Posts by Odenwälder Bub

    Hauptorganisator sei der spätere Bundeswehr-Heeresinspekteur Albert Schnez gewesen.


    in der Jetztzeit würde man Schnez ein nicht rechtsstaatliches Verhalten unterstellen und ihn wahrscheinlich als rechtslastig bezeichnen wegen

    seiner Aktivitäten i.S. Untergrundarmee. Damals ging man großzügig zur Tagesordnung über und beförderte Schneez bis zum 3-Sterne-General.

    Hallo,


    nun um diese wieder einmal sehr simplistischen Aussagen etwas mit Substanz zu unterfüttern. Jeder der in diesen Handlungen zumindest staatsferne bzw. -blindheit zu erkennen glaubt, beschäftige sich einmal mit dem Phänomen GLADIO und dessen Vorläufern. Sofern dies quellenmäßig überhaupt noch möglich ist. Dies relativiert zumindest die Denke, dass der Aufbau solcher Organisationen völlig staats- bzw. dienstfern, hauptsächlich durch irgendwelche ewiggestrigen Wirrköpfe geschehen ist. Dies soll der Beitrag ja wieder einmal insinuieren. Sowohl amerikanische, als auch deutsche Dienste waren beim Aufbau solcher

    "Schattenarmeen" feste mit dabei. Inwieweit die Politik hier Bescheid wusste ist schon schwieriger zu bewerten, aber sicherlich gab es auch hier Wissen zum Thema.

    Dass dies natürlich schwierig mit dem, was der einfache Mann auf der Straße unter Rechtsstaat versteht zu vereinen ist, ist denke ich redundant. Eingedenk der Bewertungen der damaligen politischen Lagen, aus damaliger Sicht, jedoch sicherlich etwas weniger relevant, als man dies heute einschätzen mag. Jeder der in Kategorien seriöser Geschichtsschreibung denkt, weiss, dass Betrachtungen der "Jetztzeit" nicht notwendigerweise immer hilfreich sind bzw. den Kern der Sache erfassen.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo Andre,


    als ganz grundsätzliche Quelle wäre hier das dreibändige Werk des ehemaligen Generalstabsoffiziers Burkhard Müller-Hillebrand zu nennen:


    Das Heer 1933 - 1945. Entwicklung des organisatorischen Aufbaues.


    Es ist sicherlich eines der grundlegendsten, aus profunder und kenntnisreicher Feder geschaffene Werk zum Thema. In der Nachkriegszeit entstanden, wurde es auch von Franz Halder, dem ehemaligen Generalstabschef des Heeres gelobt. Müller-Hillebrand war später Offizier bei der Bundeswehr.

    Das Werk hat keinen wissenschaftlichen Quellenapparat, da vieles aus dem Gedächtnis, mit privaten Unterlagen oder durch Hinweise anderer ehemaliger hochrangiger Offiziere des Generalstabes des Heeres erstellt wurde. Es wird auch heute noch als Quelle in der amtlichen deutschen Geschichtsschreibung zum Zweiten Weltkrieg des ehemaligen MGFA (heute ZMSBW) zitiert. Ob nun ausgerechnet das, was du suchst en detail dargestellt ist, habe ich gerade nicht im Kopf, aber wer sich für Heeresorganisation interessiert kommt an diesem Werk nicht vorbei.


    Beste Grüße


    OB


    irgendeine Möglichkeit, die Spur zum Lazarett in Prora genauer zu verfolgen?

    Hallo Sebastian,


    theoretisch gesehen ja, unter Umständen schon, wenn sich der Zeitraum des Aufenthalts dort näher eingrenzen ließe und auch ungefähr bekannt wäre welche Verletzung vorlag. Praktisch gesehen muss man einschränkend hinzufügen, dass es auch mit Personalunterlagen zu Lazaretten von vor dem Kriegsende 1945 eher düster aussieht. Noch dazu aus der ehemaligen SBZ.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo Silvio,


    wäre natürlich alles denkbar. Infektiöse Nephritiden bzw. Pyelonephritiden gibt es natürlich, allerdings auch einen ganzen "Strauß" weiterer Ätiologien. Gerade bei der "Kriegsnephritis" wurde seit dem ersten Weltkrieg ein anderer Pathomechanismus diskutiert, da diese hinsichtlich der klinischen Symptomatik wesentlich schwerwiegender ausfiel, als die allgemein bekannte Nephritis. Ebenfalls haben scheinbar auch Pathologen darauf hingewiesen, dass hier der histo-pathologische Befund ein anderer war als sonst. Zwischen den Kriegen geriet diese Diskussion wohl etwas aus dem Fokus und wurde dann, als der Krieg im Osten geführt wurde wieder aktuell.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo Daniel,


    interessante Ausführungen von Dir. Ganz weit hinten in meinem Gedächtnis klingelt bei dem Namen Kuhbuckel etwas. Waren in diese Großbatterie zufällig auch Abteilungen Richtung Viernheimer Wald/Heide einbezogen? Ich meine vor Jahren dazu mal Akten in einem Archiv gelesen zu haben.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo Silvio,


    nun, es gab die Sanitätsflugbereitschaften der Luftwaffe, die Patienten ausflogen.Unabhängig vom Rang. Auch 1943 waren Nephritiden (=Nierenentzündungen), insbesondere die sogen. "Kriegsnephritis" ein durchaus bedeutsames internistisches Problem in der Wehrmacht bzw. ihres Sanitätswesens. Dies weißen auch Lehrbücher über die medizinischen Kriegserfahrungen der damaligen Zeit aus. Vorwiegend zwar eher an Kriegsschauplätzen wo die Witterung kühl und nass war, aber nicht auszuschließen, dass auch an anderen Kriegsschauplätzen so etwas vorkam.

    Ausfliegen in ein Reserve-Lazarett der "Heimat" (Radom war ja eher besetztes Gebiet im sogen. Generalgournement) ist durchaus denkbar,

    da die fachärztliche Versorgung einerseits besser gesichert war und andererseits die Rekonvaleszenz andauern konnte. Beides mögliche Gründe für ein Ausfliegen. Im Übrigen gab es auch sogen. "Sonderlazarette für Nephritiskranke", so z.B. im Wehrkreis XVII.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo,


    auch ich kann das bisher Geschriebene nur unterstreichen. Die Publikationen sind von sehr unterschiedlicher Qualität, sowohl im positiven, wie auch negativen Sinne.

    Aus eigener Kenntnis weiß ich jedoch, dass es bei diesem Verlag die ein oder andere Perle gibt, teils Arbeiten von Leuten, die an Universitäten das historiographische Handwerk erlernt haben und deren Publikationen von hoher Qualität sind. Leider sind manche Themen zu ausgefallen, als dass sich Publikumsverlage oder andere geschichtswissenschaftliche Fachverlage dafür interessieren würden. Daher landet man gar nicht so selten bei VDM Heinz Nickel. Ein Verlag, wo es meiner Kenntnis nach einmal ursprünglich v.a. um Publikationen zum militärischen/technischen Modellbau ging und wohl auch noch geht.

    Übrigens sind auch ein paar dieser Leute, die diese Publikationen gemacht haben hier im Forum vertreten. Sie lesen mit oder äußern sich auch gelegentlich zu Themen.


    Beste Grüße


    OB

    vielen Dank für diese umfangreiche Aufstellung, die hilfreich für die Erforschung dieser letzten RAD-Division ist.

    Diese Inf.Div. z.b.V. 4 (RAD) ist (im Gegensatz zu den RAD-Divisionen 1-3) noch relativ schlecht erforscht u es gibt zahlreiche Unklarheiten, was aber bei diesen

    Hallo Ingo,


    könntest du einen kurzen Überblick geben, was zu den einzelnen Division mittlerweile an Forschungsliteratur greifbar und zu empfehlen ist? Mir ist nur bekannt, dass ein Buch zur Division "Friedrich Ludwig Jahn" gibt und dass dieses antiquarisch relativ hochpreisig gehandelt wird.


    Beste Grüße


    OB

    Der RAD hätte sein ganzes medizinisches Fachpersonal anstellen müssen ( = Angestellte des Reiches)

    Hallo,


    weshalb? Der RAD hatte eigene Ärzte, man konnte sogar als Frau über den RAD Medizin & Jura studieren. Weiterhin gab es DRK-Schwestern sowohl im mobilen Sanitätsdienst der Wehrmacht als auch und erst recht in den Lazaretten, seien es nun Kriegs- oder Reservelazarette. Weshalb hätte man da als RAD, der als Teil der Wehrmacht eigesetzt wurde, kein Personal aus diesem "Pool" erhalten sollen? Ebenso hätte man sich sicherlich Arbeitsmaiden im Kriegshilfsdienst des RAD als Schwestern heranziehen können.

    Ich habe ein Fotoalbum bei dem man Konstantin Hierl sieht, wie er mit seinem Stab eines dieser RAD-Lazarette besucht.


    Die OT hatte im Übrigen auch eigene Krankenhäuser und ich meine, auch Lazarette!?


    Beste Grüße


    OB

    Alle hatten auch öffentlich gegen die Verbrechen des NS-Regimes Stellung bezogen. Sie werden heute die vier Märtyrer genannt.

    Hallo,


    allen vier Geistlichen wird heute mit einer Gedenkstätte am Lübecker Rathaus gedacht (rechter Hand des Eingangs zum Ratskeller). Der Medizinhistoriker Peter Voswinckel hat vor einigen Jahren einen sehr lesenswerten Band zu allen 4 Ermordeten erarbeitet (Geführte Wege. Die Lübecker Märtyrer in Wort und Bild.)


    Viele Grüße


    OB

    Hallo Jörg,

    Seidler halte ich für hochproblematisch, weil er tendenziell eher rechts ist und keine akzeptable Position hat. Er polemisiert in seinem Buch und es ist darüber hinaus unwissenschaftlich, da er keine Quellen offenlegt, aus denen er seine Meinungen zieht.

    Hallo,


    wie bei allem im Leben tut hier Differenzierung gut. Seidlers spätere/späte Werke und Positionen sind sicherlich sehr fragwürdig, ebenso die Verlage in denen er sie veröffentlich hat. Aber auch und keine guten Beispiele um das Gesamtwerk zu charakterisieren.

    In früheren Jahren hat er sich durchaus ernstzunehmend mit Themenkomplexen befasst, so zum Beispiel seine Arbeit zu Prostitution, Homosexualität und Selbstverstümmelungen in der Wehrmacht, sowie Frauen in der Wehrmacht. Die Arbeiten hierzu finden sich auch immer wieder als Literaturangaben in der etablierten Forschung zur Beschreibung des Forschungsstandes, etc. Es fällt vor allem auf, dass Seidler sich mit dieser Thematik schon befasst hat, als es hierzu noch kein allzu breites Interesse gab. Man griff seine Werke dann teils wieder auf, als man sich einige Jahre später strukturierter mit diesen Themen zu befassen begann. Wenn es also die etablierte Forschung schafft Seidlers Werke in den entsprechenden Gesamtkontext einzuordnen, so denke ich, dass auch wir das hier schaffen können.

    Im Übrigen war das ehemalige MGFA, in dessen Forschungen Seidler teils auch involviert war, sicherlich kein Hort von rechtsextremen Revisionisten. Das verdeutlicht zum Beispiel die Person eines Wilhelm Deist wunderbar.

    Man bedenke bitte auch, dass der von Horst erwähnte, notwendige kritische Abstand zum NS, sprich dessen Reflexions- & Historisierungsprozess, etwas ist, was über Jahrzehnte erst wachsen musste und auch gewachsen ist, sodass Arbeiten aus den 1970er Jahren sicherlich noch einen anderen Charakter haben können, als heutige Arbeiten zum Thema. Dieser Charakter von damals muss jedoch nicht unbedingt rechtsextrem sein.


    Die Quellenarbeit arrivierterer im etablierten Wissenschaftsbetrieb tätiger Zeitgenossen lässt übrigens des Öfteren auch schwer zu wünschen übrig.


    Beste Grüße

    OB

    Moin Justus,


    nun wird es endgültig abstrus. Was soll ich von so einer Antwort halten? Kein Entgegenkommen, kein Ausgleich? Deine Nachricht las sich doch etwas anders, als du es nun im Anschluss beteuerst.

    Der nächste Vorwurf, der nicht fehlen darf, ist dass ich aus der Anonymität des Internets heraus Agitation betreibe. Wir haben schon unter Klarnamen Nachrichten ausgetauscht. Falls du dich erinnerst...


    Und zum Schluss: Es ist überhaupt nicht meine Sache den Akademiker raushängen zu lassen oder mich über meinen Beruf zu profilieren, bzw Ego-Vergleiche anzustellen. Aber um Dir auf gleiche Art zu antworten:


    Gerne formuliere auch ich meine Gedanken nach 10 Stunden Arbeit als diensthabender Arzt auf einer interdisziplinären Intensivstation mit 18 Bettenplätzen und mehreren beatmeten Patienten. Mehrfachen schwierigen Gesprächen mit Angehörigen schwer kranker Patienten, etc.

    Ich wüsste aber nicht was mir quer sitzen sollte oder ich einen schlechten Tag gehabt haben sollte, da ich meinen Beruf liebe. Und wenn du ehrlich bist weißt du auch, dass mein Beitrag in diesem Duktus eben nicht formuliert war.


    Edit: Auch aufgrund der neuerlich angebrachten Zitate, stelle ich nochmals klar: Es geht mir nicht darum Erinnerung zu unterlassen/unterdrücken!


    Dank an jostdieter für diesen privaten Einblick. Das gibt zu denken.


    Viele Grüße


    Felix

    Moin Justus,

    dass Deine Vorwürfe sehr wohl differenzierter rüberkommen, als plumpere Versuche, mir "linksgrün versifftes Gedankengut"

    Ich habe Dir nichts vorgeworfen, sondern nur eine Beobachtung geäußert. Vor allem habe ich klarzumachen versucht, wie eben die Mechanismen wirken, die Leute zu dem Vorwurf "linksgrün versifft" kommen lassen. Und nicht, dass ich dir dies vorwerfe! Auch nicht in gehobener Sprache. Das Wort "Progressismus" taugt eben doch etwas, denn genau aus dieser Ecke, die du "links" nennst, werden diese Mechanismen etabliert. Leider! Oft in völliger Blindheit und Unkenntnis was sie bewirken! Nämlich das genaue Gegenteil des Beabsichtigten. Und das ist schade. Es führt nämlich dazu, dass Bürger, die eigentlich eine völlig neutrale Meinung zu solchen Themen haben, ins Zweifeln geraten und in eben jene Richtung kippen, gegen die man immunisieren möchte. Ich gebe zu, der aktuelle Thread passt nicht gänzlich zu meinem Einwand und er war möglicherweise an einer unglücklichen Stelle vorgebracht.


    Dass du meinen Beitrag als Vorwurf auffasst und dich diese relativ nüchtern vorgetragene Kritik/Beobachtung etwas in Rage zu versetzen scheint ("mein lieber Bub aus dem Odenwald") tut mir leid. Ich hatte dich bisher für souveräner gehalten.


    Um Deinen und Horsts insinuierten "Provokations"-Strohmann aus dem Weg zu räumen: Ich habe nicht bewusst diesen Thread für meine Kritik gewählt, schon gar nicht zur Provokation! Es fiel mir nur beim Durchlesen auf. Ebenso hätte ich einen neuen Thread aufmachen können. Zugegeben, wäre sinnvoller gewesen, hielt ich aber für zu hoch gegriffen, da es eigentlich nur ein Einwurf sein sollte, der ein wenig zum Nachdenken anregen sollte.

    In diesem Sinne entschuldige ich mich dafür hier euren Gedankenaustausch zum Gedenken unterbrochen zu haben



    Ebenso Strohmann Nummer 2:

    Quote

    Und in dieser, mein lieber Bub aus dem Odenwald, hat nun einmal die Wehrmacht gewirkt. Es wäre völlig unhistorisch, ein Forum, welches sich mit der Deutschen Wehrmacht befasst, aus dem Kontext des nationalsozialistischen Deutschlands herauszulösen.

    Wurde von mir nie bezweifelt oder angeregt. Ich habe explizit darauf verwiesen, dass auch solches Gedenken durchaus sein sollte!


    Quote

    was Dich seit "einiger Zeit" so sehr stört.

    Mich stört es nicht. Ich habe es nur beobachtet und mir scheint die Art & Weiße/ der Mechanismus TEILS kontraproduktiv. Wie bereits oben ausgeführt.


    Quote

    dann nehme ich mir hier unabhängig von meiner Moderatorenaufgabe das uneingeschränkte Recht, meine Betroffenheit und Trauer über das Geschehene zu artikulieren!

    Habe ich Dir in keiner Weiße abgesprochen!

    Wie ein Erinnern daran zu einer "Politisierung und Emotionalisieren" beitragen kann, das verstehst wohl nur Du.

    Nicht DAS erinnern. Manch eine Art & Weise des Erinnerns. Dies bezog sich nicht notwendigerweise auf das aktuelle Beispiel, sondern allgemein auf entsprechende Themen des Forums.


    Und ein Satz, der auf den Besuch der Gedenkstätte durch unser Staatsoberhaupt aufmerksam macht, ist ganz sicher kein politischer Beitrag, sondern ein Fakt.

    Dies war auch nicht die Aussage, sondern: Dass das Thema eine durchaus politische Dimension hat, zeigt der Besuch des Staatsoberhauptes. Ich wüsste sonst nicht in welches Feld ich ein Staatsoberhaupt einsortieren sollte, außer in das Politische. Noch dazu, da dieses Amt von einem ehemaligen Berufspolitiker versehen wird.


    Grundsätzlich würde ich darum bitten von Versuchen abzusehen mich in eine bestimmte Ecke zu rücken. Wenn nicht geäußert, so liest man es doch zwischen den Zeilen mit. Ich habe mich durchaus bemüht durch relative Sachlichkeit genau diesen Eindruck zu vermeiden. Und ich denke ich bin hier auch schon einige Zeit dabei, in der ich gezeigt habe, dass mir fragwürdige Positionen fern liegen.


    Summa summarum, vielleicht nicht all zu emotionalisiert gleich an die Tastatur setzen. Wenngleich ich das nachvollziehen kann. Mir ging es früher ähnlich. Es wendet meist jedoch nichts zum Besseren. Nichts für ungut!


    Herzliche Grüße


    OB

    Hallo Justus,


    ich muss hier mal was loswerden, was ich seit einiger Zeit beobachte. Deine Moderationsarbeit und auch deine Ansätze zu einer, man mag es Gedenkpraxis nennen, in Ehren. Das kann/soll/darf hier von mir aus gerne stattfinden. Meinem Eindruck nach trägt dies jedoch nicht unbeträchtlich zur Emotionalisierung und Politisierung des Forums bei. Genau dies wird ja richtigerweise bei eindeutigen Tendenzen in bestimmte extreme Richtung hier nicht gewünscht. Dem entgegen sehe ich aber seit einiger Zeit auch eine Tendenz in eine andere Richtung. Nämlich in eine, die ein gewisses oberlehrerhaft-progressistisches "Geschmäckle" an sich hat, mit der Tendenz jegliche Beschäftigung mit dem Thema Wehrmacht mit dem Themenkomplex Verbrechen-Schuld-Sühne zu verquicken. Dieser Themenkomplex an sich ist weder zu leugnen, noch falsch, noch verwerflich zu diskutieren. Wie gesagt, das soll gerne stattfinden!

    Diese Verquickung fördert aber eben genau das Gegenteil von dem was man damit eigentlich erreichen möchte. Manchen Zeitgenossen liefert eben genau dies die "Munition" um von einem "Schuldkult" und sonstigen Begrifflichkeiten zu sprechen.


    Ich habe bisher den besonderen Wert dieses Forums darin gesehen, dass hier abseits von bierseeliger Militaria-Glorifizierung auf einem teilweise durchaus gehobenen Niveau über militärische Historiographie und deren Themen, insbesondere die Wehrmacht betreffend, diskutiert werden konnte. Nüchtern, sachlich und vor allem in BEIDE Richtungen unpolitisch. Insofern würde ich auch einem meiner "Vorschreiben" widersprechen. Für genau letztgenannte Themen ist dieses Forum da und eher weniger für Themen, die sich von der Politik nicht trennscharf abscheiden lassen. Dein Beispiel mit dem Bundespräsidenten illustriert, dass es politische Themen sind.


    Beste Grüße


    OB

    Hallo,


    hierzu einige Überlegungen: Bei Beginn der Tätigkeit in der genannten Einheit war Ammerbacher ca. 30 Jahre alt. Eingedenk des Jahrgangs und bei "lückenlosem" Lebenslauf, zu diesem Zeitpunkt ein Arzt, der sicherlich schon einige Jahre klinisch/praktisch/institutionell tätig war.

    Ich würde mir als Erstes die Dissertationsschrift beschaffen. Hier findet sich am Ende der Schrift immer ein Lebenslauf, der Auskunft darüber gibt, wo Studium und Promotion stattfanden und falls die Arbeiten für die Dissertation nach Approbation erfolgt sind/bis dato angedauert haben ist hier auch vermerkt, wo der Verfasser zwischenzeitlich als Assistent tätig war. Bei z.B. Unikliniken finden sich vor Ort in den entsprechenden Archiven noch Personalakten und hier ggf. dann auch Abkommandierungen zu den Einheiten bzw. weitere Standortveränderungen. All zu Spezifisches würde ich hier allerdings nicht erwarten!


    Wenn es grundsätzlich darum geht die Person als Arzt "nachzuweisen", dann sei noch auf das jeweils in jährlichem Turnus erschienene Werk "Deutscher Ärztekalender" verwiesen.

    Falls es sich um Ärzte mit Praxis/Kassenzulassung oder Anwärter darauf handelt finden sich diese auch im Reichsärzteregister (RAR).


    Beste Grüße


    OB

    Die Quelllage für die NS-Zeit ist in den (wie gesagt teilweise gesperrten Dokumenten) staatlichen Einrichtungen heute schon h e r v o r r a g e n d bis ü b e r r a g e n d

    Hallo,


    diese Aussagen sind doch etwas erklärungsbedürftig: Zunächst würde mich interessieren, welche Dokumente zur NS-Zeit in nennenswerter Zahl (in der Bundesrepublik Deutschland, aber auch in Österreich) bis heute gesperrt sein sollen? Insbesondere in den Bundesarchiven! Natürlich kann dies vorkommen, v.a. bei personenbezogenen Daten. Wie meine Erfahrungen aus z.B. deutschen Landes- & Staatsarchiven zeigen ist jedoch mit einem Antrag auf Verkürzung der Schutzfristen ohne weiteres Einsichtnahme möglich.

    Wie ist weiterhin die Aussage zu verstehen, die Quellenlage sei überragend? Gemessen am Ausgangszustand ist die Quellenlage zu manch interessantem Thema leider oft enttäuschend. Ist hier möglicherweise eher der Erschließungszustand gemeint?


    Man muss sich diese abermillionen Doks vorstellen, die in den Kellern und auf den Dachböden schlummern, aber die Ressourcen sind nicht einmal da, diese zu katalaogisieren...geschweige denn aufzuarbeiten

    Auch wieder im Bezug auf die BRD: Der Erschließungszustand in den Bundesarchiven ist insgesamt recht ordentlich. Seit es Online-Findmittel gibt ist auch die Suche wesentlich "niederschwelliger" geworden. Dass heute noch, bei gutem Wissen hinsichtlich konservatorischer Notwendigkeiten & Bedingungen, Archivalien in Kellern oder auf Dachböden gelagert werden wäre mir neu. Nicht auszuschließen, dass das in Hintertupfingen so ist, aber insgesamt???

    Die explizite historische Aufarbeitung von Archivalien fällt übrigens nicht in den Aufgabenbereich von staatlichen Archiven!


    Mit bestem Gruße


    OB

    Gen.Mil.Hospital Geesthacht. ... Einmarsch der Amerikaner ...

    Hallo,


    sowohl der Ort, der Zeitpunkt, als auch die Bezeichnung lassen darauf schließen, dass dein Großvater in einem Wehrmachtslazarett verstorben ist, das unter BRITISCHER Besatzungsverwaltung stand und nahtlos weitergeführt wurde. Zu expliziten Personalunteralgen aus Lazaretten ist die Quellenlage eher schwierig, generelle Informationen zu Lazaretten unter Besatzung finden sich manchmal in den größeren Zusammenhängen in Landes- oder Bundesarchiven.

    Generell solltest du vielleicht erstmal den bekannten Weg zur WASt gehen um einige Personalinformationen zu erhalten.


    Grundsätzlich hatten sich Reservelazarette (falls es denn eines war wo dein Großvater verstorben ist) um die Beerdigung der dort Verstorbenen zu kümmern. Hinsichtlich der Meldung an die Standesämter gab es zumindest vor/bis 1945 unterschiedliche Handlungspraxen. Nach Mai 1945 könnte dies natürlich durchaus so gewesen sein.


    Beste Grüße


    OB