Posts by Karl Grohmann

    Hallo,


    anschließend ein kurzes Beispiel zu Truppenverschiebungen, wie das im OKW lief:


    Mittagslage vom 4. Oktober 1943 in der Wolfschanze:

    WESTEN. Jodl: " .....Abtransport weiter der Bosniakendivision.* Die Ablösung hier ist im Gange: die 242 im Antransport, um die 356. abzulösen.**

    35 Züge von der 384. eingetroffen, die sich hier versammelt, und dann bilden sich jetzt mit den Anfängen die 245. und 244.......gestern auch wieder sehr lebhaft.Die Entblößung durch das Wegziehen der 371. *** kann man jetzt im Oktober in Kauf nehmen........stark. Aber große Angrffe kann man eigentlich nicht erwarten. Obwohl die Lage hier oben völlig....sind nach wie vor südlich dieser Linie .....fähige negl. Divisionen und ungefähr sieben Panzerdivisionen.


    "Der Führer": Aber auch 20 Divisionen verplembert. (Ich habe) bei den Engländern so das Empfinden, dass sie nicht ihr letztes Pulver ausgeben wollen, dass sie sich sagen: Wir werden uns hüten; wenn bei uns etwas passiert"


    "Vertreter der Marine:" (Hier nicht relevant D.U.)


    ........ Fragment, fehlende Teile der Besprechung!

    * nach Niederschlesien

    Anmerkung D.U.: Man wollte einem evtl. Überlaufen, ggf. auch nur von Teilen, vorbeugen)

    ** Die 242 verlegt von Belgien nach Südfrankreich, die 356 ging von dort nach Italien

    *** Von Frankreich nach Italien/Slowenien


    Quelle: Heiber:" Hitlers Lagebesprechungen - die Protokollfragmente seiner milit. Konferenzen 1942 - 1945" S. 389


    Gruß Karl

    Hallo,


    da ich vorstehend auf die Verladungspflicht von Kettenteilen auf die Bahn hingewiesen habe, hier noch ein Auszug aus einem älteren Beitrag.

    die DRB spielte bei Wehrmachttransporten eine große Rolle, wie man auch den von Gerd bereits erwähnten Ausführungen:


    Quote
    Beitrag von Gerd WOLF "Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941/45 - aus Sicht der Eisenbahn",

    und umfangreicher Literatur entnehmen kann.


    Grundsätzlich erfolgten die Anforderungen der verschiedensten Transporte, hier Panzertransporte, übr die Operationsabteilung und den Generalquartiermeister. Zunächst erfolgt dann die Zuteilung einer Fahrtnummer. Bis 1942 waren Panzertransporte problemlos, als aber die schweren Panzer wie Panther und Tiger eingeführt wurden gabes erhebliche Probleme. Bei Lademaßüberschreitungen mussten teilweise die Nebenstrecken gesperrt werden.

    Ab 1943 war dann die Beladung über die Puffer zugelassen worden.

    Panzertransporte per Bahn sollten ab einer Entfernung von 150 km erfolgen um Material und Bestriebsstoff zu sparen.


    Friedensmäßige Beladung:

    Transportketten aufziehen, ggf. auch Ostketten.

    Die Beladung erfolgte üblicherweise über Kopframpen, wobei die Zwischenräume der einzelnen Wagen mit Kettenfahrzeugen mühelos überwunden werden konnten, sofern eine richtige Einweisung erfolgte. Bis zur Kopframpe hatte der Panzerkommandant die Einweisung zu übernehmen, dann war das Bahnpersonal weisungsberechtigt, was jedoch nicht bedeutete, dass der Pz.Kommandant nicht einweisen durfte. Grundsätzlich durfte sich niemand auf dem Panzer aufhalten. Der Einweiser/Kommandant hat einen festen Platz auf dem Waggon einzunehmen und den Panzer bis auf einige Meter herankommen zu lassen. Danach dreht er sich um und betritt den nächsten Waggon.

    Rückwärts gehen ist verboten, Fahrzeug und Einweiser dürfen sich nicht gleichzeitig rückwärts bewegen, keine ruckartigen Lenkbewegungen, Drehbewegungen sind zu vermeiden( Absturzgefahr)! Bei Rückwärtsverladungen sind zwei Einweiser erfoderlich, wobei der Zweite neben dem Panzer zu stehen hat um Verbindung zu halten ( Blickkontakt).

    Nach Beladung erfolgt die Fixierung mittels Ketten und Keilen. Der zust. Wagenmeister überprüft die ordnungsgemäße Verladung.

    Für das ordnungsgemäße Abstellen des Panzers ist der Fahrer und Kommandant zuständig.

    Beim Verladen von der Seitenrampe fährt der Fahrer den Panzer schräg über die Doppelachse ohne ruckartige Lenkbewegung auf den Waggon und dreht dann in der Mitte ein.

    Während der Fahrt dürfen die Personenwagen ohne Befehl nicht verlassen werden ( Pinkler könnten vergessen werden).


    Kriegsmäßiger Eisenbahntransport/Marsch:

    > Ggf. Keine Transportketten, dafür Nebenstreckensperrungen (Gemeint: Gleiskörper neben der Strecke bei zwei - oder mehrgleisigen Strecken; gegenzuüge anhalten)

    > Bereitstellung von Material für Behelfsausladungen

    > Einige Panzer waren einsatzbereit - mit Besatzung - zu halten

    > leichte Flak ist gefechtsbereit mitzuführen, Luftbeobachter einzuteilen

    > Versorgungsfahrzeuge sind auf jedem Zug mitzuführen, falls Trennung der Transporte erfolgte

    > im Winter sind Heizmöglichkeiten, insbes. für die in Zelten biwakierenden Mannschaften vorzusehen ( Kanonenöfen/Ofenrohre)

    > Löschmittel und eingeteilte Feuerlöschtrupps

    > ständige Verbindung der einzelnen Transporte untereinander

    > bei Fahrtunterbrechungen sind auf Befehl die Panzer und das gesamte Material hinsichtlich Befestigung oder Verlust zu prüfen


    Kriegsmäßiges Ausladen:

    > über Rundhölzer, die mit Ketten zusammen gehalten

    > im äußersten Notfall sogar über Strohballen

    > über die Waggonseite, durch drehen des Panzers und rückwärtiges langsames abfahren, nach Bodenberührung zügig wegzufahren ( Immer auf Kanone achten)

    > Einteilung zusätzlicher Wachen

    > Beachtung der jeweiligen Gefechtsbereitschaft

    > Im Partisanengebiet sind die Waffen und Handgranaten mit ins Abteil ( falls vorhanden) mitzunehmen.

    Nachtrag:

    Siehe auch:

    H.Dv. 66 bis 68/6 ( Soweit mir bekannt... ?)


    Weiteres siehe hier.


    Bahntransport von Panzern




    Gruss Karl

    Hallo,


    nun möchte ich, da zu dem Begriff "Truppenverschiebungen" bislang keine Hinweise bezüglich einer H.Dv. bzw. einem Merkblatt etc. bekannt wurden, unter Bezugnahme auf die oben angeführte H.Dv. 300/2 auf die Art der Truppenverschiebungen eingehen. Da war bei mittleren und weiteren Entfernungen durch die Wehrmacht immer auf die DeutscheReichsBahn zurückzugreifen, schon wegen mangels an alternativen Transportmöglichkeiten ( Fehl an Kfz. und Treibstoff). Kettenteile waren grundsätzlich zu verladen ( Der Krieg und die Umstände bedingten natürlich oft andere Gegebenheiten).


    Zu diesem Thema habt sich hier im Forum die "AG Eisenbahn" , mit den Herren Matthias Köhler, Gerd Wolf, gwm und einigen anderen Mitarbeitern, sowie Threadersteller, die ich hier nicht alle erwähnen kann ausführlich geäußert, weshalb ich zunächst auf deren Arbeit mit den verschiedensten Themenbereiche zur DRB hinweisen möchte.*


    Zur Ergänzung nachfolgend der Auszug aus der H.Dv. TF 301/2:. (Seite 1 und Rest folgt aus technischen Gründen)


    Gruß Karl


    * Sollte hier ein Fehler in der namentlichen Nennung vorliegen, bitte ich um einen Korrekturhinweis.

    Hallo,


    hier eine interessante Vorstudie zum Thema:


    "Aufarbeitung der Geschichte des
    Bundesverkehrsministeriums (BVM) und des
    Ministeriums für Verkehrswesen (MfV) der DDR
    hinsichtlich Kontinuitäten und Transformationen zur Zeit
    des Nationalsozialismus"

    https://www.ifz-muenchen.de/fi…VM/Vorstudie_BMVI_IfZ.pdf


    "Bearbeiter:
    Dr. des. Christian Packheiser
    Mail: packheiser@ifz-muenchen.de, Tel.: 089/5404999-10
    Projektleitung:
    Prof. Dr. Magnus Brechtken
    Prof. Dr. Andreas Wirsching
    2
    Inhaltsverzeichnis: Seite
    I. Einleitung 4
    1. Vergangenheitsbewältigung im Spannungsfeld gesellschaftlicher, politischer und wissenschaftlicher Interessen 4
    2. Forschungsstand 8
    3. Zielsetzung und Aufbau der Vorstudie 12
    II. Strukturelle Entwicklungen im Verkehrswesen und dessen
    nationalsozialistische Durchdringung durch Segmentierung bis 1945 17
    1. Institutionelle Diskontinuität zwischen RVM, BVM und MfV 17
    1.1 Verkehrswesen, Ministerium und Reichbahn bis 1937 17
    1.2 Kompetenzverlust des RVM und Konzentration auf Kernaufgaben des Eisenbahnwesens bis zum Kriegsende 21
    1.3 Reichsautobahnbau und die Entwicklung der Organisation Todt (OT) in ihrem Verhältnis zu RVM und RB 25
    2. Das Bundesverkehrsministerium nach dem Zweiten Weltkrieg 28
    3. Das Ministerium für Verkehrswesen der DDR und seine Vorläufer 30
    III. Konzeptionelle Prämissen am Beispiel gruppenbiografischer Voranalysen
    leitenden BVM-Personals nach 1949 32
    1. Leitfragen und Ziele 32
    2. Eingrenzung und Rekonstruktion eines validen Samples 33
    3. NS-Bezüge der Untersuchungsgruppe 41
    IV. Resümee: Forschungsperspektiven und notwendige Untersuchungsfelder 52
    1. Das Reichsverkehrsministerium: eine Infrastrukturanalyse des Nationalsozialismus 55
    2. Die Organisation Todt: Bau von Verkehrseinrichtungen für Krieg und Völkermord 65
    3. Das leitende Personal des Bundesverkehrsministeriums nach dem Nationalsozialismus 74
    3
    4. Das Ministerium für Verkehrswesen der DDR zwischen sozialistischem Antifaschismus und Altlasten des „Dritten Reiches“ 82
    5. Hans-Christoph Seebohm: erster Bundesverkehrsminister und revisionistischer Hardliner 90
    V. Fazit 100
    VI. Anhang 103
    1. Abkürzungsverzeichnis 103
    2. Quellenverzeichnis 104
    3. Literaturverzeichnis 105
    4. Kurzbiografie von Xaver Dorsch 110"


    Gruß Karl

    Hallo Gerd,


    eine super Fleißarbeit hast Du, habt Ihr da geleistet. Sehr übersichtlich, fundiert und dabei interessant zu lesen.


    Ich möchte noch auf ein Buch aufmerksam machen, das ich im Literaturverzeichnis nicht gefunden habe:


    Pottgiesser,Hans:* " Die Deutsche Reichsbahn im Ostfeldzug" Vohwinkel /Motorbuch Verlag.


    * Ministerialdirigent a. D. "Seine Arbeit beruht auf dem Archiv der DB; sie ist rein sachlich......"

    http://www.dumjahn.de/autorenlexikon_pottgiesser.html


    Gruß Karl

    Hallo Wirbelwind,


    grundsätzlich sollten mit dem MG nur Feuerstöße abgegeben werden wie bekannt, so dass der Lauf und das Schloss nicht überhitzten, was natürlich bei Großangriffen nicht eingehalten werden konnte.

    Darüber hinaus verlangte die immer geringer werdende Grabenstärke (Soldatenmangel) natürlich immer öfter den MG Einsatz, vor allem mit der Lafette zum bestreichen großer Geländeabschnitte - auch bei Nacht mit der eingestellten Lafette gut möglich.

    Die Trageweise des Patronengurtes, z. B. offen um den Hals und die Brust, verschmutze die Patronen beim hinliegen usw.

    Auch Sabotagepatronen gab es.


    Gruß Karl

    Hallo,


    die HO 229 wird zwar in der Literatur groß herausgestellt ( auch im Hinblick auf die Stealth - Eigenschaften), ich weise jedoch trotzdem nochmals auf die P - Serie von Alexander Lippisch ( Maßgeblicher Mitentwickler der Me 63 A und B) hin. Letzterer gilt sowieso als der Grundlagenforscher und Flugzeubauer in Sachen Nurflügler und Deltaflieger. Seine Ideen wurden auch teilweise in den USA, wo er nach dem Krieg bei Northrops arbeitete, mit verwertet.


    Gruß Karl

    Hallo Ulf,

    OKH mit Erlass die Eignung anweist, muss das noch lange nicht bedeuten, dass es mit den Hülsen in der Praxis keine Probleme gab.

    das ist natürlich richtig. Deshalb habe ich geschrieben:


    Hülsenklemmer gab es immer wieder.

    Allerdings möchte ich nicht versäumen darauf hinzuweisen, dass das HWA umfangreiche Versuche mit dieser Hülse/Patrone angestellt hatte. Anfangs waren die Hülsen plattiert und lackiert, ab 1940 erfolgte dann Umstellung der Feldtruppen auf das" Phospatier- und Lackierverfahren mit dem Zwischenstadium der plattierten und lackierten Hülse".*

    Ich habe mit solchen Patronen schon geschossen, allerdings nicht MG, konnte aber nicht feststellen, dass die heißen Hülsen geklebt hätten. Diverse Verfärbungen vor und nach dem Schuss waren üblich und auch von den Herstellern als problemlos erwähnt.

    Im Merkblatt für die Munition, H.Dv. 481/1 von 1938 waren die Patronenhülsen Stahl noch nach folgendem Verfahren hergestellt: beiderseitig kupferplatiertem Stahlblech, gezogen und galvanisch nachverkupfert. Ab 1940 sh. vorstehend.

    Der Stern neben dem St für Stahlhülse bedeutet: Legierung 72 % Kupfer und 28 % Zink gefertigt.

    Ferner war Herr Koschorrek zu dieser Zeit noch nicht am MG. Stellt sich auch die Frage was für ein MG? 34,42, Beute -MG´s gab es viele und unterschiedliche.


    Gruß Karl

    *Quelle wie vorstehend.