Posts by Odenwälder Bub

    Moin Justus,


    nun wird es endgültig abstrus. Was soll ich von so einer Antwort halten? Kein Entgegenkommen, kein Ausgleich? Deine Nachricht las sich doch etwas anders, als du es nun im Anschluss beteuerst.

    Der nächste Vorwurf, der nicht fehlen darf, ist dass ich aus der Anonymität des Internets heraus Agitation betreibe. Wir haben schon unter Klarnamen Nachrichten ausgetauscht. Falls du dich erinnerst...


    Und zum Schluss: Es ist überhaupt nicht meine Sache den Akademiker raushängen zu lassen oder mich über meinen Beruf zu profilieren, bzw Ego-Vergleiche anzustellen. Aber um Dir auf gleiche Art zu antworten:


    Gerne formuliere auch ich meine Gedanken nach 10 Stunden Arbeit als diensthabender Arzt auf einer interdisziplinären Intensivstation mit 18 Bettenplätzen und mehreren beatmeten Patienten. Mehrfachen schwierigen Gesprächen mit Angehörigen schwer kranker Patienten, etc.

    Ich wüsste aber nicht was mir quer sitzen sollte oder ich einen schlechten Tag gehabt haben sollte, da ich meinen Beruf liebe. Und wenn du ehrlich bist weißt du auch, dass mein Beitrag in diesem Duktus eben nicht formuliert war.


    Edit: Auch aufgrund der neuerlich angebrachten Zitate, stelle ich nochmals klar: Es geht mir nicht darum Erinnerung zu unterlassen/unterdrücken!


    Dank an jostdieter für diesen privaten Einblick. Das gibt zu denken.


    Viele Grüße


    Felix

    Moin Justus,

    dass Deine Vorwürfe sehr wohl differenzierter rüberkommen, als plumpere Versuche, mir "linksgrün versifftes Gedankengut"

    Ich habe Dir nichts vorgeworfen, sondern nur eine Beobachtung geäußert. Vor allem habe ich klarzumachen versucht, wie eben die Mechanismen wirken, die Leute zu dem Vorwurf "linksgrün versifft" kommen lassen. Und nicht, dass ich dir dies vorwerfe! Auch nicht in gehobener Sprache. Das Wort "Progressismus" taugt eben doch etwas, denn genau aus dieser Ecke, die du "links" nennst, werden diese Mechanismen etabliert. Leider! Oft in völliger Blindheit und Unkenntnis was sie bewirken! Nämlich das genaue Gegenteil des Beabsichtigten. Und das ist schade. Es führt nämlich dazu, dass Bürger, die eigentlich eine völlig neutrale Meinung zu solchen Themen haben, ins Zweifeln geraten und in eben jene Richtung kippen, gegen die man immunisieren möchte. Ich gebe zu, der aktuelle Thread passt nicht gänzlich zu meinem Einwand und er war möglicherweise an einer unglücklichen Stelle vorgebracht.


    Dass du meinen Beitrag als Vorwurf auffasst und dich diese relativ nüchtern vorgetragene Kritik/Beobachtung etwas in Rage zu versetzen scheint ("mein lieber Bub aus dem Odenwald") tut mir leid. Ich hatte dich bisher für souveräner gehalten.


    Um Deinen und Horsts insinuierten "Provokations"-Strohmann aus dem Weg zu räumen: Ich habe nicht bewusst diesen Thread für meine Kritik gewählt, schon gar nicht zur Provokation! Es fiel mir nur beim Durchlesen auf. Ebenso hätte ich einen neuen Thread aufmachen können. Zugegeben, wäre sinnvoller gewesen, hielt ich aber für zu hoch gegriffen, da es eigentlich nur ein Einwurf sein sollte, der ein wenig zum Nachdenken anregen sollte.

    In diesem Sinne entschuldige ich mich dafür hier euren Gedankenaustausch zum Gedenken unterbrochen zu haben



    Ebenso Strohmann Nummer 2:

    Quote

    Und in dieser, mein lieber Bub aus dem Odenwald, hat nun einmal die Wehrmacht gewirkt. Es wäre völlig unhistorisch, ein Forum, welches sich mit der Deutschen Wehrmacht befasst, aus dem Kontext des nationalsozialistischen Deutschlands herauszulösen.

    Wurde von mir nie bezweifelt oder angeregt. Ich habe explizit darauf verwiesen, dass auch solches Gedenken durchaus sein sollte!


    Quote

    was Dich seit "einiger Zeit" so sehr stört.

    Mich stört es nicht. Ich habe es nur beobachtet und mir scheint die Art & Weiße/ der Mechanismus TEILS kontraproduktiv. Wie bereits oben ausgeführt.


    Quote

    dann nehme ich mir hier unabhängig von meiner Moderatorenaufgabe das uneingeschränkte Recht, meine Betroffenheit und Trauer über das Geschehene zu artikulieren!

    Habe ich Dir in keiner Weiße abgesprochen!

    Wie ein Erinnern daran zu einer "Politisierung und Emotionalisieren" beitragen kann, das verstehst wohl nur Du.

    Nicht DAS erinnern. Manch eine Art & Weise des Erinnerns. Dies bezog sich nicht notwendigerweise auf das aktuelle Beispiel, sondern allgemein auf entsprechende Themen des Forums.


    Und ein Satz, der auf den Besuch der Gedenkstätte durch unser Staatsoberhaupt aufmerksam macht, ist ganz sicher kein politischer Beitrag, sondern ein Fakt.

    Dies war auch nicht die Aussage, sondern: Dass das Thema eine durchaus politische Dimension hat, zeigt der Besuch des Staatsoberhauptes. Ich wüsste sonst nicht in welches Feld ich ein Staatsoberhaupt einsortieren sollte, außer in das Politische. Noch dazu, da dieses Amt von einem ehemaligen Berufspolitiker versehen wird.


    Grundsätzlich würde ich darum bitten von Versuchen abzusehen mich in eine bestimmte Ecke zu rücken. Wenn nicht geäußert, so liest man es doch zwischen den Zeilen mit. Ich habe mich durchaus bemüht durch relative Sachlichkeit genau diesen Eindruck zu vermeiden. Und ich denke ich bin hier auch schon einige Zeit dabei, in der ich gezeigt habe, dass mir fragwürdige Positionen fern liegen.


    Summa summarum, vielleicht nicht all zu emotionalisiert gleich an die Tastatur setzen. Wenngleich ich das nachvollziehen kann. Mir ging es früher ähnlich. Es wendet meist jedoch nichts zum Besseren. Nichts für ungut!


    Herzliche Grüße


    OB

    Hallo Justus,


    ich muss hier mal was loswerden, was ich seit einiger Zeit beobachte. Deine Moderationsarbeit und auch deine Ansätze zu einer, man mag es Gedenkpraxis nennen, in Ehren. Das kann/soll/darf hier von mir aus gerne stattfinden. Meinem Eindruck nach trägt dies jedoch nicht unbeträchtlich zur Emotionalisierung und Politisierung des Forums bei. Genau dies wird ja richtigerweise bei eindeutigen Tendenzen in bestimmte extreme Richtung hier nicht gewünscht. Dem entgegen sehe ich aber seit einiger Zeit auch eine Tendenz in eine andere Richtung. Nämlich in eine, die ein gewisses oberlehrerhaft-progressistisches "Geschmäckle" an sich hat, mit der Tendenz jegliche Beschäftigung mit dem Thema Wehrmacht mit dem Themenkomplex Verbrechen-Schuld-Sühne zu verquicken. Dieser Themenkomplex an sich ist weder zu leugnen, noch falsch, noch verwerflich zu diskutieren. Wie gesagt, das soll gerne stattfinden!

    Diese Verquickung fördert aber eben genau das Gegenteil von dem was man damit eigentlich erreichen möchte. Manchen Zeitgenossen liefert eben genau dies die "Munition" um von einem "Schuldkult" und sonstigen Begrifflichkeiten zu sprechen.


    Ich habe bisher den besonderen Wert dieses Forums darin gesehen, dass hier abseits von bierseeliger Militaria-Glorifizierung auf einem teilweise durchaus gehobenen Niveau über militärische Historiographie und deren Themen, insbesondere die Wehrmacht betreffend, diskutiert werden konnte. Nüchtern, sachlich und vor allem in BEIDE Richtungen unpolitisch. Insofern würde ich auch einem meiner "Vorschreiben" widersprechen. Für genau letztgenannte Themen ist dieses Forum da und eher weniger für Themen, die sich von der Politik nicht trennscharf abscheiden lassen. Dein Beispiel mit dem Bundespräsidenten illustriert, dass es politische Themen sind.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo,


    hierzu einige Überlegungen: Bei Beginn der Tätigkeit in der genannten Einheit war Ammerbacher ca. 30 Jahre alt. Eingedenk des Jahrgangs und bei "lückenlosem" Lebenslauf, zu diesem Zeitpunkt ein Arzt, der sicherlich schon einige Jahre klinisch/praktisch/institutionell tätig war.

    Ich würde mir als Erstes die Dissertationsschrift beschaffen. Hier findet sich am Ende der Schrift immer ein Lebenslauf, der Auskunft darüber gibt, wo Studium und Promotion stattfanden und falls die Arbeiten für die Dissertation nach Approbation erfolgt sind/bis dato angedauert haben ist hier auch vermerkt, wo der Verfasser zwischenzeitlich als Assistent tätig war. Bei z.B. Unikliniken finden sich vor Ort in den entsprechenden Archiven noch Personalakten und hier ggf. dann auch Abkommandierungen zu den Einheiten bzw. weitere Standortveränderungen. All zu Spezifisches würde ich hier allerdings nicht erwarten!


    Wenn es grundsätzlich darum geht die Person als Arzt "nachzuweisen", dann sei noch auf das jeweils in jährlichem Turnus erschienene Werk "Deutscher Ärztekalender" verwiesen.

    Falls es sich um Ärzte mit Praxis/Kassenzulassung oder Anwärter darauf handelt finden sich diese auch im Reichsärzteregister (RAR).


    Beste Grüße


    OB

    Die Quelllage für die NS-Zeit ist in den (wie gesagt teilweise gesperrten Dokumenten) staatlichen Einrichtungen heute schon h e r v o r r a g e n d bis ü b e r r a g e n d

    Hallo,


    diese Aussagen sind doch etwas erklärungsbedürftig: Zunächst würde mich interessieren, welche Dokumente zur NS-Zeit in nennenswerter Zahl (in der Bundesrepublik Deutschland, aber auch in Österreich) bis heute gesperrt sein sollen? Insbesondere in den Bundesarchiven! Natürlich kann dies vorkommen, v.a. bei personenbezogenen Daten. Wie meine Erfahrungen aus z.B. deutschen Landes- & Staatsarchiven zeigen ist jedoch mit einem Antrag auf Verkürzung der Schutzfristen ohne weiteres Einsichtnahme möglich.

    Wie ist weiterhin die Aussage zu verstehen, die Quellenlage sei überragend? Gemessen am Ausgangszustand ist die Quellenlage zu manch interessantem Thema leider oft enttäuschend. Ist hier möglicherweise eher der Erschließungszustand gemeint?


    Man muss sich diese abermillionen Doks vorstellen, die in den Kellern und auf den Dachböden schlummern, aber die Ressourcen sind nicht einmal da, diese zu katalaogisieren...geschweige denn aufzuarbeiten

    Auch wieder im Bezug auf die BRD: Der Erschließungszustand in den Bundesarchiven ist insgesamt recht ordentlich. Seit es Online-Findmittel gibt ist auch die Suche wesentlich "niederschwelliger" geworden. Dass heute noch, bei gutem Wissen hinsichtlich konservatorischer Notwendigkeiten & Bedingungen, Archivalien in Kellern oder auf Dachböden gelagert werden wäre mir neu. Nicht auszuschließen, dass das in Hintertupfingen so ist, aber insgesamt???

    Die explizite historische Aufarbeitung von Archivalien fällt übrigens nicht in den Aufgabenbereich von staatlichen Archiven!


    Mit bestem Gruße


    OB

    Gen.Mil.Hospital Geesthacht. ... Einmarsch der Amerikaner ...

    Hallo,


    sowohl der Ort, der Zeitpunkt, als auch die Bezeichnung lassen darauf schließen, dass dein Großvater in einem Wehrmachtslazarett verstorben ist, das unter BRITISCHER Besatzungsverwaltung stand und nahtlos weitergeführt wurde. Zu expliziten Personalunteralgen aus Lazaretten ist die Quellenlage eher schwierig, generelle Informationen zu Lazaretten unter Besatzung finden sich manchmal in den größeren Zusammenhängen in Landes- oder Bundesarchiven.

    Generell solltest du vielleicht erstmal den bekannten Weg zur WASt gehen um einige Personalinformationen zu erhalten.


    Grundsätzlich hatten sich Reservelazarette (falls es denn eines war wo dein Großvater verstorben ist) um die Beerdigung der dort Verstorbenen zu kümmern. Hinsichtlich der Meldung an die Standesämter gab es zumindest vor/bis 1945 unterschiedliche Handlungspraxen. Nach Mai 1945 könnte dies natürlich durchaus so gewesen sein.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo Uwe,


    um mal etwas Ordnung in die Sache zu bringen. Hochfequenzforschung gab es auch vor dem "Fund" des sogen. Rotterdam-Gerätes. Der am Anfang genannte Schritt war eine reine wissenschaftspolitische Zentralisierungmaßnahme um für den Krieg verwendbare Ergebnisse zu forcieren. Dies lässt sich generell für Gebieten der Wissenschaften im Zusammenhang mit der NS-Wissenschaftspolitik feststellen. Kai Handel spricht von "Hochfrequenzforschung in der militärischen Krise".1


    Was ich vergessen hatte: Die Forschungsberichte der Reichstelle finden sich wohl auch im Archiv des Fraunhofer Institutes in der Akte Freiburg.Siehe hierzu auch das Werk von Meinel & Voswinckel: Medizin, Naturwissenschaft, Technik und Nationalsozialismus: Kontinuitäten und Diskontinuitäten


    Weiterhin: Unter Garantie wurde der dich interessierende Standort durch die sogen. Field Information Agency, Technical (FIAT) der Alliierten untersucht und es existieren bestimmt Berichte.


    1 Kai Handel, Die Arbeitsgemeinschaft Rotterdamm und die Entwicklung von Halbleiterelektroden. Hochfrequenzforschung in der militärischen Krise, in: Helmut Meier (Hrsg.), Rüstungsforschung im Nationalsozialismus. Organisation, Mobilisierung und Entgrenzung der Technikwissenschaften, Göttingen: Wallstein 2002, S. 250-270.


    Grüße OB

    Hallo Uwe,


    ich weiss nicht in wie weit Dir die Arbeiten von Fritz Trenkle zum Thema bekannt sind. Ggf. prüfen, welche Quellen dieser verwendet hat, sofern angegeben.

    Hier eine Litertaturliste aus dem Wikipedia-Artikel:


    • Bordfunk-Geräte der deutschen Luftwaffe 1939–1945, Ausschuss für Funkortung, Düsseldorf 1959.
    • Deutsche Ortungs- u[nd] Navigationsanlagen, Dt. Ges. f. Ortung u. Navigation e. V., Sonderbücherei d. Ortung u. Navigation, Düsseldorf 1966.
    • Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1979, 1. Aufl.
    • Die deutschen Funk-Navigations- und Funk-Führungsverfahren bis 1945, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1979, 1. Aufl.
    • Die deutschen Funkpeil- und -Horch-Verfahren bis 1945, AEG-Telefunken, Anlagentechnik, Geschäftsbereich Hochfrequenztechnik, Ulm 1981.
    • Die deutschen Funkstörverfahren bis 1945, AEG-Telefunken, Anlagentechnik, Geschäftsbereich Hochfrequenztechnik, Ulm 1981.
    • Die deutschen Funkpeil- und -Horch-Verfahren bis 1945, AEG-Telefunken-Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main 1982.
    • Die deutschen Funkstörverfahren bis 1945, AEG-Telefunken-Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main 1982.
    • Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945, Hüthig, Heidelberg 1986.
    • Bordfunkgeräte – vom Funkensender zum Bordradar, Bernard und Graefe, Koblenz 1986.
    • Die deutschen Funkführungsverfahren bis 1945, Hüthig, Heidelberg 1987.
    • Die deutschen Funklenkverfahren bis 1945, Hüthig, Heidelberg 1987, 2. Auflage.
    • Einführung in Luftdatensysteme, Thomas, Fürstenfeldbruck 1999, 1. Auflage.


    Zu überprüfen wäre auch in wieweit es Verbindungen zu den KWIs gab, dort fand auch Hochfrequenzforschung statt. Hierfür wäre das Archiv der MPG (Max-Planck-Gesellschaft) sicherlich ein guter Ansprechpartner


    Beste Grüße


    OB

    Hallo,


    ich muss mich doch über die Ausführungen in diesem Thread hier sehr wundern.


    1. In einem Archiv verstauben also Bilder und werden nicht entsprechend den geltenden Richtlinien und Standards archiviert, wie z.B. in den Bundesarchiven? Habe ich bisher nie erlebt. Und seit wann haben in z.B. Landes- & Bundesarchiven nur "Erlauchte" Zugang? In den Bundesarchiven z.B. kann jeder Bürger Einsicht nehmen ,der in der Lage ist sein Anliegen zu formulieren und Willens ist mit Findmitteln umzugehen oder sich dabei helfen zu lassen.


    2. Weshalb sollte sich niemand mehr für die Forschungsgemeinschaft "Deutsches Ahnenerbe" interessieren? Es gibt dazu einiges an Fachliteratur, angefangen bei dem Standardwerk von Michael Kater, über Detailstudien von Julien Reitzenstein, bis hin zu mehreren eher populärwissenschaftlich gehaltenen Büchern über Schäfers Tibet-Expedition.


    Das angesprochene Konvolut könnte z.B. als Nachlass von Herrn/Frau XY an das Bundesarchiv abgegeben werden und dann, wenn in der Findmittel-Datenbank entsprechend erschlossen, aufgefunden und für Forschungen neue Perspektiven bieten, wenn es zum Forschungsgegenstand passt.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo,


    also sollte es sich wirklich um ein Archiv solchen Umfanges handeln, wäre das Bundesarchiv Berlin sicherlich ein gute Adresse, da hier die noch existierende Schriftgutüberlieferung der Forschungsgemeinschaft "Deutsches Ahnenerbe" verwahrt werden und der angesprochene Nachlass dann auch dort der Forschung zugänglich gemacht werden könnte.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo,


    diese Tafeln wurden "Kopftafel" oder auch "Bettafel" genannt.


    Bei den angesprochenen Nummern handelt es sich um die sogenannten Krankheitsnummern. Diese sind ähnlich dem heutigen ICD-10-Code, jedoch in der Aufschlüsselung sicherlich nicht so feingliedrig wie dieser. Die Nummern wurden während des Krieges z.B. auch im Zentralarchiv für Wehrmedizin für bestimmte statistische Erhebungen verwendet. Auch nach Kriegsende war die Kenntnis dieser Klassifikation in Versorgungsfragen wichtig.


    Das im rechten unteren Feld stehende "B" ist kein Hinweis auf die Blutgruppe, sondern gibt an, dass dieser Patient "Bettruhe" hat. Ein "A" bedeutete, dass "Aufsteherlaubnis" bestand. Eine nur teilweise "Aufsteherlaubnis" war mit der Uhrzeit anzugeben.


    Das linke untere Feld, hier bin ich aber nicht sicher, beinhaltete Angaben über die Kost, die der Patient zu sich nehmen durfte. In diesem Falle "S" für

    Schonkost? Würde zu der angegebenen Bauchverletzung passen.


    Das Vermerken des Glaubensbekenntnisses auf der Tafel wurde im Laufe des Krieges untersagt.


    Unter der eigentlichen Tafel findet sich ein mit Quadraten unterteiltes Papier auf welches Vitalparameter, wie Blutrdruck, Temperaturverlauf usw. notiert werden konnten.



    Beste Grüße


    OB

    Hallo,


    um hier mal etwas Ordnung ins Thema zu bringen:


    Vorweg, der RAD und die Medizin sind ein interessantes Thema, womit ich mich seit einigen Jahren intensiv beschäftige und das auch in eine größere Publikation münden wird. Vieles was in den letzten Beiträgen geschrieben wurde ist richtig. Ich versuche hier nochmal etwas Ordnung reinzubringen.


    Grundsätzliches zur medizinischen Versorgung von RAD-Angehörigen: Am 28.05.1936 wurde zwischen dem Reichsarbeitsdienst und der kassenärztlichen Vereinigung ein Vertrag geschlossen. Hierin war die ärztliche Versorgung durch entsprechende Vertragsärzte geregelt. Deren Aufgaben waren in diesem Vertrag genau festgelegt. Die Vertragsärzte waren meist Praktizierende, die an der zivilen Grundversorgung teilnahmen und entsprechend auch für z.B. medizinische Probleme bei Arbeitsdienstpflichtigen zuständig waren. Meist in relativer Ortsnähe zu den Lagern. In den Lagern selbst gab es den sogen. Heilgehilfen, der eine Art Sanitäter war.


    Es gab in den einzelnen Arbeitsgauen Gauarbeitsärzte, die vor allem koordinatorische und weltanschauliche Funktionen inne hatten.

    Die Ärzte hatten teils weitreichende Kompetenzen in Fragen der sogen. "Erbgesundheit" und konnten hier über Fragen entscheiden, die sonst nur von den sogen. Erbgesundheitsgerichten entschieden wurden.

    Sieht man sich heute Publikationen in medizinischen Periodika der damaligen Zeit an, staunt man, wie oft es Beiträge zu medizinischen Fragen im Arbeitdienst gibt. Diese beginnen schon in Zeiten des FAD, z.B. mit Lagerhygiene, hier war v.a. die Tuberkulose ein großes Thema und es geht bis zu Dingen wie z.B. das Thema "Sauna". Eine Einrichtung worüber einige RAD-Lager verfügten.


    Zu den Heilstuben: Hier gibt es unterschiedliche Begrifflichkeiten, die mit den verschiedenen Größen dieser Einrichtungen zusammenhängen, so z.B. Heilstube, Gruppenheilstube, Großheilstube, Gauheilstube. Der Vergleich mit den Krankenrevieren kommt ganz gut hin. Man muss dazu sagen, dass es zu diesem Thema jedoch an wirklich Quellenbelegen im archivalischen Sinne wirklich nur sehr sehr wenig gibt.


    Einige Krankenhäuser hatten Verträge mit dem RAD (RAD-Vertragskrankenhäuser), hier konnten Personen eingewiesen werden. Wie man sich die interne Organisation vorzustellen hat, kann nur gemutmaßt werden. Ich denke es verhält sich jedoch ähnlich wie mit zivilen Krankenhäusern zu Beginn des Krieges, die teils abgetrennte Teile hatten, in denen verwundete Soldaten behandelt wurden, ohne dass ein ziviles Krankenhaus gleich zum vollständigen Lazarett wurde.


    RAD-Lazarette gab es auch, dies v.a. im Zusammenhang mit der Beteiligung des RAD am Kriegsgeschehen als Bautruppe. Sowohl auf dem Reichsgebiet, als auch z.B. in Frankreich.


    Obwohl v.a. der RADwJ von einigen Historikern als "die am konsequentesten rückwärts gewandte Organisation des NS-Staates" bezeichnet wird, war dies eine der wenigen Organisationen in der es auch für Frauen möglich war, Medizin (und Jura) zu studieren um Ärztin im Arbeitsdienst zu werden. Man warb sogar regelrecht darum. Manche der Ärztinnen im RADwj waren interessanterweise teils Frauen, die ursprünglich aus der Homöopathie und Naturheilkunde kamen.


    Es erscheint insgesamt so, dass man versuchte sich eine eigene Art "Ärztekader" innerhalb des RAD aufzubauen. Sowohl in männlicher, als auch in weiblicher Hinsicht.


    Das Thema Ärzte und RAD wurde bisher in der zeitgeschichtlichen Forschung kaum beachtet, dabei scheinen diese nicht unmaßgeblich gewesen zu sein. So nahmen beispielsweise Ärzte des RAD an den Tagungen der beratenden Ärzte der Wehrmacht teil. Wie es scheint sogar als einzige Angehörige einer Organisation, die nicht direkt Waffengattung der Wehrmacht war.


    Über medizinische Probleme, Forschungen und medizinische Studien, die es im RAD gab, reicht hier der Platz nicht um zu berichten....


    Ein analog interessantes Thema ist auch die gesundheitliche Versorgung der OT-Angehörigen. Hier gab es auch einen kleinen medizinischen "Staat im Staate"


    Beste Grüße


    OB

    der Kompromiss liegt darin das Unterbringung an der Zeit hängt.

    Hallo,


    das Lesen des Folgesatzes des von Dir angeführten Zitates, hätte wiederum das Zitieren meiner Ausführungen in Deinem Beitrag überflüssig gemacht. Möglicherweise mag dein Kommentar dazu aber auch eine anerkennende Bekräftigung des Ausgeführten sein. Falls nicht, verstehe ich den Sinn dieses Zitats bzw. des Kommentars nicht. Es war ja bereits gesagt worden.


    Beste Grüße

    Hallo,


    um zu den sich entgegenstehen Positionen einen gewissen Kompromiss zu schaffen: Die Unterbringungsformen einzelner Arbeitsdienst- bzw. RAD- Abteilungen haben vor allem eine starke zeitliche Komponente. Die Selbstzeugnisse von Arbeitsdienstführern, oft in Form von Chroniken, benennen vor allem für die "Phase der Vereinheitlichung" bis zur Schaffung des Reichsarbeitsidenstgesetzes, die Nutzung bereits vorhandener Gebäudebestände als Unterkünfte. Hierzu gehörten wie richtig genannt ehemalige Fabrikgebäude und herrschaftliche Anwesen, ebenso sind jedoch auch z.B. alte Mühlen oder sogar zeitweise Lager mit Großzelten nachweisbar. Aus meinen Forschungen ist mir auch die zeitweise Nutzung eines Lehrerseminars bekannt.

    Richtig bleibt aber, dass es im RAD eine ziemlich große "Normierungswut" gab, die sich nicht nur in der Standardisierung einzelner Baracken der sogen. "Holzhauslager" ausdrückte, sondern in fast allem Gegenständlichem das im RAD Verwendung fand. Eine Durchsicht der Verordnungsblätter des RAD illustriert dies sehr anschaulich.


    Beste Grüße

    OB


    PS: Siehe zur zeitlichen Abhängigkeit z.B: Faatz. Das Holzhauslager im Arbeitsgau XXV.

    Hallo Karl,


    das Thema war, wie ja auch durch den Gebrauch der Datenbank pubmed angeregt und aufgezeigt durchaus auch ein Thema nach dem 2. Weltkrieg, z.B. in medizinischen Publikationen: Anbei der Bericht über die klinischen Erfahrungen eines Arztes im Medical Newsletter der US-NAVY (von 1957), der Infusionen mit Kokosnuss-Wasser an 157 Patienten vornahm. Die Verwendung fand hier in Ermangelung anderer steriler Infusionslösungen statt. Der Kollege hier nennt es pyrogen-free solutions, also Lösungen, welche frei von Pyrogenen (Fieber verursachende Molekülverbindungen) sind. Letztere sind z.B. Bestandteile der Hüllen von Bakterien. Sterilität wurde ausweislich des Beitrages durch Autoklavieren des Wassers hergestellt.

    Es scheint auch eine Anwendung im Vietnam-Krieg stattgefunden zu haben.


    Klick


    Beste Grüße


    OB