Posts by Feuerwerker_1978

    Hallo,

    die erste 3/11 wurde auch 3/Lustig genannt, da einige Sachen drinstanden, wie "Bei Anbruch der Nacht ist mit Dunkelheit zu rechnen.Es gab noch etliche andere.

    Gruss

    Rainer

    Hallo Rainer,

    die alte 3/11 oder 3/Lustig ist besser als ihr Ruf. Die Sprüche "Bei Anbruch der Dämmerung ist mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen " oder "Trifft der Soldat auf Wasser hat er selbständig Schwimmbewegungen auszuführen" stehen nicht drin. Der Name kommt von den vielen lustigen Bilddarstellungen, mit der sich ein findiger Zeichner, der aber Ahnung von Gefechtsausbildung hatte, verewigt hat. Ansonsten ist die Vorschrift besser als die nachfolgende zweibändige Vorschrift. Wenn man die alte Vorschrift liest, trifft man auf viele Merksätze, die wie Binsenweisheiten klingen, aber im Gefecht überlebens notwendig sein können. Die Vorschrift zeigt auch viele, heute vergessene Fähigkeiten, wie zum Beispiel Kochfeuer machen etc. für die man heute teuere Survivalbüchcher kaufen muss, oder entsprechende Youtube Filme braucht. Ich habe noch eine alte Vorschrift (Ausgabe 1959 - es gab 4 Vorexemplare) für mich retten können, mit Stempel meiner alten Ausbildungskompanie. Als Ausbilder habe ich noch selbst mit der Vorschrift gearbeitet. Der Titel lautete "Infantrie-Gefechtsausbildung aller Truppen (Der Einzelschütze)". Darin stand das Basiswissen für jeden damaligen Soldaten, auch Wehrpflichtigen. Wenn man die heutigen Zeit- und Berufsoldaten erlebt, stellt man fest, dass sie nur noch ihren speziellen Laufbahnzweig beherrschen und von der guten alten deutschen "Auftragstaktik" ist nicht mehr viel übrig geblieben ist.


    Gruß Erich

    Quote from Nemere

    Diese Weisung wurde ausgelöst durch einen Schießunfall auf dem TrÜbPl Münsingen. Dort hatte bei einem Gefechtsschießen ein Mörser des PzGrenBtl 562 zu kurz geschossen, so dass eine Sprenggranate in einer Zuschauergruppe explodierte. Es gab Tote und zahlreiche teils schwer verletzte Personen. Fast noch erschreckender war aber, dass noch mehr Soldaten mit Schockerscheinungen in sanitätsdienstliche Behandlung gebracht werden mussten.



    Hallo zusammen,

    ich war am 03.10.1983 als eingesetzter Feuerwerker des damaligen Verbindungs- und Truppenübungsplatzkommandos vor Ort und auch bei der Aufklärung der Vorfalls mit eingebunden.

    Die betroffene Einheit war die 5. (schwere) Kompanie des damaligen PzGrenBtl. 561 - StO München, die der damaligen Heimatschutz-Brigade 56 unterstellt war. Die Heimatschutz-Brigade war zwar zu 2/3 voll ausgestattet, ein Teil davon war aber gekadert, sollte bei Übungen mit Reservisten aufgefüllt werden und war erst - 4 - Jahre aktiv. Sie galt als "Nationalgarde Bayerns", da die Reservisten aus allen Teilen des Bundeslandes stammten. Deshalb bestand auch ein großer Teil der Zuschauer aus Kommunalpolitikern und Mandatsträgern aller Coloeur. Diese Zuschauer standen auf den Ladeflächen von 12 LKW Faun (20 to) und sollten so erhöht dem Vorführungsschießen beiwohnen. Ausserdem waren Journalisten und zahlreiche Soldaten der Heimatschutz-Brigade ebenfalls vor Ort.

    Das Vorführungsschießen war ein sog. "Türke", das heißt, man wollte eigentlich nur die "geballte Feuerkraft" der Verbandes öffentlichkeitswirksam darstellen. Da das zwar vorhandene Panzerartilleriebataillon 565 (München) der Brigade auf dem Truppenübungsplatz nicht mit verlegt worden war, mußte eine schwere Panzermörserkompanie dafür herhalten. Die Panzermörser konnten mit den 120 mm Tampellamörsern auch eine gute Wirkung zeigen, vor allem wenn die Zünder auf "Verzögerung" eingestellt waren, wurden hohe Erdfontänen erzielt. Da der seitliche Gefahrenbereich geringer war als der in Schußrichtung konnten die Zuschauer auch näher an das Zielgelände herangeführt werden. Die Gefechtsartdarstellung war ein Panzergrendierbataillon in der Verzögerung. Damit das Ganze reibungslos ablaufen konnte, waren für die Mörser zwei Zielgebiete vorgesehen, wovon beim Ersten nur Nebelgeschosse eingesetzt werden sollten und beim Zweiten Sprengeschosse mit Verzögerungseinstellung. Ein Mörser sollte nur mit Nebelgeschossen schießen, ein zweiter nur mit Sprenggeschossen. Die beiden Mörser waren schon vorher auf die jeweils vorgesehenen Zielräume eingestellt und eingeschossen worden. Da es zwischen dem Kompaniechef der Mörserkompanie (er war beim Schießen funktionslos) und dem eingeteilten Sicherheitsoffizier (ein Oberfeldwebel und fachfremd) hakte, kam es zu verheerenden Fehlern. Beide Mörser wurden schon vorher mit der vorgesehenen Munition beladen, die Mörser hatten ebenfalls ihre jeweilige Munition im Rohr. Die Mannschaften sassen schon im Panzer (MTW). Der erste Zuschauerraum mit den Lkws sollte in der zweiten Verzögerungsphase auch als Zielraum dienen, wenn eben die Zuschauer schon ihren zweiten Zuschauerrraum erreicht hatten - was auch durch die HDV 44/11 abgedeckt war. Beim ersten Feuerkommando für den Mörsereinsatz feuerten beide Mörser, auch der, der erst für die zweite Phase vorgesehen war. Zwei Sprenggranaten trafen den Zielraum mit den Zuschauern, wovon einer im Wald landete und keinen Schaden anrichten konnte, der zweite landete allerdings in ca 20 m Entfernung des ersten Lkws (von 12) er bekam am meisten ab.

    Glück im Unglück war, dass der Zünder auf Verzögerung war, ohne Verzögerung hätte es die xfache Anzahl von Toten gegeben. Die Details dazu erspare ich mir. Wäre der zweite Mörser erst in der Verlegungsphase der Übung beladen worden, oder wären die Mannschaften ausserhalb des Mörsers gewesen, wäre nichts passiert.

    Nun noch eine Bemerkung zur kriegsnahen Ausbildung. Andere Einheiten waren damals wesentlich besser ausgebildet, vor allem auch in der Gewöhnung an den Gefechtslärm, so z.B. die

    1. Luftlande-Division, die in Münsingen des Öfteren übte. Die ZDV 44/11 sah auch Über- und Vorbeischießen vor, wo man mit entsprechenden Vorbereitungsmaßnahmen die Soldaten nahe

    an Zielräume heranbringen konnte. Das machte allerdings Vorarbeiten notwendig, denen die meisten Verantwortlichen gerne aus dem Weg gingen, Truppenübungsplatzaufenthalte war nicht

    sehr beliebt. Das Hauptproblem der Schockursachen war das unverhoffte Chaos, die schreienden Schwer- und Schwerstverletzten, auf dem Lkw sah es wie auf dem Schlachthof aus. Die ganzen Sankas, ca. 20 an der Zahl standen auf der Panzerplatte der Schießbahnbasis und hatten teilweise nicht einmal Verbandsmaterial an Bord. Ich mußt sie erst "aufwecken" und habe sie dann mit meinem Iltis an den Ort des Geschehens geführt. Einige Wenige hatten allerdings vorbildlich schon Hilfsmaßnahmen vor Ort eingeleitet, nach ca. 20 Minuten trafen die ersten

    SAR Hubschrauber ein. Der Brigadekommandeur war fast ganze 2 Stunden "verschollen", die meisten Führungssoldaten rannten rum wie aufgeschreckte Hühner. Ein Problem war auch, dass man zuerst nicht wußte, wer eigentlich geschossen hatte bzw. was die Detonation verursacht hatte. Das Verhalten der beteiligten Menschen war eigentlich wie bei einem Terroranschlag, im Krieg, wo man so etwas eigentlich erwartet, hätte es sicher anders ausgesehen.


    Mit den besten Grüßen Erich

    Hallo JOGO,


    Infos zu der 465. Division (E u. A) sind in den Studies der Historical Division zu finden.
    - B-599 (alte Signatur) - von Curt Hoffman Generalleutnant.
    - B-193 (alte Signatur) - von General Rudolf Veiel (KG stv. GenKdo. V. A.K.)
    Von einem Einsatz im Osten ist mir nichts bekannt. Die Einheiten der Division
    waren in der sog. Neckar-Enz.-Stellung und im Stuttgarter Raum eingesetzt.
    Gruß Erich

    Hallo andyscr,


    was suchst Du denn von der 73. ID bzw. der 246. VGD?
    "Alle Infos" ist etwas vage.
    Von der 73. ID, bzw. von den dazugehörigen Inf.Rgtrn, gibt es etliche Bücher.
    Im Militärarchiv Freiburg liegen teilweise die KTB, ausserdem
    ist dort der Entwurf bzw. das Fragment einer nie geschriebenen
    Divisionschronik des ehemaligen Divisionskommandeurs
    General von Bünau vorhanden.
    Über die 246. VGD steht einiges in den Studies der Historical Divison,
    die auch in Freiburg vorhanden sind - 19. Armee, LXXX. AK.,
    559. VGD (Generalmajor Frh. von Mühlen).
    Gruß Erich

    Hallo zusammen,
    im Prinzip haben Michael, Ludwig und Dieter recht. Allerdings stammt der Kartenausschnit aus der Zeit nach 1945,
    da dieser das Lager Gänsewag nur in Teilen zeigt. Der Sportplatz wurde von 1921 - 1924 von der Kommandantur
    gebaut, es war auch noch eine Reit- und Springbahn dabei. Auf der Anlage wurden jedes Jahr von Truppenteilen Sportfeste
    und Fußballturniere auch mit nichtmilitärischen Zuschauern veranstaltet. Auf dem Foto sieht man rechts den Hohllochwald,
    in der Mitte den Kohlwald und links einen kleinen Ausschnitt des "Häfelemädles" an dessen Höhe schon das "Alte Lager"
    beginnt. Nach meine Unterlagen waren im Frühjahr/ Sommer (das Bild zeigt ja Laub an den Bäumen) das I.R. 14
    und Teile des ArtRgt. 5 auf dem TrÜbPl zu Übungen anwesend. Deshalb zeigt das Foto höchstwahrscheinlich den Fahrer
    und das Fahrzeug eines höheren Offiziers dieser Regimenter oder des WK V.
    Ich habe einen Kartenausschnitt aus dem Jahr 1934 angehängt.
    Gruß Erich

    Hallo zusammen,
    ich habe mir auch das Buch sofort gekauft. Ich bin aber aus militärhistorischer Sicht nicht so zufrieden damit.
    Heimatkundlich ist das Buch sicherlich interessant! Ein Kritikpunkt im Speziellen ist der lapidare Umgang bei
    der Zerstörung der Ortschaft Westerheim.
    Zitat S. 449: "Später stellte sich heraus, dass im erheblich zerstörten Westerheim die SS umfangreiche Munitions-
    vorräte abgezündet und gesprengt hatte".
    Zitat S. 98: "...wobei das von SS-Truppen besetzte Westerheim schwere Zerstörungen hinnehmen mußte..."


    Zum einem kann man davon ausgehen, dass es sich bei den beteiligten deutschen Truppenteilen,
    bei der Zerstörung von Westerheim, um Einheiten der deutschen 189. Infanterie-Division - nicht 189. VGD -
    wie auf der gleichen Seite geschrieben wird, gehandelt hat.
    Ich habe etliche Unterlagen, teilweise aus Büchern, aber auch aus Aufzeichnungen beteiligter Soldaten, die das bestätigen.
    Zum anderen steht nichts in den "G 3-Reports" der 103. US-Infantry-Division, oder der 10. US-Armored Division,
    dass geschlossene SS-Verbände von Kompaniegröße aufwärts im Raum Münsingen-Westerheim tätig waren.
    Ausserdem hatten die US-Truppen nachweisbar den Ort mit Phosphorgranaten beschossen, wobei ein deutscher
    Munitionslastwagen und zwei Sprit-Lkw's, die in Scheunen untergestellt waren, in die Luft geflogen sind.
    Mit den besten Grüßen
    Erich

    Hallo Karl,
    vielen Dank, dass Du an mich gedacht hast. Vom kgl. württ. Gebirgsbataillon bzw. Regiment, habe ich natürlich viele Unterlagen,
    u.a. die Regimentschronik vom Belser Verlag und auch den Bildband dazu. Interessant ist auch der Bezug zum Gebirgsjägerregiment 13,
    von dem ja diese Broschüre stammt (einige dieser 13er Post-Hefte habe ich auch in meinem Bestand). Das Gebirgsjägerregiment
    gehörte seit 1940 zur 4. Gebirgs-Division, war vorher bei der 5. und 25. Infanterie-Division und während der Reichswehrzeit bei der
    5. Division (Wehrkreis V) der Reichswehr. Das III. Bataillon des Infanterie-Regiments 13 der Reichswehr (Ulm), war aus dem I. (Jäger) Bataillon
    des Infanterie-Regiments 13 entstanden, dieses wiederum aus dem I. (Jäger) Bataillon des Reichswehr-Schützen-Regiment 26 und das
    aus dem württembergischen Reichswehr Jäger Bataillon 13 (28.08.1919). Der Personalbestand dieses Bataillons stammte überwiegend
    aus dem 1. württembergischen Freiwilligen Regiment der Freiwilligen Abteilung Haas. Ein Teil der Offiziere und Mannschaften kam auch
    vom württembergischen Gebirgs-Ersatz-Bataillon aus Isny, das im I. Weltkrieg den Ersatz für das in Münsingen aufgestellte württ. Gebirgs-
    bataillon bzw. Regiment stellte. Hier schließt sich der Kreis von dem Bericht in der 13er Post. Anzumerken ist noch, dass das Gebirgsjäger
    Regiment 13 die Tradition des württ. Gebirgs-Regimentes weiterführte, seit es zur Gebirgstruppe übergewechselt ist.


    Gruß Erich

    Hallo Karl,
    ich meine das Buch von Koch, ich habe es schon vor Jahrzehnten aus Interesse für die "Kriegsverwendung" meines Vaters angeschafft
    Es heißt korrekt "FLAK - Die Geschichte der deutschen Flakartillerie und der Einsatz der Luftwaffenhelfer (nur Podzunverlag) - die erste
    Ausgabe stammt aus dem Jahr 1954 und die zweite, erweiterte aus dem Jahr 1965. Es gab dann noch einen stark verkürzten Nachdruck aus
    den 1970iger Jahren (Paperback) diesmal Verlagshaus Podzun-Pallas, dessen Titel lautet "Die Geschichte der deutschen Flakartillerie 1935 - 1945",
    ob die ISBN stimmt, weiß ich nicht.
    Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.
    Gruß Erich


    Gerd : ich habe auf Deine PN rückgeantwortet.
    Gruß Erich

    Hallo Peter,
    ich bin von der Schema-Skizze aus dem Buch von Müller ausgegangen, die ja oben aufgeführt ist. Aber das ist eigentlich unerheblich,
    da es darauf ankommt, um welche Art von FLAK-Batterie es sich handelt. Wenn es immobile Flak-Einheiten waren, waren die Stellungen
    weiter auseinander, um bei Bombenvolltreffern nicht gleich die ganze Batterie zu verheizen. Bei der Eisenbahnflak war es von der
    jeweiligen Gleissituation abhängig. Aber auch hier konnten die leichteren Teile, wie z.B. die E-Meß-Staffel oder die Flak-Zwillinge, abgesetzt von den
    Transportwaggons eingesetzt werden. Da mein Vater bei einer Eisenbahnflakbatterie als E-Mess-Staffelführer eingesetzt war, habe ich etliche
    Bilder von solchen Stellungsmöglichkeiten. Beispielsweise zeigt ein Foto von Bochum-Eppendorf die Geschützstaffel mit vier Geschützen (12,8 cm)
    auf Gleisen in Linie ca. 300 - 400 m auseinandergezogen.
    @ Christian
    Hallo Christian,
    die E-Meßstaffel gehörte zur Batterie dazu, in Ausnahmefällen mag es anders gewesen sein, auf jeden Fall waren die "E-Messer" Lw-Flak-Artilleristen
    und keine LN-Leute. Eine Flakbatterie war in der Regel in Geschützstaffel und Meßstaffel gegliedert, dazu kam dann noch der Batterie-Trupp mit dem
    Spieß, Köche, Innendienstler und dem Batterie-Chef.
    Für die Verbindung mit benachbarten Batterien und den Gefechtsständen der Flak-Führer gab es das Malsi 41-43 - Umwertegerät.
    @Karl
    Hallo Karl,
    in Truppengebrauch waren folgende Kommandogeräte
    - KdoGer 36
    - KdoGerät 40
    - KdoGer 40 E
    - KdoGer 41 (wie KdoGer 40, aber mit auf die Ballistik der 8,8 Flak 41 abgestimmten Bauteilen).
    Das absolute Fachbuch dazu ist FLAK von Horst-Adalbert Koch Podzun-Verlag 1954 - kostet allerdings und ist nur mehr antiquarisch erhältlich.


    Gruß an Alle
    Erich

    Hallo Peter,


    auf der obigen Schema-Skizze einer 12,8 cm Flak-Batterie fehlt natürlich das Funkmeßgerät, ohne dieses hätte die Batterie ja bei schlechtem Wetter oder nachts nur blind feuern können.
    Die gemessenen Werte des FuMG wurden mit dem Übertragungsgerät 37 an das Kommandogerät weitergegeben. Das Kommandogerät selbst hatte noch eine optische Zielauffassung.
    Kommandogerät und FuMG gehörten zur Meßstaffel, die es bei jeder Batterie gab. Die Geschützstaffel hatte neben den 12,8 cm Flakgeschützen auch noch bis zu vier 2 cm Vierlinge.


    Gruß Erich

    Hallo zusammen,


    ich habe in der Waffen-Revue Nr. 110 (3. Quartal 1998, S. 7) noch Hinweise zur 8,8 cm Granate 39 HL gefunden.
    Danach wurden im Februar 1943 die erste PAK 43 und - 23 - Stck. der PAK 43/41 abgenommen. Zwei KwK 43
    (für TIGER) wurden im Oktober 1943 abgenommen. Die Patrone 8,8 cm mit der Granate 39 HL wurde bei allen drei Waffen-
    systemen als Standardmunition verschossen. Man also davon ausgehen, dass der Ersteinsatz dieser Munition Mitte
    des Jahres 1943 erfolgt sein wird.


    Gruß Erich

    Hallo Rudolf,
    hinsichtlich deiner Frage zum Einführungsdatum der Panzergranate 38HL bzw. 39HL konnte ich relativ wenig in Erfahrung bringen, in der "Waffen-Revue" ist leider nichts davon zu finden.
    Bei Fritz Hahn "Waffen und Geheimwaffen des deutschen Heeres 1933 - 1945" bin ich dann aber doch fündig geworden.
    - die 7,5 cm Granate 38 HL ist im Jahr 1942 eingeführt worden und konnte sowohl von der kurzen und der langen 7,5 cm KwK (StG) verschossen werden. Allerdings lief die Produktion
    im Jahr 1943 wieder aus (Hahn, Bd. 2 S. 80). Eine 7,5 cm Hohlandungsgranate Typ C wurde bei der 7,5 PAK 40 und 41 von 1942 bis 1945 eingesetzt, wobei das Verhältnis zur
    Verwendung von Sprenggranaten ca. 10 : 1 war und zu Panzergranaten 4 : 1, das lag vor allem am schlechteren Trefferbild und dem starken Rohrverschleiß (Mündungstemperatur
    von 2100 Grad C) . Eine Hohlladungsgranate Typ C wurde auch bei der 7,62 Pak 36 (russ. BeuteG. - Ratschbumm) eingesetzt - Hahn Bd. 1 S. 102 -
    - die 8,8 cm Granate 39 HL wurde aus der 8,8 cm KwK 43 (Königstiger) verschossen. Die Einführung erfolgte mit dem Königstiger im Jahr 1944, sie war nur für die Bekämpfung stark
    gepanzerter Fahrzeuge gedacht und ist wahrscheinlich nur in geringer Stückzahl gefertigt worden, die Patrone wog mit 15, 3 kg ca.1/3 mehr als die reguläre Sprengpatrone und hatte
    mit einer V 0 von 600 m/s auch ein schlechteres Trefferbild. - Hahn Bd. 2 S. 61.


    Das war's,
    Gruß Erich

    Hallo Rudolf,
    lass mir bitte noch bis zum Wochende Zeit, dann kann ich zum Thema "Panzergranate 38HL bzw. 39HL und deren Einführungsdaten" gezielt suchen.


    [/quote]

    Das von Dir angesprochene Problem des die HL-Wirkung beeinträchtigenden Dralles hat man (beim Verschuss aus gezogenen Rohren) z.B. mit durchrutschenden Führungsbändern versucht zu kompensieren.


    Da hast Du recht, allerdings ist mir bis dato noch keine solche Munition über den Weg gelaufen, die im 2. WK. in den Einsatz gekommen wäre, auch keine Versuche dazu sind mir bekannt.
    Es gibt zwei Arten von Munition, die auf diesem Prinzip beruhen.
    Zum einen das sog. "Gessner-Geschoß", bei dem die innenliegende Ladung mit Kugellagern vom Geschoßkörper getrennt und stabilisiert ist, während sich die Geschoßhülle mit Drall
    um die Geschossachse dreht. Diese Munition wurde beim Panzer AMX 30 (Kaliber 105 mm) der französischen Armee verwendet. Allerdings sehr aufwendig zu fertigen und sehr teuer.
    Das durchrutschende Führungsband gab es und gibt es noch bei den Hohladungsgeschoßen, die mit der 90 mm, 105 mm und 120 mm Bordkanone (M 48, Kanonenjäger, Leopard 1 bis 2)
    der Bundeswehr verschossen wurden.


    Mit den besten Grüssen
    Erich

    Hallo zusammen,


    zum militärischen Einsatz von Hohlladungen in der Wehrmacht möchte ich folgendes noch beitragen:


    - der erste wirksame Einsatz einer Hohlladung fand am 10. Mai 1940 bei der Eroberung der Festung Eben Emael statt (wurde schon besprochen),
    - gegen stark gepanzerte Fahrzeuge wurden im Rußlandfeldzug zu Anfang Hafthohlladungen (= Pionierkampfmittel) eingesetzt, da sich die Pakgeschosse (3 und 5 cm),
    teilweise unwirksam erwiesen. Letztere waren größtenteils Panzergranatgeschosse mit gehärteter Spitze (mit Weicheisenkappe) und einer Sprengladung
    mit Bodenzünder. Hartkernmunition mit Wolframkarbidkern war aufgrund der Rohstoffknappheit nicht ausreichend vorhanden.
    Dem Problem begegnete man vor allen mit einer Kalibervergrößerung und V o Erhöhung.
    Hohladungsgeschosse sind nur bedingt für drallstabilisierte Geschosse (Panzer und PAK Kanonen) tauglich, da sich die Hohlladungswirkung bei hoher
    Drallgeschwindigkeit stark vermindert. Damit war der Einsatz beim Panzer und teilweise bei der PAK nicht sinnvoll.
    - im Sommer 1942 wurde mit der Erprobung von sog. Panzerfäusten begonnen, die Geschosse waren flügelstabilisiert, damit war die Hohladung nur mehr
    einem geringen Drall ausgesetzt und somit wirksam. Im August 1943 kamen dann die Panzerfäuste erstmals bei der Truppe zum Einsatz.
    - für die immer noch reichlich vorhandenen 3 und 5 cm PAK hatte man schon im Februar 1942 die Stielgranate 41 an die Truppe ausgegeben, die in das
    Kanonenrohr eingesteckt und mit einer Ladungskartusche abgefeuert wurde. Der Gefechtskopf war ebenfalls flügelstabilisiert und sehr wirksam, allerdings
    litt das System an der geringen Anfangsgeschwindigkeit von nur 110 m/s. Das machte es notwendig, das gegnerische Fahrzeug auf unter 200 m herankommen
    zu lassen, um eine einigermassen gute Trefferwahrscheinlichkeit zu bekommen.
    Zum Thema findet man bei Fritz Hahn "Waffen und Geheimwaffen des deutschen Heeres 1933 - 1945" S. 81 - 115 ausreichend Auskunft.
    Auch in der Waffen Revue (Karl R. Pawlas) findet man detailreiches Material über das Thema. Ich habe diese aus Platzgründen nicht sofort greifbar,
    bei Interesse kann ich aber mal in meinen "Speicherschätzen" suchen.


    Viele Grüße
    Erich

    Hallo Karl,
    danke für Deine Rückantwort. Ich war einmal zuständig für die Räumung von Munition, zusammen mit anderen Bw-Feuerwerkern. Daher kenne ich den Platz sehr gut.
    Zur Zeit ist nur noch ein alter Feuerwerkskamerad a.D. für die Altlasten zuständig, er arbeitet nebenbei für die BIMA (Bundesimmobilienanstalt), die als Teil des Bundes-
    finanzministeriums (=Eigner) für die Verwaltung des ehemaligen Truppenübungsplatzes zuständig ist. Allerdings arbeite ich ehrenamtlich für das Landesamt für Denkmal-
    schutz Baden-Württemberg , um die alten Anlagen des Truppenübungsplatzes zu erfassen und zu katalogisieren.
    Da ich in Nordbayern wohne, komme ich nur zu Besprechungen mit den Vertretern der Denkmalschutzbehörde nach Münsingen. Ich bin auch Mitglied im Museumsverein,
    der ein Museum im Alter Lager betreibt, das wirklich sehenswert ist.
    Eine Anmerkung noch: Glaube den Schäfern nicht alles, Viehverluste durch Blindgänger hat es soweit mir bekannt ist ,bis dato noch nicht gegeben. Das heißt nicht, das
    es ungefährlich ist, von den erlaubten Wegen abzuweichen. Vor allem soll das Betretungsverbot "Munitionsfreunde" abhalten, ihrer gefährlichen Beschäftigung nachzugehen.
    Ausserdem ist der ehemalige Truppenübungsplatz das Zentrum des Biosphärengebiets, wo der Naturschutz absolutes Vorrangrecht besitzt.
    Viele Grüße aus dem Fichtelgebirge und einen guten Rutsch wünscht Dir
    Erich

    Hallo Karl,


    danke für Deine Rückmeldung und die Links. Ich wollte nur bemerken, dass die Strecken, die ehemals von der Bundeswehr in Münsingen genutzt wurden noch bestehen und
    nicht rückgebaut wurden, wie so oft, wo die ehemaligen geschotterten Bahntrassen heute als Radwege genutzt werden. Die Bahnstrecken sind ja noch in Betrieb.
    Der Streckenverlauf ist bis dato noch immer so, wie er bei Baubeginn war. Nur der Ladebahnhof Oberheutal, der teilweise für die Standorttruppen und für die übende Truppe
    genutzt wurde, ist stillgelegt, aber die Rampe ist noch vorhanden und könnte auch heute noch benutzt werden. Der Bahnhof wurde direkt an die alte Strecke Schelklingen-Münsingen
    gekoppelt. Im Übrigen gab es entgegen der Angaben der WEB-Seite keine weiteren Gebäude!


    Gruß Erich

    Hallo Noricus,


    Mein Vater hat berichtet, dass die Eisenbahngeschütze von einem Bahnhof außerhalb des Truppenübungsplatzes auf den - dann gesperrten - Truppenübungsplatz bei Münsingen geschossen haben. An den Bahnhof/Ort kann ich mich nicht mehr erinnern.
    In der Literatur konnte ich bislang nicts dazu finden, außer einer Bekanntmachung, dass wegen Scharfschießen der Artillerie einige, außerhalb des Truppenübungsplatzes liegendes Gelände ( Ganze Täler D.U., Geländeteile und Straßen) am 04. 08. 1921 von 05.30 Uhr bis 08.00 abgesperrt ist.


    Gruß Karl


    Hallo Cabron,



    1. Die Truppenübungsplätze auf der Schwäbischen Alb,insbes. Münsingen, Heuberg und die Umgebung kenne ich sehr gut, aber inzwischen hat sich der Bahnstreckenverlauf geändert. Viele milit. Anlagen wurden, sowieso ab 1945, zurückgebaut, aber man könnte sich natürlich alte Streckenpläne und Bahnkörpereinrichtungspläne beschaffen, nur nicht schnell über die Feiertage.


    Hallo Karl,
    ich habe bis dato nur einen einzigen Hinweis gefunden, dass während des II. Weltkriegs Eisenbahngeschütze auf dem TrÜbPl Münsingen geschossen haben.
    Im Lazaretttagebuch ist mit Eintrag 16.09.1944 ein Soldat der Eisenbahnbatterie "Gneisenau" (38 cm Siegfried) erwähnt. Die Feuerstellung soll beim Bahnhof
    Kohlstetten (zwischen Münsingen und Großengstingen) gewesen sein. Wer die Lage der Eisenbahnstrecke kennt, weiß, dass dort keine Drehscheiben, egal
    welcher Art, aufgebaut werden können. Eine Möglichkeit wäre nur, dass die kurvige Strecke zum Richten entsprechend genutzt wurde.
    Der Verlauf der Eisenbahnstrecken bei Münsingen ist immer noch der gleiche wie 1901 (Bau der Strecke Schelklingen-Münsingen) bzw. 1893 (Honau-Münsingen).
    Zum von Dir erwähnten Artillerie-Schießen am 02.08.1921 auf dem Truppenübungsplatz Münsingen möchte ich noch etwas ergänzen.
    Weder die Vorschriften des kaiserlichen Heeres, noch die der Reichswehr kannten den Begriff der Aussenfeuerstellung. Die Reichswehrartillerie war
    aufgrund der geschlossenen Gefahrenbereiche deshalb gezwungen, bei der Nutzung des gepachteten Geländes ausserhalb des Truppenübungsplatzes
    das zu überschießende Gebiet zu sperren, um eventuelle Gefährdungen von Zivilisten auszuschließen. Innerhalb des Truppenübungsplatzes
    konnten Truppen jederzeit überschossen werden, allerdings unter Berücksichtigung der Gefahrenbereiche um das jeweilige Zielgebiet, das unterschied sich
    durch den vorgesehen Einsatz der Munitionstypen, je nach dem ob Brisanz-, Nebel- oder Übungsmunition (mit Deutladung) verwendet wurde.
    Mit den besten Grüßen
    Erich

    Hallo fechten,


    es wundert mich, dass nach Deinen Angaben, ein stellv. Div.Kdr. unterschrieben hat.
    Es gab nämlich in der Gliederung der Inf. Division keinen stellv. Div.Kdr., die Vertretung des Kommandeurs übernahm
    in der Regel der 1. Generalstabsoffizier. Wie Dr. Rudolf schon angegeben hat, hatte General v. Bünau die 73. I.D.
    zum 01.11.1941 von General Bieler übernommen. Ich habe aus dem gleichen Zeitraum die Verleihungsurkunden verschiedener
    Orden meines gefallenen Onkels vorliegen, der bei der 10./ I.R. 186 Unteroffizier war. Diese Urkunden hat der damalige
    Regimentskommandeur Oberst Schröder, Hugo unterschrieben. Oberst Schröder war vom September 1941 - Januar 1943
    Regimentskommandeur des I.R 186 gewesen.


    Mit den besten Grüßen
    Erich

    Hallo Franz,


    ich habe mal meine Baden-Württemberg Unterlagen gecheckt und einige Infos zu Heilbronn gefunden.
    Das Problem, die dort verwendeten deutschen Einheiten zuf lokalisieren, liegt darin, dass Heilbronn hart an
    der der Schnittstelle AOK I. / AOK 19 lag. Das XIII. Armeekorps gehörte zum AOK I und das LXXX. Arrneekorps
    zum AOK 19. Bei den Kämpfen vermischten sich vor allem die nicht zu den eigentlichen Kampftruppen gehörenden
    Einheiten der Wehrkreise. Den Bereich der Neckar-Enz-Stellung sicherte die E. u. A. Division 465 unter GLt. Hoffmann.
    Der Auftrag dieser Truppenteile war vorerst die Bildung einer Auffangstellung für die zurückgehenden Kampftruppen.
    Im Abschnitt Heilbronn lagen 6. Ersatzkompanien des Ersatzregiments Heilbronn (entweder E.u.A. Rgt. 515 oder 525),
    das kann man eventuell im "Tessin" nachlesen. Ausserdem die Infanterie Schule (Schw.) Gmünd mit 3 Inf. Kompanien,
    das Ers.Bt. Tübingen (E.u.A. Btl. 470) mit 4 Inf. Kompanien, 2 Inf. Kompanien aus Luftwaffeneinheiten, 3 Inf. Kompanien
    aus Artillerieeinheiten, 4 Volkssturmkompanien und das Landesschützenbataillon Pforzheim mit 6 Inf. Kompanien.
    Während des Kampfes um Heilbronn war auch die Kampfgruppe 198. Inf.Division und die 559. VGD beteiligt, die Haupt-
    last hatte die 2. Gebirgs Division unter General Utz zu tragen.
    (Quelle: Studies der Historical Division hier Curt Hoffmann GentLt. und Kommanduer des Division 465 - Signatur B-599 (alt)
    und einiges an weiterer Literatur dazu.


    Gruß Erich