Posts by Lobito060454

    Grüß Gott,


    ich bin immer noch - und wohl noch eine ganze Weile - auf Spurensuche nach den Wegen meines Vaters an der Ostfront. Sein Soldbuch habe ich, aber da steht dazu nichts drin.


    Die FPN auf dem Dienstsiegel im Anhang lese ich als Feldpostnummer 17385. Das müsste nach dem Soldbuch, Seite 17, das Grenadier-Regiment 945 der 357. I.D. sein. ¿ Liege ich da richtig ?


    Ich bedanke mich sehr für Eure Mühe.


    Wolfgang

    Hallo Bernd, hallo Grognard, hallo Rene,


    vielen Dank für Eure Antworten.


    Nein, ein Einlegezettel zum Soldbuch ist es nicht, einfach ein loser Zettel. Aber Du hast recht, es heißt wohl "Kampftag" und nicht "Kampfauftrag". Ich war eben anders als mein Vater nicht einen Tag Soldat.


    Das Soldbuch meines Vaters hat 24 Seiten und die sind alle da ... von Lazaretteinträgen abgesehen ohne jeden Hinweis darauf, wo er überall war. Eine Rubrik "teilgenommene Schlachten" gibt es also nicht, aber mir ist sowieso schon aufgefallen, daß es Soldbücher in unterschiedlichen Versionen gegeben haben muß. Die Seite 22 ist z.B. handschriftlich umgewidmet, wie im Anhang zu sehen, in anderen Soldbüchern ist es schon vorgedruckt.


    Von einer Geheimsache bin ich übrigens auch nicht ausgegangen, sondern meine, daß er ggf. von genau denjenigen gefangengenommen worden wäre, deren Kameraden wenige Tage vorher in den Kämpfen gefallen sind, die auf dem Zettel stehen. Bei den damaligen "Gepflogenheiten" an der Ostfront hätte ich so einen Zettel lieber nicht dabei gehabt. Meine Frage war eigentlich eher darauf gerichtet, ob jemand vielleicht weiß, wieso ein Soldat mit dreijähriger Ostfronterfahrung das damals anders gesehen hat. ¿ Hat man sich eben einfach nicht gefangennehmen lassen ? Oder wäre es dann auf so einen Zettel schon gar nicht mehr angekommen ? Schade, es wird immer unwahrscheinlicher, noch einen Veteranen danach fragen zu können.


    Grognard hat mich in der Frage, wofür der Zettel gut war, ein Stück weiter gebracht. Wenn er da schon Feldwebel war, brauchte er ihn also für seine Beförderung (lt. SB, S. 1 ab 1.4.44) nicht mehr. Vielen Dank dafür.


    Bingo, René, mein Vater ist lt. SB, S. 12 am 17.3.44, also an einem der bescheinigten Kampftage, auf dem Verbandsplatz gewesen. Verleihungsvoraussetzung war die Einwirkung feindlicher Kampfmittel, es ist also gut möglich, daß mein Vater da schon Anlauf zum silbernen Verwundetenabzeichen genommen (und für eine weitere Verwundung ein paar Monate später auch bekommen) hat. Vielen Dank, ich denke, so ist es wohl gewesen.



    Gruß


    Wolfgang

    Grüß Gott,


    im Soldbuch meines Vaters habe ich den anhängenden Zettel gefunden. Er scheint ihm sehr wichtig gewesen zu sein und hat vermutlich entweder mit seiner Beförderung am 1.4.1944 oder dem EK I zu tun, das ihm gemäß Besitzzeugnis vom April 1944 für Kampfhandlungen am 27. und 28.3.44 verliehen wurde.
    ¿Aber was ist das überhaupt? Das Wort in der ganz linken Spalte scheint "Kampfauftrag" zu sein. Die Abkürzung in der Überschrift "Fw." wird wohl Feldwebel heißen, aber in den aufgeführten Zeiten vom 13.-19.3.44 war er doch noch Unteroffizier. Und wieso ist der Bataillonsbefehl vom 1.4.44 gestrichen und dafür wohl der Regimentsbefehl vom 29.3.44 eingesetzt worden?
    Mein Vater war damals anscheinend über längere Zeit in Kämpfe verwickelt und hätte auch in russische Gefangenschaft geraten können. Ein solcher Zettel wäre dann nicht gerade eine Empfehlung gewesen. ¿Wieso hatte er diesen Zettel dann trotzdem im Soldbuch?


    Wolfgang Jakobi

    Noch einmal hallo und vielen, vielen Dank, so schnell, wie Ihr antwortet, kann ich ja gar nicht fragen.


    Ich hätte meinen Vater 1942 bei Orel vermutet, aber in Brjansk war er auch. Es muß da in der Gegend damals hoch hergegangen sein, denn mein Vater erzählte, daß er keine Ahnung hatte, wo wer gekämpft hat und daher plötzlich mitten in ein Panzergefecht geraten ist. Er hat sich dann einen deutschen Panzer ausgesucht und ist da irgendwie draufgesprungen. Der wurde aber beschossen und mein Vater hat reichlich Granatsplitter ins Kreuz bekommen. Die Wunden verheilten zu wunderschönen großen runden Narben, die ich als kleiner Junge immer bewundert habe und auch haben wollte.


    Noch einmal vielen Dank an Euch alle und schöne Grüße


    Wolfgang Jakobi

    Hallo Herr Kinzinger,


    das ging aber schnell, ich bedanke mich sehr bei Ihnen.


    Ich bin nicht davon ausgegangen, daß die Dokumente meines Vaters hier noch besonderes Interesse finden könnten, aber ich werde gerne alles in den nächsten Tagen scannen und hier zur Verfügung stellen.


    Meine Mutter hat mir das alles erst vor einigen Tagen vorzeitig vermacht und ich muß zugeben, daß ich es mir viel einfacher vorgestellt habe, den Weg meines Vaters im Krieg nachzuzeichnen.


    Mit Ihrer Hilfe habe ich nun noch ein Steinchen in diesem Puzzle, müsste also jetzt herausfinden, wo diese Frontsammelstelle 56 im maßgeblichen Zeitraum tätig war.


    Gruß


    Wolfgang Jakobi

    Grüß Gott,


    mein Vater gehörte 1941/42 der 4./521. I.R. an und wurde nach dem Besitzzeugnis am 06.07.1942 verwundet. Er ist vor über 10 Jahren verstorben, aber ich erinnere mich an eine seiner Erzählungen, daß er vor dieser Verwundung versprengt wurde. Das muß nach dem 14.04.1942 gewesen sein, denn an diesem Tag erhielt er das Infanterie-Sturmabzeichen des 521. I.R. Ganz und gar in Rußland verlaufen hat er sich aber wohl doch nicht, denn ich finde auf Seite 20 seines Soldbuches - dort stehen Einträge einer fremden Zahlmeisterei - den Stempel "Dienststelle Feldp. Nr. 44593" und darunter die Daten 24.4. und 25. Mai 1942. Das Datum 24.4. ist mit einem Pluszeichen mit Bleistift vor den Datumstempel 25.5.42 gesetzt. Darunter befindet sich ein weiterer Datumstempel vom 21. Juni 1942. Geldbeträge sind keine eingetragen, daher weiß ich nicht, ob dieser Eintrag überhaupt etwas mit dem Wehrsold zu tun hat.


    Meine Internet-Suche gemäß Ihrer Empfehlung blieb erfolglos, weshalb ich Sie höflich bitten möchte, mir diese Feldpostnummer 44593 zu entschlüsseln.


    Für Ihre Mühe vielen Dank!

    Ein herzliches Grüß Gott,


    vor einigen Tagen hat mir meine Mutter einen Schatz vermacht, hinter dem ich schon als Junge her war: Das Soldbuch meines Vaters. Endlich kann ich versuchen, die Schauplätze seiner vielen Erzählungen aus dem Krieg in Rußland ausfindig zu machen. Ohne Ihr Lexikon der Wehrmacht hätte ich wahrscheinlich schon aufgegeben, aber es ist trotzdem noch recht schwierig, die Soldbucheintragungen, die Informationen in Ihrem Lexikon und meine Erinnerungen an die Erzählungen meines Vaters, der vor gut 10 Jahren verstorben ist, in Zusammenhang zu bringen.


    Dabei ist mir nun aufgefallen, daß in Ihrer Seite http://www.lexikon-der-wehrmac…nterieregimenter/IR34.htm wohl ein Tippfehler unterlaufen sein dürfte. Mein Vater wurde am 26.08.39 zur 8. Kompanie des I.R. 34 einberufen, wie ich Seite 2 des Soldbuches entnehme. Dank Ihrer Gliederungen kann ich auch den schlecht leserlichen Stempel verifizieren, er war also bei der MG-Kompanie des II. Batallions. Dieses II. Batallion ist nach Ihrer oben angegebenen Webseite am 29.1.40 als I. Batallion an das I.R. 521 abgegeben worden und richtig: auf Seite 6 finde ich den Eintrag "versetzt" vom 28.1.40, auf Seite 3 eine Beförderung vom 15.11.40 des Truppenteils 4./I.R. 521. Dieses Regiment muß nun aber der 296. I.D. unterstellt worden sein und nicht, wie in der o.a. Seite angegeben, der 293. I.D. Das bestätigen Ihre Seiten .../IR521-R.htm und .../Infanteriedivisionen/296ID.htm, ebenso .../Grenadieregimenter/GR521.htm und alle dortigen Angaben decken sich mit den Erzählungen meines Vaters: so war er etwa in Lille und Dünkirchen, nicht aber in Nantes.


    Vielen Dank!