Posts by Viktor7

    Diese Ortschaft liegt im Kreis Wolokonowka (Gebiet Belgorod)

    Hallo Alex,

    die Aufregung verstehe ich nicht! Der Themenstarter hat sein Anliegen es so beschrieben: "Suche Ortsbezeichnung "Plotwa""... Hast du womöglich zu diesem Ort bei Wolokonowka einen anderen Ort mit solchen Namen? Und so weit weg von Donbass liegt es auch nicht...

    Verstehe nicht was dieser vermerk in seiner Wehrmachtsakte zu suchen hat.

    Hi Frank,

    wie in meinem Beispiel, um den Sachverhalt aufzuklären wurde erst einmal die Liste der möglichen Täter und Zeugen zusammengestellt. In dem Fall war der Täter bekannt, es musste jedoch jeder befragt werden, um Belege für die fahrlässige Tötung oder heimtückische Mord zu sammeln. Ob das LKA München die Unterlagen noch hat und Auskunft darüber geben kann, hängt vermutlich vom Stand der Ermittlungen. Aber 70 Jahre später??? Ich vermute, die Unterlagen gibt es bestenfalls noch in den zuständigen Archiv. Vermutlich ist es das Bayrische Staatsarchiv in München... Von meinen bekannten Polizisten weiß ich, dass die Behörde sich radikal von den Akten trennt - entweder Kassation, oder Archivierung.

    nebenbei gesagt, die Zusammenarbeit der Behörden in Ost und West funktionierte in der Nachkriegszeit reibungslos. Soll heißen, dass wenn LKA München ermittelte, bekamen sie von ihren Kollegen von VPKA ... alle Auskünfte und Informationen und umgekehrt. Vlt. wäre eine Anfrage bei BStU von Vorteil, falls die MfS involviert war.

    Hallo Frank,

    genau diese Seite fehlte noch. Hier siehst du zum einen seine eigenhändige Unterschrift, zum anderen die lager, wo er gewesen ist - 188 und 437.

    Soweit ich weiß, wurde LKA nur im Auftrag der Staatsanwatschaft tätig. Diese wurde wiederum beim Verdacht eines Verbrechens aktiv.Mein letzter Kontakt mit solchen Stellen war ca. 2010 und betraf Ermittlungen zu der Erschiessung der jungen SS-Männer der 12. Panzerdivision "Hitlerjugend" der Waffen-SS durch die Vorgesetzten im Frühjahr 1945. Das hat mit der Dauer und den Verfahren, die sowj. Stellen einleiteten nichts zu tun. Gesucht wurden sowohl die Täter, als auch die möglichen Zeugen.

    Habe ich da was falsch verstanden?

    Hallo Petzi,

    wenn das so dort steht, dann wird es so gewesen sein. Es ist für mich nur vollkommen neu. Die Russen hatten die alten Stalags in Polen als Speziallager genutzt, um die KGF zu registrieren, vernehmen und für den Weitertransport in die SU vorzubereiten. Es ist gut zu wissen, dass man diese auch den Polen überließ... Es ist allerdings verwunderlich, dass die Polen alle Deutsche rausschmiß, und die Russen ein Teil davon wieder einsammelte, um diese als Arbeitskräfte in die UdSSR zu bringen. Es muss allerdings irgendwelche rechtliche Grundlage gegeben haben, denn mit dem Ende des Krieges trug UdSSR für alle in ihren Zuständigkeitsbereich befindliche KGF die Verantwortung.

    Es tut mir leid, es ist einiges durcheinander geraten

    Hallo Frank,

    du hast nicht alle Seiten der Akte gepostet. Eigentlich die wichtigste, wo die Lager des KGF und die Daten des Aufenthalts aufgezählt sind, also die letzte Seite fehlt... Dort ist auch die Personenbeschreibung und die besonderen Merkmale aufgezählt. Interessant insofern, da man auch Infos über eventuelle Unfälle und Verletzungen bekommt. Laut Akte von meinem S.-Vater war ein halbes Jahr im Krankenhaus nach einem Bergwerksunglück...

    zu4) es muß heißen: Threna, Kreis Altenburg, Thüringen

    Hallo Tilo,

    kein Streß, ein Thüringer sagt zum Land "Dieringen" und ein "th" gibt es im Russisch nicht. Ein Schreiber schrieb immer nach gehört, und im Grunde war es denen auch Wurscht, Hauptsache man konnte anhand der Akte die Person bestimmen. Bei der Übersetzung müsste man schon sich ein wenig bemühen, um die Angaben zu überprüfen.

    Er beschreibt auch viel was er alles für die polnischen Wärter gemacht hat

    Servus Petzi,

    ich wusste gar nicht, dass die deutsche KGF in Polen waren, resp. von polnischen Soldaten bewacht wurden.

    weiß ich nicht ganz ob man das immer so pauschal sagen konnte was der Grund war für die lange Gefangenschaf.

    ich hatte gerade auf Vielzahl der Faktoren hingewiesen habe, wobei die Betonung auf einem konkreten Fall liegt... Also von "pauschal" ist da keine Spur

    Sehr interessant für mich ist hier auch sein Dienstgrad. Ich dachte immer er wäre ein "einfacher gefereiter".

    Moin Frank,

    so steht es auch in der Akte - Stabsgefreiter

    Wird ein Grund für die lange Gefangenschaft angegeben oder war so etwas durchaus üblich?

    üblich war solch eine lange Dauer der KGF nicht. Entweder gehörte er einer Einheit, die durch Unmenschlichkeit oder Brutalität aufgefallen war, oder er war ein SS-Angehöriger. Manchmal lag es auch in der Person selbst vor - Arbeitsverweigerung, Anstiftung zur Unruhen, Disziplinlosigkeit o.Ä.

    es ist wenig bekannt über den Verband bzw. kaum aufgearbeitet

    Hallo Peter,

    die zuverläßigste Informationen über köthener Fliegerhorst las ich bei unserem "FredT". Vlt. äußert er sich selbst dazu. Wenn nicht würde ich gern auf seine Aussagen in diversen Foren zurückgreifen und hier posten.

    Es gibt noch einen Menschen, der auf dem Fliegerhorst von 1939 bis 1942 gedient hatte. Mein aktueller Stand ist, er lebt nocht in einem Pflegeheim und wird (ist) 100 Jahre alt. Für einen russischen Forum hat er mir einen Aufsatz über seine Zeit in Köthen geschickt, wo er detailliert über sein Dienst berichtet hat. Diesen Bericht übersetzte ich ins Russisch und postete dort. Mittlerweile gibt es "Rückübersetzungen" auf den deutschen Foren, so dass du diesen bereits kennst. Wenn nicht, kann ich diesen auch hier posten, falls ich das nicht schon vor Jahren gemacht hatte.

    Das Wappen sehe ich zum ersten mal. Auf den wenigen bekannten Bildern vom Fluggerät der Lw in Köthen ist mir dieses nicht aufgefallen.

    Was selten beachtet wird, dass es an der köthener Hochschule (die Bezeichnungen änderten sich alle Paar Jahre - Akademie für Technik u.a.) eine Flugwiss. Abteilung und eine Hochfrequenzabt. gab, die in Zusammenarbeit mit der Lw in die praktische Übungen und Forschung auf dem Gebiet der Radartechnik eingebunden waren.

    Hallo Sebastian,

    wie es bei Radio Eriwan heißt - im Prinzip ja, aber mit deinen Angaben mit Sicherheit nicht...

    im welchen Ort (Kreis) lebte dein Großonkel? Welche Besatzungsmacht wurde für ihn zuständig?

    Welches Arbeitsamt war zuständig?

    Gab es in der Nähe einen größeren Stalag?

    Gibt es im zuständigen Kommunalarchiv die Listen der eingesetzten Zwangsarbeiter und der Kgf?

    Gibt es im Ort selbst noch ältere Herrschaften, die sich womöglich an den Kgf erinnern?

    Sobald du wenigstens einen kleinen Hinweis findest, kann man die vorhandenen Datenbanken bemühen...

    Hallo Manfred,

    die Hauptverwaltung des Lagers Nr. 149 für die deutsche Kgf befand sich in Charkow. Die Zahl 15 deutet auf die Filialnummer. Ich vermute, diese muss sich auch dort befunden haben, da alle Arbeitsbataillone hatten eine vierstellige Numer, die mit 15.. begannen.

    Moin,

    hier habe ich eine Publikation über Arbeitsbataillon 445 gefunden:

    "Северо-западнее с. Кизнер дислоцировался отдельный рабочий батальон № 445. В лагере были построены бараки и оборудованы землянки, где проживали обезоруженные солдаты вермахта. В разное время батальон возглавляли капитан Моисеенко, гвардии подполковник Гниденко. В первые месяцы своего существования ОРБ № 445 располагался на западе Украины. Однако в августе 1946 г. подразделение было передислоцировано в Кизнер-ский район Удмуртской АССР.

    После переезда в конце сентября 1946 г. в расположении батальона находилось 885 чел. Впоследствии почти половину этого контингента отправили в другие пункты содержания пленных. К 28 июня 1947 г. в ОРБ № 445 осталось 462 чел.1

    Среди бывших иностранных военнослужащих встречались немногочисленные представители командного состава. Осенью 1947 г. все 25 немецких офицеров, в том числе капитаны П. Трост и О. Штайдель, были отправлены в один из лагерей, дислоцировавшихся в Челябинской области2.

    Довольно часто пленные немцы при учете в лагерях, расположенных в Удмуртии, не указывали свою подлинную этническую принадлежность, а записывались чехами или лицами другой славянской национальности, рассчитывая при этом на более лояльное к ним отношение со стороны представителей администрации пунктов содержания и других советских граждан. Однако такая тактика по сокрытию своего подлинного гражданства нередко проваливалась. В частности, подобный обман был раскрыт в лагере ОРБ № 445. Эрнст Айхлер и Эрнст Глотель представились при регистрации чехами, но безуспешно.

    Пленных, не являвшихся по национальности немцами, перевозили из ОРБ № 445 в лагерь № 371 ГУПВИ НКВД СССР. К примеру, туда отправились эстонцы Ю. Рецен, В. Арнольд, хорваты А. Госс, Ю. Сайц, поляки Ч. Куява, В. Карась3.

    Немцы из этого батальона строили узкоколейную железную дорогу от ст. Ягул до д. Русская Коса4. В окрестностях пос. Пыжман пленные были задействованы на лесозаготовках5.

    ОРБ № 445 функционировал в Удмуртии до декабря 1947 г., когда последние оставшиеся здесь 25 бывших вражеских военнослужащих отправились в лагерь № 371 и спецгоспиталь № 38886."

    Quelle: https://cyberleninka.ru/article/n/iz-i…deyoxf855207500

    Ich gehe davon aus, dass der Gesuchte bis zu Verlegung des Lagers im August 1946 bei 445 gewesen ist und wurde dann nach 456 verschickt.

    Interessant ist die Erwähnung von zwei deutschen Offiziere - Hauptmänner P.Trost und O. Steidel im Herbst 1947.

    Bemerkenswert ist der Bericht darüber, dass Ernst Eichler und Ernst Glottel es versucht hatten bei der Registration als Tschechen herauszugeben. Aus meiner Sicht bestätigt das die These, dass die fehlerhafte Angaben über die Einheiten etc. nicht der schlechten Gedächtnis zuzuschreiben waren.

    Das DRK hat eine Inhaltsübersicht mitgesendet. Bedeutet das Vorgedruckte ist bereits übersetzt.

    Hallo,

    so wie ich die Sache sehe, übersetzt bei DRK niemand etwas. Es gibt dort einfach einige "Muttersprachler", die die Akten ohne Probleme lesen und das Wesentliche wiedergeben können.

    Ich finde bei der Sache merkwürdig, dass ich keinen Grund für die Existenz eines Arbeitsbatallions in Potschep finde. Es gibt dort keine Großbetriebe, kein Bergbau, keinen Verladebahnhof oder Flugplatz... Und so groß ist ie Stadt auch nicht, um ca. 1000 Menschen mit Arbeit zu versorgen... Das verstehe ich nicht! Bestenfalls ein Holzverarbeitungsbetrieb, aber doch nicht für 1000 KGF...

    Mir ist auch aufgefallen, dass im Februar 1947 (letzte Seite) der "Oberschreiber" des Krankenreviers unterschrieben hat. Muss er ja in der Zeit der "Inventur" krank gewesen sein.

    Den Begriff Kfz-Mechaniker gab es aber schon in den 1930ern, z.B. das Buch (1934)

    Hallo Alex,

    ich möchte jetzt das Thema nicht verfälschen, aber einen Einwand will ich noch loswerden. Den Begriff an sich sollte man nicht mit der Berufsbezeichnung verwechseln. Vermutlich in jeder größeren deutschen Stadt gab es technisch und kaufmännisch begabte Menschen, die ihr Glück in der aufkommenden Branche suchten. Aus Stellmacher, Klempner und Sattler wurden Vertreter des Kfz-Handwerks, die sich überwiegend "Mechaniker" bezeichneten. Das war aber noch keine Berufsbezeichnung mit klar umrissenem Profil, es waren die Chefs der meistens familiengeführten Betriebe.

    Mir ist auch noch nie aufgefallen, dass bei den unzähligen Melde- und Personalunterlagen der Betriebe oder auch bei der Erfassung der Kriegsgefangenen bis 1945 ein solcher Begriff verwendet wurde. Aber ich werde künftig darauf achten und ggf. meine Meinung korrigieren...

    Ich dachte, Kfz-Mechaniker und Autoschlosser sind Synonyme

    Hallo Alex,

    alles zu seiner Zeit... das gilt auch heute noch. Den Begriff Kfz-Mechaniker gab damals einfach nicht. Bei einer Übersetzung sollte man bei den verwendeten Begriffen und Bezeichnungen bleiben.

    Aber was heißt OTB? Wolltest Du vielleicht ОРБ schreiben?

    Da hast du Recht, das wollte ich. Ich hatte aber in meinem Beruf zu lange und zu oft mit den Deutschen zu tun, die in OTB (трудовой батальон) waren, da wurde ich zum Opfer von "Bruder Leichtfuß". Das Problem besteht auch noch darin, dass ich nach der dritten Covid-Impfung mein Sehvermögen sogut, wie komplett eingebüßt habe. Daher lese ich nur noch selten Korrektur, um Kraft für das Wesentliche zu sparen...

    In der Akte kommen die Buchstaben noch mal vor, man könnte sie als 45b D.P.6 interpretieren.

    Moin,

    auf der Titelseite der Lagerakte ist vermerkt, dass er in den 445 OTB und 456 OTB, letztere im Geb. Brjansk gewesen ist. Die KGF wurden beim Arbeitseinsatz meistens in de Anlehnung an die Militärstrukturen organisiert - Kompanien, Batallione u.a. In diesem Fall handelt es sich um die "Отдельный рабочий батальон" - eigenständige Arbeitsbatallion. in der Stadt Почеп (rus.)

    Ich habe im Netz einen Auszug aus einer Publikation über die Geschichte der deutschen KGF in Region Brjansk gefunden. Ist zwar in Russisch, läßt sich bestimmt mit einem Netz-Übersetzer grob aufklären:

    https://ruskline.ru/analitika/2017…oxjjj1577372107

    In übrigen war sein Beruf laut Akte nicht Kfz-Mechaniker, sonder Autoschlosser. Auch die Tätigkeit wird als "Schlosser" bezeichnet.