Posts by Chicagoland

    Hallo FE,


    wie der Name schon sagt, wurde in der Abteilung der Ersatz für die Nachschubtruppen ausgebildet. Dein Vater gehörte zur Stammkompanie, in der die Ausbilder und die länger dort verbliebenden Angehörigen zusammengefasst waren.


    Grüße,


    Jörg

    Guten Abend,


    beim Blättern im KTB der Heeresgruppe Nord erschrak ich ob mehrerer verbrecherischer Befehle. Daher entschloss ich mich, sie hier zu dokumentieren.


    Grüße


    Jörg


    ========================================
    29.10.1941


    Aktennotiz über die Fahrt des 1. Generalstabs-Offiziers* am 24.10.41 in den Bereich der 18. Armee.


    1.) Es wurden aufgesucht:
    a) Gen.Kdo. L. A.K. (Krasnogwardeisk)
    b) Artl.-B.-Stelle auf Höhe 212 hart ostwärts Krasnjoe Sjelo,
    c) Sicherungen an der Kronstädter Bucht bei Strjelna, Uritzk (A.A. 212),
    d) Stab 58. I.D.,
    e) A.O.K. 18.


    2.) Bei allen aufgesuchten Stellen wurde die Frage aufgeworden, wie man sich zu verhalten hat, wenn die Stadt Leningrad ihre Übergabe anbietet und wie man sich gegenüber der aus der Stadt herausströmenden hungernden Bevölkerung verhalten soll. Es entstand der Eindruck, dass die Truppe vor diesem Augenblick grosse Sorgen hat. Der Kdr.** der 58.I.D. betonte, dass er in seiner Division den Befehl gegeben hat, den er auch von höherer Stelle erhielt und der den gegebenen Weisungen entspricht, dass auf derartige Ausbrüche zu schiessen ist, um sie gleich im Keime zu ersticken. Er war der Ansicht, dass die Truppe diesen Befehl auch ausführen wird. Ob sie aber die Nerven behält, bei wiederholten Ausbrüchen immer wieder auf Frauen und Kinder und wehrlose alte Männer zu schiessen, bezweifelte er. Bemerkenswert ist die Äusserung, dass er vor der der militärischen Gesamtlage, die gerade bei seinem Flügel bei Uritzk immer gespannt sei, keine Angst habe, dass aber die Lage gegenüber der Zivilbevölkerung immer Angst verursache. Dies sei nicht nur bei ihm, sondern bis zur Truppe herunter der Fall. In der Truppe bestehen volles Verständnis dafür, dass die Millionen Menschen, die in Leningrad, eingeschlossen sind, von uns nicht ernährt werden können, ohne dass sich dies auf die Ernährung im eigenen Land nachteilig auswirkt. Aus diesem Grunde würde der deutsche Soldat auch mit Anwendung der Waffe derartige Ausbrüche verhindern. Nur zu leicht könne das aber dazu führen, dass der deutsche Soldat dadurch seine innere Haltung verliert, d.h. dass er auch nach dem Kriege vor derartigen Gewalttätigkeiten nicht mehr zurückschrecke.


    Führung und Truppe bemühen sich eifrig, eine andere Lösung dieser Frage zu finden, haben aber bisher noch keinen brauchbaren Weg gefunden.


    ========================================
    29.10.1941


    Aktennotiz über den Flug des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe Nord zum O.K.H. am 26.10.1941 (Begleiter: 1. Gen.St.Offz.)



    4.) Der 1. Gen.St.Offz. trug dem Ob.d.H. seine Wahrnehmungen über die Zustände im Leningrader Raum bezgl. der Zivilbevölkerung vor (s. Aktennotiz über die Fahrt am 24.10.). Ob.d.H. bemerkte, dass ihn die gleichen Sorgen bewegen, dass aber der Führer auf dem Standpunkt stehe, dass gegen diese Bevölkerung im Interesse des deutschen Volkes schonungslos vorgegangen werden muss. Ob.d.H.*** wies darauf hin, dass mit allen Mitteln versucht werden müsse, dem deutschen Soldaten zu ersparen, auf Frauen und Kinder schiessen zu müssen. Wenn eine Vertreibung der Flüchtlinge mit Artillerie-Feuer nicht gelingt, so müsse zumindest verhindert werden, dass dann mit Gewehren und MG geschossen wird. Aus diesem Grund soll man vor den eigenen Linien ein breites Hindernis an Minen legen, an denen ein Ausbruch der Zivilbevölkerung scheitern würde.



    *Oberst i.G. Paul Herrmann
    **Generalleutnant Karl von Graffen
    *** GFM Walther von Brauchitsch

    Hallo Karl1912,


    Kalatsch wurde noch nicht erreicht. Ich füge einmal einen Ausschnitt der Lagekarte vom 18.07.1942 bei:


    Die 297. ID findest auf dem linken Flügel des LI. Armeekorps. Die Infanterie musste den schnell vorgehenden Panzer- und mot. Divisionen folgen, die weitausholend nach Süden einschwenkten, um die Front vor der 17. Armee aufzurollen und den Gegner nach Rostow abzudrängen.


    Die zweite Karte ist ein detaillierter Ausschnitt, wo Du auch die Ortsnamen lesen kannst.


    Viele Grüße


    Jörg

    Hallo Blacky16,


    beigefügt findest Du einen Ausschnitt aus der Lagekarte vom 12. November 1943: Omelnik liegt nordöstlich von Krementschug. Unterhalb von XI. Armeekorps steht "St.G.A. 226, 905".


    Dem Korps waren demnach unterstellt:
    - 106. Infanterie-Division
    - 6. Panzer-Division
    - 2/3 der 187. Infanterie-Division
    - 376. Infanterie-Division


    Die ganze Lagekarte ist hier abrufbar:
    http://www.gutenberg-e.org/esk01/maps/LageOst12Nov43b_lg.jpg


    Hier erkennt man auch den größeren Zusammenhang: Ende September 1943 gelang es der Roten Armee den Dnejpr zu überschreiten und bei Dnepropetrowsk zwischen der 1. Panzer-Armee und der 8. Armee zu überschreiten. Hier bildete sie einen riesigen Brückenkopf. Diese und die folgenden Kämpfe, die u.a. zum Abschneiden der Krim führten, werden in der Literatur auch mit Schlacht um den Dnejprbogen bezeichnet.


    Grüße


    Jörg

    Hallo Stuart,


    hier geht es weiter:


    ==============================
    Kampfaufträge für den 17.03.43:
    c) Korps-Abt.C. bezieht neue H.K.L. in Linie: Kamienica - Torkowicze - Obicki. Schwerpunkt der Abwehr beiderseits der Rollbahn Radziwillow - Dubno! Eine Div.Gruppe ist im Lkw.Transport über Kozin der 340.I.D. nach Wolkowyje zuzführen. 2 Kpn. sind auf 2 Battrn. der Sturmgesch.Br.322 am 17.3., 1.30 Uhr, zu verladen.


    e) 340.I.D. [...] Eine Div.Gruppe der Korps-Abt.C und 1 Battr. der Sturmgesch.Br.322 werden zugeführt und unterstellt.


    6.) Sturmgesch.Br.322 (ohne 1 Battr.) erreicht bis 17.3., 1.30 Uhr Kosin, verlastet dort 2 Kpn. der Div.Gruppe 183 der Korps-Abt.C. und fährt in den Raum der 340.I.D. vor. 1 Battr. wird der Div. unterstellt und ist im Abschnitt Wolkowyje einzusetzen. Stab und 1 Battr. zur Verfügung des Korps im Raum Kopan. Befehlsübermittlung über 340.I.D. 1 Battr. erreicht als Korpsreserve, 3.00 Uhr antretend, Nordwestteil Krzemieniec. Befehlsübermittlung über Kpfgr.Prützmann.


    Kampfaufträge für den 18.03.43:
    b) Kampfgr.Prützmann hält derzeitige H.K.L., gewinnt durch Angriff das Höhengelände Dabrowa und hält es. Hierzu wird verst.G.R. 953 für den 18.3. unterstellt. 1 Zu 1./Sturmgesch.Br.322 ist sofort nach Iwanie Puste in Marsch zu setzen. Meldungund und Gef.Stand Kampfgr. Lange. Der Zug wird mit Eintreffen der Kampfgr.Lange unterstellt.


    d) Kampfgr.Lange - Truppen: Div.Gr.183 mit 2./Sturmgesch.Br.322, verst.G.R.951 (s.Ziff. 3 a), 1 Zug 1./Sturmgesch.Br.322, Art.Rgts.Stab zbV 786, II./A.R.70, 1 Battr. s.Art.Abt.101 (Hummel), Bandenjagdkdo.XIII (Unterstellung des Bandenjagskdos. nur bis 18.3., abends) sowie stärkere Teile der Kämpfenden- und Versorgungstruppen der Korpsabt.C - greift am 18.3. aus Raum Kozin über Linie Kol.Podwysokic - Coza Czarna an und gewinnt die Höhen südl. Wolkowyje, um von hier im Zusammenwirken mit 454.Sich.Div. und 340.I.D. die Lücke zwischen den Divn. zu schließen.


    Kampfaufträge für den 19.03.43:
    a) Kampfgr.Prützmann ... So rasch wie möglich, spätestens bis 19.3., 6.00 Uhr sind folgende Truppenteile der 361.I.D. in den Raum Adamowka - Kopanie, Aufmunitioniert und Aufgetankt, zuzuführen und zu unterstellen:
    G.R.953, verstärkt durch III./A.R.361,
    Pi.Btl.48,
    Sturmgesch.Battr. der Sturmgesch.Br.322 und der Pz.(Sturmgesch.)Abt.118,
    1/2 5./A.R.70 (10 cm).
    Führer melden sich bei Meldekopf 361.I.D. Adamowka.


    d) 340.Inf.Div. bezieht 18.30 Uhr beginnend, neue H.K.L. in Linie Redkow - Ostrow - Solonjow - Lipa - Kolodez - Hubinska Niwa - Uhrynow.
    Nachtruppen verbleiben bis 6.00 Uhr in bisherigen Stellungen.
    ...
    Stab Sturmgesch.Br.322 und 1 Battr. dieser Brig. sind zur Verfügung des Korps nach Radziwillow bis 19.3., 13.00 Uhr zu verlegen. Führer voraus zum Korpsgefechtstand.


    Kampfaufträge für den 22.03.1943:
    4.) Sturmgesch.Br.322: Dem Kommandanten Brody sind am 22.3., 4.00 Uhr, 4 einsatzbereite Sturmgeschütze zur Abwehr fdl. Panzerangriffe gegen Nordteil Brody bis zum Wirksamwerden des Angriffs des Kampfverbandes Friebe zur Verfügung des Korps zu stellen.


    Kampfaufträge für den 24.03.1943:
    10.) Sturmgesch.Br.322 werden ab sofort sämtliche im Abschnitt der Südgruppe des Korps befindliche Sturmgeschütze unterstellt. Die Brig. verbleibt als Korpsreserve in Brody.


    Fernschreiben XIII.A.K. Ia 26.3.44 an: 340. Inf.Div., Sturmgesch.Br.322, nachr.:Kampf-Kdt. Brody.
    Betr.: Einsatz Sturmgesch.Br.322 und Pz.Abt.118.


    Sturmgesch.Br.322 beläßt 1 Battr. zu 6 Geschützen zur Verfügung des Korps in Brody. Zu dieser Battr. stellt 118 zunächst 1 Geschütz ab. 322 hat mit allen Mitteln dafür Sorge zu tragen, daß die Battr. baldmöglichst mit 6 Geschützen einsatzbereit ist. der Battr.Führer ist anzuweisen, daß jeder Einsatz nur auf Befehl des Korps zu erfolgen hat, Befehle anderer Dienststellen nicht auszuführen und sofort nach hier zu melden sind.
    Stab 322 wird bis 27.3., 8.00 Uhr nach Podhorce verlegt. Hier ist der Aufbau einer 2.Battr. zu 6 Geschützen mit allen Mitteln zu betreiben. 1 Kp. 118, z.Zt. 322 unterstellt, wird ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt nach Podhorce verlegt. Kp. bleibt 322 unterstellt, die für baldige Einsatzbereitschaft der Kp. (zunächst 6 Geschütze) Sorge zu tragen hat. 118 (ohne 1 Kp.) [z.Zt. 340.I.D. unterstellt] setzt sofort 2 einsatzbereite Geschütze zu dieser Kp. in Marsch. Am Unterstellungsverhältnis des Stabes und Masse 118 ändert sich nichts.
    Werkstatt-Kp.322 ist in Raum westl. Busk zu verlegen.


    Kampfaufträge für den 28.03.1943:
    g) Kdr.Sturmgesch.Br.322 beläßt 1 schwache Battr. im Raum Jasionowka zur Verfügung des Korps. Die Battr. wird auf Zusammenarbeit mit Sich.Verb.v.Prittwitz angewiesen. Kdr.St.Gesch.Brig. meldet 28.3., 18.00 Uhr die Aufstellung einer weiteren Battr. im Raum Chwalow.


    Panzer- und Paklage 31.03.1944:
    Sturmgesch.Br.322: 2 einsatzbereit, 16 in kurz- und langfristiger Instandsetzung.


    ==============================


    Viele Grüße


    Jörg

    Hallo zusammen,


    bis Januar 1944 wurde die Division soweit zerschlagen, dass sie aus der Front herausgezogen und neu gegliedert werden musste. Das drohende Schicksal der Divsion und des gesamten XIII. Armeekorps wird im KTB der 4. Panzerarmee angedeutet.


    ==================================


    25.12.1943:
    Durch beiderseits lebhafte Späh- und Stoßtrupptätigkeit vor rechtem Flügel, die sich im Abschnitt 68.J.D. und 340.J.D. bis zu bataillonsstarken Angriffen steigerte, fühlte der Feind gegen gesamte Ostfront des Korps vor. Sämtliche Angriffe wurde abgewiesen, die Mehrzahl durch die eigene Artl. Zerschlagen. Es bleibt abzuwarten, ob es sich um Fesselungsangriffe handelt oder ob sie als Einleitung eines größeren Angriffes anzusehen sind. (Tauwetter, Regen. Straßen noch befahrbar.)


    26.12.1943:
    Die erwarteten Angriffe zum Eindrücken der Korpsfront begannen heute Vormittag. Obwohl die gesamte Artl. des Korps die Bereitstellung nachhaltig bekämpfte, trat Gegner gegen 11.00 Uhr nach 1-stündiger, sehr starker Artl.- und Granatwerferfeuervorbereitung mit überlegenen Kräften, dabei etwa 20 Panzer, zum Angriff an. Schwerpunkt seines Angriffs lag im Raum Radomyschl, Krassnoborka, Mirtscha (hier etwa 12-15 Panzer) und Worsowka.


    ...


    29.12.1943:
    Weit überlegener Feind griff auf gesamter Front des Korps unter Einsatz von Panzern weiter an. Schwerpunkt der Angriffe gegen die Korpsfront lagen wiederum an den Korpsflügeln beiderseits der Rollbahn Kiew, Shitomir und im Raum Diwotschki, Tschnerjachoff. Durch diese Angriffe, durch die er die Front des Korps zum Einsturz bringen wollte, versuchte er südostw. Shitomir (außerhalb des Korpsabschnitts im Raum Gruschki – Tscherwonno Armeisk) das Korps in seinen Flanken zu umfassen. Der trotz starker Erschöpfung zäh kämpfenden Truppe gelang es, alle Angriffe im wesentlichen abzuschlagen. (Bedeckt, diesig. Wegezustand: noch befahrbar, etwas glatt.)


    30.12.1943:
    Korps stand weiterhin während des ganzen Tages in schweren Abwehrkämpfen gegen einen an Inf.- und Pz.Kräften weiter überlegenen, sich fortlaufend verstärkenden Feind. (Bedeckt, wolkig)


    ==================================
    ...Das KTB des XIII. Armeekorps gibt Auskunft über die Folgen der sowj. Winteroffensive...
    ==================================


    01.01.1944:
    68., 340. u. 208.I.D.: Die Div. erreichen tagsüber die neue HKL: Trojanoff – Deneschi – nördl. Ssergejewka. Angriffe mit Panzern in Btls.- und Rgts.Stärke werden in dieser Linie mit Schwerpunkt Koschtscha – Uljanowka abgewehrt. (Bedeckt, trübe)


    02.01.1944:
    208. u. 340.ID.: Die Divn. setzen sich unter starkem Feinddruck vom Gegner, der in der Zwischenzeit den Teterew nach Süden überschritten hat, durch verstopfte Waldwege mühsam nach Westen und Südwesten ab. Einbrüche westl. Rudnja Gorodischtsche und Koutaja können trotz zähen Widerstandswillen der angestrengten Truppe nicht verhindert werden. Mindestens 8 Panzer werden durch die Inf.Divn. abgeschossen. Beide Inf.Divn. verfügen noch über eine Grabenstärke von je 200 - 300 Mann. (Schneefall, diesig)


    ...


    04.01.1944:
    208.I.D.: Die Div. wird aus dem Raum Ratschki zum Gegenstoß auf Michalenki und weiter durchstoßend auf Maja Zorowinzi angesetzt. (Regen, Tauwetter, schlechter Wegezustand)


    ==================================
    ... Sodann werden Auseinandersetzungen zwischen den versch. Führungsebenen deutlich, die mit der Einschaltung des XXXXVIII. Panzerkorps begannen....
    ==================================


    Am 6.1. um 14.00 Uhr: „An 68., 208. und 340. Inf. Div.: Div.-Stäbe werden mit sofortiger Wirkung unmittelbar XXXXVIII. Pz.-Korps – Gef.Stand Stetkowzy – unterstellt.“


    ==================================
    Weiter im KTB dieses Tages:
    ==================================


    06.01.1944:
    Im Laufe des Nachmittags wird Chef von Chef. XXXXVIII.Pz.-Korps orientiert, daß nach Herauslösen der Panzerverbände aus dem Korpsverband und nach Herabsinken der Grabenstärken der 3 Inf.Divn. des Korps ein Weiterbestehen des Korps in seiner jetzigen Zusammensetzung aus taktischen Gründen nicht tragbar sein. Die Divn., 208., 68. und 340.I.D., weisen durchschnittlich eine Grabenstärke von 150-300 Mann auf.


    Das XXXXVIII.Pz.-Korps, dem XIII.A.K. seit heute unterstellt ist, befiehlt aus diesem Grunde die Bildung von Inf.-Rgts.-Gruppen der 68., 208. und 340.I.D., wobei 68. und 208.I.D. LSSAH und 340.ID. SS-Reich zu unterstellen seien.
    Die einzelnen Div.-Stäbe werden von der Kampfführung entbunden und regeln mit der Ib Staffel der Div. die Versorgung der Div. Die Div.-Artl. einschließlich Heeres-Artl. sowie Heeres-Pz.Jäg. und Sturmgesch. treten entsprechend ihrem derzeitigen Einsatz entweder zu LSSAH oder zu SS-Reich.


    Ein Anfrage des Chefs beim Chef der Armee ob die vom XXXXVIII.Pz.Korps befohlenen Maßnahmen im Sinne der Armee seien, ergibt, daß der O.B. die Herausösung der Inf.-Verbände des XIII.A.K. aus der Front wünscht. Der Kd.Gen. bittet daraufhin Chef, dem O.B. zu melden, daß die von einem anderen Gen.Kdo. getroffene Entscheidung der Herauslösung der Inf.Verbände des XIII.A.K. von ihm als persönliche Ehrenkränkung empfunden werde. Der O.B. bittet Chef, nach Meldung des Chefs, dem Kd.Gen. vorzutragen, daß die Herauslösung des XIII.A.K. eine reine taktische Maßnahme sei, die nur unter diesem Gesichtspunkt bewertet werden müsse. Bei den geringen Grabenstärken der Divn., die praktisch nur noch starke Btle. darstellen, sei Kd.Gen. die Weiterführung derartiger Truppenreste nicht zuzumuten und die in Aussicht gestellte Führung eines Korps mit starken Divn. werde eine weit befriedigendere Aufgabe darstellen, als die jetzige.


    Der Korpsstab steht zur Verfügung der Heeresgruppe.


    Einige Stunden später gibt O.B. dem Chef Befehl, sofort Gliederung und Aufbau der aus den 3 bisherigen Divn. des Korps zu bildenden Korpsgruppe in Angriff zu nehmen, die noch in der Front befindlichen Div.Gruppen (mit 208.I.D. noch heute Nacht beginnend) herauszuziehen, die Art. und Sturmgeschütze zunächst in de Front zu belassen, die Trosse nach frewerdenden Kämpfern auszukämmen und im übrigen die Personal- und Waffenbestände der Divn. im einzelnen aufzustellen.


    07.01.1944: In einem Fernschreiben an das XXXXVIII. Pz.Korps bittet das Korps, freiwerdende Truppenteile in folgende Räume zu leiten:
    208.I.D.: Losowa (8 km südwestl. Chmelnik) – Beresna – Krupia – Nowaja Sainjawka – Guli
    Im Laufe des Tages und der Nacht werden zunächst die kleinen Trosse der Divn. in die befohlenen Räume geführt.
    Die Armee kündigt für den kommenden Tag einen grundsätzlichen Befehl des Oberbefehlhabers der Heeresgruppe über der Wiederaufbau der 3 Divn. an.


    ==================================
    Am 09.01. wird die Neugliederung befolgen:
    ==================================


    Der Generalfeldmarschall v. Manstein hat den Kommandieren General des XIII. A.K. beauftragt, seine durch die schweren Kämpfe stark mitgenommenen Inf.Divn. – unbeschadet der derzeitigen taktischen Unterstellungen ihrer Kampftruppen – mit allen Mitteln wieder zu kampffähigen Verbänden zu gliedern. Die beschleunigte Durchführung dieser Maßnahmen übertrage ich den Herren Kommandeuren der 68., 208. und 340.Inf.Div.


    Es kommt bei dieser Neugliederung darauf an – unter Verlassen bisher gegangener Wege – eine starke beweglich Kampfkraft zu schaffen unter rücksichtsloser Verringerung der Trosse und Versorgungstruppen. Hierbei sind ohne Rücksicht auf die bisher vorgesehene Gliederung der Divn. und unabhängig von der Waffenzugehörigkeit der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften alle irgendwie entbehrlichen und geeigneten Soldaten aus den Versorgungstruppen und Trossen herauszuziehen und der Infanterie zuzuführen.


    Im Einzelnen befehle ich:
    1.) Grundlage ist die derzeitige Iststärke:
    Mindestens 1/3 der Iststärke einer Div. ist den Gren.Rgtern. zuzuweisen. Hierzu müssen alle jüngeren Jahrgänge und alle infanteristisch ausgebildeten Soldaten von den anderen Waffen, soweit sie dort nicht absolut unentbehrlich sind, abgegeben werden.
    Höchstens 1/3 der Iststärke darf bei der Artillerie und 1/3 bei den übrigen Waffen und Vers.Truppen eingeteilt bleiben. Hierbei ist die Stärke der Vers.Truppen auf die Stärke der Kampftruppe abzustimmen und muß sich auf das unbedingt notwendige Maß beschränken.
    Es werden außerdem voraussichtlich zugewiesen:
    68.I.D. – 280 Mann
    208.I.D. – 360 Mann
    340.I.D. – 240 Mann
    die nach Eintreffen von Ersatztransporten den Divn. in den nächsten Tagen zugeführt werden.
    Außerdem von Marschbtl.zbV 287 (z.Zt. Lemberg) für
    68.I.D. – 250 Mann
    208.I.D. – 500 Mann
    340.I.D. – 250 Mann
    In die Iststärke sind weder diese Zahlen noch div.fremde Truppenteile (z.B. 68.I.D. – die Rgter. Der 75. u. 88.I.D. oder bei 340.I.D. – Btl. Alexander) einzuberechnen. Über Abgabe letzterer Verbände erfolgt Befehl.


    2.) Gliederung der Divn.:
    Infanterie: Es ist anzustreben, daß je Div. 2 Gren.Rgt.Stäbe mit je 2 Btln., ferner 1 Div.Füs.Btl., bestehen bleiben. Wo dieses nicht möglich ist, ist auf 1 Rgt. zurückzugehen. Alle Trosse der nicht mehr bestehenden Rgter. sind aufzulösen und mit ihren Soldaten die Kampfeinheiten aufzufüllen.


    Artillerie: Die Art. jeder Div. ist je nach Zahl der vorhandenen Geschütze möglichst zu 3, nur notfalls zu 2 Abt. zu je 3 Battrn. zu gliedern. Im Rahmen dieser Gliederung kann bei fehlenden Geschützen das zur Auffüllung der Battrn. auf 3 Geschütze notwendige Personal und Gerät beibehalten werden.


    Pi.Btl., Pz.Jäg.Abt. und Nachr.Abt. sind so zu gliedern, wie es Personallage und das vorhandene Material zulassen. Wo auf 1 Kp. Zurückgegangen wird, darf der Btls.- bzw. Abt.Stab nur als kleinster Gefechtsstab beibehalten werden.


    Die Versorgungstruppen sind so zu begrenzen, daß sie für die Durchführung ihrer Aufgaben gerade ausreichen. Das hierdurch freiwerdende Personal ist der Inf. zuzuführen. Hierbei haben die Divn. zu überwachen, daß bei Kürzung der Vers.Truppen das beste Menschenmaterial abgegeben wird.


    Der Stamm eines schwachen F.E.B. ist zu erhalten. Das Btl. soll in erste Linie dazu dienen, Unterführer zu schaffen.


    3.) Materiell:
    Mit Zuweisung neuer Waffen ist vorläufig nicht zu rechnen. Wesentlich ist, daßß die Divn. während der Neugliederung das gesamte überzählige Material (auch einschl. Fahrzeuge) und alle überzähligen Pferde baldmöglichst abgeben. Wann und wohin diese Abgabe erfolgt, wird noch befohlen.


    4.) Durchführung dieser Maßnahme muß entsprechend der Lage in der Kampffront erfolgen. Hierzu werden die kämpfenden Teile der Divn. nacheinander voraussichtlich aus der Front heransgezogen. Die Neugliederung hat dann in kürzester Zeit zu erfolgen, anschließend erfolgt wieder Einsatz in der Front unter ihrem Div.Kdr.


    5.) Divn. melden bis 10.1., 18.00 Uhr die Iststärke der Divn. einschl. der Kampfgruppe an Soldaten (Getrennt nach Offz., Uffz. und Mannsch.) und Waffen sowie die beabsichtige Gliederung.


    Über den Fortgang der Umgliederung ist alle 3 Tage, erstmalig 13.1., 18.00 Uhr an Gen.Kdr. – Ia zu melden.


    Der Kommandierende General


    Hauffe


    General der Infanterie


    ==================================
    Die Neugliederung erfolgte dann nicht mehr unter Befehl
    des Armeekorps, sondern der Panzerarmee:
    ==================================


    09.01.44:
    Fernschreiben der Armee unter Bezug auf gestrigen Befehl des O.B. der Heeresgruppe Süd: Sämtliche z.Zt. beim XXXXVIII.Pz.Korps eingesetzten Truppenteile und Splittergruppen der 68., 208. und 340.I.D. sind der Armee zu melden. Für die Umgliederung sind aus der Kampffront nur diejenigen Einheiten herauszuziehen, die unbedingt für die befohlenen Maßnahmen in den rückw. Räumen der Divn. benötigt werden.


    10.01.1944:
    Abgang: 68., 208., 340. Inf.Div.
    ==================================


    Viele Grüße


    Jörg

    Hallo HG Sachsen,


    es lautet weiter "Sowjetparadieses".


    Verschiedene mot. Armeekorps wurden bereits vor ihrer offz. Umbenennenung als Panzerkorps bezeichnet. Das gleiche gilt für die Panzergruppen aus den die Panzerarmeen wurden.


    Viele Grüße


    Jörg

    Hier noch die Wetterangaben zu den o.g. Tagen:


    20.03.: Tauwetter
    21.03.: Tauwetter
    22.03.: Schneeregen
    23.03.: Schneefall, Wege grundlos
    24.03.: Schneefall, 2 Grad
    25.03.: Schneefall
    26.03.: Bedeckt, leichter Schneefall
    27.03.: Bedeckt
    28.03.: Nachtfrost, tagsüber aufheiternd
    29.03.: Vorm. klar, abends leichter Schneefall
    30.03.: Heiter, leicht bewölkt
    31.03.: Sonnig, klar


    Grüße,


    Jörg

    Hallo Herbert,


    da habe ich doch tatsächlich den Namen immer falsch gelesen; liegt wohl an der mir ungewohnten Schreibmaschinenschrift.


    Leider kann ich den Titel jetzt nach 1200 Minuten nicht mehr ändern. Könnte dies ein Admin übernehmen? Danke.


    Viele Grüße


    Jörg

    Guten Abend,


    hier einige Ausführungen aus dem KTB des XIII. Armeekorps zum "Panzerverband Friebe":


    =================
    20.03.1944:
    19.00 Uhr: Gemäß Armeebefehl wird Pz.Verband Friebe XIII.A.K. unterstellt und am 21.3., 5.00 Uhr, aus dem Raum Zloczow und nordwestl. antretend, dem Korps in dem Raum südwestl. Brody zugeführt. Dem Pz.Verband werden unterstellt:
    - SPW.Btl. 8.Pz.Div.
    - SPW.Btl. 19.Pz.Div.
    - I./Pz.Abt.11
    - schw.Pz.Abt. 507, die nach endgültiger Ausladung nachzuführen ist
    - Werf.Brig.6
    - schwere Pz.Brüko 849
    Das Korps hat mit dem Pz.Verband Straße nach Brody und Brody freizukämpfen, sodann nach Norden eindrehend, den Feind nördl. Brody zu schlagen.


    21.03.1944:
    18.15 Uhr: Der nicht eingespielte Pz.Verband Friebe erreicht erst in den späten Nachmittagsstunden Rollbahn westl. Radziwillow. Nach Brechen harten Feindwiderstandes stößt der Pz.Verband an Bahn Radziwillow, Brody unter erheblichen Verlusten für den Gegner westl. Radziwillow durch und igelt am Straßenkrez westl. Radziwillow und Höhen nördl. davon. Gepanzertes Geleit zur Versorgung der vorgestoßenen Teile dringt hart nördl. Brody gegen starken Feind mit Pak und Art. nicht durch.


    22.00 Uhr: Die Absicht des Korps für den 22.3. ist das Freikämpfen der Flanken der Südgruppe. Dazu wird befohlen:
    4.) Pz.Verband Friebe, aus Raum Radziwillow antretend, vernichtet durch Vorstoß den nördl. Brody stehenden Gegner.


    22.03.1944
    Als Kampfauftrag für den 23.3. wird befohlen:
    3.) Pz.Verb. Friebe greift um 7.30 Uhr aus dem Raum südostw. Brody antretend und über Gaje Dytkowieckie vorgehend, den Panzerfeind vor verst. Korps-Abt.C an und schlägt ihn.


    23.03.1944:
    12.00 Uhr: Pz.Verb.Friebe meldet, daß Teile 361.I.D. im Norden von Brody noch nicht angetreten sind. Chef antwortet, daß nach Meldung des Div.Kdrs. der 361.I.D. Div. bereits angetreten sei. Ia meldet weiter, daß der Pz.Verband Friebe Ort 2 km südwestl. Koniuszkow erreicht habe, dort wegen Betriebsstoffmangel festliege. K.G. hat inzwischen befohlen, daß der Pz.Verband Lewiatyn freizukämpfen habe. Dazu sollen Teile des hart westl. Radziwillow stehenden SPW-Btl. angesetzt werden. Chef unterrichtet Ia über die Lage beim rechten Nachbarn: Feinddurchbruch mit Panzern unbekannter Stärke bis hart nordostw. Gaje Lewiatynskie. Chef befiehlt 1 Abt. Neb.Werfer dorthin anzusetzen.
    In den frühen Morgenstunden brechen die Panzerangriffe des Feindes in den Art.Stellungen zusammen. 10 T 34 werden im Nahkampf abgeschossen. Weitere 10 durch Pz.Verband vernichtet. Im Zuge des eigenen Panzerangriffs in der Tiefe und im Rücken des Feindes werden örtliche Einbrüche bereinigt und eigene H.K.L. in Linie: Stojanowka – Radziwillow vorgedrückt. Starke fdl. Kräfte erleiden hohe blutige und Materialverluste und werden nach Norden über Slonowka-Abschnitt zurückgeworfen. Kämpfe des Pz.Verbandes nocht nicht abgeschlossen.


    19.05 Uhr: K.G. unterrichtet O.B. über die Lage. Anschließend teilt O.B. die Abgabe des Pz.Verbandes Friebe mit. K.G. antwortet, daß dann bei geringsten Feindangriffen die Front um Brody zusammenbrechen müsse. O.B. antwortet, daß so triftige Gründe vorliegen, daß der Verband morgen abgegeben werden muß. K.G. meldet daraufhin noch einmal, daß bei umfassenden Feindangriffen der Widerstand der Südgruppe dann zusammenbrechen müsse.
    O.B. bringt in einem schriftlichen Armeebefehl vom 23.3., 22.30 Uhr zum Ausdruck, daß unter Ausnutzung der bisherigen Erfolge des Pz.Verbandes durch Angriff nach Südenosten und Norden zu gewinnen ist. Der Generalfeldmarschall verlangt, daß das Korps nunmehr keinen Schritt Boden preisgibt (siehe Armeebefehl).


    24.03.1944:
    Abgang: Pz.Verband Friebe
    s.Pz.Abt. 507
    1./Pi.Btl. 327
    s.Art.Abt. 101
    s.Pz.Brüko 849


    25.03.1944:
    Lt. Armeebefehl vom 25.3., 21.23 Uhr, sammelt Pz.Verband Friebe in und westl. Zloczow zur Verfügung der Armee.


    27.03.1944:
    14.45 Uhr O.B. – K.G.: O.B. kündigt für den 28.3. den Einsatz des Pz.Verbandes Friebe (40 Panzer) an und ist der Auffassung, daß er den Feind an der Rollbahn sofort vernichten und Ordnung im Kampfraum Brody wiederherstellen wird, da es sich entgegen der Ansicht des K.G. bei diesem Feind nur um „Mist“ handelt, der „weggefegt“ wird. K.G. ist der Auffassung, daß der Verband Friebe sich erst nach Einrücken im Bereitstellungsraum am Mittag auswirken kann und daß dies vielleicht schon zu spät sein kann.


    18.10 Uhr: Ia Pz.Verband Friebe meldet dem Ia, daß er rd. 25. Panzer einsatzbereit habe.


    23.15 Uhr: Für die Kampfführung am 28.3. wird befohlen:
    4.) Pz.Verband Friebe stößt am 28.3., 4.00 Uhr von Sasow antretend, unter Freikämpfung der Rollbahn Jasionow, Brody auf Brody vor, zerschlägt den südostw. Brody vorgegangenen Gegner (hierbei Panzer) und ermöglicht den Truppen der verst. Korps-Abt.C (Kpfgrp.Prützmann, Korps-Abt.C und 454.Sich.Div.) wieder das Beziehen einer günstigen H.K.L.


    28.03.1944:
    Neben der Standhaftigkeit der Inf.Verbände ist der heutige Abwehrerfolg dem Zupacken des Pz.Verbandes Friebe, dem wendigen Einsatz des zusammengefaßten Feuers der Werf.Brig.6 sowie der Unterstützung der Luftwaffe des VIII.Fl.Korps zu danken.
    Pz.Verband Friebe durchstößt im Raum Scuhodoly fdl. Kav.Kräfte, schießt nach kurzem Feuerkampf ostw. Hluszyn 8 T 34 und 2 Sturmgeschütze ab und dreht südl. Brody nach Osten und Südosten ein. Trotz starken Flankenfeuers aus dem Wald ostw. Dytkowce stößt der Verband in Flanke und Rücken des die Korps-Abt.C stark bedrohenden Feindes und steht um 17.00 Uhr nach Brechen zähen Widerstandes, insbesonders fdl. Art.Kräfte, im Angriff auf Buczyna.


    21.10 Uhr: Oberst Friebe unterrichtet K.G. über die Lage und den Kampfverlauf des Tages. Oberst Friebe meldet außerordentlich starke Verluste an Personal und Material, vor allem an Offzn., 3 Kdre. Verloren. Er kann noch nicht übersehen, wieviel Panzer einsatzbereit sind. Sämtliche Nachrichtenmittel sind ausgefallen. Verbände sind dadurch kaum richtig zu führen. Oberst Friebe glaubt, den Angriff morgen nicht fortsetzen zu können, zumal er selbst keine schweren Waffen besitzt und vom Korps aus nicht genügend Unterstützung gegeben werden kann, um den Gegner, der außerordentlich stark mit schweren Waffen ausgestattet ist, niederhalten zu können. K.G. erteilt den Auftrag für den 29.3.: Bereinigung des Waldgebietes ostw. Dytkowce.


    29.03.1944:11.17 Uhr: Oberst Friebe meldet, daß z.Zt. „eine große Sauerei“ ist und fragt, was nun werden soll. Der eigene Angriff sei längst abgestoppt. Der russ. Vorstoß von Süden stieß in die Bereitstellung des gepanzerten Verbandes hinein und zersprengte ihn. Er sei nun dabei, den Verband zu sammeln und zu ordnen. Ein Angriff seiner 2 z.Zt. greifbaren Panzer ist unmöglich; die Einschließung von Brody damit vollendet. Chef antwortet darauf, daß der Generalfeldmarschall heute morgen noch ausdrücklich befohlen hat, dass Brody zu halten ist. Von der Einschließung sei der Panzer-Verband nicht ausgeschlossen.


    14.10 Uhr: Chef gibt Oberst Friebe noch einmal den Auftrag, nach Süden durchzustoßen und sich die Rollbahn freizukämpfen. Oberst Friebe beabsichtigt, sich zwischen Hutniki und dem Bachgrund bereitzustellen. Chef sagt ihm, daß der Verband den Schlauch in Richtung Suchodoly offen halten sollt. General Lange schaltet sich ein in das Gespräch ein und sagt, daß die Durchführung dieser Absicht wahrscheinlich nicht von Erfolg sei. Die augenblickliche Gefechtsstärke von Wagener betragte 50 Mann und die der Polizei rd. 100 Mann. Oberst Friebe kann gar nicht nach Süden starten, da er völlig offenes Gelände durchfahren müsse und der Feind auf den beherrschenden Höhen sitzt.


    Bei Einnehmen der Bereitstellung durch Pz.Verb.Friebe zum beabsichtigten Angriff gegen Gegner ost. Dytkowcze erfordert der von Süden angreifende Panzerfeind Einsatz des Verbandes gegen diesen Gegner. In hartem Panzerkampt schießen 3 einsatzbereite Panzer hier und in den sich später entwickelnden Kämpfen 9 Feindpanzer ab. Der vorgesehene Vorstoß in südl. Richtung zum Freikämpfen der Straße kommt infolge noch nicht abgeschlossener Versammlung nicht mehr zur Durchführung.


    16.50 Uhr: Pz.Verband Friebe hatte 72 Panzer und 6 Befehlswagen, davon 44 Panzer und 6 Befehlspanzer in kurzfristiger Reparatur, 2 in langfristiger Reparatur, 12 Totalausfälle. Der Verbleib von 9 Pz. ist bisher nicht zu klären. 5 Panzer waren heute einsatzbereit. O.B. schlägt vor, Verband soll Hluszyn nehmen und dann gegen Schodoly vorgehen. K.G. antwortet, daß der Panzerverband bisher von ihm den Auftrag hatte, Festigung der H.K.L. zu überwachen und dann nach Südwesten beiderseits Hluszyn vorzugehen und dort den Gegner zu schlagen. Der Pz.Verband muß auftanken und darum nach Süden as der Einschließung heraus, im Raum Suchodoly – Poniwka – Dubie gesammelt werden. K.G. sagt noch einmal, daß sein grundsätzlicher Vorschlag der wäre, den er heute morgen dem O.B. gemacht habe, besonders im Hinblick auf den erschöpften Zustand der Truppe.
    Außerdem ist die vorgestreckte 361.I.D. stark in den Flanken gefaßt und kann leicht abgeschnitten werden. Korpsabt.C wird auch nicht in der Lage sein, weitere starke Feindangriffe abzuwehren. O.B. antwortet, daß der Feind durch Panzerverband fertiggemacht würde. K.G. antwortet, daß er mit den einsatzbereiten Panzern nichts Entscheidendes machen kann, zumal in der Nacht nur 5 wiedereinsatzbereite Panzer herankamen. O.B. antwortet, daß er den Eindruck habe, daß dem Feind durch das Korps „gewaltig auf die Nase geschlagen“ wurde und daß er weiterhin nicht stark angreifen könne.


    19.00 Uhr: O.B. gibt den Auftrag für die Kampfführung am 30.3.: Kampfraum Brody ist auch bei Einschließen unter allen Umständen zu halten. Kpf.Verb.Friebe hat nach Süden durchzustoßen und die Rollbahn freizukämpfen. Hierzu werden dem Korps 10 Panther und 12 Tiger am 30.03. um 4.00 Uhr von Zloczow zugeführt.


    19.50 Uhr: K.G. bittet O.B. um
    1.) Luftwaffe im Raum Brody,
    2.) Luftwaffenversorgung,
    3.) Abfahrt der zugesagten Tiger so, daß sie gegen 4.00 Uhr im Raum Jasionow stehen.
    O.B. sagt zu, Tiger rollen in der Nacht nach Zloczow, tanken und munitionieren dort auf und rollen dann vor nach Jasionow.


    22.30 Uhr: Für die Kampfführung am 30.3. befiehlt der K.G.:
    2.) Südgruppe verteidigt den Ring um Brody. Pz.Verb.Friebe stößt mit Masse um 4.00 Uhr aus dem Raum Hutniki antretend, nach Süden vor und vernichtet im Zusammenwirken mit der um 4.00 Uhr aus Raum Jasionow zum Angriff anzusetzenden verst.Pz.Kp. Hpt. Sauter (10 Panther, mehrere SPW und 1 Hummel-Battr.) den Feind im Raum Suchodoly – Dubie, kämpft und hält die Nachschubstraße Jasionow, Brody frei.


    30.03.1944:
    Nach Vereinigung der zugleich von Süden und Norden vorgestoßenen gepanzerten Teile des Pz.Verbandes Friebe wird Suchodoly in zähem Kampf vom Feind gesäubert. Im Vorstoß nach Süden nach Brechen zähen Feindwiderstandes Feind aus Poniwka und Gaje Dubieckie geworfen.


    19.30 Uhr: O.B. bedauert, daß es dem Pz.Verband Friebe noch nicht gelungen ist, eine größere Anzahl von Panzern abzuschießen. Er sieht den Grund in der schlechten Führung, besonders bei der Pz.Abt.
    K.G. befiehlt für die Kampfführung am 31.3.:
    3.) Pz.Verband Friebe vernichtet unter Belassung von Kräften (darunter auch Panzer) zur Freihaltung der Straße Podhorce, Brody den im Raum Gaje Starobrodzkie – Holoskowice stehenden Gegner und hält sich anschließend zum Einsatz im Raum Brody, insbesondere gegen Dytkowce bereit.


    Armee befiehlt: Kpfgr. von Radowitz und Pz.Verband werden unter Führung des Stabes der 8.Pz.Div. zusammengefaßt. Hierzu ist Kpfgr. von Radowitz am 30.3., mit Einbruch der Dunkelheit beginnend, aus der Front zu lösen und nach Olesko zu verlegen.


    31.03.1944:
    8.30 Uhr: K.G. weist Oberst Friebe noch einmal in seien Kampfauftrag für den heutigen Tag ein und fordert, daß die Panzer des Verbandes endlich einmal Panzer abschießen, daß kühn geführt wird und die russ. Panzer gesucht werden.


    19.00 Uhr: K.G. unterrichtet O.B. über die Lage. Er macht für die Kampfführung am 1.4. folgenden Vorschlag:
    2.) Pz.Verband Friebe über Smolno nach Nordwesten vorstoßen zu lassen, um die dort stehenden 2 Divn. zu schlagen. Hierbei linken Flügel der 361.I.D. mit vorreißen, um in die Linie: Chatki-Jasna zu kommen. Es soll damit außerdem ein weiteres Abfließen von Kav.Kräften in Richtung Stanislawczyk verhindert werden.


    22.30 Uhr: O.B. lehnt Vorschlag K.G. ab, mit Pz.Verband Friebe einen Vorstoß nordwestl. Brody zu machen. K.G. trägt noch einmal dem O.B. vor, daß er damit beabsichtigt habe: 1.) 340.I.D. zu entlasten und 2.) Hebung der Kampfmoral in Brody, 3.) Erweiterung der engen Taille zwischen Dytkowcze und Smolno.
    O.B. lehnt diesen Vorschlag ab mit dem Bemerken, daß Pz.Verband Friebe am 2.4. geschlossen im großen Rahmen eingesetzt werden soll und unbedingt einen Tag Ruhe haben muß. O.B. ist der Ansicht, wenn das Unternehmen morgen gemacht wird, daß das Korps dann übermorgen nichts Wirkungsvolles in der Hand hat. K.G. erwidert, daß bereits alle Befehle für den morgigen Vorstoß gegeben sind und mit den 4 einsatzbereiten Sturmgeschützen das Unternehmen nicht durchgeführt werden kann, wie O.B. glaubt. Als K.G. abschließend meldet, daß er mit den dann noch verbleibenden Kräften das Unternehmen morgen nicht durchführen kann, erwidert der O.B., „dann muß es eben unterbleiben“.


    =================
    Zu den genannten Personen:
    K.G.: Hauffe
    O.B.: Raus
    Feldmarschall: Manstein
    =================



    Viele Grüße


    Jörg

    Hallo Markus,


    im KTB des XIII. Armee-Korps findet sich einiges zur Kampfgruppe Prützmann,
    siehe http://www.wwii-photos-maps.com/germancorps/xiiiarmycorps/


    Die Gliederung vom 25.03.44 führt u.a. das II./SS-Pol.Rgt. 10 als "abgekämpft" auf.


    Dann habe ich noch den von Dir genannten Ort gefunden:


    ==============
    Für die Kampfführung am 28.3. wird befohlen: Kpfgr.Prützmann
    wird Korps-Abt.C taktisch unterstellt.


    29.3. 11.00 Uhr: KG. läßt sich vom Kdr. der Korps-Abt.C über die
    augenblickliche Lage melden. General Lange bestätigt die Meldung
    von 10.50 Uhr und meldet, daß außerdem 8 Panzer aus dem Wald
    nördl. Boratyn zunächst nach Norden vorstoßen, dann nach
    Nordwesten eindrehen, im Rücken der eigenen Truppe stehen. Er
    glaubt nicht, daß eigener Angriff unter diesen Umständen durchgeführt
    werden kann. Sollte seine Front durchbrochen werden und die eigene
    Truppe in Richtung Brody zurückgehen, hat er die Absicht, die Truppe
    ostw. der Straße Suchodoly, Brody aufzufangen, um sie nach
    Möglichkeit wieder gegen den Bach bei Gaje Starobrodzkie vorzuführen.


    Korpsabt.C fängt starke fdl. Inf.Kräfte, von Art. und 27 Panzern
    unterstützt, von Süden hinter die Front und von Nordosten auf Gaje
    Starobrodzkie angreifend, in Linie Hluszyn – Nordwestrand Gaje
    Starobrodzkie – Kirche Dytkowce auf. Hierbei werden 7 Panzer
    abgeschossen, 1 weiterer fdl. Durchbruch verhindert.
    ==============


    Viele Grüße


    Jörg

    Hallo Michel,


    es handelt sich wie der Name schon sagt um Festungstruppen, die vom XXV. Armeekorps aufgestellt wurden:


    http://www.lexikon-der-wehrmac…rungen/Korps/XXVKorps.htm


    Aufgabe der Festungstruppen im Westen war die Verteidigung gegen gelandete Invasionstruppen. Bewaffung typischerweise MG, GrW und Artillerie unterschiedlichster Kaliber, i.d.R. mit hohem Anteil Beutewaffen. Personal meist aus älteren Jahrgängen 1895-1915, Versehrte und sonstige, die für Fronttruppen nicht verwendungsfähig waren.


    Zu Saint Nazaire:
    http://www.festungstnazaire.be/


    Eine detaillierte Aufstellung der Einheiten findest Du in diesem Bericht:
    http://downloads.sturmpanzer.net/FMS/NARA_FMS_B005.pdf


    Dort sind bei den Marine-Artillerie-Abteilungen 684 und 686 sowie dem Heeres-Küsten-Artillerie-Regiment 1281 jeweils Infanteriekompanien genannt. Vielleicht sind damit die Festungstruppen gemeint.


    Grüße


    Jörg

    Hallo Wilfried,


    Quote

    Original von Spähzug
    Ob die 374er dann in Aalborg waren?
    ...
    Am Rande noch, was war das "Härtelager"??


    im KTB taucht das Btl. 374 nicht auf.


    Ein Härtelager war besonders hart, m.E. keine behausten Schlafplätze oder Zelte, sondern Erdbunker o.ä.


    Grüße,


    Jörg