Posts by Odenwälder Bub

    Hallo Michael,


    danke für die Erläuterungen.


    Jürgen : Ich wäre an den Ausführungen zum Heildienst in der Dir vorliegenden Chronik interessiert, gibt es eine Möglichkeit, dass du mir die entsprechenden Ausschnitte zukommen lassen könntest?


    Beste Grüße


    OB

    Hallo,


    es gibt durchaus aufwändig gestaltete und umfangreiche Chroniken bestimmter Arbeitsgaue, die aber nie in den Druck gegangen sind oder nur in kleinen Auflagen für ehemalige Arbeitsdienstangehörige erschienen sind. Manche liegen in Archiven,manche befinden sich in privater Hand. Mir mir ist auch in einem Fall eine ausführliche Chronik eines einzelnen Lagers bekannt.


    Beste Grüße


    OB

    Was eine universitäre Arbeit über den RAD, ob nun weiblich oder männlich, automatisch um (mindestens) eine Note herabstuft, ist die Ausklammerung von Zeitzeugen.

    Eine Bachelorarbeit ohne Zeitzeugeninterviews ist wie ein Fisch ohne Wasser.

    Hallo,


    ich habe schon lange nicht mehr einen solchen Unfug in diesem eigentlich sehr hochkarätigen Fachforum gelesen. Hier scheint der Blinde von den Farben zu sprechen. Es ist wohl v.a. eine Frage des Ansatzes, der für eine solche Arbeit gewählt wird. Ob rein historisch, oder eher sozialiwissenschaftlich. Sich der Aussagen von Zeitzeugen zu bedienen ist gerade in der Zeitgeschichtsforschung ein doch vergleichsweise! neues Phänomen. Dass einzig und allein das Auslassen solcher Aussagen, die Jahrzehnte nach den Ereignissen getätigt wurden, mehrere Notenstufen ausmachen halte ich gelinde gesagt für recht übertrieben. Es wäre mir neu, dass dies systematisch so ist!


    Natürlich können Zeitzeugenaussagen als eigene Entität in entsrpechenden Untersuchungen verwendet werden. Man sollte sich gerade einmal auch die wissenschaftliche Literatur ansehen, die sich mit Zeitzeugenaussagen als Quellen beschäftigt und welche Methodik und"Werkzeuge" zu deren Verwednung und Auswertung herangezogen werden sollten. Alleine wie sich Aussagen, die Jahrzehnte nach den Ereignissen getätigt werden, widersprechen oder im Vergleich zu früher getätigten Aussagen verändern können ist ein interessantes Thema. Es wird hier im Forum einige geben, die das bestätigen können.


    Der ganze Beitrag liest sich nach einem "Heimatforscher", der in bester Stammtischmanier den einfältigen Akademikern und Studenten nun einmal richtig erklären muss wo der Hammer hängt und wie der Hase läuft. Dass selbst ernannte Heimatforscher auch oft in aller einfältigstern bzw. oberlehrerhafter Art und Weiße sogen. Forschungsergebnisse vorstellen, wird hier leider völlig ausgeblendet.


    Mein Fazit aus mitlerweile 10 Jahren Regionalforschung besteht vor allem darin, dass es meist mehr darauf ankommt in welchem Zeitungsartikeln man wieder einmal erwähnt wird und man als"Wissenschaftler" :D und "Historiker" bezeichnet wird (obwohl beides nicht stimmt), als wirklich an der Thematik und ihrer korrekten Bearbeitung nach allen Regeln der Kunst interessiert zu sein. Auffällig ist hier die hohe Dichte pensionierter Studienräte und sonsitger Beamter. Und nein, Geschichtslehrer sind keine Historiker! Meist stilisiert man sich als großen Kenner und Interpretator der regionalen Zeitgeschichte und betont wie wichtig es doch sei, dass v.a. junge Menschen sich an so etwas beteiligten. Aber wehe es kommt einmal ein solcher Junger daher, der die maximale Unzulänglichkeit, mangelhafte Methodik und Unkenntnis dieser Herrschaften aufzeigt. Dann ist ganz schnell Schluss mit diesen Sonntagsreden und Lippenbekenntnissen. ^^


    Es wäre noch interessant zu wissen, welche Zeitzeugenaussagen der Autor des obigen Beitrages genau meint. Ich habe bisher seltenst erlebt, dass sogen. Heimatforscher in der Lage waren ordentliche Zeitzeugenaussagen von z.B. ehemaligen Arbeitsmännern aus den lokalen Barackenlagern oder ehemaligen Arbeitsmaiden aufzuzeichnen, obwohl Gelegenheit dazu bestanden hätte. Von wesentlich interessanteren Aussagen von ehemaligen Mitgliedern des Führerkorps des RAD wollen wir gar nicht erst anfangen. Genau dies haben, oh Schreck, doch tatsächlich waschechte Historiker im Rahmen ihrer Möglichkeiten teils getan!


    Um diffamierenden Spekulationen im Folgebeitrag vorzubeugen, ich bin kein Historiker! 8o


    Beste Grüße


    OB

    Hallo,


    wenn man fragen darf, wo entsteht die Bachelorarbeit? CAU Kiel? Ich selbst lebe, arbeite und forsche in Lübeck. Kenne das Lübecker Stadtarchiv gut und auch in Teilen das Landesarchiv. Hier gibt es schon Archivalien zum RAD.

    Einer meiner Schwerpunkte ist der RAD hinsichtlich bestimmter Facetten. Was genau wird gesucht? Ist überhaupt Forschungsliteratur zum RAD schon gelsen und studiert worden? Wenn nein, dann sollte man das schleunigst tun!

    Wie viel bist du bereit in die Recherche an Zeit und Aufwand zu investieren? Nur eine zusammenkopierte Schmalspurarbeit oder doch fundierte Recherche? Weibliche Jugend, weil wirklich tieferes Interesse besteht oder weil es einfach heute angesagt sich mit feministischen/antifeministischen Themen zu befassen?


    Ich frage, weil ich gerne helfe, allerdings nur, wenn die Bereitschaft vorhanden ist eine ordentliche Arbeit abzuliefern, die aus Eigenleistung besteht.


    Viele Grüße


    OB

    Hallo Thilo,


    vielen Dank, dass du das hier mit uns teilst. Die Ruine habe ich auch schon einmal erkundet. Das Wort RIMDIDIM soll sich wohl übrigens aus dem regionalen Dialekt ableiten, und bedeutet auf Hochdeutsch soviel wie "rundherum".


    Beste Grüße


    OB

    Guten Abend,


    das Projekt ist zwischen dem DHI Moskau (Träger Max Weber-Stiftung) und dem CAMO/ russischen Verteidigungsministerium nach längeren Verhandlungen verabredet worden. Ende 2012 gab der damalige Verteidigungsminister das OK. Der finanzielle Aufwand wurde damals mit 2,5 Mio.€ beziffert, der von der Max Weber-Stiftung getragen wird. Dafür wurden hochwertige Reproduktionsgeräte bereitgestellt und die Personalkosten der russischen Mitarbeiter übernommen. Pro Tag schafft man ungefähr 300 Blatt.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo Karl,


    da das Material urheberrechtlich geschützt ist, tue ich mir da etwas schwer eine Seite aus diesem Buch einzustellen.


    Natürlich habe ich nur den Idealfall beschrieben. Dass dies unter Kriegsumständen (Personalmangel, etc.) mitunter vielfach anders verlaufen ist,

    ist naheliegend.Die von Dir benannten Personengruppen wurden eingesetzt, kenne ich auch aus etlichen Schilderungen, allerdings unter

    entsprechender Aufischt und Anleitung von Luftwaffenpersonal. Manchmal zog man auch Flaksoldaten als Helfer heran.

    Dass die ortsansässgie Zivilbevölkerung mit der Bergung "beauftragt" wurde kann ich mir kaum vorstellen.

    Ich habe zum Thema Absturz schon ein paar Schriftstücke gesehen, die besagen, dass sich Zivilpersonen von abgestürzten (Feind-)Flugzeugen auf jeden Fall fernzuhalten haben. Dass es trotzdem jede Menge Schaulustige und "Andenkenjäger" an den Absturzstellen gab steht auf einem anderen Blatt.


    Zu Notlandungen: Hier kenne ich Fälle, wo notgelandete Maschinen auf dem Lande mit den entpsrechenden Transportmitteln zum nächsten Bahnhof verbracht und dort dann auf die Bahn umgeladen wurden.


    Ist in dem Dir vorliegenden Bericht mit "Flieger" wirklich ein Flugzeug gemeint oder möglicherweise doch ein "Flieger" im Sinne eines Flugzeugführers?


    Beste Grüße


    OB

    Hallo manni,


    den jewiligen Leithorsten der Luftwaffe war eine Bergekompanie zugeordnet, die ein bestimmtes Einzugsgebiet abdeckte. Diese nahm dann unter Leitung eines Ingenieurs die Bergungen vor, die jeweils in einem sogen. "Anfassbericht" dokumentiert wurden. Diese Berichte sind heute meiner Kenntnis nach wenn überhaupt nur fragmentarisch überliefert. Oft wurden sie entweder bei Kriegsende vernichtet oder aber es wurde auch der ein oder andere Aktenordner im Chaos der letzten Tage vom Personal mit nach Hause genommen. Weiter könnte ich mir vorstellen dass, sofern nach Kriegsende noch vorhanden, zumindest in der amerikanischen Besatzungszone diese Berichte in die Suchunterlagen zu eigenen vermissten Maschinen/Besatzungen eigepflegt wurden.


    Nach dem Krieg waren diese "Anfassberichte" für diejenigen, die sich etwas vom Aktenmaterial gesichert hatten unschätzbare Quellen zum Metallschrott sammeln. In einem anderem Forum hat einmal vor ein paar Jahren ein Nutzer genau so einen Fall von einem alten Herrn berichtet, der einige Jahre lang nach dem Krieg auf diese Weise einen florierenden Altemetallhandel betrieb und damit das Startkapital für ein Folgeunternehmen einfuhr. Die Akten landeten danach im Altpapier. ;)


    In Spurensuche Band 3: Zeugnisse des Luftkrieges, Flugzeugbergungen und Fliegerschicksale von Michael Balss findest du, wenn ich mich jetzt nicht ganz irre, eine Seite eines Anfassberichtes abgebildet und auch ein paar allgemeine Worte zum Thema.


    Eventuell melden sich hier auch noch azapf1972 und/oder DR40eghs zu Wort, könnte mir vorstellen, dass beide wesentlich mehr zum Thema sagen können als ich.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo MunaLisa,


    danke für die ausführlichen Erklärungen. Wieso lagern Akten dazu in München? Rückführungen aus den USA bzw. ehem. DDR werden meiner Kenntnis nach, sofern Altzusammenhänge bestehen, in Freiburg oder Berlin wieder in die entsprechenden Neusignaturen eingegliedert. So z.B. bei den Akten des SS-WVHA.


    Beste Grüße


    OB


    edit: Was ich Dir noch dringend empfehle: Durchsuche mit der genauen Bezeichnung des Werkes/Frima, etc. die sogn. B.I.O.S. C.I.O.S. bzw. F.I.A.T. reports. Hierin haben die westlichen Aliiierten alle Informationen zu wie auch immer gearteter (Hoch-) Technik zusammengefasst derer sie habhaft werden konnten. Einige kann man hier durchsuchen, allerdings nicht einsehen. Dies bedeutet, dass Dir nur die Seitenzahlen angezeigt werden wo der Begriff steht. Auch würde ich mal an der TU Darmstadt nachfragen was diese Reports angeht. Die haben da sicherlich bessere Möglichkeiten ranzukommen.

    In den Regional-Archiven auf Thüringer Seite ist so gut wie nichts zur Anlage erhalten geblieben, was mit einem zweimaligen Wechsel der Landkreiszugehörigkeit begründet wird... Auch sonst ist zu den Anlagen im Werk wenig in den staatlichen Archiven zu finden.
    Zum letzten Mal hatte vor rund 20 Jahren jemand näher zum Standort recherchiert und auch diese Erfahrungen gemacht..

    Guten Abend,


    wie genau ist bei der Suche in Staats-/Kreis-/Stadt-/ und Gemeindearchiven vorgengangen worden? Sowohl damals, als auch heute? Erfarhrungsgemäß haben Herrschaften, die vor einigen Jahrzehnten recherchierten (als es noch kein Internet gab) an Archive immer nur schriftliche Anfragen à la "Haben Sie was zu dem Werk xy im Bestand" gestellt. Man schaute in den Findbüchern nach der Nennung "Werk xy", wozu nichts konkret geschrieben stand und verneinte dann die gestellte Anfrage. Prinzipiell nicht verkehrt und auch nicht schlimm. Auf diese Weise kamen die Fragstellter dann so zu dem Schluss, dass es dazu nichts Schriftliches mehr gibt. So habe ich dies zumindest mehrfach selbst erlebt.


    Online-Findbücher, die es damals noch nicht gab helfen heute hier wesentlich exakter und ausdauernder zu suchen

    Die Erfahrung zeigt, dass beim Blick in die Akten von Ämtern/Stellen, die auf den ersten Blick thematische überhaupt nicht ins Bild passen, aus vielfäfltigsten Gründen in solche Geschichten involviert waren und sich gelgentlich ganz erstaunliches findet. So zumindest meine Erfahrung.


    Bei den Kreisverwaltungen gibt es vom Ende der 40er Jahre oft Listen von übrig gebliebener Technik/Kriegsgut/ etc., das entsorgt oder veräußert wurde. Das Gut von Firmen die staatliche/halbstaatliche Verflechtungen aufwiesen wurde teilweise auch durch Landesvermögensämter o.ä. veräußert. Hier kenne ich Fälle wo z.B. Einrichtungen ganzer Kesselhäuser an privat verkauft wurden usw.


    Was ich damit sagen will, mit etwas kreativem Denken gelingen hier oft Funde, die man niemals für möglich gehalten hat. Deswegen die Flinte nicht zu früh ins Korn werfen.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo westermann,


    erstmal vielen Dank für die Antwort. Ich habe hier einen Umstand vergessen näher zu beleuchten. Natürlich ist völlig richtig, was du zu den "frühen Lagern" 1933/34 sagst, und natürlich war dort auch die Allgm. SS eingesetzt. Die KZ-Außenlager bzw. Außenkommandos sind jedoch Phänomene, die sich ab den 1940er Jahre als großflächiges Netzwerk, mit Fortschreiten des Krieges, auszubreiten begannen. Von daher ist v.a. dieser spätere Zeitraum hinsichtlich der Allg. SS Standarten in Sachen Wachpersonal interessant. Wenn ich die mir vorliegenden Aussagen ansehe, so sind diese eher dahingehend zu interpretieren, dass die SS Männer direkt als Angehörige der Allg. SS eingesetzt waren ohne Einziehung in die Totenkopfstandarten. Belegen lässt sich dies allerdings nicht, womöglich sind dies auch Fehlinterpretationen der Informationsgeber.


    Beste Grüße


    OB