Posts by Flavius Belisarius

    Hallo,


    kenne ich nur von der Schweizer Armee, habe auch so einen Behälter einmal bei einem Broki gefunden und in meiner Schweizer Wohnung stehen.

    Ist hier sehr weit verbreitet auch bei "normalen" Brokis (Altwaren-Händlern), nicht nur Militaria-Händlern, bekommt man an jeder Ecke, auch mit den Flechtkörben.

    Leider gerade auf Heimaturlaub in Österreich, daher kann ich derzeit kein Foto davon rein stellen für Vergleichszwecke.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    habe jetzt noch eine Stelle zur Aufstiegshöhe der Beobachtungsballone bei der Wehrmacht gefunden:

    Quote

    Im Korb fanden zwei Beobachter Platz, die an einem 2000 Meter langen Seil infolge des Durchhanges etwa 1500 Meter hoch aufseiten konnten.

    Die normale Arbeitshöhe lag bei 600 bis 1000 Metern. ...

    Die Beobachter hatten aus ihrer Position eine Rundumsicht von bis zu 100 Kilometern.

    Fundstelle: Seite 319, Henrik Schulze: Geschichte der Garnison Jüterbog 1864 – 1994 „Jammerbock“. (Osnabrück 2000, Biblio Verlag)


    Gruss

    Franz

    Hallo Thomas,


    habe im Ehrenbuch der Deutschen Schweren Artillerie noch umfangreiche Ausführungen zu den BWE gefunden.

    Pulkowski hat ja vor allem die Ermittlung der Grundstufe eines Geschützes gefördert, die in Schiessplätzen hinter der Front ermittelt wurde.

    Erst nach dem Krieg wurde diese durch V0-Messung einwandfrei bestimmt, während das ursprüngliche Verfahren von Pulkowski noch sehr fehlerbehaftet war.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    habe jetzt noch 2 Fotos vom 30,5cm Mörser L8 aus dem Ehrenbuch der deutschen Artillerie

    sowie den Beschreibungstext aus der Krupp-Broschüre, den Taube zitiert.


    Scheinbar handelt es sich bei dem beschriebenen Geschütz tatsächlich um den 30,5cm Mörser und nicht um ein Gerät mit 28,5cm Kaliber.

    Dieses Modell dürfte auch relativ zahlreich mit 8 Exemplaren den ganzen Krieg im Einsatz gewesen sein, obwohl es schon von 1897 stammte.


    Das war dann auch laut Schirmer das "alte" Betagerät.

    Das Beta-Gerät 09, ebenfalls mit 30,5cm Kaliber, wurde 1910 eingeführt und stand 1914 nur im 2 Exemplaren zur Verfügung.


    Dieses alte Betagerät sieht auf den Fotos auch noch etwas weniger kompakt aus als das gesuchte Geschütz.

    Wie oben zitiert, war die Küstenartillerie zweigeteilt zwischen Heer und Marine, daher durchaus möglich, das es sich um ein Marinegeschütz handelte.

    Auch diese wurden ja fast ausschliesslich von Krupp geliefert.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    anbei einmal eine Aufstellung der 1914 vorhandenen schwersten Geschütze laut dem Ehrenbuch der Schweren Artillerie.


    Dazu auch ein kurzer Textausschnitt dazu über die Unterstellung, die teilweise Heer und teilweise Marine war.

    Die Aufstellung beinhaltet nur Geschütze der Schweren Artillerie (auch solche im Einsatz als Küstenartillerie), nicht aber Geschütze der Küstenartillerie der Marine.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    so wie es aussieht ist das Buch "Geschichte der Garnison Jüterbog 1864-1994" von 2000, vom gleichen Autor und daher wahrscheinich ein Vorläufer, das dann auf 4 Bände erweitert wurde.

    Da aber Jammerböck II über die Reichswehr-Zeit vergriffen ist und auch nicht antiquarisch erhältlich ist, dieses Vorgängerwerk aber schon, habe ich es mir bestellt. Ist aber teuer.


    Zu weiteren Recherchen zum 28cm-Geschütz:

    Taube zitiert hier aus der hausinternen Krupp-Studie: Entwicklung des Artilleriematerials im Kriege (1919).

    Vielleicht gibt es diese irgendwo, aber wahrscheinlich müsste man eher an das Krupp-Archiv herauntreten, vielleicht gibt es dort auch zusätzliche Infos, etwa diese Verkaufsbroschüre, woher einige der Fotos herstammen.


    Eine weitere Quelle wären zeitgenössische Militär-Zeitschriften aus diesen Jahren ab 1898 bis 1907, wo etwa auf die Erprobung und Einführung dieser 9 Stk. Bezug genommen wird.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    bei Hans Mehl, Heeresgeschütze aus 500 Jahren, Band 1, 1450-1920 gibt es noch einen kuriosen Hinweis:

    Quote

    Deutscher 30,5cm schwerer Küstenmörser 1898 ... schwerer Küstenmörser L/8 - auch β-Gerät genannt ... Höchstschussweite 8800m

    Das dazugehörige Foto zeigte einen Schweren Küstenmörser der Mörserbatterie Nr. 9 vom Juni 1917 aus dem Ehrenbuch der schweren Artillerie.

    Dieses Foto zeigt aber ein anderes Geschütz als das oben gesuchte.


    Gab es den Küstenmörser wirklich in 28- und 30,5cm oder wurde da was vertauscht?


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    habe die Beschreibung noch mit der französischen Beschreibung verglichen:

    Quote

    28cm Küstenhaubitze L16. Das Rohr (10,6 t) ist aus Tiegelstahl gefertigt. Der Keilverschluss wird durch eine Querschraube in Bewegung gesetzt und gleitet auf Stützrollen. Die Zündung erfolgt durch Perkussion oder elektrisch. Hydro- und Federspeicherbremsen. Gesamtgewicht (mit abnehmbarem Schild) 52,4 t - Entwicklung 0° bis 65° - Lafette auf 360° drehbarer Grundplatte. Seltenes Übergangsmodell, das 1914-1918 nicht verwendet wurde.

    Bei Taube: Mantelrohr mit zylindrischem Schraubverschluss ... hydraulischer Bremse und Federvorholer, .. nach jeder Seite um 30 Grad schwenkbar ...

    Rohrgewicht 1-7 8,5t, 8-9 7,8 t ... Rohrfahrzeug 14,5 bwz. 13,8 t, Lafettenfahrzeug 17,2 t, Bettungsfahrzeug 16 t (wären 47,7 t bzw. 47 t)


    Schwierig zu sagen, ob daß das gleiche Geschütz ist.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    habe aufgrund deiner Hinweise noch etwas weitergeforscht in meiner Literatur, und folgendes gefunden in:

    Deutsche Steilfeuergeschütze 1914-945, Gerhard Taube, Seite 6 bis 9.

    Quote

    Mai 1895 wurden das erste Versuchsgeschütz fertiggestellt. ...

    Am 10.4.1897 genehmigte der Kaiser die Beschaffung von 6 Geräten und 3600 Stahlpanzergranaten L/3,3.

    Bleibt noch nachzutragen, daß die Lieferung der 28cm-Haubitzen im Jahre 1898 erfolgte; sie waren für drei Batterien vorgesehen.

    Das Beta-Gerät, später "altes Beta-Gerät" genannt, ...

    Insgesamt wurden neun Geschütze dieses Typs gefertigt.

    Das war nach der Beschreibung klar ein Bettungsgeschütz, und sogar im gesuchten Kaliber 28cm.

    Dazu gibt es aber leider keine Abbildung und auch keine Angabe zur Kaliberlänge, nur zur Schussweite von 8200mm, später 8800m.


    Da diese Geschütze bereits 1906 als veraltet angesehen wurden, erfolgte dann die Entwicklung der neueren Beta-Geschütze im Kaliber 30,5cm und der Gamma-Geräte mit 42cm.


    Daraus kann man folgern, dass diese Geschütze 1914 als obsolet angesehen wurden und daher nicht mehr oder nur wenig eingesetzt wurden und ein Exemplar in Jüterbog überlebte.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    habe dazu recherchiert in "Schirmer - Das Gerät der schweren Artillerie",


    Darin konnte ich keinen Küstenmörser 28cm / L16 finden.


    1909 wurde der schwere Küstenmörser 09 (auch β-Gerät 09) mit Kaliber 30,5cm als Bettungsgeschütz bei Krupp entwickelt, etwa gleichzeitig mit dem 42cm "Gamma-Mörser".

    Dazu gibt es auch die Aussage, das die APK gegen das heruntergehen auf ein Kaliber von 28cm war (siehe Text-Ausschnitt).


    In den Jahren 1910/11 wurde dann eine 28cm Haubitze /L12 i.R. (in Räderlafette) von Krupp gebaut und in Fahrversuchen mit dem β-Gerät 09 verglichen.

    Das Foto weiter oben zeigt aber ein Bettungsgeschütz und kann daher nicht ident mit dieser 28cm-Haubitze sein.


    Später 1913 folgte dann noch die zerlegbare 28cm Haubitze /L12 i.R., ebenfalls von Krupp.

    Auch von Ehrhardt (später Rheinmetall) wurde eine 28cm Haubitze /L12 i.R. für Russland gebaut (scheinbar nur in einem Exemplar) und dann während des 1.Weltkrieges zerschossen als Beute eingebracht.


    Danach scheint es so, dass es sich bei diesem im Krupp-Prospekt vorgestellten Geschütz um ein für das Ausland entwickelte Modell handelt, dass auch nicht bei der APK (Artillerie-Prüf-Kommission) vorgeführt wurde.

    Trotzdem kann es sein, dass es auf einem Schiessplatz in Jüterbog getestet wurde und mangels Kaufinteressenten dort verblieb.


    Dazu habe ich aber in Jammerböck I (bis 1918) auch nichts gefunden.

    Der Band Jammerböck II zur Zwischenkriegszeit liegt mir leider nicht vor und ist auch vergriffen.


    Gruss

    Franz

    Hallo Thomas,


    grundsätzlich können diese Fehlschüsse durch verschiedene Gründe verursacht werden.


    Gerade im tiefdurchschnittenen Gelände darf man nicht nur nach Karte schiessen, sondern muss auch das Höhenprofil im Blick haben und eventuell auch mit den grafischen Schusstafel arbeiten.

    Laut Text haben sie mit der höchsten Erhöhung geschossen, war einmal gut war, aber trotzdem zu einem Einschlag auf einem Kamm führen kann, wenn man die schusstoten Räume nicht erfassen konnte.

    Auch ein simpler Rechenfehler bei der Schusswerte-Ermittlung kann zu einem Kurzschuss führen.


    Technische Gründe können auch in einem ausgeschossenen Rohr liegen, dann ist der Verbrennungsraum für die Granate grösser geworden durch Ausbrennungen und damit fliegt die Granate mit der gleichen Pulvermenge nicht mehr so weit. Dies muss regelmässig durch V0-Messtrupps überprüft werden und dann kann es in die Schussdaten-Berechnung einbezogen werden.

    Da könnte es auch sein, dass das durch den fortgeschrittenen Krieg 1944 das schon lange nicht mehr geschehen ist (die V0-Messung).


    Zur Munition: Im Laufe des Krieges wurde die Sprengstoff-Menge in den Granaten immer mehr gestreckt. Dies betrifft aber nur die Wirkung im Ziel, nicht die Schussweite.

    Diese ist vom Pulver abhängig. Da gab es meines Wissens keine geplanten Einschränkungen, aber die Qualität kann natürlich schon gelitten haben,

    wurden doch in den Muna's viele Zwangsarbeiter in der Pulverfertigung eingesetzt und die Abnahme war sicher auch nicht mehr so genau.


    Gruss

    Franz

    Hallo Thomas,


    wie man in den entsprechenden Text-Auszügen sehen kann, hat Pulkowski das System nicht als ganzes erfunden, sondern nur verschiedene vorhandene Elemente kombiniert, aber auch laut Bruchmüller entsprechende Verdienste erworben, als er dieses System propagierte und bekannt machte. Bruchmüller hat sich hier sicher keine fremden Federn angeheftet, aber er ist doch bekannter, auch wenn seine artilleristische Methode in der Wehrmacht nur wenig Anklang gefunden hat. In der Zwischenkriegszeit hat man viele Erkenntnisse des Grabenkrieges irgendwie beiseite geschoben und alles auf den Bewegungskrieg ausgerichtet. In den frühen Artillerie-Vorschriften der Wehrmacht wird glaub ich nicht einmal die Feuerwalze erwähnt. Nur die BWE und die Verwendung der aufklärenden Artillerie hat man schon in entsprechend fertig entwickelter Form in die Artillerie der Reichswehr (hier teilweise nur verdeckt und theoretisch) und später in die Wehrmacht übernommen.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    hier doch noch eine Vorschrift zum schweren Granatwerfer, wenn auch ohne offizielle H.Dv. - Nummer, etwa von 1944.


    Zu einer Werferbedienung gehören: 1 Werferführer und 5 Schützen.

    (in der H.Dv. 104: Zu einer Werferbedienung gehören: 1 Truppführer, 1 Werferführer und 5 Schützen)


    Also sogar 1 Mann weniger als beim 8cm GrW.

    Aber eventuell wurden die Aufgaben innerhalb der Gruppe oder des Zuges auch anders verteilt, dass müsste man sich noch genauer ansehen, wenn man das hinterfragen möchte.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    habe einmal einen Auszug aus der H.Dv. 104, die Ausbildung am s.Gr.W.34 (8 cm) vom 25.1.39 herausgesucht.


    Hier ist die Besatzung dieses (damals) schweren Granatwerfers genau darstellt.

    Beim späteren 120mm Granatwerfer war die Bedienung sicher ähnlich, zumindestens nicht weniger, aufgrund des viel höheren Munitionsgewichts tendenziell sogar mehr Muni-Schützen.


    Zum 120mm Granatwerfer wurde, glaub ich nie eine offizielle Vorschrift herausgegeben, nur diverse Merkblätter. Vielleicht finde ich noch etwas dazu.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    das historische Kriegsspiel aus dem 19.Jhd. wird übrigens auch noch heute in möglichst unveränderter Form gespielt, etwa in Großbritannien.

    Link dazu: https://kriegsspielorg.wordpress.com/


    Hier gibt es ein Digitalisat zur Ausgabe von 1946:

    Anleitung zur Darstellung militairischer Manöver mit dem Apparat des Kriegs-Spiels. Berlin [u. a.] : Mittler, 1846


    Zusätzlich noch 2 Bilder aus Wikipedia zur historischen Form, wie es heute gespielt wird.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    zum Abschluss noch einige Exemplare aus meiner Sammlung zu diesem Thema.

    Das älteste ist von 1874 und ein amerikanisches von 1880.


    Gruss

    Franz

    Hallo,


    als Fortsetzung noch eine komplette Kompanie-Aufgabe aus dieser Anleitung.

    Also diese Ebene war auch noch im Sandkasten ausführbar, im Maßstab 1:1000.


    Gruss

    Franz