Posts by Wolfgang Grote

    Guten Abend Hohenloher77,


    nachdem ich das KTB des LXXX AK und die G2 Berichte des XX US Korps durchsucht habe, ergibt sich das folgende Bild:

    16.03.1945: Für LXXX AK wird unter Belassung von Sicherungen an der Mosel am Abend Neuaufbau der HKL im Zuge der Hunsrückhöhenstrasse im Abschnitt Hochscheid (ausschl.) - Thalfang und von Thalfang bis Mitte Malborn längs der Strasse Thalfang, Drohnecken befohlen (Auszug aus dem KTB des LXXX. AK). In Drohnecken wurde die 7. Batterie des Artillerieregiments 256 mit 3 Geschützen 105 mm wieder aufgestellt. Der Gefechtsstand des Artillerieregiments 256 befand sich am 16.03.1945 in Reinsfeld. Die IV. Abteilung des Artillerieregiments 256 befand sich am 16.03.1945 in Reinsfeld; ihr blieb am 16.03. nur noch die 8. Batterie mit 2 Geschützen 150mm.

    17.03.1945: Die Kampfgruppe von Hobe (79. Volksgrenadierdivision) meldete an das LXXX. AK, dass sich die Kampfgruppe auf der Linie Thalfang bis östl. Reinsfeld befindet; die Kampfgruppe erhielt von dem LXXX. AK den Befehl die Linie südöstl. der Hunsrückhöhenstrasse von Neuhütten bis Damflos zu besetzen. Der Gefechtsstand befand sich in Muhl.

    Die für den 17.03. befohlene Linie wird bis Mittag ohne Feinddruck eingenommen. Auch die an der Mosel zurückgelassenen Sicherungen melden keine Feindberührung. Vor linkem Korpsabschnitt setzt sich Feind am Nachmittag in Besitz der Höhe 468 westl. Malborn. In den Mittagstunden dringt feindl. Infanterie mit 6 Panzern unterstützt in Muhl ein und zwingt den dort eingesetzten Stab der 79. Volksgrenadierdivision (Kampfgruppe von Hobe) und der 256. Volksgrenadierdivision zur eiligen Aufgabe des Gefechtsstandes. Eine geordnete Ablösung der Teile 79. VGD und 256. VGD ist deshalb nicht mehr möglich, weil die beiden Divisionsstäbe die Verbindungen zu ihren Truppen verloren haben. LXXX AK befiehlt daher Aufbau einer Abwehrlinie südl. Hillscheid - Röderbach - Hohltriefbach - westl. Börfink - Höhe 620 - Vorkastel 2 Km südl. Börfink. Zur Übernahme des Abschnitts Malborn - Damflos (ausschl.), wie mit Befehl AOK 1 am späten Abend befohlen, wird Ablösung des am rechten Flügels der 212. VGD eingesetzten G.R. 423 noch im Laufe des 17.03. angeordnet und Übernahme dieses Abschnitts bis Etgert einschl. durch 352. VGD. Fdl. Vordringen macht die beabsichtigte Ablösung zunichte. (Auszug aus dem KTB des LXXX. AK)

    Somit lag Thalfang im Sektor des Grenadierregiments 423, das nach der geplanten Ablösung durch die 352. Volksgrenadierdivision aus der Front gezogen werden sollte.

    18.03.1945: Die Spitzen des XX. US Korps erreichten Thalfang und Malborn. Es wird von keinen Kämpfen berichtet.

    Somit kann man schlussfolgern, dass es in und um Thalfang zu keinen grösseren Kampfhandlungen kam. An Panzern waren nur die Jagdpanzer 38 im Einsatz, die bei den einzelnen Divisionen zum Einsatz kamen. Beispielsweise erhielt am 14.03.1945 die 352. Volksgrenadierdivision, die nördlich von Thalfang im Einsatz war, noch 10 Jagdpanzer 38.

    Eine Ausnahme bildete die 3. Batterie der Sturmgeschützbrigade 280, die am 16.03.1945 aus dem Raum Osburg in den Raum Reinsfeld verlegt wurde. Diese Batterie war der 256. Volksgrenadierdivision unterstellt.

    Bei der erwähnten SS-Soldaten handelte es sich um das III. Bataillon des SS Gebirgsjägerregiment 12, das bis zum 13.03.1945 im Raum Leiwen eingesetzt war und dann zu seinem Regiment verlegt wurde.

    Die erwähnten Königstiger und Panther sind meiner Meinung nach aus der Luft gegriffen, denn:

    - die schwere SS Panzerabteilung 501, ausgerüstet mit Tiger II, kämpfte zu diesem Zeitpunkt in Ungarn/Österreich

    - die schwere Panzerabteilung 506, ausgerüstet mit Tiger II, befand sich nördlich der Mosel

    - die schwere Panzerabteilung 301, ausgerüstet mit Tiger I, befand sich östlich von Köln, in dem sich bereits abzeichnenden Ruhrkessel

    - die 11. Panzerdivision, die über Panther verfügte, war aus dem Raum südl. von Trier erst an den Niederrhein verlegt worden, und kämpfte Mitte März 1945 im Raum von Remagen.

    - die Panzer-Lehrdivision, die ebenfalls über Panther verfügte, war ebenfalls erst aus dem Raum Trier-Bitburg an den Niederrhein verlegt worden, und kämpfte Mitte März 1945 im Raum von Remagen. Eine kleine Anzahl von Schadpanzern, die sich in der Werkstatt der Division befanden, versuchten den Vormarsch der Amerikaner bei Cochem zu stoppen.

    - die Reste der 2. Panzerdivision, die zwar im Bereich des XX. US Korps gekämpft haben, werden weder in dem KTB des LXXX. AK noch in den G2 Berichten des XX. US Korps für den Grossraum von Thalfang erwähnt.

    Die erwähnten Panzereinheiten waren alle im Rahmen der Ardennenoffensive eingesetzt bzw. vorgesehen.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Martin,


    anhand der G2-Berichte des V. US Korps vom 06.04.1945 bis 10.04.1945 kann ich dir noch die folgenden Zusatzinformationen in Bezug auf die Organisation und den Einsatz des Grenadierregiments 593 geben:

    - Bei dem Grenadierregiment 593 handelt es sich um ein Regiment, das sich aus Genesenden und ehemaligen Marineangehörigen zusammensetzte und einem Ausbildungs- und Genesendenkommando in Divisionsgrösse in Dänemark unterstand. Das Regiment war ursprünglich für eine Division z.b.V. in einem Wehrkreis vorgesehen. Durch den schnellen Vormarsch der US-Armee wurde das Regiment sofort und scheibchenweise eingesetzt; dies führte zu Improvisation. Ursprünglich sollte zu diesem Zweck auch der Stab der 328. Schattendivision, der die Grenadierregimenter 592 und 593 unterstanden, am 30.03.1945 nach Fulda verlegt werden. Der Stab blieb aber in Kopenhagen zwecks Verwaltung der ankommenden Flüchtlingstransporte.

    - Das Grenadierregiment 593 wurde in Dänemark aus den folgenden Bataillonen gebildet: Bataillon D-XVII aus dem Regiment D 1102 als I. Bataillon/Grenadierregiment 593 und Bataillon D-IV aus dem Regiment D 1103 als II. Bataillon/Grenadierregiment 593. Das I. Bataillon stand unter dem Kommando von Hauptmann Heiss, der am 06.04.1945 im Raum Kassel von der 80. US Infanterie-Division gefangengenommen wurde; das II. Bataillon stand unter dem Kommando von Leutnant Haeckel. Das Regiment stand unter dem Kommando von Oberst Vorlach; ab dem 06.04.1945 führte Oberst Vorlach eine Kampfgruppe, zu der ausser dem Grenadierregiment 593 auch das Festungs-Infanterie-Bataillon 4366 in Benterode, das Festungs-MG-Bataillon 3111 in Neuhagen sowie das Marschbataillon 1382 gehörte.

    - Die Divisions-Kampfgruppe Kaschner (326. VGD) war eine zusammengewürfelte Kampfgruppe, die sich hauptsächlich aus Teilen der Panzer-Unteroffiziersschule Eisenach, aus Teilen der 166. Infanterie-Division sowie Versprengten zusammensetzte. Die Stärke betrug am 03.04.1945, zum Zeitpunkt des Eintreffens des Grenadierregiments 593, ca 2.000 Mann.

    - 05.04.1945: Das Grenadierregiment 593 und die Divisions-Kampfgruppe Kaschner befanden sich bei Landwehrhagen

    Gemäss den Aussagen, des gefangengenommenen Bataillonskommandeurs des I. Bataillons, Hauptmann Heiss, lag das Bataillon am 05.04.1945 in der folgenden Linie: Bataillonsstab in Heiligenrode, 1. Kompanie in Heiligenrode, 2. Kompanie in Niederkaufungen, 3. Kompanie in Oberkaufungen. Rechts des Bataillons lag die Panzer-Unteroffiziersschule Eisenach; links lag ein Bataillon der 166. Infanterie-Division. Das 2. Bataillon des Grenadierregiments 593 war im Sektor der 166. Infanterie-Division eingesetzt. Die 5. und 10. Kompanie des Regiments lagen in Nieste.

    - 06.04.1945: Das Grenadierregiment 593 lag im Raum Hann. Münden

    - 07.04.1945: Das Grenadierregiment 593 und die Divisions-Kampfgruppe Kaschner befanden sich im Südabschnitt des V. US Korps

    - 08.04.1945: Die 4., 5. und 10. Kompanie des Grenadierregiments 593 wurden in Witzenhausen identifiziert

    - 09.04.1945: Das Grenadierregiment 593 wurde noch im Sektor des V. US Korps identifiziert.

    Nach dem 09.04.1945 sind keine Hinweise zu dem Regiment mehr zu finden.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Martin,


    zusätzlich zu den Informationen von Sven kann dir nachstehend einige Informationen in Bezug auf den Einsatz des Grenadierregiments 593 geben:

    - Die Grenadierregimenter 593 und 592 gehörten zu der 328. Schattendivision und bestanden jeweils aus 2 Bataillonen, 1 Artillerie-Batterie und 1 Pionierkompanie; das KTB des Wehrbereichbefehlshabers Dänemark gibt leider keine klare Informationen in Bezug auf die Eingliederung des Regiments D 1102.

    - Das Grenadierregiment 593 wurde am 27.03.1945 von Dänemark nach Deutschland transportiert; bei dem Überschreiten der deutsch-dänischen Grenze wurde das Regiment aus dem Unterstellungsverhältnis der 328. Schattendivision entlassen und sollte im Rahmen des Wehrkreiskommandos X (Hamburg) eingesetzt werden.

    - Aus Gefangenenaussagen geht hervor, dass das Regiment über Magdeburg nach Arenshausen transportiert wurde; dort kam das Regiment am 02.04.1945 an und sollte im Anschluss in den Raum Heiligenrode und Oberkaufungen (östlich von Kassel) verlegt werden.

    - Am 03.04.1945 wurde das Regiment der Divisionskampfgruppe Kaschner (326. Volksgrenadierdivision) unterstellt, die im Raum Kassel eingesetzt war, und nahm somit an den Kämpfen um Kassel teil.

    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Jan,


    das Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 211 war Anfang September 1944 der Division 176 unterstellt.

    Die Unterstellungsverhältnisse bei den Divisionen 176 und 526 waren Anfang September 1944 etwas kompliziert:

    - Die Grenadier-Ersatz und Ausbildungsregimenter 253, 416 und 536 waren der Division 526 unterstellt.

    - Die Grenadier-Ersatz und Ausbildungsregimenter 211 und 426 waren der Division 176 unterstellt.

    Am 07.09.1944 war die Division 176 entlang des Albertkanals zwischen Hasselt und Maastricht eingesetzt und ihr waren die folgenden Kampfgruppen unterstellt:

    - Kampfgruppe Müller (Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 211)

    - Kampfgruppe Borchert (Fliegerregiment 22 - Kommandeur Oberst Borchert); Oberst Borchert fiel am 07.09.1944 am Albertkanal bei Beringen

    - Kampfgruppe Stüper (Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 426)

    - Am 08.09.1944 erreichten die Heeres-Artillerie-Abteilungen 423 & 843 Roermond, um die Division 176 zu verstärken.

    Selbst die Bataillone der Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregimenter 211 und 253 wurden nicht vollständig verlegt:

    - Das Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsbataillon 317, das ursprünglich dem Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 211 unterstand, wurde von Köln nach Wahlerscheid verlegt und dort dem Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 416 unterstellt.

    - Das Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsbataillon 464, das ursprünglich dem Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 253 unterstand, wurde von Eschweiler in den Raum Maastricht verlegt und dort der Kampfgruppe Stüper unterstellt.

    Dies ist eine Klammer innerhalb des eigentlichen Themas.

    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Uwe,


    es gibt vielleicht noch eine andere Erklärung in Bezug auf die Entstehung des Regimentsstabs Oberst Freiherr von Nagel:

    Als die Division 526 kurz vor der Ankunft der Amerikaner den Westwall zwischen Aachen und Ormont besetzte, waren in diesem Abschnitt 3 Regimenter eingesetzt:

    - Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 253 unter dem Kommando von Oberst Feind lag zwischen Aachen und Roetgen; dieses Regiment war bis Anfang Oktober 1944 noch bei der 353. Infanterie-Division und im Anschluss bei der 275. Infanterie-Division im Hürtgenwald im Einsatz.

    - Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 416 lag zwischen Roetgen und Wahlerscheid und hatte seinen Gefechtsstand in Morsbach (nördlich von Schleiden), d.h. gegenüber dem nördlichen Teil des Truppenübungsplatzes Elsenborn. Nach Eintreffen der Fronttruppen zwischen dem 10. und dem 15.09.1944 lag dieser Abschnitt im Gefechtsstreifen der 89. Infanterie-Division. Während alle die dem Regiment unterstellten Bataillone in die 89. Infanterie-Division eingegliedert wurden, war dies bei dem Regimentsstab nicht der Fall.

    - Grenadier- Ersatz- und Ausbildungsregiment 536 lag zwischen Wahlerscheid und Ormont und hatte seinen Gefechtsstand in Schmidtheim. Nach Eintreffen der Fronttruppen um den 15.09.1944 lag dieser Abschnitt im Gefechtsstreifen der 347. Infanterie-Division. Es wurden sowohl alle dem Regiment unterstellten Bataillone als auch der Regimentsstab in die 347. Infanterie-Division eingegliedert. Der Regimentsstab wurde in Stab des Grenadierregiments 861 umbenannt.

    Es könnte somit gut sein, dass der Regimentsstab Oberst Freiherr von Nagel aus dem Stab des Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsregiment 416 gebildet wurde; dies würde auch zu der Aussage aus der FMS B-44 passen, dass das Regiment am Westwall nahe dem Truppenübungsplatz im Einsatz war. Da ich aber den Namen des Regimentskommandeurs nicht kenne, ist dies lediglich eine Vermutung meinerseits. Ebenfalls liegen mir keine Informationen in Bezug auf den Verbleib des Regimentsstabs vor.

    Gruss

    Wolfgang

    Guten Morgen Uwe,


    Vielen Dank für die Infos in Bezug auf die Einheit 406 bzw. Landesschützenbataillon 406.

    Die Information, dass Generalmajor Rässler die Division 526 während der ersten Hälfte des Monats September 1944 geführt hat, stammt aus dem Buch von Manfred Gross über den Westwall. Manfred Gross erscheint mir als eine zuverlässige Quelle, da er sich auf Unterlagen der BAMA hinsichtlich des LXXXI AK und WK VI.

    Was die Versprengtensammelstelle in Elsenborn betrifft, liegen mir nur die Informationen aus den Gefangenenbefragungsprotokollen der 3. US Panzerdivision vom 10. und 11.09.1944 vor:

    Insgesamt wurden in Elsenborn 3 Versprengtenkompanien zusammengestellt und in den Raum von Polleur (südlich von Verviers) verlegt. Dort trafen sie am Morgen des 10.09.1944 ein und hatten den Auftrag den Rückzug anderer Einheiten zu schützen. Die 3 Kompanien waren nur mit leichten Waffen ausgerüstet. Eine Kompanie soll die Bezeichnung "13. Kompanie Versprengtenbataillon 2" gehabt haben und wurde aus Angehörigen der folgenden Einheiten gebildet:

    - Nachschubbataillon 148

    - Landesschützenbataillon 972

    - Landesschützenbataillon 109

    - Bau-Pionierbataillon 12

    - Ersatz-Baubataillon 13

    - Festungsbau Stab 12

    - Sicherungsbataillon 526

    - Pionierbataillon 275

    Laut den Aussagen der Gefangenen wurden aber die meisten Versprengten von Elsenborn weiter nach Deutschland verlegt.

    Da der Truppenübungsplatz Elsenborn am 12.09.1944 kampflos von den Amerikanern besetzt wurde, war die Aufstellung der 3 Versprengtenkompanien sicherlich eine der letzten Aktionen der Versprengtensammelstelle in Elsenborn.

    Schönen Sonntag - Gruss

    Wolfgang

    Hallo Uwe,


    hinsichtlich des Truppenübungsplatzes Elsenborn kann ich dir die folgenden Infos geben:

    Lagerkommandant war Oberst Hofmeister, der das Kommando im Sommer 1944 übernommen hatte.

    Dem Lagerkommandanten unterstanden 1944 die folgenden Interventionstruppen, die auch in im Lager Elsenborn stationiert waren:

    - Führungsstab: Major Meinecken

    - Kampftruppe 1: Flak-Ersatz- und Ausbildungsbataillon 103 unter dem Kommando von Hauptmann Flemming

    - Kampftruppe 2: Landesschützenbataillon 406 unter dem Kommando von Hauptmann Römer

    In der Gliederung des Ersatzheeres vom 10. August 1944 (T78 R352_H22_356) sind aber nur noch das Flak-Ersatz- und Ausbildungsbataillon 103 und die Scharfschützenausbildungskompanie VI als Garnison in Elsenborn vermerkt.

    Ende August 1944/Anfang September 1944 befand sich ebenfalls das Fallschirmjägerregiment Hübner (später Fallschirmjägerregiment 24) in Elsenborn bevor es in den Raum Hasselt (Belgien) verlegt wurde, um den britischen Vormarsch in belgisch Limburg zu stoppen.

    Anfang September 1944 befand sich auch eine Versprengtensammelstelle in Elsenborn; aus den Versprengten wurden Marscheinheiten zusammengestellt, die südlich und südwestlich von Verviers im Bereich des LXXIV. Armeekorps den Vormarsch der Amerikaner aufhalten sollten.

    Somit kann ausgeschlossen werden, dass die in Elsenborn stationierten Truppen des Ersatzheeres zur Bildung des Regiments von Nagel verwendet wurden, denn das Flak-Ersatz- und Ausbildungsbataillon 103 kämpfte im Herbst 1944 im Hürtgenwald im Verband der 89. Infanterie-Division.

    Das Schicksal des Landesschützenbataillons 406 ist mir leider nicht bekannt, da das Bataillon in der Gliederung des Ersatzheeres vom 10.08.1944 überhaupt nicht bei dem Wehrkreis VI zu finden ist.


    Generalmajor Rässler war bis etwa Mitte September 1944 Kommandeur der Division 526, der ebenfalls das Flak-Ersatz- und Ausbildungsbataillon 103 direkt unterstand.

    Die Division 526 bestand aus Ersatztruppen und war bis Mitte September 1944 für den Bereich Aachen - Ormont verantwortlich. Nachdem die Fronttruppen zwischen Aachen und Ormont bis Mitte September 1944 den Westwall besetzt hatten, wurden die dort eingesetzten Ersatztruppen der Division 526 den jeweiligen Kampfdivisionen (oder das, was von ihnen noch übrig war) unterstellt und die Division 526 übernahm im Anschluss den Abschnitt Arsbeck - Nordrand von Aachen.

    Der Gefechtsstand der Division 526 befand sich am 12.09.1944 in Euskirchen und war am 16.09.1944 in Jülich. Generalleutnant Schmidt übernahm Mitte September 1944 das Kommando über die Division 526.


    Ich hoffe, dass ich dir etwas weiterhelfen konnte.

    Beste Grüsse

    Wolfgang

    Hallo Arno,


    vermutlich war dein Grossonkel ein Angehöriger des Regiments "Der Führer"; dieses Regiment war zu dem von dir genannten Zeitraum in Prag im Einsatz.

    Die 2. SS Panzerdivision war noch geschlossen Mitte April 1945 in und um Wien im Einsatz. Anschliessend erhielt die Division den Marschbefehl für eine Verlegung in den Raum von Passau, um dort gegen die vorrückenden US-Truppen eingesetzt zu werden. Während der Verlegung erhielt die Division einen neuen Befehl für eine Verlegung nach Brünn. Dieser Befehl wurde wieder abgeändert und die Division wurde schliesslich in den Raum Dresden verlegt, bis auf das Regiment "Deutschland", das in Oberösterreich zum Einsatz kam.

    Am 06.05.1945 erhielt das Regiment "Der Führer", dem zusätzlich die II. Abteilung des SS Artillerieregiments 2, eine Kompanie der SS Aufklärungsabteilung 2, eine Panzeraufklärungskompanie des Heeres sowie eine Sanitätskompanie unterstellt war, den Befehl aus dem Raum Dresden nach Prag vorzustossen, um den Weg nach Prag freizukämpfen und um bei der Niederwerfung des Aufstands in Prag mitzuwirken. In Prag sollte das Regiment mit dem Wehrmachtsbefehlshaber, General Toussaint, Kontakt aufnehmen und von ihm weitere Befehle entgegennehmen. Bis zum 08.05.1945 um 19.00 Uhr kämpfte das Regiment in und um Prag; anschliessend zog sich das Regiment mit den ihm unterstellten Einheiten nach Westen in Richtung Pilsen zurück, um vor den Amerikanern zu kapitulieren. Am 09.05.1945 um 10.00 Uhr erreichte das Regiment vor Rokiczany die amerikanischen Linien und wurde von der 2. US Infanterie-Division gefangengenommen.

    Zum Zeitpunkt der Kapitulation war die 2. SS Panzerdivision vollständig auseinandergerissen:

    - Das Regiment "Deutschland" kapitulierte vor den Amerikanern in Enns (Oberösterreich)

    - Das Regiment "Der Führer" kämpfte im Grossraum von Prag

    - Der Divisionsstab mit grossen Teilen der Divisionseinheiten befand sich im Raum Dresden

    P.S. Ende Januar 1945 wurde die 2. SS Panzerdivision zum Ausklang der Ardennenoffensive aus den belgischen Ardennen herausgezogen und zusammen mit der 1., 9. und 12. SS Panzerdivision nach einer kurzen Auffrischung nach Ungarn verlegt.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Alex,


    die schwere Panzer-Abteilung 506 war meines Wissens nach nicht konstant im Raum Bastogne im Einsatz:

    Am 01.01.1945 unterstützten 12 Tiger der Abteilung einen Angriff der 12. SS Panzerdivision westlich von Michamps und am 02.01.1945 unterstützte die Abteilung einen Gegenangriff der 12. SS Panzerdivision im Raum Wardin; dabei wurden 15 amerikanische Panzer vernichtet.

    Am 03.01.1945 griff die Abteilung beiderseits der Strasse von Compogne nach Longchamps Stellungen des 502nd Parachute Regiment an.

    Zwischen dem 03. und 13.01.1945 liegen mir keine Informationen mehr vor in Bezug auf den Einsatz der Abteilung im Raum Bastogne. Am 08.01.1945 unterstützte die Abteilung die deutschen Angriffe von Bockholz nach Goesdorf und von Nocher nach Dahl in Luxemburg.

    Am 13.01.1945 griff die Abteilung wieder in die Abwehrkämpfe vor Bastogne ein und war im Raum Moinet eingesetzt; dies würde dann wieder zu dem Einsatz der Abteilung bei Oberwampach am 17.01.1945 passen.

    Der Rückzug der schweren SS Panzer-Abteilung 501 am 10.01.1945 von Luttremange/Villers-La-Bonne-Eau nach Sankt Vith ist eher mit einer Verlegung zu vergleichen; bis zu der zweiten Verlegung der Abteilung nach Blankenheim am 15.01.1945, war die Abteilung an Kämpfen zwischen Malmédy und Sankt Vith beteiligt.

    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Alex,


    Der Einsatz der schweren SS Panzer-Abteilung 501 im Raum Bastogne war nur von kurzer Dauer:

    - 28.12.1944 Verlegung der Abteilung mit 14-16 einsatzbereiten Tiger II aus dem Raum Petit-Thier - Burtonville in den Raum Aloncourt - Harzy - Schimpach - Longvilly; die einsatzbereiten Panzer werden zur Kampfgruppe Möbius zusammengefasst.

    - 29.12.1944 Nachts verlegt die Abteilung in den Raum Tarchamps - Luttemange.

    - 30.12.1944 Die 1.Kompanie gibt ihre restlichen Panzer ab und wird nach Oerlinhausen verlegt.

    Am 30.12.1944 führt die 1. SS Panzerdivision mit der schweren SS Panzerabteilung 501 einen Gegenangriff in Richtung Bastogne durch; nach Erreichen der Nationalstrasse nach Martelange zwischen Saiwet und Punkt 535 bleibt der Angriff liegen.

    - 03.01.1945 Angriff gegen den amerikanischen Korridor nach Bastogne; Teile der 6. US Panzerdivision weichen fluchtartig aus, aber aus Kräftemangel können die Deutschen den Erfolg nicht ausnutzen.

    - 04.01.1945 Zwei Tiger II unterstützen einen Angriff auf Magaret und schiessen 4 amerikanische Panzer des 69. US Panzerbataillons ab.

    - 08.01.1945 Im Zuge der Rücknahme der deutschen Front bei Bastogne bleibt eine Kampfgruppe zur Unterstützung der 340. Volksgrenadierdivision zurück.

    - 10.01.1945 Die Abteilung zieht sich aus dem Raum Luttremange - Villers-La-Bonne-Eau in den Raum östlich von Sankt-Vith zurück.

    - 15.01.1945 marschiert die Abteilung in den neuen Versammlungsraum bei Blankenheim.

    Quelle: Tiger im Kampf II von Wolfgang Schneider

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Alex,


    den Einsatz der schweren Panzerabteilung 506 im Raum Oberwampach kann ich bestätigen:

    - Am 17.01.1945 stand die Abteilung östlich von Bastogne im Kampf gegen durchgebrochene US-Einheiten und verlor dabei einen Tiger I (Turmnummer 411) der unterstellten Panzerkompanie "Hummel" sowie insgesamt 14 Tiger II, die vernichtet bzw. aufgegeben werden mussten. (Am 15.01.1945 hatte die Abteilung 17 einsatzbereite Tiger II) Leider fehlt mit hier die genaue Ortsangabe.

    - Am 22.01.1945 bezog die Abteilung Stellung bei Brachtenbach, das östlich von Oberwampach liegt.

    P.S. Die Panzerkompanie "Hummel" war zwischen dem 18.12.1944 und dem 26.02.1945 der schweren Panzerabteilung 506 als 4. Kompanie unterstellt.

    Ein Einsatz der schweren SS Panzerabteilung 501 kommt nicht in Frage, da sich die Abteilung bereits am 10.01.1945 aus dem Raum Luttremange - Villers-La-Bonne-Eau (Raum Bastogne) in Richtung Sankt-Vith zurückgezogen hatte.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Alex,


    einen Einsatz der Schweren Panzerabteilung 301 am 16.01.1945 bei Oberwampach kannst du ausschliessen:

    Die Abteilung wurde zwar am 15.12.1944 der 9. Panzerdivision für den Einsatz in den Ardennen unterstellt und sammelte sich bei Niederaussem, um am 20.12.1944 per Eisenbahntransport zur 9. Panzerdivision in die Ardennen transportiert zu werden. Am 22.12.1944 wurde Teile des Stabes der Panzerabteilung in die Eifel verlegt, um Kontakt zur 9. Panzerdivision aufzunehmen. Der Transport der Abteilung per Bahn war aber nicht mehr möglich und die Abteilung wurde am 25.12.1944 aus dem Unterstellungsverhältnis bei der 9. Panzerdivision entlassen; sie wurde als Heeresgruppen-Reserve nach Nörvenich verlegt. Ab dem 16.01.1945 befand sich die Abteilung im Raum Linnich - Roermond im Abwehrkampf gegen die Angriffe des XII. Britischen Korps.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo,


    in den von dir genannten Zustandsberichten sind nur die Panzereinheiten des LXXXI. AK angegeben; die Sturmpanzerabteilung 217 war aber in der ersten Hälfte des Monats Dezember 1944 bis zu deren Abtransport für den Einsatz während der Ardennenoffensive dem LXXIV. AK unterstellt; dieses Armeekorps war südlich des LXXXI. AK eingesetzt.

    Gruss

    Wolfgang


    P.S. Grussformel und Anrede in dem Forum bitte nicht vergessen.

    Guten Abend Taiko,


    mit "deutschen Quellen" meinte ich Orginaldokumente, wie Kriegstagebücher, Gefechtsberichte, Einsatzbefehle, usw. der Einheiten der 353. Infanterie-Division,die in dem Bereich Gey - Strass in der ersten Hälfte des Monats Dezember 1944 eingesetzt waren. Literatur aus der Nachkriegszeit zu dem Thema Hürtgenwald gibt es in Hülle und Fülle; einen Teil dieser Bücher habe ich selbst.

    P.S. Der von dir angegebene Bereich von Bergstein liegt einige Kilometer südlich von Gey und Strass.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo,


    da es keine deutschen Quellen zu den Kämpfen in der Gegend Gey - Strass gibt, bleiben nur die amerikanischen Quellen übrig. Die After Action Reports der einzelnen an den Kämpfen beteiligten amerikanischen Einheiten sind in Bezug auf die eingesetzten deutschen Einheiten ziemlich ungenau; es wird dort lediglich von Panzern und Sturmgeschützen berichtet. Der Kampf zwischen dem deutschen Panzer und den amerikanischen Panzern des 759th Tank Battalion hatte sich bereits am 08.12.1944 zugetragen. Bei den anschliessenden Kämpfen am 10.12.1944 zwischen den deutschen Einheiten und den Einheiten der 83. US-Infanteriedivision befand sich das 759th Tank Battalion nicht mehr in diesem Sektor im Einsatz.

    Die 83. US-Infanteriedivision identifizierte erst am 10.12.1944 die Sturmpanzer-Abteilung 217 in ihrem Einsatzbereich. Aus den Aussagen von Angehörigen der Sturmpanzer-Abteilung 217, die von den Amerikanern gefangengenommen wurden, geht hervor, dass die 2. Kompanie der Sturmpanzer-Abteilung 217 die deutschen Einheiten bei den Kämpfen um Strass am 10.12.1944 unterstützt hatte und dabei auch Verluste erlitten hatte. Für den 10.12.1944 verzeichnete die 83. US-Infanteriedivision lediglich am frühen Nachmittag einen Angriff von rund 100 deutschen Infanteristen von Strass nach Schafberg, der die amerikanischen Truppen, die in die Kämpfe um den Ort Strass verwickelt waren in grosse Probleme brachte. Dieser Angriff erfolgte aber ohne eine Panzerunterstützung. Weitere deutsche Angriffe im Raum Strass mit Panzerunterstützung erfolgten am 11.12.1944.

    In dem Buch über die Einsatzgeschichte der Sturmpanzer-Abteilung 217 gibt es sehr ausführliche Informationen zu diesen Kämpfen, deren Wiedergabe hier aber zu weit führen würde.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Zusammen,


    nachstehend einige Informationen hinsichtlich der Organisation des Volkssturms in Kolberg:

    Es gab insgesamt 4 Volkssturmbataillone in Kolberg, die in einem Volkssturmregiment unter dem Kommando des SA-Standartenführer Pfeiffer zusammengefasst waren.

    - Das Volkssturmbataillon des I. Aufgebots wurde am 04.02.1945 per Bahn in den Raum Schneidemühl transportiert. Dort kam das Bataillon Ende Februar 1945 zum Einsatz und wurde weitgehend aufgerieben.

    - Das Volkssturmbataillon "Kolberg I" unter dem Kommando des Bataillonsführer Kastenbein

    - Das Volkssturmbataillon "Kolberg II" unter dem Kommando des Bataillonsführer Hans Petersen

    - Ein weiteres Volkssturmbataillon unter dem Kommando des Bataillonsführers Uplegger

    - Eine unabhängige Volkssturmkompanie unter dem Kommando des Kompanieführers Hauptmann der Reserve Schulz

    - Eine unabhängige Volkssturmkompanie für den Wachdienst, die sich am 07./08.03.1945 selbst auflöste

    - Einen Volkssturm-Werferzug

    Quelle: Die letzten Tage von Kolberg von Johannes Voelker

    Gruss

    Wolfgang

    Guten Morgen Sven,


    es kam tatsächlich ein drittes Volkssturmbataillon in Kolberg zum Einsatz; ich weiss nun nicht, ob dieses Bataillon die Bezeichnung Volkssturmbataillon "Kolberg III" trug. Der Bataillonsführer war Uplegger.

    Quelle: Die letzten Tage von Kolberg von Johannes Voelker

    Gruss

    Wolfgang