Posts by Aders

    Guten Tag,

    der Regisseur des Films "Kolberg" hatte nach dem Krieg (angeblich?) behauptet, er hätte für den Film über 180 000 Wehrmachtssoldaten als Statisten für den Film zur Verfügung bekommen. Die seihen von der Front abgezogen worden. Gut, man sieht in dem Film Massenszenen - aber dazu hätte man vielleicht 3 Bataillone gebraucht, aber 180 000 - das wäre ja knapp 10 Divisionen.

    Gibt es verlässliche Grundlagen für die Behauptung Harlans?

    Besten Dank und Grüße

    Euer

    Gebhard Aders

    Hallo Benjamin,

    alle regionalen Tageszeitungen wurden im Herbst 1944 eingestellt.

    Zu Zeitzeugen, die heute 80 Jahre plus x sind, habe ich aus meiner Erfahrung wenig Vertrauen - die waren damals 4-10 Jahre alt, und ihre heute widergebenen "Erkenntnisse" bestehen größtenteils aus dem, was in den letzten 70 Jahren erzählt wurde oder sie sich angelesen haben. Also Vorsicht!

    Beste Grüße und Wünsche

    G. Aders

    Liebe Kollegen,

    das ist aber sehr blauäugig zu erwarten, dass es im Februar 1945, als die Amis schon über Schleiden hinaus vorgedrungen war, noch eine lokale Zeitung gegeben haben soll! Erst recht hätte auch früher keine Zeitung über die Auswirkungen eines Luftangriffs berichtet. Da hätten sich die Nachrichtendienste des Gegners über die Dämlichkiet der deutschen Presse zu sehr gefreut. Das äußerste, was in einer Zeitung gestanden hätte, wäre die kurze Notiz: "Die Zivilbevölkerung hatte Verluste".


    Tipp zu Quellensuche: Chronik der örtlichen Volksschule (im Gemeindearchiv) . Die waren regelrechte Kriegschroniken - hörten aber meist nach Schließung der Schule im Herbst 44 auf.

    Die Bestände der Reichsbahn im Bundesarchiv Berlin habe bezüglich Meldungen aus dem Rheinland für den Herbst 44/Frühjahr 45 vergeblich durchforstet . Ist aber über 20 Jahre her. Mag sein, dass da weitere Akten verzeichnet und digitalisert worden sind. Mal über BA-Recherche versuchen.

    Beste Grüße und Wünsche

    Gebhard Aders

    Guten Tag,

    es gab bereits 1942 z.b.V-Batterien, aber das waren neu aufgestellte und behelfsmäßig ausgerüstete Einheiten, wie ich aus dem Raum Köln nachweisen konnte, die später in "reguläre" Batterien umbenannt wurden.

    #1943 gab es bei Köln auch eine Großbatterie z.b.V. 5774(s) mit 4 x 12,8 und 6 x 10,5-cm-Geschützen!) Brüggen, -> verlegt Okt. 1944 Mondorf, wird 7./135 (s.d.).


    Die Ende 44 aufgestellten z.b. V.-Batterien sind großenteils aus ehem. RAD-Batterien oder aufgelösten LW-Batterien entstanden und gingen wohl meistenteils in den Erdkampf, wie aus den Aufstellungen unten zu sehen ist.

    Das gleiche dürfte auch mit den von "Kessel" erwähnten z.b.V._Bttr geschehen sein, wahrscheinlich wurde sie im Frühjahr 1945 in die Oderfront geschickt.

    z.b.V. 5780 (mot): Raum Aachen - Sept. 1944 durch Teile 666 und 889 verstärkter Erdkampfverband im Raum Venlo/Sittard.

    z.b.V. 10449: Sept. 1944 westlich Köln.

    z.b.V. 10061(s): (=RAD 7/150) - wird 1944 2./599 - westl. Köln.

    z.b.V. 10062(s): (RAD 7/215) - wird 1944 4./599 - Stellungen westlich Köln.

    z.b.V. 10146 Juni – Dez.1944 Oberlar (Flak 41!)

    z.b.V. 10403(s): Febr. 1944 Köln-Stammheim - geht in 3./512 auf.

    z.b.V. 10412(s): Herbst 1944 Bonn-Tannenbusch -> Lülsdorf oder Ranzel? -> Bottrop, wird 5./331.

    z.b.V. 10420: behelfsmäßig motorisierte gemischte "Sturmkampfabteilung" (Erdeinsatz) - wird Ende 1944 6./331 Bonn-Tannenbusch.

    z.b.V. 10446 : behelfsmäßig motorisierte gemischte Sturmkampfabteilung, Okt. 1944 Marsdorf, Ende 1944 1944 in den Raum Aachen geschickt?

    z.b.V. 11660: behelfsmäßig motorisierte gemischte Sturmkampfabteilung, Ende 1944 aus 5./331.


    Beste Grüße

    G. Aders

    • Guten Tag zusammen!

    Egmar: Mit Nachtanken auf See von einem U-Boot aus dachte man Angriffe mit BV 222 auf den Panama-Kanal, auf Industrieanlagen im Osten der USA und auf Recife in Brasilien. Ebenfalls mit BV 222 sollten von Constanza in Rumänien sollten Ziele in Indien und Thailand angegriffen werden. Mit BV 238 wollte man von Petsamo aus Seattle angreifen! (auch mit Nachtanken auf See).

    Zur Frage nach den Einheiten, bei denen die He 177 im Einsatz war:

    I., II. II/KG 1, I., II./KG 40, I-III, 13 KG 100, Versuchskdo/KG 200, Lehr- und Erprobungskdo 36, Kdo 25 bzw JGr 10 (das war die mit den senkrecht nach oben feuernden Raketen)


    Nochmal zum Stichwort "Fehlkonstruktion He 177":

    1934 wurde bei Heinkel mit dem Entwurf eines 2-mot-Bombers begonnen, der He 111, angetrieben von 2x600 -Ps-Triebwerken. 3 Jahre später wurde sie in Serie gebaut, 1938 lief die Baureihe E, angetrieben von 2 Jumo 211 mit je 1100 PS.

    In diesem Jahr forderte die Luftwaffe den „Bomber A“: Ein Flugzeug mit Bombenlast von 2 to, Eindringtiefe von 1600 km und Höchstgeschwindigkeit von 500 km/h.

    Damit sollten bis 1942 10 „Piratengeschwader“ ausgerüstet werden, die westlich von Irland über dem Atlantik operieren sollten und feindliche Handelsschiffe vernichten sollten bzw. britische Kriegsschiffe, die deutsche Blokadebrecher angreifen wollten. Solche Ziele konnten nur im Sturzangriff bekämpft werden.


    So ein Flugzeug war ein Quantensprung gegenüber der He 111: Doppelt so schwer wie die He 111, mit zweieinhalbmal stärkeren Triebwerken ausgerüstet, anderthalbmal so schwer und strukturell in einer weit höheren Festigkeitsklasse als jeder andere deutsche Bomber. Heinkel hatte ja auch eine große Menge an Forschungsarbeit hineingesteckt, u. a. durch aufwändige Erprobungsträger wie die He 119.

    Dass DB die Zuverlässigkeit des Doppeltriebwerks DV 606 nicht in den Griff bekam, steht auf einem anderen Blatt.

    Die Ju 88 war ja in den ersten Jahren auch unzuverlässiges Flugzeug, dessen im Fronteinsatz auftretende Mängel durch ständige Änderungen behoben werden mussten. Es gibt im Bundesarchiv einen Briefentwurf von Milch an Göring, den Milch nach einem Truppenbesuch im Oktober 1940 verfasst hatte, in dem heißt es, dass die Truppe keine Angst vor dem Feind, wohl aber vor der Ju 88 hätte.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    . .

    Guten Abend zusammen, ach ja, die V 38. 1968 besuchte ich in Prag Jaroslav Zazvonil, damals Hausmeister einer Berufsschule. Herr Zazvonil bot mir (gegen gewisse Entschädigungen) einen dicken Packen Fotos an, die von der Bildstelle der Fliegerhorstkommandantur Ruzin von Bruchlandungen gemacht worden waren samt der zugehörigen Negativrollen. Zazvonil hatte sie 1945 beim Aufstand in Prag erbeutet. Außerdem gab es einige Fotos vo9n deutschen Flugzeugen oder besser: Wracks, die bei Kriegsende in Ruzin standen, und von denen Herr Zazvonil behauptete, sie selbst gemacht zu haben. Darunter auch Fotos der He 177 mit dem vergrößerten Bombenschacht. Herr Z. behauptete steif und fest, diese 177 sei als A-Waffenträger umgebaut worden, das habe er von einem Ingenieur der Werft bzw. der dortigen Letov-Werke gehört.

    Ich habe die Sachen also rausgeschmuggelt. Ein Engländer namens Eddy Creek, der die Zeichnungen für das Werk von Smith und Kay gemacht hatte, bekam von mir Abzüge der 177 V38, und aus meinen mit Zweifeln geäußerten Infos über den angeblichen Verwendungszweck wurde in dem Buch eine Tatsachenbehauptung.

    Inzwischen dürfte feststehen, dass die V38 als Erprobungsträger für Rumpfteile der Ju 287 dienen sollte.


    Zu geplanten Ferneinsätzen 1942 mit He 177: Da werden in der Akte BA-MA RL3/2359 folgende genannt: Julianahaab in Grönland, Recife mit Tankstop in Dakar, von Tripolis aus Lagos, Aden, Bender Abbas, Karthum, von Smolensk aus Mandschurei, auch von Petsamo Flüge in die Mandschurei.


    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Guten Tag,

    bei dem RK-Träger Gerhard Stamp (seinerzeit KG 30) konnte ich mal ein Foto reproduzieren, dass Zielsilhouetten bei der Stuka-.Schule in Graz zeigt. Es ist meinem Buch "Stukas, Schlachtflieger, Jagdbomber" Auf s. 48 abgebildet .

    Es scheint mir so, als wären die meisten Krater nur durch nicht explodierte Übungsbomben entstanden,

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Files

    • BAW-Schule.jpg

      (292.57 kB, downloaded 45 times, last: )

    Ja, ja, "verstaubt" - das ist seit 9 Jahren die Ausrede, und wenn man tatsächlich den Staub runtergepustet hat, heisst es, man müsse erst die Akte digitalisieren.


    Komisch, meine Lederjacke, die in derselben Kabie wie die Akten über der Stuhllehne hing, war nicht verstaubt, als sie mir zurückgeschickt wurde (sogar die Brieftasche war da, nur die 280€ Bargeld hatte sich jemand gefingert, ebenso wie mein Handy und das Diktiergerät)

    Beste Grüße

    Aders

    Hallo Manni,

    ist die Lülsdorfer Schulchronik auch das in "Echt-Zeit" geschriebene Original? Bei 2 Porzer Schulchroniken (Wahn und Zündorf) hatten die Rektoren die Seiten 1933-45 herausgerissen und aus dem Gedächtnis neu geschrieben.

    Falls es was hilft: Von den Porzer Schulchroniken gibt es auch Fotokopien, und die sind nicht "eingestürzt", denn die hatte ich an dem bewussten Tag in einer Kabine hinter dem Lesesaal in Benutzung (da sollte mal ein Aufsatz für das Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins entstehen). Die müssten also greifbar sein, die Signaturen habe ich nicht mehr im Kopf, aber die müsste Frau Dr. Wagner ermitteln können.

    Beste Grüße und viel Erfolg

    Ihr

    Aders

    Hallo Manni,

    BC des Bomber Commands hatte bei Tageseinsätzen gegen Nürnberg und Bayreuth keine Verluste.

    Könnte natürlich auch "Medium" der 2. Tactical gewesen sein.


    Zu meinen Kölner Unterlagen habe ich keinen Zugriff mehr: Ich bin 2002 in Pension gegangen, meine ganze Materialssammlung zum Luftkrieg im Großraum Köln blieb bei meiner alten Dienststelle in Porz, die wurde 2003 aufgelöst, alles Material kam in die Zentrale nach Köln und dann kam da ja der bekannte Einsturz.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Guten Tag,

    als ehem. Leiter der Außenstelle Porz des Stadtarchivs Köln kann ich dazu folgendes sagen:

    In keiner der Schulchroniken von Langel, Wahn und Zündorf wird ein solcher Absturz oder Bruchlandung eines Bombers erwähnt. Aber: Im April 45 ist über dem rechtsrheinischen eine C-47 abgestürzt - die Angaben über den Bruchort variierten von Wahner Heide bis Langel. Ein Teil des Leitwerk s diente jahrzehntelang als Abdeckung einer Jauchegrube in Wahn. Der Besitzer stellte es mir 1985 für eine Ausstellung im Rathaus Porz zur Verfügung.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Guten Tag,

    er wurde in Wahn beigesetzt, weil es auf dem dortigen Friedhof einen "Ehrenfriedhof" für gefallene Wehrmachtsangehörige gab/gibt. (Ich war 25 Jahre lang Leiter des Porzer Archivs und habe mich in der Zeit mehrt oder minder aktiv mit dem Luftkrieg in diesem Raum befasst).

    Beste Grüße

    G. Aders

    Guten Tag,

    wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, werden bei Völker, Die deutsche Luftwaffe 1933-1939, gemeinsame Manöver erwähnt (Leider habe ich das Buch nicht mehr).

    Boog, Die deutsche Luftwaffenführung, erwähnt, so weit ich das sehe, die taktische Zusammenarbeit Luftwaffe/Heer lediglich bei Kriegsspielen.


    Mit besten Grüßen

    Gebhard Aders

    Guten Tag,

    in Band 104 der Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins setzt sich Norbert Krüger (der seit Jahrzehnten etliches über den Luftkrieg gegen das Ruhrgebiet veröffentlicht hat) mit den Legenden und Gerüchten über den "Phosphorregen" beim Angriff auf Wuppertal am 29./30. Mai 1943 auseinander.

    Sehr bemerkenswerter Aufsatz, der zeigt, wie damals betroffene Laien sich bemüht haben, für Beobachtungen in einer Extremsituation im Nachhinein Erklärungen zu finden, sich bemüht habe, diese in Worte zu fassen, Diese Erzählungen sind bis in die jüngste Zeit sehr oft unkritisch übernommen worden, wie Krüger an vielen Beispielen zeigt.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Guten Tag,

    da ich den größten Teil meiner Luftkriegs-Materialsammlung an diverse Forenmitglieder abgegeben habe, kann ich das nachstehende nur aus meiner Erinnerung mitteilen.

    1) In den KTB-Anlagen der Lftl. 6 (sind im BA-MA Freiburg) ist ein Erfahrungsbericht des Kommandeurs einer Sturmgruppe, der die hohen Verluste seines Verbandes damit begründet, dass die Nachwuchsflugzeugführer keinerlei Schulung im jagfliegerischen Verbandfliegen bekommen hätten, bei Feindberührung sofort "abplatzten" und dann einzeln von den Feindjägern vernichtet würden.


    2) Ausbildungsverluste waren auch in USArmy AF erschreckend hoch. Ursachen waren ähnlich wie bei der deutschen LW: Es gab keine wirklichen Schulflugzeuge, die leistungsmäßig den Einsatzmustern nahekamen. Der Sprung von einer Arado 96 auf eine ausgelutschte Bf 109D oder E war einfach zu groß, Und bei den "Amis" war der Sprung von der T-6 auf eine P-47 oder P-51 auch riesig.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Danke, Sunninger, für die Mitteilung.

    Es gab durchaus an dem Tag Einflüge ins Reichsgebiet. Zwar wurde der US-Verband, der Bahnanlagen bei Brüssel und Lüttich angreifen sollte, zurückgerufen, aber eingie Bombenabwürfe gab es bei Aachen und der Jagdschutz stieß teils bis den Raum Köln, teils bis in Pfalz vor. Die dagegen eingesetzten Teile der I./JG 1 und Ii./JG 27 blieben ohne Feindberührung.

    Bei diese Akttion also der Schaden an einer bf 109 G-6 der II./JG 27.

    Beste Grüße

    Ihr

    Aders

    Guten Tag,

    an diesem Tag gab es bei der II./JG 27 einen "Betriebsschaden" oder "Betriebsverlust" bei einem "Feindflug ohne Feindeinwirkung".

    Diese dürftigen Fakten gehen aus den summarischen Materialverlustmeldungen des Generalquartiermeisters hervor.

    Hat jemand mehr Infos? Wo war der Verlsut? Gab es auch einen "Personalverlust"? - Die namentlichen Verlustmeldungen des GQM für diesen Zeitraum sind nicht vorhanden.


    Besten Dank im Voraus

    Gebhard Aders