Posts by Karl Grohmann

    Hallo,


    ich vermute, dass das Grabkreuz durch zivile (Dienst- ) Stellen errichtet wurde. Es entspricht nicht der Wehrmachtsnorm. Auch ist der Todestag das Datum des Kriegsendes. Möglicherweise haben diese die Einheit nicht genau feststellen können oder gewusst bzw. etwas verwechselt.


    Gruß Karl

    Hallo,


    die abweichenden Beiträge fand ich sehr interessant.


    Bei der Wehrmacht gab es schon den fortschrittlichen "Deutschuß" mit der Pistole!


    "H.Dv. 240 S.66, Ziffer 147:


    Wenn der Schütze nach Ansicht des Schießlehrers das überlegt Zielen und das Abkrümmen beherrscht und die Zielschußübung der II. Schießklasse geschossen hat, wird er im Deuten ausgebildet. Der Mann deutet auf den Haltepunkt und krümmt ohne genaues Zielen rasch ab......."


    Ziff.148: " Ob der Schütze beim Gebrauch der Pistole gezieltes Feuer abgibt oder nur deutet, hängt von der Zeit ab, die zur Abgabe des Schusses zur Verfügung steht.

    Meist wird nur Deuten in Frage kommen".


    Gruß Karl

    Hallo,

    hallo Thilo


    Erst mit der wachsenden Bedrohung durch den Terrorismus kamen neue Schießtechniken, vornehmlich aus den USA, Mittel- und Südamerika nach Europa.


    Grüße

    Da wäre unter anderem Siegfried F. Hübner ( +) zu nennen, der in Deutschland den "Internationalen Polizei-Combat-Parcours" bekannt machte und damit in Zusammenarbeit mit Polizeischießausbildern aus Deutschland und Frankreich auch dazu beitrug, die Schießübungen der Praxis anzupassen. Er hat 1975 dazu eine Broschüre im Journal Verlag Schwend GmbH, Schwäbisch Hall,

    herausgebracht. Das waren so die Anfänge. Es kam Bewegung in die bislang starren Übungen, denn diese wurden dynamischer und damit anspruchsvoller, aber auch interessanter, forderten aber von der Aufsicht ein hohes Maß an das Erkennen von Gefahrensituationen, im Behalten des Überblicks und Ablauf der Schießübungen in den verschiedensten Positionen und Entfernungen. So z. B. auch hinter, neben und vor Deckungen, den verschiedensten Anschlagarten, Schnellschussübungen usw..

    Neben der mehr praxisorientierten Ausbildung wurden auch die Waffen und deren Trageweise, Munition und die Zielscheiben dem Schießtraining, bis hin zum Schießkino verbessert und verfeinert. Das oberste Ziel muss aber die Deeskalation der Gefahrensituation und nur im äußersten Notfall der Schusswaffengebrauch sein.


    Gruß Karl

    Hallo,


    erwähnenswert erscheint mir noch die Tatsache, dass bei Schießübungen, nicht Schul-Gefechtsschießen, sondern bei Schulschießübungen Patronen für die jeweilige Schießübung nachgegeben werden konnten.


    Beispiel:

    Schießübungen für die Pistole II. Schießklasse:

    Zielschußübung

    25 m

    stehend freihändig

    Figurenscheibt Patronenzahl: 5

    3 Treffer in der Figur

    Es wird nach jedem Schuß angezeigt. 2 Patronen dürfen nachgegeben werden.


    Die selbe Übung gab es in der I. Schießklasse ( In der Regel im 2. Ausbildungsjahr möglich).

    Dort werden aber 4 Treffer verlangt.


    Noch nicht erwähnt habe ich, dass für die Unteroffiziere als Auszeichnung neben der Schützenschnur in den verschiedenen Klassen, die es auch für Mannschaften gab, jährlich ein Ehrenpreisschießen mit oder gesondert mit Offizieren statt fand. Offiziere erhielten keine Schützenschnur.

    Sollte ein Schütze im Folgejahr wieder den Ehrenpreis erschossen haben, so erhielt er nur eine Urkunde und der zweitbeste Schütze den Ehrenpreis.

    Darüber erfolgte kein Eintrag im Schießbuch, nur in der Kladde.


    Gruß Karl

    Hallo Ralf,


    Ich gebe den Dank gerne zurück für Deine Beiträge, die ich gerne und mit Interesse lese, sobald meine Themenbereiche berührt sind.


    Hallo,


    interessanterweise gab es damals auch schon sog. Zugscheiben, also Zielscheiben mit Darstellungen von MG Nestern oder Schützen, die von dem sog. "Scheibenzugmann" in der "Anzeigerdeckung" ( Meist ein Betongraben mit Einrichtungen zur Scheibenhalterung, die hin und her, auf und ab gezogen werden konnten. Wie "laufender Keiler")

    Die eingeteilten Soldaten in der "Anzeigerdeckung" ( Ein Uffz. und 3 Soldaten damit die Auszählung und das Bedienen der Mechanik der Scheiben schneller ging) hatten ihre Plätze einzunehmen. Nach Betreten der "Anzeigerdeckung" und vor Beginn des Schießens wurde diese aus Sicherheitsgründen verschlossen. Meist war in der "Anzeigerdeckung" ein fest eingebautes Feldtelefon, das mit dem eingeteilten "Telefonisten" am Schützenstand verbunden war. Dieser musste dann das Trefferergebnis der "Aufsicht beim Schützen" ( Ein Unteroffizier) und dem "Schreiber" der "Schießkladde" ( der oft in einem zum Schießstand per Mannschaft verbrachten Schreiberhäuschen / ähnlich einer Sänfte, saß) lauthals übermitteln. War kein Feldtelefon vorhanden, wurde das Schießergebnis durch festgelegte Zeichen übermittelt. Der Schreiber musste auch das Schießbuch des Schützen ausfüllen und dafür sorgen, daß der "Leitende" (sofern nicht an einen Unteroffizier delegiert) später durch seine Unterschrift die Treffer bestätigte.

    Der Schütze musste das "Abkommen" ( seines Schusses/Vermutete Trefferlage) übermitteln, das in die "Schießkladde" eingetragen wurde. Der tatsächliche, dann angezeigte Treffer, wurde eine Zeile darunter eingetragen. ( Das diente dazu, evtl. Zielfehler zu ermitteln).

    Übrigens war es nicht so, dass jeder Soldat irgendwie herum stehen konnte, sondern die Schützen waren einzelne "Treffen" oder Gruppen eingeteilt, die dann entweder ruhen oder in der Nähe des Schützen in " Rührt Euch" auf ihre Einteilung zum Schießen warteten. Unmittelbar neben dem Schützen durfte sich kein Soldat aufhalten.

    Der "Patronenausgeber" hatte vor dem Schießen dem jeweiligen Schützen die vorgegebene Patronenzahl auszuhändigen, unverbrauchte Munition waren ebenso wie "Versager" ( Blindgänger) zurückzunehmen. Es durfte keine Patrone verloren gehen.

    Natürlich lief das alles exerziermäßig ab. Dazu gehörten Belehrungen, Verwarnungen des Funktionspersonals ( Schreiber, Patronenausgeber, Zeigerdeckung). Ablösungen waren in der Kladde mit Unterschrift der Aufsicht zu vermerken. In Zweifelsfällen wurde mit der Trefferscheibe verglichen. Nach Beendigung des Schießens wurde die Zahl der erfüllten Bedingungen, der Patronenverbrauch, Versager, Vorkommnisse etc. in die Kladde eingetragen und mit Unterschrift bestätigt.

    Wie ich an anderer Stelle bereits geschrieben habe, mussten die sog. "Schlummschütze" zur Strafe die Munitionskisten und das Schreiberhäuschen, falls nicht fest installiert, in die Kaserne zurück tragen. Dabei wurde singend marschiert und die Bevölkerung wusste sofort wer nichts getroffen hatte. ( Das habe ich auch noch erlebt)

    Offiziere und Unteroffiziere konnten zusätzlich jährlich 1 x an einem Preisschießen teilnehmen.

    Obige Ausführungen beziehen sich auf das Scharfschießen mit K 98k auf einem Schießstand. ( Pistolenschießen verlief ähnlich, jedoch wegen der Gefährdung durch den kurzen Lauf noch kontrollierter.


    Gruß Karl


    Anmerkung:

    Ich habe in den späteren Jahren mit Amerikanern auf Schießständen zu deren Bedingungen geschossen. Da lagen Welten dazwischen. Ob dadurch das Schießergebnis schlechter war, vermag ich nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall war es angenehmer..........

    Hallo Bernhard,

    bei einer Gefechtsübung der 3./Landesschützen Batl. 245

    starb am 12.11.1943

    im Alter von 33 Jahren der Gefreite Heinrich Prues

    auf dem Stützpunkt Mickiewicze 456 im "Gebiet Baranowitsche Ostland".

    Das ist sicher kein Einzelfall gewesen.

    Wenn man bedenkt, dass im scharfen Schuß in Schützenkette auf Lücke geschossen wurde und dabei mit dem sMG und ggf. auch noch mit le. Granatwerfer überschossen wurde, war das Gefechtsschießen eine risikoreiche Angelegenheit.

    So wird z. B. in der H.Dv. 240 neben den weitreichenden Sicherheitsbestimmungen auch darauf hingewiesen, dass der Rasen gemäht oder nieder sein sollte, um die Ablenkung von Geschossen zu verhindern.

    Ich selbst habe in den 60er Jahren am Gefechtsschießen im scharfen Schuß mit K98k in Schützenkette auf Klappscheiben und Luftballone teilgenommen. Ich erinnere mich noch, dass ich mich öfter nach meinem rechten und linken Nebenmann umgesehen habe, um sicher zu gehen, dass die "bei der Sache" sind. ( 2 x 5 Patronen auf 2 Ladestreifen wurden jeweils verschossen)

    Das MG befand sich am li. Flügel.

    Nebenbei, das MG kann wirkungsvoller flankierend eingesetzt werden.


    Wenn man nun bedenkt, dass bei der Wehrmacht auch Gefechtsschießen im Stellungsgelände mit Schützengräben usw. durchgeführt wurden, so war das zwar sehr realistisch, aber sich auch sehr gefährlich.


    Gruß Karl

    Hallo,


    schön, dass inzwischen sachliche Beiträge, die auch gute Informationen zum Thema beinhalteten, eingestellt wurden. Im Anhang habe ich nun die Gliederung des Schul - und Schulgefechtsschießens eingestellt. Diese habe ich der H. Dv. 240 von 1937 entnommen.

    Dort steht auf S. 87unter Ziffer

    C." Schul - Gefechtsschießen

    I. Gliederung und Teilnahme

    Allgemeines

    239. Man unterscheidet


    Schulgefechtsschießen

    und Gefechtsschießen.


    Während die Schulgefechtsschießen einen Übergang zu den Gefechtsschießen bilden, sind die Gefechtsschießen Gefechtsübungen mit scharfer Munition.

    Schulgefechtsschießen und Gefechtsschießen sollen das beim Schulschießen und das bei der Gefechtsausbildung Erlernte verbinden."


    Munition:

    S. 140

    1. Übung: MG 08/15 5 Schuß Einzelfeuer, - 5 Schuß können nachgegeben werden -Entfernung 25m, Anschlag liegend,


    2. Übung:

    Dauerfeuer 5 Schuß ( ansonsten wie vorstehend), Magazin mit 3 Patronen gefüllt.


    3. Übung:

    5 Schuß Dauerfeuer, Magazin mit 5 Patronen gefüllt


    4. Fliegerabwehrübung:

    3 Schuß Einzelfeuer


    5. Übung:

    1 Feurstoß von 8 Schuß


    6. Übung:

    15 Schuß Feuerstöße


    7. Übung:

    5 Schuß Dauerfeuer


    Als Gesamtverbrauch eines Schulschießens werden auf S. 159 187 von 350 vorhandenen Patronen angegeben.

    Also insgesamt ein sehr sparsamer Umgang mit Munition. Außerdem wird erwähnt, dass man nicht unbedingt immer scharfe Munition einsetzen solle.


    Gruß Karl


    P.S. Schießbedingungen gekürzt auf das Wesentliche

    Hallo,


    wer möchte kann unter " "Shooting Range Wehrmacht" *, neben anderen Fotos, ein paar Bilder zur Schießausbildung in der Wehrmacht anschauen.

    Es sind ein paar unterschiedliche Anschläge und Schießstände zu betrachten. Dies gehörte aber zur Ausbildung vor dem Schulgefechtsschießen.


    Gruß Karl


    * Link konnte ich nicht kopieren.

    Hallo liebe Kordula,


    das Video finde ich gut...bis auf den hinwegschwebenden Engel (nicht mein Geschmack). Die folgenden Videos bzw. Ausschnitte finde ich immer noch super.


    Besten Dank,


    Gruß Karl

    Hallo Chris,


    diese Vorschriften sind im Vorwort zum Merkblatt zur H. Dv. 130/2bvom 13.Oktober 1939 erwähnt. Da diese Waffen mit zum Feuerkampf der Schützenkompanie gehören, deshalb habe ich sie der Vollständigkeit halber erwähnt.

    Darin heißt es in

    "2. Dieses Merkblatt enthält nur Bestimmungen die von denen der H.Dv. 103, usw.


    Im "Feuerkampf der Schützenkompanie "Ausgabe 139/40 ist die H.Dv. 104 und 103 im Vorwort erwähnt.


    Insofern gehe ich davon aus, dass Passagen davon in dem Merkblatt Eingang gefunden haben, ohne dass es explizit um den bzw. die Granatwerfer ging.


    Gruß Karl

    Hallo Stefan,


    die H. Dv 240 "Schießvorschrift" möchte ich nicht behandeln, da dies eine recht formale Angelegenheit ist. D. h., es waren alle Abläufe ( auch aus Sicherheitsgründen) genau festgelegt. Insofern gibt es dazu eigentlich nichts oder nicht viel zu kommentieren, da kein Spielraum in den Abläufen bleibt. Deswegen habe ich innerhalb der Schießausbildung das Gefechtsschulschießen und den Feuerkampf der Schützen gewählt. Dabei habe ich schon die H.Dv. 130/1 und die 130/2a von 1937 nur kurz einfließen lassen, da diese durch die H. Dv. 130 2/b von 1939 - zumindest teilweise -überholt waren.


    Gab es bei den Schießdisziplinen ein statisches System (d.h. einzelne Disziplinen die unabhängig von einander absolviert werden konnten) oder ein "progressives" System (d.h. erst bei Erfüllen eines gewissen Maßes an treffgenauigkeit konnte erst die nächste Disziplin absolviert werden)?


    Es gab sowohl ein statisches System, wie Du es bezeichnest, aber auch ein progressives System. Letzteres sehe ich darin, dass es verschiedene Schießklassen gab. Das bedeutet, je treffsicherer ein Schütze war, desto mehr stieg er in der jeweiligen Schießklasse auf.

    Es konnten auch Patronen nachgegeben werden, um dem Schützen mit sog. "Nachschüssen" die Übung zu erreichen.

    Hier müsste dann auch noch das System der Verleihung der Schützenschnüre erwähnt werden. Außerdem konnte man sich Sonderurlaub durch ein gutes Trefferergebnis " erschießen" .Es konnten auch gute Schützen und besonders ausgewählte Soldaten vor dem Krieg zu sog. "Wanderpatrouillen" ausgewählt werden, die dann sehenswerte Städte im DR aufsuchten aber in Kasernen übernachteten.

    Will man den gesamten Ablauf der Schießausbildung abhandeln, so ist dies ein sehr komplexes Thema, das in Teilbereichen sicher hier im Forum schon behandelt worden ist.


    >Vor Beginn der Schießausbildung steht das Waffenexerzieren.

    > dem folgt parallel die Waffenkunde, die die Voraussetzung dafür bot, dass der Schütze seine Waffe praktisch und technisch völlig beherrschte.

    > Dann galt es die verschiedenen Munitionsarten und ihre Wirkung theoretisch zu kennen.

    > Dem folgte die Schießlehre ( oder parallel) von dem Vorgang in der Waffe beim Schuß, über die Flugbahn bis hin zum Zielen und den Zielfehlern.

    > Dann folgten die Anschlagarten praktisch, parallel das Entfernungsschätzen und Geländekunde, Ziel erkennen, Zielansprache.

    > Dann erst das Schulschießen des Einzelschützen mit Berichtigung der Zielfehler ( Auch ein formaler Ablauf) mit Eintrag ins Schießbuch des Schützen und die Schießkladde ( Meistens Verbleib beim Waffen - und Gerätewart) - Übung erfüllt oder nicht erfüllt. Der Nichterfüller durfte dann die Patronenkästen tragen und ggf. Liegstützen etc. machen.

    > Der Flugzielbeschuss, i

    > Den Abschluß bildete dann das Schulgefechtsschießen.

    ( Erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)


    Kommt noch ein Teil zu den einzelnen Schießdisziplinen, sofern diese im Rahmen der Schießausbildung geschossen wurden? Ggf. mit Unterteilung in die einzelnen Waffentypen Pistole, Karabiner, MPi, lMG, sMG?

    Jede Waffenausbildung erfolgte gesondert. Der Soldat sollte Gewehr/Karabiner, Pistole, Handgranate und l MG beherrschen, Später dann Das Stg./MPi. . Die Ausbildung als ausschließlicher MG und sMG Schütze erfolgte gesondert.

    Alle weiteren Ausbildungen waren in der Ausbildung zum Schützen nicht vorgesehen. Schon die Ausbildung zum Gefreiten war gesondert geregelt.

    Zum Ende Deines letzten Kommentars erwähnst Du Klappscheiben, die während des Schulgefechtsschießens verwendet wurden.

    Wurden hiermit "dynamische" Gefechtssituationen nachgebildet, d.h. durch Hochklappen der Zielscheiben das Simulieren eines auftauchenden Feindes?

    Klappscheiben dienten als Ziel und konnten entweder feststehend, nur kurz auftauchend oder fallend nach Treffer verwendet werden, also mit oder ohne Zugleine. Soweit mir bekannt erfolgte die Verwendung der Klappscheiben nur beim Schulgefechtsschießen.


    Fand ein solches System auch bei der Ausbildung des einzelnen Schützen Anwendung?

    Es konnten aber einzelne Zieldarstellungen mittels Scheiben und Latten (z. B. liegende und zielende Soldaten) zur Schießausbildung im Gelände aufgestellt werden.


    Wenn ich hier den alten Spruch: " Das Gewehr ist die Braut des Soldaten!" anfüge, dann kann man sich vorstellen, dass der Soldat bis in Letzte mit seiner Waffe vertraut sein musste/sollte.

    Der Kriegsverlauf verlangte dann eine Verkürzung und Vereinfachung der Ausbildung.


    Quellen:

    "Der Reibert: Dienstunterricht im Heere"

    H.Dv en: 103, 104, 130/1, 130/2a, Merkblatt 130/2b zur H.Dv 130,

    "Der Feuerkampf"


    Die H. Dv. 240 von 1937 "Schießvorschrift Gewehr....." gibt es derzeit im Netz um 15.- Euro.


    Gruß Karl

    Hallo,


    Fortsetzung

    Zuvor erscheint ein Rückblick über die Entwicklung ( später Entfaltung) der geöffneten Ordnung für den Feuerkampf zweckmäßig um zu verstehen, warum sich die Vorschriften durch das Merkblatt130 2/b vom 1937 zur H. Dv. 130 von 1939 im Hinblick auf die Kampfweise und die Führung des Feuerkampfes geändert hat:

    Vor dem I. WK wurde in der Schützenkompanie nur mit Gewehren geschossen. Damit jeder schießen konnte mussten die Schützen frühzeitig

    "schwärmen". D.h., sie bildeten eine Schützenlinie. Im I. WK zeigte sich, dass dieses breite Form im feindl. Feuer unpraktisch ( unzweckmäßig, taktisch unklug) war .

    Man bildete nunmehr die Schützenreihe, also Mann hinter Mann mit Abständen. Da auch dies unzweckmäßig war, bildete man einen zwanglosen und tiefen Haufen hinter dem Führer, das Schützenrudel. Eine Teilung in Trupps und andere Form war nun aber möglich.

    Eine Trennung MG und Schützentrupp war vorgesehen.

    Nun brauchte aber der Schützentrupp für den Feuerkampf eine breite, wenn auch nicht geradlinig ausgerichtete Schützenline.

    War die Stellung z. B. an einem Flussufer, so musste man die Feuerkette, ein Schütze liegt neben dem anderen Schützen am Ufer, wählen.

    Diese Entwicklung vom Reichsheer, durch die Reichswehr wurde nach Kriegserfahrungen im Polenfeldzug durch das Merkblatt für die Wehrmacht abgelöst.


    Es galten also bei dem Feuerkampf der Wehrmacht die angeführten und meines Erachtens sehr fortschrittlichen Formen der geöffneten Ordnung und der Entfaltung des Merkblattes, die möglichst vor dem Feuerkampf einzunehmen waren.



    "Der Feuerkampf der Schützenkompanie"

    Teil C. zu H.Dv,130 2/b "Merkblatt für Gliederung und Kampfweise der Schützenkompanie zu 12 Gruppen" vom 13. Oktober 1939.


    "Der Feuerkampf wird im Rahmen der Gruppe ( üblicherweise1/9) und NICHT des Trupps ( beliebige Anzahl von Soldaten innerhalb der Gruppe) geführt.

    Der Gruppenführer setzt bei Feuereröffnung zuerst das lMG ein. Er leitet das Feuer seiner Gruppe" ( Soweit vom Zug- oder Kompanieführer nichts anderes befohlen und BEACHTE: Falls einzelne gegnerische Schüsse fallen und kein Feuerüberfall, wird nur auf seinen Befehl das Feuer eröffnet, nicht selbständig!)

    "In manchen Fällen ist an Stelle des lMG der Einsatz eines guten Gewehrschützen vorzuziehen. Bei guter Wirkungsmöglichkeit, ggf. auch bei unzureichender Deckung, werden die Gewehrschützen schon frühzeitig am Gewehrfeuer teilnehmen. Spätestens wenn der Angreifen sich zum Einbruch ( Angriff) gliedert, ist die Masse der Gewehrschützen in vorderer Linie einzusetzen und das Feuer mit ihnen zu eröffnen.

    Die Teile der Gruppe, die sich am Feuerkampf nicht beteiligen, werden in Deckung zurückgehalten. Wenn es das Gelände erfordert , setzen sie sich ab. Der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe darf dabei nicht verloren gehen. ( Reserve)

    Die Feuereröffnung behält sich der Gruppenführer in der Regel vor. (Siehe vorstehende Zeichnungen). Bei der Breite und Tiefe ( Der Soldat darf eine geeignete Feuerstellung mit Deckung einnehmen, ohne den Zusammenhalt der Gruppe zu verlieren und ohne eine Gefährdung von Kameraden). Bei einer entwickelten Gruppe ist unter Einwirkung des feindl. Feuers eine Feuerleitung der gesamten Gruppe nur ausnahmsweise möglich. ( Im II. WK wurden in bestimmten Lagen sogar durch vereinbarte Pfeifzeichen Befehle übermittelt).


    Die Gewehrschützen führen daher im Rahmen der Gruppe den Feuerkampf meist selbständig, es sei denn, dass der Gruppenführer das Feuer seiner Gewehrschützen auf ein Ziel zusammenfasst.


    Beispiel für Feuereröffnung von lMG und Gewehrschützen nacheinander: (Zielansprache)


    lMG: Geradeaus, Schornstein!-

    Rechts davon im Acker Schützen!

    Visier 400!

    Stellung! Feuer frei!"


    ( Hier ist die Vorschrift - das erlaube ich mir - nicht präzise. Der Befehl; Feuer frei wurde beim MG besonders, aber auch an die Schützen fast immer - um Munition zu sparen mit Vorgaben gegeben: Feuerstöße ( üblicherweise je zwischen 3 und 5 Schuß) oder jeweils Feuerstöße auf Schützen; Dauerführer nur in Ausnahmefällen, ebenso wurde die Schußzahl/Patronen der Einzelschützen meist begrenzt)


    "Beispiele für die Feuereröffnung der ganzen Gruppe:


    1. Halbrechts im Waldrand Schützen!

    Ganze Gruppe: Visier 450!

    MG 100 Schuß! ( Hier präzisiert, wobei dies MG Schützen nur als Anhalt diente)

    Stellung! Feuer frei!.


    2. Ganze Gruppe! Stellung! Marsch Marsch! ( Gruppe musste also erst in Stellung gehen)

    Feuer frei!"


    Nach dem Feuerkampf sind die Waffen zu überprüfen und entsprechend Befehl zu handhaben.

    Soviel zum Feuerkampf der Gruppe, die ggf. im größeren Verband eingesetzt war wobei der Gruppenführer dann die Befehle des jeweiligen Vorgesetzten an seine Gruppe umsetzte und befahl.


    Dass es im Krieg oft andere Umstände gab ist wohl jedem klar und diese brauchen nicht gesondert erwähnt zu werden.



    Zu Abrundung noch ein Blick zu Gefechtsschulschießen.


    Dort wurden all diese Gegebenheiten von der geöffneten Ordnung bis zur Entfaltung durchgespielt. Ich möchte hier nicht von exerziert sprechen, da gerade dies Ordnungsformen den Schützen dazu erziehen sollten sich freies Schußfeld bei möglichst guter Deckung zu suchen, ohne Kameraden zu gefährden, den Zusammenhalt der Gruppe zu verlieren und Feuerdisziplin zu wahren. Dabei sollte er noch die die richtige Entfernung zum Ziel einschätze können ( Konnte von der Schießaufsicht abgefragt werden (Sprachrohr).

    Das MG war meist flankierend, überwiegend am li. Flügle, eingesetzt. Im Gefecht selbst je nach Lage und Deckung.

    Die Ziele waren durch Klappscheiben mit Abbildungen, Einzelschütze, MG Schütze, Schützengruppe, eher selten.


    (Nach dem Krieg habe ich mehrfach an einem Schulgefechtschießen auf dem Truppenübungsplatz Münsingen mit flankierendem MG im scharfen Schuß teilgenommen.)


    Gruß Karl


    Für Korrekturen und Kommentare bin ich aufgeschlossen!

    Lieber Onkel Horst,


    auch ich höre neben den Stones gerne und oft klassische Musik. Leider, so wie ich es heute sehe, habe ich in jungen Jahren das Klavierspiel nach zwei Jahren aufgegeben, auch weil mein Vater als ehemaliger Leiter eines Militärmusikkorps der Reichswehr und später der Wehrmacht (mit insgesamt 18 Jahren Militärdienst) ein sehr strenger Lehrer war.


    Grüße von Karl

    Hallo,


    Fortsetzung:


    " Entfaltung des Schützenzuges"


    Um den Feuerkampf führen zu können muss sich der Schützenzug entfalten, damit, falls erforderlich - alle Schützen, einschließlich lMG gleichzeitig das Feuer eröffnen können, ohne sich gegenseitig zu gefährden und dem Gegner ein zusammenhängendes Ziel zu bieten. Die Schützen werden also durch die Entfaltung im Gelände verteilt.

    "Der Zugführer kann aber jede andere Gliederung befehlen. Er kann z. B. 2 Gruppen in vorderer Linie vorgehen und 2 Gruppen in 2. Linie folgen lassen.

    Auf dem Gefechtsfeld gehen oft die Gruppen des ganzen Zuges in Reihe oder Schützenreihe hintereinander vor. Die Abstände von Gruppe zu Gruppe sind zu befehlen."

    Beispiele zur Entfaltung:


    " Zug -Keil"

    (Bild 11)


    "Zug - Breitkeil"

    (Bild 12)



    Im nächsten Teil möchte ich dann "Die Kampfweise" und den "Feuerkampf" abhandeln.

    Teil C. zu H.Dv,130 2/b "Merkblatt für Gliederung und Kampfweise der Schützenkompanie zu 12 Gruppen" vom 13. Oktober 1939.


    Gruß Karl

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