Posts by MHR

    Hallo zusammen,


    ich habe gelernt, dass Lagebesprechungen und Befehlsausgaben nach dem Stichwort "LANGEMARK" zu gliedern sind.


    Das heißt, dass direkt nach der Lage und dem Auftrag als nächstes die Nachbarn (also die benachbarten eigenen Truppenteile) zu erörtern sind, es folgen dann die Grenzen des eigenen Beobachtungsbereiches, usw. Wenn das in allen Truppenteilen gemacht wird bzw. wurde, dann weiß bzw. wußte man wenigstens, wer links und rechts neben einem liegt bzw. lag. Über die beauftragten Verbindungsoffiziere soll dann jeweils Kontakt hergestellt und gehalten werden, wobei vielleicht auch Erkennungszeichen o.ä. vereinbart werden können, soweit sie nicht von der übergeordneten Führung vorgegeben werden. Die Kontaktaufnahme zu den eigenen Nachbarn wird aber unabhängig davon im Einzelfall sehr gefährlich gewesen sein. Soweit mir bekannt ist, wurde ein Großteil der Panzeraufklärer von eigenen Truppen abgeschossen und zwar beim Versuch, nach Beendigung des Spähtruppunternehmens wieder hinter die eigenen Linien zu kommen. Wir haben das mit unseren leichten Spähtrupps (Spähpanzer Luchs) in voller Fahrt und mit vereinbarten Leuchtzeichen geübt - ob das im Ernstfall geklappt hätte - wer weiß???


    Horrido,


    Marcus

    Hallo,


    die verlinkte Seite zeigt - abgesehen von den in der Tat widerwärtigen Photos - mehr als deutlich, dass pro-israelische Aktivisten nicht unbedingt sachlicher oder weniger einseitig argumentieren als ihre Gegner von der pro-palästinensisch/arabischen Fraktion. Über die Bezeichnung der Seite "Jihad Watch Germany" könnte man schmunzeln, wenn das Ganze nicht so offensichtlich auf einseitige Propagandaeffekte angelegt und damit letztlich doch so traurig wäre. Insbesondere dem Opfer auf den abgebildeten Photos wird man auf diese Weise wohl kaum gerecht: wer war der Mann? Aus welchem Grund wird er auf diese bestialische Weise exekutiert? Wer sind die Täter? Ist die Untat später verfolgt worden? Das wären doch wohl einige der Fragen, die man in diesem Zusammenhang sachlich diskutieren müßte. Oder?


    Horrido,
    Marcus

    Hallo zusammen,


    am 17. Dezember 1939 erfolgte die Selbstversenkung der "Admiral Graf Spee" vor Montevideo/Uruguay. Zu dem Thema wurde heute kurz nach 9:00 Uhr ein Zeitzeichen auf WDR 5 gesendet, das man über die Internetseite des Radiosenders abrufen und anhören kann. Im Gedächtnis bleibt bei mir der dem Kapitän Langsdorff zugeschriebene Satz: "Mir sind 2000 junge Leben lieber als 2000 tote Helden". Bei Piekalkiewicz, Der Zweite Weltkrieg, wird die Geschichte allerdings etwas detaillierter und in den Nuancen auch anders geschildert. Dennoch hat mich der Radiobeitrag durchaus angesprochen - hört mal rein!


    Horrido,
    Marcus

    Hallo zusammen,


    stimmt, Jürgen Fritsche ist der Gesuchte. Wenn man zu der Frage hier etwas heraus bekommt, dann wahrscheinlich über ihn. Da er ziemlich mit Anfragen zu Sanitätseinheiten überschüttet wird, kann es aber etwas dauern, bis er die Zeit findet, sich der Sache anzunehmen. Aber die Fragestellung ist ja besonders interessant und hat einen besonderen persönlichen Bezug. Wer weiß, vielleicht gibt es ja zur Weihnachtszeit ausnahmsweise eine besonders schnelle Antwort?


    Horrido,
    Marcus

    Hallo zusammen,


    gibt es hier im Forum nicht einen Mitstreiter, der eine eigene Webseite mit Angaben zu Sanitätseinheiten unterhält? Das wäre wahrscheinlich der richtige Ansprechpartner. Stand mit ihm schon mal in Kontakt, aber ich habe den Namen leider vergessen ...


    Horrido,
    Marcus

    Hallo Andreas,


    das Buch "Kurze Geschichte der 353. Infanteriedivision" von Eberhard Tesch beinhaltet auf Seite 4 einen tabellarischen Lebenslauf/Werdegang von Generalleutnant Paul Mahlmann.


    Bei Interesse schicke ich Dir gerne eine Kopie.


    Horrido,
    Marcus

    Hallo Lionel,


    danke für die Antwort und den Tip. Den Band von Bernage besitze ich bereits. Die Angabe der Verluste von 90% ist ungenau, weil in La Haye du Puits nur zwei von drei Kompanien des PiBtl 353 und der Stab eingesetzt waren. Die dritte Kompanie war mit der Kampfgruppe Böhm der 352. Infanteriedivision unterstellt und lag nördlich von St. Lo. Von den in La Haye du Puits eingesetzten Teilen des PiBtl 353 kamen nach den Schilderungen von General Mahlmann aber tatsächlich nur rd. 30 bis 40 Mann wieder heraus, da die Ortschaft zwischen dem 3. und dem 10. Juli 1944 fortdauernd aus der Luft und mit Artillerie bombardiert und angegriffen wurde. Mein Großvater wurde etwa am 11. Juli 1944 durch einen Granatsplitter verletzt und ist dann am 28. Juli 1944 im 3. Fallschirm-Feldlazarett in Tesse la Madeleine (Bagnoles de l'Orne) gestorben. Ich weiß leider nicht, ob er in La Haye du Puits oder bei St. Lo verwundet wurde - seine Kompanie war in La Haye du Puits, aber das 3. Fallschirm-Feldlazarett in Tesse la Madeleine gehörte zum II. Fallschirmkorps und zu diesem gehörte zu diesem Zeitpunkt u.a. die 352. Infanteriedivision. Ich habe etwas die Hoffnung aufgegeben, diese Detailfrage noch aufklären zu können ...


    Jetzt werde ich mich zurückhalten, weil das Thema des Threads ja eigentlich ein anderes ist.


    Horrido,
    Marcus

    Hallo Lionel,
    hallo Andre,


    meine Frage hat nichts mit der SS-Aufklärungsabteilung zu tun - ich bitte um Pardon. Ich befasse mich in anderem Zusammenhang mit La Haye du Puits und St. Lo, weil mein Großvater dort als Pionieroffizier im Einsatz war. Aus diesem Grund verfolge ich eigentlich alle Threads im Forum, die einen Bezug zur Normandie haben. Bei La Haye du Puits gab es nur einen Entlastungsangriff der 2. SS-Panzerdivision "Das Reich", die sicherlich auch über Aufklärungsabteilungen verfügt hat.


    Horrido,
    Marcus

    Hallo zusammen,


    wenn hier "Dorf-Fussballer" erwähnt werden dürfen/sollen, dann schließt das ja hoffentlich auch die die "A-Jugend" mit ein:


    Name: Werner Paul Schulz
    Dienstgrad: Leutnant
    Geburtsdatum: 04.05.1921
    Todesdatum: 28.07.1944
    Verein: Hamborn 07 (Deutscher Jugendmeister 1938)


    Name: Albin Liesen
    Dienstgrad: ?
    Geburtsdatum: ?
    Todesdatum: Januar 1943 (?)
    Verein: Hamborn 07 (Deutscher Jugendmeister 1938)


    Horrido,
    Marcus

    Hallo,


    Eberhard Tesch erwähnt in seinem Buch "Kurze Geschichte der 353. Infanteriedivision" auf Seite 9 das Marschbataillon 353 mit dem Hinweis, dieses sei überwiegend aus Verbänden der 328 I.D. gebildet worden. Die 353. I.D. wurde 1943 in der Bretagne aufgestellt und war dort zunächst auch stationiert. Nach der Invasion im Juni 1944 wurde das Marschbataillon 353 zu Fuß in die Normandie in Marsch gesetzt und nahm dann dort an den Kämpfen an der Invasionsfront teil. Stärke und Kommandeur ergeben sich aus dem vorbezeichneten Werk leider nicht - werde mal in den NARA-Berichten von Mahlmann nachschauen und die Angaben dann ggfls. ergänzen.


    Horrido,
    Marcus

    Hallo Udo,


    das von Dir beschriebene Reglement:



    hatte auch in der Bundeswehr bis mindestens in die 80er Jahre Bestand. Ich denke aber, dass derartige Gepflogenheiten eher im Bataillons-/Regimentsrahmen, wo also ein Kommandeur "Herrscher aller Reussen" ist, Bedeutung hatten und haben. Im Offizierskasino des im Feld ungeschlagenen - aber nunmehr gekaderten - Panzeraufklärungslehrbataillon 11 wurde auch noch 1988 mit dem Essen erst begonnen, wenn der Kommandeur OTL Iwansky die Gabel aufgenommen hatte. Und das Essen war beendet, wenn er sie zur Seite legte. Die Kunst des Kommandeurs bei solchen Machtverhältnissen ist es, selbst bei wenig Hunger so langsam zu essen, dass selbst der hungrigste Fähnrich am Tisch satt werden kann. Wenn man beim Essen auch noch Konversation mit den Stabsoffizieren und Kompaniechefs machen muss, kann das durchaus eine Herausforderung sein. Wer nicht genug zu essen bekam, musste halt hinterher um so mehr Sherry trinken. Wir fanden das damals irgendwie sympathisch altmodisch - und haben uns deshalb daran auch nicht gestört.


    Horrido,
    Marcus

    Hallo Thomas,


    danke für den Hinweis, der diesem verregneten Sonntagnachmittag vielleicht doch noch einen Sinn gibt!? Ich habe früher viel bei der Bundeszentrale bestellt, aber irgendwie ist das bei mir in Vergessenheit geraten. Werde mir gleich mal das aktuelle Angebot anschauen.


    Horrido,
    Marcus

    Hallo Erich,


    an der Universität ist die "Matrikelnummer" gewissermaßen die Personalnummer. So ähnlich wird das hier auch sein, wobei eine dreistellige Nummer vermuten läßt, dass das Gesamtpersonal eher überschaubar war. Oder ist hier beim Eintragen etwas falsch gelaufen?


    Horrido,
    Marcus

    Hallo zusammen,


    ich habe inzwischen die 4. Ausgabe von Mohlers Buch "Die Konservative Revolution in Deutschland" vor mir liegen. Mein erster Eindruck ist, dass der Autor der in der Zeit erschienenen Rezension zu der Stellungnahme Breuers zum Thema "Konservative Revolution" (s.o.) das Originalwerk Mohlers nicht gelesen haben kann. Mohler behauptet gerade nicht, dass die Konservative Revolution eine "präzise abgrenzbare" politische Strömung gewesen wäre. Und ich kann auch nicht erkennen, dass er seinem Werk einen politischen Unterton beigemengt oder irgendein "Unbehagen" über ihm unsympathische "moderne Strömungen" zum Ausdruck bringen würde - ganz im Gegenteil ist das Buch sehr wissenschaftlich aufgebaut und immerhin von Karl Jaspers als Doktorarbeit angenommen worden.


    In Abschnitt A 1.5 weist Mohler darauf hin, dass die früheste ihm bekannte Verwendung des Begriffes in der Berliner Zeitung "Die Volksstimme" vom 24. Mai 1848 zu verorten sei: "In unseren Ringmauern herrscht jetzt ein wunderbares Leben. ... aufwiegelnde Ruhestifter, revolutionäre Reaktionäre und konservative Revolutionäre ... treiben ihr Wesen so bunt durcheinander, dass den hochedlen Weißbierphilistern ... angst und bang zu Muthe ist."


    Nach Darstellung von Mohler wird der Begriff aber erst durch seine programmatische Verwendung durch Hugo von Hofmannstahl im Jahre 1927 "im deutschen Sprachraum virulent:


    "Der Prozeß, von dem ich rede, ist nichts anderes als eine konservative Revolution von einem Umfange, wie die europäische Geschichte ihn nicht kennt."


    Dabei weist Mohler darauf hin, dass Hofmannsthal den Begriff noch nicht "unmittelbar politisch" gemeint habe. Am 30. Mai 1935 sei dann etwa in der Berliner Börsenzeitung ein Artikel zum 10. Todestag von Moeller van den Bruck mit der Überschrift "Konservativer revolutionär" veröffentlicht worden. Detlef W. Schumann habe in der Folge 1939 in Amerika einen Aufsatz "Gedanken zu Hofmannsthals Konservativer Revolution" veröffentlicht. Dieser Aufsatz wiederum soll Hermann Rauschning zu dem 1941 erschienenen Buch "Die Konservative Revolution. Versuch und Bruch mit Hitler" inspiriert haben.


    Am liebsten würde ich jetzt die Nacht durchlesen und mehr berichten, aber ich gehe mal besser schlafen. Weitere Infos folgen aber - ich finde das Thema todspannend. In Wikipedia wird Armin Mohler übrigens sinngemäß mit den Worten zitiert: "Konservative Revolution ist für mich, wenn sich enttäuschte Liberale und enttäuschte Sozialisten zusammenschließen, um gemeinsam etwas Neues zu entwickeln." - warum hier die "Liberalen" und nicht die "enttäuschten Konservativen" angesprochen werden, habe ich aber noch nicht recht verstanden. In Anbetracht der neueren politischen Entwicklungen in Deutschland könnte das einem aber so oder so die Sorgenfalten auf die Stirn legen und mich heute noch um den wohlverdienten Schlaf bringen.


    Horrido,
    Marcus

    Hallo zusammen,


    ich meine, dass es weder für oder gegen eine "konservative Revolution" spricht, dass es auch noch Konservative alten Stils gegeben hat. Der konservativen Revolution zugehörig sind wenn überhaupt diejenigen Leute einzuordnen, die sich eben vom klassischen konservativen Denken abgesetzt haben - ohne in eine ganz andere Richtung zu marschieren. Konrad Adenauer war aus meiner Sicht kein Angehöriger der Konservativen Revolution - insoweit sind wir uns wohl weitgehend einig. Konservativ im herkömmlichen Sinne waren und blieben zum Beispiel auch Leute wie Ewald von Kleist-Schmenzin, der noch unmittelbar vor der Ernennung Hitlers zu Reichskanzler versucht hat, diesen fatalen Schritt zu verhindern - um eben das "Alte und Gute" zu bewahren.


    Wenn hier festgestellt wurde, dass es keine Revolution im herkömmlichen Sinne gegeben hab, die man konservativ nennen könnte, so ist das m.E. auch nur halb richtig. In den Sommerferien habe ich das Buch von Sebastian Haffner "1918/1919 - Eine deutsche Revolution" gelesen, dass ich im Übrigen nur empfehlen kann. Haffner beschreibt darin die Nachkriegswirren und beschreibt die Niederschlagung der Arbeiterproteste und insbesondere auch der Münchner Räterepublik als "Gegenrevolution", bei der die SPD-Reichsregierung die Feinde der Demokratie auf ihre eigenen Anhänger losgelassen habe. Für mich nachvollziehbar schreibt Haffner, dass die Freikorpsführer - deren Ziel gerade nicht die Restauration und die Wiedereinführung der Monarchie war - wie entfesselt auf das eigene Volk gestürzt haben, während sich beispielsweise Reichswehroffiziere geweigert hätten, gefangene Rätemitglieder zu erschießen. Ist die Gegenrevolution vielleicht die Revolution, die wir suchen?


    Horrido,
    Marcus

    Hallo zusammen,


    habe jetzt leider keine Zeit, auf alle Posts im Detail einzugehen, aber ich finde , dass dieser Thread einen guten Anfang genommen hat. Weiter so - und Butter bei die Fische, wie mein alter Lateinlehrer immer gesagt hat.


    Chris,
    ich glaube, dass Mackensen - auch wenn er nachweislich Sympathie für den Nationalsozialismus und das "Erstarken Deutschlands" gezeigt hat - eher als unpolitisch bis nach wie vor konservativ einzustufen sein dürfte. Als Beispiele für die Geschöpfe der Konservativen Revolution scheinen mir persönlich eher Personen wie Reichenau und Heydrich herhalten zu können, die noch recht jung waren und die ihr politisches Denken mit einer gewissen Radikalität neu ausgerichtet und gelebt haben - so dass man insoweit vielleicht tatsächlich von einer Revolution sprechen kann. Revolution meint dabei wohl keine "levee en masse", sondern eher eine politische Neuorientierung unter Abschüttelung alter Autoritäten und auch zivilisatorischer Hemmungen.


    Bert, ich finde es gut, dass Du in deinen Posts dagegen hälst, auch wenn ich den Begriff der Konservativen Revolution aus meiner Perspektive gut nachvollziehbar und plausibel finde.


    Und Chris,
    danke für den Hinweis auf die Rezension. Das Buch ist so gut wie bestellt, auch wenn ich nicht der "Neuen Rechten" angehöre. Moeller van den Bruck gilt m. E. als ein Hauptvertreter der Konservativen Revolution. Bei Edgar Jung bin ich mir nicht so sicher - der war ja ein enger Mitarbeiter Schleichers, durch und durch konservativ und wurde beim "Röhm-Putsch" liquidiert, u.a. weil er die Marburger Rede geschrieben hatte, in der Schleicher an die konservativen Kräfte appelliert hatte zu helfen, im Reich wieder Recht und Gesetz - insbesondere gegen den Terror der SA - durchzusetzen.


    Horrido und gute Nacht,
    Marcus

    Hallo zusammen,


    ich gehe trotz meines Geschlechtes schon seit längere Zeit schwanger mit der Idee, eine Thread zum Thema "Konservative Revolution" zu starten.


    Der Begriff gilt als umstritten, schon weil er auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint - weil "konservativ" und "Revolution" zumindest auf den ersten Blick nicht zusammen zu passen scheinen.


    Der Begriff "Konservative Revolution", von dem ich in Schule und Studium verwunderlicher Weise nie etwas gehört habe, erklärt aber aus meiner Sicht so plausibel wie sonst kaum ein anderer Erklärungsansatz, wieso und weshalb Angehörige der früheren Führungsschichten des Kaiserreichs - wie etwa auch Stauffenberg und Schulenburg - zumindest anfangs oder aber auch durchgängig zu begeisterten Anhängern der nationalsozialistischen Bewegung werden konnten.


    Grob zusammengefasst geht der Erklärungsansatz der "Konservativen Revolution" davon aus, dass für die alten Eliten des Kaiserreichs nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und der Abdankung des Kaisers die althergebrachte Weltsicht und oftmals auch die Existenz in Frage gestellt wenn nicht sogar völlig zerstört waren. Nachdem die alten Autoritäten in den Augen vieler vollkommen versagt hatten, war man offen für neue Ideologien bzw. bereit seine alten Vorstellungen an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Dabei tendierten die vormaligen Konservativen in der Mehrzahl nicht zum Bolschewismus, sondern vielfach zu einem Mittelweg zwischen Kaisertum bzw. Adels- und Bürgerherrschaft einerseits und Sozialismus andererseits, um beide Weltsichten miteinander zu versöhnen und die für möglich gehaltene Weltrevolution zu verhindern. Die Demokratie wurde dabei nicht als ernsthafte Alternative angesehen, eher eine Art völkische Standesgesellschaft ohne formale Klasseneinteilung (wobei die Aristokraten und Bürger sich dann doch eher wieder in Führungspositionen verorteten) mit Umverteilungscharakter - wobei der Hebel zur Umverteilung auch in der Unterwerfung und Ausbeutung fremder Völker gesehen wurde.


    Mich würde etwa interessieren:


    - Welche Wissenschaftler oder Publizisten vertreten oder vertraten die These der "Konservativen Revolution"? Wer widerspricht dieser These?


    - Was spricht für die Richtigkeit der These und was dagegen?


    - Was sind die Kernaussagen der These und was wird dabei ggfls. übersehen?


    Ich möchte dabei dafür plädieren, möglichst mit Zitaten und entsprechenden Belegen und Verweisen zu arbeiten, damit das aus meiner Sicht hochinteressante Thema hier einmal ordentlich aufgearbeitet wird. Ich habe ein Buch zur Waffen SS, in dem das Thema anfangs gut aufbereitet wird, leider gerade verliehen - die Belege/Zitate liefere ich aber nach.


    Ich hoffe auf rege Beteiligung. Danke im Voraus!


    Horrido,
    Marcusder

    Hallo Udo,


    ich hatte mir nur kurz den Link angeschaut. Dort habe ich den dritten Absatz der Rezension offenbar falsch verstanden, wo es sinngemäß heißt, das Werk behandle zunächst die Invasion, dann die Situation hinter der Front und dann den Rückzug aus Frankreich. Wenn das rezensierte Buch dagegen mit seiner Betrachtung bereits früher ansetzt, um so besser - dann habe ich dagegen insoweit nichts zu erinnern. War dann wohl ein Missverständnis.


    Horrido,
    Marcus