Posts by Flavius Belisarius

    Hallo,


    was hier für mich interessant ist, ist diese Verlastung der le FH 16 auf einen Anhänger.


    Habe schon öfter Fotos von dieser Transportart gesehen, aber eigentlich noch keine Dokumente oder sonstige Erläuterungen in der Literatur darüber gefunden.


    Ist logisch für mich, dass man Geschütze für Pferdezug auf diese Art provisorisch für den mot-Transport passend macht.


    Würde mich freuen, wenn es dazu auch Belege in der Literatur gebe.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    einige Punkte wurden schon angesprochen, mir fallen dazu noch folgende Anmerkungen ein:


    * Streuung auf geringe und mittlere Entfernung größer als auf große Entfernung: Das ist eigentlich umgekehrt zur Artillerie, woher kommt das?

    Wahrscheinlich davon, dass diese Werfer keine Möglichkeit verschiedener Ladungen hatten, eine Anpassung der Schußweite konnte daher nur durch die Erhöhung erreicht werden. Dass heißt möglichst flach für kurze Entfernung, flach heißt schon geometrisch eine große Streuung und möglichst stark geneigt für größere Entfernung, verringert automatisch die Streuung durch den steileren Einfall.

    * Der Abschuss von Schienen (auch beim dt. Nebelwerfer, hier im Rohr) war nicht sehr präsize, im Vergleich mit der Rohrartillerie, wo das Geschoss ja direkt in die Züge hineingepresst wurde und dadurch sehr genau geführt wurde.

    * Vortrieb der Raketen durch einen abbrennenden Feststoff-Treibsatz. Deren Herstellung ist auch ungenau, die Düsen detto, und da kam es leicht zu taumelndem Flug, wenn dieser nicht absolut gleichmäßig abbrannte. Die Raketenteile waren auch nur Blechteile und nicht hochpräzise dickwandige Teile wie Kanonenrohre, auch Granaten sind viel genauer gefertigt, abgedreht auf genau vorgegebene Sollmaße.

    * Insgesamt galten damals Raketen als billige Waffen, mit geringen Anforderungen an die Genauigkeit der Fertigung.

    * Wirkung der Katjuschka-Werfer wurde als gering eingeschätzt, nur flache Krater, wahrscheinlich auch eher schlechte Splitter-Ausbeute, auch war die Sprengstoff-Menge geringer als bei den Nebelwerfern


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    der spätere General der Artillerie Robert Martinek hat noch in Österreich das sogenannte Kapselschießen entwickelt.

    Dieses wurde dann später auch in Jüterbog verwendet, wie ein Foto dokumentiert.

    Ob dieses Verfahren parallel in der Wehrmacht entwickel wurde oder ob es mehrere ähnliche Entwicklungen gab, kann ich derzeit nicht sagen.


    In der Anlage eine Doku des Verfahrens aus der Biographie von Robert Martinek.

    (Rudolf Berdach / Erich Dethleffsen: General der Artillerie Robert Martinek, Lebensbild eines Soldaten, 2.Auflage 1975)


    Kapselschießen_Einleitung.jpg

    Kapselschießplatz.jpgKapselschießen_Doku_Seite-0.jpgKapselschießen_Doku_Seite-1.jpgKapselschießen_Doku_Seite-2+3.jpgKapselschießen_Doku_Seite-4+5.jpgKapselschießen_Doku_Seite-6+7.jpgKapselschießen_Doku_Seite-8.jpgKapselschießen_Doku_Seite-9.jpgKapselschießen_Doku_Seite-10.jpg


    Gruss

    Franz



    Hallo,


    ja es war gängige Praxis und auch in den Vorschriften so abgebildet, dass in Vorausabteilungen einzelne Batterien eingegliedert wurden.
    Selbstständige Vorausabteilungen der Artillerie wären sehr ungewöhnlich und auch unlogisch, da sie außer ihren Geschützen praktisch keine anderen Waffen hatten,
    ausgenommen 2 lMg pro Batterie und Karabiner.


    Gruss
    Franz

    Hallo,


    habe die abgespeicherte Ebay Auktion von damals gefunden, leider nur geringe Auflösung und nur ein paar Seiten, aber größtenteils lesbar.


    Merkblätter für Artillerie Nr. 43: Auftragserteilung an die Artillerie und artilleristische Begriffe (13.4.1943, Merkblatt 27b/54)


    Gruss
    Franz

    Hallo,


    zur Sturm-Division kann ich nur sagen, die fixe Angliederung der Artillerie an die Infanterie war taktischer Unsinn und wurde auch bald wieder aufgehoben.


    Es wurde auch in der ganzen artilleristischen Literatur und auch den Vorschriften betont, dass die Unterstellung der Artillerie, z.B. nach dem Schema, jedem Regiment eine Abteilung etc., die Ausnahme bleiben muss.
    Die Artillerie ist eine Schwergewichtswaffe und bei Notlagen sollen möglichst alle verfügbaren Rohre auf eine Stelle wirken können und nicht eine starre Unterstellung das verhindern.


    Die Artillerie war ja das Rückgrat der Abwehrkraft der Infanterie-Divisionen und wurde daher auch mit Heeresartillerie verstärkt und durch Artillerie-Kommandeure geleitet, um schnell massive Abwehr-Schwerpunkte zu bilden.


    Gruss
    Franz

    Hallo,


    so wie es aussieht, ist das von Uwe eingestellte Dokument die Grundlage für die Ausführungen von Middeldorf und von diesem praktisch 1:1 übernommen worden.
    D.h. dürfte auch der "Stand der Technik" in den letzten Kriegsjahren gewesen sein.
    Wie auch in diesem Dokument angeführt, wurden dadurch anderslautende Vorschriften außer Kraft gesetzt, die Neufassungen durften nie erschienen sein.


    @Karl Grohmann: Ja das "Notfeuer" ist ein Begriff aus der Zwischenkriegszeit, wurde später wieder auf "Sperrfeuer" abgeändert, konnte aber noch nicht genau verifizieren, wann.
    Von der H.Dv. 200/5 ist die letzte mir bekannte Ausgabe von 1941, noch mit Notfeuer, von der H.Dv. 200/6 ist 1943 noch eine zweiteilige Ausgabe erschienen, da liegt mir aber nur der Teil I vor.


    Die Merkblätter für Artillerie Nr. 43: Auftragserteilung an die Artillerie und artilleristische Begriffe (13.4.1943, Merkblatt 27b/54) liegen mir vor, aber leider daheim, aufgrund meiner Auslandstätigkeit komme ich nur selten an meine Bibliothek, werde sie aber bei Gelegenheit rein stellen.


    Gruss
    Franz

    Hallo,


    die zitierte Passage aus diesem Buch ist mir auch bekannt.
    Ähnliche Aussagen gibt es etwa auch in einer Diplomarbeit über eine Firma in der Steiermark, die unter anderem Flak-Munition angefertigt hat.


    Habe dazu leider noch keine weiterführenden Unterlagen oder Fotos gefunden, wenn mir auch die Verwendung von Lehren aus der heutigen Technik bekannt ist.


    MunaLisa, gibt es dazu Vorschriften oder Beschreibungen?


    Gruss
    Franz

    Hallo,


    zur Frage von Andre bezüglich der "Steuerung" der Artillerie.
    Auch wenn der Begriff so nicht verwendet wurde, kann man das so ausdrücken.
    Aus einem Ballon hat man eine wesentlich größere Sichtweite als vom Erdboden und kann daher viel mehr Ziele aufklären als aus einem Loch in der vordersten Linie. Ähnlich, wenn auch nicht so hoch, sind Beobachtungsstände etwa auf Kirchtürmen.


    Bezüglich Fallschirmen: Die Beobachter in den Ballonen haben im 1.WK noch vor den Flugzeugpiloten Fallschirme bekommen, um sich selbst retten zu können. Die Bekämpfung von Beobachtungsballonen wurde bereits vor dem 1.WK vorausgesehen und findet sich in den Vorschriften der Feldartillerie am Anfang des 20.Jhd. Nur mit den damaligen Möglichkeiten war ein Abschuss sehr unwahrscheinlich. Das Verfahren wurde erst während des 1.WK perfektioniert. Daneben bekämpften natürlich auch Flugzeuge die feindlichen Ballone.
    Und wie bereits kurz angesprochen, war es mit einigen Löchern nicht getan, man musste den Ballon schon in Brand setzen oder stark zerfetzen, um ihn zum Absturz zu bringen.


    Gruss
    Franz

    Hallo,


    geschossen haben natürlich die Batterien am Boden. Oben wurde nur beobachtet oder die Feuerbefehle bzw. die Feuerkommandos gegeben. Das war über Funk, ich denke aber auch über Telefon möglich, da ja der Ballon an einem Kabel hing.


    Gruss
    Franz

    Hallo,


    bezüglich "Ziele bekämpfen":


    Der Beobachter im Korb war entweder der Schießende selbst oder er hat den Schießenden bei seiner Aufgabe als Hilfsbeobachter unterstützt.
    Der Schießende ist der, der die Feuerbefehle für die Batterie (oder auch Abteilung) gibt. Dazu wird die Entfernung zum Ziel bzw. dessen Position geschätzt (mit Karte etc.), daraus der Winkel und die Erhöhung für die Geschütze errechnet und dann je nach Lage der ersten Granaten korrigiert.
    Dafür gab es auch eigene Verfahren, um aus dem Ballon (ähnlich im Flugzeug) die Granaten ins Ziel zu bringen.


    Gruss
    Franz


    PS: Das ganze nur einmal ganz einfach dargestellt, war natürlich um einiges komplizierter, da gibt es lange Vorschriften dazu!

    Hallo,


    da ich unter der Woche arbeitsbedingt in Augsburg wohne, hat diese Bombe mich auch indirekt betroffen.
    Wohne selbst außerhalb des Evakuierungsradiuses, aber zwei meiner Arbeits-Kollegen haben ihre Bleibe innerhalb von 1,5 km Entfernung.
    Daher habe ich das ganze Prozedere von hier aus Österreich von meinem Heimaturlaub sehr aufmerksam verfolgt.
    Nach letzten Meldungen wurde diese britische Luftmine vom Typ HC 4000 jetzt am Abend des 25.12. glücklich entschärft.
    Die genannte Bezeichnung HC 4000 deutet meiner Meinung nach auf eine 4000-Pfund-Bombe hin, was gut mit den gemeldeten 1.850 kg zusammenpassen könnte.


    Link dazu:
    http://www.zeit.de/gesellschaf…aerfung-zweiter-weltkrieg


    Zum Typ:

    Quote

    Die nächstgrößere Minenbombe, die HC 4000 LB („Cookie“), war vergleichbar aufgebaut; zunächst mit kegelförmiger Spitze und einem Zünder sowie zwei bis vier seitlichen Zünderaufnahmebuchsen, einem Gewicht von 1789 kg bei 1350 kg Amatol (HC 4000 LB Mk.I), später dann ebenfalls mit flach gerundeter Stirnfläche, drei Kopfzündern und zwei seitlichen Zünderbuchsen und bis zu 1500 kg Torpex (HC 4000 LB Mk.II bis Mk.VI). Die HC 4000 LB wies einen Durchmesser von 760 mm (Mk.I) bzw 750 mm (Mk.II – VI) und eine Länge von 2960 mm (Mk.I) bzw. 2730 (Mk.II – VI) auf.


    Siehe auch unter:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Luftmine


    Ein ähnliches "Trumm" wurde bereits einmal entschärft:
    http://www.bunkermuseum.de/arc…ftmine_thueringen.qxp.pdf


    Und noch genauere Infos dazu:
    http://www.wwiiequipment.com/i…&catid=43:bombs&Itemid=60


    Gruß
    Franz