Posts by Wolfgang Grote

    Hallo Hans,


    Ich kann dir mit 100% Sicherheit sagen, dass die 9. Armee 1945 niemals an der Westfront im Raum Köln im Einsatz war. Das VAK 408 war nach seiner Verlegung an die Ostfront der 9. Armee unterstellt, aber die 9. Armee befand sich 1944 & 1945 immer an der Ostfront. Die Einheiten, die Ende Februar / Anfang März 1945 im Raum Köln im Einsatz waren, unterstanden der 5. Panzerarmee.

    Das LVI. Panzerkorps unterstand ebenfalls der 9. Armee, denn wie ich schrieb bekam der kommandierende General des LVI. Panzerkorps, General Weidling, am 22.04.1945 vom kommandierenden General der 9. Armee, General Busse, den Befehl Anschluss an die 9. Armee zu suchen.

    Die 215 Angehörigen des VAK 408, denen der Durchbruch zu den amerikanischen Linien an der Elbe gelang, wurden von der 84. US Infanterie-Division im Raum Wittenberge gefangengenommen. In welches Kriegsgefangenenlager die Amerikaner sie im Anschluss gebracht haben, kann ich dir leider nicht sagen.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Hans,


    Am 14.01.1945 wurde das Volksartillerie-Korps 408 zusammen mit dem Volksartillerie-Korps 405 an die Ostfront verlegt.

    Zu Beginn der russischen Offensive am 16.04.1945 unterstand das Volksartillerie-Korps 408 dem Artillerie-Kommandeur 125 (Oberst Hans-Oskar Wöhlermann), der dem LVI. Panzerkorps unterstellt war.

    Das Volksartillerie-Korps 408 wurde von Oberstleutnant Adams befehligt und verfügte über insgesamt 6 Abteilungen.

    Am 20.04.1945 lag das LVI. Panzerkorps zusammen mit dem Volksartillerie-Korps 408 in der Linie Köpenick - Bliesdorf.

    Am 22.04.1945 entschied sich der kommandierende General des LVI. Panzerkorps General Weidling, nachdem ihm sowohl vom kommandierenden General der 9. Armee General Busse mit Erschiessung gedroht wurde, wenn er nicht unverzüglich Anschluss an die 9. Armee nähme als auch von Hitler selbst falls er nicht unverzüglich mit seinem Korps nach Berlin hineinkäme, zum sofortigen Übergang über die Spree, um bei Königswusterhausen Anschluss an die 9. Armee zu suchen und mit den anderen Korps der Armee die Stadt Berlin südlich zu umgehen. Bis auf die 11. SS Panzergrenadier-Division "Nordland" sollte das LVI. Panzerkorps in der Nacht vom 22. auf den 23.04.1945 in Oberschönweide und Köpenick über die Spree gehen.

    Am frühen Morgen des 23.04.1945 befand sich das neue Stabsquartier des LVI. Panzerkorps in Rudow und der Artillerie-Kommandeur 125 (Oberst Wöhlermann) nahm von dort Verbindung mit dem Kommandeur des Volksartillerie-Korps 408 (Oberstleutnant Adams) auf, der sich aber entgegengesetzt der Weisung von Oberst Wöhlermann mit seinem Gefechtsstand in Tempelhof befand.

    Am Abend des 23.04.1945 erhielt General Weidling den Befehl mit allen Truppen des LVI. Panzerkorps in die Stadt hineinzugehen.

    Am Nachmittag des 24.04.1945 erkundete der Artillerie-Kommandeur 125 (Oberst Wöhlermann) in der Stadt Stellungen für das Volksartillerie-Korps 408 und die 4 Artillerieregimenter der 4 dem LVI. Panzerkorps unterstellten Divisionen. Da die Stadt ein Trümmerfeld war, boten sich nur der Tiergarten und der Botanische Garten sowie grössere Plätze wie Lützowplatz, Steinplatz, Belle-Allianceplatz, Lustgarten und Alexanderplatz und das Bahnhofsgelände des Potsdamer- und Anhalter Bahnhofs als Stellungen für die Artillerie an. Die Versorgung der Artillerie des LVI. Panzerkorps war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr möglich, da die beiden Munitionslager am Güterbahnhof Nikolassee und am Teufelsee im Grunewald bereits zu diesem Zeitpunkt von den Russen erobert waren. In einem weiteren Munitionslager an der Überführung der alten Wannseebahn über dem Landwehrkanal lagerte nur russische 7,62 cm Munition und es gab nur 4 Geschütze, für die diese Munition verwendet werden konnte.

    Nachdem Ende April 1945 grosse Teile der Stadt von der russischen Armee erobert waren, blieb nur noch der Tiergarten, um Stellungen für die Artillerie einzurichten.

    Letztendlich gelang 215 Angehörigen des Volksartillerie-Korps 408 der Ausbruch aus Berlin; sie wurden am 29.04.1945 von 84. US Infanterie-Division gefangengenommen.


    Gruss

    Wolfgang


    Quelle : Erfahrungsbericht von Oberst Wöhlermann

    Hallo Vogelsberg,


    Es freut mich, dass ich dir mit meinem Beitrag weiterhelfen konnte; in der Zwischenzeit habe ebenfalls die G2-Berichte des VIII US Korps für den gleichen Zeitraum durchgesehen und denke, dass ich dabei noch ein paar interessante Informationen gefunden habe. Das VIII US Korps rückte von Norden her kommend in das Gebiet nördlich von Frankfurt vor.

    1°) Aus Gefangenenaussagen setzte sich die 6. SS Gebirgsjäger-Division am 28.03.1945 wie folgt zusammen :

    - +/- 600 Mann Infanterie im Raum Usingen; wahrscheinlich die Reste des I. und III. Bataillons des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - Die Panzerjäger-Abteilung der Division im Raum Aumenau mit +/- 100 Mann, 3 Stück 75 mm PAK, 3 Stück 37 mm Flak/PAK sowie 3 Sturmgeschütze.

    - Teile der Nachrichten-Abteilung der Division

    - 6. SS Gebirgs-Pionierbataillon mit +/- 300 Mann

    - 6. SS Gebirgsartillerie-Regiment mit der Kampfgruppe Rappenecker (Obersturmführer Rappenecker) bestehend aus 3 Kompanien mit je 60 - 70 Mann, die aus der 3. und 4. Batterie des 6. SS Gebirgsartillerie- Regiment gebildet wurden

    Das 6. SS Gebirgsartillerie-Regiment bestand ursprünglich aus :

    - I. und II. Abteilung, die pferdebespannt waren und mit 75 mm Gebirgshaubitzen ausgerüstet waren; beide Abteilungen überquerten den Rhein in einem guten Zustand. Die II. Abteilung befand sich am 28.03.1945 im Raum Niederbrechen.

    - III. und IV. Abteilung, motorisiert, waren mit 105 mm und 150 mm Geschützen ausgerüstet; beide Abteilungen zerstörten wegen Munitions- und Treibstoffmangels den grössten Teil ihrer Geschütze und bis auf 6 Fahrzeuge ebenfalls alle übrigen Fahrzeuge auf dem linken Rheinufer, bevor sie den Rhein überschritten.

    2°) Am 29.03.1945 wurden von der 6th US Cavalry Group und von der 76th und 89th US Infantry Division folgende Einheiten der Division identifiziert :

    - I. Bataillon des 12. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - Teile des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - 6. SS Gebirgsartillerie-Regiment

    - 6. SS Nachrichten-Abteilung

    - 6. SS Sanitätsbataillon

    - 6. SS Panzerjäger-Abteilung

    An diesem Tag war die 76th US Infantry Division im Raum Bad Camberg im Einsatz

    Am gleichen Tag identifizierte die 4. US Panzerdivision, die aus dem Raum östlich von Frankfurt nach Norden vorstiess Teile des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments im Raum Lauterbach und Münzenberg.

    3°) Am 30.03.1945 wurden im Raum Usingen durch die 76th US Infantry Division folgende Einheiten der Division identifiziert :

    - 2. und 16. Kompanie des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - Stab des 6. SS Gebirgsartillerie-Regiments

    - Divisionsstab der 6. SS Gebirgsjäger-Division

    - 1 Kompanie des 6. SS Sanitätsbataillons

    Nach Gefangenenaussagen zog am 30.03.1945 der Divisionsstab der 6. SS Gebrigsjäger-Division durch Friedberg in Richtung Osten

    Ebenfalls laut Gefangenenaussagen befand sich das 6. SS Gebrigsartillerie-Regiment am 30.03.1945 im Raum Oberlauken; es bestand noch aus +/- 450 Mann und die I. Abteilung verfügte über 10 Stück 75 mm Geschütze und die II. Abteilung über 7 Stück 105 mm Geschütze. Das Regiment zog am 30.03.1945 aus dem Raum Hausen-Arnsbach zusammen mit Teilen des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments in nordöstliche Richtung.

    4°) Am 31.03.1945 wurden im Raum Usingen durch das VIII US Korps die folgenden Einheiten der Division identifiziert :

    - 6., 15. und 16. Kompanie des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - die Veterinärs- sowie die Versorgungskompanie

    - Stab und 8. Batterie des 6. SS Gebirgsartillerie-Regiments

    5°) Am 01.04.1945 wurden durch die 76th US Infantry Division die folgenden Einheiten der Division identifiziert :

    - 1., 3., 6., 13., 15. und 17. Kompanie des 11. SS Gebirgsjäger-Regiments

    - 1. und 2. Kompanie des 6. SS Sanitätsbataillons

    - 2. und 3. Kompanie der 6. SS Panzerjäger-Abteilung

    - Stab und 3. Batterie des 6. SS Gebirgsartillerie-Regiments


    Gemäss den Aussagen einiger Offiziere der 6. SS Gebirgsjäger-Division sollte die Division Ende März 1945 nach Osten in den Raum Frankfurt/Oder verlegt werden, um dort zusammen mit der 10. SS Panzerdivision aufgefrischt zu werden. Diese Aussagen würden mit dem Unterstellungsverhältnis der Division passen, denn die 6. SS Gebirgsjäger-Division war bis zum 27.03.1945 zusammen mit der 276. Infanterie-Division dem LXXXIX AK unterstellt und wurde bis zu diesem Datum durch die 1151. Artillerie-Abteilung des ARKO 489 verstärkt, während die zweite Abteilung des ARKO 489, die 457. Artillerie-Abteilung, die 276. Infanterie-Division verstärkte.

    Dagegen sprechen aber die folgenden Fakten :

    - Die Rücknahme des 12. SS Gebirgsjäger-Regiment aus der Front und dessen Verlegung in den Raum Heidelberg zur Auffrischung

    - Die erneute Identifizierung der Division am 06.04.1945 durch das VIII US Korps südwestlich von Ohrdruf; die Stärke der Division wurde durch die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt auf +/- 500 Mann geschätzt.

    - Die Identifizierung der folgenden Einheiten der Division durch das XII US Korps am 07.04.1945 im Raum südöstlich von Suhl :

    11. SS Gebirgsjäger-Regiment, 6. SS Gebirgsartillerie-Regiment, 6. SS Gebirgs-Feldersatz-Bataillon und 6. SS Gebirgs-Panzerjäger-Abteilung.


    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Michi, Guten Abend Obergefreiter,


    Zuerst einige Informationen zu dem sogenannten Einsatz der Sturmmörser-Kompanie 1000 in Ungarn :

    - Abtransport von 2 Sturmmörsern am 17.10.1944 aus dem Raum des XXXXVI Pz.K (Warschau) nach Budapest; die Verladung erfolgte am 16.10.1944 und die Abfahrt erfolgte am 17.10.1944 um 19.40 Uhr.

    - Rücktransport von 1 Sturmmörser am 19.10.1944 aus dem Raum Budapest nach Warschau; Ankunft in Warschau-West am 20.10.1944 um 00.10 Uhr.

    Ob die beiden Sturmmörser in Ungarn zum Einsatz kamen, entzieht sich meiner Kenntnis; Tatsache ist, dass ein Sturmmörser in Ungarn verloren ging, dies ist Auch mit Bildern belegt.

    Dies belegen auch die folgenden Stärkemeldungen für die Sturmmörser-Kompanie 1000 :

    - 10.10.1944 : 2 Sturmmörser

    - 21.10.1944 : 1 Sturmmörser

    Quelle : T312 R348 (AOK 9)


    Nun einige Infos zu der ursprünglich gestellten Frage :

    Gemäss meines Kenntnisstandes war keine der Sturmmörser-Kompanien einer SS-Division unterstellt worden :

    - Die Sturmmörser-Kompanie 1000 war während der Ardennenoffensive an keinen Kampfhandlungen beteiligt und wurde lediglich zur Monatswende Februar/März 1945 der 363. Infanterie-Division unterstellt. Im Anschluss wurden die Sturmmörser-Kompanien 1000 und 1001 in der Sturmmörser-Kompanie 1001 zusammgefasst und nach dem Verlust der letzten Sturmmörser im Sauerland im April 1945 wurden die Angehörigen der Sturmmörser-Kompanie 1001 als Infanterie bei der 353. Infanterie-Division eingesetzt.

    - Die Sturmmörser-Kompanie 1002 war im Februar 1945 zuerst der 15. Panzergrenadier-Division im Reichswald unterstellt und Anfang März der 116. Panzerdivision. Bei den Kämpfen bei Kirchhellen im April 1945 war die Kompanie wiederum bei der 116. Panzerdivision im Einsatz.


    P.S. Die beiden Sturmmörser der Sturmmörser-Kompanie 1000, die im Herbst 1944 in Warschau eingesetzt waren, unterstanden der Kampfgruppe Reinefarth, die der Korpsgruppe von dem Bach unterstellt war.


    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Zusammen,


    Zum allgemeinen Interesse kann noch die folgenden Informationen aus amerikanischen Quellen zu diesem Thema hinzufügen :

    Nach der Gefangennahme von SS-Sturmbannführer Goebel (Kommandeur des 6. SS Gebirgs-Artillerieregiments) und dessen Befragung (Interrogation Report Nr. 178 der 5. US Infanterie-Division) ergibt sich folgendes Bild in Bezug auf die Kämpfe der 6. SS Gebirgsjäger-Division in Hessen :

    - Die Division mit einer verbliebenen Stärke zwischen 1200 und 1500 Mann überschritt bei Boppard den Rhein und marschierte über Limburg/Lahn in den Raum von Usingen; dort wurde sie am 31.03.1945 gegen 16.00 Uhr von Teilen der 5. US-Infanterie-Division festgestellt.

    - Da die Division zu diesem Zeitpunkt bereits von den amerikanischen Truppen eingekesselt war, entschied der Divisionskommandeur SS-Gruppenführer Karl-Heinz Brenner am 01.04.1945 den Ausbruch über eine noch bestehende Lücke bei Udenhain. Aus dem G2 Periodic Report des übergeordneten XII US Corps geht hervor, dass die Amerikaner von etwa 4.000 eingekesselten deutschen Soldaten ausgingen, die hauptsächlich der 6. SS-Gebirgsjäger-Division zugeordnet wurden. Zu diesem Zeitpunkt war die Division, laut amerikanischen Informationen, zusätzlich mit Versprengte und Alarm-Einheiten verstärkt worden.

    - Für den Ausbruch bildete der Divisionkommandeur 3 Kampfgruppen, die sich wie folgt zusammensetzten :

    1) Kampfgruppe Brenner mit 250 Mann und 120 Fahrzeugen, von denen 50% erbeutete US-Fahrzeuge waren.

    2) Kampfgruppe Raithel (SS-Standartenführer Helmuth Raithel, Kommandeur des 11. SS-Gebirgsjäger-Regiment) mit 300 Mann

    3) Kampfgruppe Goebel mit 500 Mann.

    - Die Kampfgruppe Goebel wurde am 02.04.1945 von den amerikanischen Truppen zerschlagen und SS-Sturmbannführer Goebel verfügte am 03.04.1945 nur noch über 30 Mann als er bei Stockheim von 15 amerikanischen Panzern angegriffen wurde. Trotz der aussichtslosen Situation weigerte sich Goebel sich den weit überlegenen Amerikanern kampflos zu ergeben und leistete mit den ihm verbliebenen 30 Mann Widerstand.

    Die Bilanz waren 17 Tote und 13 Gefangene.

    Zu den noch verbliebenen Truppenteile der Division kann ich die folgenden Angaben aus den G2-Periodic Reports verschiedener Einheiten hinzufügen :

    - Am 29.03.1945 stellte die 4. US-Panzerdivision im Raum Lauterbach-Münzenberg das 11. SS-Gebirgsjäger-Regiment fest.

    - Am 02.04.1945 wurden das 11. SS-Gebirgsjäger-Regiment und die 6. SS-Gebirgs-Aufklärungs-Abteilung durch das XII US Corps festgestellt

    - Am 04.04.1945 wurden das 11. SS-Gebirgsjäger-Regiment, das 6. SS-Gebirgs-Artillerie-Regiment, das 6. SS-Gebirgs-Pionierbataillon und die 6. SS-Gebirgsnachrichten-Abteilung durch das XII US Corps im Raum Leisenwald festgestellt.


    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Jan,


    Was den Einsatz der Festungsbrigade "Belfort" und der Festungsdivision "Metz" angeht, kam die Festungsbrigade "Belfort" effektiv zum Einsatz, dagegen sah es bei der Festungsdivision "Metz" etwas anders aus :

    - Soweit aus meinen Unterlagen ersichtlich kam der Stab der Festungsdivision "Metz" nicht zum Einsatz, da die 462. Infanterie-Division, später Volksgrenadierdivision, federführend für die Verteidigung von Metz war. Ebenfalls blieb das Sicherungsregiment 1010, später 1217. Volksgrenadierregiment, weiterhin der 462. Infanterie-Division unterstellt.

    - Dagegen waren die Festungsbrigaden 22 & 25 fester Bestandteil der Verteidigung von Metz.


    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Jan,


    Da die Festungsbrigade Belfort bereits behandelt wurde, gebe ich nachstehend nur eine Aufstellung der Brigade vom 08.11.1944 (aus T314 R1605 LXXXV AK) :

    - Kampfkommandant Belfort mit Sicherungskompanie "Selleneit", Nachrichtenkompanie und Versorgungstruppen

    - Stab der Festungs-Infanterie-Brigade 24

    - Brigadestab Irmisch

    - Festungs-Infanterie-Bataillon 1414

    - Heeres-Festungs-Artillerie-Abteilung 1314

    - MG-Bataillone 806 & 812

    - Festungs-PAK-Kompanie 10/X

    - Artillerie-Gruppe III/V Belfort


    In Bezug auf die Festungs-Division Metz, auch 49. Festungsdivision, kann ich dir basierend auf Informationen aus T78 R410 und T78 R415 folgende Informationen geben :

    Zur Aufstellung der Division wurde der Stab der 49. Infanterie-Division aus der Front bei Aachen herausgezogen und am 02.11.1944 nach Saarbrücken in Marsch gesetzt. Zur Aufstellung der Division wurden laut Planungen von 21.10.1944 folgende Einheiten herangezogen :

    - Sicherungsregiment 1010 mit 2 Bataillonen, später Infanterie-Regiment 1217, von der 462. Infanterie-Division

    - Festungs-Infanterie-Regiment 24, später Festungs-Infanterie-Regiment 22, mit dem Festungs-MG-Bataillon 48 und dem MG-Bataillon 819

    - Festungs-Infanterie-Regiment 25 mit dem Festungs-MG-Bataillon 58 und dem MG-Bataillon 820

    - 2 Festungs-Artillerie-Abteilungen und dem IV/Artillerie-Regiment 462

    - Festungs-PAK-Abteilung 503.


    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Panzer Grenadier,


    Zu dem Festungs-MG-Bataillon 115 kann ich dir folgende Infos geben :

    - Das Bataillon bestand aus 4 Kompanien mit jeweils 120 Mann und war ab dem 20.04.1945 im Raum Zerbst gegen die vorrückenden amerikanischen Truppen im Einsatz.

    - Am 20.04.1945 kam das Bataillon mit 3 Kompanien von Hamburg in Deetz an und blieb dort in der zweiten Linie bis zum 23.04.1945.

    - Am 23.04.1945 begann für das Bataillon der Frontzeinsatz gegen die 83. US-Infanterie-Division :

    Die 2. Kompanie wurde am 23.04.1945 in den Raum Schora verlegt

    Die 3. Kompanie wurde am 23.04.1945 in den Raum Moritz - Toeppel verlegt.

    Die 83. US-Infanterie-Division war zwischen dem 25.04.1945 und dem 30.04.1945 mit dem Bataillon in Kontakt und nahm alleine zwischen dem 25.04.1945 und dem 27.04.1945 51 Angehörige des Bataillons gefangen.


    Quelle : G2 Periodic Reports 214 & 215 - 83rd Infantry Division


    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Jahn,


    In der Gliederung des CI. AK vom 17.02.1945 ist ein Alarmbataillon "Potsdam" vermerkt; dieses Bataillon wird auch in dem KTB und in den Anlagen zum KTB des CI. AK für den gleichen Zeitraum genannt; die Bezeichnung Division "Potsdam" ist meiner Meinung nach ein Irrtum und müsste Alarmbataillon "Potsdam" heissen.
    Der Befehl zur Aufstellung der Division "Potsdam" wurde erst am 29.03.1945 gegeben; der Divisionsstab der 85. Infanterie-Division, der als Basis zur Aufstellung der Division "Potsdam" genommen wurde, wurde zwar bereits um den 15.02.1945 aus der Westfront (nördlicher Teil des Hürtgenwalds) gezogen und in das Landesinnere verlegt. Ein Einsatz an der Ostfront vor April 1945 ist mir nicht bekannt.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Sven,


    Bei dem weiteren Stöbern in den Unterlagen des AOK 19 kann ich dir nachstehend die genaue Eingliederung der einzelnen Batterien der Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 geben, gemäss Höherer Artillerie-Kommandeur 321, Abt. Ia/Art. Nr. 0430/45, geh.K. vom 17.04.1945, "Eingliederung von Festungs-Artillerie in die Divisionen" :


    - Stab und Stabsbatterie = III. / Artillerie-Regiment 189 (Kampfgruppe 89. Infanterie-Division)
    - 3. / Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 = 7. / Artillerie-Regiment 189
    - 4. / Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 = 8. / Artillerie-Regiment 189
    - 6. / Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 = 9. / Artillerie-Regiment 189

    - 1. / Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 = 6. / Artillerie-Regiment 1716 (Kampfgruppe 716. Infanterie-Division)
    - 2. / Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 = 3. / Artillerie-Regiment 352 (Kampfgruppe 352. Infanterie-Division)
    - 5. / Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 = 4. / Artillerie-Regiment 107 (Kampfgruppe 106. Infanterie-Division)
    - 7. / Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 = dem Höheren Artillerie-Kommandeur 321 direkt unterstellt
    - 8. / Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 = dem Höheren Artillerie-Kommandeur 321 direkt unterstellt.


    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Jan,


    Am 22.02.1945 sowie am 02.03.1945 unterstanden dem Festungs-Artillerie-Regiment Behn die Festungs-Artillerie-Abteilungen 1525 & 1526.
    Nach dessen Umbennung in Festungs-Artillerie-Regiment 1139 unterstanden dem Regiment am 20.03.1945 :
    - I. / Festungs-Artillerie-Regiment 1716
    - Festungs-Artillerie-Abteilung 1526
    - Volkssturm-Batterien 4 & 5
    Am 05.04.1945 waren dem Festungs-Artillerie-Regiment 1139 noch die Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 und die Volkssturm-Batterien 4 & 5 unterstellt.
    Nach der Eingliederung der Fest!ungs-Artillerie-Abteilung 1526 verblieb der Stab des Festungs-Artillerie-Regiments 1139 unter dem Kommando des Höheren Artilleriekommandeurs 321.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Sven,


    Den von mir erwähnten Befehl findest du in der Signatur RH20-19/227 (AOK 19); wenn du willst, kann ich dir diesen Befehl in den kommenden Tagen per Mail schicken. Interessant ist, dass die durch diesen Befehl betroffenen Division (716, 106 & 89) keinen Divisionstatus mehr erhielten sondern nur noch als Divisions-Kampfgruppen neuorganisiert wurden.
    Ich denke schon, dass der Verbleib der Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 als geklärt angesehen werden kann, denn die Kampfgruppe 89. Infanterie-Division unterstand im April 1945 dem XVIII SS AK und kämpfte im Süd-Schwarzwald. Die Reste kamen bei Kriegsende in französische Gefangenschaft nachdem das XVIII. SS AK am 25.04.1945 von den Franzosen im südlichen Schwarzwald eingeschlossen wurde.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Sven,


    Du kannst sicher sein, dass die Festungs-Artillerie-Abteilung 1526 nicht an der Ostfront im Einsatz war. Diese Abteilung lag am Oberrhein zwischen Freiburg und Lörrach und wurde am 08.04.1945 gemäss dem Befehl zur Neuorganisation der Divisionen der Armee, Armeeoberkommando 19 Ia/Id Nr. 1390/45, als III./Artillerie-Regiment 189 in die 89. Infanterie-Division eingegliedert; diese Neuaufstellung der 89. Infanterie-Division erfolgte durch die Zusammenlegung der Brigaden 1005 und Baur.
    Vor der Eingliederung gehörte die Abteilung zum Festungsartillerie-Regiment 1139, das wiederum der Brigade Baur unterstand.
    Ende Februar 1945 unterstand die Abteilung zusammen mit der Festungs-Artillerie-Abteilung 1525 dem Artillerie-Regiment Behn, das der 159. Infanterie-Division zugeteilt war.
    Gruss
    Wolfgang

    Hallo Zusammen,


    Im Anschluss an die von Boris gegeben Information, kann ich nachstehend kurz den Einsatz des Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsbataillons 328 aufführen :
    - Das Bataillon gehörte dem Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 253 (Kommandeur Oberst Feind) an und war im August 1944 in Eupen stationiert.
    - Anfang September 1944 übernahm das Bataillon den Westwallabschnitt zwischen Rott und Roetgen.
    - Ab dem 15.09.1944 unterstand das Bataillon der 353. Infanterie-Division und war westlich von Vossenack im Hürtgenwald im Einsatz
    - Nach dem Abzug der 353. Infanterie-Division wurde das Bataillon Anfang Oktober 1944 der 275. Infanterie-Division unterstellt und im Anschluss als II. Bataillon in das Grenadierregiment 983 (Kommandeur Oberst Schmitz) eingegliedert. Das Grenadierregiment 983 war ebenfalls im Raum Vossenack im Einsatz.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Claudio,


    Das Grenadierregiment 989 gehörte mit den Grenadierregimentern 990 und 991 zur 277. Volksgrenadierdivision.
    Im März 1945 gab es aber nur noch die Grenadierregimenter 989 und 990, da die Reste des Grenadierregiments 991 Anfang März 1945 in das Grenadierregiment 989 eingegegliert wurden. Im März 1945 unterstand die 277. Volksgrenadierdivision dem LVII. Armeekorps.
    Am 02.03.1945 lag die 277. Volksgrenadierdivision in der 2. Westwallstellung zwischen Oberhausen (südlich von Schleiden) bis ostwärts Schnorrenberg.
    Am 04.03.1945 erhielt die Division den Befehl des LVII. Armeekorps als erste Etappe im Rahmen des Rückzugs zum Rhein die Stellung zwischen Nöthen und Blankenheimerdorf zu beziehen; am Morgen des 06.03.1945 hatte die Division die neue HKL bezogen. Während dieser Absetzbewegung war das Grenadierregiment 989 als Nachhut eingesetzt.
    Am Abend des 06.03.1945 erhielt die Division den Befehl sich in den Raum Schuld (Ahr) zurückzuziehen; die Stellung der Division wurde durch die 89. Infanterie-Division bezogen.
    Das Grenadierregiment 990 zog sich zusammen mit dem Artillierieregiment 277 und den Panzerjägern über Schönau und Effelsberg in den Raum Kreuzberg/Ahr - Brück/Ahr zurück; südlich davon ging das Grenadierregiment 989 zusammen mit den Pionieren und Füsilieren über Lommersdorf in den Raum Schuld/Ahr - Dümpelfeld/Ahr zurück.
    An der Ahr wurde die 277. Volksgrendierdivision von der 2. US-Infanterie-Division und von der 11. US-Panzerdivision angegriffen und zog sich weiter in Richtung Rhein zurück.
    Am 09.03.1945 wurde der Divisionsgefechtstand in Niederlützingen von 11. US-Panzerdivision überrollt; dabei wurde der gesamte Divisionsstab zusammen mit dem Divisionskommandeur, Generalmajor Viebig, gefangengenommen.
    Die Reste der Division, die sich im Raum Brohl - Andernach befanden wurden daraufhin am 10.03.1945 der 272. Volksgrenadierdivision unterstellt. Die Reste der 277. Volksgrenadierdivision kämpften zu diesem Zeitpunkt noch in Andernach. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Division aber praktisch aufgehört zu existieren; ihre formale Auflösung erfolgte am 31.03.1945.
    Teile der 277. Volksgrenadierdivision konnten noch bei Brohl den Rhein überqueren; so überquerte Oberstleutnant Bremm, Kommandeur des Grenadierregiments 990, mit einer Kampfgruppe als letzte deutsche Einheit bei Brohl den Rhein. Diese Kampfgruppe kämpfte am Ostufer des Rheins unter dem Kommando der 272. Volksgrenadierdivision und war am 30. und 31.03.1945 südlich von Kassel im Einsatz. Die Kampfgruppe von Oberstleutnant Bremm zog sich anschliessend in den Harz zurück und kam Ende April 1945 im Raum Blankenburg - Wernigerode in amerikanische Gefangenschaft.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Claudio,


    In der Foreign Military Study B-590, die Generalleutnant von Wietersheim nach dem Krieg in Bezug auf die Kämpfe bei Remagen verfasst hat, wird der 13.03.1945 als Datum genannt, an dem Generalmajor von Buttlar als Kommandeur einer "Panzerbrigade" der 11. Panzerdivision unterstellt wird. Die Brigade wurde aus Ersatz- und Ausbildungseinheiten sowie anderen verfügbaren Truppenteilen gebildet und als Verstärkung für die 11. Panzerdivision am linken Flügel der Division eingesetzt.
    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Zusammen,


    Nachstehend kurz ein paar Informationen bezüglich des Verbleibs des Panzergrenadierregiments 111 zum Kriegsende :
    Generalmajor von Buttlar verliess am 02.05.1945 den Verband der 11. Panzerdivision mit einer Kampfgruppe, die sich wie folgt zusammensetzte :
    - Panzergrenadierregiment 111
    - 6. Batterie des Artillerie-Regiments 119 mit 4 Geschützen 105 mm
    - 1 Pionierkompanie
    - 1 Versorgungskompanie
    Diese Kampfgruppe marschierte in Richtung Linz und Passau.
    Während Generalleutnant von Wietersheim am 04.05.1945 in Bad Kötzting mit der 90. US-Infanterie-Division die Übergabe 11. Panhzerdivision aushandelte, befand sich Generalmajor von Buttlar mit seiner Kampfgruppe etwa 70 Kilometer südlich der 11. Panzerdivision und widersetzte sich der durch Generalleutnant von Wietersheim ausgehandelten Übergabe.
    Am Abend des 06.05.1945 erfolgte bei Wallern (Volary) eine Kontaktaufnahme zwischen der Kampfgruppe des verstärkten Panzergrenadierregiments 111 und der 26. US-Infanterie-Division und es wurde ausgehandelt, dass am 07.05.1945 um 07.00 Uhr Generalmajor von Buttlar mit seiner Kampfgruppe, die eine Gesamtstärke von ca 5.000 Mann hatte, gegenüber der 26. US-Infanterie-Division kapitulierte.
    Am 15.05.1945 brachten die Amerikaner schliesslich die verstärkte Kampfgruppe des Panzergrenadierregiments 111 auf LKWs in den Versammlungsraum der 11. Panzerdivision nach Bad Kötzting.
    Gruss


    Wolfgang

    Guten Abend Gerd,


    Genaugenommen wurde die Eisenbahn-Flak-Abteilung 125 von dem 120. US-Infanterie-Regiment überrollt, das der 30. US-Infanterie-Division unterstand; dieses Regiment operierte zwischen dem 05. und dem 07.04.1945 im Raum Detmold - Bad Pyrmont.
    Interessant ist auch, dass in dem Zeitraum vom 13. und 15.04.1945 folgende Anzahl von Angehörigen der Abteilung durch die Befragungsteams der 9. US-Armee (die 30.US Infanterie-Division unterstand im April 1945 der 9. US Armee) verhört wurden :
    - 13.04.1945 : 22 Angehörige, darunter die folgenden Offiziere :
    Major Walter Bally
    Hauptmann Fritz Behere
    Hauptmann Wilhelm Krumbach
    Oberleutnant Manfred Baer
    Oberleutnant Julius Guellich
    Oberleutnant Hans Mueller
    Oberleutnant Ottfried Siebert
    Oberleutnant Ernst Schultheiss
    Leutnant Erich Hoffmann
    Leutnant Max Lisenfeld
    - 14.04.1945 : 63 Angehörige
    - 15.04.1945 : 18 Angehörige
    Zu diesen Verhören gibt es leider keine Protokolle und es gibt ebenfalls keine zusammenfassende Berichte zu der Abteilung; es ist daraus zu schliessen, dass die befragten Gefangenen keine verwertbaren Informationen preisgegeben haben. Vielleicht kannst du mit den Namen der Offiziere etwas anfangen bzw. zuordnen.
    Gruss


    Wolfgang