Posts by Paul Spohn

    Hallo Dieter,


    prinzipiell lassen sich alle zunächst als Zwangsarbeiter kategorisieren, aber wenn wir uns die Nazikategorisierung und die daraus entwickelte Hierarchie anschauen, dann wird man dem damals den Juden zugedachten Schicksal nicht gerecht. Sie waren, auch wenn Sie in die allgemeine Kategorie Zwangsarbeiter eingeordnet werden können, trotzdem eine besondere Opferkategorie. Ihnen und nur ihnen stand der absolute und erbarmungslose Vernichtungswille der Nazis gegenüber. Nur sie wurden gettoisiert und massenweise ermordet.


    Wir können verallgemeinern, aber dabei müssen wir darauf achten, nicht das Besondere zu übersehen, aber auch zu benennen!


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo,


    zum Foto Nr. 56 noch folgende Anmerkung:


    Ich zähle mindestens drei Frauen, die einen Rucksack bzw. einen Beutel bei sich tragen, obwohl sie arbeiten. Normalerweise legt man so etwas ab, um bei der Arbeit nicht behindert zu werden. Ich vermute, dass die Rucksäcke / Beutel getragen werden, weil sie (die Frauen) unter großen Druck stehen, jedem Befehl sofort folge zu leisten, beispielsweise, wenn es heißt sammeln, dann gibt es keine Chance mehr auch nur wenige Schritte beiseite zu gehen um sein Bündel zu packen. Da darin evtl. die Essensration für die nächsten Tage ist, behielten sie den Rucksack lieber an der Frau. Die Frauen sehen zwar noch nicht heruntergekommen aus, aber die erste böse Erfahrungen dürften sie schon hinter sich gehabt haben, aber sie sind noch nicht gebrochen, sie sind bereit sich anzupassen, die Kleidung spricht Bände. Ein Fotoapparat auf sich gerichtet sehen, fordert unwillkürlich ein kleines Lächeln.

    Ich glaube nicht, dass diese Frauen entspannt sind, sie wissen, dass ihr Leben auf dem Spiel steht, jederzeit, von jetzt auf gleich.


    Gruß


    Paul

    Hallo Justus,


    der gelbe Stern war in den besetzten östlichen Gebieten, besonders in der Anfangszeit, nicht unbedingt obligatorisch.

    Wenn ich mir die Kleidung anschaue, dann ist sie bewusst für harte körperliche Arbeit zusammen gestellt, besonders deutlich auf dem Foto 56 erkennbar. Zudem sehen die Frauen noch nicht abgearbeitet unterernährt und verhärmt aus, so das ich von einer sehr frühen Phase der Besatzung ausgehe, noch vor der Gettoisierung!


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo,


    auf der Grundlage der von Nikolay gelieferten Pläne der Grablagen, genannt Schema 1 und Schema 2, habe ich diese in eine Übersicht und eine Vergrößerung von Google-Earth übertragen.


    Die Grenzen der Grabfelder sind als Entwässerungskanäle im Luftbild recht klar erkennbar. Drauf gestoßen bin ich durch den Eintrag "Kanal" von Nikolay im Schema 2. Nimmt man die eingetragenen Dimensionen für die Gräber mit etwa 1m X 2,5m hinzu, dann gehen die Flächen und Abmessungen ziemlich genau auf.


    Genaueres kann nur noch eine Forschung vor Ort ergeben.


    Die Lage läßt sich auch aus den vorliegenden Video-Aufnahmen nachvollziehen. Der Rote PKW stand an der Einmündung der Straße und dort ist auch das blaue Eingangstor.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo Dignus,


    am 24.1.1945 war die Front noch weit, irgendwo in Pommer, Ostpreußen und Schlesien.
    Der OFW war bereits 60 Jahre als er starb. Damals ein durchaus respektables Alter für einen Herzschlag mit Todesfolge.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo,


    vor nicht all zu langer Zeit fragte mich mein zehnjähriger Enkel was Krieg ist und warum da so viele Menschen gestorben sind. Ich fühlte mich auf dem falschen Fuß erwischt und war ziemlich sprachlos. Wusste aber gleichzeitig, jetzt ist die Gelegenheit da, das selbst generierte Interesse des Kleinen zu nutzen und ihm auf eine gute Weise an das Thema heran zu führen. Und bevor ich mich richtig sortiert hatte, fragte er mich was ich damals gemacht habe. Auf die Nachfrage hin wie er das meinte, stellte er fest, dass ich alt genug sei dabei gewesen zu sein. Da war dann ein Anknüpfungspunkt gefunden, ich konnte mich und meinen Vater und die letztlich die gesamte Familie insgesamt in das große Thema einspinnen und damit einen kindgerechten Erklärungshorizont finden.


    Wir haben vier Kinder großgezogen, vor 30 bis 40 Jahren hatte ich nicht dieses Problem Worte zu finden. Die Themen ergaben sich, so meine Erklärung, aus den alltäglichen Diskussionen, auch mit der wirklichen Kriegsgeneration. Heute ist nicht nur die zeitliche Distanz enorm angestiegen, es gibt kaum noch alltägliche Diskussionen aus der unmittelbaren Betroffenheit heraus. Vielmehr wird hauptsächlich historisches Wissen (Wissen aus zweiter oder dritter Hand) oder schlimmer noch, seine Versatzstücke diskutiert.


    Und hier kommt wieder die Unterhaltung mit dem Enkel ins Spiel. Kampf und Kämpfer / Soldaten gehören durch die verschiedensten (mir unverständlichen) Ballerspiele zu seinem Erfahrungshorizont und vor dem Hintergrund war das Thema Krieg zunächst mal vom Grundsatz her erklärbar. Aber dann kam die Frage nach den Morden, den Massakern an unbeteiligten Menschen, auch Kinder , so alt wie er, wären betroffen gewesen. Ob das stimmt? Und warum hat man das gemacht? Kann das wieder kommen?


    Die persönliche Betroffenheit beim Besuch von Stätten wie Auschwitz verschlägt einem die Worte und man kann sich darin verlieren.


    Aber mich haben die beiden letzten Fragen meines Enkels betroffen gemacht. Ich suche noch immer schlüssige Antworten.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo Karl,


    das von Dir erwähnte Biozid wurde unter dem Handelsnamen Zyklon-B in Ausschwitz benutzt um rd. eine Million Menschen zu ermorden.

    Aber ich bin mir sicher, Dir ist dies bekannt, aber hier von mir vorgetragen, für alle denen dies nicht bekannt ist.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo Markus,


    die Läuseplage, namentlich die Kleiderlaus, war besonders bei den Fronttruppen im Osten eine durchgängige Erscheinung. Sie war ein sehr unangenehmer Begleiter der Soldaten. Die versuchten durch tägliches manuelles Auslesen (Entlausen) aus der Bekleidung, insbesondere der Nähte, der Plage Herr zu werden. Wirkliche Abhilfe brachte diese Methode nicht. Nur die Bekämpfung im großen Stil mit Hitze und Gift (die Entwesung) hinter der Front brachte Erleichterung, die jedoch nie dauerhaft war, weil die meisten "Unterkünfte" der Soldaten massiv verlaust waren.


    Schlimmste Begleiterscheinung war das Fleckfieber (Flecktyphus, Läusefieber, Kriegspest etc.) das häufig endemisch auftrat, mit oftmals wochenlangen Siechtum und hohen Sterblichkeitsraten.


    Die Ungezieferbekämpfung und Seuchenprophylaxe war eine der wichtigsten Aufgaben des medizinischen Personals.


    In fast allen persönlichen Berichten, Tagebüchern etc. der Frontsoldaten kommt das Thema in vielen Variationen vor, so wie es Dir jetzt auch aufgefallen ist.


    Die Thematik der Seuchenprophylaxe spielt auch als Begründungszusammenhang beim Betrieb und der Auflösung der Gefangenenlager und Gettos im Hinterland der Front eine wichtige Rolle. Die massenhafte Inhaftierung und Ermordung der Juden, Kriegsgefangenen etc. wurde u.a. gerne mit der Seuchengefahr begründet.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo Nikolay,


    als Anlage ein Ausschnitt aus Wikimapia. Zu erkennen sind die drei Friedhöfe (1, 2 und3). Mit 3 in der Anlage bezeichnete Friedhof wird in Wikimapia Luftbild als Mazar bzw. muslemischer Friedhof (in russisch) bezeichnet. Es wäre zu prüfen, ob der hier muslemisch / Mazar bezeichnete Friedhof identisch ist mit dem erwähnten kasachischem Friedhof.


    Ob die beiden, wie es mir scheint maßstäblichen Lageskizzen der Begräbnisstätten des Krankenhauses (Schema 1 und 2) sich in den Friedhof Nr. 3 einfügen lassen habe ich noch nicht geprüft. Vielleicht ist das gelb umrandete Areal auf dem Google-Maps Ausschnitt interessant.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo,


    wenn ihr in Wikimapia nachschaut, dann werdet ihr südlich der Autobahn drei Friedhöfe eingerahmt und als solche beschriftet finden. Es scheint so, die Autobahn wurde in einem Bogen um diese Friedhöfe herum geführt.


    Hier die Koordinaten 52° 56′ 0″ N, 70° 12′ 0″ E


    Gruß


    Paul

    Hallo Andreas,


    die Landschaft Dalmatiens ist sehr schön und vielgestaltig, seine Geschichte ist auch vielgestaltig, aber oft weniger schön.


    Es ist sehr mühselig auf Deine interessierten und detaillierten Fragen einzugehen, wenn es auf Deiner Seite kaum ein Grundverständnis (ist nicht böse gemeint, nur eine sachliche Feststellung) für die doch sehr komplexe Historie des Landstrichs gibt.


    Um dem abzuhelfen, habe ich mal im Internet recherchiert, um eine einigermaßen distanzierte und nationalistisch neutrale Darstellung zu finden und empfehle den folgenden Artikel zu lesen:


    http://www.wolfgangpav.com/dalmatien-1918-bis-1945.html


    Danach dürfte sich vermutlich einiges klären.


    Grundsätzlich muss man wissen, dass bis 1943 das faschistische Italien versuchte den Landstrich zu Italienisieren. Erst ab 1943, dem Jahr von Italiens ausscheiden aus dem Krieg auf der Seite Hitlers, besetzten deutsche Truppen die Küstenlinie und die Inseln. Im Rahmen des bereits durch die Italiener geführten Partisanenkrieges bekämpften nun deutsche Truppen auch hier die Partisanen. Es war ein Kleinkrieg, der von beiden Seiten mit großer Härte geführt wurde.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo Kordula,


    ich vermute mal, dass es sich bei dem im Zeitungsausschnitt genannte Brunnen um einen sogenannten Messbrunnen handelt.


    Seit den 1970iger Jahren ist es üblich diese Messbrunnen u.a. in der Nähe größerer Bauwerke abzuteufen um z.B. den Grundwasserstand zu beobachten, aber auch Altlasten zu beproben. Als größeres Bauwerk in der unmittelbaren Nähe befindet sich die Tiburtius-Brücke (Baujahr Mitte 1970iger Jahre) über die A 103 auf der Rück- bzw. Gartenseite des Gebäudekomplexes Kniephofstr. 3.

    Der eigentliche Innenhof des Hauses ist nur etwa 4m x 6m groß und dürfte allein wegen der Größe für einen Brunnen und auch für ein Grab ungeeignet sein. Ich vermute das Grab lag im rückwärtigen Garten des Hauses.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo Ulf,


    da habe ich daneben gegriffen, ich lag falsch sorry, ich hätte nochmals prüfen sollen.

    Habe den Görlitzer Bahnhof beschrieben.

    Ostbahnhof = Schlesischer Bahnhof ist richtig!


    Beste Grüße


    PAUL

    Hallo Peter,


    die Kurfürstenstraße gehört zu Schöneberg, das östliche Ende grenzte an das Bahngelände Gleisdreieck in der Nähe des Anhalter Bahnhofs. Der Schlesische Bahnhof liegt in Kreuzberg 36 an der Grenze zu Treptow, in der Nähe Landwehrkanal und südl. der Spree. Hatte und hat nichts mit Ostbahnhof zu tun, der liegt nördlich der Spree in Friedrichshain.
    Dies nur zur Orientierung.


    Gruß


    Paul

    Hallo Narssner,


    ich zitiere Dich:

    kommt mir General von Seylitz weniger wie ein Soldat in Gewissensnot, sondern mehr wie ein zweifelhafter Charakter und Drahtzieher vor. Anders gesagt, ich zweifle zunehmend mehr an seiner Ehrlichkeit.

    ich habe mich noch nicht sonderlich mit dem Nationalkomitee Freies Deutschland beschäftigt und kenne von Seydlitz-Kurzbach (zumindest den Namen solltest Du richtig schreiben) nur vom Hörensagen. Woher leitest Deine Einschätzung ab, dass er ein zweifelhafter Charakter und Drahtzieher war und an seiner Ehrlichkeit zweifelst Du auch.

    Wenn Dein Bauchgefühl Dir das einflüstert, kannst Du daran glauben oder nicht, aber wenn Du hier im Forum so ein Thema eröffnest und mitdiskutieren willst, dann solltest Du schon etwas mehr liefern. Jedenfalls reicht die Mitteilung, dass Angehörigen von Dir im Krieg waren, sicherlich nicht als Argument aus.


    Sicherlich ein interessantes Thema, aber bitte nicht so platt.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo,


    wird wohl Rottmann heißen sollen, eine Bezeichnung die es eigentlich nicht gab, entweder sollte damit der einfache SS-Schütze bezeichnet werden oder aber der Rottenführer = Obergefreiter.


    Beste Grüße


    Paul