Posts by Mpausol

    Hallo Paul,


    I found some more information about Major Reck in the Wegmann-Book:
    When Reck became to known with what kind of troops (how many and in what condition) he was ordered to defend Osnabrück, he was disillousionated.
    When Osnabrück was surrounded by the british, he ordered his troops to break out of the pocket. The order was given on late p.m., 3rd april 1945. The men should try to reach german troops in the directions of Minden, Diepholz or Bremen. They were ordered to built small groups for that Operation. Only a few made it at least. Most of them were captured. Some were killed, others disapeared without reaching the german lines. Reck himself escaped on 3rd april together with 18 of his troops. He crossed the enemy lines near Bassum and reached a german CP at Wildeshausen. In fact it was the 471. I.D., were he immediately get´s an order from the army corps HQ to take command of the Kampfgruppe that was named after him.

    Source: like above, p.77ff.


    The annihilation of the 2 tanks is not mentioned in the book. Means not that he did not fight the tanks in these days.


    Etwas zu Reck habe ich im Wegmann noch gefunden:
    Als Reck vergegenwärtigte was für Truppen ihm als Kampfkommandanten zur Verfügung standen war ihm die Ausichtlosigkeit der Verteidigung der Stadt klar. Als Osnabrück vom Gegner eingeschlossen war befahl er am 3.4.45 seinen Truppen in kleinen Gruppen durch die britischen Linien zu stoßen und in Richtung Minden, Diepholz oder Bremen Anschluss an die deutschen Verbände zu finden. Die meisten gerieten aber in Gefangenschaft. Einige wurden getötet, Andere verschwanden ohne Spur. Reck selbst entkam am 3.4. zusammen mit 18 seiner Soldaten aus der Stadt. Es gelang ihm bei Bassum die englischen Linien zu queren, und er erreichte schließlich Wildeshausen, wo er einen Stab vorfand, von dem es ihm gelang Kontakt zum Armeekorps herzustellen. Von dort bekam er den Befehl sofort im Rahmen der 471.I.D. eine Kampfgruppe zu übernehmen. (Womit ihr dann wieder bei den oberen Postings ankommt.)
    Quelle: wie oben S.77ff.


    Paul fragte nach den Panzervernichtungsabzeichen:
    Die Vernichtung von 2 Panzern durch Reck wird im Wegmann nicht erwähnt. Das heißt natürlich nicht, dass Reck die Panzer deshalb nicht bekämpft hatte.


    Gruß
    Matthias

    Hallo Kordula,


    Klaro! Hätte ich eigentlich auch gleich dran denken können. . Da ich nicht weiss ob Paul seine Beiträge auf deutsch formulieren kann, habe ich mich erdreistet seine An- und Nachfragen mit einzubauen.
    Dieses Thema mit den Kämpfen im Raum Ahlhorn hatten wir auch schon mal in einem anderen Thread. Da wir hier im Polizei-Bereich sind, und die Kampfgruppe Reck die Reste des Pol.-Btl. v.Merfeldt aufnahm, ist das hier wohl doch ganz gut aufgehoben, auch wenn es eigentlich WH ist.


    Gruß
    Matthias

    Hallo Paul,


    some more information. Sorry for this drop by drop informing, but sadly "Reck" is not listed in the names-index of the Wegmann-book. Makes it a little bit difficult.
    Nevertheless, on page 210ff there is some little information.
    The formerly Kampfkommandant of Osnabrück, coming from Vechta, takes command of a regimental combat group of 471. I.D. (which was retreating from the frontline Diepholz-Quakenbrück that day) on 12th april 1945. The combat group was build by Luftwaffen-soldiers from a scratch build light AA-unit forming up at the Goldenstedt area. This group was immediatley crushed by the british offensive which was heading to the strategically important streetcrossing near Ahlhorn. (The action we talk about took place about 30 kilometers south of Oldenburg). After Reck lost most of his troops he was was reinforced with the rests of the police-bataillon Merfeldt on 14th april.
    The division signaled its position at this day: Holding a frontline 2 kilometers south from the street Ahlhorn - Wildeshausen, right wing 2 kilometers south of the streetcrossing at Ahlhorn, left wing at the east- and southboundaries of the forrests west of Wildeshausen. Command-Post that day at Großenkneten.

    The destruction of two tanks at this day is not reported.


    Zuerst muss ich mich bei Paul und euch entschuldigen, da ausgerechnet Reck nicht im Personenverzeichnis bei Wegmann aufgeführt ist. (Zumindest in meiner Auflage). Daher hab ich noch eine kleine Information nachträglich.
    Auf Seite 210ff findet sich noch folgendes: Der vormalige Kampfkommandant von Osnabrück wurde, von Vechta kommend, am 12.4.45 zum Kommandant einer Kampfgruppe der 471. I.D. ernannt. An diesem Tag befand sich die 471. I.D. in vollem Rückzug aus der Linie Diepholz-Quakenbrück. Die Kampfgruppe bestand aus einer zusammengewürfelten Truppe aus Luftwaffensoldaten, welche im Raum Goldenstedt eine leichte Flak-Abteilung bilden sollten. Diese Truppe wurde am selben Tag (12.4.) bei der britischen Offensive Richtung Straßenkreuz Ahlhorn zerschlagen. Die Kampfgruppe von Major reck wurde daraufhin am 14.4.45 mit den Resten des Polizei-Bataillons Merfeldt aufgefüllt. Die 471. I.D. stand am 14.4.45: 2 km südlich der Straße Ahlhorn - Wildeshausen; rechter Flügel 2 km südlich der Straßenkreuzung Ahlhorn; linker Flügel am Ost- und Südrand der Waldung westlich Wildeshausen. Gefechtsstand in Großenkneten.
    Die Vernichtung von zwei Panzern am 14.4. wird nicht erwähnt.


    Gruß
    Matthias

    Hallo Paul,


    It means not 471. Infanterie-Regiment but 471. Infanterie-Division.
    On page 285ff of the Wegmann-book: "zur 471. ID gehörte auch das Regiment Major Wiese - laut Lagekarte Korps Ems AK vom 23. April in Kirchkimmen-, ostwärts davon stand eine weitere Kampfgruppe der Division, das Regiment Major Reck (Anfang April Kampfkommandant von Osnabrück)."
    Means: Major Reck (former Kampfkommandant of Osnabrück) was commanding a regimental combat group called Regiment Reck. And it was definitly part of the 471. Infanterie-Division.
    The Regiment Reck made a counter attack on canadian troops on 25th april trying to recapture the street Oldenburg-Delmenhorst at Kirchkimmen-Falkenburg. On 26th april the Regiment Reck was located at Hudermoor. 1st may the troops of 471. I.D. crossed the Hunte river northbound to retreat to the Cuxhaven area, but made it until the capitualtion only up to Wesermünde (Bremerhaven).


    Paul erwähnt im obigen Posting, dass Major Reck laut Soldbuch für die Vernichtung zweier britischer Panzer am 14.4.45 zwei Panzer-Vernichtungsabzeichen verliehen bekam. Ferner würden Einträge vermuten lassen, dass er beim I.R.471 war. Er fragt sich, wie dass zu erklären wäre.
    Meine Antwort: Gemeint ist die 471. Infanterie-Division und nicht ein 471. Infanterie-Regiment.
    Major Reck (zuvor Kampfkommandant von Osnabrück) kommandierte ein Kampfgruppe "Regiment Reck". Diese war Teil der 471. Infanterie-Division.
    Das Regiment Reck versuchte am 25.4.45 den kanadischen Truppen die Straße Oldenburg-Delmenhorst im Bereich Kirchkimmen-Falkenburg mit einem Gegenangriff zu entreissen. Am 26.4.45 war die Kampfgruppe in Hudermoor. Am 1.5.45 zog sich die 471. I.D. über die Hunte zurück um sich in den Raum Cuxhaven zurückzuziehen. Gelangte allerdings bis zur Kapitulation nur bis Wesermünde.

    Gruß Matthias

    Hallo Paul,


    in the book-edition (don´t know if it is equal to the periodical edition Roland shows above) of Wegmann you will find following information to Major Reck:


    He was formerly commander of a bataillion on the eastern front. III./Grenadier-Regiment 58. From december 1944 to february 1945 he was commanded to a regimental-commanders course at Döberitz near Potsdam. Afterwards he was at the silesian front in the Brieg-Schweidnitz area, were he was wounded. Due to this wound he joins the Ersatz-Bataillon Grenadier-Regiment 58 at Münster. On 12th march 1945 he became commander of the Grenadier-Ersatz-Regiment 416 at Bielefeld (info Ia 466.Division). With this unit he got to Osnabrück, were he became also Kampfkommandant. His command post was at the Winkelhausenkaserne.
    Source: Günter Wegmann, Das Kriegsende zwischen Ems und Weser 1945, page 59, 2nd print, Osnabrück, 2000.
    (sorry for the "holperig" english)


    Paul fragte nach weiteren Informationen zu Major Reck in der Quelle, welche Roland in seinem Beitrag nutzt.


    Er war Kommandeur des III./Grenadier-Regiment 58 an der Ostfront. Von Dezember 1944 bis Februar 1945 absolvierte er einen Regimentsführerlehrgang in Döberitz. Danach nahm er an den Kämpfen im Raum Brieg-Schweidnitz in Schlesien teil, wobei er verwundet wurde. Aufgrund der Verwundung wurde er zum Ersatz-Bataillon Grenadier-Regiment 58 nach Münster versetzt. Am 12.3.45 wurde er Kommandeur des Grenadier-Ersatz-Regiment 416 in Bielefeld (nach Ia 466. Div.). Mit dieser Einheit gelangte er nach Osnabrück, wo er zum Kampfkommandanten Osnabrück ernannt wurde. Der Gefechtsstand befand sich in der Winkelhausenkaserne.
    Quelle: Günter Wegmann, Das Kriegsende zwischen Ems und Weser 1945, S. 59, 2. Auflage, Osnabrück,2000-


    Gruß
    Matthias

    Hallo Roland und Daniel,


    Im Befehlsblatt des Chefs der Ordnungspolizei finden sich zwei Einträge zu Krainz, sowie ein Eintrag zu einem Heinemann. Ob es der obig angeführte Heinemann ist ist aber wohl fraglich.


    Interessant ist, dass Krainz´ Tod zweimal vermeldet wird, und das mit zeitlich doch deutlichem Abstand.


    Quelle:
    Krainz 1: BefBlo Nr.30, 29.07.44, S.256, Personalmitteilungen
    Krainz 2: BefBlo Nr.35, 02.09.44, S.304, Personalmitteilungen
    Heinemann: BefBlo Nr.40, 07.10.44, S.348, Personalmitteilungen, Beförderungen


    Gruß
    Matthias

    Hallo Dieter,


    Im Befehlsblatt Chef Orpo findet sich ein Hennecke (ohne Vornamensangabe).


    Bef.BlO, Nr. 43 vom 28.10.1944, S.376, Personalmitteilungen, Beförderungen:
    Zum Major d. SchP, Hennecke, PV Recklinghausen


    (Die anderen Namen habe ich auch mal kurz eingegeben - negativ)


    Gruß
    Matthias

    Hallo Arno,


    Die Liberation-Trilogy von Rick Atkinson, der von dir angesprochene Band "The Day of Battle", ist der zweite Teil, ist insgesamt empfehlenswert. Kann nur jedem der sich vor american-english nicht scheut diese Bücher an Herz legen.


    Der Biscari-Vorfall findet sich in besagtem Buch auf den Seiten 116-119. Die beiden Kriegsverbrechen -als solche auch schon von der US-Gerichtsbarkeit behandelt- fanden demnach am Vormittag des 14.7.43 statt, bzw. am frühen Nachmittag des Tages. Die A-Company des 1Btl./180thRgt. hatte am Ficuzza-Fluß 46 Gefangene gemacht, darunter 3 Deutsche. Die Gefangenen wurden entkleidet, bis auf die Hosen. Ein Major separierte 9 Gefangene für Verhörzwecke und übergab alle Gefangenen (auch die Separierten) Sgt. Horace T. West und einem Sicherungskommando zur Rückführung hinter die Linien. West sagte später aus "it was something sitting on me, just to kill and destroy and watch them bleed to death". Die Gefangenen wurden in zwei Gruppen abgeführt und bereits nach 400 Yards, an einem Olivenhain oberhalb des Ficuzza ermordet. West ließ sich von dem 1st Sgt. Haskell Brown eine Thompson-MP geben, "to shoot the sons of bitches". Brown gab im daraufhin noch ein zusätzliches Magazin. West schoss die Gefangenen der größeren Gruppe nieder. 3 Gefangenen ergriffen die Flucht durch den Olivenhain, von denen 2 entkamen. West ging durch die Reihe der Niedergestreckten und gab auf alle Gefangenen, welche nur verwundet waren Einzelschüsse ins Herz ab. Danach gab er Brown die MP mit der Bemerkung zurück das die Befehle es so vorsehen würden. (Hier muss ich erwähnen, das Atkinson-der auch eine vielbeachtete Patton-Biographie verfasst hat- Biscari in den Kontext der fahrlässigen, vorsetzlich von Patton geförderten Verrohung stellt. Darauf hat sich vor Gericht West berufen, der die Äußerungen Pattons als Befehl auffasste.) Die zur Vernehmung separierten Gefangenen lieferte West beim G-2 (45th Div.) ab.
    5 Stunden nach diesem Vorfall ereignete sich ein zweites Massaker. Bei den Kämpfen um das Biscari-Flugfeld ergaben sich gegen 13:00 Uhr drei Dutzend Italiener, darunter 5 Zivilisten. Diesmal war Cpt. John T. Compton, Company-C, 1st Btl/180th Rgt. verantwortlich. Er befahl einem Leutnant ein Exekutionskommando zu bilden "(to)have these snipers shot". Es meldeten sich genug für die Exekution, welche daraufhin durchgeführt wurde. Alle 36 Italiener wurden ermordet. Ein Oberstleutnant der US-Army , welcher am Tag darauf zum Flugfeld kam, entdeckte die Erschossenen, und bezeugte später "Everybody face up had one bullet hole just to the left of the spine in the region of the heart", und das die Schüsse aus nächster Nähe abgegeben wurden. Auch Cpt. Compton berief sich später vor Gericht, er hätte damit nur die Vorgaben Pattons erfüllt. (Compton: "I took him at his word").
    Compton wurde im Verfolg des später angesetzten Prozesses nicht näher verhört. Er wurde nach Gesundung von einem Malaria-Anfall zur Division zurückversetzt. West wurde zu lebenslangem Zuchthaus, zu verbüßen im New York State Penitantiary verurteilt, verblieb aber trotz Urteil bei der Truppe, wurde weder unehrenhaft entlassen noch wurde sein Sold eingezogen, oder Ähnliches. Er wurde lediglich für ein Jahr am Kriegsschauplatz "in confinement"(in Gewahrsam) genommen. Dieses Aufgrund der persönlichen Intervention von Eisenhower, welcher verhindern wollte das der Vorfall in den USA an die große Glocke gehängt werden würde. Patton stand aber seit Biscari auf Eisenhowers Abschussliste.


    Soweit der Sachstand im Atkinson.


    Gruß
    Matthias

    Hallo Leute,


    Anbei findet ihr eine Fotopostkarte der 1. Werkstatt-Kompanie 239 aufgenommen am 16.10.1938 in Wagstadt/Sdtl., vormals (und nachmals) Bilovec in Mähren (sw Mähr.Ostrau/Ostrava).
    Zu dieser Einheit konnte ich weiter im Netz nichts finden. Vielleicht findet sich ja im Lauf der Zeit noch etwas aus euren Reihen. Die Karte stammt aus einer Wohnungsauflösung ohne weitere Zusammenhänge (fand sich in einem Buch).




    Gruß
    Matthias

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    Hallo Leute,


    Die "Taiatari Tokubetsu Kogekitai" (auch Tokkotai), also die "Sondersturmtruppen", welche ab Oktober 1944 zum Einsatz kamen waren reine Freiwilligenkommandos. Angesprochen wurden vornehmlich Offiziersanwärter der Marineflieger oder Heeresluftwaffe. Interessanterweise hatte man mehr Freiwillige als Flugzeuge zur Verfügung standen. Obwohl die Gruppendynamik erheblichen Druck auf das einzelne Individuum ausüben konnte war die Zahl der Freiwilligen in den Einheiten meist geringer als die Zahl derer, welche sich nicht meldeten. Zu Beginn des "Kamikaze"-Einsatzes gab es allerdings auch Einheiten, die sich geschlossen meldeten. Die Freiwilligen für den Sondereinsatz wurden von ihren Kameraden als "kichi-gai" (Verrückte) bezeichnet.
    Der Jinpu/Kamikaze-Gedanke fußt weniger auf den tradierten Formen des Bushido, als auf purer (wenn auch skrupelloser) Logik. Admiral Onishi, der die Sonderkampfverbände erdachte, machte seinen Piloten klar, daß sie dem Feind in herkömmlicher Weise keine nennenswerten Verluste mehr beibringen konnten. Zu wenig Piloten, zu wenig Flugzeuge und viel zu wenig Betriebsstoffreserven. Nachdem bei den ersten Einsätzen eine überraschend hohe Effektivität seitens der Japaner festgestellt wurde (Einer von Acht Piloten erreichte im Schnitt ein Ziel) wurden die "Tokkotai" weiter ausgebaut.
    Die Selbstaufopferung wurde in der japanischen Propaganda schon vor 1941 als vorbildlich dargestellt. Jibaku", die Selbstaufopferung im Angriff, wurde schon den Kindern in der Schule als ehrenhaft geschildert. Als Vorbilder wurden drei Soldaten der kaiserlichen Armee vorgestellt, welche am 20.02.1932 bei Shanghai chinesische Stellungen (und sich selbst) mit Dynamitstangen sprengten. (Wem dazu spontan der preußische Pionier Klinke anno ´64 zu Düppel in den Sinn kommt, liegt vielleicht nicht verkehrt.) Bei den Jüngeren verfingen solche "Vorbilder". Ältere sahen darin das was es war: Propaganda.


    Zu den "Pseudo-Traditionen": Japan befand sich seit der Meji-Zeit auf einem atemberaubenden Sprung aus dem spätmittelalterlichen Shogunatsstaat zur modernen Industrienation. Als großes Vorbild galten in militärischer Sicht die britischen und französischen Streitkräfte. Nichts lag den modern ausgerichteten Truppen des Tenno ferner, als die "alten Zöpfe" zu übernehmen. Der bedeutende Sieg der japanischen Streitkräfte im russisch-japanischen Krieg mit dem Höhepunkt der Seeschlacht von Tsushima bestätigte das moderne Japan in seinem Konzept.
    In den 30´er Jahren (in der Hirohito-Zeit, als Japan schon längst unter die Fuchtel der Militärs geraten war) und zunehmend mit dem negativen Verlauf des pazifischen Krieges wurden dann aber wieder Werte aus der alten Samurai-Zeit hervorgeholt.
    Und ja: Solche Selbstaufopferungsaktionen gab es schon immer in jeder Kultur, auf allen Kontinenten, zu allen Zeiten. Das dann allerdings ausgerechnet den Japanern als Exklusivität zu Bescheinigen wäre sicherlich zu hinterfragen. Die "Kultur des Freitodes" findet im Kamikaze sicherlich einen Aspekt, wurde aber schon von der Mehrheit der Zeitgenossen als Pseudo-Tradition empfunden. Sogar, vereinzelt von den Angehörigen der "Tokkotai" selbst.


    "In Wahrheit klingt das, was die militärischen Führersagen, wie eine hohle Litanei in meinen Ohren, bloß dazu bestimmt, die Massen mitzureissen."
    (Sasaki Hachiro, gefallen am 14.04.45)



    Quelle: wie im vorherigen Posting, S.260ff


    Gruß
    Matthias



    PS: klext : Mir aufgrund der Zusamenfassung eines Buchinhaltes "westliche Überheblichkeit" zu unterstellen ist - mit Verlaub - völliger Blödsinn. Oder haben wir es hier mit einer von dir gepflegten Form "westlicher Überheblichkeit" zu tun?
    Inhaltliche Auseinandersetzung gerne immer. Vorurteile und vorschnelle Urteile nimmer.

    Hallo Allerseits,


    Soeben musste ich der örtlichen Zeitung entnehmen, daß Dr. Hans-Peter Klausch (geb. 9.11.54) am Dienstag, 31.5.16 verstorben ist.


    Hans-Peter Klausch hat lange Jahre an der Oldenburg Carl von Ossietzky-Universität gewirkt. Sein großes Thema war der Widerstand innerhalb von NS-Formationen. Er hat dazu zahlreiche Publikationen und Beiträge verfasst.
    Viele von euch, die z.B. zu den Bewährungseinheiten der Wehrmacht, oder der Sonderformation Dirlewanger forschen, werden sicherlich schon das eine oder andere Buch von Klausch zur Hand gehabt haben.
    In den letzten Jahren hat sich Klausch auch mit der Geschichte des NS in Oldenburg beschäftigt.


    Mein / unser Beileid gilt seiner Familie.





    gruß
    Matthias

    Hallo Karl,


    Zumindest Ansatzweise kann man es nachvollziehen wenn man sich etwas mit der japanischen Geschichte auseinandersetzt. Maurice Pinguet hat in den 80´ern mal ein Buch zum Thema veröffentlicht: Maurice Pinguet, La mort volontaire au Japon, Edition Gallimard, Paris, 1984.
    Mit den Kamikaze-Einsätzen hat die japanische Militärnomenklatur unter Hirohito vorsätzlich an überholte Pseudo-Traditionen der japanischen Kultur angeknüpft. Der "Zwang" wurde durch gruppendynamische Oppression auf die Einzelpersonen erzeugt, die sich - auch bei besserer Erkenntnis - diesem kaum entziehen konnten. Wäre zumindest mal etwas zum Hintergrund.


    Gruß
    Matthias

    Hallo Allerseits,


    Ich möchte euch gerne ein interessantes Buch zum Thema 1. Weltkrieg vorstellen, welches ich gerade gelesen habe:


    Hannes Leidinger, Verena Moritz, Karin Moser, Wolfram Dornik
    Habsburgs schmutziger Krieg, Ermittlungen zur österreichisch-ungarischen Kriegsführung 1914 - 1918, Residenz Verlag, Wien 2014 (325 S./24.90€)


    "Der Krieg führt uns ins Feindesland, das von einer mit fanatischem Hass gegen uns erfüllten Bevölkerung bewohnt ist, in ein Land, wo der Meuchelmord...selbst den höher stehenden Klassen als erlaubt gilt, wo er geradezu als Heldentum gefeiert wird. Einer solchen Bevölkerung gegenüber ist jede Humanität und Milde höchst unangebracht, ja verderblich. Ich befehle daher , dass während der gesamten kriegerischen Aktion die größte Strenge, die größte Härte und das größte Misstrauen gegen jedermann zu walten hat. (In) jedem Bewohner, den man außerhalb einer Ortschaft, besonders aber in Waldungen antrifft, sehe man nichts anderes als Bandenmitglieder, welche ihre Waffen irgendwo versteckt haben. Diese zu suchen haben wir keine Zeit; man mache diese Leute, wenn sie halbwegs verdächtig erscheinen, nieder."
    Diese Äusserung, die in ihrer Diktion fatal an die Befehlswirklichkeiten von 1941 erinnert, stammt vom k.u.k. General Lothar von Hortstein, der sein Korps mit diesen Worten auf den bevorstehenden Kampf gegen Serbien im Spätsommer 1914 einschwor.
    Hortstein war kein Hardliner, oder besonders aggressiver "Serbenfresser", sondern repräsentiert die weitverbreitete Denkschule der Militär-Nomenklatur des Habsburger-Reichs.
    Die Autoren verstehen es, in kurzen aber prägnanten Artikeln, verschiedenste Aspekte zu den dunklen Seiten der Kriegsführung Österreich-Ungarns dem geneigten Leser vorzustellen. Das reicht von der vorsätzlich herbeigeführten Kriegssituation mit Serbien, und dem in Kauf nehmen der Eskalation des Konflikts, bis hin zur systematischen, wirtschaftlichen Ausbeutung besetzter Gebiete. Ferner werden umfangreich Kriegsverbrechen an Gefangenen und Zivilisten exemplarisch vorgestellt, die das bisher gepflegte Geschichtsbild zur Donaumonarchie bezüglich des 1. Weltkriegs erheblich in Frage stellen.
    Bei der Lektüre des hier vorgestellten Buches musste ich feststellen, dass alle Automatismen zur Eskalation der Gewalt gegenüber gegnerischen Soldaten und der Zivilbevölkerung (welche mir bei meinen Forschungen zum Einsatz der Polizei 1941-43 in Belarus begnet sind) schon 1914 - 1918 vorhanden waren. Repression - Deportation - Vernichtung. Nur die Schwelle zum großangelegten Völkermord wurde nicht überschritten, so sie auch von einzelnen Protagonisten der k.u.k. Militärhierarchie angedacht war. Diese Schwelle überschritten nur die Osmanen mit dem Genozid an den Armeniern.
    Erstaunlich auch, dass viele Begrifflichkeiten, welche mir aus Dokumenten der NS-Zeit bekannt sind bereits 1914 -18 verwendet wurden. Da ist von "Bandenverdächtigen", "Banden", "Partisanen" die Rede, welche u.a. von "Jagdkommandos" bekämpft wurden.
    Was mich schon etwas verwundert hat, die k.u.k. Administration hat sogar Teile der eigenen Bevölkerung des Vielvölkerstaates willkürlichen Deportationen und Repressalien ausgesetzt. Das in diesem Zusammenhang von Hungerlagern die Rede ist verstört, und das Verortungen wie Mauthausen genannt werden, läßt hier eine unheimliche Kontinuität erahnen.
    Das in diesem Buch auch durchaus serbische, russische, rumänische, bulgarische usw. Kriegsverbrechen in den Kontext gestellt werden, ist eine Stärke der Publikation, die die Vergehen des k.u.k. Kriegsregimes in keinester Weise relativiert.


    Gruß
    Matthias

    Hallo Dieter, Lothar,


    Der Angriff auf UJ 1709 und die Versenkung werden von Kohl, in dem von mir zitierten Buch auf den Seiten 63-66 geschildert. Demnach gab es 1 Gefallenen, 1 Vermissten, 10 Schwerverwundete und 11 Leichtverwundete. Der Angriff soll von 7 Beaufighter-Flgzn. in einem "Zangenangriff" ausgeführt worden sein. Die auf der Back aufgestellte 8,8 Flak konnte infolge des eingeschränkten Schwenkbereiches nicht zum Einsatz kommen. Die leichte Flak im achteren Bereich konnte aufgrund austretendem Dampfes auch nicht zum Einsatz gebracht werden. Die Einzelheiten zu den Bombenschäden erspare ich mir jetzt mal. Bei Interesse bitte selber nachlesen. Der Untergangsort wird von Kohl mit "vor Sognesöen" auf 60 54,2/Nord/4/42,9/Ost angegeben.
    Die Überlebenden wurden durch das Hafenschutzboot "Flamingo" abgeborgen.


    Gruß
    Matthias

    Hallo Dieter,


    Zur 17. U-Jagdflottille gibt es auch ein Buch, welches der ehem. Kommandant Hans Kohl verfasst hat:
    Fischdampfer und Walfangboote im Krieg. Der Einsatz der 17. U-Jagdflotille vor Norwegen, Verlag E.S.Mittler & Sohn, Hamburg, 2002


    Darin finden sich auch einige Kommandantenlisten, Schiffsverteilung etc. Die 17. UJF war z. B. im Sommer / Juni 1940 kurzfristig zur Gruppe West nach Wesermünde zum Einsatz in der südl. Nordsee abgestellt.


    Gruß
    Matthias

    Hallo Thomas


    "Lange Straße" ist schon richtig. Die Straße hieß schon im Mittelalter so, und heute auch noch.
    Es muss sich bei "Langstr." um einen Fehler im Schriftverkehr handeln. Das "Langestraße" im Befehlsblatt ist ja nur "etwas" verkehrt.


    "Der Name Lange Straße (tatsächlich ganz profan aufgrund ihrer Länge von fast 500 Metern so benannt, Anm.) wird urkundlich erst 1490 erwähnt, er muß aber schon früher bestanden haben, denn die Bezeichnung Achternstraße, welche achtern, d.h. hinter der Langen Straße, liegt, ist seit dem Jahre 1433 belegt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Lange Straße zu einer der wichtigsten Geschäftsstraßen der Innenstadt."
    Quelle: F. Schohusen, Die Oldenburger Strassennamen, Oldenburg 1977, S.153f.


    Das Gebäude existiert auch noch. Derzeit befindet sich eine Fastfood-Schleuder in dem historischen Bau.


    Gruß
    Matthias

    Hallo Peter, Thomas,


    Mir fällt gerade beim lesen auf, dass die angegebene Anschrift-Adresse "Langstr. 89" nicht ganz korrekt ist. Es muss richtig "Lange Straße 89" heißen. In der Lange Straße 89 befand sich das sog. "Braune Haus", welches ab September 1930 von NSDAP-Gliederungen genutzt wurde.


    Gruß
    Matthias


    Abb. aus Oldenburgische Staatszeitung 1934

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    Hallo Daniel,


    Im Adressbuch Oppeln 1929 steht Karrasch als Pol.Maj. Passt ja zu den obigen Daten.


    Im Archiwum Panstowe W Opolu findet sich im Bestand noch seine Geburtsurkunde (Nr.61 / 1889, v 30.01.89. Kann man sogar downloaden).


    Und im Bef.BlO Nr.37 (16.9.44) S.320 findet sich die Beförderungsmeldung zum Generalmajor usw. ( Falls du noch nicht drauf gestoßen bist.)


    Gruß
    Matthias

    Hallo David,


    Deine Frage kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe Frühgeschichte, Alte- und Mittelalter Geschichte studiert. Also richtig schön "Fach-Idiot" vom Allerfeinsten. Hatte dann das Glück sogar 4 Jahre an einem Museum arbeiten zu dürfen. Das war es dann auch. Danach eigene Firma, später Angestellter in anderer Firma, z.Zt. Umschulung zum Bürostaubfänger.
    In der Nachbeschau auf mein bisheriges Schaffen muss ich sagen, dass ich es nicht bereue UFG studiert zu haben, aber in den Nebenfächern hätte ich vielleicht etwas "strategischer" vorgehen sollen. Z.B. eröffnet das Fach Bibliothekswissenschaften (waren damals auch nur 4 Semester bis Abschluss) die Möglichkeit seine Chancen auf spätere Anstellung im Bereich Archiv zu erhöhen, falls der Historiker mangels Job schon zum Hysteriker wurde.
    Ansonsten hilft meist nur viel Glück und eine Menge Vitamin-B um als Historiker eine Lebensfähige Anstellung zu erhalten.
    Aber wenn es dein Ding ist, bist du dir selbst schuldig es durchzuziehen.
    Und Leuten die Fragen was du mit dem Studium machen willst, kannst du trocken entgegnen "Taxi fahren." (Sieh auch Ingos Beitrag)
    Ich glaube du gehst die Sache schon ganz richtig an.


    Gruß
    Matthias