Posts by Nichtswisser

    Guten Tag.


    Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass Ausgebombte auch in Wohnungen von Juden untergebracht wurden, die vorher das Deutsche Reich verlassen mussten - in vielen Fälllen sich "freikauften". Natürlich darf man nicht vergessen dass auch viele Juden "einfach so" aus ihren Wohnungen entfernt wurden. Das nur als Randnotiz....


    Ganz abgesehen davon waren die Barackenlager spätestens 1944 schon durch Flüchtlinge innerhalb des Deutsches Reiches und KLV-Verschickungen ausgelastet, wenn sie nicht gerade von RAD und ähnlichen Organisationen beansprucht wurden.


    Im Deutschen Reich war man deshalb ab spätestens 1944, wenn nicht schon um 1943 immer krampfhafter auf der Suche nach mittelgrößen Ausweichquartieren. Die Barackenlager kulminierten aber erst ab 1945 wirklich, vorher war die Unterbringung in "festen" Quartieren für Ausgebombte eher die Regel, nicht die Ausnahme.


    Da befehlsgemäß viele Unterlagen 1945 vernichtet wurden, lässt sich heute nur mehr ein vager Umriss der Quartierzuteilungen im Kriege zeichnen.


    Wichtige Hinweise dazu geben Zeitzeugeninterviews und offizielle Unterlagen, die erhalten geblieben sind.

    Allerdings wird die Decke der Zeitzeugen immer dünner, und wissenschaftlich anerkannt sind ZZ-Interviews (leider) bis heute nicht.


    Man kann aber davon ausgehen, dass Ausgebomten sehr wohl Ausweichquartiere angeboten (und in der Regel auch angenommen) wurden.

    Es war schon aus Propagand-Sicht wichtig für das Deutsche Reich, dass dieser Teil der Bevölkerung versorgt war.


    Gruß Georg.

    Guten Tag.


    Ich finde die Fotos/das Foto äußerst interessant.

    Wenn es Beutegerät war muss es 1941 (oder später)) aufgenommen worden sein.

    Hatte übrigens Griechenland auch diesen Mörser? Ich frage deswegen, weil es ja ein irrsinnige Hitze gehabt haben muss (sieht man am vollkommen entvlößten Mann im Hintergrund und seinem Sonnenbrand).

    Wenn ich das richtig verstehe, war der Skoda-Mörser ein richtiger "Schlager" und durch die KuK-Monarchie in halb Europa verbreitet?!

    Jedenfalls sehr sehr vielen Dank für das Einstellen dieses Fotos!


    Gruß Georg

    Guten Tag.


    Ich habe vor Jahren mit einem ZZ gesprochen, der im "Entlassungslager" Wegscheid (Österreich) in Gewahrsam war.

    In dem Lager gab es zwei Zonen: der äußere Ring in dem man eingeliefert wurde, und der innere Kern, der ebenfalls aus Baracken bestand, aber durch hohen Stacheldraht und Hunde (sic!) vom äußeren Ring getrennt war.

    Kam man in den "inneren Ring", wusste man: jetzt steht die Entlassung bald vor der Türe.

    Aber halt, da war doch noch was?!

    Ja, die "Umerziehung"!

    Im Inneren Ring wurden die Gefangenen nach den Vorstellungen der Amerikaner zuerst wochenlang "umerzogen". Dazu waren CIC-Offiziere zugange.

    Am Tag der Entlassung schließlich sprang der Genannte direkt vor den Lagertoren (Bahnlinie Linz - Selzthal) auf einen Zug und rauschte ab, sein amerikanisches Käppie (sic !) tief ins Gesicht gezogen.

    Bezahlen konnte er für die Zugfahrt nix, aber er hatte wenigstens einen ordentlichen Entlassungsschein, ausgestellt von einem jüdischstämmigen deutschsprachigen CIC-Offizier, zusätzlich gezeichnet vom Lagerarzt (Deutscher).

    Angeblich drückte der Schaffner deswegen (wegen des Entlassungsscheines) bei der Verrechnung eines allfälligen Fahrpreises beide Hühneraugen zu....


    Was daran wahr ist und was nur in der Erinnerung des ZZ so auftaucht sei dahingestellt. Nicht umsonst ist ja "Oral History" in der Wissenschaft sehr umstritten. Für mich jedenfalls war der ZZ beim Gespräch klarest bei Verstand...


    Gruß Georg

    Guten Abend.


    By the way: weiss jemand wie es den sechs Enigmen geht, die im Jänner aus der Ostsee geborgen wurden?

    Gibts neue Durchleuchtungsergebnisse?


    Nix für ungut.

    Gruß aus Oesterreich.

    Apropos "Lebensborn":


    Neulich eine Doko gesehen, nachdem sich ein solche Heim nun in Privatbesitz befindet und der Besitzer das Anwesen langsam verfallen lässt.

    Über Sinn oder Unsinn eines verfallendes Gebäudes kann man übrigens treffend streiten.

    Ein dort Geborener schleicht sich immer wieder ein um nach seinen Wurzeln zu graben.

    Kurzum: der Eindringling wurde nun schon x-mal mittels fix installierten Videokameras verfolgt und angezeigt wegen vordringen auf Privatgrund, nimmt aber die Strafen gelassen, da er ohnehin schon in einem fortgeschrittenen Alter ist.

    Passiert in Niederösterreich, glaube Nähe Semmering - oder gar das Heim Wienerwald?


    Quelle: ORF (Staatsrundfunk der Republik Österreich)


    Gruß

    Georg

    Lieber Eumex.


    Genau daran knabbere ich noch.

    Einerseits war die Führerinnen-Schule im Tolleter Schloß; durch die strikte Geschlechtertrennung kann ich mir nur wechselnde Belegung im Schloß vorstellen oder ein ganz und gar abgesondertes männliches RAD-Barackenlager auf den Fluren in und um Tollet.

    Die Meldung über die Plünderungen war leider auch ohne genau Ortsangabe.

    Es bleibt also weiter spannend...


    Grüße

    Georg

    D a n k e Eumex.

    Die Führerinnenschule 9 auf Schloß Tollet war bekannt.


    Frisch an Infos habe ich reinbekommen, dass das (männliche) Lager Tollet zu Kriegsende geplündert wurde. Es muss als fast zwangsläufig Betrieb bis '45 dort gegegeben haben.


    Grüße.

    Georg

    Guten Tag.


    Beim Stöbern in meinen Aufzeichnungen bin ich über folgends gestolpert:

    1/343 Tollet b. Grieskirchen bzw. Schardenberg; letzteres nachgewiesen durch Ansichtskarte des Lagers Schardenberg vom 11. Mai 1939 (ebay, Oktober 2020).

    War also das RAD-Lager Tollet n a c h dem Lager Schardenberg in Verwendung?

    Und wenn das so ist: ab wann wurde Schardenberg wohl abgelöst?

    Oder kann man gar von einer K-Einheit bei Tollet sprechen?


    Würde das gerne mit Euch erörtern.

    Danke schon jetzt für die zahlreichen Rückmeldungen.


    Grüße

    Georg



    Du magst in vielen Deiner Aussagen recht haben.

    Natürlich aber werden in mittleren Städten die Archivalien am Dachobden in Kellern oder am Dachboden gelagerst, siehe das Beispiel der Stadt Steyr.

    Ich war da mal oben bei 45 Grad und habe dann aufgegeben.

    Natürlich auch sind NS-Archivalien (personenbezogen) gesperrt. das sind gar nicht so wenige.

    Natürlich ist die Quellage ü b e r r a ge n d. Wer etwas anderes glaubt ist flasch informiert oder geht in keine Archive.

    Vielleicht hängt das auch mit dem Erschließungszustand zusammen; viele glauben ja heute mit dem archiveigenen Computer alles erschliessen zu können mit einem Knopfdruck.


    Nix für ungut.

    Georg.

    Guten Tag.


    Johann Heinrich, Dein Argument kann teilweise zutreffend sein - aber nur teilweise.

    Allerdings werfe ich wieder was ein: Die Staatsgewalt hat weit mehr Infos über die NS-Zeit als wir alle zusammen. Nur sind viele, sehr viele Dinge für die Öffentlichkeit strikt gesperrt, zumindest hier in Österreich.

    Die Quelllage für die NS-Zeit ist in den (wie gesagt teilweise gesperrten Dokumenten) staatlichen Einrichtungen heute schon h e r v o r r a g e n d bis ü b e r -

    r a g e n d . Immer wird behauptet, die NS -Zeit sei der bestrecherierte Zeitabschnitt der Geschichte - da muss doch was dran sein?

    Das wird in Deutschland wohl nicht viel anders sein, oder doch?


    Ich glaube das Problem für den Staatsapparat liegt nicht in der Dokumentenlage selber, sondern in Zeit- und Aufwnandsmitteln ,diese auch sorgfältig zu durchforsten. Man muss sich diese abermillionen Doks vorstellen, die in den Kellern und auf den Dachböden schlummern, aber die Ressourcen sind nicht einmal da, diese zu katalaogisieren...geschweige denn aufzuarbeiten....einfach Wahnsinn!


    Die "Rechereure" setzen bei den durch die Staatsmacht gesicherten Erkenntnissen auch zuerst an. Das weiss ich aus allererster Quelle. Also genau in den Dokumenten, die wir nie und nimmer zu Gesicht bekommen werden...


    Nix für ungut.

    Georg

    Guten Tag.


    In Linz an der Donau werden seit einigen Monaten (angeblich) alle Straßennamen nach nationalsozialistischen Hintergrund durchleuchtet.

    Da dies z. T. schon in vorangegangen Jahren der Fall war, halte ich das Ganze für ein potemkisches Dorf.

    Wenn nämlich jetzt noch was verwerfliches auftaucht, haben die Rechereure in den vergangenen Jahren ihren Job nicht gut erledigt und müssten ihr Gehalt zurückgeben. Nur: wer spricht in Österreich schon gerne aus, wenn jemand seinen Job nicht gut gemacht hat, zumalen in der Politik?

    Das Ganze wird wohl ausgehen wie das Hornberger Schießen: es werden wieder Straßennamen entdeckt werden, wo es

    weitläufigste Zusammanehänge mit Antisemitismus gibt, es werden wieder einige "Spezialisten" dafür fürstlich entlohnt, und man rettet sich in die nächste "Aufräumaktion" in ein paar weiteren Jahren wo dann eine weitere Generation an Spezialisten herangezogen wird...der österreichische Weg halt...man kennt das ja...


    Nix für ungut

    Georg

    Guten Tag.


    Wie ich hier schon im Zusammenhang mit dem Skoda-Mörser und dem Zugfahrzeug M angedeutet habe, bin ich auf der Spur eines Veteranen, der im Ersten Weltkrieg gedient hatte.

    Angeblich hat er am "Herderplatz" in Wien gedient/Ausbldung genossen.

    Den Platz gibt es noch immer.

    Ich würde nun noch wissen willen, welche Einheiten (Artilerie/Fahrdienst) dort ausgebildet wurden?

    Was wäre zum Beispiel eine größere Kaserne in der Nähe des Platzes/Parkes gewesen?

    Fragen über Fragen, von denen ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.


    Herzliche Grüße

    Georg

    Guten Abend.


    In nahezu jedem "Landser" kam in meiner Jungend der Begriff "Rollbahn" vor (ausgenommen solchen Heftchen die sich mit Westfront beschäftigten), aber Guido Knopp oder andere seinesgleichen habe ich nie über Rollbahnen dozieren gehört.

    Ich glaube einfach wir erwarten uns alle zuviel, wenn wir nicht abstrakt denken lernen und Rollbahnen einer gewöhnlichen Straße gleichsetzen.

    Vielmehr kann es durchaus sein, dass der Begriff an sich schon aus dem Russischen einfach übersetzt wurde und eben dadurch auf Deutsch die "Rollbahn" herauskam. Kann sein dass ich mich irre. Aber bedenkt folgendes: Im Westen gab es meines Wissens keine Rollbahnen - so what?


    Nix für ungut.

    Georg.

    Guten Tag.

    Ich habe rausgefunden dass der Mann in Friedenszeiten bei einer Straßenbahn/Buslinie gearbeitet hat.

    Vielleicht ist der Kragenspiegel von dort?

    Da mir zum Kragenspiegel überhaupt keine weiteren Beschreibungen vorliegen, habe ich mal ne Anfrage an die Linie gesetzt....


    Georg