Posts by Wolfgang Grote

    Hallo Ulf ("Schonwiederder"),


    Du hattest mir über PN eine Nachricht zugeschickt, die aber leider bei mir nicht angekommen ist; daher antworte ich dir über diesen Weg.

    Zu deiner Frage in Bezug auf Friedberg, stammt die Information, dass der Divisionsstab der 6.SS Gebirgsjäger-Division am 30.03.1945 durch Friedberg nach Osten zog, aus dem G2 Periodic Report Nr. 289 vom 02.04.1945 des VIII. US Korps.

    Vielleicht eine weitere interessante Information aus dem gleichen Bericht, ist die Gefangenenaussage eines Angehörigen der 2. Panzer-Division, dass der kommandierende Major des Feldersatzbataillons am 26.03.1945 den Befehl erhielt sich nach Friedberg zu begeben, wo sich die Reste der Division versammeln sollen.

    Gruss


    Wolfgang

    Guten Morgen Arnaud,


    Es ist richtig, dass in den Unterlagen der 5. Schützenbrigade die Eroberung von Haut-le-Wastia am 13.05.1940 nicht erwähnt ist, aber ich vermute, dass trotzdem deutsche Truppen am 13.05.1940 in der Ortschaft waren, denn anders lässt sich der erste französische Gegenangriff am Abend des 13.05.1940 nicht erklären.

    Aktuell ist es immer schwierig die Ereignisse aus dem zweiten Weltkrieg für einen bestimmten Zeitraum und einen bestimmten Ort exakt zu rekonstruieren, denn es stehen nur noch die offiziellen Dokumente zur Verfügung, die den Krieg überstanden haben; leider kann man auf zuverlässige Aussagen von Zeitzeugen nur noch selten zurückgreifen.

    Leider ist dies auch der Fall für die offiziellen Dokumente der deutschen Wehrmacht von 1940; viele Unterlagen und Kriegstagebücher wurden bei einem Brand in dem Heeresarchiv von Potsdam, der durch ein Bombardement ausgelöst wurde, vernichtet oder stark beschädigt.

    Gruss


    Wolfgang

    Guten Abend Arnaud,


    Das im Heimdal-Verlag erschienene Buch "Mémorial de la Bataille de France - Volume I" gibt viele Details zu den Kämpfen in Haut-le-Wastia am 13. und 14.05.1940.


    Das 13. Schützenregiment erobert am 13.05.1940 gegen 13.00 Uhr die Ortschaft; die Franzosen starteten am 13.05.1940 um 18.30 Uhr einen ersten Gegenangriff mit dem II. Bataillon des 129. Infanterie-Regiments unterstützt von 3 gepanzerten Fahrzeugen (AMD) der 1. Divisions-Aufklärungsgruppe (GRDI), um Haut-le-Wastia zurückzuerobern. Während der Angriff der 6. Kompanie unter Führung von Hauptmann Gasnier durch MG-Feuer gestoppt wurde, konnte die 5. Kompanie unter der Führung von Hauptmann Fockedey unterstützt von den 3 Panzerfahrzeugen der 1. Divisions-Aufklärungsgruppe in dem Ort Fuss fassen. Die Kompanie konnte sich aber nicht halten und ein neuer französischer Gegenangriff wurde für den folgenden Tag angeordnet. An diesem Gegenangriff nahmen teil :

    - 7ème & 8ème Escadron des II/14ème Régiment Dragons Portés (= leichtes Panzerregiment)

    - II. Bataillon des 129. Infanterie-Regiment

    - 5 gepanzerte Fahrzeuge der 1. Divisions-Aufklärungsgruppe

    Am Morgen des 14.05.1940 war noch nichts entschieden, denn die 5. Panzerdivision hatte noch keinen Panzer über die Maas setzen können. Der zweite französische Gegenangriff auf Haut-le-Wastia begann um 05.30 Uhr. Der Ort wurde von dem II. Bataillon des 14. Schützenregiments gehalten. Den Franzosen gelingt es den Nordteil der Ortschaft zu erobern; die 5. und 6. Kompanie des 14. Schützenregiments müssen sich zurückziehen und verlieren rund 150 Mann an Toten und Verwundeten sowie 47 Gefangene. Die 7. Kompanie des 14. Schützenregiments, die den Südteil der Ortschaft hält, führt einen Gegenangriff, dessen Schwung aber durch das Eingreifen von gepanzerten Fahrzeugen gebrochen wird. Die Franzosen haben am 14.05.1940 um 07.00 Uhr Haut-le-Wastia wieder vollständig zurückerobert.

    Am 14.05.1940 um 08.30 Uhr gibt Oberst Préaud den französischen Einheiten den Befehl den Ort zu räumen; dieser Befehl erreicht aber nicht die 5. Kompanie des 129. Infanterie-Regiments. Gegen 09.00 Uhr räumen ebenfalls die gepanzerten Einheiten des 14ème Régiment Dragons Portés die Ortschaft. Am 14.05.1940 um 14.00 Uhr greifen die Deutschen unterstützt von 5 Panzern Haut-le-Wastia an und überwältigen die dort verbliebene 5. Kompanie des 129. Infanterie-Regiments, deren Kommandeur Hauptmann Fockedey bei den Kämpfen fällt.


    Ich hoffe dir mit diesen Informationen geholfen zu haben.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Arnaud,


    Teile des Kriegstagebuchs der 5. Schützenbrigade der 5. Panzerdivision haben den Krieg überstanden und können kostenlos online unter "germandocsinrussia" eingesehen werden : Bestand 500, Findbuch 12478, Akte 32

    Der Teil des Kriegstagebuchs für den 13.05.1940 ist fast vollständig erhalten.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Dirk,


    Die Informationen hinsichtlich des Einsatzes des Panzergrenadierregiments 304 im September 1944 sind sehr spärlich. Das Regiment gehörte zur 2. Panzerdivision, die wiederum dem I. SS-Panzerkorps unterstellt war. Es gibt keine offiziellen Dokumente von beiden Einheiten aus diesem Zeitraum, die erhalten blieben. Nach dem Rückzug aus Frankreich und Belgien bezogen die Reste der Panzergrenadierregimenter 2 und 304 der 2. Panzerdivision den Westwall zwischen Sevenig/Roscheid und Roth/Vianden. Durch die Gefangennahme von Angehörigen des Panzergrenadierregiments 304 am 17.09.1944 durch die Amerikaner konnte das Regiment westlich von Leidenborn lokalisiert werden; zu diesem Zeitpunkt soll es noch eine Stärke von 120 Mann gehabt haben.

    Für nähere Informationen zu den Kämpfen am Brückenkopf von Wallendorf kann ich dir "Krieg am Westwall 1944-45" von Edgar Christoffel, die "Chronik Wallendorf" von Bernhard Arens und "Die Geschichte der Heeresgruppe G" von Dieter Robert Bettinger empfehlen.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Eike,


    Urlaubsbedingt kann ich erst heute antworten und habe über PN bereits geschrieben.

    Ich brauche aber ein paar Tage Zeit, um die mir vorliegenden amerikanischen Berichte noch einmal durchzulesen.

    Leider gibt es kaum deutsche Quellen in Bezug auf die 166. Infanterie-Division und ich habe die meisten Informationen aus amerikanischen Quellen.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo AviaB.33,


    Das Landesschützenbataillon 485 B unterstand dem Militärbefehlshaber Belgien-Nordfrankreich; im Juni 1941 befanden sich die folgenden Bataillone in Belgien und Nordfrankreich :

    - Landesschützenbataillon 773 B in Mechelen

    - Landesschützenbataillon 770 B in Brügge

    - Landesschützenbataillon 774 B in Hasselt

    - Landesschützenbataillon 771 B in Wépion

    - Landesschützenbataillon 484 B in Lille

    - Landesschützenbataillon 485 B in Charleroi

    Hauptaufgabe dieser Bataillone war die Bewachung von Brücken, Tunnel und Bahnhöfen; die Wachen hatten eine Stärke von 6 bis 14 Mann.

    Zusätzliche Aufgaben :

    - Bewachen der Transporttrassen durch Patrouillen

    - Bereitschaft für den Einsatz an Notfahrplanstrecken und Notfahrplanumleitungsstrecken

    - Bewachung von Sonerzügen auf Befehl des OKH

    - Bekämpfung von gelandeten feindlichen Fallschirmjägern

    - Feststellung von Schäden durch feindliche Luftangriffe.

    Bis auf das Landesschützenbataillon 774 B blieben die übrigen 5 Bataillone bis September 1944 dem Militärbefehlshaber Belgien-Nordfrankreich unterstellt und nahmen im Anschluss an den Kämpfen gegen britische Truppen am Albertkanal (Landesschützenbataillon 484 B) und gegen amerikanische Truppen im Osten (Landesschützenbataillon 771 B) und Nordosten (Landesschützenbataillone 770 B & 773 B) Belgiens teil.

    Das Landesschützenbataillon 771 B wurde am 08.09.1944 der 89. Infanterie-Division unterstellt und nahm an den Rückzugskämpfen von Theux (südlich von Verviers) über Jalhay bis in den Raum Höfen - Harperscheid teil. Im Oktober 1944 kämpfte das Bataillon dann nördlich von Aachen.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Karl,


    Wenn dich der rein militärische Aspekt des Unternehmens "Felix" interessiert, dann würde ich dir die folgende Akte bei germandocsinrussia empfehlen : Findbuch 12474 - Akte 627.

    Soweit ich es übersehen kann, wären an dem Unternehmen "Felix" nur deutsche Einheiten beteiligt gewesen. Spanien hätte dieses Unternehmen nur logistisch unterstützt und den deutschen Truppen den Durschmarsch gewährt. Welche Reaktion dies nun auf alliierter Seite (Kriegserklärung Grossbritanniens an Spanien, usw.) hervorgerufen hätte, ist reine Spekulation und "Kaffeesatz lesen".

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Hiirisaari,


    Der Interrogation Report Nr. 178 befindet sich bei den G2 Periodic Reports der 5. US Infanterie-Division aus dem Monat April 1945.

    Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass die Genauigkeit der amerikanischen G2-Berichte nicht mit deutschen Orginaldokumenten vergleichbar ist, aber es trotzdem ein Glück, dass ein Grossteil dieser Berichte erhalten geblieben ist, denn die meisten deutschen Dokumente wurden gegen Kriegsende vernichtet. Soweit ich weiss, gibt es nur wenige Orginaldokumente der 6. SS Gebirgsjäger-Division aus dem Jahr 1945, die den Krieg überlebt haben.

    Gruss


    Wolfgang

    Guten Abend Lupo,


    Nachstehend ein paar Informationen zum Einsatz des 5. Fallschirmjägerregiments im Rahmen der 3. Fallschirmjägerdivision :

    - Nach einer kurzen Auffrischung in den Niederlanden kam das 5. Fallschirmjägerregiment in der zweiten Hälfte des Monats Oktober 1944 nördlich von Kranenburg (Niederrhein) zum Einsatz; es kämpfte u.a. gegen die 82. US Luftlandedivision. Es war dort bis Ende November 1944 eingesetzt.

    - Zwischen dem 28.11.1944 und dem 13.12.1944 war das Regiment westlich von Düren gegen die vorrückenden amerikanischen Truppen im Einsatz. Es wurde dort aus der Front gezogen und in den Raum Losheim für den Einsatz im Rahmen der Ardennenoffensive verlegt.

    - Zu Beginn der Ardennenoffensive (16.12.1944) unterstand die 3. Fallschirmjägerdivision, zu der das 5. Fallschirmjägerregiment gehörte, dem 1. SS Panzerkorps und kämpfte im Raum südlich von Büllingen (Belgien).

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Zusammen,


    Nachstehend ein paar Einzelheiten zu den Einsätzen der Sturmmörser-Kompanie 1002 im Reichswald :

    - Am 02.02.1945 wurde die Zuführung der Sturmmörser-Kompanie 1002 zum OB West befohlen

    - Am 11.02.1945 erfolgte die Unterstellung der Sturmmörser-Kompanie 1002 mit 5 Sturmmörsern unter die Panzerjäger-Abteilung 33, die Teil der 15. Panzergrenadier-Division war.

    - Am 12.02.1945 wurden dem Panzergrenadier-Regiment 115 3 Jagdpanzer der Panzerjäger-Abteilung 33 und die 5 Sturmmörser der Sturmmörser-Kompanie 1002 zur Unterstützung eines befohlenen Angriffs unterstellt. Der Gefechsstand des Regiments befand sich 1 Km nördlich von Pfalzdorf. Der Angriff erfolgte um 11.00 Uhr und startete am Südostrand des Reichswald und sollte in nördliche Richtung zu einer Waldschneise an der Strasse Kleve - Asberg geführt werden. Der Angriff blieb aber liegen.

    - Am 13.02.1945 war die Sturmmörser-Kompanie 1002 wieder der Panzerjäger-Abteilung 33 unterstellt, die ihren Gefechtsstand östlich von Pfalzdorf (Staudenhof) hatte. Am Nachmittag des 13.02.1945 verschoss die Sturmmörser-Kompanie insgesamt 40 Schuss auf erkannte feindliche Bereitstellungen und Ziele im Reichswald.

    - Am 24.02.1945 kamen 2 Sturmmörser der Sturmmörser-Kompanie 1002 bei der Panzerjäger-Abteilung 33 zum Einsatz; sie verschossen insgesamt 12 Schuss auf erkannte feindliche Bereitstellungen im Raum Hoest - Hoenhof.

    - Am 28.02.1945 wurde die Sturmmörser-Kompanie 1002 mit 2 Sturmmörsern der Kampfgruppe Tebbe (I. Abteilung (Panther)/Panzerregiment 16) der 116. Panzerdivision unterstellt.

    - Die Sturmmörser unterstützten am 28.02.1945 das Fallschirmjägerregiment 24 im Raum Uedem, das durch einen Gegenangriff, der durch einige Panzer der Kampfgruppe Tebbe unterstützt wurde, den Durchbruch feindlicher Kräfte vereiteln konnte.

    - Am 02.03.1945 schied die Sturmmörser-Kompanie 1002 aus dem Unterstellungsverhältnis bei der Kampfgruppe Tebbe aus und wurde östlich des Rheins verlegt.

    Quellen : KTB Panzerjäger-Abteilung 33 & Panzergrenadier-Regiment 115 sowie Gefechtsbericht der Kampfgruppe Tebbe.


    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Jan,


    Zu meinem gestrigen Beitrag gibt es noch 2 Bemerkungen :

    1°) Zwischen dem 01.04.1945 und dem 04.04.1945 war die 80. US-Infanterie-Division nur noch mit den folgenden Einheiten der 166. Infanterie-Division in Kontakt :

    - I. Bataillon des Grenadierregiments 661

    - II. Bataillon des Grenadierregiments 662

    - Kampfgruppe Grenadierregiment 660, die hauptsächlich aus dem I. Bataillon des Grenadieregiments 660 bestand.

    2°) Die 166. Infanterie-Division war mit dem Problem der Fahnenflucht konfrontiert. So entfernten sich am 02.04.1945 während der Kämpfe im Raum Kassel unerlaubt folgende Offiziere in Zivilkleidung unter Zurücklassung ihrer Uniformen :

    - Oberstleutnant Freyde

    - Major Hachmann

    - Hauptmann Krotefeld


    Nachstehend folgt der Einsatz des II. Bataillons des Grenadierregiments 661 :

    - Am 31.03.1945 kam das Bataillon mit der Bahn in Brakel an und wurde dort entladen. Das Bataillon stand unter dem Kommando von Hauptmann Schweitzer. Am gleichen Tag noch marschierten die 5., 6. und 7. Kompanie zu ihrem Einsatzort = Die Wälder nördlich von Niesen. Die Stärke der 5. Kompanie betrug 150 Mann. Die 8. Kompanie blieb einen Tag in Brakel und marschierte erst am 01.04.1945 nach Niesen. Unterstützt wurde das Bataillon von einer Batterie mit 4 Stück Geschütze 105 mm (wahrscheinlich 1 Batterie der I. Abteilung / Artillerie-Regiment 1066).

    - Das Bataillon kämpfte in der Hauptsache gegen die 3. US-Panzerdivision und die 1. US-Infanterie-Division. Nach dem Eintreffen des Bataillons im Raum Niesen unterstellte Sturmbannführer Meyer das Bataillon seinem Regiment, das zur Panzerbrigade "Westfalen" gehörte. Es bezog auf seinen Befehl eine Verteidigungsstellung im Wald bei Hampenhausen.

    - Am 06.04.1945 kam es zu schweren Kämpfen mit den vorrückenden amerikanischen Truppen. Bei diesen Kämpfen wurden die 5. und 7. Kompanie im Raum Peckelsheim zerschlagen und die Kampfstärken der 6. und 8. Kompanie sanken auf jeweils 60 Mann. Die 8. Kompanie verlor ebenfalls alle ihre Granatwerfer. Insgesamt verfügte das Bataillon nach dem 06.04.1945 nur noch über eine Gesamtstärke von 250 Mann und es war im Raum Erkeln eingeschlossen. Es erhielt den Befehl in kleinen Gruppen von 4-5 Mann in Richtung Derenthal auszubrechen. Viele Soldaten wechselten in Zivilkleidung und desertierten, z.Bsp. 15 Mann der 8. Kompanie.

    - Der Kommandeur des Bataillons, Hauptmann Schweitzer, marschierte mit dem gesamten Bataillonsstab während 3 Tagen zwischen den vorrückenden Amerikanern bevor er am 10.04.1945 bei Beverungen gefangengenommen wurde.


    Am 09./10.04.1945 kämpften die Reste des Grenadierregiments 661 bei Witzenhausen, Sie waren zu einer Kampfgruppe zusammengefasst, die unter dem Kommando von Major Hartmann stand und eine Stärke von 150 Mann hatte.

    Gefangene bestätigten in ihren Aussagen, dass sich die 166. Infanterie-Division in kompletter Auflösung befand und die Grenadierregimenter 660 und 662 bereits aufgelöst sind. Dafür waren der Division zu diesem Zeitpunkt die Infanterie-Regimenter 593 und 594 unterstellt, die ebenfalls von Dänemark an die Westfront verlegt worden sind.


    Zum Abschluss folgt der Einsatz des Artillerie-Regiments 1066 :

    Das Regiment bestand aus 3 Abteilungen :

    - I. Abteilung unter dem Kommando von Hauptmann Wapenheutsch bestand aus 3 Batterien mit jeweils 4 Geschützen 105 mm

    - II. Abteilung unter dem Kommando von Hauptmann Dubel bestand aus 3 Batterien mit jeweils 4 russischen Geschützen 122 mm

    - III. Abteilung, die zum Zeitpunkt der Verlegung der 166. Infanterie-Division wegen der noch andauernden Reorganisation in Dänemark geblieben war; ob die Abteilung zu einem späteren Zeitpunkt noch an die Westfront oder Ostfront verlegt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Die I. Abteilung wurde im Raum Kassel eingesetzt. Leider fehlen mir Details zu diesem Einsatz.

    Am 14.04.1945 gaben Gefangene der Abteilung an, dass einige Tage zuvor die Heeres-Artillerie-Abteilung 843 in das Artillerie-Regiment 1066 eingegliedert wurde und somit die Anzahl der verfügbaren Geschütze 105 mm auf insgesamt 8 Stück stieg. Jedoch gaben Gefangene der Abteilung am 15.04.1945 an, dass es nur noch 3 verfügbare Geschütze 105 mm gab.


    In Bezug auf den Einsatz der II. Abteilung gibt die vom Kommandeur der Abteilung, Hauptmann Dubel, bei seiner Gefangennahme am 19.04.1945 gemachte Aussage eine gute Übersicht :

    - Die Abteillung wurde ebenfalls mit der Bahn von Dänemark nach Brakel gebracht und dort entladen. Im Anschluss wurde die Abteilung westlich der Weser verlegt und unterstand direkt dem LXVI. Armeekorps unter dem Kommando von General Floerke.

    - Die Amerikaner identifizierten die Abteilung bzw. Teile der Abteilung an den folgenden Orten :

    Die 4. Batterie wurde von der 104. US-Infanterie-Division am 07.04.1945 bei Gieselwerder identifiziert ; die Batterie hatte den Auftrag die Panzerbrigade "Westfalen" zu unterstützen.

    Ebenfalls identifizierte die 104. US-Infanterie-Division am 08.04.1945 das Artillerie-Regiment 1066 östlich von Ortelsheim.

    Am 09.04.1945 wurden die 4. und 5. Batterie von den Amerikanern bei Schönhagen identifiziert; Gefangene gaben an, dass es einen Mangel an Munition gibt.

    - Der Rückzug über die Weser gelang mit einer vollständigen Batterie und einigen Geschützen einer weiteren Batterie.

    - 2 Geschütze wurden in Osterode zerstört; bis auf 2 Geschütze gingen alle übrigen Geschütze nach und nach auf dem weiteren Rückzug in den Harz verloren.

    - Am 18.04.1945 wurden die 2 verbliebenen Geschütze der Abteilung bei Schierke in Stellung gebracht, aber es bestand keine Verbindung zu einem Befehlsstand für einen Feuerbefehl. Der Kommandeur der Abteilung erhielt noch einen Befehl von der Panzerbrigade "Westfalen" die Abteilung als Infanterie einzusetzen. Obwohl er ein überzeugter Nazi war, befolgte er den Befehl nicht, sondern gab den Angehörigen der Abteilung den Befehl zum Auflösen der Abteilung und zum Ausbruch aus dem Kessel.

    - Am 19.04.1945 und 20.04.1945 nahm die 1. US-Infanterie-Division insgesamt 146 Angehörige der Abteilung gefangen, unter ihnen auch Hauptmann Dubel.


    Hier enden nun meine Beiträge zu diesem Thema.

    Gruss


    Wolfgang

    Guten Abend Jan,


    Nachstehend gehe ich zunächst auf den Einsatz der übrigen Regimenter/Bataillone der 166. Infanterie-Division ein, mit Ausnahme des II. Bataillons des Grenadierregiments 661 und des Artillerieregiments 1066. Das II. Bataillon des Grenadieregiments 661 kam nicht im Verbund mit der Division zum Einsatz, das es weiter nördlich verlegt wurde und somit keinen Kontakt mehr zu der Division hatte.

    - Das Grenadieregiment 662 ohne I. Bataillon befand sich am 01.04.1945 im Raum Fritzlar; es erlitt dort schwere Verluste und hatte nur noch eine Stärke von 300 Mann.

    - Das II. Bataillon des Grenadieregiments 660 lag am 01.04.1945 nördlich der Eder, im Raum Wellen - Burgheim, und unterstand Hauptmann Trattmann. Es bestand aus 3 Infanterie-Kompanien mit jeweils 100 Mann und 6 leichten Maschinengewehren sowie einer schweren Kompanie mit 55 Mann, 6 schweren Maschinengewehren, 3 Granatwerfern 81 mm und 3 italienischen Granatwerfern. Das Bataillon war bereits am 02.04.1945 zerschlagen.

    - Das I. Bataillon des Grenadierregiments 660 lag ebenfalls im Raum Wellen und erlitt schwere Verluste durch amerikanische Panzer; die Kampfstärke des Bataillons sank auf 300 Mann.

    - Laut amerikanischen Angaben unterstand das I. Bataillon des Grenadierregiments 661 der Kampfgruppe Bremm, deren Gefechsstand sich in Dennhausen befand. Zusätzlich waren der Kampfgruppe die Kampfgruppe Bohe unterstellt, die sich aus Versprengten zusammensetzte, sowie einige Kampfpanzer Tiger II. Bremm = Oberstleutnant Bremm, Kommandeur des Volksgrenadier-Regiments 990 der 277. Volksgrenadier-Division.

    Die Kampfgruppe Bremm stand unter dem Kommando der 166. Infanterie-Division.

    Am 02.04.1945 hatte die 166. Infanterie-Division mit den Bataillonen, die ihr noch zur Verfügung standen folgende Verteidigungslinie entlang der Fulda bezogen :

    1°) I. Bataillon des Grenadierregiments 661 nördlich von Albshausen :

    - Gefechtsstand in Cuxhagen

    - 1. Kompanie in Albshausen

    - 2. Kompanie in Albshausen

    - 3. Kompanie in Grünhagen

    - 4. Kompanie in Wattenbach

    2°) II. Bataillon des Grenadierregiment 662 zwischen Koerle und Melsungen :

    - 5. Kompanie in Koerle

    - 6. Kompanie in Eiterhagen

    - 13. Kompanie in Berghausen

    - 14. Kompanie in Wellerode

    - Pionierzug in Albshausen

    3°) I. Bataillon des Grenadierregiment 660 nordwestlich von Kassel, Höhe Forst Wilhelmshöhe; die 4. Kompanie des Bataillons lag in Kassel.

    Das III. Bataillon des Grenadierregiment 661 galt als aufgelöst.

    Zu diesem Zeitpunkt kämpfte die Division in der Hauptsache gegen die 80. US-Infanterie-Division.

    Die 166. Infanterie-Division kann aber ab dem 04.04.1945 als zerschlagen angesehen werden.


    wird fortgesetzt.


    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Jan,


    Die 166. Infanterie-Division stand unter dem Kommando von Generalleutnant von Fabrice und setzte sich aus den Grenadierregimentern 660, 661 & 662 sowie aus dem Artillerieregiment 1066 zusammen.

    Die Division hatte nur eine geringe Kampfkraft, da sie hauptsächlich aus Rekruten im Alter von 16 Jahren bestand, die ungenügend für den Fronteinsatz ausgebildet waren.

    Die Grenadierregimenter wurden am 10.03.1945 aus den folgenden Ersatz- und Ausbildungseinheiten gebildet :


    1°) 69. Ersatz- und Ausbildungregiment wurde das Grenadierregiment 661

    - 236. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das III. Bataillon/Grenadierregiment 661

    - 159. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das I. Bataillon/Grenadierregiment 661

    - 193. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das II. Bataillon/Grenadierregiment 661


    2°) 86. Ersatz- und Ausbildungsregiment wurde das Grenadierregiment 662

    - 167. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das I. Bataillon/Grenadierregiment 662

    - 184. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das II. Bataillon/Grenadierregiment 662

    - 216. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde im Januar 1945 bereits an die Ostfront verlegt


    3°) 6. Ersatz- und Ausbildungsregiment wurde das Grenadieregiment 660

    - 18. Ersatz- und Ausbildungsregiment wurde an die Ostfront verlegt

    - 58. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das I. Bataillon/Grenadierregiment 660

    - 37. Ersatz- und Ausbildungsbataillon wurde das II. Bataillon/Grenadierregiment 660


    Der Abtransport der 166. Infanterie-Division aus Dänemark begann am 25.03.1945. Die Division wurde mit der Bahn über Hamburg und Leipzig in den Raum Kassel transportiert mit dem Auftrag Kassel zu verteidigen.


    Erste Teile der Division (Teile der Grenadierregimenter 661 & 662) erreichten am Abend des 28.03.1945 Kirchhain und wurden dort entladen. Sie hatten den Auftrag eine Verteidigungslinie zwischen Marburg und Kirchhain entlang der dort verlaufenden Eisenbahnlinie gegen die angreifenden gepanzerten Einheiten der 7. US Panzerdivision aufzubauen. Die US Truppen trafen dort im Anschluss auf starken Widerstand. Folgende Einheiten wurden von dem Amerikanern identifiziert :

    - Die 12. Kompanie des Grenadierregiments 661, die über 6 schwere Maschinengewehre und 4 Granatwerfer 81 mm verfügte. Die Kompanie gehörte zum III. Bataillon des Grenadierregiments 661. Das Bataillon hatte eine Stärke von 600 Mann und lag am 31.03.1945 zusammen mit der 13. & 14. Kompanie des Grenadierregiments 661 sowie dem II. Bataillon des Grenadierregiments 662 in Jesberg.

    - Das I. Bataillon des Grenadierregiments 662 unter dem Kommando von Major Michaely. Das Bataillon wurde durch Luftangriffe auf eine Kampfstärke von ca 220 Mann reduziert. Es erhielt zwar den Befehl für eine Verlegung nach Treysa, aber der Bataillonskommandeur ergab sich am 30.03.1945 zusammen mit den Resten des Bataillons den Amerikanern.


    wird fortgesetzt.


    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Jan,


    Der Einsatz der 166. Infanterie-Division ist ein Thema, mit dem man Seiten füllen kann. Anhand von amerikanischen G2-Berichten verschiedener Einheiten lässt sich der Weg der Division einigermassen verfolgen; ich werde die Resultate meiner Recherchen in den kommenden Tagen in das Forum setzen. Somit bitte ich um ein wenig Geduld.

    Vorab kann ich dir aber sagen, dass der Haupteinsatzort der Division im Raum Kassel lag; lediglich Splittergruppen des Artillerie-Régiments 1066 waren noch im Harz eingesetzt.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Ingo,


    Im Raum Aachen waren folgende Flak-Abteilungen im Einsatz :

    - Flak-Abteilung 514 mit 6 Batterien 8,8 cm

    - Flak-Abteilung 889 mit 6 Batterien 2 cm

    Die 6 Batterien der Flak-Abteilung 514 lagen in einem Kreis um die Stadt Aachen, wurden aber als sich die Amerikaner dem Westwall näherten aus ihren Stellungen gezogen und nördlich von Aachen gesammelt, da sie für einen Fronteinsatz nicht tauglich waren. Am 24.09.1944 befanden sich noch die 2., 5. und 6. Batterie nördlich von Aachen. Das Personal der Flak-Abteilung 514 wurde dann in das Reichsinnere verlegt und im Rahmen anderer Flak-Abteilungen eingesetzt, z.Bsp. im Ruhrgebiet.

    Die Flak-Abteilung 889 wurde im Raum Aachen im Rahmen des Objektschutzes eingesetzt, sollte dann für die Verteidigung von Aachen herangezogen werden; dazu kam es aber nicht. Vereinzelte Batterien kamen zum Fronteinsatz, z.Bsp. in Roetgen.

    Gruss


    Wolfgang