Posts by Jahrgang39

    Tag allerseits,

    eine weitere, damalige Pressenotiz:

    Bad Salzuflen

    Zwei tapfere Soldaten der Salzstadt wurden unter gleichzeitiger Verleihung der Ehrenblattspange im Ehrenblatt des deutschen Heeres genannt: Rittmeister d. R. Helmut Scheele, Bataillons Kommandeur in einem rheinisch-westfälischen Grenadier-Regiment, Träger des Deutschen Kreuzes in Gold, und Hauptmann Ekkehard Rose, Kommandeur eines Jäger-Bataillons. Bückeburg.

    Quelle

    https://amtage.de/wp-content/upl…-Maerz-1945.pdf

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    Bürokraten der damaligen Zeit, wie es sie auch heute noch gibt, konnten sich im Oktober 1943 so richtig "austoben":

    9. Schlechter Haarschnitt und schlechte Rasur lassen ungünstige Schlüsse auch auf die innere Haltung eines Soldaten zu!

    10. Singen in Gaststätten, Herumstehen an Theken und Bars ist für Wehrmachtangehörige ebenso verboten wie das „Schlangestehen“ vor Geschäften, an Theater- und Kinokassen.

    Anstellen nach Theaterkarten für Wehrmachtangehörige ist grundsätzlich verboten. Vorverkauf von Theaterkarten für Fronturlauber nur Theaterkasse Berliner Straße 18, Eingang von der Hofseite, in der Zeit von 9.00 - 10.00 Uhr. Außerdem an der Abendkasse.

    11. Rauchen auf der Straße ist nach Möglichkeit einzuschränken. Pfeiferauchen auf der Straße bleibt für Soldaten in Uniform grundsätzlich verboten.

    Toll der abschließende Spruch des Herrn Wehrmachtskommandanten, dass alles scharf überwacht wird, Verstöße bestraft und mit sofortiger Strafverbüßung zu rechnen ist.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    nach dem Polenfeldzug waren viele Deutsche der Ansicht, dass Deutschland weiterhin an allen Fronten siegen wird.

    Bei Klüglein machte sich eine gewisse Unsicherheit breit. Er zweifelte wohl erstmals am Sinn des Krieges.

    16.02.40 Brief an die Mutter in Coburg:
    „Wer hätte damals am 06. August 39, als wir so friedlich und freundschaftlich mit Engländern und Franzosen auf der verschneiten Vallet-Hütte am Mont Blanc hausten, geglaubt, dass wir schon drei Wochen später die Waffen gegeneinander führen würden! Was ist das doch eigentlich für ein Irrsinn!“

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    in den letzten Kriegsjahren erschien der Kohlenklau auch in den Filmtheatern nach der Wochenschau. Die Reichsrundfunkanstalten brachten zwischen den verschiedenen Sendungen immer wieder einmal Durchsagen, die begannen: "Ich bin der Kohlenklau.....!" Diese Durchsagen, mit einer schauerlich klingenden Stimme, führten bei kleinen Kindern zu Angstgefühlen.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    weiter mit einer Eintragung von Klüglein:

    01.10.39
    Die Not der Bevölkerung ist inzwischen groß geworden, man sieht auf den Straßen Pferdekadaver, aus denen Fleischstücke herausgeschnitten sind.

    Dass sich solche Dinge auch in Deutschland ereignen könnten, das hätte man nach dem siegreichen Polenfeldzug nicht geglaubt.

    Aber, es gibt geschichtliche Entwicklungen, die sich wiederholen!

    Im Mai 1945 waren auch in Berlin Menschen damit beschäftigt, tote Pferde auf der Straße zu zerlegen. Das damalige Foto ging wohl um die Welt.

    Dazu

    https://www.alamy.de/ende-des-krieg…ge67061330.html

    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Elmar,

    auch ich wunderte mich, dass solche Dinge bereits in den ersten Wochen des Krieges zu verzeichnen waren. Erstaunlich, dass Klüglein die Brände "als ein wirklich hübsches Bild" fand.

    Man kann vielleicht vermuten, dass die Leutnants, die ihre Offiziersausbildung nach 1933 absolvierten, schon von den NS-Rassegesetzen überzeugt waren. Sie fühlten sich wohl als die hervorgehobene nordische Rasse und Ostvölker, wie die Polen, waren damals als niedrige Rassen eingestuft. Kein Wunder also, dass man sich dann erlaubte, Brände zu legen. Das sind Anzeichen eines Verfalls der guten Sitten und der Moral!

    Auch seltsam, dass der damalige Kompaniechef das Verhalten seiner Leutnants hinnahm und damit billigte!

    Grüße

    Bert

    „Der Mensch hat eine Doppelnatur: Er ist zum Guten begabt, aber er kann auch wie kein anderer Teil der Schöpfung Fürchterliches anrichten. Und deswegen braucht er Regeln.“

    (Wolfgang Schäuble)

    Tag allerseits,

    es ist schon interessant, welche Einzelheiten Klüglein schildert:

    17.09.39
    Weiterfahrt an einer soeben in Flammen aufgehenden Windmühle vorbei. Meiner Erinnerung nach ist sie von einem unserer Leutnants angezündet worden, der eben einmal sehen wollte, wie eine Windmühle brennt; es ist wirklich ein hübsches Bild.

    Normalerweise erzählten Veteranen nach dem Kriege kaum etwas über das Fehlverhalten der Truppe im Kriegsgebiet. Nun erfährt man aus diesen Aufschreibungen, dass Leutnants brandschatzten. "Sie wollten eben einmal sehen, wie eine Windmühle brennt..."

    Es ist schon irgendwie traurig, auch in der heutigen Zeit zu erfahren, dass einzelne Angehörige der Wehrmacht einen solchen "erbärmlichen Tatendrang" hatten!

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    der Soldat Klüglein schildert den Anfang des Polenfeldzuges:

    03.09.39 an Grete:
    „Wir sind am ersten September in Polen einmarschiert und befinden uns jetzt an der Warthe, 60 km westlich von Łodz. Der Einmarsch ist bis jetzt ohne jegliche Schwierigkeiten von statten gegangen. Die Gegend ist von der Zivilbevölkerung ziemlich geräumt, das Vieh läuft zum Teil herrenlos herum, so dass wir auch reichlich zu essen haben.“

    07.09.39 an Grete:
    „Wie fürchterlich, wenn Ihr einmal so etwas durchmachen müsstet!“

    12.09.39 an Grete:
    „Der Krieg ist für uns bis jetzt eine Kraft-durch-Freude Fahrt; Essen und Alkohol sind reichlich vorhanden.“

    Quelle

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/ein-deutsches-…-gnade-100.html

    Klüglein macht sich aber bereits Gedanken, wie schlimm es wird, wenn Deutschland das alles durchmachen müsste.....

    Grüße

    Bert

    Lieber Karl,

    Kalk wurde sicherlich eingesetzt.

    RAD-Männer, die aus ländlichen Gebieten stammten, hatten mit der "Toilettenbenützung" wohl keine besonderen Probleme, denn sog. Plumps Klohs gab es damals auf den Höfen vieler landwirtschaftlicher Anwesen. Wasserspühlung gab es bei diesen "Toiletten" nicht, die auch nach 1945 noch ein gutes weiteres Jahrzehnt vorhanden waren.

    Verständlich, dass RAD-Männer, die aus den Städten kamen, diese sprichtwörtlichen Aborte nicht besonders gerne aufsuchten.

    Nur am Rande, was Brähler zur Kopfbedeckung des RAD schreibt:

    Eine Besonderheit war die Kopfbedeckung bei der Ausgehuniform. Sie war weder eine Schirmmütze, noch ein Hut, sondern ein Zwischending von beiden. Im RAD-Jargon nannte man sie: „Arsch mit Griff“.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    beim RAD wurde man auch im Jahre 1943, wie Brähler schreibt, noch ordentlich verpflegt.

    So ganz und gar nicht der damaligen Zeit entsprachen aber die Toiletten.

    Dazu Brähler:

    Unsere Toiletten befanden sich an der äußeren südlichen Grenze der Abteilung, in unmittelbarer Nähe eines kleinen Waldstückes. Da es keine Wasserspülung gab, mußten die Fäkaliengruben von Zeit zu Zeit entleert werden. Immerhin waren das „12 Zylinder“, die auf 2 Gruben verteilt waren. Nun hatte man damals noch keine entsprechende motorgetriebene Absaugegeräte, z.B. Vakuumpumpen, sondern die Grubenentleerung erfolgte mittels zylinderförmiger Schöpfeimer, die an langen Holzstangen befestigt waren. Aus der ca. 2 m tiefen Grube mußte die “Brühe“ abgeschöpft und in offene Gleisloren eingefüllt werden. Die Gleise führten in ein Waldstück, wo vorher von uns entsprechende Auffanggruben für die Fäkalien ausgehoben waren. War eine Lore befüllt, wurde sie von 4 Leuten angeschoben und unter den johlenden Zurufen unser Kameraden bis zu den vorbestimmten Erdgruben gefahren und dann entleert.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    Werner Brähler wurde 1943, mit 18 Jahren, zum Arbeitsdienst eingezogen. Man muss sich heute irgendwie wundern, dass im Kriegsjahr 1943 der Arbeitsdienst noch vor dem Kriegseinsatz vom NS-Staat für notwendig erachtet wurde.

    Interessant ist auch, was Brähler zur Verpflegung beim Arbeitsdienst schreibt:

    Überraschend gut war die Verpflegung im Arbeitsdienst, wenn man bedenkt, daß wir uns bereits im 5. Kriegsjahr befanden, der normale „Volksgenosse“ seine Lebensmittel nur auf Karten bekam, und die vom Staat zugemessenen Rationen sehr knapp gehalten waren. Im Vergleich zur Wehr-macht, um das vorwegzunehmen, war die Verpflegung im Arbeitsdienst um Klassen besser. Ein Beweis dafür war auch, daß wir bei unseren kargen Ausgehstunden nie einen Gasthof oder ein Restaurant aufsuchten, um dort ein „Stammgericht“ (ein einfaches Essen ohne Lebensmittelmarken) zu uns zu nehmen.

    Brähme war auch am Katastropheneinsatz an der Möhnetalsperre beteiligt.

    Nachzulesen unter

    https://www.ausmeinerzeit.de/bilder/2%20-%2…beitsdienst.pdf

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    das Kriegstagebuch des Heinrich Klüglein

    Dazu:

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/ein-deutsches-…-gnade-100.html

    und:

    die tagebuchartigen Aufschreibungen des Werner Brähler

    Dazu:

    Werner Brähler - Aus meiner Zeit

    Werner Brähler nahm 1944 am letzten Offizierslehrgang an der Kriegsschule Posen teil und war unmittelbar daran im Kriegseinsatz (Festung Posen). Interessant sind auch seine Aufschreibungen über die Jahre, die er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft verbrachte.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    Putins Russland wird das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages nicht interessieren. In Russland, einer "gelenkten Demokratie" mit Entwicklungstendenzen zur Diktatur, kümmert man sich kaum um Art. 51 der VN-Charta. Für die Russen würden NATO-Bodentruppen in der Ukraine nicht als Ausfluss eines " kollektiven Selbstverteidigungsrechts" gelten. Im Falle solcher Einsätze würde Russland wahrscheinlich wieder mit der Atomkeule und mit Angriffen auf NATO-Länder drohen. Über die Ausführung kann man nur spekulieren....

    Nachsatz: Ob die rechtliche Bewertung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages übereinstimmender internationaler rechtlicher Würdigung entspricht, das ist im Übrigen durchaus nicht sicher!


    Grüße

    Bert

    Grüß Dich Silvio,

    natürlich machen die NATO-Länder verschiedentlich auch bei diesen "Spielchen" aktiv mit, wie der Bericht der Flug Revue unter Beweis stellt. Was vielleicht auch interessant ist, wenn die Russen beispielsweise die Nähe der Grenzen des Baltikums anfliegen, erfahren wir dies eigentlich fast immer durch Presseberichte. Wenn die US-Amerikaner ähnliche Flüge durchführen, dann erfährt man so etwas vielleicht über die Flug Revue, aber nicht über FOCUS und Co.

    Etwas anders zu bewerten ist aber das Eindringen von russischen Raketen und Drohnen in den NATO-Luftraum. Solche Dinge gab es ja schon. Und wenn dann die polnische Luftwaffe "aktiviert" wird, dann ist das schon eine gewisse brenzlige Lage.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    Für Kriege werden auch immer Spione benötigt und eingesetzt.

    Dazu eine Pressemeldung von heute:

    16:28 Polen beruft Eurokorps-Kommandeur wegen möglicher Spionage ab +++
    Warschau setzt den polnischen Eurokorps-Kommandeur Jaroslaw Gromadzinski wegen Spionageverdachts ab. Es gebe "neue Informationen über den Offizier", teilt das polnische Verteidigungsministerium mit. Die entsprechenden Dienste hätten eine "Kontrolluntersuchung" über den Zugang des Generals zu geheimen Informationen eingeleitet. Gromadzinski hatte im Juni 2023 die Führung des Eurokorps übernommen -

    Quelle

    https://www.n-tv.de/politik/17-19-…le23143824.html

    Man wir bald erfahren, ob sich der Verdacht bestätigt - oder ggf. für wen der General spionierte.....

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    Putins Russland versucht seit Jahren die NATO zu testen. Typische Vorgehensweise: Russische Militärmaschinen mit ausgeschaltetem Responder kommen bedenklich dem Lauftraum der NATO nahe. Diese "Spielchen" enden dann immer damit, dass Jagdflugzeuge der NATO aufsteigen und die russischen Flugzeuge "begleiten", bis sie sich aus dem Grenzbereich der NATO entfernen.

    Im Grenzgebiet von Polen wurde zum wiederholten Male der NATO-Luftraum verletzt, vor allem durch Raketen und Drohnen.

    Zum letzten Vorfall:

    https://www.t-online.de/nachrichten/au…ftraum-ein.html

    Diese Luftraumverletzungen sind schon auf einem etwas höheren Niveau angesiedelt. Es entstehen durchaus gefährliche Situationen - und genau dass scheint Putin zu wollen.

    Grüße

    Bert

    Tag allerseits,

    der Militäranalyst Franz-Stefan Gady hält nicht den Mangel an Artilleriemunition für die größte Herausforderung der ukrainischen Truppen im aktuellen Kampfgeschehen. In einem Interview mit tagesschau.de sagte der Analyst vom Institute for International Strategic Studies in London: "Das haben wir bei unserem letzten Besuch an der Front nicht als das Hauptproblem empfunden." Dies sei vielmehr der Personalmangel bei Kiews Truppen.

    Quelle:

    https://www.n-tv.de/politik/Milita…le24829475.html

    "Wenn die Ukraine den Krieg verliert, dann erleben wir die weltweit größte Fluchtbewegung seit den 1940er-Jahren. Dann kommen viele Millionen Menschen mehr."

    (Aussage des Migrationsforschers Gerald Knaus)

    Quelle:

    https://www.zdf.de/nachrichten/po…ssland-100.html

    Die Bundesregierung geht bei einem Zerfall der Ukraine davon aus, dass weitere rund zehn Millionen Menschen das Land verlassen werden. Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge würde in diesem Szenario nach Westeuropa aufbrechen, ein Zielland wäre Deutschland.

    Quelle:

    https://www.zdf.de/nachrichten/po…ssland-100.html


    Grüße

    Bert