Posts by Aders

    Guten Tag,


    "auffindbar" ist ein wichtiges Stichwort.

    Hier ein Negativbeispiel:

    Vor vielen Jahren zeigt mir ein Kollege, Leiter eines schwäbischen Stadtarchivs ein dickes Fotoalbum, dass der Kommandeur einer dort stationierten US-Pioniereinheit bei der Rückverlegung in die USA dem Bürgermeister des Standortes übergeben hatte. Das enthielt großformatige Fotos von der Aufstellung 1942 in den USA, von den Einsätzen in Nordafrika, Sizilien, Italien und vom Kriegsende 1945 in Bayern.

    Der Bürgermeister hatte das Album dem Stadtarchiv übergeben, und hier hat es jahrzehntelang keiner eingesehen.

    Ich empfahl dem Archivar, das Album an US-Nationalarchiv zu übergeben - und dort war man überglücklich.


    Meine Empfehlung: Den Nachlass an das Bundesarchiv-Militärarchiv übergeben und das Archiv des ursprünglichen Standort des Vaters über dire Abgabe informieren oder Kopien/Scans diesem Stadtarchiv übergeben.

    Mit freundlichen Grüßen

    G. Aders

    (25 Jahre Leiter eines Kommunalarchivs im Rheinland)

    Danke, Danuser,


    Herr Dr. Siewert ist Sprachwissenschaftler. In diesem Büchlein (48 Seiten Text, 24 €) befasst er sich aber mit einem höchst komplexen Spezialgebiet des Luftkriegs und das überforderte ihn.

    Besorgt Euch mal das Büchlein trotz des heftigen Preises und urteil selber.

    Die Schallplatte - eine wirklich Rarität - wurde nach Ansicht des Autors von britischen Dienststellen während der Battle of Britain aufgenommen. Wenn man die beigefügte CD abhört, wird man feststellen, dass es der Funkverkehr zwischen Jägerleitstellen und Nachtjägern ist.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Guten Tag,

    in diesem Jahr erschien ein Büchlein mit dem Titel "Pauke, Pauke - Tarnsprache der deutschen Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg". Verfasser ist ein deutscher Sprachwissenschaftler, der schon mehrere Veröffentlichungen über "Sondersprachen" geschrieben hat. Über den linguistischen Teil kann ich kein Urteil fällen, Über das, was zur Entstehen der Deckworte und ihrer Verwendung geschrieben ist, "schweigt des Sängers Höflichkeit" - da möchte ich mich noch mit dem Autor in Verbindung setzen.

    Basis seiner Arbeit sind eine aus dem Krieg stammende britische Schallplatte, auf der deutscher Funksprechverkehr zu hören ist und lediglich zwei Luftwaffen-Deckwortverzeichnisse. , sodann hat er als "Archivalien" einige mihr dubios erscheinenden Internetseiten aufgeführt, darunter das Computerspiel "Sturmovik", bzw. die da zu hörenden Deckworte im Funksprechverkehr".- Nur sind darunter einige Ausdrücke/Deckworte, die in keinem der mir vorliegenden deutschen Quellen vorkommen. Preisfrage: Haben die Macher von Sturmovik.de viel Fantasie und Schneegestöber produziert oder hatten die russische Auswertungen deutschen Funkverkehrs?

    Beste Grüße

    Euer

    G. Aders

    Guten Tag,

    In diesem FS könnte man "Wolf" auch als eine bestimmte Fertigungstätte interpretieren.

    Gäbe das einen Sinn?

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Guten Tag, Uwe,

    von wann stammt das Fernschreiben?

    Wolf für ein F.W.-Flugzeug wäre ungewöhnlich, da diese Firma soweit bekannt nur Vogelnamen verwendete. Allerdings hat Hitler im März 45 neue Suggestivnamen für Flugzeuge befohlen. Die Liste dieser Namen habe ich nicht - leider. Vielleicht ist Wolf dabei?

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Danke, Thilo,

    Schreibfehler ist möglich,. Steht so bei Boog, Die Deutsche Luftwaffenführung 1935-1945, S. 628.


    Beste Grüße

    G. Aders

    Guten Tag,

    1945 gab es beim OBdL in der Amtsgruppe Flakentwicklung und Flakrüstung die Dienststelle "Vesuv- und Sondermunition".

    Hat jemand eine Ahung, was das sein könnte?

    Dank und Gruß

    G. Aders

    Guten Tag in die Runde,

    weiß jemand, bis wann die 1936 erstellte LDv 421 Gültigkeit hatte?

    In der ersten Fassung von '36, verbessert '38, war für den Funkverkehr der Kampfflieger noch ein höchst kompliziertes verschlüsseltes Tastfunkverfahren vorgeschrieben, Jäger und Stukas konnten im Klartext sprechen (wenn sie hochdeutsch sprachen), Deckworte konnten im Einzelfall befohlen werden. Beispiel: "Hier Otto 1 - melde Motorpanne, muss notlanden - Schluss" - 1943 wurde daraus: "Pferd lahmt - mache kleinen Rutsch".


    Ab wann hatte die in verschiedenen Versionen überlieferten Deckwortverzeichnisse Gültigkeit?


    Dank und Gruß

    Euer

    Aders

    Tja, Manni,

    das wird ja immer mysteriöser.

    Die Franzosen flogen B-26, operierten aber nicht so weit nördlich, d.h., der Main war so etwas die Nordgrenze.

    Die 2. TAF hatte auch Niederländer, die diese Luftflotte operierte m. W. nichtz so weit südlich.

    Noch ein Tip: Im Kreisarchiv Berg. Gladbach gibt es eine Akte der Polizei, In der Auskunft an die All. Militärbehörde erteilt wurde über abgestürzte und bruchgelandete Flugzeuge.

    (Die Akte habe ich selbst benutzt) Wenn die Mühle auf Langeler Gebiet runtergekommen ist, müsste sie dort erfasst sein. Auch mal im Kreisarchiv Siegburg checken - diese Anfrge der Alliierten Militärbehörden gingen ja an alle Landkreise.

    Zur Not muss im Nationalarchiv Washington recherchiert werden, d.h,, gegen Honorar muss man einen der professionelle Rechercheure einschalten, die das Archiv vermittelt.

    Viel Erfolg!

    Gebnhard Aders

    Hallo Wolfgang,

    danke für die interessanten Dokumente.

    Ich bin nach wie vor skeptisch, ob es diese "Knallbonbons" wirklich gab.

    1. Die hier gezeigten Berichte stammen nur aus dem Zeitbereich Mai bis Oktober 1942,

    2. Sie stammen nur aus dem Bereich HGr Mitte.

    3. Wenn die "Minibomben" so berührungsempfindlich gewesen sein sollen, wieso sind sie nicht hochgegangen, als man sie ablegte? Waren es vielleicht nur kugelförmige Sprengfallen?

    Überzeugen würden mich russische Quellen, die die Entwicklung, Herstellung und Verwendung solcher Sabotagemittel belegen.

    Beste Grüße

    G. Aders

    Richtig , Holger,

    oder auch Bodenmarkierungen. Weniger wahrscheinlich ist, dass mit "Werfen" der Abwurf von Düppeln gemeint sein kann.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Liebe Leute, also noch mal von vorn:

    Gebt erst mal über die Tante Gugel die Suchbegriffe "Deckwortverzeichnis Jägersprechverkehr" ein - da findet ihr einiges, besonders möchte die auf die Seite von "gyges.dk" aufmerksam machen.

    Die Deckworte entstanden - soweit ich das herausfinden konnte - im Sommer/Herbst 1940 mit der Aufstellung der Nachtjagd. Das waren zum einen Deckworte, mit denen Jägerleitstellen Nachrichten/Weisungen/Befehle an Jäger gaben, z. B. über Kurs und Höhe des Feindflugzeugs, eigener Kurs u.a.m., zweitens waren Deckworte Meldungen an Bodenstellen wie z. B. "Ich berühre" = "ich habe Ziel gesehen" oder "Ricardus" = "Ich habe nicht verstanden, bitte wiederholen". ( Neben den Deckworten konnten auch an 2-mot-Jäger mit BoFu auch 3-stellige Morsezeichen gesendet werden. ) Und wenn dann ein Nachtjäger eine Lancaster m it Rotterdamm-Gerät aufgefasst hatte, (also 1943), gab er "Schlagbaum" durch, und wenn er sich unter die Lancaster gesetzt hatte, das Deckwort "Zauberflöte" - als nächstes wird er dann "Horrido" = Abschuss gefunkt haben.

    Aber 1943 wurden die Deckworte auch für die Tagjäger In der Reichsverteidigung verwendet, schon früher beim Flugmeldedienst, auch für die Flak. An der Ostfront und im Mittelmeerraum entstanden Varianten. Auch für die Schlachtflieger und Schnellkämpfer gab es Deckworte.

    Die Verzeichnisse wurden mehrfgach geändert, bzw. erweitert.

    Sinn des ganzen: Statt langem Gequasel genügte ein Tarnwort (oder 3 Morsezeichen), um einen Sachverhalt anzuzeigen.

    Vorsicht! Da gibt es ein Computerspiel "Sturmovik" - da werden auch Deckworte verwendet - meistens der Fantasie entsprungen.


    Beste Grüße

    Euer Aders


    .

    Liebe Kollegen,

    das "R" auf einzelnen Feindflugzeugen hat mit den Deckworten der deutschen Luftwaffe nichts, aber auch gar nichts zu tun.

    Warum sollte die Luftwaffe in ein Deckwortverzeichnis, das für die gesamte Tag- und Nachtjägerei gedacht war, ein Deckwort für Feindflugzeuge festlegen, die irgendwo den Buchstaben "R" hatten? Ist doch Unsinn.

    Ich bleibe bei meiner Auslegung : R-Maschine = Rotterdam-Träger, nochmals Danke Holger!

    Beste Grüße

    G. Aders

    Bingo, Holger!

    wie war der deutsche Codename für das H2S? Rotterdam-Gerät!

    Das damit ausgerüstete Flugzeug könnte/dürfte die "R-Maschine" gewesen sein!

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Danke, Karl,

    Feindflugzeug habe ich auch vermutet, nur:

    Im Verzeichnis werden Flugzeuge eben auch als Flugzeuge bezeichnet und nicht als Maschinen ("Auto" = feindl. 2-mot Flugzeug, "dickes Auto" feindliches 4-mot Flugzeug).

    Wenn diese im BA-MA befindliche Kopie des Deckwortverzeichnisses eine sehr späte Ausgabe ist, könnte damit auch ein eigenes Flugzeug gemeint sein, z. B. Pfadfinder (für insatz Bodenplatte o. ä.) oder eben auch Mistel. Dazu passt aber nicht, dass auch dem Deckblatt steht "für Reichsverteidigung usw.".

    Aber das "usw" kann man ja weit auslegen - vielleicht ist die ""R-Maschine" eine russisches Störkampfmaschine? (Sog. Nähmaschine).

    Ist schon alles ganz schön kompliziert.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

    Guten Tag,

    ich fürchte, mit der Frage überfordere ich die Forumsmitglieder:

    Aber ein Versuch ist es wert::

    Im Deckwortverzeichnis für den Jägersprechverkehr tauchen Deckworte auf, deren Bedeutung mir schleierhaft ist:

    Kreuzspinne = R-Maschine wirft,

    Schlagbaum = R-Maschine erfasst

    Pfefferkorn = R-Maschine verloren

    Lastwagen = berühre R-Maschine

    Zauberflöte = bin unter R-Maschine.

    Ich habe mich zwar ein paar Jahrzehnte mit der Reichsverteidigung und speziell mit der Nachtjagd befasst - aber der Begriff "R-Maschine" ist mir bislang nicht untergekommen.

    Auch Mikael Sveijgaard ("SES") anwortete mir: No idea!

    Für jede Hilfe bin ich dankbar!!

    Beste Grüße

    Euer

    G. Aders

    Guten Tag,


    wann wurden die Deckwörter für den Funksprechverkehr zwischen Bodenstellen und Flugzeugführer/Bordfunker eingeführt? Schon vor der Luftschlacht um England? Gab es diese Deckwörter auch für den Einsatz von Kampfflugzeugen?

    Danke für Eure Hinweise im Voraus!

    Gebhard Aders