Posts by Wolfgang Grote

    Hallo Frank,


    Ohne mich in deine Diskussion mit Timm einmischen zu wollen, kann ich dir nachstehend ein paar Informationen geben hinsichtlich der geplanten Verteidigung der Ourthe durch die Deutsche Wehrmacht :
    Die 347. Infanterie-Division hatte tatsächlich den Auftrag ab dem 08.09.1944 mit den beiden in meinem Beitrag vom 11.01.2012 erwähnten Kampfgruppen den Abschnitt der Ourthe zwischen Esneux und Rivage zu besetzen, aber keine der beiden Kampfgruppen erreichte die Ourthe.
    Durch die Tatsache, dass die 347. Infanterie-Division zwischen Charleroi und Namür zerschlagen wurde und sich die Reste der Division im Kampfbereich der 116. Panzerdivision in den Raum Maastricht zurückgezogen hatten, klaffte nördlich der Maas eine Lücke, durch diese die 3. US-Panzerdivision problemlos bis Lüttich vorrücken konnte; einzig der Mangel an Treibstoff verlangsamte den Vormarsch der 3. US-Panzerdivision.
    General von Claer, Kommandeur der Oberfeldkommandantur 589, übernahm die Aufgabe eine provisorische Verteidigungslinie entlang der Ourthe und Amblève aufzubauen, um dort die sich zurückziehenden Truppen aufnehmen zu können.
    Am 07.09.1944 war diese Verteidigungslinie wie folgt organisiert :
    - Sicherungsbataillon 1030 (ohne 1. Kompanie) entlang der Ourthe und Amblève in der Linie Angleur - Tilff - Esneux - Aywaille; Gefechtsstand in Aywaille; die 1. Kompanie dieses Bataillons lag in Lüttich.
    - Kräftegruppe Bastogne bestehend aus dem Sicherungsbataillon 1031 und dem Ostbataillon 669 lag entlang der Amblève in der Linie Aywaille (auschl.) - Bahnhof Stoumont - Trois-Ponts - Stavelot; Gefechtsstand des Sicherungsbataillons lag in Stavelot.
    Am späten Nachmittag des 07.09.1944 erreichte bereits die Task Force Lovelady (Command B der 3. US-Panzerdivision) Tilff und konnte dort überraschend eine noch intakte Brücke über die Ourthe einnehmen. Somit war die Sicherungslinie an der Ourthe bereits durchbrochen, bevor die beiden Kampfgruppen der 347. Infanterie-Division die Ourthe erreichten, denn diese befanden sich noch in der Nacht vom 08. auf den 09.09.1944 im Anmarsch.


    Ich hoffe, dass ich dir hiermit etwas weitergeholfen habe.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo zusammen,


    Da Michael einen Beitrag zum Einsatz der Kampfgruppe Griesbach im September 1944 in der Schneifel ins Forum gesetzt hat, möchte ich nachstehend einige Details zum Einsatz der Kampfgruppe Bongarts für den gleichen Zeitraum beisteuern.


    Die Kampfgruppe Bongarts (auch Bataillon Bongarts) gehörte zusammen mit dem Bataillon Weinen zum Regiment Gombel, das wiederum der Divsion 172 unterstand; es handelte sich hierbei um "Walküre"-Einheiten.
    Die Kampfgruppe Bongarts wurde in Trier aufgestellt und bestand aus 300 - 400 Mann, zumeist Artilleristen, die eine kurze Ausbildung für den Einsatz als Infanteristen erhielten bevor sie an die Front geschickt wurden. Jeder Soldat der Kampfgruppe hatte einen Karabiner mit nur 20 Schuss Munition; auf Kampfgruppenebene gab es noch 2 leichte Maschinengewehre.
    Der Abmarsch der Kampfgruppe erfolgte am 10.09.1944 in Trier; der Marsch ging über Bitburg und Burbach bis nach Sellerich, wo die Kampfgruppe am 12.09.1944 ankam und noch am gleichen Abend die ihr zugeteilten Westwall-Bunker besetzte.
    Die Kampfgruppe Bongarts wurde in die Lücke zwischen der SS-Aufklärungsabteilung 2 und der Kampfgruppe Milius eingeschoben und war der Kampfgruppe Milius unterstellt.
    Am 13.09.1944 waren die Soldaten mit Schanzarbeiten in ihrem Abschnitt beschäftigt.
    Am 14.09.1944 erfolgt ein Angriff des 22. US-Infanterieregiments genau auf die Lücke zwischen der Kampfgruppe Bongarts und der SS-Aufklärungsabteilung 2, die lediglich durch die beiden leichten Fla-Geschütze der Kampfgruppe Griesbach gedeckt wurde. Dem 22.US-Infanterieregiment gelang direkt ein Einbruch in den Westwall.
    Danach schwenkte das I. Bataillon des 22.US-Infanterieregiment nach Nordosten und rollte die Front der Kampfgruppe Bongarts auf. Die Soldaten der Kampfgruppe, die über keinerlei Erfahrungen verfügten, hatten sich in den Bunkern verschanzt und gaben bereits auf nachdem die Amerikaner ein paar Schüsse auf die Bunker abgegeben hatten.
    Nur wenige Soldaten konnten entkommen und somit hörte die Kampfgruppe Bongarts bereits am 14.09.1944 auf zu bestehen.


    Vielleicht ist dieser Beitrag von Interesse.
    Gruss


    Wolfgang Grote

    Hallo Uwe,


    Ich beschäftige mich mit den Kämpfen im Raum Aachen im September und Oktober 1944.
    Ich wäre an dem vollständigen Scan über die organisatorische Aufteilung der 49. Infanterie-Division (Org.Abt.Nr. I/1442/45) interessiert.
    Könntest du diesen Scan vielleicht ins Forum setzen.
    Besten Dank.
    Gruss


    Wolfgang Grote

    Hallo Frank, Hallo Christopher,


    Zusätzlich zu meinem gestrigen Beitrag möchte ich noch hinzufügen, dass das Gerät V am 20.03.1945 im Rahmen eines Einsatzes der Heeres-Artillerie-Abteilung 638 14 Schuss auf die von der US-Armee am 07.03.1945 unschädigt besetzten Brücke von Remagen abgegeben hatte; nach dem 14ten Schuss musste die Beschiessung wegen eines Schadens eingestellt werden.
    Auf dem Rückzug wurde dann das auf einem Eisenbahntransport verladene Gerät V bei Puderbach im Westerwald unterhalb der Burgruine Reichenstein in beschädigtem Zustand durch die US-Armee erbeutet (möglicherweise durch die Besatzung gesprengt).
    Über den weiteren Verbleib des Geräts V ist mir offiziell nichts weiteres bekannt; ich nehme aber an, dass das Gerät V verschrottet wurde, da die US-Armee das nicht fertiggestellte Gerät VII nach Aberdeen Proving Ground gebracht hatte.
    Nachstehend etwas über den Verbleib der übrigen Karl-Mörser :
    - Gerät I diente zum Kriegsende als Ersatzteilspender für die Instandsetzung von Gerät II
    - Gerät II wurde wie Gerät V in beschädigtem Zustand von der US-Armee erbeutet (Ort unbekannt - möglicherweise auch durch die Besatzung gesprengt).
    - Gerät III war bereits 1944 durch einen Rohrkrepierer zu mehr als 50 % zerstört.
    - Gerät IV wurde am 20.04.1945 von der Roten Armee in Jüterbog in einem intakten Zustand erbeutet; wurde aber anschliessend verschrottet.
    - Gerät VI wurde auch am 20.04.1945 von der Roten Armee in Jüterbog in einem intakten Zustand erbeutet; dieses Gerät befindet sich heute in dem Panzermuseum von Kubinka (westlich von Moskau).
    - Gerät VII wurde von der US-Armee in Hillersleben erbeutet; anschliessend nach Aberdeen Proving Ground transportiert und später verschrottet.
    Ich hoffe euch ein wenig weitergeholfen zu haben.
    Gruss


    Wolfgang Grote

    Hallo Sven,


    Bei der auf der Lagekarte vom 01.10.1944 eingezeichneten Kampfgruppe Böhm handelt es sich um das Abschnitts-Kommando Böhm (Walküre-Einheit) des Wehrkreises XII, dass sich aus Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsbataillonen zusammensetzte.
    Gruss


    Wolfgang Grote

    Hallo Sven,


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Angaben auf diesen Karten zum Teil mit Vorsicht zu geniessen sind, so auch bei dieser Karte z.Bsp. Reste 348 Div müsste Reste 347. Div. sein; die noch eingezeichneten Reste der 1. SS-Panzerdivision wurden normalerweise bereits vor dem Erreichen des Westwalls zur Auffrischung aus der Front gezogen.
    Bei der in dem Buch über die Geschichte der 2. Panzer-Division erwähnten Festungs-PAK-Abteilung fehlt leider die Nummer.
    Aber mir liegen die Eisatzorte der Festungs-PAK-Abteilung 501 vor :
    Diese Abteilung verfügte über insgesamt 27 PAK 7,5 cm verteilt auf 3 Kompanien.
    1 Kompanie lag im Bereich Grevenmacher - Wasserbillig
    1 Kompanie lag westlich von Konz
    1 Kompanie lag im Bereich Echternach - Rosport
    Somit kommt in meinen Augen die Festungs-PAK-Abteilung 501 für den Bereich Prüm - Echternach nicht in Frage.
    Gruss


    Wolfgang Grote

    Hallo Sven,


    Ich denke, dass die Festungs-PAK-Abteilung 502 bei der 2. Panzerdivision zwischen Prüm und Echternach im Einsatz war.
    In dem Buch "Die Geschichte der 2. (Wiener) Panzer-Division" von Franz Josef Strauss wird für den Zeitraum September/Oktober 1944 erwähnt, dass Hauptmann Strauss (Kommandeur der Panzerjägerabteilung 38) den Auftrag als höherer Pz.-Abw.-Offz. erhielt mit sämtlichen vorhandenen schweren Panzerabwehr-Waffen, darunter eine Festungs-PAK-Abteilung, einen Sperriegel entlang des Grenzflusses Our gegenüber von Belgien und Luxemburg aufzubauen.
    Da die Festungs-PAK-Abteilung 501 bei dem LXXX AK zwischen Grevenmacher und Echternach eingesetzt war, kann es sich hierbei eigentlich nur um die Festungs-Pak-Abteilung 502 handeln.
    Gruss


    Wolfgang Grote

    Hallo Frank,


    Nachstehend ein kurzer Lebenslauf für den Karl-Mörser Loki - Gerät Nr. V :
    Der Karl-Mörser V wurde bei Rheinmetall Borsig gefertigt;
    die Fertigstellung war am 15.05.1941 und ein Testschiessen mit 6 Schuss erfolgte am 11.06.1941. Ausgerüstet war das Gerät zu diesem Zeitpunkt mit dem Kaliber 60 cm (Rohr 040).
    Am 18.02.1942 begann die Aufstellung einer Karl-Batterie mit 3 Geräten (darunter auch Gerät V) bei der schweren Artillerie-Abteilung 833.
    Zwischen dem 20.05.1942 und dem 19.07.1942 : Einsatz bei der 11.Armee vor Sewastopol.
    Am 19.07.1942 wurde das Gerät V nach Hillerleben geschickt zwecks einer Überholung.
    Danach Einsatz vor Leningrad (Daten unbekannt) und Überholung in Hillersleben.
    Am 25.09.1944 wurde das Gerät V einsatzbereit gemeldet und war für den Einsatz in Warschau im Rahmen der Heeres-Artillerie-Abteilung 638 vorgesehen. Die Heeres-Artillerie-Abteilung 638 wurde am 28.09.1944 nach Budapest beordert und somit wurde das Gerät V direkt nach Budapest geschickt.
    Am 19.10.1944 wurde die Heeres-Artillerie-Abteilung 638 wieder von Budapest in Richtung Warschau beordert und kam am 28.10.1944 in Litzmannstadt (Lodz) an.
    Am 06.11.1944 gibt die Heeres-Artillerie-Abteilung 638 das Gerät V an die Heeres-Artillerie-Abteilung 428 ab.
    Am 15.11.1944 verlässt die Heeres-Artillerie-Abteilung 428 Litzmannstadt (Lodz) in Richtung Jüterbog und gibt dort am 24.11.1944 das Gerät V ab.
    Das Gerät V wird dort auf das Kaliber 54 cm (Rohr 041) umgerüstet, der Dieselmotor MB507C überholt und ein beschädigtes Treibrad ersetzt.
    Am 15.01.1945 erfolgten die ersten Probefahrten mit dem umgebauten Gerät.
    Am 10.03.1945 wurde das Gerät V an die Front im Westen geschickt.
    Zwischen dem 21.03. und dem 11.04.1945 wurde das Gerät V während des Bahntransports durch direkte Treffer beschädigt und von der US-Armee erbeutet.
    Ich hoffe dir mit diesen Angaben ein wenig weitergeholfen zu haben.
    Gruss


    Wolfgang Grote

    Hallo Michael,


    Meine Informationen bezüglich des Luftwaffen-Festungsbataillon VI sind leider sehr dürftig und basieren hauptsächlich auf Angaben aus dem Buch "Deutsche Luftwaffenfestungsbataillon 1944", deshalb interessiere ich mich für die Einsatzräume für die von dir in diesem Forum im Zusammenhang mit der Kampfgruppe Milius angegebenen Bataillone bzw. Kampfgruppen im September 1944.
    Ferner habe ich noch eine Stärkemeldung für die 2. SS-Panzerdivision vom 07.10.1944 mit den zu diesem Zeitpunkt unterstellten Einheiten. In dieser Meldung wird das Luftwaffen-Festungsbataillon VI als "Reste", ohne Angabe der Personalstärke, mit einer Ausrüstung von 15 leichte Maschinengewehre erwähnt.
    Da mir ansonsten keine weiteren Angaben zu Einsätzen des Bataillons an anderen Orten bekannt sind, ist davon auszugehen, dass das Bataillon in die 2.SS-Panzerdivision eingegliedert wurde und nicht wie verschiedentlich angegeben in die 49. Infanteriedivision. Die 49. Infanteriedivision unterstand zwar zwischen dem 11. und dem 20.10.1944 dem I. SS-Panzerkorps als dieses den nördlichen Verteidigungsbereich von Aachen übernommen hatte. Die 49. Infanteriedivision, die selber nach der Kapitulation Aachens in die 246. Volksgrenadierdivision eingegliedert wurde, wurde zu Beginn des Monats Oktober 1944 mit Einheiten aus anderen Bereichen aufgefüllt (u.a. Schnelles Regiment "Von Frtischen"), aber es befanden sich dabei keine Bataillone, die ursprünglich der 2.SS-Panzerdivision unterstellt waren.
    Gruss


    Wolfgang Grote

    Hallo Odin5050,


    Ich habe mit grossem Interesse deine Beiträge hinsichtlich der Kampfgruppe Kühne in diesem Forum gelesen.
    Da ich aus dem Osten Belgiens stamme, interessiere ich mich auch für die Ereignisse in der Schneifel im September 1944.
    Leider kann ich das Buch von Berhard Kramer nicht mehr erwerben und möchte hiermit um einige Informationen nachfragen.
    1) Kannst du mir für die von dir aufgeführten Luftwaffen-Festungsbataillone VI und XI und für das Festungs-MG-Bataillon 31 den Einsatzraum nennen, eventuell auch die Einheiten der KG Milius, die durch diese Bataillone möglicherweise abgelöst wurden.
    2) Hast du vielleicht ein paar Details zu den beiden Kampfgruppen Bongarts und Griesbach.
    3) Hinsichtlich des Luftwaffen-Festungsbataillon V gibt es in der Literatur, die mir zur Verfügung steht, einige Widersprüche.
    Kam dieses Bataillon im September 1944 in der Schneifel zum Einsatz, bevor es ab dem 08.10.1944 im Hürtgenwald eingesetzt wurde ?
    Ich danke dir bereits im Voraus für deine Bemühungen.
    Gruss


    Wolfgang Grote

    Hallo Frank,


    Sollte dich der Einsatz der Teile der 347. Infanteriedivision am Albertkanal interessieren, so empfehle ich dir das KTB des LXXXVIII zu konsultieren, das bei www.sturmpanzer.com zur Verfügung steht.
    Was die Zerschlagung der Masse der 347. Infanteriedivision betrifft, gibt es noch einen aber nicht unerheblichen Punkt, den ich gestern im Eifer des Gefechts vergessen hatte :
    Die Masse der Division war Anfang September 1944 entlang des Flusses Sambre zwischen Chätelet (Vorort im Osten von Charleroi) und Namür angeordnet, d.h. in einer West-Ost-Achse. Es handelte sich dabei um 5 Bataillone (das III/861 ging bereits südlich des Flusses Sambre verloren als es der 12.SS Panzerdivision zugeteilt war) :
    Enlang der Sambre von West nach Ost : I/860, II/860 und II/861,
    das III/860 lag als westlicher Flankenschutz südlich der Stadt Fleurus und das I/861 lag entlang des Flusses Maas südlich der Stadt Namür mit Anschluss an die 12. SS Panzerdivision.
    Die 116. Panzerdivision, die zusammen mit der 347. Infanteriedivision, am 04.09.1944 dem LXXIV AK unterstellt wurde, erhielt den Befehl eine Verteidigungslinie westwärts von Charleroi aufzubauen.
    Der Kommandeur der 116. Panzerdivision Graf Schwerin führte diesen Befehl wegen der hohen Partisanentätigkeit in Charleroi nicht aus, sondern beliess seine Division nördlich von Namür im Raum von Gembloux; lediglich die Panzeraufklärungsabteilung 116 fühlte bis Charleroi vor.
    Diese Tatsache ermöglichte es der 3. US-Panzerdivision bei ihrem Angriff am 05.09.1944 die Front der 347. Infanteriedivision von Westen nach Osten aufzurollen und somit wurde die Division innerhalb von 2 Tagen vollständig zerschlagen.
    Die Reste der Division, Oberst Von Rochow (Kommandeur des Grenadierregiments 860) mit 90 Mann, zogen sich anschliessend nach Tongeren zurück.
    Danach wurden die Reste der Division in Gulpen bei Maastricht gesammelt und es wurde eine Kampfgruppe gebildet, bestehend aus :
    - Hauptmann Schindler mit 55 Mann des Grenadierregiments 860
    - 3 Offiziere mit 45 Mann der 11/861 (Kommandeur Oberleutnant Brandes)
    Diese Kampfgruppe hatte als Auftrag ab dem 08.09.1944 den Abschnitt des Flusses Ourthe (südlich von Lüttich) zwischen Esneux und Rivage zu verteidigen.
    Bis zum Erreichen des Westwalls erhielt die 347. Infanteriedivision ausser 2 Radfahkompanien (09.09.1944) keine Verstärkungen, konnte somit nur hinhaltenden Widerstand leisten und war bei der Abwehr von feindlichen Durchbrüchen auf die Unterstützung von anderen Einheiten angewiesen, wie z.Bsp. :
    - Abriegelung des Durchbruchs der 4th Cavalry Group bei Francorchamps mit Hilfe von 10 Sturmgeschützen der Sturmgeschützbrigade 902 und einem Panzergrenadierbataillon der 12. SS Panzerdivision (Kampfgruppe Milius);
    - Abwehrkämpfe bei Elsenborn und Rocherath am 13. und 14.09.1944 mit Unterstützung von Teilen der Panzerbrigade 105 (Kampfgruppe Heuer).
    Solltest du noch Fragen haben, dann gib mir kurz Bescheid.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo,


    Hinsichtlich des Einsatzes der 347. Infanteriedivision im Jahr 1944 empfehle ich dir folgende "Foreign Military Studies" zu konsultieren :
    - B 164 für die erste Hälfte September 1944
    - B 563 für den Zeitraum 15.09. bis 15.11.1944
    Ebenfalls interessant ist B 730 : AOK 7 vom 01. bis 15.09.1944 dokumentiert mit Lagekarten.
    Was den Punkt zerschlagen betrifft, so ist es zwar richtig, dass ein Teil der Division am Albertkanal im Einsatz war, aber dabei handelt es sich lediglich um den Stab I./Artillerieregiment 347 mit der 1. und 4. Batterie, den Stab des Pionierbataillons 347 mit der 2. Kompanie, dem FEB 347 und der 7/860 und der 6/861.
    Die Masse der Division war dagegen zwischen Charleroi und Namür im Einsatz und wurde dort in wenigen Tagen von der 3. US Panzerdivision vollständig zerschlagen. Letzlich erreichten nur noch rund 170 Mann der Division den Westwall.
    In der Studie B 563 ist leider die Aufstellung der Division im Westwall falsch wiedergegeben; nachstehend gebe ich dir eine Auflistung der Bataillone, die am Westwall die 347. Infanteriedivision auffüllten (in der Reihenfolge von Norden nach Süden - Von Harperscheid bis Stadtkyll) :
    - Ersatz- und Ausbildungsbataillon 77 (wurde später I/860)
    - Ersatz- und Ausbildungsbataillon 412 (wurde später II/860)
    - Magenbataillon 276, gegen 15.10.1944 ersetzt durch Luftwaffen-Festungsbataillon IV (wurde später Füsilierbataillon 347)
    - Luftwaffen-Festungsbataillon VII (wurde später II/861)
    - Ersatz- und Ausbildungsbataillon 454 (wurde später I/861)
    Die beiden Bataillone III/860 und III/861, die aus den Resten der Division gebildet wurden, befanden sich nicht in der HKL am Westwall;
    sie wurden auf Befehl des AOK 7 Ende September 1944 in den Hürtgenwald verlegt und dem Ersatz- und Ausbildungsregiment 253 (Kommandeur Oberst Feind) unterstellt.
    Hinsichtlich des Infanterieregiments 942, so bildete dieses Regiment zusammen mit dem Ersatz- und Ausbildungsregiment 253 die 353. Infanteriedivsion; es bestand aus 2 Bataillonen (I/942 und Luftwaffen-Festungsbataillon XX) unter der Führung von Oberstleutnant Tröster (früher Kommandeur des Ersatz- und Ausbildungsbataillons 328).
    Der Gefechtsstand befand sich bei Grosshau.
    Nachdem der Abschnitt der 353. Infanteriedivision Anfang Oktober 1944 durch die 275. Infanteriedivision übernommen worden war, erhielt das Infanterieregiment 942 die Bezeichnung Infanterieregiment 985.
    Ich hoffe, dass ich dir etwas weiterhelfen konnte.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Timm,


    Leider müsste ich dich nochmals bemühen; diesmal im Zusammenhang mit der schweren Panzerabteilung 506, über deren Einsatz es, wie bei der Panzerjägerabteilung 519, nur sehr wenige Informationen gibt.
    Ich habe deinen Beitrag vom August 2011 im Forum von "Tiger im Focus" mit Interesse gelesen und hätte im Zusammenhang mit den anderen mir vorliegenden Informationen folgende Fragen, für die du mir eventuell einige Präzisionen geben könntest :
    - In den Meldungen der Hgr. B vom 01. bis 16.10.1944, die mir Andreas zugeschickt hatte, wird in der Mittagsmeldung vom 16.10.1944 von einem Angriff der Panzergruppe Lange ("Lange" = Name des Kommandeurs der Abteilung) auf Verlautenheide gesprochen, bei dem 3 Sturmgeschütze und 1 Tiger ausgefallen sind.
    Kennst du möglicherweise die Zusammensetzung und Panzerstärke dieser Panzergruppe ?
    - In deinem Beitrag von August 2011 gibts du an, dass der letzte Eisenbahntransport der Abteilung am 12.10.1944 in Grevenbroich ankam. Wenn ich mir die Lagekarten aus der T78 R 136 betrachte, die mir Tobias zugeschickt hat, dann stelle ich fest, dass für den 14.10.1944 eine Panzerstärke für die Abteilung mit 4 angegeben ist und für den 15.10.1944 mit 14 (die Panzerstärke für den 16.10.1944 liegt mir leider nicht vor). Hatten die übrigen Panzer der Abteilung (die Gesamtzahl der transportierten Panzer wird auf den Lagekarten mit 34 angegeben) andere Einsätze bevor diese schliesslich im Raum Aachen-Würselen eintrafen ?
    - Gibt es Angaben hinsichtlich der Einsätze der einzelnen Kompanien der Abteilung im Raum Aachen ? (z.Bsp. Wann und welche Kompanie bzw. Kompanien im Raum Euchen-Würselen zwischen dem 08. und 13.10.1944 im Einsatz waren bzw. der 3. Panzergrenadierdivision zugeteilt waren für die Angriffe auf Verlautenheide am 14., 15. und 16.10.1944)
    - Gibt es Details bezüglich des Einsatzes der Abteilung zwischen dem 16. und dem 21.10.1944 (nach den Angriffen auf Verlautenheide) ?
    Einzige Information, die mir vorliegt, ist, dass die Abteilung am 17.10.1944 einen Bereitstellungsraum zwischen Weiden und Kinzweiler bezogen hatte.
    Ich hoffe, dass es nicht zu viele Fragen auf einmal sind und bedanke mich bereits im Voraus für deine Bemühungen.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Timm,


    Vielen Dank für deine ausführlichen Angaben, die mir einen Überblick über die Einsätze der Abteilung gibt bis zu ihrem Einsatz im Hürtgenwald.
    P.S. Hast du eventuell Neuigkeiten bezüglich der Herausgabe deines Buches über die zweite Aachen-Schlacht ?
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo zusammen,


    Hiermit möchte ich mich nochmals bei den Mitgliedern des Forums bedanken, die mir freundlicherweise Information bezüglich der zweiten Schlacht um Aachen zur Verfügung gestellt haben.
    Um diese Informationen geographisch besser einordnen zu können, möchte ich nachfragen, ob mir vielleicht jemand einige Lagekarten aus dem KTB des LXXXI AK für den Zeitraum zwischen dem 10.10.1944 und dem 21.10.1944 zur Verfügung stellen kann, auf denen die Einsatzgebiete der einzelnen Einheiten ersichtlich sind.
    Ich habe zur Zeit nur eine unvollständige Lagekarte vom 16.10.1944 (20.00 Uhr) aus dem Buch "Es kamen die schlimmsten Tage unseres Lebens"; hilfreich wäre bereits die vollständige Karte dieses Tages.
    Gleichfalls bin ich auf der Suche nach Informationen bezüglich des Einsatzes der Panzerjägerabteilung 519 im Raum Aachen zwischen dem 10.10.1944 (Datum des Eintreffens) und dem 26.10.1944 (Verlegung nach Pattern als Korpsreserve).
    Die einzigen Informationen, die mir vorliegen betreffen die 1. Kompanie mit den Jagdpantern :
    15.10.1944 : Unterstützung eines Gegenangriffs der PzAA 116 und dem I/PzGrRgt 156 mit 6 Jagdpanthern in der Bergarbeiter-Siedlung in Würselen.
    20.10.1944 : Einsatz mit 6 Jagdpanthern bei der Kampfgruppe Musculus.
    Besten Dank im Voraus für eure Unterstützung.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Ralf Anton,


    Soweit ich weiss gab es in dem von dir beschriebenen Bereich nur eine Einheit, die mit Jagdpanther ausgerüstet war. Es handelt sich dabei um die schwere Panzerjäger-Abteilung 654.
    Diese Einheite bildete zusammen mit der schweren Panzerjäger-Abteilung 512 (ausgerüstet mit 5 Jagdtigern) und der schweren Panzerabteilung 506 (ausgerüstet mit Königstiger) die Panzergruppe Hudel, die am 23.03.1945 zusammengestellt wurde, um den amerikanischen Brückenkopf bei Remagen zu zerschlagen.
    Da der am 24.03.1945 durchgeführte Angriff gescheitert war, gab die Panzergruppe Hudel am 25.03.1945 ihre Stellungen westlich von Weyersbusch auf und zog sich über die Reichsstrasse 8 zurück.
    Am 26.03.1945 wurden in Weyersbusch 1 Jagdtiger der 2.Kompanie/Schwere Panzerjägerabteilung 512 und 2 Königstiger der schweren Panzerabteilung 506 gesprengt.
    Gruss


    Wolfgang