Posts by Wolfgang Grote

    Guten Abend Jan,


    Nachstehend gehe ich zunächst auf den Einsatz der übrigen Regimenter/Bataillone der 166. Infanterie-Division ein, mit Ausnahme des II. Bataillons des Grenadierregiments 661 und des Artillerieregiments 1066. Das II. Bataillon des Grenadieregiments 661 kam nicht im Verbund mit der Division zum Einsatz, das es weiter nördlich verlegt wurde und somit keinen Kontakt mehr zu der Division hatte.

    - Das Grenadieregiment 662 ohne I. Bataillon befand sich am 01.04.1945 im Raum Fritzlar; es erlitt dort schwere Verluste und hatte nur noch eine Stärke von 300 Mann.

    - Das II. Bataillon des Grenadieregiments 660 lag am 01.04.1945 nördlich der Eder, im Raum Wellen - Burgheim, und unterstand Hauptmann Trattmann. Es bestand aus 3 Infanterie-Kompanien mit jeweils 100 Mann und 6 leichten Maschinengewehren sowie einer schweren Kompanie mit 55 Mann, 6 schweren Maschinengewehren, 3 Granatwerfern 81 mm und 3 italienischen Granatwerfern. Das Bataillon war bereits am 02.04.1945 zerschlagen.

    - Das I. Bataillon des Grenadierregiments 660 lag ebenfalls im Raum Wellen und erlitt schwere Verluste durch amerikanische Panzer; die Kampfstärke des Bataillons sank auf 300 Mann.

    - Laut amerikanischen Angaben unterstand das I. Bataillon des Grenadierregiments 661 der Kampfgruppe Bremm, deren Gefechsstand sich in Dennhausen befand. Zusätzlich waren der Kampfgruppe die Kampfgruppe Bohe unterstellt, die sich aus Versprengten zusammensetzte, sowie einige Kampfpanzer Tiger II. Bremm = Oberstleutnant Bremm, Kommandeur des Volksgrenadier-Regiments 990 der 277. Volksgrenadier-Division.

    Die Kampfgruppe Bremm stand unter dem Kommando der 166. Infanterie-Division.

    Am 02.04.1945 hatte die 166. Infanterie-Division mit den Bataillonen, die ihr noch zur Verfügung standen folgende Verteidigungslinie entlang der Fulda bezogen :

    1°) I. Bataillon des Grenadierregiments 661 nördlich von Albshausen :

    - Gefechtsstand in Cuxhagen

    - 1. Kompanie in Albshausen

    - 2. Kompanie in Albshausen

    - 3. Kompanie in Grünhagen

    - 4. Kompanie in Wattenbach

    2°) II. Bataillon des Grenadierregiment 662 zwischen Koerle und Melsungen :

    - 5. Kompanie in Koerle

    - 6. Kompanie in Eiterhagen

    - 13. Kompanie in Berghausen

    - 14. Kompanie in Wellerode

    - Pionierzug in Albshausen

    3°) I. Bataillon des Grenadierregiment 660 nordwestlich von Kassel, Höhe Forst Wilhelmshöhe; die 4. Kompanie des Bataillons lag in Kassel.

    Das III. Bataillon des Grenadierregiment 661 galt als aufgelöst.

    Zu diesem Zeitpunkt kämpfte die Division in der Hauptsache gegen die 80. US-Infanterie-Division.

    Die 166. Infanterie-Division kann aber ab dem 04.04.1945 als zerschlagen angesehen werden.


    wird fortgesetzt.


    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Jan,


    Die 166. Infanterie-Division stand unter dem Kommando von Generalleutnant von Fabrice und setzte sich aus den Grenadierregimentern 660, 661 & 662 sowie aus dem Artillerieregiment 1066 zusammen.

    Die Division hatte nur eine geringe Kampfkraft, da sie hauptsächlich aus Rekruten im Alter von 16 Jahren bestand, die ungenügend für den Fronteinsatz ausgebildet waren.

    Die Grenadierregimenter wurden am 10.03.1945 aus den folgenden Ersatz- und Ausbildungseinheiten gebildet :


    1°) 69. Ersatz- und Ausbildungregiment wurde das Grenadierregiment 661

    - 236. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das III. Bataillon/Grenadierregiment 661

    - 159. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das I. Bataillon/Grenadierregiment 661

    - 193. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das II. Bataillon/Grenadierregiment 661


    2°) 86. Ersatz- und Ausbildungsregiment wurde das Grenadierregiment 662

    - 167. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das I. Bataillon/Grenadierregiment 662

    - 184. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das II. Bataillon/Grenadierregiment 662

    - 216. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde im Januar 1945 bereits an die Ostfront verlegt


    3°) 6. Ersatz- und Ausbildungsregiment wurde das Grenadieregiment 660

    - 18. Ersatz- und Ausbildungsregiment wurde an die Ostfront verlegt

    - 58. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das I. Bataillon/Grenadierregiment 660

    - 37. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das II. Bataillon/Grenadierregiment 660


    Der Abtransport der 166. Infanterie-Division aus Dänemark begann am 25.03.1945. Die Division wurde mit der Bahn über Hamburg und Leipzig in den Raum Kassel transportiert mit dem Auftrag Kassel zu verteidigen.


    Erste Teile der Division (Teile der Grenadierregimenter 661 & 662) erreichten am Abend des 28.03.1945 Kirchhain und wurden dort entladen. Sie hatten den Auftrag eine Verteidigungslinie zwischen Marburg und Kirchhain entlang der dort verlaufenden Eisenbahnlinie gegen die angreifenden gepanzerten Einheiten der 7. US Panzerdivision aufzubauen. Die US Truppen trafen dort im Anschluss auf starken Widerstand. Folgende Einheiten wurden von dem Amerikanern identifiziert :

    - Die 12. Kompanie des Grenadierregiments 661, die über 6 schwere Maschinengewehre und 4 Granatwerfer 81 mm verfügte. Die Kompanie gehörte zum III. Bataillon des Grenadierregiments 661. Das Bataillon hatte eine Stärke von 600 Mann und lag am 31.03.1945 zusammen mit der 13. & 14. Kompanie des Grenadierregiments 661 sowie dem II. Bataillon des Grenadierregiments 662 in Jesberg.

    - Das I. Bataillon des Grenadierregiments 662 unter dem Kommando von Major Michaely. Das Bataillon wurde durch Luftangriffe auf eine Kampfstärke von ca 220 Mann reduziert. Es erhielt zwar den Befehl für eine Verlegung nach Treysa, aber der Bataillonskommandeur ergab sich am 30.03.1945 zusammen mit den Resten des Bataillons den Amerikanern.


    wird fortgesetzt.


    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Jan,


    Der Einsatz der 166. Infanterie-Division ist ein Thema, mit dem man Seiten füllen kann. Anhand von amerikanischen G2-Berichten verschiedener Einheiten lässt sich der Weg der Division einigermassen verfolgen; ich werde die Resultate meiner Recherchen in den kommenden Tagen in das Forum setzen. Somit bitte ich um ein wenig Geduld.

    Vorab kann ich dir aber sagen, dass der Haupteinsatzort der Division im Raum Kassel lag; lediglich Splittergruppen des Artillerie-Régiments 1066 waren noch im Harz eingesetzt.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Ingo,


    Im Raum Aachen waren folgende Flak-Abteilungen im Einsatz :

    - Flak-Abteilung 514 mit 6 Batterien 8,8 cm

    - Flak-Abteilung 889 mit 6 Batterien 2 cm

    Die 6 Batterien der Flak-Abteilung 514 lagen in einem Kreis um die Stadt Aachen, wurden aber als sich die Amerikaner dem Westwall näherten aus ihren Stellungen gezogen und nördlich von Aachen gesammelt, da sie für einen Fronteinsatz nicht tauglich waren. Am 24.09.1944 befanden sich noch die 2., 5. und 6. Batterie nördlich von Aachen. Das Personal der Flak-Abteilung 514 wurde dann in das Reichsinnere verlegt und im Rahmen anderer Flak-Abteilungen eingesetzt, z.Bsp. im Ruhrgebiet.

    Die Flak-Abteilung 889 wurde im Raum Aachen im Rahmen des Objektschutzes eingesetzt, sollte dann für die Verteidigung von Aachen herangezogen werden; dazu kam es aber nicht. Vereinzelte Batterien kamen zum Fronteinsatz, z.Bsp. in Roetgen.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Karl,


    In meinen Augen waren die Sturmtiger in erster Linie für den Einsatz in bebautem Gelände vorgesehen, denn nicht nur der Einsatz in Warschau ist ein Indiz dafür sondern ebenfalls der "Blitzbesuch" der beiden Sturmtiger der Sturmmörser-Kompanie 1000 Mitte Oktober 1944 im Raum Budapest steht meiner Meinung nach mit der Absetzung und der Verhaftung von Admiral Horthy im Zusammenhang. Die Absetzung von Admiral Horthy fand ebenfalls Mitte Oktober statt und die deutsche Führung musste zu diesem Zeitpunkt noch von Kämpfen in Budapest ausgehen.

    Anlässlich der Ardennenoffensive wurden auf Anordnung von Hitler am 15.12.1944 die Sturmmörser-Kompanien 1000 und 1001 dem LXVII. AK für einen Einsatz in Lüttich zugeteilt, denn das Korps hatte die Aufgabe die rechte Flanke der 6. SS Panzerarmee zwischen Monschau und Lüttich zu decken. Die Tatsache, dass die beiden Kompanien während der Ardennenoffensive letztendlich ohne Auftrag im rückwärtigen Gebiet blieben, ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass dem LXVII. AK der Durchbruch durch die amerikanischen Linien nicht geglückt war.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Rick,


    Schön, dass ich dir helfen konnte, aber es ist aber keine Garantie, dass die Liste vollständig ist.

    Es handelt sich nur um die deutschen Einheiten, von denen die 84. Infanterie-Division in ihrem Abschnitt Gefangene eingebracht hat.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Ben,


    Es freut mich, dass mein Beitrag in Bezug auf den Einsatz der schweren Panzerjäger-Abteilung 559 euch weiterhilft.

    In der Zwischenzeit habe ich in dem KTB der LXXXVIII eine für euch interessante Austellung/Gliederung der 59. Infanterie-Division vom 22.10.1944 gefunden, von der das Grenadier-Regiment 1035 in dem für euch interessanten Raum eingesetzt war :

    1°) Rechter Divisionsabschnitt (befand sich mehr in Richtung Tilburg) : verantwortlich war dort das Grenadier-Regiment 1036

    - I.Bataillon/Grenadier-Regiment 1036 mit 6 Offizieren, 25 Unteroffizieren und 145 Mannschaften

    - II.Bataillon/Grenadier-Regiment 1036 mit 5 Offizieren, 34 Unteroffizieren und 193 Mannschaften

    Waffen : 34 Maschinengewehre, 6 Infanterie-Geschütze, 14 Granatwerfer und 1 PAK

    unterstellt :

    - Füsilier-Bataillon 159 mit 6 Offizieren, 19 Unteroffizieren und 142 Mannschaften

    Waffen : 12 Maschinengewehre und 2 Granatwerfer

    2°) Mittlerer Divisionsabschnitt : verantwortlich war dort das Grenadierregiment 1034

    - I.Bataillon/Grenadieregiment 1034 mit 5 Offizieren, 26 Unteroffizieren und 125 Mannschaften

    Waffen : 9 Maschinengewehre und 3 Granatwerfer

    - II.Bataillon/Grenadierregiment 1034 mit 5 Offizieren, 18 Unteroffizieren und 98 Mannschaften

    Waffen : 7 Maschinengewehre und 2 Granatwerfer

    unterstellt :

    - Kampfgruppe Diedrichs mit 1 Offizier, 22 Unteroffizieren und 116 Mannschaften

    Waffen : 8 Maschinengewehre und 4 Granatwerfer

    - I.Bataillon/Polizei-Sicherungsregiment 3 mit 5 Offizieren, 21 Unteroffizieren und 77 Mannschaften

    Waffen : 7 Maschinengewehre und 2 PAK 3,7 cm

    3°) Linker Divisionsabschnitt (befand sich südlich von s'Hertogenbosch) : verantwortlich war dort das Grenadierregiment 1035

    - I.Bataillon/Grenadierregiment 1035 mit 4 Offizieren, 30 Unteroffizieren und 230 Mannschaften

    Waffen : 16 Maschinengewehre, 3 Infanterie-Geschütze und 4 Granatwerfer

    unterstellt :

    - Fallschirmjäger-Bataillon "Gramse" mit 9 Offizieren, 93 Unteroffizieren und 398 Mannschaften

    Waffen : 33 Maschinengewehre, 8 Granatwerfer, 1 schwere PAK und 3 Vierlings-FLAK 2 cm

    - Fallschirmjäger-Bataillon "Bloch" mit 8 Offizieren, 101 Unteroffizieren und 382 Mannschaften

    Waffen : 42 Maschinengewehre und 3 Granatwerfer

    - Fallschirmjäger-Bataillon "Schneider" (Kompanie ?) mit 1 Offizier, 30 Unteroffizieren und 113 Mannschaften

    - Fallschirmjäger-Kompanie "Brehms" mit 1 Offizier, 26 Unteroffizieren und 79 Mannschaften

    Waffen : ("Schneider" & "Brehms") : 11 Maschinengewehre und 7 Granatwerfer

    An schweren Waffen standen dem Grenadier-Regiment 1035 zur Verfügung :

    3 leichte PAK 3,7 cm, 1 mittlere PAK 5 cm, 3 leichte Geschütze 7,5 cm und 4 leichte Geschütze 10,5 cm.


    An Artillerie standen der gesamten Division zur Verfügung :

    - I. und II.Abteilung/Artillerie-Regiment 159 mit zusammen 18 leichten Geschützen und 1000 Schuss Munition

    - III.Abteilung/Artillerie-Regiment 159 mit zusammen 6 schweren Geschützen und 307 Schuss Munition

    Am 23.10.1944 wurden der Stab der I.Abteilung und und 1. und 9.Batterie mit zusammen 6 Geschützen und 400 Schuss Munition für die Unterstützung der 712. Infanterie-Division in s'Hertogenbosch abgestellt.


    An panzerbrechenden Waffen standen der gesamten Division zur Verfügung :

    - 4 PAK 40 (7,5 cm)

    - 2 FLAK 8,8 cm

    davon waren bei dem Grenadier-Regiment 1035 im Einsatz :

    - 3 schwere PAK 40 (7,5 cm), die sich an den folgenden Orten befanden :

    1 schwere PAK am Ostausgang von Sint Michielsgestel; 1 schwere PAK 600 m südwestlich von Dungen und 1 schwere PAK 2,3 km nördlich von Sint Michielsgestel.

    - 2 FLAK 8,8 cm, die sich an den folgenden Orten befanden :

    1 FLAK 1200 m nordostwärts von Sint Michielsgestel und 1 FLAK (bzw. leichte Feldhaubitze 16) 600 m südlich von Dungen.


    Soweit die Aufstellung. In den Nacht vom 22. auf den 23.10.1944 kam es im Bereich des Grenadier-Regiments 1035 zu schweren Kämpfen mit britischen Truppen, die sich am 23. und 24.10.1944 fortsetzten und sich auf den Raum Weibosch - Schijndel und Sint Michielsgestel konzentrierten. Im dem Korpsbefehl 42 wurde der 59. Infanterie-Division befohlen sich in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1944 aus der aktuellen HKL zu lösen und eine neue Verteidigungslinie zu beziehen. Leider liegt mir dieser Korpsbefehl nicht vor und daher kann ich keine Angaben zu der neu zu beziehenden Verteidigungslinie machen.

    Die angreifenden britischen Truppen stiessen auf das sich gerade aus der HKL herauslösende Grenadier-Regiment 1035 und konnten dort die Front durchbrechen. Am 24.10.1944 war es dem Grenadierregiment 1035 gelungen den britischen Durchbruch abzuriegeln und durch einen Gegenangriff eine neue Verteidigungslinie bei Sint Michielsgestel zu beziehen.

    Die Verluste des Regiments waren erheblich und betrugen alleine bis zum 23.10.1944 abends :

    97 Tote, 314 Verwundete und 275 Vermisste.


    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Panzer Grenadier,


    Aus dem G2 Periodic Report der 84. US-Infanterie-Division vom 08.04.1945 kann ich dir eine Übersicht der deutschen Einheiten geben, die im Raum Bückeburg im Einsatz und von denen die Amerikaner am 07./08.04.1945 Gefangene eingebracht haben :

    - 159. Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsbataillon : 260 Mann im Raum Wulpke (Gesamtstärke des Bataillons war 500 Mann)

    - 6. Pionier-Ersatz- und Ausbildungsbataillon : 154 Mann im Raum Röcke; diese Angabe deckt sich mit dem Beitrag von Gerhard.

    - 397. Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsbataillon : 70 Mann im Raum Veltheim; das Bataillon hatte eine Gesamtstärke von 250 Mann, davon kamen aber 150 Mann von der Panzer-Truppen Schule)

    - ? Brückenbau-Bataillon : 70 Mann im Raum Minden

    - Volkssturm-Bataillon "Wiedekind" : 66 Mann im Raum Nammen

    - 209. Ballon-Sperrbataillon : 64 Mann im Raum Mollbergen

    - Reste 590. Infanterie-Regiment : 39 Mann im Raum Bückeburg; das Regiment kam etwa eine Woche vorher aus Dänemark.

    - 16. Panzer-Pionier-Ersatz- und Ausbildungskompanie : 29 Mann im Raum Veltheim

    - Panzer-Truppen-Schule : 24 Mann im Raum Bergen

    - 651. Marschkompanie : 19 Mann im Raum Nammen

    - Heeres-Musikschule : 21 Mann im Raum Bückeburg

    - 11. Sanitäts-Ersatzbataillon : 21 Mann im Raum Bückburg


    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Wim, Hallo Ben,


    Ich gehe davon aus, dass ihr bereits das KTB des LXXXVIII AK, das im Bereich s' Hertogenbosch im Einsatz war, kennt.

    Es gehört zu den wenigen KTB, die noch bis zum 31.12.1944 vollständig sind und den Krieg überstanden haben; in diesem KTB findet ihr viele Antworten zu den von euch gestellten Fragen.

    Zu den von Eddie in Bezug auf den Einsatz der schweren Panzerjäger-Abteilung 559 gestellten Fragen kann ich nachstehend einige Informationen geben, die aus dem Buch von Franz Kopka "Missbraucht und Gebeutelt" stammen.

    Franz Kopka war Kompanieführer der 3. Kompanie und führte nach der Verwundung des Abteilungskommandeurs Major Sattler am 08.09.1944 zeitweilig die gesamte Abteilung.

    - Um 01.15 Uhr am 24.10.1944 schickte das AOK 15 folgende Nachricht an das LXXXVIII AK :

    "Pz.Jg.Abt. 559 von LXVII AK zur Verfügung LXXXVIII AK. Vught. Führer meldet sich Gef.Std. Kampfkommandant Hertogenbosch"

    - Um 08.00 Uhr am 24.10.1944 geht bei der 59. Infanterie-Division folgender Korpsbefehl (LXXXVIII AK) ein :

    "s.Pz.Jg.Abt. 559 wird Kampfkommandanten Hertogenbosch unterstellt und zur Bereinigung der Lage an Brücke und diesem zuzuführen. Kampfkommandant 's Hertogenbosch ist gleichlautend benachrichtigt."

    - Um 08.00 Uhr am 24.10.1944 hatte sich die Abteilung mit den Kampfteilen in Vught nördlich der Strassenbrücke versammelt.

    Anschliessend fuhr die Abteilung zum Gefechtsstand des Kampfkommandanten von s'Hertogenbosch, Oberst Dewald, dort befand sich auch Generalleutnant Neumann, Kommandeur der in diesem Kampfabschnitt befehlsführenden 712. Infanterie-Division.

    - An der Diezebrücke sicherten 2 - 3 Sturmgeschütze der 2. Kompanie/Panzerjäger-Abteilung 256 (Sturmgeschütz-Kompanie), die mit Hilfe von Leutnant Grewe der schweren Panzerjäger-Abteilung 559 die Brücke dann sprengten, um ein Überqueren der Brücke durch die 158th Brigade/53rd Welsh Division zu verhindern.

    - Am 24., 25. und 26.10.1944 war die Abteilung mit insgesamt 3 Jagdpanthern und 3 Sturmgeschützen in der Stadt s'Hertogenbosch eingesetzt; ein Jagdpanther und 2 Sturmgeschütze sollten der Abteilung am 24.10.1944 aus der Instandsetzung zugeführt werden. Die Panzer wurden an den folgenden Orten in s'Hertogenbosch eingesetzt :

    Südeingangsbrücke, Markt, Bahnhofsbrücke, Bahnhof und Dieze-Brücke; der Abteilungsgefechsstand befand sich hinter dem Bahnhof und wurde durch 2 Panzer der Abteilung gesichert.

    Täglich wurden die Panzer der Abteilung auf Befehl des AOK 15 (General von Zangen) nach Einbruch der Dunkelheit aus der Stadt gefahren und kamen am nächsten Morgen kurz vor Tagesanbruch wieder zurück; es sollte damit vermieden werden, dass die Panzer im Falle eines Nachtangriffs in die Hände der Engländer fallen könnten.

    - Am Abend des 25.10.1944 wurde der hochqualifizierte Kampfkommandant von s'Hertogenbosch, Oberst Dewald, durch den Major Riedel ersetzt, der im Zivilleben Volksschullehrer war und aus der "Führerreserve" als neuer Kampfkommandant eingesetzt wurde; er war mit der gestellten Aufgabe überfordert und war nicht fähig vernünftige Befehle zu erteilen.

    - Am 27.10.1944 um 08.10 Uhr befanden sich 2 Jagdpanther und 3 Sturmgeschütze der Abteilung am Abteilungsgefechsstand in Bereitschaft, um einen Angriff der 712. Infanterie-Division in Richtung Vught zu unterstützen. 20 deutsche Artillerie-Batterien schossen Vorbereitungsfeuer, das von dem 81st, 82nd und 133rd Field Regiment der Royal Artillery erwidert wurde. Dieser Angriff blieb aber bereits nach kurzer Zeit im englischen Abwehrfeuer liegen. 1 Jagdpanther und 1 Sturmgeschütz wurden von der englischen PAK des 71st Anti-Tank Regiment abgeschossen und ein weiteres Sturmgeschütz wurde von einer Panzerbüchse getroffen.

    Damit endete der Einsatz der schweren Panzerjäger-Abteilung 559 im Raum s'Hertogenbosch.

    Innerhalb dieser 3 Tage verlor die Abteilung insgesamt 3 Jagdpanther, von denen 1 Jagdpanther abgeschleppt werden konnte, und 4 Sturmgeschütze. Diese schweren Materialverluste sind auf die Strassen- und Häuserkämpfe zurückzuführen, da die eingesetzten Jagdpanther und Sturmgeschütze nur über ein begrenztes Schussfeld verfügten.

    Schönen Abend - Gruss


    Wolfgang

    Guten Morgen Jan,


    Das ist eine gute Frage, auf die ich auch keine Antwort habe; aus den Unterlagen der 30. US Infanterie-Division geht hervor, dass es in Hameln noch 3 Sturmtiger waren. Der weitere Weg der Fahrzeuge ist mir leider unbekannt.

    Von den 6 Sturmtigern, die bei der Sturmmörser-Kompanie 1002 zum Einsatz kamen, ist der Verlust von nur 3 Sturmtigern dokumentiert :

    Brumby and Ebendorf, sowie ein Sturmtiger in Menden (Ruhrkessel), der von der 5. US Infanterie-Division Mitte April 1945 erbeutet wurde.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Zusammen,


    Zurückkommend auf die beiden Sturmtiger von Ebendorf und Brumby, die zur Sturmmörser-Kompanie 1002 gehörten.

    Es gelang 3 Sturmtiger der Sturmmörser-Kompanie 1002 mit zusammen 20 Mann aus dem sich abzeichnenden Ruhrkessel zu entkommen.

    Die 3 Sturmtiger befanden sich am 01.04.1945 in Rietberg/Westfalen und am 03.04.1945 in Hameln; diese 3 Sturmtiger sollten voraussichtlich für die Aufstellung einer Kampfgruppe verwendet werden, die im Harz südöstlich von Bad Grund zwischen dem 08.04.1945 und dem 14.04.1945 aus den Resten der 116. Panzerdivision gebildet werden sollte und deren Gefechtsstand in Hahnenklee, südwestlich von Goslar, eingerichtet werden sollte.

    Diese Kampfgruppe sollte sich wie folgt zusammensetzen :

    - Stab mit Nachrichtenkompanie

    - 1 Panzerkompanie mit 14 Kampfpanzern V Panther

    - 2 Panzergrenadierkompanien

    - 1 gemischte Kompanie, bestehend aus einem Flak-Zug, einem Aufklärungszug und einem Mörserzug mit 4 Mörsern auf Tiger-Fahrgestellen.

    - 1 Versorgungskompanie

    - 1 Transportkompanie

    (aus Gen.d.Pz.Trp. Nr. 1206/45 G.Kds)

    Die übrigen Teile der Sturmmörser-Kompanie 1002 blieben im Ruhrkessel und wurden vom III. US-Korps gefangengenommen.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Wim,


    Im Raum s'Hertogenbosch lagen laut dem Kriegstagebuch der Kampfgruppe Dewald (Oberst Dewald) die folgenden Einheiten :

    1) Fallschirmjäger-Bataillone :

    - Bataillon Hanke (Hauptmann Hanke) mit dem Auftrag die Kreuzungen s'Hertogenbosch - Grave und s'Hertogenbosch - Helmond zu besetzen.

    - Bataillon Jungwirth (Major Jungwirth), später umbenannt in Bataillon Gramse (Hauptmann Gramse) mit dem Auftrag die südlich Stadtgrenze von s'Hertigenbosch zu sichern.

    - Bataillon Ewald (Hauptmann Ewald) mit dem Auftrag die Innenstadt von s'Hertogenbosch zu sichern.

    - Bataillon Bloch (Hauptmann Bloch) mit dem Auftrag den Westen von s'Hertogenbosch entlang des Kanals zu sichern; später kam das Bataillon im Süden von Vught zum Einsatz

    - Bataillon Duchstein (Hauptmann Duchstein) mit dem Auftrag Stellung an der Kreuzung s'Hertogenbosch - Nijmwegen zu beziehen

    - Bataillon Wittstock (Hauptmann Wittstock) mit dem Auftrag die nördlich Stadtgrenze von s'Hertogenbosch zu sichern.


    2) Heereseinheiten :

    Der Bereich von s'Hertogenbosch lag im Verantwortungsbereich des LXXXVIII. Armeekorps und die folgenden Divisionen des Korps waren gemäss dem Kriegstagebuch des LXXXVIII. Armeekorps im Bereich von s'Hertogenbosch im Einsatz :

    - 59. Infanterie-Division

    - Kampfgruppe Chill (85. Infanterie-Division), wurde am 11.10.1944 durch die 245. Infanterie-Division abgelöst, die wiederum am 21.10.1944 herausgelöst wurde und zum LXVII. Armeekorps nördlich von Breda verlegt wurde.

    Für den von dir genannten Zeitraum waren folgende Einheiten im Raum s'Hertogenbosch im Einsatz :

    - 59. Infanterie-Division, südlich von s'Hertogenbosch

    - 712. Infanterie-Division, nördlich von s'Hertogenbosch

    Die Trennungslinie zwischen den beiden Divisionen lag am Zuid-Willemsvaart-Kanal am Ostrand von s'Hertogenbosch

    - Zusätzlich wurde am 24.10.1944 die Verlegung der folgenden Einheiten in den Raum von s'Hertogenbosch befohlen :

    Die schwere Panzerjäger-Abteilung 559 mit 3 Jagdpanthern und 4 Sturmgeschützen nach Vught

    Die Sturmgeschütz-Kompanie 256 (Teil der 256. Volksgrenadier-Division) in den Westteil von s'Hertogenbosch


    Schönen Abend und Gruss

    Wolfgang

    Hallo Hans,


    Ich kann dir mit 100% Sicherheit sagen, dass die 9. Armee 1945 niemals an der Westfront im Raum Köln im Einsatz war. Das VAK 408 war nach seiner Verlegung an die Ostfront der 9. Armee unterstellt, aber die 9. Armee befand sich 1944 & 1945 immer an der Ostfront. Die Einheiten, die Ende Februar / Anfang März 1945 im Raum Köln im Einsatz waren, unterstanden der 5. Panzerarmee.

    Das LVI. Panzerkorps unterstand ebenfalls der 9. Armee, denn wie ich schrieb bekam der kommandierende General des LVI. Panzerkorps, General Weidling, am 22.04.1945 vom kommandierenden General der 9. Armee, General Busse, den Befehl Anschluss an die 9. Armee zu suchen.

    Die 215 Angehörigen des VAK 408, denen der Durchbruch zu den amerikanischen Linien an der Elbe gelang, wurden von der 84. US Infanterie-Division im Raum Wittenberge gefangengenommen. In welches Kriegsgefangenenlager die Amerikaner sie im Anschluss gebracht haben, kann ich dir leider nicht sagen.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Hans,


    Am 14.01.1945 wurde das Volksartillerie-Korps 408 zusammen mit dem Volksartillerie-Korps 405 an die Ostfront verlegt.

    Zu Beginn der russischen Offensive am 16.04.1945 unterstand das Volksartillerie-Korps 408 dem Artillerie-Kommandeur 125 (Oberst Hans-Oskar Wöhlermann), der dem LVI. Panzerkorps unterstellt war.

    Das Volksartillerie-Korps 408 wurde von Oberstleutnant Adams befehligt und verfügte über insgesamt 6 Abteilungen.

    Am 20.04.1945 lag das LVI. Panzerkorps zusammen mit dem Volksartillerie-Korps 408 in der Linie Köpenick - Bliesdorf.

    Am 22.04.1945 entschied sich der kommandierende General des LVI. Panzerkorps General Weidling, nachdem ihm sowohl vom kommandierenden General der 9. Armee General Busse mit Erschiessung gedroht wurde, wenn er nicht unverzüglich Anschluss an die 9. Armee nähme als auch von Hitler selbst falls er nicht unverzüglich mit seinem Korps nach Berlin hineinkäme, zum sofortigen Übergang über die Spree, um bei Königswusterhausen Anschluss an die 9. Armee zu suchen und mit den anderen Korps der Armee die Stadt Berlin südlich zu umgehen. Bis auf die 11. SS Panzergrenadier-Division "Nordland" sollte das LVI. Panzerkorps in der Nacht vom 22. auf den 23.04.1945 in Oberschönweide und Köpenick über die Spree gehen.

    Am frühen Morgen des 23.04.1945 befand sich das neue Stabsquartier des LVI. Panzerkorps in Rudow und der Artillerie-Kommandeur 125 (Oberst Wöhlermann) nahm von dort Verbindung mit dem Kommandeur des Volksartillerie-Korps 408 (Oberstleutnant Adams) auf, der sich aber entgegengesetzt der Weisung von Oberst Wöhlermann mit seinem Gefechtsstand in Tempelhof befand.

    Am Abend des 23.04.1945 erhielt General Weidling den Befehl mit allen Truppen des LVI. Panzerkorps in die Stadt hineinzugehen.

    Am Nachmittag des 24.04.1945 erkundete der Artillerie-Kommandeur 125 (Oberst Wöhlermann) in der Stadt Stellungen für das Volksartillerie-Korps 408 und die 4 Artillerieregimenter der 4 dem LVI. Panzerkorps unterstellten Divisionen. Da die Stadt ein Trümmerfeld war, boten sich nur der Tiergarten und der Botanische Garten sowie grössere Plätze wie Lützowplatz, Steinplatz, Belle-Allianceplatz, Lustgarten und Alexanderplatz und das Bahnhofsgelände des Potsdamer- und Anhalter Bahnhofs als Stellungen für die Artillerie an. Die Versorgung der Artillerie des LVI. Panzerkorps war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr möglich, da die beiden Munitionslager am Güterbahnhof Nikolassee und am Teufelsee im Grunewald bereits zu diesem Zeitpunkt von den Russen erobert waren. In einem weiteren Munitionslager an der Überführung der alten Wannseebahn über dem Landwehrkanal lagerte nur russische 7,62 cm Munition und es gab nur 4 Geschütze, für die diese Munition verwendet werden konnte.

    Nachdem Ende April 1945 grosse Teile der Stadt von der russischen Armee erobert waren, blieb nur noch der Tiergarten, um Stellungen für die Artillerie einzurichten.

    Letztendlich gelang 215 Angehörigen des Volksartillerie-Korps 408 der Ausbruch aus Berlin; sie wurden am 29.04.1945 von 84. US Infanterie-Division gefangengenommen.


    Gruss

    Wolfgang


    Quelle : Erfahrungsbericht von Oberst Wöhlermann

    Hallo Vogelsberg,


    Es freut mich, dass ich dir mit meinem Beitrag weiterhelfen konnte; in der Zwischenzeit habe ebenfalls die G2-Berichte des VIII US Korps für den gleichen Zeitraum durchgesehen und denke, dass ich dabei noch ein paar interessante Informationen gefunden habe. Das VIII US Korps rückte von Norden her kommend in das Gebiet nördlich von Frankfurt vor.

    1°) Aus Gefangenenaussagen setzte sich die 6. SS Gebirgsjäger-Division am 28.03.1945 wie folgt zusammen :

    - +/- 600 Mann Infanterie im Raum Usingen; wahrscheinlich die Reste des I. und III. Bataillons des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - Die Panzerjäger-Abteilung der Division im Raum Aumenau mit +/- 100 Mann, 3 Stück 75 mm PAK, 3 Stück 37 mm Flak/PAK sowie 3 Sturmgeschütze.

    - Teile der Nachrichten-Abteilung der Division

    - 6. SS Gebirgs-Pionierbataillon mit +/- 300 Mann

    - 6. SS Gebirgsartillerie-Regiment mit der Kampfgruppe Rappenecker (Obersturmführer Rappenecker) bestehend aus 3 Kompanien mit je 60 - 70 Mann, die aus der 3. und 4. Batterie des 6. SS Gebirgsartillerie- Regiment gebildet wurden

    Das 6. SS Gebirgsartillerie-Regiment bestand ursprünglich aus :

    - I. und II. Abteilung, die pferdebespannt waren und mit 75 mm Gebirgshaubitzen ausgerüstet waren; beide Abteilungen überquerten den Rhein in einem guten Zustand. Die II. Abteilung befand sich am 28.03.1945 im Raum Niederbrechen.

    - III. und IV. Abteilung, motorisiert, waren mit 105 mm und 150 mm Geschützen ausgerüstet; beide Abteilungen zerstörten wegen Munitions- und Treibstoffmangels den grössten Teil ihrer Geschütze und bis auf 6 Fahrzeuge ebenfalls alle übrigen Fahrzeuge auf dem linken Rheinufer, bevor sie den Rhein überschritten.

    2°) Am 29.03.1945 wurden von der 6th US Cavalry Group und von der 76th und 89th US Infantry Division folgende Einheiten der Division identifiziert :

    - I. Bataillon des 12. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - Teile des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - 6. SS Gebirgsartillerie-Regiment

    - 6. SS Nachrichten-Abteilung

    - 6. SS Sanitätsbataillon

    - 6. SS Panzerjäger-Abteilung

    An diesem Tag war die 76th US Infantry Division im Raum Bad Camberg im Einsatz

    Am gleichen Tag identifizierte die 4. US Panzerdivision, die aus dem Raum östlich von Frankfurt nach Norden vorstiess Teile des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments im Raum Lauterbach und Münzenberg.

    3°) Am 30.03.1945 wurden im Raum Usingen durch die 76th US Infantry Division folgende Einheiten der Division identifiziert :

    - 2. und 16. Kompanie des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - Stab des 6. SS Gebirgsartillerie-Regiments

    - Divisionsstab der 6. SS Gebirgsjäger-Division

    - 1 Kompanie des 6. SS Sanitätsbataillons

    Nach Gefangenenaussagen zog am 30.03.1945 der Divisionsstab der 6. SS Gebrigsjäger-Division durch Friedberg in Richtung Osten

    Ebenfalls laut Gefangenenaussagen befand sich das 6. SS Gebrigsartillerie-Regiment am 30.03.1945 im Raum Oberlauken; es bestand noch aus +/- 450 Mann und die I. Abteilung verfügte über 10 Stück 75 mm Geschütze und die II. Abteilung über 7 Stück 105 mm Geschütze. Das Regiment zog am 30.03.1945 aus dem Raum Hausen-Arnsbach zusammen mit Teilen des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments in nordöstliche Richtung.

    4°) Am 31.03.1945 wurden im Raum Usingen durch das VIII US Korps die folgenden Einheiten der Division identifiziert :

    - 6., 15. und 16. Kompanie des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - die Veterinärs- sowie die Versorgungskompanie

    - Stab und 8. Batterie des 6. SS Gebirgsartillerie-Regiments

    5°) Am 01.04.1945 wurden durch die 76th US Infantry Division die folgenden Einheiten der Division identifiziert :

    - 1., 3., 6., 13., 15. und 17. Kompanie des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - 1. und 2. Kompanie des 6. SS Sanitätsbataillons

    - 2. und 3. Kompanie der 6. SS Panzerjäger-Abteilung

    - Stab und 3. Batterie des 6. SS Gebirgsartillerie-Regiments


    Gemäss den Aussagen einiger Offiziere der 6. SS Gebirgsjäger-Division sollte die Division Ende März 1945 nach Osten in den Raum Frankfurt/Oder verlegt werden, um dort zusammen mit der 10. SS Panzerdivision aufgefrischt zu werden. Diese Aussagen würden mit dem Unterstellungsverhältnis der Division passen, denn die 6. SS Gebirgsjäger-Division war bis zum 27.03.1945 zusammen mit der 276. Infanterie-Division dem LXXXIX AK unterstellt und wurde bis zu diesem Datum durch die 1151. Artillerie-Abteilung des ARKO 489 verstärkt, während die zweite Abteilung des ARKO 489, die 457. Artillerie-Abteilung, die 276. Infanterie-Division verstärkte.

    Dagegen sprechen aber die folgenden Fakten :

    - Die Rücknahme des 12. SS Gebirgsjäger-Regiment aus der Front und dessen Verlegung in den Raum Heidelberg zur Auffrischung

    - Die erneute Identifizierung der Division am 06.04.1945 durch das VIII US Korps südwestlich von Ohrdruf; die Stärke der Division wurde durch die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt auf +/- 500 Mann geschätzt.

    - Die Identifizierung der folgenden Einheiten der Division durch das XII US Korps am 07.04.1945 im Raum südöstlich von Suhl :

    11. SS Gebirgsjäger-Regiment, 6. SS Gebirgsartillerie-Regiment, 6. SS Gebirgs-Feldersatz-Bataillon und 6. SS Gebirgs-Panzerjäger-Abteilung.


    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Michi, Guten Abend Obergefreiter,


    Zuerst einige Informationen zu dem sogenannten Einsatz der Sturmmörser-Kompanie 1000 in Ungarn :

    - Abtransport von 2 Sturmmörsern am 17.10.1944 aus dem Raum des XXXXVI Pz.K (Warschau) nach Budapest; die Verladung erfolgte am 16.10.1944 und die Abfahrt erfolgte am 17.10.1944 um 19.40 Uhr.

    - Rücktransport von 1 Sturmmörser am 19.10.1944 aus dem Raum Budapest nach Warschau; Ankunft in Warschau-West am 20.10.1944 um 00.10 Uhr.

    Ob die beiden Sturmmörser in Ungarn zum Einsatz kamen, entzieht sich meiner Kenntnis; Tatsache ist, dass ein Sturmmörser in Ungarn verloren ging, dies ist Auch mit Bildern belegt.

    Dies belegen auch die folgenden Stärkemeldungen für die Sturmmörser-Kompanie 1000 :

    - 10.10.1944 : 2 Sturmmörser

    - 21.10.1944 : 1 Sturmmörser

    Quelle : T312 R348 (AOK 9)


    Nun einige Infos zu der ursprünglich gestellten Frage :

    Gemäss meines Kenntnisstandes war keine der Sturmmörser-Kompanien einer SS-Division unterstellt worden :

    - Die Sturmmörser-Kompanie 1000 war während der Ardennenoffensive an keinen Kampfhandlungen beteiligt und wurde lediglich zur Monatswende Februar/März 1945 der 363. Infanterie-Division unterstellt. Im Anschluss wurden die Sturmmörser-Kompanien 1000 und 1001 in der Sturmmörser-Kompanie 1001 zusammgefasst und nach dem Verlust der letzten Sturmmörser im Sauerland im April 1945 wurden die Angehörigen der Sturmmörser-Kompanie 1001 als Infanterie bei der 353. Infanterie-Division eingesetzt.

    - Die Sturmmörser-Kompanie 1002 war im Februar 1945 zuerst der 15. Panzergrenadier-Division im Reichswald unterstellt und Anfang März der 116. Panzerdivision. Bei den Kämpfen bei Kirchhellen im April 1945 war die Kompanie wiederum bei der 116. Panzerdivision im Einsatz.


    P.S. Die beiden Sturmmörser der Sturmmörser-Kompanie 1000, die im Herbst 1944 in Warschau eingesetzt waren, unterstanden der Kampfgruppe Reinefarth, die der Korpsgruppe von dem Bach unterstellt war.


    Gruss

    Wolfgang