Posts by Flavius Belisarius

    Hallo Gerhard,


    bin wieder zurück bei meiner Bibliothek und besitze alle 3 Merkblätter.

    Zusätzlich noch div. Ausbildungsunterlagen zu diesem Thema.

    Was davon interessiert dich besonders daran?


    Gruss

    Franz


    PS: Im Anhang ein Beispiel aus meinder Sammlung und eine Seite aus den russischen Akten-Digitalisaten über die Artillerie-Schulen.

    Hallo Gerhard,


    Artillerieflieger waren Flugzeuge der Luftwaffe, meist Aufklärer, die für die Artilleriebeobachtung abgestellt wurden (auf Zusammenarbeit angewiesen).

    Kann auch ein Fieseler Storch gewesen sein, da langsam fliegende Flugzeuge Vorteile bringen. Es wurden aber verschiedene Typen verwendet.

    Nachrichtenübermittlung über Abwurf von Melderkapseln, aber auch über Funk.

    Habe dazu einige Unterlagen, vor allem von Artillerie-Seite, weniger von der Luftwaffe, kann ich gerne nach meinen Urlaub Ende nächster Woche nachschauen.


    Bei der US Army wurden eigene Flieger den Divionen zu diesem Zweck angegliedert, dass gab es bei beim Heer der Wehrmacht nicht.


    Gruss

    Franz

    Hallo Uwe,


    beim Bild 18 handelt es sich wahrscheinlich um ein sowjetisches Küstengeschütz etwa der 20cm-Klasse,

    habe ein Bild der "203 mm 50 caliber Pattern 1905" angehängt.


    Es sind leider nicht genug Details auf dem Bild erkennbar, insbesondere wenn die Schrift am Bodenstück lesbar wäre.


    Laut Wikipedia:

    Quote

    The 203 mm 50 caliber Pattern 1905 was a Russian naval gun developed by Vickers for export in the years before World War I that armed a variety of warships of the Imperial Russian Navy. Guns salvaged from scrapped ships found a second life as coastal artillery, railway artillery and aboard river monitors during the Russian Civil War. By 1941 it was estimated there were 36 coastal defense guns and two railroad mounts remaining.[1] During the 1930s a number were relined down to 180 mm (7.1 in) and re-designated the 180mm Pattern 1931-1933. These guns were used aboard Kirov-class cruisers or as coastal artillery and railway artillery.

    Siehe auch: https://en.wikipedia.org/wiki/203_mm_50_caliber_Pattern_1905


    Kann auch ein anderes Geschütz dieser Größe sein, aber das Bodenstück ist schon sehr charakteristisch, also wahrscheinlich ein Vickers-Geschütz aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg.


    Gruss

    Franz

    Hallo Karl,


    eine Fundstelle dazu aus der Erinnerungsliteratur, wenn auch kein Gefechtsschießen:

    Quote

    Nicht allzu weit vom Truppenübungsplatz befanden sich die Schießstände. Übungsschießen, zunächst mit Platzpatronen, später mit scharfer Munition erstreckten sich über den ganzen Tag.

    ...

    Auf dem Übungsfeld lief alles planmäßig. Ab der dritten Ausbildungswoche sah der Dienstplan zweimal wöchentlich Scheibenschießen mit scharfer Munition vor. Anschließend folge ein Wettbewerb mit dem Karabiner 98 k.

    Der Rekrut erhielt sechs Schuss. Alles wurde sorgfältig in eine Kladde eingetragen.

    Die ersten zwei Schüsse mussten auf einer Pritsche liegend abgefeuert werden, der dritte und vierte im Knien, die beiden letzten im Stehen.

    An anderer Stelle wird kurz auf das Gefechtsübungsgelände am Truppenübungsplatz hingewiesen:

    Quote

    Das Militärgelände der Döbelner Kasernen lag nahe dem Ort Zschackwitz.

    ...

    "Der Zschackwitzer" diente als vorderstes Gefechtsgelände und bestand aus einem System von Kampflinien und Schützengräben. Unterstände und MG-Stellungen entsprachen den Anforderungen im Stellungskrieg. Inmitten zertrampelter Felder und abgebrannter Grasflächen bot sich eine gespenstische, frontgemäße Kulisse.


    Quelle:

    Werner Kleine: Alptraum. Kriegserinnerungen. Aufzeichungen eines einfachen Soldaten, Books on Demand 2020, S.88-90.


    Gruss

    Franz

    Hallo Boogie,


    bei Feldgeschützen ist eine (Längs) Streuung von etwa 100m durchaus möglich, bei einer Querstreuung dann von etwa um die 20m.

    Das ist aber stark abhängig von der Entfernung und dem Einfallswinkel im Ziel sowie auch von der Munition etc.

    Eine Streuung von lediglich 100m bei 25km Reichweite (bei Hauptartillerie eines Kampfschiffes) erscheint mir doch zu gering.

    Habe aber leider keine Schusstafeln zu Marinegeschützen.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    ja an die Mg-Zieleinrichtung hab ich auch gedacht, aber verworfen, da man auf keinem der 3 Fotos den trichterförmigen Einblick erkennen kann.

    Nur jetzt im Nachhinein am 1.Foto, wenn man es weiss.

    Aber gut, Dieter hat es trotzdem erkannt und auch super dokumentiert.


    Gruss

    Franz

    Hallo Stephan,


    sieht stark aus nach einem Rundblickfernrohr der Artillerie (die beiden letzten Fotos) bzw. bei den ersten 3 Fotos nach einer GrW-Zieleinrichtung.

    Der rote Hals ist zum Anrichten mit dem Richtkreis, wenn die Geschütze einer Batterie eingerichtet werden.


    Gruss

    Franz


    PS: Bei der GrW-Zieleinrichtung bin ich mir nicht sicher, da ist das Foto in dem US-Handbuch nicht aufschlussreich genug.

    Hallo,


    noch eine Fundstelle zur Abschaffung der Schrapnells aus der Schrift "Artilleristisches für Nicht-Artilleristen" von 1930.


    Siehe Anhang.

    Leider nur das Statement, dass es abgeschafft wurde. Aber zumindestens eine zeitliche Einordnung, dass dies vor 1930 geschah.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    zum Schrapnell-Einsatz im 2.Weltkrieg:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Shrapnel_shell


    Quote

    A new British streamlined shrapnel shell, Mk 3D, had been developed for BL 60 pounder gun in the early 1930s, containing 760 bullets. There was some use of shrapnel by the British in the campaigns in East and North East Africa at the beginning of the war, where 18-pdr and 4.5-in (114 mm) howitzers were used. By World War II shrapnel shells, in the strict sense of the word, fell out of use, the last recorded use of shrapnel being 60 pdr shells fired in Burma in 1943. In 1945 the British conducted successful trials with shrapnel shells fuzed with VT. However, shrapnel was not developed for any of the post World War I guns.

    Zu dieser Zeit war aber der Begriff Schrapnell schon etwas unklar geworden und da kam es schon zur Fehlmeldung, dass die Deutschen in der Normandy Schrapnell eingesetzt hätten:

    https://history.army.mil/html/faq/shrapnel.html


    In der Sowjetischen Artillerie wurde das Schrapnell noch für die Divisions-Artillerie eingesetzt:

    Das Divisionsgeschütz ZIS-3 hatte noch 3 Schrapnell-Tyen im Einsatz.

    (Anmerkung: In der englischen Wikipedia findet man wesentlich bessere Daten zu russ. und sowj. Geschützen als in der deutschsprachigen)

    https://en.wikipedia.org/wiki/…isional_gun_M1942_(ZiS-3)


    Und hier noch die Munitionsbeschreibung:

    http://ww2data.blogspot.com/20…ive-ordnance-76mm_24.html


    Da ja grosse Mengen der verschiedenen sowj. 76mm-Geschützen von der Wehrmacht erbeutet wurden,

    wäre es noch interessant, entsprechende Munitionsbeschreibungen / Vorschriften von diesen Beutegeschützen zu finden.

    Wobei diese erbeuteten Geschütze eher als PAK eingesetzt wurden, daher ist wenig Verwendung dieser Munitionsart zu vermuten.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    habe jetzt in den Artilleristischen Monatsheften von 1926 einen Artikel gefunden, der auf das Schrapnell Bezug nimmt.


    H.Röhne, Generalleutnant a.D.: Die Entwicklung der deutschen gezogenen Feldgeschütze (Schluß):

    Seite 5 (siehe Beilage)


    Hier heisst es, dass das Schrapnell in der deutschen Feldartillerie abgeschafft wurde, aber ohne Bezug auf ein Jahr.


    An anderer Stelle heisst es noch, dass das Schrapnell trotzdem für bestimmte Schiessaufgaben wertvoll wäre,

    da es wesentlich mehr Tiefenwirkung als Granaten aufweist (wo die Splitter ja ja eher schmetterlingsförmig zur Seite gehen).


    Sonst habe ich aber bisher keine Diskussion oder Erwähnung des Schrapnells in der Artilleristischen Rundschau von Mitte der 1920er-Jahre bis Anfang der 1930er-Jahre gefunden.


    Gruss

    Franz


    PS: in den deutschen Artillerievorschriften aus dem 1.Weltkrieg, Ausbildung Feldartillerie, Schiessvorschrift Artillerie, alle von 1917, ist das Schrapnell noch enthalten.

    Hallo,


    habe jetzt in der Artillerie-Vorschrift von 1927 noch etwas zu Kartätschen und Schrapnells gefunden.

    Zu dieser Zeit können sie daher noch teilweise im Einsatz gewesen sein bzw. im Vorrat.


    In der Vorschrift ab 1937 wird nur mehr die Sprenggranate, die Panzergranate und die Nebelgranate erwähnt.

    (H.Dv. 200/5 Ausgabe 1941 und H.Dv. 200/6, Ausgabe 1937 und 1943)


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    in der Anlage eine Liste der Munition für leichte und schwere Feldhaubitze.

    Sind alles nur Granaten, keine Kartätschen oder Schrapnell.


    Auch in einem entsprechenden Umdruck AT81 vom Oktober 1942 ist kein Hinweis auf eine Kartätschmunition,

    nur das Schützen, die die Feuerstellung einer Batterie angreifen, möglichst direkt mit den Geschützen bekämpft werden sollen.

    Der Schwerpunkt liegt aber bei Erläuterungen zur Panzerabwehr mit leichten Feldhaubitzen, Organisation der Nahabwehr etc.


    Gruss

    Franz

    Hallo Anton,


    eine interessante Fragestellung, wo ich leider derzeit noch nichts direkt beitragen kann, werde aber in meinen Unterlagen suchen

    Kartätschen wurden ja lange Zeit in der Artillerie geführt, insbesondere zur Nahverteidigung, aber das es eine derartige Munition für KwK gab, ist mir nun neu.

    Vielleicht gab es die auch in der Feldartillerie? Werde recherchieren.


    In diesem Zusammenhang wäre auch das Schicksal der Schrapnells interessant.

    Auf diese hat man ja vor dem 1.Weltkrieg grosse Hoffnungen gesetzt, die sich so nicht erfüllt haben.

    Schapnells wurden dann bis Ende des Krieges verwendet, aber wann sie in Fortfall gekommen sind, konnte ich bisher noch nicht nachweisen.

    Bei Munition der Wehrmacht sind sie mir aber noch nicht untergekommen.


    Gruss

    Farnz

    Hallo,


    habe endlich eine Anweisung zur Verwendung von Leuchtgeschossen gefunden.

    Diese ist zwar für die Küstenartillerie, bei Einsatz gegen Seeziele, von 1942, aber vielleicht auch in diesem Zusammenhang von Interesse.


    Gruss

    Franz

    Hallo John,


    zur Frage der Reichweite bzw. Rohrerhöhung, die kann man nicht so einfach beantworten, wenn man die Schusstafel des Geschützes nicht hat.

    Erstens, es ist eine Kanone, also nicht ganz steil wie ein Mörser. Laut Wikipedia bis +37°, aber keine Höchstschussweite angegeben.

    Diese kann man dann noch stark variieren durch die Ladung (mehr oder weniger Pulver).

    Und dann ist noch die Frage nach der Topographie, wie weit musste man ein Hindernis überschiessen bzw. auf den Strand hinunter.

    Als HKB sicher nicht Direktschuss auf den Strand, also bleibt nur indirekt über Bogenschuss, eher mit kleiner Ladung und eher grösserer Erhöhung.


    Anmerkung: Mit der 8.8 Flak im Artillerie-Einsatz hat man bei Bedarf auf nahe Entfernung, etwa im Gebirge ins nächste Tal, auch mit sehr hoher Rohrerhöhung, fast senkrecht geschossen.

    Dies kommt bei dieser Kanone nicht in Frage.


    Gruss

    Franz

    Hallo John,


    hier die französische Kanone "105 mm Model K331 Schneider", die Originalbezeichnung war eigentlich "Canon de 105 mle 1913 Schneider".


    Diese wurde nach dem 1.Weltkrieg an verschiedene europäische Staaten verkauft und dort im 2.Weltkrieg von der Deutschen Wehrmacht erbeutet und unter folgenden Bezeichnungen eingeführt:

    10,5-cm-Kanone 331(f) (ehemals französisch)

    10,5-cm-Kanone 333(b) (ehemals belgisch)

    10,5-cm-Kanone 338(i) (ehemals italienisch)

    10,5-cm-Kanone 338(j) (ehemals jugoslawisch)

    10,5-cm-Kanone 13(p) (ehemals polnisch)


    Und die Nummer 331 war eben die deutsche Beute-Nummer für dieses Geschütz.

    Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/…de_105_mle_1913_Schneider


    Siehe auch das beigefügte Foto, ebenfalls aus Wikipedia.


    Gruss

    Franz

    Hallo John,


    das Foto hier ist von einer russischen 122mm Haubitze, genaue Bezeichnung 122-mm-Haubitze M1938 (M-30).

    Siehe dazu auch den Link: https://de.wikipedia.org/wiki/122-mm-Haubitze_M1938_(M-30)


    Quote

    Die M 1938 wurde während des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion durch die Wehrmacht in großer Zahl erbeutet

    und unter der deutschen Bezeichnung schwere Feldhaubitze 396(r) (r für russisch) in Dienst gestellt.

    Insbesondere am Atlantikwall, aber auch in Divisionen an der Ostfront kam das Geschütz zum Einsatz. Von deutscher Seite wurde später mit dem Nachbau der Munition begonnen.


    Daher auch das Foto in einer Atlantikwall-Position, aber natürlich nicht ident mit der französischen Kanone "105 mm Model K331 1936 Schneider".


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    im 2.Post weiter oben die beiden Geschützfotos passen nicht zusammen, haben eine komplett unterschiedliche Lafettierung.

    Das grosse Bild mit genieteter Lafette aus Blechteilen, beim kleinen Bild mit Gussteilen.

    Ausserdem war die BR-17 angeblich nie in deutschen Diensten und wird auch auf keinem der beiden Bilder dargestellt.


    Das kleine Bild zeigt die 21cm Kanone 39 von Skoda (ursprünglich K52). Laut Typenkompass Dt. Artillerie von Lüdeke.

    Das grosse die 21cm Kanone 38.


    Gruss

    Franz