Posts by Wolfgang Grote

    Hallo Daughter, Hallo Eumex,


    Das verstärkte Regiment "Der Führer" wurde am 06.05.1945 nach Prag beordert mit dem Auftrag :

    - Den Weg nach Prag freizukämpfen;

    - Bei der Niederwerfung des Aufstands der Tschechen mitzuwirken;

    - Verbindung mit dem Wehrmachtsbefehlshaber von Prag, General Toussaint, aufzunehmen und weitere Befehle von ihm entgegenzunehmen.

    Ein Befehl von GFM Schörner, Befehlshaber der Heeresgruppe Mitte, erreichte ebenfalls an diesem Tag das Regiment, in dem das Regiment aufgefordert wurde bis zum 07.05.1945 die Innenstadt von Prag zu erreichen.

    Ab dem 06.05.1945 abends griff das Regiment in die Kämpfe in Prag ein. Am 08.05.1945 um 19.00 Uhr meldet das Regiment an die Division und GFM Schörner, dass es von Prag in Richtung Pilsen marschieren wird, um sich dort in amerikanische Gefangenschaft zu begeben. Der Abmarsch in Prag erfolgte am 08.05.1945 um 21.00 Uhr; das Regiment hatte den Auftrag auf dem Marsch nach Pilsen so viele Frauen und Kinder als irgendwie möglich mitzunehmen. An der Stadtgrenze wurde das Regiment aufgefordert aufgrund der Waffenstillstandsbedingungen alle Waffen abzugeben. Am 09.05.1945 um 10.00 Uhr erreichten die Spitzen des Regiments bei Rokiczany die 2.US Infanterie-Division. Im Anschluss ging dort das gesamte Regiment im Laufe des Vormittags in amerikanische Gefangenschaft. Eine Ausnahme bildeten die 3. und 4. Kompanie, die aus Mangel an Fahrzeugen im Raum Dresden zurückgeblieben waren; beide Kompanien sollten zwar im Fussmarsch dem Regiment nachgeführt werden, aber sie erreichten erst am 12.05.1945 Teplitz-Schönau; die beiden Kompanien lösten sich dort auf und bildeten kleine Gruppen, die versuchten sich westwärts "nach Hause" durchzuschlagen.

    Das Regiment hat sich während seines Einsatzes in Prag keinem Kriegsverbrechen zu Schulden kommen lassen.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Daughter,


    Es ist bereits ausgeschlossen, dass das Regiment "Der Führer" am 09.06.1944 an der Hinrichtung von 99 Franzosen als Strafe für die Erschiessung von 64 Angehörigen des Sicherungsregiments 95 durch französische Widerstandskämpfer in Tulle teilgenommen hatte, denn die SS-Panzeraufklärungsabteilung 2 bekam nach Erhalt der Anfrage vom Feldkommandant Brive den Auftrag das von Partisanen in Tulle eingeschlossene Bataillon des Sicherungsregiments 95 freizukämpfen. Es erreichte Tulle am 08.06.1944 um 21.00 Uhr. Am gleichen Abend richtete ebenfalls die 2.SS Panzerdivision ihren Divisionsgefechtsstand zusammen mit der Divisions-Nachrichtenabteilung in Tulle ein.

    Dagegen war das Regiment "Der Führer" an den Repressalien für die Entführung des Kommandeurs des III. Bataillons des Regiments "Der Führer", Sturmbannführer Kämpfe, aktiv beteiligt :

    - Repressalien durch das III. Bataillon des Regiments "Der Führer" am des 09.06.1944 in dem Ort La Bussière, in dem Sturmbannführer Kämpfe von französischen Widerstandskämpfer entführt wurde.

    - Die Zerstörung der Stadt und die Hinrichtung der Bevölkerung von Oradour-sur-Glane am 10.06.1944 durch die 3.Kompanie, verstärkt durch einen Zug der 4. Kompanie, des I. Bataillons des Regiments "Der Führer". In diesem Fall ging man seitens des Regiments davon aus, dass sich sowohl Sturmbannführer Kämpfe als auch ein Stab des französischen Widerstands in Oradour-sur-Glane aufhielten. Ebenfalls wurde davon ausgegangen, dass sie Bevölkerung der Stadt eng mit den Partisanen zusammenarbeitete. Der Kommandeur des I. Bataillons, Sturmbannführer Diekmann, erhielt die Erlaubnis des Regiments mit einer Kompanie nach Oradour-sur-Glane zu marschieren, um den dort vermuteten Sturmbannführer Kämpfe zu befreien oder falls der Gefangene dort nicht gefunden würde hörere Führer des Widerstandes gefangen zu nehmen um sie dann gegen den Gefangenen austauschen zu können. Nachdem Sturmbannführer Diekmann den Gefangenen in Oradour-sur-Glane nicht fand, liess er eigenmächtig ohne Befehl des Regiments oder der Division die Stadt niederbrennen und die Bevölkerung erschiessen.

    Sturmbannführer Kämpfe, der von der französischen Widerstandsbewegung in Cheyssous gefangen gehalten wurde, wurde nach dem Massaker von Oradour-sur-Glane aus Rache hingerichtet.

    Sturmbannführer Diekmann wurde wegen seines eigenmächtigen Handelns mit einem kriegsgerichtlichen Verfahren gedroht.

    Daher würde es mich wundern, wenn dein Vater als Funker bei dem Regiment von alldem nichts gewusst haben soll.

    Gruss


    Wolfgang

    Guten Abend Jan,


    Keine Ursache; ich muss nur die nötige Zeit haben, um alle Information herauszusuchen.

    Vielleicht ein kurzer Nachtrag zum Einsatz der Division in Ungarn und Österreich :

    - In der ersten Hälfte des Monats März 1945 war die Division im Raum Stuhlweissenburg im Einsatz.

    - In der zweiten Hälfte des Monats März 1945 kämpfte die Division bei Komorn und war dem XXXXIII.AK unterstellt.

    - Zur Monatswende März/April 1945 kam die Division unter das Kommando des I. SS Panzerkorps Sie blieb anschliessend unter dem Kommando des I. SS Panzerkorps bis zur Kapitulation am 09.05.1945; zu diesem Zeitpunkt befand sie sich südlich von St.Pölten. Die Division wurde aber dann nur noch als Kampfgruppe geführt.

    Gruss


    Wolfgang

    Guten Abend Jan,


    Die 356. Infanterie-Division wurde Ende Januar 1945 in Italien aus der Front gezogen :

    - Das Infanterie-Regiment 869 unter dem Kommando von Oberst von Salden sowie das Füsilierbataillon 356 unter dem Kommando von Major Haars und Teile des Artillerie-Regiments 356 (8. & 9. Batterie) kamen zur Auffrischung nach Schwarzenborn; die Auffrischung war bis zum 01.05.1945 vorgesehen. Dort standen die Einheiten unter dem Kommando des Wehrkreises IX (Kassel).

    Das Infanterie-Regiment 869 bestand aus 2 Bataillonen mit einer Stärke von jeweils 500-600 Mann.

    - Die Infanterie-Regimenter 870 & 871 sowie der Divisionsstab und die übrigen Divisionstruppen wurden direkt von Italien nach Ungarn verlegt; somit wird es sich um die Reste dieser Einheiten handeln, die im April 1945 in Österreich im Einsatz waren.

    Wegen des raschen Vormarsches der Amerikaner konnte die Auffrischung des Infanterie-Regiments 869 und des Füsilierbataillons 356 nicht abgeschlossen werden und die beiden Einheiten wurden bereits nach 4-6 Wochen Ausbildung gegen die vorrückenden Amerikaner eingesetzt :

    - Das Füsilierbataillon 356 wurde am 28.03.1945 nach Kirchhain in Marsch gesetzt; hier gehen die Gefangenenaussagen etwas auseinander :

    Einerseits soll aus dem Füslierbataillon 356 eine Alarmkompanie von +/- 90 Mann gebildet worden sein, die dann unter dem Bataillonskommandeur Major Haars am 28.03.1945 nach Kirchhain geschickt wurde. Dort konnte die Kompanie nichts mehr ausrichten, da das Gebiet bereits von den Amerikanern kontrolliert wurde, und die Kompanie wurde somit wieder nach Oberaula zurückgezogen.

    Ein Angehöriger des Bataillons, der am 29.03.1945 von den Amerikanern in Kirchhain gefangengenommen wurde, sagte dagegen aus, dass das gesamte Bataillon mit einer Stärke von 300 Mann und unter der Führung von Rittmeister Lux am 28.03.1945 nach Kirchhain in Marsch gesetzt wurde und dort am Morgen des 29.03.1945 ankam. Da sich in Kirchhain zu diesem Zeitpunkt bereits amerikanische Panzer befanden, griff das Bataillon nicht in die Kämpfe ein, da es gegen die amerikanischen Panzer keine Chancen hatte, und zog sich wieder zurück.

    Das Bataillon bestand aus 3 Infanterie-Kompanien mit leichten Waffen und 2 leichten MG je Kompanie und einer schweren Kompanie mit 4 schweren MG, 8 Granatwerfern 81 mm und 4 Infanterie-Geschützen 75 mm.

    - Zusätzlich wurde aus dem I. & II. Bataillon des Infanterie-Regiments 869 ein Alarmbataillon in Stärke von 300 Mann gebildet und unter der Führung von Major Koeberich (Kommandeur des I. Bataillons) nach Kirchhain geschickt; es soll dort vernichtet worden sein.

    - Eine Kampfgruppe des Infanterie-Regiments 869 bestehend aus dem Regimentsstabn der 2., 8., 13. & 14. Kompanie sowie der Stabkompanie unter der Führung des Regimentskommandeurs Oberst von Salden kämpfte am 30.03.1945 in Alsfeld; die Kampfgruppe wurde von der 8. Batterie des Artillerie-Regiments 356 unterstützt. Die Batterie hatte eine Stärke von 90 Mann und verfügte über 2 Geschütze 105 mm. Die Geschütze wurden gesprengt und die Batterie wurde im Anschluss als Infanterie in Alsfeld eingesetzt.

    Die 13. Kompanie, die mit Infanterie-Geschützen ausgerüstet war, wurde bei den Kämpfen vollständig vernichtet, da das Personal die Geschütze nicht bedienen konnte.

    Die Stärke der 2. Kompanie wurde mit 170 Mann beziffert und die Kompanie verfügte über 2 PAK-Geschütze, 9 schwere MG und italienische Granatwerfer.

    Ein Teil des Regiments verblieb in Schwarzenborn und konnte aus Mangel an Waffen nicht eingesetzt werden.

    Die 9. Batterie des Artillerie-Regiments 356 verfügte ebenfalls über 2 Geschütze 105 mm; über den Einsatz der Batterie liegen mir keine Informationen vor.

    Oberst von Salden nahm sich am 31.03.1945 mit Hilfe einer Panzerfaust das Leben, da zu diesem Zeitpunkt das Regiment von amerikanischen Panzern zerschlagen war.

    Die Reste der beiden Bataillone des Infanterie-Regiments 869 sowie das Füsilierbataillon 356 wurden im Anschluss im Raum Oberaula eingekesselt. Einem Teil der Soldaten gelang die Flucht, zum Teil in Zivilkleidung.

    Bis zum 10.04.1945 wurden von dem VIII. US Korps immer noch Angehörige des Infanterie-Regiments 869 gefangengenommen :

    - Am 06.04.1945 Angehörige der 5. Kompanie

    - Am 09.04.1945 Major Haars; Major Haars war ein Fanatiker der letzten Stunde; er schlug während der Einkesselung bei Oberaula den Soldaten vor im Rücken der Amerikaner Angriffe und Sabotageakte durchzuführen, aber seine Idee fand bei den Soldaten kaum Zuspruch.

    Soweit die Informationen, die ich in den G2 Berichten des III., V. und VIII. US Korps sowie in den G2 Berichten der 80.US Infanterie-Division finden konnte.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Jörg,


    Nachstehend noch paar Details aus amerikanischen Quellen :

    Die 4. & 5. Batterie/II.Abteilung/Werferregiment 54 waren die einzigen Einheiten des Regiments, denen es gelang sich über den Rhein zurückzuziehen.

    Die I. & III.Abteilung sollten wieder aufgestellt werden; da das Regiment ständig verlegt werden musste, war dies nicht mehr möglich.

    Die 4. Batterie hatte ihren letzten Einsatz östlich von Ilmenau, anschliessend ist über deren weiteren Verbleib nichts mehr bekannt. Die 5. Batterie, mit rund 70 Mann und 4-5 Werfer 150 mm war am 12.04.1945 im Raum Schwarza im Einsatz

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Mirko,


    Direkt habe ich nichts zu Dirmingen; soweit ich aber sehen kann, liegt Dirmingen in der Nähe von Toley und es könnte sich somit um eine Feuerstellung des Geschützes K5 der Eisenbahn-Artillerie-Batterie 765, das im Raum Toley im Einsatz war.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Mirko,


    Wenn der Sachverhalt so feststeht, wie du ihn zitiert hast, dann ich dir leider bei der weiteren Identifizierung des Eisenbahn-Geschützes nicht weiterhelfen, denn laut meinen Unterlagen waren nur 2 Geschütze K5 glatt an der Westfront im Einsatz; diese Geschütze gehörten zur Eisenbahn-Artillerie-Batterie 749, die zuerst im Dezember 1944 von der Eifel aus die Ardennenoffensive unterstützte und sich 1945 östlich von Köln im Bergischen Land befand.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Benjamin,


    Bei den genannten Werkstattpanzer handelte es sich um Panzer, die sich in der Instandsetzung befanden und zur Verteidigung bei Laubach eingesetzt wurden; die genaue Anzahl ist mir leider nicht bekannt und ich glaube nicht, dass diese Panzer einen Gegenangriff geführt haben. Diesen Panzern gelang aber der Abschuss von 4 amerikanischen Panzern.

    Bei der Flak in Kehrig wird es sich sicherlich um die die Flak-Abteilung 501 gehandelt haben, da sich die zweite Flak-Einheit, die für die Verteidigung herangezogen wurde, im Raum Büchel befand.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Thomas,


    Mir ist nur die Anwesenheit von insgesamt 5 Eisenbahn-Geschützen zur Jahreswende 1944-1945 in der Südpfalz bekannt, d.h.

    - 1. Batterie der Eisenbahn-Artillerie-Abteilung 725 mit 3 Geschützen

    - Eisenbahn-Artillerie-Batterie 765 mit 2 Geschützen

    Keines dieser Geschütze war in dem Tunnel von Annweiler eingesetzt. Kann es nicht sein, dass es sich dabei nicht um ein Eisenbahn-Flak-Geschütz handelt ?

    Vielleicht könntest du ein paar Einzelheiten zu diesem Geschütz aus deiner Literatur geben.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Mirko,


    Zu dem genannten Zeitraum (März 1945) gab es gemäss meinen Informationen nur 2 Geschütze K5 zwischen der Mosel und der französischen Grenze; diese Geschütze gehörten zur Eisenbahn-Artillerie-Batterie 765; laut der Aussage eines von den Amerikanern gefangengenommenen Angehörigen dieser Batterie befand sich ein Geschütz in Tholey und das zweite Geschütz in einem Tunnel im Norden von Pirmasens (Stand Februar 1945). Die Geschütze K5 dieser Batterie hatten normalerweise aber nur eine Reichweite von 59 Km. Es stellt sich somit die Frage, ob diese Geschütze effektiv die Stadt Luxemburg oder nur das Staatsgebiet Luxemburg beschossen haben.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Mirko,


    Vermutlich hast du dich im Jahr geirrt, denn im März 1944 war Luxemburg noch besetztes Gebiet und die deutsche Eisenbahn-Artillerie stand an der französischen Kanalküste. Ich gehe daher stark davon aus, dass es sich um März 1945 handelt.

    Bis zum 19.03.1945 waren die 3 Geschütze "Bruno" 28 cm der 1. Batterie der Eisenbahn-Artillerie-Abteilung 725 auf die Tunnel von Bildstock, Wiebelskirchen und Heimbach verteilt; es ist daher sehr gut möglich, dass sich eines dieser Geschütze ebenfalls zeitweilig in dem Tunnel bei Merchweiler befand, da Merchweiler in der Nähe von Bildstock liegt.

    Die Geschütze dieser Batterie zogen sich am 19.03.1945 nach Osten zurück und konnten am 22.03.1945 bei Speyer über den Rhein gebracht werden.


    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Benjamin,


    In dem Kriegstagebuch der Heeresgruppe G gibt es einige interessante Information in Bezug auf die Eroberung der Gegend Kaisersesch durch die Amerikaner am 07.03.1945 :

    - Aus der Tagesmeldung vom 06.03.1945 :

    "Bei 7.Armee setzte 4.(a) Pz.Div. den Durchbruch über Daun - Ulmen fort. Aus dem Raum westlich Daun klärte Feind nach Süden und Südosten auf und stiess mit Panzerspitzen von Ulmen in allgemeiner Richtung Kaisersesch weiter vor. Bei Laubach wurde er unter Abschuss von 4 Panzern zunächst abgewiesen"

    Später wurde die Stärke der vorrückenden amerikanischen Einheiten, die sich bei Laubach befanden, mit 60 - 70 Panzern angegeben, die von Infanterie begleitet wurden.

    Die 4 amerikanischen Panzer wurden durch Werkstattpanzer abgeschossen (möglicherweise gehörten diese Panzer zur Panzer-Lehrdivision).

    - Aus Absichten der 7. Armee für den 07.03.1945 :

    "Einsatz von 2 Flak-Gruppen im Raum Kaisersesch - Nordwesten Büchel zur Sperrung der nach Koblenz und gegen Cochem führenden Strassen."

    Die Flak-Abteilung 501 war zu diesem Zweck im Raum Kaisersesch eingesetzt.

    - Aus der Tagesmeldung vom 07.03.1945 :

    "Bei 7. Armee stiess Feind über Kaisersesch in Richtung Koblenz weiter vor."

    - Aus der Abendmeldung vom 07.03.1945 :

    "XIII. Armeekorps : Panzerfeind im Vorgehen aus Kaisersesch nach Nordosten, steht mit Teilen westlich Polsch"

    Für die Verteidigung von Kaisersesch standen nur Alarmeinheiten zur Verfügung, denn durch den schnellen Vormarsch der 4. US Panzerdivision klaffte eine Lücke zwischen dem XIII. und LIII. Armeekorps. Für den 08.03.1945 war vorgesehen, dass ein Sperrverband der 6.SS Gebirgsjägerdivision zusammen mit Einheiten des Volkssturm und der schweren Artillerie-Abteilung 1151 den Unterlauf der Mosel zwischen Koblenz und Cochem verteidigen sollten, die dem Stab der 276. Volksgrenadierdivision unterstellt werden sollten. Der Sperrverband der 6. SS Gebirgsjägerdivision musste aber zuerst zusammen mit der schweren Artillerie-Abteilung 1151 aus dem Bereich des AOK 1, südlich von Trier, herausgelöst werden und in den vorgesehenen Bereich transportiert werden. Im Anschluss war vorgesehen, dass eine Regimentsgruppe der 352. Volksgrenadierdivision die Linie Cochem - Gevenich - Gillenbeuren - Pulvermaar (mit Anschluss an die 9. Volksgrenadierdivision) halten sollte.


    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Ulf,


    Den G2 Bericht habe ich dir heute per Mail geschickt.

    Ich hatte etwas Zeit weitere amerikanische G2 Berichte durchzusehen und kann in Bezug auf die Einnahme von Friedberg durch die Amerikaner effektiv das Datum des 29.031945 bestätigen. Am 29.03.1945 rückte die 6. US-Panzerdivision, die dem XX. US Korps unterstand, westlich von Frankfurt nach Norden vor und eroberte Friedberg. In der Stadt befanden sich 1.500 deutsche Soldaten, die sich einem amerikanischen Ultimatum folgend in Gefangenschaft begaben. Ich glaube nicht, dass sich dabei um Angehörige der 6. SS Gebirgsjäger-Division handelte, da sich diese niemals kampflos in Gefangenschaft begeben hätten. Leider gibt es keine Details hinsichtlich der Zugehörigkeit der in Friedberg gefangengenommenen Soldaten.

    Ebenfalls am 29.03.1945 um 10.30 Uhr hatte die 6. US Panzerdivision nördlich von Friedberg den Stab des Flak-Regiments 31 abgefangen als dieser auf seinem Rückzug nach Osten versuchte die Autobahn zu überqueren. Für den 29.03.1945 gab die Division an 2 Stück Geschütze 150 mm zerstört zu haben, leider ohne weitere Details anzugeben.

    Florstadt wurde ebenfalls am 29.03.1945 von den Amerikanern erobert. Es war diesmal die 4. US-Panzerdivision, die dem XII. US Korps unterstand, und an diesem Tag aus dem Raum Hanau nach Norden bis Lauterbach vorstiess; Florstadt wurde dabei erobert und die Amerikaner trafen dort nur auf leichten Widerstand der Deutschen. Bei Altenstadt wurden Angehörige des Artillerie-Regiments 119 der 11.Panzerdivision gefangengenommen; sie gehörten der II. Abteilung bzw. der 7. & 8. Batterie an. Meiner Meinung nach waren diese Einheiten nicht mit Geschützen 150 mm ausgerüstet sondern mit Geschützen 105 mm; ob sich nun Teile des Regiments, die noch mit Geschützen 150 mm ausgerüstet waren, ebenfalls im Raum Altenstadt - Florstadt befanden, lässt sich nicht nachvollziehen.

    Die von dir angefragten G3 Berichte der 5. US Infanterie-Division sowie die übrigen Unterlagen von Einheiten der 5. US Infanterie-Division habe ich leider nicht.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Ulf (Schonwiederder),


    Den G2 Periodic Report Nr. 289 vom VIII. US-Korps liegt mir vor und ich kann ihn dir gerne schicken, wenn du mir deine E-Mail-Adresse gibst.

    Was nun die 4 verlassenen schweren Feldhaubitzen 150 mm in Florstadt betrifft, gibt es in den amerikanischen G2-Berichten, die mir vorliegen, keine schlüssigen Angaben.

    Folgende Einheiten könnten aber in Frage kommen :

    - Heeres-Artillerie-Abteilung 1151 : Diese Einheit war mit schweren Feldhaubitzen ausgerüstet; das Kaliber ist mir leider nicht bekannt; zum Kriegsende wurden diverse Einheiten der Artillerie auch mit Beutegeschützen ausgerüstet. Die Abteilung war dem ARKO 489 des LXXXIX. AK unterstellt und der 6. SS Gebirgsjägerdivision zugeteilt. Ende März 1945 erhielt die Abteilung den Befehl sich aus dem Raum Giessen-Wiesbaden nach Fulda zurückzuziehen.

    - Heeres-Artillerie-Abteilung 1152 : Diese Einheit war ebenfalls mit schweren Feldhaubitzen ausgerüstet und war ebenfalls dem ARKO 489 unterstellt; leider habe keine weiteren Infos zu dieser Abteilung gefunden.

    - 10. Batterie des Artillerie-Regiments 276 (276. Volksgrenadierdivision) : Diese Batterie wurde zwar von den Amerikanern identifiziert und müsste normalerweise auch mit schweren Feldhaubitzen 150 mm ausgerüstet gewesen sein. Es ist aber nicht bekannt, ob diese Batterie Ende März / Anfang April 1945 noch über Geschütze verfügte oder, wie es bei vielen Artillerie-Einheiten bei Kriegsende der Fall war, als Infanterie eingesetzt wurde.

    - Artillerie-Regiment 1059 (159. Infanteriedivision) : Am 27.03.1945 erhielt die Division den Befehl sich von Darmstadt nach Bad Homburg zu begeben; es ist aber nicht bekannt, ob das Regiment noch über schwere Feldhaubitzen 150 mm verfügte, und ob das Regiment letztendlich Bad Homburg erreichte.

    Gruss

    Wolfgang

    Guten Abend Arnaud,


    Es gibt noch das Buch "Die Geschichte der 5.Panzerdivision 1938-1945" von Anton Detlev von Plato, leider in nur in deutscher Sprache.

    Im Gegensatz zu der Information aus dem Buch "Mémorial de la Bataille de France - Volume I" wird angegeben, dass das II. Bataillon des Schützenregiments 14 am 13.05.1940 um 17 Uhr den Nordrand von Haut-le-Wastia erreichte und am gleichen Tag bis 20.00 Uhr die vollständige Ortschaft eroberte.

    Nachstehend eine Karte, die den Kampfverlauf am 13. und 14.05.1940 in und um Haut-le-Wastia wiedergibt.



    image005.jpg


    Vielleicht helfen dir diese Infos weiter.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Ulf ("Schonwiederder"),


    Du hattest mir über PN eine Nachricht zugeschickt, die aber leider bei mir nicht angekommen ist; daher antworte ich dir über diesen Weg.

    Zu deiner Frage in Bezug auf Friedberg, stammt die Information, dass der Divisionsstab der 6.SS Gebirgsjäger-Division am 30.03.1945 durch Friedberg nach Osten zog, aus dem G2 Periodic Report Nr. 289 vom 02.04.1945 des VIII. US Korps.

    Vielleicht eine weitere interessante Information aus dem gleichen Bericht, ist die Gefangenenaussage eines Angehörigen der 2. Panzer-Division, dass der kommandierende Major des Feldersatzbataillons am 26.03.1945 den Befehl erhielt sich nach Friedberg zu begeben, wo sich die Reste der Division versammeln sollen.

    Gruss


    Wolfgang

    Guten Morgen Arnaud,


    Es ist richtig, dass in den Unterlagen der 5. Schützenbrigade die Eroberung von Haut-le-Wastia am 13.05.1940 nicht erwähnt ist, aber ich vermute, dass trotzdem deutsche Truppen am 13.05.1940 in der Ortschaft waren, denn anders lässt sich der erste französische Gegenangriff am Abend des 13.05.1940 nicht erklären.

    Aktuell ist es immer schwierig die Ereignisse aus dem zweiten Weltkrieg für einen bestimmten Zeitraum und einen bestimmten Ort exakt zu rekonstruieren, denn es stehen nur noch die offiziellen Dokumente zur Verfügung, die den Krieg überstanden haben; leider kann man auf zuverlässige Aussagen von Zeitzeugen nur noch selten zurückgreifen.

    Leider ist dies auch der Fall für die offiziellen Dokumente der deutschen Wehrmacht von 1940; viele Unterlagen und Kriegstagebücher wurden bei einem Brand in dem Heeresarchiv von Potsdam, der durch ein Bombardement ausgelöst wurde, vernichtet oder stark beschädigt.

    Gruss


    Wolfgang

    Guten Abend Arnaud,


    Das im Heimdal-Verlag erschienene Buch "Mémorial de la Bataille de France - Volume I" gibt viele Details zu den Kämpfen in Haut-le-Wastia am 13. und 14.05.1940.


    Das 13. Schützenregiment erobert am 13.05.1940 gegen 13.00 Uhr die Ortschaft; die Franzosen starteten am 13.05.1940 um 18.30 Uhr einen ersten Gegenangriff mit dem II. Bataillon des 129. Infanterie-Regiments unterstützt von 3 gepanzerten Fahrzeugen (AMD) der 1. Divisions-Aufklärungsgruppe (GRDI), um Haut-le-Wastia zurückzuerobern. Während der Angriff der 6. Kompanie unter Führung von Hauptmann Gasnier durch MG-Feuer gestoppt wurde, konnte die 5. Kompanie unter der Führung von Hauptmann Fockedey unterstützt von den 3 Panzerfahrzeugen der 1. Divisions-Aufklärungsgruppe in dem Ort Fuss fassen. Die Kompanie konnte sich aber nicht halten und ein neuer französischer Gegenangriff wurde für den folgenden Tag angeordnet. An diesem Gegenangriff nahmen teil :

    - 7ème & 8ème Escadron des II/14ème Régiment Dragons Portés (= leichtes Panzerregiment)

    - II. Bataillon des 129. Infanterie-Regiment

    - 5 gepanzerte Fahrzeuge der 1. Divisions-Aufklärungsgruppe

    Am Morgen des 14.05.1940 war noch nichts entschieden, denn die 5. Panzerdivision hatte noch keinen Panzer über die Maas setzen können. Der zweite französische Gegenangriff auf Haut-le-Wastia begann um 05.30 Uhr. Der Ort wurde von dem II. Bataillon des 14. Schützenregiments gehalten. Den Franzosen gelingt es den Nordteil der Ortschaft zu erobern; die 5. und 6. Kompanie des 14. Schützenregiments müssen sich zurückziehen und verlieren rund 150 Mann an Toten und Verwundeten sowie 47 Gefangene. Die 7. Kompanie des 14. Schützenregiments, die den Südteil der Ortschaft hält, führt einen Gegenangriff, dessen Schwung aber durch das Eingreifen von gepanzerten Fahrzeugen gebrochen wird. Die Franzosen haben am 14.05.1940 um 07.00 Uhr Haut-le-Wastia wieder vollständig zurückerobert.

    Am 14.05.1940 um 08.30 Uhr gibt Oberst Préaud den französischen Einheiten den Befehl den Ort zu räumen; dieser Befehl erreicht aber nicht die 5. Kompanie des 129. Infanterie-Regiments. Gegen 09.00 Uhr räumen ebenfalls die gepanzerten Einheiten des 14ème Régiment Dragons Portés die Ortschaft. Am 14.05.1940 um 14.00 Uhr greifen die Deutschen unterstützt von 5 Panzern Haut-le-Wastia an und überwältigen die dort verbliebene 5. Kompanie des 129. Infanterie-Regiments, deren Kommandeur Hauptmann Fockedey bei den Kämpfen fällt.


    Ich hoffe dir mit diesen Informationen geholfen zu haben.

    Gruss

    Wolfgang

    Hallo Arnaud,


    Teile des Kriegstagebuchs der 5. Schützenbrigade der 5. Panzerdivision haben den Krieg überstanden und können kostenlos online unter "germandocsinrussia" eingesehen werden : Bestand 500, Findbuch 12478, Akte 32

    Der Teil des Kriegstagebuchs für den 13.05.1940 ist fast vollständig erhalten.

    Gruss


    Wolfgang

    Hallo Dirk,


    Die Informationen hinsichtlich des Einsatzes des Panzergrenadierregiments 304 im September 1944 sind sehr spärlich. Das Regiment gehörte zur 2. Panzerdivision, die wiederum dem I. SS-Panzerkorps unterstellt war. Es gibt keine offiziellen Dokumente von beiden Einheiten aus diesem Zeitraum, die erhalten blieben. Nach dem Rückzug aus Frankreich und Belgien bezogen die Reste der Panzergrenadierregimenter 2 und 304 der 2. Panzerdivision den Westwall zwischen Sevenig/Roscheid und Roth/Vianden. Durch die Gefangennahme von Angehörigen des Panzergrenadierregiments 304 am 17.09.1944 durch die Amerikaner konnte das Regiment westlich von Leidenborn lokalisiert werden; zu diesem Zeitpunkt soll es noch eine Stärke von 120 Mann gehabt haben.

    Für nähere Informationen zu den Kämpfen am Brückenkopf von Wallendorf kann ich dir "Krieg am Westwall 1944-45" von Edgar Christoffel, die "Chronik Wallendorf" von Bernhard Arens und "Die Geschichte der Heeresgruppe G" von Dieter Robert Bettinger empfehlen.

    Gruss


    Wolfgang