Posts by Sinclair

    Hi,


    habe bei meinen Unterlagen einen zeitgenössischen Bericht aus dem Jahr 1943 gefunden. Schreibmaschine, 4 Seiten auf dünnem Durchschlagpapier über Gefangenenunterbringung in Kanada.


    Ich dachte ich übergebe das hier mal der Allgemeinheit. Weitere Umstände zu dem Papier sind mir leider nicht bekannt.
    Greetz
    Sinclair


    Camp 30 Ottawa / Canada
    Camp 30 liegt ganz in der Nähe des kleinen Ortes Bowville (oder ähnlich), welches wiederum in der Nähe Torontos am Ontario-See liegt. Das Klima entspricht ungefähr dem von Florenz, ist also gemäßigt und im Winter meist nicht unter 15 Grad.


    Das Lager war ehemals eine Schule für schwer erziehbare Kinder, und da dieses Internat war, besteht es aus vielen kleineren Gebäuden, während z.B. ein anderes Offizierslager aus einem einzigen Gebäude, einem ehemaligen Lungensanatorium besteht. Die Insassen des Camp 30 sind aber besonders zufrieden mit den vielen Gebäuden, denn so kommt es öfter vor, daß sich die Insassen längere Zeit nicht sehen, und das ist auf die Länge ihrer Gefangenschaft gesehen sehr angenehm. Die Höchstzahl der gefangenen Offiziere beträgt ca. 500 Mann, dazu kommen 120 Mannschaften. Geleitet wird daß Lager von Generalleutnant Schmidt, scheinbar einem sehr energischen und geeigneten Führer mit viel menschlichem Wissen und Verständnis, sodaß immer ein anständiger Ton herrscht und kleine unvermeidliche Reibereien schnell beseitigt werden. Disziplin ist der Hauptgrundsatz. So teilen sich die Offiziere teilweise in kleinere Gruppen auf, wie Theater, Musiker, Tierpfleger, Nachrichten- und Zeitungswesen etc.etc. Die Mannschaften kommen hauptsächlich fürs Kochen und Schneidern und sonstige handwerkliche Sachen auf, sofern nicht die Offiziere selbst Bastler sind. Diejenigen Offiziere, die am Tag nicht gerade mit Proben oder Unterricht beschäftigt sind, werden immer jeweils zu 50 Mann zur Bestellung der Farm abkommandiert, arbeiten muß dort jeder einmal und es wird sehr darauf gehalten, daß alle gleich viel dabei sind, sonst wird "durch die Blume" darauf aufmerksam gemacht. Diese Farm gehörte ehemals au der Schule, lag dann einige Zeit unbenutzt, bis das Lager die Regierung bat, sie bearbeiten zu können, und die Regierung gab es mit Freuden zu. So zahlte das Lager von seinem 1000 Dollar Vermögen seine Pacht davon, bis eines Tages die Regierung auf das Gesetz aufmerksam wurde, daß Menschen, die 5 Jahre lang ein Landt bewirtschaftet haben, zu kanadischen Staatsbürgern erklärt werden, und da das für Gefangene nicht gut möglich war, zahlte die Regierung die Pachtsumme von 3 Jahren schleunigst wieder zurück, und nun hat das Lager die Farm umsonst. Was sie dort alles anbauen, habe ich auf der beiliegenden Zeichnung vermerkt, es wird also wöchentlich ein Schwein geschlachtet und das übrige Getier wird auch nach und nach verspeist. Zum Eierlegen kommen die Hühner meist nicht; das Lager braucht sie auch nicht, da sie genug aus dem Land bekommen. Das Obst der Farm wird faat nur zum Kochen verwendet, es ist nicht allzu viel, dafür bekommen sie aber aus dem Land so reichlich Eßobst zu kaufen, daß sie übergenug haben. Überhaupt sind sowohl die Schweine als auch das andere Getier zusätzliche Nahrung, denn die eigentliche Verpflegung ist gut und reichlich, mit der andere Lager auskommen müssen und auch gut auskommen. Grünzeug ziehen sich dazu noch eine ganze Reihe Offiziere selbst in den kleinen Schrebergärten.


    Die Wohnjäuser die inmitten schönster Grünanlagen, mit Blumen, Büschen und Bäumen liegen, haben sich die Offiziere selbst vollständig eingerichtet. Es waren anfangs nur ganz große Schlafsäle da, und da haben sie lauter Wände gezogen, sodaß sie jetzt nur noch Räume zu 6 - höchstens 8 Mann haben. Alle sind wunderbar tapeziert, Vorhänge an den Fenstern, die Feldbetten zu Couchen und Klappbetten umgearbeitet und sondtiger Komfort aus den erlesensten Hölzern. Unterricht wird in den Sprachen engl., franz., ital., spanisch, russisch, japanisch und jetzt auch noch in schwedisch gegeben, ferner in vielen wissenschaftlichen Fächern, wie Medizin, Jura, Ingenieur und vor allem Basteln. Da haben sie sich z.B. die schönsten großen Segelflugzeugmodelle mit richtigem Benzinmotor gebaut, die mit richtiger Einstellung losfliegen und auch wieder zurückkehren. - Natürlich kann auch das Abitur nachgemacht werden und das Dolmetscherexamen ist etwas sehr Begehrtes. In der Freizeit wird morgens und nachmittags in Begleitung eines unbewaffneten kanadischen Offiziers ein zweistündiger Sparziergang gemacht, im Sommer oft zum Ontariosee, wo gerne gebadet wird. Erstes Antreten ist morgens um 8 Uhr und zwar zur Zählung durch wiederum einen Kanadier, 23 Uhr ist "Licht aus". Die kanadische Regierung hat große Furcht vor der Flucht deutscher Gefangener, denn sie trauen dem Deutschen scheinbar enorm viel zu. Deshalb wird auch kein deutscher Gefangener zur Arbeit im Lande herangeholt, die müßten sonst für jeden Gefangenen einen Wachposten haben, und das kann man sich nicht leisten, obwohl Arbeitermangel sehr groß ist. Jetzt werden vielfach Italiener dafür herübergeholt, dieser großen Furcht wegen ist in jedem deutschen Gefangenenlager eine Organisation, die immer wieder eine Flucht organisiert, an der manchmal einer, manchmal mehrere beteiligt sind. Die notwendigen Ausrüstungen verfertigt das Lager selbst. Puppen vertreten oft bei der Zählung den Geflohenen, sodaß es meist erst nach 12-24 Stunden herauskommt, dann wird die gesamte Polizei und alles Militär und sonstige Behörden in Alarmzustand versetzt solange, bis sie die Flüchtlinge wieder haben, was natürlich immer der Fall ist, aber manchmal dauert es wochenlang und dann ist immer nur die Höchststrafe 28 Tage Arrest, welcher im Lager abgesessen wird und daher nichts allzu schlimm ist, denn die anderweitige Versorgung durch die Kameraden ist so glänzend organisiert, sodaß diese Fluchtversuche weiter keine erheblichen Folgen haben, nur daß eben der "armen" Regierung der Atem schier vergeht. Die Handfesslungsaffäre vom 12. Oktober bis 12. Dezember 1942 hatte einen ganz ähnlichen Charakter. Nach Ankündigung der Fesselung wurden die Heeres-Offiziere unter dem Dach verborgen, die Häuser verbarrikadiert und dann nahmen Marine und Luftwaffe die Schlacht gegen die Kanadier auf, indem sie 2 Tage lang mit Steinen, Blumentöpfen, Tassen und Knüppeln bombardierten, bis sie schließlich nichts hatten. Die Fesselung fand dann 3 x täglich 2 Stunden statt, d.h. kaum hatten die Kanadier das Lager verlassen, wurden mit selbstgefeilten Schlüsseln die Fesseln solange entfernt, bis wieder die Kanadier kamen, um die Fesseln zu entfernen. Also im Ganzen gesehen ein Witz. Übrigens hatte sich einmal in einem Mannschaftslager ein Mann sein Kinn operativ verändern lassen und hielt sich aus dem Grunde 5 Monate im Winter im Lager versteckt. Ganz Kanada suchte in großer Aufregung 3 Monate, bis man ihn durch einen blöden Zufall doch im Lager fand, und somit sein Fluchtversuch, für den Sommer vorgesehen, nicht gelang.


    Die Vergnügungen bestehen aus 2 x wöchentlich Kino, die Filme leiht das Lager selbst von Verleihfirmen. Einmal im Monat Theater, ein ehemaliger Schauspieler von ca. 4o Jahren hat es unter sich. Dekoration, Kostüme etc. wird selbst gefertigt, Scheinwerfer und sonstige Beleuchtung haben Sie sich gekauft, wie sie sich alles nach großen Katalogen in Toronto kaufen, die Bühnestücke werden möglichst so ausgesucht, dass wenig Frauen darin vorkommen. Begreiflich! Dann gibt es ein Philharmonieorchester von 50 Mann, ein kleines Orchester von 30 Mann, eine große Tanzkapelle von 24 Mann und eine kleine Tanzkapelle, genannt die „13 Raben“. So finden enorme Konzerte sowie Garten- und Turnfeste statt. Die reichlich mit Musik unterstrichen werden. Die Ausstattung der Kapellen ist friedensmäßig und pompös. Die wöchentliche Lagerzeitung bringt alles wissenswerte hauptsächlicher aber aus der Heimat, so möchten die Gefangenen viel Post und lange Briefe mit möglichst viel Beschreibungen über kulturelle Ereignisse in Stadt und Land, Politik ist nicht notwendig, da sie bis ins kleinste genau orientiert sind, einerseits durch die franz. Zeitungen, die dort die kanadische Bevölkerung liest und andererseits - ja, als ich mich nach Schwarzhören erkundigte, sagte der Leutnant, daß er darüber nicht sprechen könne, also schweigen auch wir! Schicken von Lebensmitteln ist also nicht so schrecklich notwendig, sehr sehr gerne aber sind Illustrierte gesehen, die als Pack material oder sonstwie ins Paket geschmuggelt höchste Begeisterung finden. Die Pakete gehen direkt ins Lager und werden dort in Gegenwart von 8 deutschen Gefangenen von einem Kanadier kontrolliert, wobei natürlich alles Wichtige, was er beschlagnahmt, sehr schnell und gewandt wieder geklaut wird. Ein Schaden entsteht durch Unerlaubtes keinem Gefangenen, höchstens, daß er seinen Verwandten einen Zettel mit Vorschriften schicken muß. Kuchen werden nicht durchschnitten! Die Versorgung durch Amerika war damals so phantastisch, daß sie bald ein Vorratslager an Bekleidung für 200 Mann hatten, jetzt ist nicht nur damit Schluß, sondern auch der größte Luxus, wie Torten mit Schlagsahne und Bohnenkaffee ist seit einem Jahr vorüber, da sich auch in Amerika Gott sei Dank der Krieg erheblich bemerkbar macht. Im vorigen Jahr konnten sie noch das ganze Lager mit Skiern ausstatten, heute ginge das längst nicht mehr. Es wird alles rationiert und Streiks sind groß geschrieben. Alles notiert das Lager sorgfältig ---- leichte Krankheiten werden im Lager abgemacht, schwere in Toronto, wo die Pflege ausgezeichnet ist. Rasierklingen sind allergrößte Rarität, wenn möglich einfach am Brief angeheftet schicken. Pinsel sind auch selten, werden aber nicht so viel gebraucht. Bücher kann man sich in Paketen schicken, natürlich möglichst nicht obenauf. Auf diese Weise ist selbst "Mein Kampf", Rosenberg’s Mythos und ähnliches in der Lagerbibliothek zu erhalten.



    Abschrift einer Mitteilung vom D.R.K. Berlin vom 8.10.1943.


    Es ist hier bekannt, daß alle Insassen des Lagers 40 in das neue Lager 44 verlegt worden sind. Der Delegierte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz hat über dieses Lager einen günstigen Bericht erstattet. Es enthält Steingebäude, in denen früher ein Internat untergebracht war. Die Zimmer sind gut ausgestattet und eignen sich besonders für die Unterbringung einer Anzahl von Offizieren. Das Lager besitzt Spiel- und Sportplätze, eine Turnhalle, einen größeren Gemeinschaftsraum und eine große Bücherei. Die Gebäude sind mit Zentralheizung versehen. Über die Lage des Lagers sind keine Angaben gemacht.

    So ich stelle hier mal zwei Gutachten ein. Dürfte ich im Gegenzug jeweils um die Seiten aus der DRK-Verschollenen-Bildliste bitten? Danke.


    Greetz Sinclair



    Gutachten
    über das Schicksal des Verschollenen
    Erich S. , geb. 2.10.25
    Truppenteil: Panzerjäger-Abteilung der 257. Infanterie-Division
    Vermißt zwischen den 20. und 31. August 1944
    DRK-Verschollenen-Bildliste Band FR, Seite 209


    ...



    Gutachten
    über das Schicksal des Verschollenen
    Wilhelm Warnecke, geb. 11.12.09


    Truppenteil: Nachschub-Trupp der 371. Infanterie-Division
    Letzte eigene Nachricht vom 18. Januar 1943
    DRK-Verschollenen-Bildliste Band FM, Seite 584


    Beide Gutachten übernommen. Kordula

    Hallo alle zusammen,
    bei der Auswertung eines Soldbuches sind Fragen aufgetreten.


    Zum ersten möchte ich um die Dekodierung von 2 FP-Nummern bitten:
    33377 im Zeitraum 8/1941 - 1/1943 (vermutlich I.R. 287?) und FPN 44732 (Jan. 43).


    Während der Soldat im I.R. 287 war, gibt es am 1.9.41 einen Eintrag "Zahlmeisterei Pz.Pi.Ers.Batl. 19" und dies obwohl für den 25.8.41 und 12.9.41 für den Soldaten Nahkampftage vermerkt sind. Kann das jemand erklären?


    Dann schreibt das Lexikon das Pz.Pi.Ers.Batl. 19 (Holzminden) sei im Oktober 41 mit dem Vorsatz "Panzer-" versehen worden. Nach dem Soldbuch gibt es aber einen Stempel mit dem Datum 1.9.41 Muss das evtl. korrigiert werden?


    Das Soldbuch weist ein "Kriegslazarett 929" (Stempel !) aus. Dieses ist aber im LdW nicht ausgewiesen. Ist die Liste im LdW vollständig?


    Der Code "31B" im Lazarett steht für "Granatsplitter li. Schläfe"?


    Am 25.4.44 wurde ein MP 40 empfangen, am 5.5.44 ein Doppelfernrohr + Zielgevierttafel. Welche Soldaten mit welcher Aufgabe hatten eine derartige Ausrüstung (normale Unterführer?). Die Seiten aus dem Soldbuch mit den Dienstgraden fehlen leider (noch). Ausserdem gibt es eine Eintragung am 25.4. bei "Seitengewehr", aber macht das im Zusammenhang mit der MP 40 Sinn?


    Die Reihung der Einheiten für den Soldaten aus dem Kreis Gardelegen ist für mich auch noch nicht kpl. verständlich. Ich liste mal auf:


    2./Inf.Ers.Btl. 93
    I.R. 287 (währenddessen: Pz.Pi.Ers.Batl. 19)
    Zahlmeisterei Kf.-Ersatz-Abt. 11 (Dienstlicher Auftrag? im Anschluß Heimaturlaub)
    Verwundung mit Lazarettaufenthalten
    Pi.Ers.Komp. 216
    Gren.Ers.Regt. 557 (WK XVII Österreich??)


    Vielleicht gibt es ja einen Spezialisten für die eine oder andere Frage.


    Soll ich die Liste der Nahkampftage beim I.R. 287 mal einreichen? Wäre das Interessant im LdW als Ergänzung beim I.R. 287?


    So das wärs erstmal
    Greetz
    Sinclair

    Auf besonderen Wunsch von Roland ;) habe ich mal die die KTB Ia der 281. Sich.Div. auf Hinweise über Polizeieinheiten durchforstet und stelle die hier mal für das 1. Halbjahr 1942 ein.


    Greetz Sinclair


    281. Sicherungs-Division – Ia- Kriegstagebuch


    Auszüge aus den „Berichten zum Kriegstagebuch“ betreffend Polizeieinheiten(1.1.-30.6.1942)



    Quelle: T315 Roll 1871 (MFB4 71928)


    Bericht zum Kriegstagebuch
    7.1.1942



    Pol.Rgt. Nord wird mit unterstellten Res.Pol.Btl.2 dem A.O.K.18 unterstellt und wird von ihm vorgezogen.
    Pol.Rgt.Nord schliesst nach Weisung des Rgt.Kdr. beschleunigt auf. Ablösung der Polizei-Kräfte ist mit allen Mitteln und unter Einsatz aller Kräfte zu beschleunigen.


    (….)


    Bericht zum Kriegstagebuch
    8.1.1942



    1.) Das Laschü.Btl.868 meldet die Übernahme der Wachen an der Bahnstrecke Pleskau – Dno und Ablösung des Res.Pol.Btl. 2.


    2.) Res.Pol.Btl.2 ist ab sofort dem A.O.K. 18 unmittelbar unterstellt. Es erreicht zur Verfügung des A.O.K.18 Luga.
    Res.Pol.Btl. 2 – Stab und 2 Kompanien, treffen am 8.1. abends in Luga ein.


    3.) (…)



    Bericht zum Kriegstagebuch
    9.1.1942


    (…)


    4.) Res.Pol.Btl.2, z.Zt. in Luga, wird dem A.O.K. 16 mit Rücksicht auf die Lage bei Staraja Rusza unterstellt.



    Bericht zum Kriegstagebuch
    14.1.1942


    (…)


    2. Nach Mitteilung der O.K. Cholm ist die 3./Res.Pol.Batl.53 auf dem Marsch von Loknja nach Cholm bei Katschanowo (33 km südwestlich Cholm) auf eine stärkere Partisanenbande gestossen. Im Feuergefecht sind der Kompanie-Chef, Hptm.Obser, sowie 4 Wachtmeister gefallen und 6 Mann der Kompanie verwundet.


    (…)


    Bericht zum Kriegstagebuch
    15.1.1942


    1.) Res.Pol.Btl.2 wird der 18.I.D.(mot) in Staraja Rusza unterstellt.





    Bericht zum Kriegstagebuch
    17.1.1942


    (…)


    2.) Die Division übernimmt den Schutz und die Befriedung der Rollbahn Loknja – Cholm.
    Die Befriedung der gesamten Strassenstrecke Loknja – Cholm ist durch das Btl.Kontek, dem 1./F.G.A.691 und ein Zug 2./Estnische Hdt.Sich.Abt. 39 unterstellt sind, durchzuführen.
    (…)




    Bericht zum Kriegstagebuch
    22.1.1942



    1.) Die F.K.247 und die Gruppe G.F.P.705 melden starke Aufklärungstätigkeit von Partisanen im Vorfeld von Tschichatschowo und Bhf. Aschweo (Bahnstrecke Dno – Nowosokolniki) sowie grössere Plünderungsaktionen und rücksichtslose Rekrutierungen der jüngeren Einwohner in die Reihen der Partisanen.





    Bericht zum Kriegstagebuch
    24.1.1942


    1.) Die 2./F.G.A.691 wird der Division unterstellt und der F.K.186 zur Verwendung im Bahnschutz der Strecke Sebesh – Nowosokolniki zugeführt.


    (…)



    Bericht zum Kriegstagebuch
    25.1.1942



    1.) Die der Division neu unterstellte litauische Hundertschaft „Garlauskas“*) wird Zwecks Vervollständigung ihrer Ausrüstung ostwärts Pleskau untergebracht.


    *) Hundertschaft Garlauskas steht vermutlich im Zusammenhang mit Litauischem Polizei Btl. F/13



    Bericht zum Kriegstagebuch
    31.1.1942


    (…)


    3.) Die 2./F.G.A.691 hat die im Bahnabschnitt Pustoschka – Nowosokolniki eingesetzen Teile der 3./Laschü.Btl.960 abgelöst.

    (…)




    Bericht zum Kriegstagebuch
    13.2.1942


    (…)


    2.) Teile der O.K.569 und der G.F.P.Gruppe 727 führen in Gegend Jermolowo (54 km südostwärts Opotschka) ein Unternehmen durch.
    Im Häuserkampf wurden 8 Partisanen getötet und bei Abbrennung der Häuser mehrere verbrannt.
    Eigene Verluste: 3 Tote.








    Bericht zum Kriegstagebuch
    18.2.1942



    1.) Die F.G.A.691 stellte einen Trupp in Stärke von 1 Offizier und 15 Feldgendarmen nach Ostrow zur Durchführung von Feld-Gendarmarie-Aufgaben ab. Der Trupp wird der F.K.822 unterstellt.



    (…)





    Bericht zum Kriegstagebuch
    26.2.1942



    1.) Kommisar Renner der G.F.P.Gruppe 705 mit 25 Mann und 22 russischen Hilfspolizisten nach Gorodowik (18 km nordostwärts Tschichatschewo) gefahren, traf sich dort mit 40 Mann der 6./Laschü.960 unter Führung Hptm.Lehr.
    Die Abteilung wurde von starken Partisanenkräften überfallen und eingekesselt.
    Eine Sekretär und 18 Mann der G.F.P.Gruppe 705 gelang es, sich durch die Wälder nach Tschichatschewo durchzuschlagen.
    Kommisar Renner, 1 Gefreiter und 1 Dolmetscher fielen.
    Von der 6./Laschü.960 sind nach bisheriger Meldung 20 Mann zurückgekehrt. Von der Russischen Hilfspolizei fehlen 10 Mann.






    Bericht zum Kriegstagebuch
    2.3.1942


    (…)


    2.) Über den Einsatz des Res.Pol.Btl.2 in der Zeit vom 8.1. – 1.3.42 siehe Sammelbericht vom 2.3.42.





    Bericht zum Kriegstagebuch
    5.3.1942


    1.) (…)


    2.) Teile der G.F.P.Gruppe 727 und russische Hilfspolizei führten in Gegend Gemeinde Osyna (18 km südostwärts Sebesh) eine Streife durch. 2 Partisanen und 3 Rotarmisten wurden eingebracht.


    (…)






    Bericht zum Kriegstagebuch
    21.3.1942

    1) Die Feld-Kdtr.186 hat die 2./F.G.A.691 aus dem Bahnschutz herauszuziehen und sie der Gruppe Gallas zum Partisanenkampf zu unterstellen. Den bisherigen Bahnschutz 2./F.G.A.691 übernimmt die 3./Laschü.Btl.889.






    Bericht zum Kriegstagebuch
    25.3.1942



    1) Ablösung der 2./F.G.A.691 durch 3./Laschü.Btl.889 im Bahnschutz Pustoschka – Nowosokolniki ist durchgeführt.




    Bericht zum Kriegstagebuch
    18.4.1942


    (…)


    3.) Aussenkommando GFP-Gruppe 705 aus Beshanizy zurückgezogen und in Shukowo eingesetzt.




    Bericht zum Kriegstagebuch
    23.4.1942


    1) G.F.P. Jdriza meldet, dass lt. Einwohneraussagen in der Nacht vom 22. zum 23. in der Nähe von Nischtscha eine größere Gruppe Partisanen aus Flugzeugen gelandet wurde. Sie sollen die Absicht haben, die Traktorenstation und das Sägewerk in Nischtscha zu zerstören.




    Bericht zum Kriegstagebuch
    28.4.1942



    1.) Am 28.4. gegen 0030 Uhr wurde die Bahnlinie Jdriza-Sebesh 1 km ostwärts Bahnhof Sawaruika durch Mine hinter einem passierenden Zuge gesprengt. Der Zug blieb unbeschädigt. Das Gleis wurde auf ein1m Länge aufgerissen. Drei weitere Minen wurden durch G.F.P.-Gruppe 727 gefunden und ausgebaut.






    Bericht zum Kriegstagebuch
    12.5.1942



    1.) Eine Streife der 2./F.G.A. 291 in Alolja stellte etwa 14 km nordl. Alolja an der Strasse Pustoschka-Opotschka eine Strassensperre aus Fernsprechkabeln fest, da der Fernsprechleitung entnommen war und über die Strasse von Mast zu Mast mit einem ½ m Abstand vom Boden festgebunden war.




    Bericht zum Kriegstagebuch
    22.5.1942



    1.) Im Waldgebiet zwischen Predkowo – Markiany (11 km südwestlich Nischtscha) hat ein Treffen mit einer größeren Partisanengruppe (etwa 70 Mann) stattgefunden. 1/Laschü.Btl.889 mit einem Zuge, 2./F.G.A.691 und 3./Est.Si.Abt.37 haben weitere Verfolgung aufgenommen und die Partisanengruppe zersprengt. 12 Tote, darunter der Führer der Gruppe und 8 verwundete Partisanen wurden festgestellt. Keine eigenen Verluste.




    Bericht zum Kriegstagebuch
    29.5.1942


    1.) In der letzten Zeit treten vermehrt kleinere Partisanengruppen in der Gegend von Noworshew auf. Zur Bekämpfung stellt die F.K. 247 für die Dauer von 2 Wochen 10 Feldgendarmen zur O.K. Noworshew ab.


    (…)


    Bericht zum Kriegstagebuch
    11.6.1942
    (…)


    4.) Zum Partisanenkampf wurden im Laufe des 11.6. verlegt:


    2./Feld-Ers.Btl. 368 nach Tomasino,
    4./ „ „ „ 368 „ Leschane,
    5./ „ „ „ 368 „ Laptjewo,
    1 Zug 2./F.G.A. 691 „ Talankino,
    3./Estn.Sich.-Abt. 37 nach Bondary,
    5./ „ „ „ 39 „ Shukowo






    Bericht zum Kriegstagebuch
    14.6.1942


    1.) 1 Zug der 3./Feld-Gend.Abt.691 wurde der F.K.822 zum Einsatz in der Partisanenbekämpfung in Noworshew unterstellt.


    (…)


    3.) Bei einem Unternehmen der GFP-Gruppe 727 11 km OSO Pustoschka wurden im
    Feuergefecht 2 Partisanen erschossen. Munition, Gewehre und M.P.s wurden
    erbeutet.






    Bericht zum Kriegstagebuch
    21.6.1942



    1.) O1 zur Besprechung in Werro:
    (…)
    c.) Herauslösung des Res.Pol.Btl.2. Das Btl. wird vorerst nicht herausgelöst, da
    kein Ersatz vorhanden.




    Bericht zum Kriegstagebuch
    22.6.1942


    (…)


    2.) Nach fernmündlicher Mitteilung Korück sind etwa 500 Partisanen untermischt mit Rotarmisten über die Bahnlininie Nowosokolniki – Dno nach W gedrungen. Sie wurden in Wäldern etwa 4 km südwestl. Pasheriwizy festgestellt. Eine weitere Gruppe von 200 Partisanen mit Rotarmisten untermischt ist am 21.6. in der Nähe der Bahnlinie südl. Ddowitschi festgestellt worden und soll im Kampf 50 Tote gehabt haben. Die Reste befinden sich am 22.6. in den Wäldern etwa 6 km südwestl. Dedowitschi. Korück hat Aufklärungsabteilung sowie andere Kräftegruppen eingesetzt. Von der Div. ist die F.K.822, Ostrow, und G.F.P. für den Fall des Eindringens in das Div.-Bereich verständigt.




    Bericht zum Kriegstagebuch
    24.6.1942


    1.) In der Nacht vom 23. zum 24. griffen etwa 200 Partisanen und Rotarmisten die Aussenstelle der F.K.822, Ostrow, in Buchary an und brannten sie ab. Nach Aussagen von Landeseinwohnern sollen die Rotarmisten von Buchary nach NO auf Machnowka zurückgegangen sein.


    2.) Mit der Bekämpfung der Partisanen im Gebiet um Machnowka wird Oberstlt. Röhrig, F.K.822, Ostrow, beauftragt.
    Ihm wird die Gruppe Stahlberg (Führer Hptm.Stahlberg, 1./Pi.207) mit folgenden Einheiten unterstellt:
    a) Feld-Ersatz-Btl. 368
    b) 1 Zug Luftflotte 1 (Oblt. Vogel)
    c) 2 Züge 1./Pi. 207
    d) 1 Zug Pz.Kpfw.Kp. 281, (3 Kpfw.)
    e) 4 Tornisterfunktrupps d (1 Uffz., 14 Mann)
    f) 2 mittl. Funktrupps des gem.Nachr.Zges. d.Nachr.Abt.822),
    ausserdem unterstehen der Gr. Stahlberg die bereits von F.K.822 eingesetzten Kräfte F.G.A. und E.K.A. (siehe Anl.Div.Bef.v.24.6.).
    Gr.Stahlberg erreicht 15.00 Uhr Wybor.


    (…)




    Bericht zum Kriegstagebuch
    29.6.1942


    (…)
    3.) Ein Antrag an die Standortkommandantur Pleskau, von der Frontsammelstelle noch Kräfte zur Verfügung zu stellen, wird mit der Begründung abgelehnt, dass die Heeresgruppe alle Kräfte selbst benötigt. Anstatt dessen wird vom Befh. Res.Pol.Btl.132 zur Div. in Marsch gesetzt.
    (…)


    8.) Res.Pol.Btl. 132 wird im E-Transport von Luga nach Ostrow in Marsch gesetzt und zur Bekämpfung von Partisanen vorübergehend der Div. unterstellt.


    (…)



    Bericht zum Kriegstagebuch
    30.6.1942


    (…)


    2.) Stabskomp. Oblt. Dr. Fabricius und 3./F.G.A.691 haben Lutschno stark vermint, aber feindfrei vorgefunden. 3./F:G.A geht am 30.6. morgens nach N in allgemeiner Richtung Chustarowo. Komp. Fabricius soll durch 1./Res.Pol.Btl. 132 heute abgelöst werden.


    3.) Kdr. Res.Pol.Btl. 132 erhält Befehl, über die dort befindlichen Gruppen als „Gruppe Müller“. Ihr werden am 1.7. unterstellt:
    2 Züge 2 cm Flak des Flak-Regt. 43.


    (…)


    7.) Res.Pol.Btl.132, Stab u. 3./Kp. in Ostrow eingetroffen, nach Machnowka weiter in Marsch gesetz. 1/Kp. nach Noworshew, 2./Kp. Ostrow-Kasernenviertel (Div.-Reserve).

    Hallo,
    habe ein Tagebuch aus dem Westfeldzug ausgewertet, um einer alten Dame einen Gefallen zu tun. Bleistift, äusserst schwer lesbar, viele Ortsnamen in der Lesung unsicher, aber anhand alter Karten zusammengepuzzelt. Es gibt keine Hinweise auf die Einheit, auch keine FPN. Er war vermutlich bei Versorgungeinheiten (bespannt). Vom Marschweg her tippe ich auf die 19. ID. was auch nahe liegt weil der Soldat aus Hehlen (Nähe Hameln) stammt, wo ja das IR 74 lag.
    Vielleicht kann mir ja ein Experte anhand der Ortsnamen die Einheit verifizieren? Wäre super. WaSt lohnt nicht, weil von Seiten der Angehörigen kein weiteres Interesse vorhanden ist und auch keine weiteren "Kriegsandenken".
    Hier die marschroute:
    11.5. Grenzübertritt bei Kaldenkirchen
    21.5. Oordegem
    22.5 Alost, Borsbeke
    26.5. Kruishoutem
    27.5. vorgehen über die Lys, Olsene, Osselghem, Waken, Thielt
    29.5. Zarren, Cortemark
    30.5. Dixmude, Kousseboom, Nieuchapellen, Isenberghe
    1.6. Moeres
    4.6. Ghyvelde - Dünkirchen, Bulscamp
    5.6. Adinkerke
    6.6. Ghyvelde, Houthem, Hondschoote, Zeggers-Capell
    12.6. 4 km vor Amiens
    18.6. La Haye- du-Theil
    19.6. Duranville, Ouilly-du Houley bei Lisieux
    21.6. Lisieux ca. 35 km in Richtung Caen bis 20 km davor.
    22.6. Moult


    Greetz
    Sinclair


    N.B.
    Versuche (als Neuling) noch ein paar Bilder dranzuhängen. Die sind ziemlich "verhuscht" und leider nicht beschriftet. Vielleicht kann ja dennoch jemand was dazu sagen. Ausserdem mal eine Kalenderseite, nur so als Demo...

    Hallo,
    bin neu hier und denke das ich hier mal meinen ersten Beitrag "üben" kann. Texterkennung wird bei NARA-Dokumenten immer schwierig sein, da die Qualität nicht optimal ist. Selbst gute Programme haben da erheblichen Nachbearbeitungsbedarf.
    Aber da Du ja nach Software fragst: Habe mit Abby Finereader sehr gute Erfahrung gemacht. Gut zu bedienen und gute Ergebnisse. Muß nicht das neueste sein. Ich arbeite mit Vers. 8.0.
    Aber mal was anderes: Wenn Schrifterkennung nicht funzt und Du nicht abtippeln möchtest, hast Du schon mal an Spracherkennung gedacht? ich habe mit Vorlesen gute Erfahrungen gemacht. Nehme dafür Dragon Naturally Speaking 11.0


    Greetz Sinclair