 3, S 1166) erwähnt:


    Er schildert die Verhältnisse in Berlin im April 1945:


    Die letzten Zigaretten, die zum Verkauf gelangten - sie rochen wie die ganze Stadt nach verkohltem Holz -, waren von der wenig bekannten Marke STAMBUL

    Die Berliner machten daraus: STalins Armee Marschiert Berlin Unter den Linden.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die Kasernenbauten der NS-Zeit waren stilistisch ziemlich gleich in ihrer architektonischen Gestaltung. Die in den letzten Jahren frei gewordenen Kasernen wurden beispielsweise in Bayern vielfach

    abgebrochen. Nun kann man neuerdings durchaus eine andere Entwicklung beobachten. Die ehemalige Gendarmerie-Kaserne in Unterhaar wird wohl für die Nachwelt erhalten werden.


    Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege prüfte die Schutzwürdigkeit des Kasernenbaus. Nach einer Begehung kam die Behörde zu dem Schluss, dass diesem NS-Bau geschichtlich, aber auch künstlerisch Bedeutung zukommt, wobei der zuständige Oberkonservator dem Gebäude ausdrücklich "wenig Fassadendekor" attestierte und auch eine zurückhaltende Architektur.


    Dazu

    https://www.sueddeutsche.de/mu…us-der-nazizeit-1.4708410


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Thomas,


    dass dieses Forum am Leben erhalten wurde, das verdanken wir Dir. Und das kann man nicht hoch genug bewerten.


    Bleib uns, so wie Du bist, im Forum erhalten. Du wirst nämlich nach wie vor gebraucht!


    Danke Dir auch für Deine mitunter recht versöhnliche Art, auch bei "schwierigen Zeitgenossen".....


    Herzliche Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    das NS-System war vom Anfang an rassistisch geprägt.


    Selbst in der Architektur ging es um die Juden.

    Um 1934 sagte Hitler:

    "Wie wahrhaft jammervoll aber ist das Verhältnis zwischen Staat und Privatbau heute geworden. Würde das Schicksal Roms Berlin treffen, so könnten die Nachkommen

    als gewaltigste Werke unserer Zeit die Warenhäuser einiger Juden und die Hotels einiger Gesellschaften als Ausdruck der Kultur unserer Tage bewundern."


    Jedenfalls passte Hitler wohl der Bauhaus-Stil jüdischer Kaufhäuser in keiner Weise!


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    der "Führer" beschrieb selbst, wie sich die Architektur entwickeln sollte:


    "Es fehlt unseren Städten der Gegenwart das überragende Wahrzeichen der Volksgemeinschaft, und man darf sich deshalb nicht wundern, wenn diese in ihren

    Städten kein Wahrzeichen ihrer selbst steht."


    In diesem Sinne muss man die "Bauten des Führers" in München am Königspatz , das Haus der Deutschen Kunst und die Parteitagbauten in Nürnberg sehen, die

    von Prof. Troost geplant wurden. Prof. Troost war bis zu seinem Tode der Lieblingsarchitekt des "Führers".


    Hitler lernte Troost bereits vor der Machtübernahme kennen. Er bekam dann auch den Auftrag, das Braune Haus in München umzugestalten.


    Diktaturen haben immer ihre ureigenen Baustile. Modernität ist in solchen Systemen meist nicht gefragt. In den sozialistischen Staaten war es der Zuckerbäckerstil und

    im 3. Reich der monumentale Stil. Bauten der BAUHAUS-Zeit galten im NS-Staat als unerwünscht.


    Dazu auch

    https://www.welt.de/kultur/his…Hitlers-Ordensburgen.html


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    man muss natürlich bei Göring berücksichtigen, dass er bis 1945 Unmengen von Paracodein-Tabletten schluckte. Er war hochgradig süchtig. Damit sind vielleicht auch seine Verhaltensweisen zu erklären.

    Ob der "Führer" vom Ausmaß dieser Sucht wusste?


    Jedenfalls, als Göring beim Nürnberger Prozess nach Jahrzehnten suchtfrei war, konnten die alliierten Richter erleben, dass er Selbstbeherrschung und Selbstvertrauen unter Beweis stellte. Es gab damals

    einige Rededuelle mit dem US-Ankläger Robert Jackson.


    Jackson fragte z.B., zu den Vorbereitungen zur Besetzung des Rheinlandes im Jahr 1936: "Waren das Vorbereitungen, die vor auswärtigen Mächten vollständig geheim gehalten werden mussten?"

    Görings Antwort: "Ich kann mich nicht erinnern, im Voraus die Veröffentlichung der amerikanischen Mobilmachungsvorbereitungen gelesen zu haben!"


    Jackson war danach so wütend, dass er den Kopfhörer abnahm und auf den Tisch knallte.


    Quelle: zitiertes Buch


    Grüße

    Bert

    für den Soldaten, die liebgewonnene gefütterte Winterjacke

    Tag allerseits,


    mein Vater machte als Infanterist den Feldzug im Osten bis zum Ende mit. Eine gefütterte Winterjacke oder gar eine Pelzjacke hatte er bis Kriegsende nie zur Verfügung. Bei Kriegsende kam er mit erheblichen

    Erfrierungen in die Heimat zurück. Was er sich als Leutnant beschaffen konnte, das waren gefütterte Lederhandschuhe. Mit einem dieser Lederhandschuhe kam er zu Hause an, denn der 2. Lederhandschuh

    wurde ihm im Kriegslazarett Zoppot geklaut.


    Grüße

    Bert

    Lieber Karl,


    danke für die Klärung des Problems.


    Ich kann mir vorstellen, dass der "Bekleidungswechsel" in den besetzten Gebieten (z.B. Norwegen, Frankreich) durchaus funktionierte. Im Osten gab es ab 1942 infolge der Frontvorsprünge im Mittel- und Südabschnitt wahrscheinlich schon Nachschubprobleme beim "Bekleidungswechsel". Viele deutsche Soldaten hatten mit Erfrierungen an den unteren Gliedmaßen (insbesondere Zehen) zu leiden,

    weil es praktisch bis Kriegsende kaum echte Winterstiefel gab und die eigentliche "Winterbekleidung" war an der Ostfront ohnehin immer nur beschränkt vorhanden.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    dass damals bewusst etwas Modernität in die damaligen Druck- und Schreibschriften gebracht wurde, das ging wohl nicht nur von Hitler aus, auch Goebbels

    begrüßte die Abschaffung der Frakturschriften in seinem Tagebuch. Sinngemäß schrieb er, dass dies vor allem für Kinder von Vorteil wäre, denn sie müssten nun

    weniger Alphabete beherrschen. Die Schreibweisen in Frakturen waren damals für Kinder schon ein Problem. Man denke nur an die abweichenden Formen von A, S und H in manchen Frakturschriften, die kaum noch etwas mit dem allgemeinen Alphabet gemein haben.


    Dass man in der obersten Führungsebene der NSDAP diese Modernität generell anstrebte, dazu Folgendes:


    Eine erste jähe Verunsicherung erlitten die Bestrebungen einzelner ministerieller Institutionen in ihrem Bemühen, die deutsche Schrift wieder an staatlichen Institutionen zu etablieren, als Hitler auf dem Nürnberger Parteitag 1934 in einer „Kulturrede“ erklärte, der nationalsozialistische Staat müsse sich verwahren gegen „das plötzliche Auftauchen jener Rückwärtsgewandten, die dem deutschen Volk Straßenbenennungen und Maschinenschrift in echt gotischen Lettern aufdrängen wollen". Damals musste Hitler noch auf die Alldeutschen Rücksicht nehmen. Die von ihm und wohl auch von anderen gewollte Umstellung

    erfolgte dann mit einer durchaus unsinnigen Begründung ("Judenlettern") im Kriegsjahr 1941.


    Die Schrift Tannenberg brachte eine durchaus etwas modernere Schriftform, aber auch sie hatte keinen Bestand. Seit dem Parteitag 1934 war eigentlich klar, dass Hitler kein großer Freund "gotischer Lettern" war


    Es soll auch in der Jetztzeit Erwachsene geben, die mit Buchdrucktexten in Fraktur durchaus Probleme haben.



    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Thilo,


    selbst überzeugte Volksgenossen der damaligen Zeit erkannten wohl, dass die uralt wirkenden Frakturschriften einer Modernisierung bedurften. Man erschuf dann

    die Tannenberg-Schrift. Selbst Bahnhöfe wurden mit dieser Schriftform bedacht. Aber nach 1941 verschwand diese markige Schrift in der Versenkung.


    Grüße

    Bert

    Files

    Grüß Dich Eddy,


    interessant auch, dass die Schriftform Antiqua älteren Datum ist als alle Fraktur-Schriften. Dennoch, Antiqua, von den alten Römern schon benutzt, hat eine gewisse Modernität und passte jedenfalls besser

    in das 20. Jahrhundert. Hitler war am Anfang seines Wirkens gezwungen, auf die ALLDEUTSCHEN Rücksicht zu nehmen, auch in Sachen Schriften. 1941 war diese Rücksichtsnahme nicht mehr nötig; sein

    System war längst gefestigt. Hitlers Handschrift war von einer Mischform geprägt. Daraus kann man auch ableiten, dass er kein besonderer Förderer altdeutscher Schriftformen war.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Hitler war 1941, nach Siegen in Polen und Frankreich, auf der Höhe der Macht. Er war nun der "Größte Feldherr aller Zeiten", jedenfalls nach Ansicht führender Nationalsozialisten. Hitler nahm diese Entwicklung zum Anlass, sich Gedanken über die Neugestaltung Europas nach dem Endsieg zu machen. Für ihn war sicher, die deutsche Sprache wird zur Weltsprache.


    Schon in den 20er-Jahren legte die NSDAP Wert auf "urdeutsche Schriftformen". Plakate der damaligen Zeit waren mit Fraktur-Lettern bedruckt, später auch fast alle sonstigen Druckerzeugnisse. Die Überlegungen gingen so weit, dass beabsichtigt war, normale

    Schreibmaschinen mit Frakturtypen auszustatten. Der Krieg verhinderte dies wohl. Und natürlich wurde an den Schulen die "Deutsche Schreibschrift" unterrichtet.


    Am 3.1.41 stellte man Druckerzeugnisse und Presse auf Antiqua-Schrift um. Das verfügte Bormann klammheimlich. Goebbels begrüßte dies und schrieb in seinem Tagebuch, nun müssten Kinder weniger Alphabete lernen. Der Frakturdruck hatte schon

    seine Eigenheiten: Das große A, sah aus wie ein großes U, um nur ein Beispiel zu nennen.


    Bormann begründete die Umstellung damit, dass diese Schriftform teilweise jüdischen Ursprungs sei. Eine Aussage, die unsinniger nicht sein konnte.


    Und am 1.9.41 war auch Schluss mit der "Deutschen Schreibschrift", ab sofort wurde damals auf die lateinische Schreibschrift umgestellt.


    Historiker gehen heute davon aus, Grund der Umstellung war die Überlegung, dass Aufrufe und Verfügungen in den besetzten Gebieten auch von der dortigen Bevölkerung lesbar sein mussten. Es ging Hitler aber auch darum, DEUTSCH zu einer

    Weltsprache zu machen und da waren "urdeutsche Schriften" fehl am Platze.


    Hitler selbst schrieb eine Mischform aus lateinischer Handschrift und Kurrentschrift. Daraus folgt wohl auch, dass er kein besonderer Förderer von Schreibschriften wie Sütterlin war.


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Wirbelwind,


    die Sache mit der Jagdleidenschaft: Im Kriegsjahr 1944 war Göring vielfach auch zu Besprechungen auf Carinhall, dabei soll er mitten unter den Erörterungen einen

    Mitarbeiter gefragt haben: "Wo steht der Hirsch...."


    Ein ähnliches Beispiel gab es ja wohl auch im ersten sozialistischen deutschen Staat. Honecker hatte eine ausgeprägte Jagdleidenschaft und vernachlässigte

    dabei seine eigentlichen Staatsaufgaben.


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Dieter,


    dass Göring maßgeblich an der Errichtung des Naziterrors beteiligt war, das ist unstrittig.


    Göring war nicht aus moralischen Gründen daran interessiert, dass 1939 ein Kriegsbeginn unterbleiben sollte, es ging ihm um sein eigenes ICH. Und wahrscheinlich

    befürchtete er auch schon nach dem Krieg gegen Polen, dass ein Zweifrontenkrieg zu Lasten Deutschlands ausbrechen könnte.


    Überliefert ist die Aussage Görings vom Abend des 3.9.1939: „Wenn wir diesen Krieg verlieren, dann möge uns der Himmel gnädig sein!"


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Göring war einer der WENIGEN, der Hitler davon abriet, den Krieg gegen Polen und damit einen Weltkrieg zu beginnen.

    Insgesamt gesehen war Göring ein Lebemensch, das erkannte Hitler wohl bereits vor 1939. Und das schöne Leben war für Göring mit dem Krieg schon irgendwie etwas beschränkt. 1945 soll Göring gesagt haben:

    "Wenigsten 12 Jahre gut gelebt!"


    Vor dem Nürnberger Prozess hatte Göring unter Aufsicht 30 kg abgenommen und war nicht mehr abhängig von seinen Paracodein-Tabletten. Einer der Richter, Sir Norman Birkett, hatte Göring während des

    218 Tage langen Prozesses genau beobachtet. Er bezeichnete Göring als "verbindlich, klug, gewandt, fähig und findig; er beurteilte die Lage schnell und mit zunehmenden Selbstvertrauen trat seine

    Überlegenheit stärker in Erscheinung. Auch seine Selbstbeherrschung war bemerkenswert...."


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Göring hatte aber auch andere Seiten!


    Nach dem Desaster von Stalingrad schilderte General Paul Deichmann ein Zusammentreffen mit Göring:


    "Am Abend des 21.12.1942, als ich das Führerhauptquartier Wolfsschanze besuchte, meldet ich mich bei Göring an. Ich klopfte an die Türe des für Göring vorgesehenen Raumes. General Bodenschatz öffnete.

    Hinter ihm sah ich Göring, den Kopf tief gebeugt und laut weinend.....Göring forderte mich auf, einzutreten. Ohne mich weiter zu beachten, gab er sich weiter seinem Schmerz hin. Dann stellte mir, wiederholt

    von Weinkrämpfen unterbrochen, einige Fragen und entließ mich, um sich wieder seiner Verzweiflung hinzugeben."


    Grüße

    Bert