Posts by Jahrgang39

    Tag allerseits,


    der damalige Bundeskanzler Adenauer, der vor der Jahrhundertwende wegen seines labilen Gesundheitszustandes von der Wehrpflicht befreit war, dieser Konrad Adenauer war beileibe kein Militarist.

    Seine militärpolitischen Bewertungen waren meist dürftig, ja fehlerhaft. Taktische Atomwaffen waren für ihn eine etwas verbesserte Artillerie. In Sachen Wiederbewaffnung war es vor allem Churchill, der schon

    im Jahre 1950 eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft mit deutscher Beteiligung forderte. Die US-Amerikaner forderten ebenfalls damals schon einen Wehrbeitrag der Bundesrepublik wegen der

    Ost-West-Spannungen. Damals, ab Herbst 1950 berichteten die Tageszeitungen der Bundesrepublik bereits sehr ausführlich, welche Panzertypen die künftigen deutschen Streitkräfte von den USA erhalten werden

    und wieviele deutsche Divisonen die USA für notwendig erachten. 1950, im Jahr des Koreakrieges, hatte man das Gefühl, dass es bereits 1951/52 wieder deutsche Soldaten geben werde. Es dauerte aber

    dennoch noch etwas länger. Und aus der EU-Armee wurde nichts, weil Frankreich sich dagegen aussprach. Deutschland wurde später eben Nato-Mitglied.


    Um wieder zur Person Adenauer zu kommen. Natürlich hatte er auch - wie viele Deutsche damals - die Befürchtung, die Bundesrepublik könnten von Streitkräften des Ostblocks überrannt werden. In letzter

    Konsequenz war aber die Wiederbewaffnung Westdeutschlands keine ursprüngliche Forderung der damaligen Bundesregierung. Diese Forderung ging von den Westmächten aus!


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die Verleihungen des Kriegsverdienstkreuzes ohne und mit Schwertern verlief recht unübersichtlich.

    Da bekamen 1940 Soldaten, die noch nie an der Front waren und bis 1940 normalen Dienst in der Heimat absolvierten das KVK 2. Klasse mit Schwertern. Solche Soldaten hatten dann schon wenigstens

    eine Auszeichnung, wenn sie z.B. im Verlauf des Jahres 1941 zu einer kämpfenden Einheit im Osten kamen. Jedenfalls konnten dann schon viele Kameraden an der Front Auszeichnungen wie das EK 2 und

    das Infanteriesturmabzeichen vorweisen. In der Anfangszeit des Krieges hatten diese Orden noch einen besonderen Stellenwert.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse wurde in Massen verliehen. Die genauen Verleihungszahlen sind durch die Kriegswirren nicht mehr zu realisieren.


    Zeitweise wurde das Kriegsverdienstkreuz „mit vollen Händen“ überreicht. So z. B. verteilte Joseph Goebbels bei einer Besichtigung der Schäden durch einen Bombenangriff auf Berlin das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern an eine unbekannte Anzahl von Helfern, die mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren. Ferner konnte das Kriegsverdienstkreuz auch an ausländische Freiwillige, die auf den Führer und obersten Befehlshaber vereidigt waren, Angestellte bzw. Arbeiter der Wehrmacht, in Rüstungsbetrieben an dessen Angestellte und auch Krankenschwestern verliehen werden.


    Quelle: Wikipedia


    Aus heutiger Sicht ist diese Vergabepraxis kriegsbedingt. Man wollte auch den Helfern der Heimatfront damit danken für ihren Einsatz. Vielleicht liegt es auch an der deutschen Mentalität, dass bei Ordensverleihungen eine gewisse Großzügigkeit herrscht - auch bezogen auf die Jetztzeit hinsichtlich Verdienstorden der Länder und des Bundes.


    Gruß

    Bert

    Tag allerseits,


    bei diesem Thema geht es nicht nur um die Wirtschaftspolitik des NS-Staates mit Blickrichtung auf die besetzten Länder, es gibt auch andere Aspekte zur Not der Zivilbevölkerung in den Kampfgebieten.


    Bei den Kämpfen im Osten geriet die Zivilbevölkerung oftmals zwischen die Fronten. Soldaten der kämpfenden Einheiten erlebten dies hautnah. Da gab es bettelnde russische Kinder, die sich an die

    deutschen Soldaten heranwagten. Mein Vater war damals vor Woronesch bei der 57. ID. Seine Kameraden und er erbarmten sich der ausgehungerten Kinder und gaben Teile ihr Kaltverpflegung an sie ab,

    wissend, dass die Kinder damit auch täglich ihre Mütter versorgten. Schließlich bekamen die russischen Kinder auch noch Kunsthonig, der 1942 bei der Truppe problemlos verfügbar war. Bei solchen Handlungen ging es nicht um Krieg, sondern um tätiges Mitleid für die hungernde Zivilbevölkerung.


    Grüße

    Bert

    Lieber Karl,


    Brot war für die Soldaten an der Front das Allerwichtigste, das sagte jedenfalls mein Vater. Auch wenn mein Vater dieses Kommissbrot nach dem Krieg nicht mehr aß, ich fand dieses Bäckerbrot in Kastenform,

    das nach der Währungsreform im Angebot war, durchaus gut. Und im Übrigen, die heutigen dunklen Bäckerbrote sind nicht mehr von der Qualität, wie die Roggenbrote der damaligen (meist kleinen) Bäckereien.


    Bei den Brotaufstrichen an der Front behalf man sich vielfach mit Tubenkäse und wenn nichts anderes verfügbar war, notfalls auch mit Kunsthonig. Den gab es während des ganzen Krieges und in den Jahren danach als 250 Grammpackungen in Würfelform.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    nach dem Krieg gab es nur eine Hand voll Brotsorten. Heute ist das ganz anders. Und billig war das Brot damals. Ein Kilogramm Roggenbrot kostete noch Jahre nach der Währungsreform 46 Pfennige.

    Ähnlich war es bei Semmeln und Brezen (5 Pfennige bzw. 6 Pfennige). Das waren wohlschmeckende Brote und ordentliche Semmeln und Brezen. Heute kostet eine Breze beim Bäcker schon 68 Cent.


    So ändern sich die Zeiten!


    Interessant auch, dass in den Nachkriegsjahren bei Bäckern Kastenbrot (das eigentliche Kommissbrot) im Angebot war. Mein Vater war alles andere als heikel, aber dieses Brot aß er nach Kriegsende nicht mehr.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    was das damalige Brot in der Zeit von Ende 1944 bis etwa 1947 betraf, dem waren allerhand andere Stoffe beigefügt. Das mit dem Holzmehl war wohl die unangenehmste Variante der Beifügung.

    Ich erlebte noch als kleiner Junge, dass nach Kriegsende Brot verkauft wurde, dem Kartoffeln (in ziemlich großen Brocken) beigemischt waren. Dieses Brot war nur in warmen Zustand noch einigermaßen

    genießbar, es schmeckte fürchterlich. Von meinem Vater erfuhr ich jedenfalls, dass solche "gestreckte Brotsorten" selbst in den letzten Kriegsmonaten an der Front nicht verabreicht wurden.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    man erlebte es hautnah, wie um 1956 ehemalige Berufssoldaten von der im Aufbau begriffenen Bundeswehr umworben wurden.

    Da besuchten damals Offiziere der Bundeswehr ihre ehemaligen Kameraden und machten ihnen z. T. verlockende Angebote, was die Einstellungskriterien und die Beförderungsmöglichkeiten betraf.

    Mein Vater blieb standhaft und gab sich mit seiner Tätigkeit als Beamter im öff. Dienst zufrieden. Er hatte nach 7 Verwundungen einfach kein Interesse mehr....


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die damaligen Fotos sind von bester Qualität.


    Das Foto Nr. 3 ist wohl typisch für die Zeit vor 1914. Die betroffenen Personen mussten für eine gewisse Zeitspanne erstarren und durften sich nicht bewegen, weil es noch keine Kameras mit entsprechend kurzen

    Verschlusszeiten gab. Den beiden Hunde auf diesem Foto war dies egal, ihre Köpfe sind etwas unscharf, weil sie sich bewegten.


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Thomas,


    das Wichtigste zum Thema sagte wohl schon Generaloberst Jodl; er brachte zum Ausdruck, dass Hitler ein Vanbanquespieler war. Und Hitler selbst gab zu, dass von ihm Probleme der Zukunft noch nicht zu Ende

    gedacht sind. Und so begann er auch den 2. Weltkrieg. Anfangs war ihm eben das "Kriegsglück" hold. Dennoch, Hitler war kein Feldherr. Er war einfach nicht bereit und in der Lage, sich darüber Gedanken zu machen, welche Folgen ein allumfassender Zweifrontenkrieg für Deutschland haben kann. Manche Dinge, die in Kriegen eine hohe Priorität verlangen, wurden von Hitler bewusst vernachlässigt (Beispiel: Nachschub).

    Für mich ist dieses Thema damit beendet. Es liegt mir fern, spekulative Lösungen in einer Diskussion anzustreben.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    man kann durchaus grob über "damalige Möglichkeiten" ein klein wenig diskutieren, ohne zu spekulativen Lösungsvorschlägen zu kommen. Meines Wissens machen es die Historiker

    genauso. Denkbare Lösungen werden auch von ihnen nicht vermittelt.


    Das scheint mir immer noch interessanter zu sein, als tagelang über Opas Auszeichnungen zu diskutieren.


    Das fand ich in DER WELT:


    Als Hitler im September 1939 mit dem Überfall auf Polen seinen Krieg anzettelte, hatten weder er noch seine Generäle eine Vorstellung davon, wie es weitergehen sollte. Vor allem hatten sie zunächst einmal Glück. Obwohl England und Frankreich dem Dritten Reich am 3. September den Krieg erklärten, taten sie – nichts. Nur ein Schleier schlecht ausgerüsteter und wenig kampfstarker Divisionen deckte die deutsche Grenze. Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess von 1945 erklärte der Chef des Wehrmachtführungsstabs, Alfred Jodl, unumwunden: „Dass wir nicht bereits im Jahr 1939 gescheitert sind, war nur dem Umstand zu verdanken, dass während des Polenfeldzuges die schätzungsweise 110 französischen und britischen Divisionen im Westen komplett inaktiv gegen die deutschen 23 Divisionen gehalten wurden.“

    Der Erfolg, den Hitler mit diesem Vabanquespiel gehabt hatte, sollte sein Vertrauen in ähnliche Aktionen in der Zukunft stärken. Seine Generäle überzeugte das nicht.


    Schon damals zeichnete sich der "Führer" besonders aus mit seinem Standpunkt, den er gegenüber Admiral Raeder vor Kriegsausbruch zum Ausdruck brachte: "Es gibt Probleme der Zukunft, die von mir noch nicht zu Ende gedacht sind!"


    So begann der "Führer" auch den 2. Weltkrieg!



    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Arnd,


    der deutschen Wehrmacht standen im Westen 1939 zahlenmäßig weit stärkere Streitkräfte (Franzosen und Engländer) gegenüber. Wäre Deutschland im Laufe des Polenfeldzugs, z.B. so um den 20.9.1939, angegriffen worden, Hitler hätte dann wahrscheinlich Teile der Wehrmacht, die in Polen eingesetzt waren, abziehen müssen. Das wäre auch zeitlich ein schwieriges Unterfangen gewesen.


    Der Polenfeldzug hätte damit länger gedauert, aber die Russen hätten ebenfalls angegriffen und Ostpolen besetzt. Die Lage an der Westfront wäre in jedem Fall eine prekäre gewesen.

    Hitler und seine Generalität hatten solche Überlegungen sicherlich angestellt. Wahrscheinlich ging man auf deutscher Seite davon aus, dass Frankreich nur einen Verteidigungskrieg führen wird, weil bekannt war,

    dass die französische Staatsführung und Generalität solche Verluste wie im 1. Weltkrieg nicht ein 2. Mal erleben wollte.


    Ein in der Tat interessantes Thema!


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    der Film war sehenswert, ging es doch um Filmaufnahmen der damaligen Zeit, die teilweise bisher nicht zu sehen waren.


    Was dem Film fehlte, das war eine tiefer gehende Darstellung. Die Franzosen waren damals ausgesprochen kriegsmüde, wäre es nach ihnen gegangen, hätte dieser "komische Krieg" noch Jahre dauern können.

    Die damalige Generalität Frankreichs war alles andere als "modern". Man dachte noch in den Taktiken des 1. Weltkriegs, sah den Panzer nur als Unterstützungswaffe für die Infanterie. Man vertraute in einer

    wahren "Bunkermentalität" auf den strategischen Wert der Maginot-Linie. Einer der ganz wenigen der damaligen französischen Offiziere, die eine moderne Strategie verfochten, war Oberst De Gaulle, der im Laufe des Jahres 1940 zum Brigadegeneral befördert wurde. Er hatte so ziemlich die einzigen Angriffserfolge seitens Frankreich mit seiner Panzerdivision zu verzeichnen.


    Auf der anderen Seite "drehte" der "Führer" fast durch, weil er den Krieg gegen Frankreich wegen der schlechten Witterungsverhältnisse immer wieder verschieben musste. Aber selbst die Soldaten der Wehrmacht

    "genossen" auf ihre Art auch diesen "komischen Krieg" und glaubten nach Monaten dieses Sitzkrieges, dass der eigentliche Krieg im Westen auf Dauer "eingeschlafen" ist.


    Fundstelle:

    https://www.arte.tv/de/videos/…00-A/ein-seltsamer-krieg/


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Karl,


    Recht hast Du! Während und nach dem Krieg wurde in Berlin auf allen erdenklichen Flächen Gemüse angbebaut. In den Großstadtschluchten der Städte bauten die Volksgenossen während des Krieges

    Gemüse auch auf Balkonen und Terrassen an. Selbst auf den Fensterbrettern wurden leere Konservendosen aufgestellt, die mit allerlei Gemüse bepflanzt wurden.


    Wenn im Niemandsland der Ostfront von den geflüchteten Bewohnern bestelltes Ackerland zurückgelassen wurde, dann versorgten sich die Soldaten auch daraus, z.B. mit Kartoffeln oder Sonnenblumenkernen.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    dieser "Drôlle de guerre" war schon seltsam. Die Langeweile der französischen Soldaten führte damals dazu, dass der Alkohol zum Problem wurde. Sie Saufereien nahmen bei den Soldaten derart zu,

    dass auf den französischen Bahnhöfen Ausnüchterungszellen eingerichtet werden mussten.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    Reparationen kann man so definieren:


    Offiziell zwischen zwei Staaten ausgehandelte wirtschaftliche, finanzielle Leistungen zur Wiedergutmachung der Schäden, Zerstörungen, die ein besiegtes Land im Krieg in einem anderen Land angerichtet haO

    "Reparationen leisten, zahlen müssen"


    Es gab sie vielfach nach Kriegen der Vergangenheit. Die Franzosen mussten Reparationen an Deutschland leisten nach dem verlorenen Krieg 1870/71. Der Freundschaft, die unter den beiden Völkerschaften herrschen sollte, war dies nicht dienlich.

    Und nach 1918 musste Deutschland Reparationsleistungen in Größenordnungen leisten, die kaum wirtschaftlich zu bewältigen waren. Die wirtschaftlichen und politischen Folgen kennen wir alle.


    Im Zeitlalter der Verbundenheit europäischer Staaten innerhalb der EU werden nun von 2 Mitgliedsländern Forderungen in einer Größenordnung erhoben, die Deutschland heute genauso wenig problemlos aufbringen könnte, wie die damalige Weimarer Republik.

    Griechenland und Polen bringen ihre Forderungen immer wieder aufs Neue vor. Klagen vor internationalen Gerichten werden schon angedroht. Nun sind schon Juristen damit beschäftigt, wie das Ganze rechtlich ablaufen könnte.


    Solche Forderungen können die Zusammenarbeit in der EU massiv stören und in letzter Konsequenz auch den Bestand der EU gefährden.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    was die Thematik "Fotos von Juden" betraf: Damit ging man großzügig um. Die staatliche Propaganda und der üble "Stürmer" machten vor, was dem Staat genehm war. Und so machten auch die Soldaten z.B. im Osten

    Fotos von Juden in Polen oder in der UdSSR. Es ging vor allem um die typischen Köpfe, so wie der NS-Staat die jüdische Rasse verzerrt darstellte. Ich kenne einige Fotosammlungen aus damaliger Zeit - auch in Alben,

    die eindeutig beschriftet sind. Kein damaliger Volksgenosse musste sich Gedanken machen, wenn er solche Bilder entwickeln ließ, da ging es beileibe um kein sensibles Thema im eigentlichen Sinne. Wo es Probleme

    gegeben hätte: Wenn Soldaten Aufnahmen von Exekutionen gemacht hätten.


    Und damit könnte man dieses Thema eigentlich irgendwann abschließen.


    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,


    die Deutschen sind bekannt dafür, alles sofort gesetzlich oder im Sinne einer Verwaltungsvorschrift zu regeln. Und deshalb entspricht es wohl deutschen Gepflogenheiten, dass bei der Wehrmacht die "täglichen Waschungen" in allen Einzelheiten festgelegt wurden. Der NS-Staat agierte da nicht anders, als das heutige demokratische Deutschland.

    Diese "Verordnungswut" brachten die Deutschen in gewisser Weise auch in der EU ein.


    Grüße

    Bert