Posts by Paul Spohn

    Hallo Reinhilde,


    bis zum 1. Weltkrieg florierten die deutschen Kolonien in Wolhynien (gehörte damals zum russischen Zarenreich). Sie waren im Verhältnis zu der anderen Bevölkerung "reich". Es gab damals (bis 194) auch keine Vertreibung. Wenn Deine Vorfahren 1910/12 nach Ostpreußen auswanderten, dann dürfte es individuelle Gründe gehabt haben.

    Zum Ende des 1. Weltkrieges und während des anschließenden russischen- polnisches Krieges 1917 - 1920 wurde dort gekämpft und Wolhynien fiel nach einem wirren Hin und Her der Kriegsparteien schließlich an die neue Republik Polen.


    Danach war weitgehend Ruhe und die meisten deutschen Kolonien blieben bestehen. Bis September 1939, dann wurde entsprechend des deutsch-sowjetischen Vertrages vom August 1939 Wolhynien von der Sowjetunion besetzt. Der Vertrag regelte auch die Aussiedlung der deutschen Kolonisten, die dann zwischen Ende 1939 und Anfang 1940 mit Sack und Pack in den damals sogenannten Warthegau umgesiedelt wurden. Da aber Deine Familie bereits 1938 in Goldap wohnte, dürfte sie nicht zu diesen Aussiedlern gehört haben.

    Ist bekannt zu welcher Glaubensgemeinschaft sie gehörten? Die meisten Gemeinschaften pflegen bis heute Erinnerungen an die alte Heimat, sowohl an Wolhynien als auch an Ostpreußen.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo Karl,


    danke für den Rückverweis auf Deinen Beitrag, der den Charakter des Kurland-Kessel auf den Punkt bringt.

    Meinerseits wollte ich nochmals herausstellen, dass es für die RA auch bedeutsam war, die dortigen Divisionen dort in Kessel zu belassen.
    Du schreibst völlig zu recht: Gefangenenlager in Selbstversorgung.


    Beste Grüße


    Paul

    Guten Abend,


    natürlich gehörte Schörner in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber in Kurland zum damaligen Geschehen dazu, aber auch nicht mehr.
    Die RA hatte sicherlich die Aufgabe die eingeschlossen Wehrmachtsdivisionen in einem defensiven Modus zu halten, also jede Offensivoperation zu verhindern. Die Vorbereitungen der Weichsel-Oder-Operation bzw. die Operation selber durfte nicht gestört werden, dies galt letztlich auch für den Angriff auf Berlin.

    Weder durch einen Angriff aus dem Kessel heraus, noch durch Auflösung des Kessels und Abzug der erfahrenen Divisionen zur Oderfront. Die Divisionen laufend zu beschäftigen verhinderte jede Offensive und untermauerte gleichzeitig die Annahme (Illusion?), man würde durch die Kurland-Armee große Feindkräfte binden.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo,


    ich verfolge nun schon eine Weile die verschiedenen Einlassungen zum Kurlandkessel, die differenzierten und wohlreflektierten Sichtweisen der verschiedenen Beiträge sind erfrischend, wenn diese Wortwahl erlaubt ist.
    Jedoch empfinde ich den Raum, der dem Schörner in den Beiträgen eingeräumt wird, unangemessen groß. Selbst die differenzierteste Perspektive auf ihn endet für mich immer mit dem Fazit: er war von begnadeter Dummheit, unfähig die Aussichtslosigkeit der militärischen Lage der Wehrmacht zu erkennen und charakterlich einfach ein riesengroßes A....loch.
    Außerdem war er ein Nazi und warum wird er hier immer noch als GFM tituliert, .....von Hitlers Gnaden.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo,


    Hitler befahl an seinem Geburtstag den Fall Clausewitz, d.h. sämtliche Regierungs- und Wehrmachtsstellen in Berlin sind aufzulösen, Akten zu vernichten bzw. zu evakuieren. Im Zuge dieser Operation verließen sehr viele Beschäftigte der Ministerien etc. und Soldaten Berlin.


    Die Stadtgrenze Berlins wurde erstmals am 21.4.45 Überschritten, seitdem lag insbesondere das Stadtzentrum, aber auch wichtige militärische Einrichtungen einem ständigen Artilleriebeschuss, u.a. die beiden Flughäfen Gatow und Tempelhof.

    vgl. Gerhard Boldt: Die letzten Tage in der Reichskanzlei. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1964, S. 110 ff.


    Ab dem 30.4. (Hitler hatte Selbstmord begangen) gab es von verschiedenen größeren Gruppen Versuche aus der Einschließung zu entkommen. Flucht- oder Ausbruchsrichtung war Westen über die Heerstraße oder in Richtung Nordwesten, bis auf wenige scheiterten diese Versuche. Teilweise verarbeitet u.a. in HIrschbiegels Film Der Untergang. S- und U-Bahn Tunnel wurden sicherlich genutzt, Geheimgänge etc. sind im Bereich Mythen und Legenden anzusiedeln.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo,


    die damalige Charlottenburger Chaussee ist heute “Straße des 17. Juni” und beginnt am Brandenburger Tor.

    Wenn es einen unterirdischen Weg zwischen der Reichskanzlei und dem Flugplatz Tempelhof gegeben haben soll, dann wahrscheinlich durch die U-Bahntunnel der heutigen U-2 und der heutigen U-6. Insgesamt etwa 4km.


    Gruss


    Paul

    Hallo Ludwig,


    Never let got, tolles Motto, aber halte Dich auch selber daran. Wenn jemand meint hier einen Geburtstag feiern zu müssen, dann solltest Du ihn direkt zur Rede stelle und nicht pikiert den Schalter umlegen oder darauf warten, dass ein Mot oder Admin die Sache für Dich bereinigt. Leg den Schalter nochmals um und misch Dich ein! Sowas tut gut!

    Beste Grüße


    Paul

    Hallo,


    Karl May hat Geschichten geschrieben, Hitler hat Geschichte gemacht.


    Bei Karl May waren die Hauptfiguren gute Menschen, in Hitlers gemachter Geschichte waren alle Hauptfiguren böse.

    Hier unterscheiden sich die Beiden.

    Aber eine biologistische und rassistische Herangehensweise zur Erklärung gesellschaftlicher Prozesse und den Verhaltensweisen einzelner Menschen eint sie.

    Insgesamt glänzen "Mein Kampf" und Karl Mays Bücher durch Dilettantismus und noch mehr Unwissenheit über das, was sie meinten aufschreiben zu müssen.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo Achim / rkwmoeller,


    für die Dienstanweisung zum MG 3, hatte ganz vergessen, dass ich die vor Jahrzehnten mal ausführlich studiert habe. Also Kadenz 1200 damit bestätigt.

    Aber ich habe über die mir im Kopf herum gehenden 600 Schuss nachgedacht und mich gefragt wieso ich darauf kam.
    Folgende Erinnerung wurde wach. Max. nach 150 Schuss mehr oder weniger Dauerfeuer musste das Rohr gewechselt werden. 150 Schuss dauerten 7,5 - 10 Sek., Rohrwechsel dauerte etwa 5 bis 7 Sek. also im Mittel vielleicht 15 Sek. für 150 Schuss und das bedeutete rd. 600 Schuss pro Minute. Ich meine es wurde uns damals so vorgerechnet und als maximaler Verbrauch pro Minute Gefecht nahegebracht, besser weniger. 1200 Schuss ist also nur ein theoretischer Wert, nur erreichbar wenn kein Rohrwechsel erfolgte.

    Und ich denke diese, ich gebe zu, eine recht grobe Formel, dürfte auch für die Vorläufer, MG 42 etc. gegolten haben.


    Beste Grüße


    Paul

    Hallo Rudolf,


    ja, danke, die HDV Zitation habe ich gelesen.

    Danach ergibt sich für mich folgendes Bild:


    1. MG 42, Kadenz = “ungebremst”.

    2. MG 1 BW, mit den erwähnten Änderungen und Zusätzen max. rd. 1.200 Schuss möglich.

    3. MG 3, wurde zwar vom Anfragenden nicht erwähnt, aber auch bisher nicht beantwortet.


    Schöne Ostern


    Paul

    Hallo,


    das MG 3 der BW, welches in wesentlichen Teilen mit dem MG 42 übereinstimmt, war auf eine Kadenz von 10 Schuss/Sekunde gedrosselt. Ob das erst zu BW-Zeiten geschah oder bereits früher, keine Ahnung.

    Schon bei der Wehrmacht galt, insbesondere beim lMG, kurzer Feuerstoß, neu ausrichten und weiter!


    Gruss Paul