Posts by peiper2

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 47-
    Rückblick über die wehrwirtschaftliche Entwicklung auf der Krim bis 31.03.1942
    Bericht Referat -Technik-

    Die wenigen grösseren Fabriken in Simferopol sind teilweise zerstört, stark von H.K.P. (Heeres-Kraftfahrzeug-Park), A.K.P. (Armee-Kraftfahrzeug-Park) und Instandsetzungs-Einheiten mit schwerem Gerät belegt und für deren Zwecke in Betrieb gesetzt. Nur ein kleiner Teil der grösseren Betriebe wird von dem Wi-Kdo. betreut. Eine erste Meldung über die Bestände an schweren Werkzeugmaschinen, ergab das 2/3 des ursprünglichen Bestandes von Russen evakuiert wurden, noch unter Trümmern liegen, ohne Meldung von eigenen Einheiten beschlagnahmt oder schwer beschädigt sind. Ein Drittel des schweren Maschinenbestandes ist teilweise leicht beschädigt, wurde weit entfernt (in Evakuierungslagern, auf LKW, Waggons usw.) sichergestellt und ist wartungsbedürftig - aber grundsätzlich gut verwendbar. Die hohe Nachfrage nach schweren Bearbeitungs-Maschinen aller Art, zwang dazu, Maschinen unter Trümmern zu bergen und auch durch Brandeinwirkung beinahe nicht mehr reparaturfähige Maschinen, instandzusetzen.


    Die robuste Bauart der Maschinen und grosses Geschick und Können von vielen Zivilarbeitern, führten schon schnell zu einer steigenden Ausstattung mit Maschinen aller Art. Aufträge von der Reichsbahn auf Bereitstellung von Sonder-Maschinen für eigene Bedürfnisse und auf Spezial-Maschinen von der Armee (Maschinen für die Herstellung von Stacheldraht usw.), mussten mit Fehlmeldung abgelehnt werden. Generell hat die Reichsbahn in den Ausbesserungs- und Betriebswerken auf der Krim, die gleichzeitig Endgleis- und Wartungs-/Reparaturlanlagen in grossem Umfange hat, besonderen Vorrang bei der Belieferung mit schwerem Gerät.


    Auf mehreren Erkundungsfahrten wurden teilweise vergrabenen Bestände an Ersatzeilen, Rohmaterialien und Werkzeugmaschinen gefunden. In einem vergrabenen Lager in Saki konnten so ua. 2 Vertikal-Bohrmaschinen, 2 Shapings (spanabhebende Metallbearbeitung), 1 Zylinder-Schleifmaschine und 1 Universal-Fräsmaschine in gutem Zustand sichergestellt werden. Abschliessend kann gesagt werden, dass die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen durch Armee, Reichsbahn und Wirtschaft weiter sehr hoch ist.


    Zur Behebung dieser hohen Nachfrage wurde eine Reihe von Massnahmen getroffen. Die Bergungskommandos wurden mit schwerem Bergungs-Gerät ausgerüstet. Der Einsatz erfolgt nur an Stellen, die auf Grund von Hinweisen durch ehemalige Zivilarbeiter und Führungskräfte, an bewiesenen Standplätzen von stark nachgefragten Maschinen unter Trümmern sind. Mehrere Evakuierungsläger in Hafengebieten konnten auf Grund von Verminungen/Blindgängern noch nicht erkundet werden. Die Instandsetzung von Maschinen wurde weiter planmässig organisiert und die Fertigung von laufend benötigten Verschleissteilen/Hartteilen (Messer, Bohrer usw.) aufgenommen. Der Betrieb von besonders nachgefragten Schwermaschinen wurde im Mehrschicht-Betrieb organisiert, um den dringend benötigten Ausstoß trotzdem abzusichern.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 46-

    Rückblick über die wehrwirtschaftliche Entwicklung auf der Krim bis 31.03.1942
    Bericht Abteilung Landwirtschaft


    Die vordringlichen Arbeiten im Winter waren das Einsammeln von Traktoren, Panje-Wagen, Maschinen und Sonderanhängern, die beim Abzug der Sowjets zurückgelassen wurden, sowie deren Reparatur in den MTS (Maschinen und Traktoren Stationen). Neben der Fertigung von Bau- und Ersatzteilen in eigenen Werkstätten, Schmieden usw., wurden Geschirre, Anbaugeräte an Zuggeräte und sonstiges Handgerät, repariert und teils neu gefertigt. Neben den vielen tausend Beute-Panje-Wagen und sonstigem Landwirtschaftlichen Gerät, wurden 410 Radschlepper und 90 Raupenschlepper repariert und fertiggestellt.


    An das AOK 11 wurden, anfangs ohne Bestätigung, die laufend fertiggestellten Panje-Wagen abgegeben, sowie per 31.03. insgesamt 51 Raupenschlepper leihweise zur Verfügung gestellt. Die Bestellarbeiten auf den Feldern begannen auf der gesamten Krim Mitte März, im Süden etwa eine Woche früher. Die motorisierten Schlepper können aufgrund von Treibstoffmangel nicht genutzt werden, weiter herrscht grosser Mangel an Zugtieren und Saatgut/Anzuchten. Durch konzentrierten Einsatz, auch von angelernten Kühen als Zugtiere, konnten in den 2 Wochen bis 31.03. bereits etwa 12.000 Hektar bestellt werden. Die Bestellarbeiten sind weiter im Gange.


    Im Jahr 1941 wurde auf der Krim auf 7.800 Hektar Tabak mit einem Trockenertrag von 5.360 to angebaut. Für 1942 sehen die angepassten Planungen einen Tabakanbau auf 5.650 Hektar vor. Da der Anbau nur auf den besten Flächen erfolgt, andererseits aber mit weniger Dünger- und Chemieeinsatz gerechnet werden muss, wird, bei einem durchschnittlichen Sommer, ohne grosse Ernteausfälle durch Krankheiten/Schädlinge - ein vergleichbarer Ertrag pro Hektar erwartet.


    Der Armeebedarf an Verpflegung gefährdete und verbrauchte immer wieder wertvolle Bestände an Saatgut und Zuchttieren. Saatgut wird derzeit von privaten Rayon-Bauern gegen Gebrauchsgetreide eingetauscht und aus Cherson nachgeführt. Aus den noch vorhandenen Viehrestbeständen wurden die besten Stücke herausgezogen. Diese sollen als Basis für den Wiederaufbau der Tierzucht dienen. Fast alle anfallenden Jungtiere aller Tiersorten werden von dem Armeebedarf aufgesogen. Ein eigentlich vorgesehener Bestandsaufbau bei Schafen war so nicht möglich, aber auch hier konnten wenigsten die besten Jungtiere für die Zucht gesichert werden.


    Der Landbevölkerung wurde, trotz erheblichen Widerstandes verschiedener Stellen, zumindest eine Milchkuh, eine Zuchtsau sofern vorhanden (den Rayons der Zuchteber) und ein Bestand an Hühnern belassen. Da das Vieh, wie auch das Wohnhaus und das umgebende Gartenland, in den unbeschränkten Besitz der Bauer überschrieben wurde (im Gegensatz zu der nur pachtweisen Überlassung zu Sowjetzeiten), wurde für überzählige Abgaben entsprechend bezahlt. Vordringlich wird nun die Kleintierzucht (überwiegend Hühner, aber auch Gänse, Enten usw.) von Grund auf neu aufgebaut. Das landestypische Geflügel ernährt sich zu einem grossen Anteil auf Wiesen, Weiden und Gewässern selbst, so dass nur eine iV. geringe Zufütterung nötig ist. Weiter lässt sich bei Geflügel der Bestand schnell aufbauen und das Kilo Schlachtgewicht kann schneller und mit weniger Futteransatz erzeugt werden.


    Im Hinblick hierauf wurden von den 7 ehemals vorhandenen und durchweg erhaltenen und in Betrieb gesetzten Geflügel-Brutstationen, bereits 5 betriebsfertig gemacht und, sofern Betriebsstoff vorhanden war, in Betrieb gesetzt. Mit dem vorhandenen Bestand an Hühnern, Hähnen und Brütern können so alle 3 Monate etwa 1 Million Eier gebrütet werden. Die Abgabe der Küken erfolgt an grössere Betriebe, die sich auf die Produktion von Eiern spezialisiert haben, sowie an Kolchosen und private Bauern.


    Der Aufbau der Bienenzucht wird mit besonderem Nachdruck verfolgt. Zu Sowjetzeiten war die Bienenzucht nur unzureichend verbreitet und zeigt starke regionale Unterschiede in der Qualität. Bienenköniginnen wurden als Kurierfracht aus dem Reich eingeflogen und dienen nun als Basis für den Aufbau neuer Zuchten. Der Bau von Bienenstöcken wurde in eigenen Schreinereien in einheitlicher modularer Serienfertigung begonnen und läuft unbeschränkt weiter, für den Bau von Honigräumen. Die Imker der Abteilung geben durchgehend praktische und theoretische Schulung an eigene Sonderführer, private Bauern und Abgesandte der Kolchosen. Die Bienenzucht wird für den ausgedehnten Anbau von Obst und Gemüse benötigt. Weiter wird dem Ertrag von Honig und Wachs eine nicht geringe Bedeutung beigemessen.


    Die Seidenraupenzucht erfolgt in grösstmöglichem Umfang. Neben der regionalen Seideerzeugung und Verarbeitung, ist die dauerhafte Ablieferung von Kokons an Betriebe in der Heimat geplant. Hierzu zählen vor allem Zuchten des hier heimischen "Chinesischen Eichenspinners", der eine besonders haltbare Seide für Fallschirme liefert


    Raufutter ist kaum noch vorhanden, aber erstes Grün auf den diesjährig erweiterten Weiden verspricht Abhilfe. Die Ernährung der Bevölkerung konnte bisher nur durch eigene Vorräte und Zuteilungen des Wi-Kdo. einigermaßen gesichert werden. Es werden derzeit weitere Programme ausgearbeitet, die der Zivilbevölkerung eine weitgehenden Selbstversorgung ermöglichen soll.



    Im Betrieb der Abteilung Landwirtschaft sind derzeit folgende Betriebe:

    -2 Marmeladenfabriken in Betrieb. Die Werke erzeugen Marmelade aus Trockenobst und Zuckerlösung und füllen diese in Grosskonserven und Einweck-Gläser.


    -Nudelfabrik Simferopol in Betrieb. Ein Teil des gelieferten Getreides wurde in einer naheliegenden Mühle vermahlen und in dieses Werk verschoben und entsprechend verarbeitet. Die Abgabe der Nudeln erfolgte an die Divisions-Nachschubführer und in geringerem Umfang an die Armen-Küchen.


    -2 Brauereien in Betrieb. Die Nachführung von Braugerste war offensichtlich stets möglich, so dass der Betrieb kontinuierlich möglich war. Der Gesamtabsatz ist jedoch, im Verhältnis zu der Kopfzahl der Armee, gering.


    -3 Mineralwasserwerke in Betrieb. Der laufende Anfall ist befriedigend und ermöglicht neben der Armeeversorgung eine durchgehende Abgabe von Mineralwasser an private Verkaufsstellen. Da nicht alle Brunnen Trinkwasserqualität liefern, ist der Betrieb dieser Werke zur Vermeidung von Krankheiten von grosser Bedeutung.


    -mehrere Anlagen zur Trocknung von Obst liegen derzeit still. Die Anlagen sind mit umfangreichen Holz- und Gittergestellen in Südausrichtung versehen. Das Obst wird so von der Sonne in den warmen trockenen Sommermonaten, je nach Ernteanfall (von frühen Erdbeeren/Himbeeren, über Maulbeeren, Kirschen und Pfirsichen im Sommer, bis zu Trauben und Äpfeln im Herbst) getrocknet und in Kellern, Felslagern usw. eingelagert.


    -diversen Molkereien, nur teilweise in Betrieb. Neben wenigen kriegsbeschädigten Betrieben, hemmt der merklich geschrumpfte Ziegen und Milchkuhbestand die Produktion. Weiter geben die vorgefundenen Viehbestände auf Grund der derzeit nur mageren Fütterung und zumal im Winterhalbjahr, weniger Milch. Die Weiterverarbeitungsbetriebe wurden durchweg instand gesetzt und sind für eine, schon seit Mitte März spürbar steigende Milch-Produktion, vorbereitet. Mit Beginn der Weidegänge wird ein starker Anstieg der Milch-Produktion erwartet. Es werden derzeit Verhandlungen mit der Armee geführt, in welcher Verarbeitungsstufe abgeliefert werden soll (Frischmilch, Quark, Rahm, Butter, Käse usw.).


    -mehrere Konservenfabriken liegen derzeit still. Die Instandsetzungs-Arbeiten nehmen ihren Fortschritt. Die technischen Probleme erscheinen bis zum Beginn des vorgesehenen Produktionseinsatzes lösbar Sorge bereitet die Tarabeschaffung. Viele Holzkisten kehrten bei der Ablieferung der vorherigen Konserven-Produktion nicht zurück. Ebenso ist die Rückgabe von Dosen schwach. Es wurde nochmals dringend darauf hingewiesen, dass einzelne lose Dosen nicht zweckmässig versandt und nach Einkürzung mehrfach verwendet werden können.


    -67 MTS in allen Landkreisen im Betrieb


    -Grosse Ersatzteilfabrik-Rekord in Kachowka in Betrieb. Grosse Schmiede und Metallwerkstätte fertigen Achslager, Pflugspitzen, mechanische Messer usw.


    -Auto-Reparaturwerkstatt Ukrainska in Simferopol. Grosse Werkstatt für Spezial-Reparaturen an Getriebe, Motor, Mäh- und Mühlwerken usw. in Betrieb


    -30 Mühlen betriebsfertig, nur teilweise in Betrieb. Die zentral gelegenen modernen, sowie die Mühlen mit Wasser/Wind Antrieb sind überwiegend in Betrieb. Ältere, abseits gelegenen Werke stehen derzeit still. Die Gesamtleistung der betriebsfertigen Mühlen beträgt in 24 Stunden (für 96 %iges Mehl) 820 to. Pro Mühle beträgt die Tagesleistung/Mehl 8 - 100 to/Tag.


    -Landmaschinen-Großreparaturwerk in Jewpatoria in Betrieb. Reparatur von Gerät für die Einsaat, Düngung, Unkrautbekämpfung, Ernte usw.


    -Magneten-Reparaturwerkstatt in Simferopol in Betrieb


    Gruß

    Hallo Leute,

    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 45-


    Rückblick über die wehrwirtschaftliche Entwicklung auf der Krim bis 31.03.1942
    Bericht Gruppe -Arbeit-

    Insgesamt wurden von dem Arbeitsamt Simferopol bis 31.03. etwa 10.000 Männer und 20.000 Frauen als Arbeitskräfte registriert. Davon sind allein in Simferopol noch etwa 10.000 Menschen arbeitssuchend gemeldet. Davon ist der überwiegende Teil Frauen, deren Arbeitsbereitschaft nur schwer nachgeprüft werden kann. Oftmals haben diese Frauen kleine Kinder oder Alte zu versorgen, verkaufen auf eigene Rechnung Ware auf Märkten, gehen Hilfstätigkeiten wie Wäscherin, Putzfrau usw. nach oder bestellen eigenes Gartenland. Gut bezahlte und verpflegte Tätigkeiten im nahen Umfeld des Wohnhauses werden gerne angenommen, weiter entfernt liegende Arbeitsangebote mit schlechter Verpflegung und unklarem Arbeitsweg abgelehnt.


    Mit Fertigstellung der grossen Bauarbeiten bei der Instandsetzung und Umspurung der Eisenbahnlinien wird eine grossen Anzahl an Zivilarbeitern frei. Die gewerbliche Wirtschaft wird sicherlich noch eine hohe Zahl an neuen Arbeitsstellen schaffen, aber die absolute Zahl wird, wegen der allgemein nur schwach ausgeprägten Industrie, nicht ausreichen um alle Arbeitssuchenden zu beschäftigen. In der Landwirtschaft erscheint das Angebot an verfügbaren Fachkräften, die das ganze Jahr über beschäftigt werden können, gedeckt. Für den saisonalen Bedarf an Landarbeitern stehen, neben Landarbeitern die im Winter im Wald (mit angeschlossener Brennholzerzeugung usw.) arbeiten, auch ausreichend zivile Saison-Arbeitskräfte sowie eine angebotene grosse Anzahl Kriegsgefangene mit Erfahrung in der Landwirtschaft, zur Verfügung.


    Die Facharbeiterfrage war in fast allen Betriebe lösbar. In Betrieben die nur wenige Facharbeiter haben, wird Wert auf eine Ausbildung von jungen Arbeitskräften im Arbeitsbereich gelegt. In einem ersten Schritt sollen junge begabte und interessierte Arbeiter in allen Bereichen eines Unternehmens eingesetzt werden, um einen Überblick über die gesamte Fertigung zu erhalten. Später ist die Einführung von Schulungs- und Meisterkursen vorgesehen, die kurzfristig bei Mangel an Material/Strom usw. oder später im Produktionsprozess eingeplant, geführt werden sollen. Dabei ist, zumindest anfangs, die Leitung oder zumindest Beteiligung durch eine deutschen Meister oder erfahrenen Gesellen, zwingend erforderlich, um die Weichen in der Fachausbildung sofort in die gewünschte Richtung zu stellen.



    Bericht Abteilung Forst und Holzwirtschaft


    Die Deckung des Brennholzbedarf, der durch den Mangel an Kohle, einen erheblichen Umfang angenommen hat, ist nur in beschränkten Waldgebieten möglich, weil umfangreiche Gebiete infolge Partisanengefahr nicht zugänglich sind. Weiter wirkte sich, gerade in den Bergregionen, der strenge Frost und der, mit Beginn der Feld- und Gartenarbeit einsetzende Abzug von Arbeitskräften und Zugmitteln, hinderlich aus. Es gelang trotzdem die Anforderungen von Brennholz weitgehend zu bedienen.


    Bestände an Nutzholz (Bretter, Balken usw.) sind nicht mehr vorhanden. Diese wurden von der Wehrmacht, der Reichsbahn und verschiedenen Baueinheiten verbraucht bzw. beschlagnahmt. Die Bestände an Rundholz (roher Stamm ohne Äste) und an Schwellen für die Eisenbahn sind weiter in einem ausreichenden Umfang vorhanden. In der Oberförsterei Aleschki wurde mit der Aufforstung von diesjährigen und vor allem von vorgefundenen Kahlschlägen begonnen. Ziel ist die komplette Aufforstung aller Waldgebiete.


    Die Sägewerke waren im Berichtszeitraum ausreichend ausgenutzt. Ein Teil der Werke ist auf die Wasserkraft angewiesen und kann folglich nur nach Anstauung und bis zum Aufbrauch von ausreichenden Wassermengen arbeiten. Der Einschlag von Langholz wurde nur in stark begrenztem Umfange durchgeführt. Einerseits sind Einschlagtrupps auch in schwach Partisanengefährdetem Gebiet weithin hörbar und im weiten Arbeitsgebiet mit bekannten An- und Abfuhrstrecken nicht ausreichend sicherbar. Auf der anderen Seite liegt noch sehr viel eingeschlagenes Holz in den Wäldern (die Russen haben viel im Sommer eingeschlagen und die Stämme samt Astwerk liegen lassen - Laubtrocknung) und an Waldwegen, Umschlaglagern usw., an.


    Geliefert wurden im 1. Quartal: 21.121 rm Brennholz, 5.570 rm Nutzholz, 4.240 rm Rundholz, 502 Akjas


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 44-

    Rückblick über die wehrwirtschaftliche Entwicklung auf der Krim bis 31.03.1942
    Referat Handel, Handwerk und Städtische Zivil-Versorgung (vorerst nur Stadt Simferopol)


    A: Handwerk
    Handwerksbetriebe arbeiten in erster Linie für den sofortigen Bedarf der Zivilbevölkerung. Mit der Herstellung von Waren für den Verkauf wurde im Berichtszeitraum begonnen.


    1. Per 31.03. sind 738 Handwerks- und Gewerbebetriebe eingetragen und eröffnet worden. Darunter sind Schuster, Schneider, Friseure, Sattler, Schlosser, Uhrmacher, Wagenreparatur-Werkstätten für private Gespanne usw.. In diesen Zahlen sind NICHT die 34 gewerblichen Betriebe, die in Betreuung des Wi-Kdos. stehen und ausschliesslich für den Truppenbedarf arbeiten, enthalten.


    2. Die Zahl der Beschäftigten in diesen Betrieben beträgt 2.800 Personen.


    3. Eine Schliessung von bereits zugelassenen Betrieben, wegen wesentlicher Verfehlungen, hat nicht stattgefunden.


    4. Mit Genehmigung des Ortskommandanten wurden weitere 680 private Heimgewerbe-Einzelbetriebe zugelassen und eröffnet.


    5. Sollten Wehrmachtsaufträge an die Betriebe erteilt werden, so haben diese Vorrang.



    B: Handel
    -Märkte
    In Simferopol gibt es auf dem zentralen Marktplatz jeden Tag einen kleinen und an 2 Tagen in der Woche einen grossen Bauernmarkt. Verkauft wird hauptsächlich Saatgut, Anzuchten von Obst/Gemüse, einfache Speisen/Lebensmittel, Korbwaren, Gartengerät, Viehsalz, Haushaltswaren usw.. Da Wehrmachtsangehörige freien Zugang haben, hat sich ein entsprechendes Angebot von handgezeichneten Postkarten, Gebrauchsgegenständen/Geschenkartikeln, Schuhputzdiensten usw., entwickelt.


    -Läden und Läger
    Von eigenen Einheiten wurden einmalig die vorhandenen Bestände gesichtet und dringend benötigte Eisen- und Metallwaren, Farben- und Lacke, Textilien, Haushalts- und Küchengeräte usw. sichergestellt. Daraus ging der grösste Teil an die Armee, ein jeweils kleiner Teil ging zur Einlagerung zwecks Kleinverteilung und an die Zivile Stadtverwaltung zur Einrichtung von Volks- und Armenküchen, bzw. zur Versorgung Notleidender. Der verbliebene grössere Warenbestand wurde den Besitzern garantiert und wird nun durch eine anlaufende Zivilproduktion aufgefüllt.
    Der verbliebene Warenbestand in den zivilen Läden belief sich am 31.03.42 auf 1.780.000 Rubel (darunter für 180.000 Rubel Büroartikel, 42.000 Rubel Salz, 27.700 Rubel Waschmittel/Schuhcreme usw.)


    Die Handwerks- und Gewerbebetriebe lieferten bis 31.03. an die zivilen Läden Ware im Wert von 1.450.000 Rubel (darunter für 172.000 Rubel Knöpfe und Spiegel, 206.000 Rubel Fussbekleidung/Mützen aus Leder-/Stoffresten, 390.000 Rubel Stiefelwichse und Waschpulver "Kil"). Insgesamt wurden bis 31.03. 46 Verkaufsläden, 22 Brotläden, 2 Möbelläden, 6 Kioske, 5 private Kommissionsläden, 5 Mineralwasserläden, eine Buchhandlung und ein Gebrauchsgegenstände-Aufkaufladen genehmigt und eröffnet.


    C: Städtische Versorgung
    Es sind derzeit 7 städtische Volksküchen in Betrieb, in denen im März 16.494 Personen beköstigt wurden. Ferner wurden 1.870 sozial besonders schlecht gestellte Menschen verpflegt, nebst 1.098 Zivilgefangenen. Brotkarten als Zusatzversorgung für die Zivilversorgung aus Wehrmachtsbeständen, erhielten allein in Simferopol per 31.03.: 71.256 Personen, darunter 15.347 Arbeitende - die 27.255 Angehörige haben. An Nicht-Arbeitende wurden 9.875 Brotkarten ausgegeben - die 12.318 Angehörige haben. An Pensionäre gingen 4.641 Brotkarten - die 1.820 Angehörige haben. Die auf Brotkarten zur Zusatzversorgung ausgegebenen Rationen mussten, aufgrund des Getreidemangels mehrmals gekürzt werden und erreichte Ende März durchschnittliche 300 gr./Person und Tag. Die Volksküchen wurden bevorzugt versorgt.


    Das zivile Krankenhaus wurde im Rahmen der Möglichkeiten bei der Versorgung mit Brennmaterial, Medikamenten, OP-Gerät usw. unterstützt.


    Gruß
    -

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 43-

    Rückblick über die wehrwirtschaftliche Entwicklung auf der Krim bis 31.03.1942
    Referat Transport und Verkehr

    Beim Durchbruch des feindlichen Befestigungsgürtels auf der Landenge von Perekop, war die Armee ausschliesslich auf die Neubaustrecke Cherson - Armjansk, mit Fährbetrieb über den Dnjepr, angewiesen. Auf der ganzen E-Strecke auf die Krim, waren durch Kampfhandlungen, Räumungen und Sprengungen, grosse Schäden angerichtet. Weiters waren Weichen herausgerissen und die Überführungen zerstört. Die E-Strecken auf die Krim führen in der Hauptsache durch die Steppe. Der Unterboden ist, bedingt durch den Sandboden nur sehr schwach und Betriebsstörungen durch Gleisspülungen nach Regenfällen sind sehr häufig.


    Nach Einbruch des Winters und mit Beginn des Frühlings ist der Fährbetrieb über den Dnjepr, wegen Treibeis und nicht tragendem Eis, sehr erschwert - der komplette Nachschub ruht. Wenn das Eis des Dnjepr im Winter fest und tragfähig ist, wurde der Güterumschlag über den Fluss durch LKW, Panjewagen und Pferde- und Hundeschlitten durchgeführt - Nachschub für mehrere Armeen!


    Durch tatkräftige Arbeit konnten die Endbahnhöfe in Verhältnis kurzer Zeit bis Bachtschisseraj vorverlegt werden. Ende März war dann auch die wichtige Zufuhrstrecke Snamenka - Cherson und am 09.04. die Umspurung bis Dshankoj durchgeführt. Hier wird die Strecke Snamenka - Saporoshje - Dshankoj ganz erheblich entlastet und der Transportweg wesentlich gekürzt. Die Verbindung über den Dnjepr wird durch mittlerweile 3 - 4 Eisenbahnfähren und 3 Seilbahnen hergestellt. Im Laufe des Aprils soll auch die E-Strecke Dshankoj - Feodosia umgespurt werden, sodass das gesamte E-Netz der Krim, soweit sie in unserer Hand ist, Normalspur hat.


    Die Versorgung der Truppe konnte bis jetzt zufriedenstellend durchgeführt werden. Von 25.000 to Kohle, die die Wirtschafts-Inspektion Süd der 11. Armee ab Stalino zur Verfügung gestellt hat, sind allerdings erst 2 Züge mit etwa 900 to eingetroffen. Die Versorgung der Zivilbevölkerung musste durch Verkehrsbeschränkungen, infolge Eisgang auf dem Dnjepr, Umnagelungsarbeiten usw., in den Hintergrund treten. Auch hier wird jetzt ebenfalls eine fühlbare Besserung eintreten. Die auf der Krim vorgefundenen Wirtschaftsgüter wurden fast ausschliesslich für die Versorgung der Truppe verwendet. In die Heimat konnten bisher nur 360 to Rohtabak und 20 to Baumwolle verladen werden. Weitere 600 to Rohtabak stehen zum Abtransport Richtung Heimat zur Verfügung, befinden sich aber noch weitab von Bahnhöfen und müssen erst per Achse angefahren werden.


    Die Krim hat nur ein sehr spärlich ausgebautes E-Netz und die Räume zwischen der Nord-Süd und Ost-West-Verbindung sind gewaltig. Die Strassen sind für russische Verhältnisse gut, allerdings behindert der Mangel an Betriebsstoff viele Bewegungen. Durch die verstärkte Ausnutzung von Leerkolonnenraum, ist es gelungen die dringendsten Transporte im Wirtschafts-Bereich durchzuführen. Binnen- und Flusschiffahrt kommt für die Krim nicht in Frage. An den Seeschiffahrtsverkehr kann erst nach der vollständigen Eroberung der Krim herangetreten werden.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 42-


    Rückblick über die wehrwirtschaftliche Entwicklung auf der Krim bis 31.03.1942
    Abteilung Wirtschaft: Referat Allgemeines und Truppenbedarf


    b) Fertigung von Geschirren
    Der alte Lederplan sah die vollständige Abführung von sämtlichen Lederbeständen in das Reich, zur Linderung des dortigen Ledermangels, vor. In den letzten Tagen geführte Besprechungen mit dem WBA und der Wehrmacht/Häuteerfassungs-Stelle, führten zu dem Ergebnis, dass das Gerben der hier in grosser Menge vorgefundenen Schweine-, Schaf- und Rinderhäute, auch für den Wirtschafts-Bedarf, auf der Krim vorgenommen werden kann. Die der Armee zugesprochene Anzahl von Häuten genügt zur Fertigung von 8.000 kompletten Geschirren. Die in Simferopol befindliche grosse Lederfabrik/Sattlerwerkstätte, welche für die Armee bereits Geschirre neu fertigte und Instand setzte, ist in der Lage täglich ungefähr 60 Einzelgeschirre herzustellen


    Das hierzu nötige Fachpersonal ist vorhanden, die Fertigung der Eisenteile wurde durch Lieferungen von Vormaterial durch Giessereien und Ausarbeitung durch Schmieden auf der Krim, gesichert. Es mangelt lediglich an Sattlergarn und Transport-Nähriemen, welches derzeit komplett angeliefert werden muss. Die hier befindlichen Vorräte reichen bis ungefähr zum 20.04.42.



    c) Sonstige Beitreibung von Panjewagen und Geschirren
    Die zu Beginn des Einmarsches auf die Krim noch betriebene Eintreibung von vorgefundenen Panje-Wagen von Kolchosen, wurde, nach Garantie einer regelmässigen geordneten Ablieferung, auf Anordnung des AOK 11 unterlassen. Die Aufarbeitung von beschädigt vorgefundenen Panjewagen geht unverändert weiter und benötigt nur geringe zusätzliche Bauteile (aus 2 mach 1). Die Ablieferungen erfolgen an die Armee, Landwirtschaftsbetriebe mit nachgewiesenem Bedarf für die Frühjahrsbestellung und an Neusiedler im Norden der Krim. Gefertigt wurde bis 31.03.: 825 Pferdegeschirre, 10.140 Schnallen, 4.315 Ringe, 240 lfdm. technische Riemen.



    d) Sonstige Fertigung/vorgefundene Bestände
    -Sonstige Fertigung/Leistungen in Produktionsbetrieben der Krim:
    1.364 Öfen, 4.510 m Ofenrohre, 2.668 Stück Ofenkniee, 260 Metallbetten, 4.272 Eimer, 606 Waschschüsseln, 5.781 Waschvorrichtungen, 750 Kochgeschirre, 1.300 Bauklammern, 71 E-Motoren und 50 Akkumulatoren repariert


    -In Lagern, aufgegebenen Betrieben und aus Evakuierungsbeständen (ohne Material welches direkt von der Wehrmacht beschlagnahmt wurde oder in fortgeführten Betrieben liegt) konnte ua. sichergestellt werden:
    2.500 Ofenplatten, 39 Öfen, 388 Bratöfen, 660 Bratpfannen/Töpfe, 485 Schraubstöcke, etwa 6.000 Zangen/Hämmer/Feilen/Sägen/Hobeleisen usw.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 41-


    Rückblick über die wehrwirtschaftliche Entwicklung auf der Krim bis 31.03.1942
    Abteilung Wirtschaft: Referat Allgemeines und Truppenbedarf
    Von den grösseren Aufträgen an Truppenbedarf, die an die Abteilung W gegeben wurden, konnten bereits Teilmengen aus der Erkundung und der Neufertigung ausgegeben werden. Bei der Herstellung waren überall Schwierigkeiten zu überwinden, infolge Mangel an Material, Betriebsstoff und geeigneten Fachkräften. Bei letzteren beeinträchtigten Ernährungsschwierigkeiten ihre Leistungen. Eine Reihe von Aufträgen konnte aus Mangel an Material nicht angenommen werden. Die Herstellung von Panjewagen wurde in Gang gesetzt, mit der Auslieferung wurde begonnen.

    a) Panjewagenfertigung
    Hierzu stehen derzeit 4 Holzbearbeitungs-Werkstätten, weiters eine grosse und mehrere kleine Schmieden zur Verfügung. Bis Ende März wurden 15 komplette Panje-Wagen neu produziert und für 85 Panje-Wagen sämtliche Holzteile gefertigt. Die Eisenteile konnten bis 31.03. nicht hergestellt, bzw. besorgt werden.Der Produktionsplan April sieht die Produktion von 100 kompletten Panje-Wagen, jedoch ohne Radbereifung - und von 100 Wagen die fertig beschlagen, jedoch ohne Achsen und Radbereifung vorgefertigt werden. Im April wird eine weitere Giesserei in Simferopol Beschläge für die Geschirr- und Panjewagenfertigung in verstärktem Umfang aufnehmen. Für die bis Juli ´42 stetig steigende Produktion, kann die Herstellung der Holzteile und der Beschläge eingehalten werden. Die Fertigung der Achsen und Radeisenreifen - und damit die Endfertigung und Auslieferung - hängt von der rechtzeitigen Anlieferung des bestellten Materials ab. Mit Fernschreiben vom 18.03. wurden die benötigten 11.500m Achsen-Quadrateisen, 40 - 45 mm und 48.000m Radreifeneisen, 50 x 8 - 10 mm, bestellt. Die vorhandene Schmiedekohle reicht bis Ende Juni, Naphta für die Motoren reicht nur bis Mitte April.


    Lieferprogramm der seitens AOK 11 OQu bestellten Panjewagen:


    März April Mai Juni Juli August Sept,- Dezember
    Holzbearbeitungs-Werkstatt Simferopol 15 75 80 100 150 150 150
    Fassfabrik Simferopol - 25 40 50 150 150 150
    Sägewerk Karasubasar 80 100 200 200 200 200 200
    Sägewerk Aluschta 5 nur noch Zulie- fer- ung
    Gesamt 100 200 320 350 500 500 500
    1942 Gesamt 3970


    Gruß

    Hallo Leute,


    #Karat
    Ja das ist gut möglich! Ich verkürze die Berichte ja erheblich und wenn da dann eine Seite von "Verwendung zum Antrieb von Maschinen X und Y in der Breite von A - D und der Dicke von 1 - 5, sowie dem Antrieb von Kfz.-Motoren ...." berichtet wird, dann habe ich hier wohl falsch komprimiert oder es gibt einen Antrieb mittels Flachriemen und eine Kraftübertragung auf Zahnräder ... Trotzdem danke für den Hinweis"


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 40-


    24.03. - 31.03.1942
    -Abteilung Wirtschaft teilt dem AOK 11 WuG mit, dass die Bestellung von weiteren Akjas nur bis 1.500 Stück angenommen werden kann, da die vorhandenen Sperrholzplatten und passenden Bleche nur für diese Menge ausreichen. Bei zusätzlicher Lieferung dieser Waren kann der Auftrag rein Produktionstechnisch ausgeführt werden.


    -Auftrag des OB der Landenge (Abriegelung der Halbinsel Kertsch) über 30.000 Pfähle erhalten und nach Rücksprache mit der Oberförsterei Karasubasar angenommen. Die Oberförsterei erhielt ebenfalls die Erlaubnis zum Einschlag von Nutzholz für die zukünftige Produktion von Panjewagen.


    -Anlaufen der Glasfabrik Simferopol mit Stellung eines Traktors für den Betrieb. Es wird vorerst nur ein kleiner Ofen mit Weiterverarbeitung, für die wichtige Fertigung von Lampenzylindern in Betrieb genommen.


    -Die Mineralöllage auf der Krim ist denkbar ungünstig. Vorgefundene geringe Bestände wurden sofort von der Truppe beschlagnahmt, weitere erkundete und neu zugeführte Menge werden ebenfalls der Armee und dem Betrieb des E-Werkes Simferopol zugeschlagen. In Feodosia wurde bei der Nacherkundung ein Lager mit 20 Fass Staufferfett sichergestellt. Veranlasst wird ferner, dass die grosse Anlage der Torpedowerft in Sultanowka, nach der Entminung, nacherkundet wird. Die gesunkenen Frachter im Hafen, nach Meldungen noch beladen, werden demnächst durch Taucher nach Mineralölen, sonstiger nutzbarer Fracht und Bergungs- oder Abwrackmöglichkeiten untersucht. Die aus Teilen der Torpedowerft bereits entnommenen 310 Fass (61.000 kg) Naphta, wurden voll vom AOK 11 IV Wi. beansprucht.


    -Bericht über die Tabakanstalt Jalta
    Die unversehrte Anstalt wird mit einer Fermentierungskammer in Betrieb genommen. In der Versuchsanstalt werden verschiedene Anbauversuche, eine Sortenselektion mit Eliteaufzucht und eine Samenvermehrung für den Anbau 1943 durchgeführt. Umfangreiche Frühbeetfenster-Anlagen sind mit Aussaaten voll belegt. Der vorhandene Tabakschneidebetrieb ist stark veraltet und wird stillgelegt.


    -Bericht über die Tabakanstalt Aluschta
    Die Frühbeetfenster-Anlagen sind mit gelieferten Samen bepflanzt. Die Tabakschuppen sind, bis auf das allernötigste Balkenmaterial ausgeräubert worden. Kostenvorschläge werden bei naheliegenden Sägewerken eingeholt, um die Schuppen wieder sicher gebrauchsfähig herzurichten. Der vorhandene Tabakschneidebetrieb wird zugunsten der zentralen Verarbeitung ebenfalls stillgelegt.


    -Die vorgefundenen Getreidemengen sind weitgehend für die Versorgung von Armee und Zivilbevölkerung verbraucht worden. Der OQu AOK 11 kann keinen Weizen für die Ernährung der Zivilbevölkerung zur Verfügung stellen. Die Bevölkerung befindet sich bereits in grosser Notlage. Durch Fahrten der LKW-Kolonne des Wi-Kdos in die nordwestlichen Teile der Krim und die Lieferung von knappen Reserven an Weizen und Trockenfrüchten, konnte die grösste Not gemildert werden. Mit Fernschreiben des Generalkommissars Nikolajew vom 23.03. werden aus dem Getreidesilo Cherson, nach beendeter Umnagelung der Bahnstrecke Cherson-Dshankoj, ab 12.04. dem Wi-Kdo. für die Ernährung der Zivilbevölkerung auf der Krim, wöchentlich 450 to Brotgetreide in Aussicht gestellt.


    -Erstmalige Herstellung von Ober-, Besatz- und Geschirrleder in Lederfabriken der Krim.


    -Zunahme von Partisanenüberfällen im Süden der Krim. Die Banden setzen sich überwiegend aus versprengten Sowjetsoldaten, die nicht von der Krim stammen, zusammen. Die Überfälle richten sich überwiegend gegen die Zivilbevölkerung, die örtlichen Hilfspolizisten und Truppen der Miliz. Hauptziel der Überfälle scheint die Versorgung mit Lebensmitteln, Waffen, Werkzeug usw.. Die Zivilbevölkerung unterstützt die eigenen Truppen bei der Verfolgung der Banden, was im unwegsamen, teilweise noch winterlichen Berggelände nur schwer möglich ist. Bei Gursuf wurden LKWs bei der Abholung von Brennholz überfallen. Dabei wurden 6 Wehrmachtsangehörige erschossen und zahlreiche Zivilarbeiter und Milizen grausam massakriert. Die Zivilarbeiter und die Milizen waren in der Umgebung heimisch.


    -Die Tabakfabrik Feodosia meldet, das der gesamte beim erneuten Einmarsch vorhandene Vorrat von 11.120 kg Rohtabak, geschnitten und verarbeitet wurde.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 39-

    23.03.42
    -In dieser Woche wurden weitere 596 Kisten Rauhkarde (aus einer Distel-Art gewonnenes Material zum Aufrauen von Textilien) in das Sammellager Simferopol abgefahren. Dringende Bedarfsmeldung hierüber für den Versand in die Heimat. Der weitere Anbau soll in grösstmöglichem Umfange erfolgen, da entsprechende Zufuhren aus Kolonial-Ländern fehlen. Auftrag vom AOK 11-Armeeintendatur an Abteilung Wirtschaft auf Lieferung von vorerst 10.000 Erkennungsmarken, 5.000 Waschschüsseln und 10.000 Eimer.


    -Die Leder- und Textilfabrik Bachtschisseraj wurde in unmittelbare Betreuung unter die Abteilung Wirtschaft übernommen. In dem Werk wurden bisher vornehmlich Ausbesserungsarbeiten an Armeebekleidung durchgeführt. Mit Übergabe dieser Aufgaben an andere Betriebe, wird das Werk nun frei für Produktionsarbeiten. Es werden Aufträge für technische Riemen (Flachriemen, Zahnriemen usw.), nach Bekanntgabe der Fertigungsmöglichkeit erwartet.


    -Aufnahme der Tätigkeit des Tabakkontors Krim. Ausarbeitung eines Berichtes über die geplante Anbaufläche und erwartete Erntemengen für die Krim im Jahr 1942.


    -Der Armee-Nachschub-Führer 521, der Pionier-Baumaschinen-Zug 646 und das Technische Bataillon 17 teilen mit, dass sie heute Leerfuhren von Feodosia nach Simferopol haben. Zuerst müssen die dringend angefragten Bestände an Schmiede- und Kokskohle abgefahren werden, sollte dann noch Transportraum ungenützt bleiben, sollen die Fahrer Tabak aus Karasubasar und Suja laden.


    -Ausbau der Tabakfabrik Simferopol mit Umsetzung einer grossen und einer kleinen Tabakschneidemaschine. Es ist vorerst geplant den Armeebedarf an Tabak und eine Produktion von "Russen-Tabak" (Sondersorte Tabak) für Hilfspolizisten, Miliz, Prämienzwecke usw. vor Ort herzustellen.


    -Ein Grossauftrag für Lederwaren von IVa AOK 11 wird von der Abteilung Wirtschaft, in Zusammenarbeit mit dem WBA (Wehrmachtsbeschaffungsamt) eingehend durchgesprochen. Es gilt noch ein Befehl auf Rückführung sämtlicher grösserer Lederbestände in das Reich, um den herrschenden Ledermangel zu verringern. Das WBA erteilt nun die Freigabe zur Verarbeitung von laufend anfallendem Leder auf der Krim. Es muss allerdings für jede Abgabe von Leder die entsprechende Produktion und Verwendung, mit nachgewiesener Dringlichkeit dokumentiert werden.


    -Besichtigungsreise des Wi-Kommandeurs in das Gebiet des Wi-Kdo. Krim, nördlich der Krim bis zum Dnjepr/Nogaische Steppe vom 24. - 27.03.. Besichtigung des Falz-Feinschen Besitzes in Askania-Nowa (ehemalige Kolonie über 60.000 Hektar). Sofortige Anweisung das das vorhandene Natur-Schutzgebiet mit strenger Auflage im Bestand erhalten werden soll. (Lustig, lustig lt. Internet gibt es über diesen Besitz Doktorarbeiten, aber keinerlei Vermerke zur deutschen Verwaltung im 2. Wk. auffindbar ... bis jetzt ... - der Besitz ist heute UNESCO-Naturschutzgebiet). Die Baulichkeiten sind teilweise zerstört und beschädigt, der einstmalige Bestand von mehreren Hunderttausend Schafen ist drastisch geschrumpft. Es ist beabsichtigt, die idealen örtlichen Bedingungen für die Schafzucht, mit einem Aufbau der Bestände auszunutzen. Besichtigung von verschiedenen Landwirtschaftlichen Gütern, der grossen Schäferei Dofina und Teilnahme an einer regionalen Landwirtschafts-Führer Tagung beim Kreislandwirt in Juschun.


    Gruß

    Hallo Leute,


    danke für die "Anteilnahme" ;-)


    Ich habe mal, nach dem Tipp, im Lexikon nach Kraftfahr-Abteilung 542 geschaut und die war tatsächlich 1942 der 11. Armee unterstellt. DAS müsste passen. Ich habe die og. Bezeichnung zu 100 %, da ich nichts damit anfangen konnte, korrekt aus den Originalunterlagen übernommen. Aber die Einheitsbezeichnungen waren in den Tagesberichten auch nicht immer ohne Fehler. Vielleicht war auch die 2. Kompanie der Abteilung eine "leichte Kompanie" oder sie wurde intern umgangssprachlich so genannt und das wurde dann so vom Stab übernommen? Aber ich denke das ist die gesuchte Kompanie, danke nochmals.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 38-

    17.03.42
    -OQu WuG AOK 11 (Waffen und Gerät?) bestellt nach der Lieferung und Erprobung von Mustern -Akja- (leichter Transport-Schlitten), über den bereits erteilten Auftrag von 100 Stück hinaus, dieses Gerät fortlaufend das ganze Jahr über, bis Oktober 1942, mindestens aber 10.000 Stück. Die Fertigung soll in Sägewerken mit anliegenden Schreinereien unter Leitung von "Forst und Holz" erfolgen. Das Wi-Kdo. sagte eine schnelle Prüfung über Erfüllbarkeit des Auftrages zu.


    -Weitere Überführung von Gegenständen des Truppenbedarfes aus Einzellägern und der laufenden Fertigung in das neu eingerichtete Sammellager Simferopol. Aufbau von Baracken für die Unterbringung von zugewiesenen Kriegsgefangenen und Übernachtungsgästen (Fahrer, Fuhrleute usw.). Das Lager wird gefüllt mit tausenden erfassten Werkzeugen, Eisenwaren (Schrauben, Nägel, Beschläge usw.) mit allein mehreren dutzend Tonnen usw.. Die Sortierung, Lagerung, Bearbeitung und Ausgabe der Waren übernimmt das Wi-Kdo., die Abholung der Abnehmer.


    -Freiwillige Spende der Landwirtschafts-Staffel Skadowsk von 12.000 Eiern für die Lazarette der Krim. Die nicht befruchteten Eier aus den Zucht-Stationen sind gut verwertbar und wurden von Oberstabsarzt Dr.Streuben von IVb AOK 11 gerne angenommen.


    -Weitere Aufnahme von Verbindungen zu Formationen bzw. Kolonnen zwecks Ausnützung von Leertransporten, so mit 2./LKA 542 (???), Kodeis (Kdr. Eisenbahn), Armee-Nachschubführer 521. Diesen Stellen wurde eine Aufstellung der derzeit abzutransportierenden Wirtschaftsgüter mit Lade- und Abladestelle übergeben und eine weitere Aufstellung über demnächst laufend anfallende Transporte in Aussicht gestellt. Die Ansprechpartner verweisen durchweg auf den vorhandenen Willen zur Unterstützung, aber auch auf vermehrten Treibstoffverbrauch (der vom Wi-Kdo. nicht ausgeglichen werden kann) und allgemeinen Zeit- und Materialmangel bei der Ausführung von wichtigen Armee-Transporten.


    -Besichtigung von 3 eingeplanten Herstellern von Panjewagen durch den Kommandeur in Simferopol. Besprechung über eine Regelung der Vereinheitlichung der Betriebe, damit zBsp. nicht in mehreren Werken bestimmte Werkstücke in Kleinarbeit, sondern in einem ausgewählten Werk in Serie gefertigt werden. Ebenso wird eine Zusammenlegung oder zumindest enge Zusammenarbeit unter einer Firmenleitung bei den beiden Panjewagen-Werken in Karasubasar verlangt. Die Beschaffung und die Verarbeitung der Holzteile sollte kein Problem bereiten. Ein Teil der Beschläge kann in örtlichen Giessereien produziert werden. Vor Ort nicht produziert wird Walzmaterial für die Räder, Lager, Sonderbeschläge und Metallachsen (nachdem die Verwendung von Achsen aus Holz verworfen wurde). Es wurden Anfragen an verschiedene Stellen im Bereich der Wirtschaft gestellt.


    -Die Zahl der angemeldeten privaten Handwerks- und Gewerbebetriebe hat die 500 überschritten. Die Bestimmung zur Gewerbe- und Steuergesetzgebung wurde und wird laufend kenntlich gemacht. Es wird neben der Gewerbesteuer, eine Umsatzsteuer und eine Kommunalbgabe (die der Zivilverwaltung zusteht) erhoben. Viele dieser Betriebe sind wieder Dienstleister für die Wehrmacht (Schuster, Frisör, Uhrmacher, Schneider, Wäscher usw.) und anlaufende Produktionsbetriebe (Klempner, Elektriker usw.).


    -Neben der Produktion von Öfen und Herdplatten, konnte nun auch die Fertigung von Ofenrohren begonnen werden. Diese Produktion wird mehrere hundert laufende Meter Ofenrohre pro Tag betragen und einen grossen diesbezüglichen Mangel bei der Armee, beheben helfen. Die Nagelfabriken konzentrieren derzeit ihre Fertigung, nachdem grosse Mengen Nägel (> 25 to) erbeutet wurden, auf die Fertigung von Schrauben in unterschiedlichsten Abmessungen, überwiegend für den Armeebedarf. Es werden derzeit mehrere hundert Kilo Schrauben pro Tag gefertigt.


    -Die Textilverarbeitung auf der Krim hat mit Anlieferung der ersten Wolle neuen Auftrieb erhalten. Es ist geplant die Fertigung von Winterbekleidung durchgehend fortzuführen. Die Produktion von Lufa-Gurken (ein aus einer Gurke gewinnbarer Naturschwamm - gibt es bei ebay) für medizinische und hyhienische Zwecke umfasst bereits mehr als 7.500 Stück.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 37-


    14.03.42
    -Bv. TO (Bevollmächtigter Transport-Offizier) teilt mit, dass IV Wi AOK 11 beim General des Transportwesens, Antrag auf Abtransport der von Wi In Süd (Wirtschafts-Inspektion) von den grossen Beute-Halden bei Stalino zur Verfügung gestellten restlichen 24.000 to Kohle, gestellt hat.


    -Schafzucht auf der Krim: Beim Einmarsch auf die Krim haben die Sowjets viele Schafherden Richtung Sewastopol oder den Evakuierungshäfen verschoben. Beim Einmarsch eigener Truppen auf die Krim entstanden grosse Nachschubschwierigkeiten, die sich vor allem im Ernähungsbereich auswirkten. Von der Armee wurde darauf hin Befehl zur Schlachtung von Schafen für die Truppenversorgung erteilt. Der noch sichtbare und erfasste Schafbestand war gering. Nachdem sich auf den Weiden das erste Grün zeigt, werden nun doch noch grössere Mengen an Schafen, die bisher von der Zivilbevölkerung versteckt waren, gemeldet und erfasst. Das Schafjahr auf der Krim ist, aufgrund der milden Frühlinge, deutlich früher angesiedelt um das üppige Weidegrün, welches in den heissen und trockenen Sommer früh verdorrt, für die Aufzucht auszunutzen. Die verbliebenen Muttertíere haben fast durchweg 2 Lämmer und sind, da mehr Weidefläche für weniger Schafe zur Verfügung steht, in guter Verfassung. Es wird angestrebt den Bestand an Schafen, trotz weiterhin dringender Anfragen von Armee und Zivilversorgung zu steigern, um anderweitig nicht nutzbare Weideflächen auszunutzen und einen tragfähigen Bestand aufzubauen. Die Abgabe von Lämmern soll erst mit einem möglichst hohen Schlachtgewicht erfolgen und sich auf Böcke und schwächliche Tiere konzentrieren. Die Gewinnung von traditioneller Schafsmilch, mit frühzeitiger Schlachtung der Lämmer, wurde nur in einem Kombinat mit angeschlossener Molkerei gestattet. Der erste Antransport von diesjähriger Schafswolle erfolgte mit 34.024 kg nach dem Sammellager Simferopol und ist für die Heimat vorgesehen. Weitere Mengen gingen direkt an Verarbeitungsbetriebe auf der Krim.


    -Eine Erkundung des Geologischen Institiutes durch den Referenten für Bergbau und Energie, führt zur Feststellung, dass neben umfangreichen wissenschaftlichen Unterlagen, in Lagern sauber aufgereiht, das komplette Bohrgerät für Bodenuntersuchungen mittels Bohrkern, vollständig und unbeschädigt vorhanden ist. Eine vorhandene neuwertige Lichtpaus-Anlage gestattet, bei Versorgung mit Strom, die Einsichtnahme in umfangreiche und geordnete Bestände.


    -Vereinbarung zur Ausnutzung von Leerfuhren des Pionier-Baumaschinen-Zuges 646 (Brückenbau-Bataillon 646) und des Strassenbau-Bataillons 597 für Wirtschafts-Transporte.


    -Sicherung von umfangreichen Beständen an Stahlträgern, Halbzeugen und Metallwaren aller Art in Saki. Für die Fabrikation von Panjewagen sind leider nur 7.500 kg Walzmaterial für die Räder geeignet. Diese Menge wurde dem Wi-Kdo. zugeteilt.


    Bericht der Abteilung Landwirtschaft über die Saatgutbeschaffung:
    -Die 4 noch vorhandenen "Gossertfondläger" (russische Vorratslager für Saatgut) sollen weiterhin durch die Armee vor Eingriffen geschützt werden und vor allem zur Aufnahme von Saatgutlieferungen von Nikolajew und Rowna dienen.


    -Anfrage an sämtliche Kolchosniki (übernommene Kolchosen) und erste Privat-Bauern nach Ablieferung von Saatgut. Die Ablieferung erfolgt nach Prüfung im Tauschverhältnis 1 : 2 (dh. für eine Tonne hochwertiges Weizen-Saatgut gibt es 2 to Gebrauchs-Weizen). Die ersten Ablieferungen sind erfolgt und weitere angekündigt. Bei zu grosser Entfernung zu den Zentral-Lägern, darf das Saatgut (bei Stellung einer Sicherung) vor Ort bis zur Aussaat lagern.


    -Die Saatgutmengen für Getreide werden jedoch in keinem Fall ausreichen um den Bedarf für den vollen Anbau zu decken. Es muss frühzeitig darauf geachtet werden, dass folglich nur die besten Böden, an gut gelegenen Standorten bestellt werden.


    -Sonstiges Saatgut: Über die Anzuchten von Bauwoll- und Tabaksämlingen ergeht ein gesonderter Bericht. In Sonderkulturen angebaute Hartfasern, Luffa, Raukarde, Mohn usw. haben nur einen geringen Saatgutbedarf, der für den Anbau in vorgesehenem Umfang weitgehend gesichert ist. Der Gemüseanbau soll stark ausgeweitet werden. Dies soll durch den Ausbau des zugeteilten Gartenlandes pro Bauernhof, der Zuweisung von Gartenland an Stadtbewohner und die Nutzung von verfügbaren, aber nicht nutzbaren Anbauflächen (siehe Getreide) geschehen. Der benötigte Saatgutbedarf ist gering (in kg pro Hektar) und konnte durch Lieferungen aus Nikolajew auf einen ausreichenden Bestand gebracht werden. Die zentrale Anlieferung, Überprüfung und Weiterverteilung des Gemüsesaatgutes erfolgt durch die "Sortsemowotscht" (eine Art Sondersaatgut-Handel). Der Anbau von Tomaten, Lauch, Zwiebeln usw. soll den hohen Bedarf der Armee und der Zivilbevölkerung an Frischware decken.



    -Die Frühjahrsbestellung in der Südhälfte der Krim wurde bis 10.03. weitergeführt, musste durch einsetzenden Nachtfrost für 2 Tage unterbrochen werden und ist seitdem wieder im Gange. An abgelegenen Feldteilen konnten noch grössere Mengen an verwendbarer Baumwolle geerntet werden.


    -Mit dem Anlaufen der Panjewagen-Neufertigung in verstärktem Umfang, wird die Reparatur von beschädigt vorgefundenen Panje-Wagen und sonstigen Gespannen, komplett auf die Betriebe der MTS und verwandter Betriebe verlagert. Die Ansammlung und Reparatur der durchweg beschädigt zugewiesenen Beute-Traktoren (unbeschädigte Fahrzeuge wurden von der Armee beansprucht) macht starke Fortschritte. In den MTS stehen bereits mehrere hundert instand gesetzte Traktoren des nachgebauten Ford-Modells. Eine Inbetriebnahme für die Frühjahrsbestellung ist nicht oder nur in geringem Umfange, wegen dem derzeitigen absoluten Fehlen von Betriebsstoffen, möglich. Da es auch an Pferden als Zugkraft mangelt, finden derzeit Schulungen für den Einsatz von Rindern als Zugtiere statt. Der Bestand an nachgeführtem Anbaugerät ist, bis auf einen Mangel an Pflügen, voll gegeben.


    Gruß

    Hallo Leute,


    einige meiner Gedanken:


    -in jeder Wirtschaft gibt es eine Schattenwirtschaft, diese fällt nur in bei umfassenden Regelungen und vor allem bei notwendigen Beschaffungen in elementarer Lebensmittel-, Heizmaterial- Medikamenten- usw. Versorgung besonders auf. Auch in der heutigen BRD gibt es gewaltige Schattenwirtschaften im Drogen- und Hehlerwesen (irgendwie müssen die ganzen gestohlenen Fahrräder, Autos usw. ja wieder "vermarktet" werden. Zwischen D und der Schweiz gibt es derzeit einen grossen Fleischschmuggel, der Zoll klagt über die zunehmende Massen an Paketsendungen aus dem Ausland und der Unmöglichkeit die Einfuhrumsatzsteuer voll anzuwenden ...


    -meines Wissens haben alle kriegsführenden Nationen im 2. WK, mehr oder weniger, versucht den Konsum unabhängig von der Nachfrage zu regeln. Die Nachfrage nach, in einer Kriegswirtschaft besonders nachgefragten Gütern, hätte sich sicherlich sofort stark in Richtung Hamsterei entwickelt, was sofort zu einer Preisexplosion und entsprechenden Ungerechtigkeiten und Versorgungsproblemen bei Armen geführt hätte.


    -in einer Kriegswirtschaft wird tendenziell das Warenangebot mit der Dauer und der Intensität eines Krieges zurückgehen. Es werden zugunsten von Panzern/Armeefahrzeugen - weniger Traktoren produziert. Treibstoff und Chemikalien werden begrenzt verfügbar sein - aber sicherlich zunehmend für die Armee und Munitionsfertigung - und weniger für Traktoren und Dünger verwendet ...


    -eine Teil der Schattenwirtschaft machte dagegen für alle Seiten Sinn. Es war die Zusatzversorgung durch den Anbau von Obst, Gemüse usw. für den Eigenbedarf UND den Tauschhandel. In Frankreich ging zBsp. der Konsum von Getreide und vor allem Fleisch im Jahr 1943 drastisch zurück, der Verbrauch von Obst und Gemüse hat sich mehr als verdoppelt.


    -eine Zwangsverwaltung, wie auch immer geartet, schafft Schattenmärkte, einen gewaltigen Kontroll- und Verteilungsaufwand sowie die unvermeidliche Schaffung von Fehlanreizen. Das sicherste Mittel den freien Markt zu einem gerechten und versorgungssicheren Markt zu machen - ist dafür zu sorgen, das die Bevölkerung an eine "bessere Zukunft" glaubt. In eine bessere Zukunft muss ich doch heute investierten, warum soll ich Ware ansammeln wenn diese "morgen" sicher auch verfügbar ist ...


    -man informiere sich mal über die Lebensmittelversorgung in England während des 2. WK mit Lebensmittelkarten, Schattenwirtschaft usw., da gibt es wenig Unterschiede zu Deutschland bis Ende ´44.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 36-

    09.03.42
    -Auftrag zur dauerhaften Einrichtung eines Sammellager am Güterbahnhof Simferopol für Zwecke des Wi-Kdos.. Verwendung zur Ansammlung von erfassten und nachgeführten Gütern zur Truppen- und Zivilversorgung, Ansammlung von Gütern zur Verschiebung von der Krim. Der Güterbahnhof ist weitgehend auf Normalspur umgespurt, das Lager hat einen direkten Gleisanschluß mit einer Verladerampe für Waren und eine Kopframpe für Fahrzeuge/Sondergüter.


    -Weitergabe grosser Mengen an erkundeten Häuten und Fellen durch die Abt. W/Ro (Wirtschaft - Rohstoffe) an die Ost-Erfassungs-Gesellschaft.


    -Bereitstellung von 25 to Kohle, die in Kari-Kizat auf dem Bahngelände lagern und nicht von der Reichsbahn beansprucht werden, an die Bettenfabrik Simferopol. Es werden Metallbetten, zumindest teilweise in einer stapelbaren Ausführung, hauptsächlich für den Bedarf von Lazaretten hergestellt.


    -Meldung von Sdf. Wagner Abt. W/Tabak: Nach derzeitigem Erkundungsstand lagern im Gebiet Bachtschisseraj noch etwa 150 to und in Lagern der Anbaugebiete von Jalta, Sudak und Karasubasar noch etwa 575 to getrockneter Tabak. Es wird ein Transport zur Fermentierungs-Anstalt Simferopol angestrebt.


    -Die Orte Angora, Aluschta, Jalta und Karasubasar wurden von der Abtleiung F. u. H. (Forst und Holz) aufgesucht, facherkundet und entsprechende Zuständigkeiten abgegrenzt. Es gelang das Holz, aus bereits eingeschlagenen anliegenden Langholzbeständen, für den Auftrag zur Herstellung von 1.000 Panjefahrzeugen sicherzustellen. Für die Anfuhr des Holzes konnten erste eigene Gespanne, die Gespanne von einheimischen zivilen Fuhrbetrieben, sowie LKW-Leerkolonnenraum von Einheiten der Wehrmacht, OT usw., beschafft werden.


    -Von Stalino kommend, trifft der erste Komplett-Zug mit 29 Waggons (435 to) Kohle in Simferopol ein. Ein voller Waggon ist während des Transportes verschwunden. Hiervon wird das wieder voll in Betrieb stehende Wasserwerk Simferopol mit 150 to bevorratet. Weitere 24 to erhält die Abt. Landwirtschaft (15 to und 9 to für die Geflügel-Brutanstalten Bijuk und Freidorf). Weitere 24 to Kohle werden in ein gesichertes Lager zur Kleinverteilung abgefahren. Die Restmenge von 237 to wird dem AOK 11 zur Bevorratung der Lazarette, der Entlausungs-Anstalt, von Großbäckereien/den Schlachthöfen und Kfz.- und Instandhaltungs-Werkstätten übergeben.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 35-


    03.03.42
    -Einigkeit mit OQ AOK 11, das im Hinblick auf das milde Wetter, die ausgegebenen Heizungs-Umwälzpumpen-Motoren stillzulegen sind. Sämtliche Elektro-Motoren für Umlauf-Heizungen werden ausgebaut und zentral in einem Lager des Elektrizitäts-Werkes gesammelt. Im Laufe der Sommermonate sollen die Motoren durchgesehen und konserviert werden. Die Wiederausgabe erfolgt nach Bedarf bei Beginn des Winters. Da der Ausbau nicht schlagartig erfolgen kann, sollen die Motoren in den Lazaretten zuletzt entfernt werden.


    -Die Stromversorgung der Wattefabrik Simferopol wurde sichergestellt. Sie wird von der, auf der anderen Seite des Salgiers (heute Salhyr, mit 204 km längster Fluß auf der Krim) befindlichen stationären Anlage der grossen Brotfabrik Simferopol aus, über Fernleitung erfolgen. Es ist beabsichtigt, die Produktion von Watteerzeugnissen in diesem Werk zu konzentrieren. Die Maschinen müssen noch gewartet, einiges an Material und Rohstoffen muss noch zugeführt werden und die Facharbeiterfrage gelöst werden. Es ist beabsichtigt den vollen Betrieb binnen eines Monates herzustellen, mit dem Ziel, die vollen Bedarfsmengen an Watteerzeugnissen von Lazaretten, aus lokaler Produktion abzudecken.


    -Weiterer kräftiger Ausbau der Erlaubnis zum geregelten Betrieb ziviler Handwerker- und Dienstleister, mit Ausweitung auf private Fuhrbetriebe im Stadtbereich von Simferopol. Die Erlaubnis und Kontrolle erfolgt durch das Wi-Kdo. Krim. Diese Betriebe sind kein Eigenbetrieb des Wi-Kdo. und sollen überwiegend für die Erfüllung von Bedarfen der Zivilbevölkerung-, Verwaltung und Wirtschaft sorgen, bei entsprechender Anfrage haben jedoch Aufträge durch das Wi-Kdo., gegen Bezahlung, absoluten Vorrang.


    -Besprechung mit Sdf. Thiemann (Sonderführer) von der zivilen Straßenbau-Verwaltung der OT:
    Die OT hat für zahlreiche grosse Bauvorhaben dringenden Bedarf an Feldbahn-Geleisen, zum Antransport von Schotter zu den Einbaustellen. Die Abt. La III (Landwirtschaft - Sonstiges, hier Salzgewinnung) des Wi-Kdo. betreut die Salzbassins und Salzmühlen in Saki, welche über ein umfangreiches Feldbahnnetz verfügen. Diese weitestgehend unversehrt sichergestellten Gleisanlagen werden allerdings erst ab dem Hochsommer, mit Austrocknen der ersten Flutungs- bzw. Verdunstungs-Bassins, zum Abtransport des Rohsalzes zu den Mühlen, in vollem Rahmen benötigt. Es wurde vereinbart: Das Wirtschafts-Kommando überlässt der OT leihweise 10.000 m Feldbahn-Geleise. Die Abt. La III bestimmt, welche Gleisstrecken zur Verfügung gestellt werden. Den Abbau und den Wiedereinbau der Geleise übernimmt die OT. Die Geleise sind auf einen beweglichen Einsatz ausgelegt, haben eine Steckverbindung und keine Überlängen..


    -Bericht der Abteilung Landwirtschaft über Eigenbetriebe:
    Die Abteilung hat die Ersterkundung fast aller Betriebe, die von der Abteilung La verwaltet werden, abgeschlossen. Abseits von den Vormarschstraßen und den umkämpften Hafengebieten, gibt es nur sehr wenige Zerstörungen an Landwirtschaftlichen Einrichtungen wie Ställen, Molkereien, Hühnerzuchten mit Brutanlagen, Scheunen usw.. Die Mühlen auf der Krim wurden ebenfalls in weitem Umfang unversehrt und in betriebsfähigem Zustand vorgefunden. Die Mühlen werden teilweise von Wasser und Wind , mit einer schwachen Tagesleistung und teilweise von hochmodernen, auf Kohle-, Schweröl oder Strom basierende Anlagen mit sehr hohen Tagesleistungen (>100 to Tag Korneinsatz), angetrieben. Derzeit wird eine Aufstellung mit Auflistung und Leistungsdaten sämtlicher Mühlen erstellt. Neben einigen Werken für Spezial-Reparaturen, sind noch die verteilt auf die Anbaugebiete angelegten MTS wichtig. Diese Maschinen -und Traktoren-Stationen sind stets entlang von Durchgangsstraßen in grösseren, zentralen Dörfern angesiedelt und überwiegend für die Reparatur/Wartung/Anbau von landwirtschaftlichem Gerät ausgelegt. Der Grundaufbau besteht aus einem Verwaltungsbau, einer grossen Werkstatt mit Abschmiergrube und anliegender Schmiede, Lagern für Bau- und Ersatzteile, einem Betriebsstofflager, Sozialräumen und mindestens einem Wohnhaus für den Verwalter, eine Wache und Betten für Übernachtungsgäste. Weiter gehört ein grosser befestigter Lagerplatz zum Abstellen von Maschinen und eine Tankstelle zu jeder Station. Zahlreiche MTS werden von Werkstatteinheiten der Wehrmacht, der Reichsbahn, der OT usw. beansprucht und sind entsprechend belegt. Über den Austauch einiger Stationen wird ebenso laufend verhandelt wie über neue Ansprüche oder Rückgaben, besonders bei wechselndem Baustelleneinsatz. Im Betrieb der Abteilung Landwirtschaft auf der Krim sind derzeit mehr als 60 MTS.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 34-
    .
    22.02.42

    -Zum weiteren Heranschaffen von Ernährungsgütern für die Zivilbevölkerung der Stadt Simferopol, wurden durch Ref. T. u. V. (Transport u. Verkehr) beim BvTo zwölf Waggons bestellt.


    -Im Tanklager der Naphtabasis (russischer Mineralölhandel) am Bahnhof Simferopol, wurden 3 Tanks zu 50, 60, und 730 cbm, das dazugehörige Röhrensystem sowie Ein- und Abfüllpumpen betriebsfertig gemacht und dem AOK 11 für zu erwartende 600 to Naphta bereit gemeldet. Die Umnagelung des Anschlußgleises zum Tanklager Simferopol wurde bei der örtlichen Bahnmeisterei beantragt.


    -In Saki wurden auf dem Gelände des Fliegerhorstes 10 to russisches Motorenöl festgestellt. Hiervon können vorerst nur 800 kg für Schmierzwecke des Elektrizitätswerkes-Simferopol abgefahren werden. Den Rest von 9.200 kg beansprucht der Kommandeur des Flughafens, der noch auf Untersuchungsergebnisse durch Chemiker der Luftwaffe wartet. Sollte das Öl keine Verwendung bei der Luftwaffe finden, wird erneut eine Zuweisung für eigene Zwecke beantragt.


    --Es wurden erste Genehmigungen zum Betrieb von Privaten Ladengeschäften, Handwerksleistungen und allgemeinen Dienstleistungen im Stadtgebiet Simferopol erteilt. Die bisher staatlichen Geschäfte und Läger wurden auf überzählige und von der Armee dringend benötigte Güter durchsucht und entsprechende Waren beschlagnahmt. Ein Teil dieser Artikel (Haushaltsartikel, Töpfe, Metallwaren usw.) wurde der zivilen Stadtverwaltung zwecks Verteilung an Bedürftige und zum Betrieb von Armenküchen und der zivilen Krankenhäuser überlassen. Die neue Marktordnung für Wochenmärkte wurde per Lautsprecherwagen und Aushang veröffentlicht. Erlaubt wird der Handel und Verkauf von allen Dingen des täglichen Lebens, inkl. Lebensmittel, Gemüsesaatgut und Anzuchten. Freier Zugang von Wehrmachtsangehörigen auf den Markt.


    .27.02.42
    -Einigkeit zwischen dem Wi-Kdo. Krim und dem OQ AOK 11, dass die beabsichtigte Zuführung von Landwirtschafts-Arbeitskräften aus der Ukraine auf die Krim, entfallen soll. Ein Zuzug von Menschen bei ungünstiger Ernährungslage auf der Krim, dem laufenden Umzug von Stadtbewohnern auf das Land und einen, infolge Saatgut-/Zugkräftemangel eingeschränkten Anbau, erscheint nicht erforderlich. Im Gegenteil gibt es auf der Krim noch einen hohen Teil der Menschen die nicht sinnvoll beschäftigt werden können.


    -In Dshankoj werden 35 Waggons (170 to) Rohtabak und in Jewpatoria 4 Waggons Baumwolle (15 to Baumwolle in Pressballen, 5 to Baumwollabfälle in Säcken) an Roges (Rohstoff-Handels-Gesellschaft) nach Przemysl (Generalgouvernement) verladen.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 33-

    18.02.42
    -Zuteilung der neu erkundeten Kohlevorräte aus Feodosia:
    Koks und Kohle für den Betrieb der Bettenfabrik, Schmiedekohle für den Betrieb der Panjewagenfabriken, Heizkohle für den Betrieb der Wasserwerke


    -Prokombinat, Karasubasar
    Dieses, direkt an eine MTS (Motor- und Traktorstation - Werkstatt) anliegende Werk, repariert derzeit grössere Mengen an vorgefundenen Beute-Panjewagen und fertigt etwa 10 Wagen/Monat unterschiedlichster Art neu an. Mit der Lieferung der nötigen Eisenteile kann die Produktion sofort auf 25 Stück pro Monat und ggf. erhöhte Instandsetzungszahlen, gesteigert werden. Ein weiterer Ausbau der Produktion von Panjewagen/Sonderanhängern, bzw. der Anzahl der Reparaturen, scheint bei Überlassung der MTS für eigene Zwecke gegeben. Die Arbeiterfrage ist leicht lösbar.


    -Verhandlung des Referates Tr. und V. (Transport und Verkehr im Wi-Kdo. Krim) mit OQ 1/AOK 11 über die Nutzung von Leerkolonnen der Armee zum Transport von Wirtschaftsgütern. Der OQ 1 äussert sich wegen dem allgemeinen Transportraummangel skeptisch. Das Referat weist darauf hin, das sämtliche Wirtschafts-Transporte schlussendlich auch den erweiterten Interessen der Armee dienen und garantiert schnellste Be- und Entladung, sowie die Einteilung von Fahrten ohne weitere Umwege. Der OQ 1 sagt darauf hin eine Prüfung der vorgelegten Aufstellung von Materialverschiebungen zu.


    -Mitteilung, das in absehbarer Zeit 600 cbm Naphta (Rohbenzin) aus den Beute-Lagern Mariupol eintreffen. Es muss dafür gesorgt werden, das ein Pumpkommando, eine Pumpeinrichtung und entsprechender Tankraum (Beute-Kesselwaggons, Tankanlagen, Tank-LKW usw.,) auf einem Normalspurgleis bereitsteht. Die Zuteilung erfolgte nur unter Garantie einer kurzfristigen fristgerechten Entladung des Komplettzuges.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 32-

    15.02.42
    -Besichtigung der Samenbasis mit Lageranlagen und der Getreideversuchsstation Tasdly-Kiptschak in Kurman/Krim durch KVR (Kriegsverwaltungsrat) Dr. Rothmaler mit Prof. Bogdanoft. Der Prof. hat sich zur Zusammenarbeit bereit erklärt und nannte Namen und Anschriften von bewährten Mitarbeitern der Institute. Die Fortsetzung der laufenden Arbeiten (Sortierung von Samenbeständen, Langzeitversuche unter Labor- und Freillandbedingungen usw.) und die Inbetriebnahme der neuen Arbeitsbereiche wird sofort angeordnet. Als Grundlage für den Getreideanbau auf der Krim wird sich das Institut um die Erhaltung und Verbesserung bodenständiger Sorten, in Abstimmung mit Forschungsergebnissen und Samenlieferungen aus dem Reich, kümmern.


    -Auf Befehl des OKW, ist die Fertigung landesüblicher Panjefahrzeuge und Gespannen aller benötigter Art, in grösstmöglichem Umfang aufzunehmen. Die Abteilung -Wirtschaft- des Wi-Kdo. Krim schafft eine eigene Gruppe -Panjewagen- und übernimmt die Auswahl der in Frage kommenden Produktionsbetriebe und den laufenden Betrieb. In einer ersten Meldung über die entsprechenden Kapazitäten und Produktionserwartungen, hat die Abteilung W wie folgt berichtet:


    Auf der Krim gab es keine Großindustrielle Fertigung von Fahrzeugen/Gespannen jedweder Art. Demzufolge fehlen grosse Produktions-Anlagen, für Massenproduktion geeignete Maschinen und entsprechende Zulieferbetriebe. Es wurden aber auf der Krim in verschiedenen Werken in Simferopol, Karasubasar und Jewpatoria kleinere Fertigungsbetriebe, überwiegend für Sonderbauten im Panjewagen und Gespannbereich, betrieben. Weiter gab es zahlreiche Werkstätten die sich überwiegend mit Reparaturen und Wartungen, aber auch mit der Teilefertigung und einzelnen Neubauten beschäftigten. Auf der gesamten Krim konnten viele Tausend Panjewagen, Gespanne und für den Pferdezug verwendete Anhänger, beschädigt oder ausschlachtbar, erbeutet werden. Die Aufarbeitung dieser beschädigten Wagen erscheint, neben dem Aufbau einer konzentrierten Fertigung von Sonderbauten in erhaltenen Werken, die mittelfristig sinnvollste Ausnützung der vorgefundenen Gegebenheit, für eine schnellstmögliche Ablieferung von dringend benötigten Panjewagen und Sonderbauten.


    Weiter können die Wagnereien (Fertigung und Reparatur von metallumreiften Holzrädern), die Metallbaubetriebe und Giessereien (Metallbeschläge, Gussachsen, Blattfedern usw.) und die Sägewerke (Lieferung von Brettern, Latten usw.), bei einer entsprechenden Rohstoff-, Energie-, Maschinen- und Arbeiterversorgung, für die begrenzte Produktion und die laufenden Ersatzteilbedarfe der Armee, verwendet werden. Als Sonderbauten werden auf der Krim vor allem hohe Gespanne/Aufbauten für die iV. leichte aber raumreiche Ernte von Tabak, Hartfasern, Baumwolle usw. benötigt. Für die Abfuhr der Traubenernte werden Wagen benötigt, die schwere dichte Holzkübel für den Antransport zu den Kellereien transportieren. Für den Antransport von Langholz aus den Wäldern steht im Süden keine Eisenbahnverbindung zur Verfügung. Hierzu müssen ebenfalls erhaltene Spezialanhänger repariert, gewartet oder neu gebaut werden. Für die Arbeiten an den Bewässerungs-Anlagen werden Wagen für die Aufnahme der grossen Mengen an sichergestellten Rohrleitungen und Verbindugen benötigt.


    Fazit: Das Wirtschafts-Kommando Krim ist derzeit in der Lage, aus der laufenden Aufarbeitung von beschädigten Beute-Panjewagen/Gespannen, eine laufende Anzahl von etwa 50 - 100 Einheiten(Monat (bis zum Aufbrauch entsprechender Bestände) abzuliefern. Ferner ist eine kurzfristige Erhöhung der Produktion von vorwiegend Sonderbauten auf etwa 50 Einheiten/Monat, beides bei Einhaltung og. Vorgaben, machbar. Weiter wird darauf verwiesen, das die Betriebe nahe dem Frontbereich liegen und deshalb Arbeiten am Erhalt der Armeefahrzeuge besonderen Vorrang haben.


    Gruß

    Hallo Leute,


    Kriegstagebuch des Wirtschafts-Kommandos Krim -Teil 31-


    10.02.42
    Grosse Besprechung mit OQu AOK 11 (Oberquartiermeister der 11. Armee)


    1. Es herrscht Einigkeit über die Erleichterung der Armeebestimmungen bezüglich des Fischfangs an der Südküste der Krim. Erste Probefänge erbrachten, dank monatelanger Fangpause, so hohe Erträge, das nicht alle gefangenen Fische eingebracht werden konnten. Die Kapitäne der sichergestellten Fischerboote, die durchweg den Befehl zur Evakuierung nach Novorossijsk oder zur Zerstörung des Bootes erhielten, diesen Anordnungen mit entsprechenden Konsequenzen nicht folgten und nun in eigenem Dienst stehen, erhalten weitgehende Freiheiten. Neben der Verantwortung für die technische Betriebsfähigkeit und das Hilfspersonal, bleibt die Auswahl der Fanggebiete/Fanggeräte usw. Sache der Kapitäne. Diese erhalten dafür den Besitz an dem Boot und eine noch festzulegende Quote am Fang. Eine Unterstellung des Bootes für Dienste der Wehrmacht erfolgt ebenso nur mit dem Zivilpersonal. Die erwarteten Mengen an Fisch werden neben der Besatzung anteilsmässig an die Armee und die regionale Zivilbevölkerung (als Bezahlung für Zerlegebetriebe, Räuchereien usw.) verteilt. Die Zerlegereste werden vorwiegend als Zuschlagsstoff für die derzeit von Grund auf neu aufgebaute Geflügelzucht aufbereitet. Über die Verwendung der zahlreichen defekt sichergestellten Boote wird derzeit im Rahmen einer technischen Aufnahme, entsprechende Vorarbeit zur Entscheidungsfindung geleistet.


    2. Zusage der Armee über grössere Betriebsstoffzuteilungen an das Wirtschafts-Kommando. Das Kommando hat mittlerweile eine grosse LKW-Kolonne aus Instand gesetzten Beute-LKW zusammengestellt und benötigte den Treibstoff hauptsächlich für den Antransport von Weizen von den Bahnhöfen Simferopol und Dshankoj an die Orte der Südküste und die entsprechenden Rücktransporte von Kohle, Trockenfrüchten, Fisch usw.. für den Armeebedarf.


    3. Zusage der Armee, dass täglich 3 Eisenbahn-Waggons zum Transport von Weizen (ca. 75 to) von Woinka (Grenze Krim/Ukraine) nach Simferopol gestellt werden. Zusage der Armee, das aus den eintreffenden Weizenzügen 25 - 30 to/Tag für die zusätzliche Versorgung der Zivilbevölkerung verwendet werden kann. Die Armee begrüsst die Fortsetzung des Schulbetriebes mit einer Schulspeise, die weitere Einführung von Werkkantinen und den Aufbau einer Armenspeisung als hilfreiche Bausteine für die allgemeine Befriedung des Hinterlandes.


    4. Zusage von Mayor Böttcher vom "Dulag Krim" über die Belassung von Kriegsgefangenen mit Erfahrung in der Landwirtschaft, für die auf der Krim frühzeitig beginnende Feldarbeit.


    Gruß