Posts by Tobias Giebel

    Hallo,


    der Todesort dieser Angaben des Volksbundes bezieht sich jedoch nicht auf die Einheit der
    Gefallenen bzw. an ihrer Verwundung gestorbenen. In deinem zweiten verlinkten Beispiel sieht
    man z.B., anhand des Grabkreuzes, dass der Gefallene Angehöriger einer 4. MG-Kompanie war.


    Die Angabe des Feldlazarettes 162 sagt in diesem Fall nur aus, dass sie im Feldlazarett verstorben
    sind.


    EDIT: Hat sich erledigt, es lag am Kampf von Christa, dass ich ihren Beitrag missdeutete.


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    das FlaBtl 608 war vom 17.-27.05.1942 im Rahmen des III. AK (60. ID mot.) an der Kesselschlacht
    von Charkow beteiligt und südlich der Stadt im Einsatz (siehe auch "Fla nach von!", Freter).


    Die Suche sollte sich also auf den Raum südlich Charkow beschränken. Eventuell handelt es sich um
    Losovaja - heute wohl Losova. Im ungünstigsten Fall ist es ein kleines, heute eventuell nicht mehr
    existentes, Dorf.


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    Anfang Dezember wurde die Division gegen die aus einem nicht ganz ausgebügelten Brückenkopf im
    italienischen Abschnitt vorgebrochenen Russen eingesetzt. Zusammen mit der 22. Pz.Div. gelang es, den Russen 30 km weit zurückzuwerfen.
    Dann brach links und rechts von uns alles zusammen. Das Feldlazarett war hinter den Abschnitt seiner Division gerückt und hatte
    westlich von Bokowskaja in der Sowchose Krasnaja Sarja ein 300-Betten-Lazarett aufgemacht, welches schnell mir Schwerverletzten
    voll belegt war. Zu allem Unglück erhielten wir auf ausdrücklichen Befehl noch 200 Leichtverwundete, damit sie der
    Division nicht verloren gingen.


    Ein kriegsversehrter Panzerleutnant kam zu mir und meldete im schönsten münsterländisch, dass
    3 km hinter dem Berge der Russe mit 10 Panzern säße und dass zwischen ihm und uns nichts mehr wäre. Es gelang uns in
    zwei Tagen, die meisten Schwerverwundeten abzutransportieren. Als wir am dritten Tage die letzten 30 auf zwei Lastwagen verladen wollten,
    erfolgte ein Tieffliegerangriff, der alle Türen und Fenster zerstörte, aber sonst nicht viel anrichtete. Es waren aber die
    Herren Leichtverwundeten mit den zwei LKW auf und davon, sodass wir bis zum Abend die Rückkehr unserer Kolonne erwarten mussten. Als
    dann die letzten Verwundeten aufgeladen wurden, erfolgte der Angriff der Panzer. Eine von der Werkstattkp. Zurückgelassene Pak hielt
    sie aber auf, sodass das Nachkommando heil zum Lazarett stieß.


    In den folgenden Tagen verloren wir viele Fahrzeuge und manches Gerät, weil wir zweilastig fahren
    mussten und beim zweiten Mal immer an die Russen gerieten. Am Tage vor Heiligabend kamen wir über Morosowkaja in das südlich
    davon gelegene Dorf Tschekalow. Ohne mit der Division Verbindung zu haben, feierten wir hier ein sehr bemerkenswertes Weihnachtsfest in
    der Erwartung, vom Russen überrollt zu werden. Am Weihnachtstag aber gelang es uns, mit der Division wieder Verbindung zu bekommen
    und wir eröffneten am Abend in Morosowskaja ein Ortslazarett. Dort wurde bis zum 31.12. gearbeitet, dann zogen wir mit der Division
    über die Eisbrücke bei Balki über den Donez zurück nach Krasni Sulin in der Nähe von Schachty.


    Am 05. Februar erreichte mich hier die Nachricht, dass ich mit Wirkung vom vergangenen 18. Dezember zur
    Hygieneausbildung kommandiert sei. Das Lazarett hat in der nächsten Zeit noch ein paar kleinere Einsätze gefahren, wurde dann der
    Division genommen und Armeefeldlazarett. Es hatte in dieser Zeit mehrere Chefarztwechsel. Zuletzt wurde der schon als Unterarzt zum
    Feldlazarett gelangte und nach längerer Krankheit zurückgekommene Stabsarzt Dr. Poppeck Chefarzt. Er hatte sich in den langen Jahren
    besonders als Internist, aber auch in der Chirurgie bestens bewährt und hat das Lazarett zurück in die Gegend von Salzburg geführt.


    An dieser Stelle gedenke ich eines Mannes, der seit Kiew Hauptfeldwebel des Lazarettes war. Hermann
    Haude war besonders in den Zeiten des Rückmarsches bei wechselnden Offizieren und Chefs die zentrale Figur der Einheit und
    sorgte dafür, dass das Lazarett in sechs Kriegsjahren blieb, was es war. Ich bin auch heute noch sehr stolz darauf, dass ich über
    zwei Jahre Chefarzt dieses Lazarettes sein durfte. Seine vorzüglichen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften ermöglichten es mir,
    den infolge der Ausweitung unserer Aufgaben anfallenden humanitären Problemen in hohem Maße gerecht zu werden. Ich hoffe, dass
    diese Ausführungen aber auch eines klargemacht haben, dass wir ohne die Hilfe und das Wohlwollen der russischen Zivilbevölkerung
    unseren Auftrag nicht hätten voll erfüllen können. Das Lazarett aber hat in sechs langen Kriegsjahren bis zum letzten seine
    Pflicht getan.


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    Als die Divisionen den Dnjepr überschritten hatten, versiegte der Verwundetenzustrom. Wir
    rückten nach, überschritten den Fluss nördlich von Kiew bei Ostier, machten auf dem Ostufer einen großen
    Bogen, so dass wir schließlich von Südosten nach Browarie kamen. Dabei machten wir mehrfach
    unliebsame Bekanntschaft mit den aus Kiew flüchtenden Russen.


    Von Browarie aus richteten wir Lazarette für die zahlreichen russischen Gefangenen ein. Es
    standen russische Sanitätseinheiten zur Verfügung, außerdem Schlächterei- und Bäckereikompanien und große
    russische Vorräte. In diese Lazarette brachten wir auch die Verwundeten aus zwei planmäßigen Lazarettzügen,
    welche durch Bombeneinschläge blockiert auf der Strecke standen. Als wir den einen ausgeladen hatten, versuchte eine jüdische
    Ärztin, den Operationswagen in Brand zu stecken. Ein anderer Zug stand in der Nähe der See-Enge von Bardischewka. Mehrere Tage
    lang hatten die Verwundeten mit ansehen müssen, wie die flüchtenden Russen in der Enge durch unsere Stuka und Do-Geräte
    vernichtet wurden. In diesem Zuge waren auch gut versorgte deutsche Gefangene. Ihnen war dabei nichts geschehen. Die beiden Züge
    sind im nächsten Winter für uns auf der breiten russischen Spur gelaufen.


    Wir vermehrten unseren KFZ-Bestand, indem wir Beutefahrzeuge zusammenbauten und unsere Wagen
    vervollkommneten. Zwei kleinere Einsätze in Jagotin und Mirgorod, wo wir Weihnachten feierten, folgten sehr schwierige
    Märsche nach Charkow und Bjelgorod, von wo wir endlich nach Merefa, 25 km südlich von Charkow verlegt wurden. Hier blieben
    wir vom 31.01. bis zum 06.06.1942. Wir waren das erste Lazarett für den nördlichen Lossowajabogen. Nachdem die Russen hier bis nach
    Bereka eingebrochen waren, ergab sich die Situation, dass die Bahnstrecke zuerst parallel der Front verlief, dann diese schnitt, so
    dass die russischen und deutschen Versorgungszüge manchmal gar nicht so weit auseinander waren.


    Die Verwundeten kamen zu uns mit dem tägliche Versorgungszug, der irgendwann in der Nacht ankam. Da
    eine grimmige Kälte herrschte und die Kühler unserer Fahrzeuge alle undicht waren, so dass auf den Gefrierschutz kein
    Verlass war, standen die Fahrzeuge mit trockenen Kühlern. Das Öl war abgefüllt und stand auf dem Herd. Die Batterien hingen am
    Ladegerät. Ein Dieselfahrzeug lief auf dem Stand und schleppte, wenn der Zug gemeldet war, die mit heißem Wasser und Öl
    aufgefüllten Fahrzeuge an. Die holten die Verwundeten vom 2 km entfernten Bahnhof zum Lazarett, wo jede Nacht bis in die Frühe
    um 3-4 Uhr operiert wurde. Die Verwundeten waren fast unversorgt. Damit die Verwundeten nicht so lange auf den Blockstellen warten
    mussten, gelang es später, zwei Lkw auf Schienenrädern zu organisieren. Diese waren so gekoppelt, dass immer ein Wagen für
    Hin- und Rückfahrt den Motor vorne hatte. Man nannte sie die „hängenden Hunde“.


    Die transportfähigen Verwundeten wurden am Tage nach Charkow gebracht und vereinzelt auch schon mal
    von der Armee abgeholt. Unser Chefchirurg Dr. Kreijci aus Mährisch-Schönberg war ein ebenso fleißiger wie
    geschickte Operateur, dem Viele vieles, wenn nicht alles zu verdanken haben. Es gab aus dem Ersten Weltkrieg feste Regeln über
    die Behandlung von Bauchschüssen, welche sich auf die Zeit der Verwundung bezogen. Wir hielten nichts davon. Bei uns wurden alle
    Bauchschüsse, wenn sie nicht gerade sterbend zu uns kamen, operiert. Wir hatten Erfolgsziffern der Operierten von 40%. Das ist
    eine Stolze Zahl, die unter anderem beweist, dass mehr als der Zeitpunkt der Operation die Lage der Darmverletzung ausschlaggebend
    ist, ob im Dünndarm oder Dickdarmbereich. Das aber ist von außen nicht immer mit Sicherheit festzustellen. Natürlich kann es
    geschehen, dass 10 Bauchschüsse operiert werden und alle danach sterben. Es gehört aber schon etwas dazu, dass man als müder
    Mann den 11. angeht. Der aber überlebt!


    Sicher haben auch unsere zahlreichen Bluttransfusionen zu diesen Erfolgen beigetragen. Die
    Spenderbeschaffung war nicht immer einfach, ferner bestand die Schwierigkeit, die Übertragung von Malaria und Syphilis zu
    vermeiden, weil mit dem Olecker-Hahn direkt vom Spender zum Empfänger übertragen wurde. Die heutigen Flaschenkonserven stellt man zur
    Not zwei Tage in den Kühlschrank, da sterben die Erreger ab. Hier konnte nur auf Treu und Glauben gefragt werden.
    Transfusionszwischenfälle erlebten wir nicht, da nur einmal oder im kurzen Abstand transfundiert wurde. Ich sah sie später im
    Armee- und Heeresgruppenbereich.


    Wenn großer Andrang war, operierten beide Chirurgen und es stand noch ein dritter Tisch im
    Op., an welchem einer von uns Nichtchirurgen unter Aufsicht des Chirurgen arbeitete, da dieser oft für längere Zeit an
    seinen Fall gefesselt war. Neben der Aufnahme war das Verbandzimmer, in dem besonders die chirurgische Wundversorgung der leichteren Fälle
    durchgeführt wurde. Hier arbeitete meistens Oberarzt Dr. Bottke, ein HNO-Arzt, sehr erfolgreich. Er führte auch die Auswahl der
    Neuankommanden durch. Der Chef scheute sich nicht, den ihm unterstellten Chirurgen zu assistieren, aber er konnte immer nur
    Dinge tun, die nicht zu lange dauerten, da es viel zu regeln und zu erkunden gab.


    In Berichten über große Katastrophen liest man immer wieder, die Leichen müssten
    verbrannt werden, da sonst Seuchen entstehen würden. Das ist blanker Unsinn! Erstens entstehen von Leichen keine Seuchen, sondern
    von Lebenden, denn die haben Läuse, blasen einen an oder verunreinigen das Wasser. Zweitens ist nach der Verbrennung die
    Identifikation unmöglich und dazu ist bei der Katastrophe vielfach im Anfang weder Zeit noch Möglichkeit. Drittens braucht
    man, um eine Verbrennung durchzuführen, soviel Brennstoff, wie man ihn in solcher Lage kaum hat oder besser verwerten muss. Ein
    Massengrab ist da noch immer das vernünftigste Verfahren. Der Hauptgrund gegen die Verbrennung ist die Erschwerung späterer
    Identifikation. Wir haben diese in jedem Falle durchführen können, obwohl manchmal am nackten Leichnam nicht einmal die
    Erkennungsmarke mehr da war. Man muss dann eben den Wege nachgehen. Dazu gehört ein zuverlässiger Schreibstubenbetrieb, der bei
    uns von Feldw. Richard Laufer in vorzüglicher Weise wahrgenommen wurde. Nach dem Kriege hat es sich bewährt, wenn für die
    Versorgungsverfahren die Papiere da waren und auch manches Vermisstenschicksal zu klären war.


    Auch bei der Nachlassregelung tauchten Probleme auf, an die nicht immer gedacht wurde. Bei Divisionen, die
    in Frankreich gelegen hatten, gab es immer Soldaten, die üble pornographische Bilder gekauft hatten, ohne dass das irgendetwas zu
    bedeuten hatte. Diese aber sollte man nicht an die Hinterbliebenen schicken. Außer 10 identifizierten Toten, die wir über der
    Erde zurücklassen mussten, haben wir alle christlich begraben können.


    Der Höhepunkt unseres Einsatzes in Merefa war im Mai 1942 in der großen Charkowschlacht. Obwohl
    uns der Russe ziemlich nahe auf den Pelz rückte und wir auch schon einen Marschbefehl hatten, sind wir nicht gewichen. Vor uns
    stand eine 8,8 Flak-Abt., die alles, was kam, kurz und klein schoss. Wir hatten viele Schwerverwundete liegen, deren Transport sicherer
    Tod gewesen wäre. Wir ernteten ein hohes Lob von unserem Generalarzt Dr. Haubenbeißer. Als der Spuk vorbei war, bauten
    wir eine Bühne in den Lazarettgarten, holten die Künstler von der Charkower Oper und feierten mit der Bevölkerung ein
    schönes Fest. Es war das schönste Fest meines Lebens.


    Beim Vormarsch in den großen Donbogen war unser vorletzter Großeinsatz, nach mehreren
    kleineren, in Meschkow. Der Ort hat seinen Namen daher, dass hier ein Räuber Jaska in der Rasboinitza hauste, der die Kaufleute in
    einen Sack steckte und in der Tichaja ertränkte. In der Voraussicht des Kommenden sagten wir damals anstelle von Prost:
    „Mesch Kow“ oder „Sack zu“. Die Division lag in einer gut ausgebauten Vorderhangstellung am Don. Massenanfall an Verwundeten
    gab es, wenn Einbrüche bei den Verbündeten auszubügeln waren, aber auch bei eigenen, in der Zielsetzung nicht immer
    verständlichen Unternehmen. Aber meistens gab es zum ersten Male mehr interne als traumatische Zugänge. Typhus, Ruhr, Gelbsucht,
    Nephritis, Malaria, Fünftagefieber und vereinzelt auch Fleckfieber ließen die Innere auf 200 Betten anschwellen,
    gegenüber einer Chirurgie von höchstens 100 Betten. Zahlreiche Häuser mussten ausgebaut und mit Latrinen versehen
    werden, die hygienischen Ansprüchen genügten. Probleme der Wasserversorgung und besonders der Beleuchtung ergaben sich. Letztere
    durch die einheitliche Zeit für ganz Europa. Auch vor dem Winter war es schon um 15 Uhr sticken-düster.


    In der Liäschose (Waldgut) Lipjagie, etwa 30 km südlich Meschkow, errichteten wir ein
    Erholungslazarett, weil unsere Rekonvaleszenten ohnehin von Charkow an uns zurückgeschickt wurden. Wir statteten es mit mehreren
    Kolchosen aus, so dass es dort „gut was zu essen“ gab. Wir sorgten aber auch für gutes örtliches Einvernehmen. Als
    Kuriosität erlebte ich dort, dass zwei Zivilisten zu uns kamen, weil sie von der Kuh gebissen worden waren, die ein tollwütiger
    Wolf angefallen hatte. Der Wolf war dabei erschlagen worden. Wir konnten sie zur Impfung nach Charkow schicken. Kühe beißen
    nur, wenn sie tollwütig sind. Jetzt wusste ich auch, woher der Ausdruck stammt: „Du bist wohl von der Kuh gebissen!“


    Fortsetzung folgt!


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    In der Zeit des Chelmer Einsatzes war ich eines Mittags ohne Mütze und Koppel in dem Lazarettpark, als
    plötzlich ein General auftauchte. Ich meldete ihm. Es war Generalarzt Dr. Haubenbeißer. „Holen Sie sofort Ihre Herren,
    ich will Visite machen!“ sagte er. Das kann gut werden, dachte ich, die pennen jetzt alle. Aber, ich weiß nicht, wie es kam, an
    diesem Tag pennte keiner. Die Visite verlief sehr ordentlich. Als wir nach unserem ersten wirklich schweren Einsatz in Zwiahel, wo wir hart
    hinter der HKL aufgemacht hatten, nach Abrücken der Front die erste kleine Ruhepause hatten, besichtigte er uns zum zweiten Mal. Er
    sagte während der Visite kein Wort, aber beim Hinausgehen drehte er sich um und sprach: „Der erste Lichtblick in der Armee, mein
    Kompliment!“


    Zu Beginn des Russlandfeldzuges waren wir durch eine Reserve-Kriegslazarettabteilung im Chelmer Lazarett
    abgelöst worden und lagen in Bereitschaft. Auf dem HVP des Brückenkopfes bei Dorohusk stellten wir eine Chirurgengruppe ab.
    Unser erster Einsatzort war Lubomel. Als ich ihn erkundete, fand ich eine lange Baracke, die so ideal für unsere Zwecke war, wie wir
    sie nie wieder haben sollten. Der rechte Flügel bestand aus einem großen Raum, dann kamen mehrere kleine Zimmer und
    dahinter wieder ein großer Raum und mehrere Gebäude in der Nachbarschaft. So konnte eine große Aufnahme mit dem
    Verbandzimmer für die Leichtverwundeten, eine Operations-Abteilung und eine Schwerkranken-Abteilung (heute würde
    man sagen „Intensivstation“) eingerichtet werden. Obwohl das Ganze in einem total verdreckten Zustand war, nahm ich es. Der
    Korpsarzt Oberstarzt Dr. Walter sagte: „Was, in den Saustall wollen Sie rein?“ Ich antwortete: „Morgen um 10 Uhr ist das kein
    Saustall mehr.“


    Gegen 20 Uhr abends traf das Lazarett ein. Ich orientierte über die Lage und Absicht und schickte zum
    Schlafen. In die umliegenden Häuser brachten wir übrige Verpflegung und forderten auf, am anderen Morgen zur Arbeit zu
    kommen. Um drei Uhr wurde geweckt. Die Zivilisten waren schon da. Wir schoben vorhandene Panjewagen vor die Fenster und warfen den Brassel
    darauf. In Beutefeldküchen machten wir heißes Wasser und die große Scheuerei begann. Um 10 Uhr war der Korpsarzt da und
    überzeugte sich, dass ales stand, auch 150 weiß bezogene Betten. Ich glaube, wir haben hier etwa 100 Verwundete versorgt, aber
    der Einsatz war doch sehr bemerkenswert, weil wir hier einige Dinge aufbauten, die in unserer Ausrüstung nicht vorhanden waren.


    Als Lagerstätte ist der mit Stroh gefüllte Jutesack nicht schlecht, aber die Pflege der
    Verwundeten ist doch sehr beschwerlich, wenn die Matratze auf dem Boden liegt. In Lubomel fanden wir Bettgestelle vor. Einen Teil von
    ihnen nahmen wir mit, um sofort etwas zu haben. Den Rest requirierten wir am Einsatzort oder stellten sie aus Holz her. In der
    Kriegssan.-Vorschrift stand bezüglich der Bettwäsche, dass wir sie verschmutzt beim Sanitätspark abgeben und neu empfangen
    sollten. Das war unmöglich. Als Ausrüstung für unsere Waschanstalt setzten wir Badewannen ineinander und transportierten
    sie auf einer Geschützlafette. Außerdem nahmen wir zur Warmwasserbereitung zwei Beutefeldküchen mit. Von gefallenen
    Pferden wurde das Fleisch abgekocht und aus dem abgeschöpften Fett machte unser Stabsapotheker Klar Seife. Bei uns lag niemals ein
    Verwundeter auf nacktem Stroh. Das weißbezogene Bett ist ein großer Heilfaktor für den Verwundeten, besonders, wenn er
    es lange entbehrt hat.


    Auch die Küche musste erweitert werden. Wir hatten nur zwei 200-l-Feldküchen. Nicht nur die
    Operierten, sondern auch für die internen Kranken, musste Diät gekocht werden. Wir fanden eine 1 x 2 m große Stahlplatte. Da
    die meisten Frauen in Russland mauern können, haben wir uns mit dieser Stahlplatte immer einen niedrigen Herd aufbauen lassen, auf
    dem große oder kleine Töpfe stehen konnten. Es gab zuweilen 9 verschiedene Diäten bei uns. Als Köche hatten
    wir Fleischer. Unser Küchenchef, der spätere Fleischermeister Burkhard in Regensburg, verdient, besonders erwähnt
    zu werden. Bei ihm schmeckte sogar die Graupensuppe. In Kowel zogen wir die ersten Russen-Fordautos an Land. Sie stellten sich allerdings
    als Benzin- und Ölfresser heraus. Wahrscheinlich hatten die Russen sie deshalb stehen lassen.


    Erwähnenswert ist der erste große Einsatz in Zwiahel (Nowograd Wolhynsk). Ziemlich nahe hinter der HKL
    lag ein Kinderheim, das sich recht gut eignete. Der frontnahe Einsatz war durch die Massierung der Kräfte auf unserer Seite
    gerechtfertigt. Hier haben wir besonders viele Verwundete der 79. ID versorgt, die meistens Artillerieverletzungen hatten, weil unsere
    Soldaten immer noch zu wenig vom Spaten Gebrauch machten und weil der Angriff über den Schießplatz von Kiew lief. Überall
    sah man besonders zugeschnittene Bäume als Entfernungsmarken. Unangenehm war, dass unsere Division schon seit einiger Zeit mit
    offener linken Flanke an den Pripjetsümpfen entlangzog, so dass die Gefechtsstände auch schon mal von hinten abgeräumt
    wurden. Nach einer Woche war die Stalinlinie ohne Flieger- und Panzerunterstützung durchbrochen und die Front lag jenseits von
    Korosten.


    Der nächste Großeinsatz war in Chabnoje ostwärts von Korosten am Südrand der
    Pripjetsümpfe. Hier lagen wir weit zurück und erhielten täglich an die 400 Zugänge aus mehreren Sanitätseinheiten.
    Die chirurgischen Zugänge erforderten zum mindesten einen Verbandwechsel, bei dem oftmals Gasbrandinfektion festgestellt wurde.
    Auch für den Weitertransport nach Shitomir mussten wir sorgen. Die Entfernung betrug 180 km und die Wege waren schlecht.
    Hauptsächlich wurde mit Leerkolonnen transportiert.


    In Chabnoje traten zuerst in verstärktem Maße Ruhrkranke auf. Gottlob handelte es sich
    nicht wie im Polenfeldzug um die lebensgefährliche Shiga-Ruhr. Die Zunahme der Ruhr war einerseits auf die schlechte
    Latrinendisziplin der Truppe zurückzuführen, andererseits hatten die Infanteristen durch das Schwitzen soviel Kochsalz
    verloren, dass sie keine Magensäure mehr bilden konnten und damit keinen Infektionsschutz mehr hatten. Hier waren wir auch
    genötigt, ganze Einheiten zu entlausen. Es geschah mit Heißluftkästen, die wir teils vom Russen übernommen
    haben, teils selbst erbauten. Auch Brauseanlagen waren improvisiert.


    Fortsetzung folgt!


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    Quote

    Gewundert habe ich mich, dass ich von Dir, auf meine letzte Nachricht, nichts mehr gehört habe.


    du meinst die Mail? Mir war nicht klar, dass du eine Antwort erwartest, da du weder etwas gefragt noch um
    etwas gebeten hast. Ich habe sie zur Kenntnis genommen und mich gefreut dir behilflich gewesen zu sein.


    Ansonsten: Bitte, gern geschehen.


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    Quote

    Die Bücher von Michael Schadewitz über das 11 Panzerregiment Band 1 - 3 habe ich bereits gelesen.


    Band 3 ist doch noch gar nicht erschienen? Seit fast einem Jahr habe ich diese Reihe im Auge.
    Es würde mich wundern wenn das an mir vorbei gegangen wäre.


    Gruß
    Tobioa

    Hallo,


    Durch die Ausweitung der Räume ließ sich dieses Schema in Russland während des
    Vormarsches nur in seltenen Fällen verwirklichen. Infolgedessen erhielt das Feldlazarett nicht nur von seiner Division die
    Verwundeten, sondern von mehreren Divisionen. Außerdem wurden nicht nur die Schwerverwundeten zu ihm gebracht, sondern alle
    Verwundeten. Es übernahm nicht nur die Funktion der Krankensammelstelle der Armee, sondern, da die Armee selten einmal
    nach vorne arbeitete, auch den Rücktransport bis zu den Krankensammelstellen der Armee und den Kriegslazaretten. Hierzu
    standen neben den beiden zivilen Krankenkraftwagen des Lazarettes dessen Lkw und besonders die zwei Omnibusse an eigenen Fahrzeugen zur
    Verfügung. Die Masse der Verwundeten war mit Leerkolonnen oft bis 200 km weit zu transportieren. Gottlob war in der Ukraine immer
    genügend Stroh zu bekommen, so dass man diese schweren Lkw bis fast unter das Verdeck mit Stroh vollstopfen konnte, denn bei der
    geringen Belastung waren die Lkw praktisch ungefedert. Trotzdem blieb der Transport qualvoll genug. Auf dem Bahnhof in Kowel konnten wir
    die Verwundeten in D-Zugwagen verladen und ersparten ihnen damit den Landtransport durch das verschlammte Gebiet der ehemaligen
    Demarkationslinie. Nur ein einziges Mal in zwei Jahren haben wir mit einem Fieseler Storch zwei Verwundete transportieren können.


    Abgesehen von der Transportmisere war es aber für die Verwundeten seht gut, dass jeder in einem
    klinisch-operativ arbeitenden Lazarett noch wenigstens einen Verbandwechsel erhielt und sicher hat mancher dem Umstand sein Leben
    zu verdanken, dass er nicht, als Leichtverwundeter abgestempelt, auf einen unkontrollierten langen Weg geschickt wurde.


    Bei einer Stärke von 76 Köpfen (6 Sanitätsoffiziere, 2 Zahnärzte, einem Apotheker, 2
    Zahlmeister und 65 Unteroffiziere und Mannschaften) war das aber mit eigenen Kräften nicht zu bewältigen. Allein das
    Transportproblem nahm Leute in Anspruch, die ja andere Funktionen im Lazarett hatten. Wir waren also von Anfang an auf die Hilfe der
    Bevölkerung angewiesen, die uns in reichem Maße zuteil wurde.


    In Nowgorod Wolhynsk holten wir uns 12 russische Gefangene aus dem nächsten Lager. Die meisten von
    ihnen sind mit dem Lazarett bis in den Donbogen und zurück nach Salzburg gezogen, keiner ist abgehauen, dann sind sie aber wohl als
    Kollaborateure von der Roten Armee erschossen worden. Zwei von ihnen ließen wir laufen, als wir in ihr Dorf kamen.


    Die russischen Zivilisten wurden nicht nur in der Wäscherei, Schreinerei, Entlausung, Küche und
    auf dem Holzplatz eingesetzt, sondern sie arbeiteten auch in der Pflege. Hohes Lob verdienen die Kosakenfrauen, die auch bei einem
    Beschuss nicht von den Kranken wichen. Bei Verlegung haben wir die Gefangenen mitgenommen, den Frauen aber nicht gesagt, wohin es ging.
    Die meisten von ihnen waren aber schon am neuen Ort, bevor wir kamen.


    Als die Uniformen der Gefangenen verschlissen waren, gab ich ihnen deutsche Uniformen mit gelben
    Abzeichen. Das brachte mir einen groben Brief vom Divisionskommando ein, in dem von „Privatarmee“ die Rede war und der Befehl stand,
    den Leuten Zivil anzuziehen. Auf der Donsteppe ist das schneller befohlen als durchgeführt. Ich ließ deshalb das Futter
    nach außen tragen und als ich nach 14 Tagen feststellte, dass der Typ, der den Befehl geschrieben hatte, nicht mehr da war, die
    Röcke wieder umdrehen.


    In den Einsatzorten bemühten wir uns sofort darum, das wirtschaftliche Leben wieder in Gang zu
    bringen. Kolchosen, Molkereien, Werkstätten und dergleichen funktionierten bald wieder und wir richteten überall sofort ein
    Zivil-Krankenhaus ein, in dem nach Möglichkeit russisches Personal arbeitete, wenn es sein musste, aber auch von uns operiert
    wurde. So gelang es uns auf manchem Gebiet, aus dem Lande zu leben und unsere Kapazitäten auszuweiten. Wir waren auf 200 Betten
    eingerichtet, haben aber mehrfach bis auf 500 erweitert und haben Tageszugänge von 400 Verwundeten und Kranken gehabt.


    Außer dem Verwundetentransportproblem bestand dieses auch für unser Gerät. Wir hatten schon für unser planmäßiges Gerät zu
    wenig Tonnage, außerdem noch die großen Ballen an Verbandmitteln, Ätherflaschen und salinischen Blutersatzmitteln,
    für die in den planmäßigen Behältern kein Platz war und die dazu noch kälte-, hitze- und bruchempfindlich waren.
    Daneben wollten wir natürlich außerplanmäßige Geräte wie Wäscherei, Entlausung und Bettgestelle nicht
    zurücklassen und neu erwerben. Sicher hatten wir viele Fahrzeuge über die KstN, aber deshalb wurden unsere Betriebssätze von
    Kraftstoff nicht größer und wir waren genötigt, zahlreiche Handlungen zu begehen, die mit dem Wort Spritschiebung
    hinreichend gekennzeichnet sind.


    Die Ziffer 19 der Kriegssanitätsvorschrift (Heer) erlaubte den Korps, sich bei besonderen Erfordernissen Sanitätseinheiten der Division zu
    unterstellen. Der damalige Oberarzt Dr. Walter machte von dieser Möglichkeit in Bezug auf die Feldlazarette weitgehend Gebrauch,
    sodass es zu einem vernünftigen Einsatz, entweder überschlagend oder ablösend kam. Unter ihm gewöhnte ich mir auch an, mich
    vom Korpsstab über die Lage orientieren zu lassen und nach Erkundung meinen Einsatz vorzuschlagen. Mehrere recht erfolgreiche
    Einsätze kamen so zustande. Wenn aber das Armeekorps wechselte, klappte dieses System meistens nicht. Immerhin erhielt ich aber auch
    dann meine Befehle von vier verschiedenen Stellen, dem Quartiermeister und Korpsarzt, dem Ib der Division und dem
    Divisionsarzt. So konnten wir uns aussuchen, was uns passte und taten was wir wollten, wobei wir allerdings auch wollten, was wir sollten.
    Dieses schöne System hätte niemals funktioniert, wenn wir nicht das absolute Wohlwollen des Armeearztes, Generalstabsarzt Dr.
    Haubenreißer, gehabt hätten. Dieser war als scharfer Vorgesetzter bekannt und gefürchtet aber hatte an uns irgendwie
    einen Narren gefressen.


    Fortsetzung folgt!


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    folgenden Bericht von Oswald Baumeister über das Feldlazarett 162, abgedruckt im DSJ 1981 und 1982,
    möchte ich euch nicht vorenthalten. Zeigt er doch nicht nur den Einsatzweg und Informationen über das Feldlazarett 162 der 62.
    ID während der ersten 1,5 Jahre Russlandfeldzug, sondern auch interessante Details über den praktischen Einsatz eines solchen
    Lazarettes, Improvisationstalent im Einsatz und das Verhältnis/Beziehungen mit der Zivilbevölkerung.


    Das Divisionsfeldlazarett 162 im Krieg gegen Russland

    Das motorisierte Feldazarett 162 der 62. Infanterie-Division wurde kurz vor Ausbruch des Krieges
    aufgestellt. Und war im Polen- und Frankreichfeldzug eingesetzt gewesen. Es lag, als ich im Dezember
    1940 zu ihm kam, seit Juli 1940 in Chelm am Bug.


    In einem alten zaristischen Lazarett mit sieben Pavillions zu je 100 Betten hatte das Lazarett eine
    chirurgische, eine interne und eine HNO-Fachabteilung eingerichtet, außerdem zwei Zahnstationen.
    Hier wurde für die ganze Division ein klinischer Betrieb durchgeführt mit Unterstützung
    der Universität Breslau und der beratenden Fachärzte der Armee.


    Das polnische Personal war zum Teil noch vorhanden, z.B. Ein Zahlmeister, der im ersten Weltkrieg bei der
    preußischen Garde das EKI erhalten hatte und der ein Regimentskamerad des Generalarztes
    Dr. Pflugmacher war. Während des Einsatzes in Chelm arbeiteten am Lazarett auch drei deutsche
    Rotkreuzschwestern. Später hatte das Lazarett nie mehr Krankenschwestern.


    Für die Ausbildung des Personals war diese Zeit in dem stationären Lazarett in Chelm sicher
    wertvoll und sie hat später in Russland reiche Früchte getragen. Es war am Lazarett nur ein gelernter Krankenpfleger, außer
    den aktiven Sanitäts-Unteroffizieren kamen alle anderen Uffz. und Mannschaften aus nicht sanitären Berufen. So hatten wir im
    Laufe der Zeit neun katholische Kapläne und zwei evangelische Pfarrer. Die beiden Zahnstationen machten für die
    Divisionsangehörigen auch Zahnersatz und arbeiteten mit den damals neu aufkommenden Werkstoffen Paladon und Palapont. Es wurden
    auch Lehrgänge für das Sanitätspersonal der Division durchgeführt. Die Fahrzeuge waren, da man nicht mit einer
    Ausweitung des Krieges gerechnet hatte, in schlechtem Zustand. Es stand nach der Kriegsstärkenachweisung einem planmäßigen
    Gerät von 25 to nur ein Frachtraum von 18 to gegenüber. Der Fahrzeugbestand war rein zivil und markenreich (aus jedem Dorf ein
    Hund). Eine heizbare Werkstatt war nicht vorhanden, sodass man am Schraubenschlüssel festfror.


    Ende Januar 1941 war ich mit dem damaligen Chefarzt des Feldlazarettes in einer Lagebesprechung für
    das Offz.-Korps der Division, in der uns der Ic ein solch eindeutiges Bild der militärischen Weltlage entwickelte, dass der Chef beim
    Hinausgehen zu mir sagte: Morituri te salutant!


    Nun waren wir davon überzeugt, dass über kurz oder lang wieder die Tätigkeit eines
    Div.-Feldlazarettes auf uns zukommen würde. Unser vorzüglicher Kfz.-Uffz. Ferdinand Rotter machte seinen alten zivilen Chef als
    Führer einer Werkstattkp. Ausfindig. Mit dessen Hilfe und einer eigenen Werkstatt brachten wir unsere Motoren in Stand und fingen an,
    uns außerplanmäßige Fahrzeuge zuzulegen. Meine Kfz.-Meldungen waren von jetzt ab alle erstunken und erlogen.


    In der San.-Ausrüstung führte ich einen sogenannten Gefechtskasten ein, aus dem auf dem Marsche und
    wenn das große Gerät noch nicht ausgepackt war, bis zur Blinddarmoperation aufwärts gearbeitet werden konnte. Er diente
    auch als Ausrüstung des Verbandszimmers neben der Aufnahme.


    Im Frankreichfeldzug waren unsere Waffen geschlossen mitgeführt worden, das erschien uns in
    Zukunft nicht mehr tunlich. Ich lieh mir einen Feldwebel von der Infanterie aus und machte mit den Soldaten ohne Rotkreuzausweis
    Infanterieausbildung.


    Das bewährte sich später in zweifacher Hinsicht. Wir konnten in gewissen Situationen Sicherungen
    ausstellen und auch Transporte absichern, was auch gegenüber eigenen oder verbündeten Truppen notwendig war. Unsere
    Befürchtungen von Partisanen erwiesen sich als grundlos, aber als unter meinem Nachfolger das Lazarett auf dem Rückzug in den
    Karpaten vor eine Straßensperre kam und beschossen wurde, schoss man rechts zurück und räumte links die Sperre fort. Man
    vernahm einiges Wehklagen. Hier hatte jemand gegen die mit dem Roten Kreuz deutlich gekennzeichneten Fahrzeuge billige Lorbeeren erwerben
    wollen und war dabei reingefallen.


    In Russland fühlten wir uns zunächst so sicher, dass wir auch keine Außenposten
    ausstellten, wenn wir im Dorf allein waren. Bevor gewisse Dienststellen ihre unheilvolle Tätigkeit aufnahmen, die
    mithalfen, dass wir den Krieg verloren, wurden wir von der Bevölkerung als Befreier begrüßt und auch später,
    als diese schon schlechte Erfahrungen gemacht hatten, kam es uns zustatten, dass wir den Vogel an der rechten Stelle hatten.


    Ende Februar 1941 wurde ich Chefarzt des Lazarettes. Die Sanitätsdienste der Division sollten gemäß
    der Kriegssanitätsvorschrift eingesetzt werden. Die bespannte San.-Kompanie marschierte zwischen Infanterie und Artillerie. Sie
    richtete einen Hauptverbandsplatz und einen Wagenhalteplatz ein, benutzte aber auch schonmal den Truppenverbandsplatz eines Bataillons
    als vorgeschobenen HVP. Die San.-Kompanie mot. Konnte zur Schwerpunktbildung schnell verlegt werden. Nach Einrichtung eines HVP
    und eines Wagenhalteplatzes oblag ihr die primäre operative Wundversorgung. Auch war das Absuchen des Gefechtsfeldes und der
    Transport zum HVP oft ihre Aufgabe. Die beiden Kranken-Kw.-Züge mit je 15 Wagen sollten die Verwundeten nach rückwärts
    bringen und zwar die Schwerverwundeten – z.B. Schädel-, Brust- und Bauchhöhleneinschüsse sowie Knochenschussbrüche
    zum Feldlazarett zur operativen Versorgung und die Leichtverwundeten am Feldlazarett vorbei zu den Kranken-Sammelstellen der Armee.


    Fortsetzung folgt!


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    zumal man in Betracht ziehen muss, dass sämtliche Bestialitäten auch post mortem erfolgt sein
    können. Da gibt es dann einige "Begünstigungen". Kein sich wehren, keine Blutungen etc.


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    wenn die Aufnahme des Panzers wirklich von einem Sammelplatz in Charlottenburg stammt,
    ist es schwierig irgendeine Einheit auszuschließen oder zu favorisieren. Die 20. PGD
    kam zumindest bis Stieglitz und Dahlem. Die 18. PGD erscheint zwar wahrscheinlicher, aber
    eine genaue Bestimmung wird, wie bereits von Wolfgang oben angegeben, ohne weitere
    Informationen schwierig. Die PD "Müncheberg" ist beispielsweise ebenfalls relativ unwahrscheinlich
    bei einem Bestand von nur 3 PzKpfw IV Anfang April (Wenn die Division nicht noch weitere PzKpfw IV
    erhalten hat zwischen dem 07.04. und dem Kampf in Berlin).


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    Quote

    Von den Divisionen, die in Berlin eingesetzt waren, hatten sowohl die 11. SS Panzergrenadier-Division


    hat die Panzer-Abteilung der "Nordland" nach dem 07.04.1945 noch Panzerkampfwagen IV erhalten?
    Ansonsten würde ich gerade diese eher ausschließen. In der Panzer und Sturmgeschützlage der
    HG Weichsel vom 08.04.45 meldete die "Nordland" in ihrer Panzer-Abteilung lediglich 26 Sturmgeschütze III
    (davon 2 in kurzfr. Inst.) und 10 Jagdpanzer IV.


    Von den in Berlin eingesetzten Divisionen scheinen mir folgende in Frage zu kommen:


    - Panzer-Division "Müncheberg" (I./PR 29) mit 3 PzKpfw IV am 07.04.45, davon 2 in kurzfr. Inst.
    - 18. Panzergrenadier-Division (Pz.Abt. "Schlesien") mit 26 PzKpfw IV am 07.04.45, davon 1 in langfr. Inst.
    - 20. Panzergrenadier-Division (Pz.Abt. 8 ) mit 16 PzKpfw IV, davon 1 in langfr. Inst.


    Gruß
    Tobias

    Hallo,


    falls man sich noch weiter zum im Ausgangspost erwähnten Generalfeldmarschall von Moltke
    belesen möchte ist folgendes Buch zu empfehlen:


    Roland G. Foerster (Hrsg.), "Generalfeldmarschall von Moltke - Bedeutung und Wirkung", R. Oldenbourg Verlag


    Eine interessante Artikelsammlung verschiedener Autoren, erschienen als Band 33 der "Beiträge zur Militärgeschichte" des MGFA.


    Wenn auch die Frage strittig ist ob er Schöpfer der Auftragstaktik war, so spielte er doch eine
    entscheidende Rolle für die deutschen Armeen der letzten 130 Jahre.


    Gruß
    Tobias