Posts by Vergessen 7

    Hallo Bodo,
    Von den 200 Werken handeln doch wohl gefuehlte 97% nur
    von irgendwelchen Liebschaften aus der Taiga, ohne Bezug zum Kriege.


    Wie gesagt, es gibt viele eindringlichere Werke von anderen Autoren,
    die auf bedeutenderen eigenen Erlebnissen beruhen.


    Gruesse
    Udo Rudi

    Hallo,


    m.E. noch erwähnenswert, der Konsalik-Roman über
    die grausame Seite des Krieges


    Das geschenkte Gesicht, 1962.
    Heinz G. Konsalik schildert in diesem Roman das gnadenlose Schicksal jener Männer,
    deren Gesicht während des Zweiten Weltkrieges durch Verwundungen zerstört wurde.
    Er berichtet von den Ärzten, die aufopfernd bemüht waren, mit Behutsamkeit und
    unendlicher Geduld die Wunden zu heilen und den Verwundeten ihr Gesicht wiederzugeben.



    Die Vielfalt der Themen rund um Romane zum Kriege ist ja fast unerschöpflich.
    In meinem Regal stehen mittlerweile über 800 Erinnerungen und Romane zur Ostfront,
    aber ich stoße immer noch auf unbekannte Werke..


    Gruß
    Udo Rudi

    Zur Zeit seiner literarischen Veröffentlichungen ueber die Ostfront
    entsprachen antikommunistische Aeusserungen durchaus dem Zeitgeist.
    Schilderungen ueber die Exzesse in den befreiten Doerfern kann man
    So durchaus glaubhaft annehmen, in fast allen Kriegserinnerungen
    Von deutschen Soldaten wird ueber die "Saufgelage" in den befreiten Dörfern
    berichtet.
    Verglichen mit der Autowelt, würde ich Konsaliks Romane als VW Kaefer einordnen. Da fielen mir persönlich andere literarische MEISTERWERKE
    Auf dem Niveau eines VW Porsche ein
    - woina woina, Curt Hohoff
    - denn dieser Tage Qual war gross, Guy sajer


    Gruß
    Udo Rudi

    Hallo,


    ja - so etwas ist möglich mit einem anständigen Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Photoshop)
    Die Farbtöne des Pergamentpapiers können nahezu vollständig erfasst und dann entfernt werden.
    Übrig bleiben Konturen und Bezeichnungen der Tusche.


    In der Schnellvariante mit Pipettenwerkzeug und "Auswahlbereich auswählen" + Entf-Taste
    ca. 30 sekunden Arbeit.


    Für den Professionellen Poster-Hochglanzdruck dann aufwändiger,
    z.B müssen Schmutzpartikel auf dem Pergament noch manuell erfasst werden..


    grüsse
    Udo

    Quote

    Original von Catch2229


    Auch für den Leser bietet es schon eine Menge Vorteile. Wenn ich heute in Urlaub fahre, sind 5 Bücher platzsparend am Mann,
    zu Hause liegen keine Tonnen von Papier verstreut in der Gegend, keine Eselsohren und Kaffeeflecken.......


    Für den schnellen Wegwerf-Genuß bei Groschenromanen mag das absolut zutreffen.
    Die meisten Bücherfans planen aber auch nicht, mit 5 wertvollen zeitgeschichtlichen Büchern an den Strand zu gehen.


    Die Entwicklung geht eindeutig in Richtung der E-Reader,
    nichtsdestotrotz wird Dir erstmal für lange Zeit der Zugriff auf die lesenswerte Wehrmacht-Literatur der letzten 50 Jahre
    in digitaler Form verwehrt bleiben.


    Gottseidank sehen wir Deutschen das mit den Rechten anders als google.


    Sollen die anderen doch lachen -
    ein 50 Jahre alte Papierwälzer im Regal, der selbst antiquarisch nicht mehr erhältlich ist,
    dass ist schon eine herrliche Sache...

    Quote

    Original von Viktor7
    ... Es wurde in den 70-er und 80-er Jahren sorgfälltig geprüft, was geschrieben werden durfte und was nicht. Was nicht der ofiziellen Sichtweise entsprach wurde nicht genehmigt


    Das mag stimmen, jedoch liess es sich nicht verhindern, dass kritische anarchistische Erzählungen
    über den Abdruck in Tageszeitungen oder durch die Übersetzung und Veröffentlichung durch westdeutsche Verlage publik wurden.


    Siehe z.B. Spiegel Resension 1960, zu Baklanows Erstlingsroman
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43065473.html


    Ich persönlich habe mein Wissen über die wahre Leidensgeschichte
    der normalen russischen Soldaten über das Buch der Londoner Historikerin
    Catherine Merridale erhalten:


    Iwans Krieg: Die Rote Armee 1939-1945

    Quote

    Original von Viktor7
    aus meiner Sicht gibt es keine russische Literatur, die offen und ehrlich den Alltag des Krieges aus der Sicht der sowjetischen Soldaten wiederspiegelt...


    Das kann man so nicht gelten lassen, nach Stalins Tod, der Tauwetterperiode 1953-1958 gab es durchaus nicht mehr linientreue,
    ja geradezu revolutionäre Publikationen.


    Baklananow mit seinem Werk "Die Toten schämen sich nicht" hat in der
    Sowjetunion einen höheren Stellenwert, als es bei uns Remarque mit "Im Westen nichts neues" besitzt.


    Er berichtet da z.B. ohne Heldentum knallhart von einer todgeweihten Artillerieeinheit, die abgeschnitten hinter die feindlichen Linien gerät.


    Ich bin nicht tief genung in der Thematik drin, habe aber neulich erst 1-2 Dissertationen zu der Thematik gefunden. Es gab noch einige andere Autoren, die absolut ideologiefreie Erzählungen geschrieben haben.
    Natürlich wurden deren Werke dann nie großartig bekannt und zum Teil auch blockiert.


    Hier auch mal eine Arbeit zum Forschungsstand.
    Siegfried Lokatis - Ein heimlicher Stalin-Diskurs in der DDR.
    Die Zensur sowjetischer Kriegsromane beim Verlag „Volk und Welt:
    http://www.google.de/url?sa=t&…lTBCMVuUFl4bVm8Hg&cad=rja