Posts by Ivanowitsch


    ".... Zur Waffen-SS konnte man sich mit 17 Jahren melden. ....

    Hallo,


    da es sich nicht lohnt, für meine Frage ein neues Thema aufzumachen, hänge ich mich einfach mal hier ran.


    Bedeutet diese Aussage im Umkehrschluß, dass alle SS-Angehörigen, die bei Dienstantritt noch keine 18 Jahre alt waren, Freiwillige waren?

    Konkret beziehe ich meine Frage auf das Jahr 1944, War ein 17-jähriger, der im Februar 1944 "einberufen" wurde, immer ein Freiwilliger?

    Kann man diese Frage so pauschal beantworten?


    Gruß

    Peter

    Hallo

    und vielen Dank an Westermann, Ingo und Thomas erste Überlegungen und das Nachsehen :thumbsup:


    Ich gehe davon aus, dass beim Nachschauen auch mal die oben genannten Geburtsdaten (Plural von Geburtsdatum?) mit den anderen "Lippmännern" abgeglichen wurden - ihr seid ja Profis ;)


    Zusammenfassend stelle ich fest:

    Der Gesuchte ist nicht über die Gräbersuche online zu finden (kann sein, da noch nicht alle Registrierten dort erfasst sein sollen), es werden unterschiedliche Geburtsdaten genannt, er findet sich nicht in den Führerlisten (kann auch sein, da sicher nicht vollständig) und DAL, obwohl der Dienstgrad Stubaf genannt ist, ist in der Gräberliste der Stadt mit dem Dienstgrad "Schütze" verzeichnet, obwohl er bereits ab Kriegsanfang als Offizier gedient haben soll.

    Es passt nichts zusammen und zeigt mir einmal mehr, wie kritisch auch "wissenschaftliche Forschungsprojekte" zu sehen sind. Das hätte man doch abschließend aufklären müssen, wenn man den Anspruch einer wissenschaftlichen Arbeit hat - oder zumindest auf diese "Ungereimtheiten" hinweisen müssen. Oder bin ich da zu "pingelig"?

    Nunja, in dem genannten Dokument werden uns ja auch Tote als Angehörige eines SS-Grenadier-Ersatzbataillons „Ost“ "verkauft", obwohl man es beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. doch besser wissen müsste.


    Obwohl es mir persönlich nichts bringt, werde ich mal den Volksbund anschreiben und auf diese "Ungereimtheiten" hinweisen. Vielleicht ist in deren Gräber- und/oder Umbettungslisten eine EKM-Kennzeichnung vorhanden und man kann diese erfahren. Das würde vielleicht etwas mehr Licht ins Dunkel bringen.

    Mal sehen - ich werde berichten.


    Nochmals vielen Dank für das Interesse und die Unterstützung!

    Gruß

    Peter

    Weiterhin werde ich versuchen, über das Archiv in Prag Informationen zum RSB 95/44 und vielleicht auch zur 5. Batterie zu bekommen.
    Wenn ich von da etwas bekomme, werde ich es hier einstellen.


    Hallo,


    manchmal ist alles ganz einfach :)

    Nachdem ich hier einen Link zum Zentralen Militärarchiv Prag gefunden hatte (wo genau weiß ich nicht mehr), bin ich einfach mal auf der Seite "rumgesurft" (ich bin der tschechischen Sprache nicht mächtig) und habe durch Zufall eine PDF-Datei des Bestands gefunden, wo dieser Regimentssonderbefehl genannt wurde.

    Daraufhin habe ich kurzentschlossen eine Email geschrieben, meinen Fall geschildert und die vorhanden Dokumente über meinen Onkel beigefügt.

    Nach knapp 3 Wochen hatte ich die ersten zwei Seiten des gesuchten Regimentsbefehl sowie eine Seite einer Liste ("Verzeichnis der versetzten Divisionsangehörigen vom 04.08.1944"), auf denen der Name meines Onkels mit Geburtsdatum aufgeführt ist, im Briefkasten.

    Leider aber keine neuen Erkenntnisse, zu welcher Einheit oder welchem Verband der 6. SS-Geb.-Division "Nord" er genau versetzt wurde. Ich bin also keinen Schritt weitergekommen.

    Der RSB ist eine namentliche Aufstellung der Soldaten nach Batterien und teils nach Funktionen, die gem. Verfg. FS. SS-FHA. Amt II/Org.Abt.IE/I(1) v. 19.6.44 zur 6./SS-Geb.Div. "Nord" versetzt wurden.

    Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes möchte ich nicht die gesamten Dokumente einstellen und nur daraus zitieren.

    Auf Anfrage per PN stelle ich aber die vollständigen Kopien an ausgesuchte Forenmitglieder zur Verfügung.


    Screenshot_RSB_95-44.JPG


    Es folgen die Namen der 30 Funker, dann

    10 Fernsprecher von 11. Batterie

    10 Namen

    Von der 5. Batterie

    30 Namen, bei den letzten 5 Namen mit dem Zusatz 6. Battr.

    .....

    Von der 8. Batterie

    30 Namen


    Damit endet Seite 2 des Befehls. Ich gehe davon aus, dass weitere Seiten folgen. Alle Versetzten sind Jahrgang 1926, ein Teil der Versetzten (einschl. meines Onkels) hat noch nicht seinen 18. Geburtstag gefeiert!


    Das andere Dokument ist eine fortlaufende Namensliste, beginnend mit der lfd. Nr. 45 und endend mit der lfd. Nr. 100. Die Soldaten ab der lfd. Nr. 51 (darunter ein Führerbewerber Jahrgang 1925) wurden mit Wirkung vom 20.06.1944, also gem. dem vorgennaten Regimentsbefehl versetzt.

    Falls dazu noch Fragen sind, antworte ich gerne.


    Ich habe aber auch noch einige Fragen:


    • Verfügt zufällig Jemand über o.g. Verfügung des SS-FHA? Gibt es da eventuell Hinweise, zu welchen Einheiten die Soldaten genau versetzt wurden?
    • Wie muss ich mir solche Versetzungen aus den Ausbildungseinheiten vorstellen? Wurden die Jungs einfach zum Bahnhof geschickt oder wurden sie zu Marsch-Kp. oder -Btl. zusammengefasst?
    • Wo mussten sich die Versetzten melden, wenn die Division über einen großen Raum verteilt lag? Oder hatten sie in ihren Marschbefehlen genauere Angaben, bei welcher Kp., Btl. oder Rgt. sie sich melden müssen?

    Viele Fragen - ich weiß. Deswegen schon jetzt mein ausdrücklicher Dank für jeden Hinweis!


    Gruß

    Peter

    Hallo,


    "inspiriert" durch das Thema hier und das da verlinkte Dokument bin ich auf den Namen Erich Lippmann gestossen, von dem ich annehme, dass er Angehöriger der 6. SS-Geb.Div. "Nord" war.


    Auf Seite 39 ist zu lesen:

    Quote

    ".... Bereits zu Beginn des Krieges wurde Lippmann Soldat; u.a. diente er als Offizier in Norwegen. Lippmann trug den Rang eines SS-Sturmbannführers. Dass er sich allerdings freiwillig zur SS gemeldet habe, bezweifelt sein Neffe. ..."

    Der letzte Satz verwundert mich. Ein Sturmbannführer der SS, der nicht freiwillig in die SS eingetreten ist? Ist so etwas möglich gewesen?

    Oder nur die - nachvollziehbare - "Schutzhaltung" eines Angehörigen, der nicht glauben will, dass ein Verwandter FREIWILLIG zu dieser "bösen Truppe" gehört haben soll?


    Vielleicht kann einer der Experten einmal in der Führerliste Moore nachsehen, ob der genannte dort verzeichnet ist und welchen Werdegang er hatte? Oder ob es vielleicht einen Eintrag in der DAL 1944 gibt?

    Auf diese Listen habe ich leider keinen Zugriff, in der DAL Stand 10-1943 ist er nicht geführt.


    Was mich noch verwundert: In der Gräberlisteder Stadt Schlüchtern wird Lippmann mit dem Dienstgrad "Schütze" geführt.

    Ungewöhnlich erscheint mir in dem Zusammenhang auch, dass sich Lippmann 1942 mit seiner Familie in zivil fotografieren lässt.


    Würde mich freuen, wenn Jemand Licht in mein "Dunkel" bringen könnte. Vielen dank im Voraus.


    Gruß

    Peter

    Hallo "Vogelsberg",


    zunächst einmal vielen Dank für die weiteren Dokumente und den Link zum Dokument des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.

    Als "wissenschaftliche Ausarbeitung" würde ich dieses Dokument allerdings nicht bezeichnen, da es sich nur in Teilen auf die Ergebnisse eines Forschungsprojekts bezieht. Es ist eine Arbeitshilfe für den Schulunterricht mit (schon auf den ersten Blick) etlichen Fehlern in Hinsicht auf militärische Angelegenheiten. Dies soll keine Kritik an dem Dokument selbst sein, sondern ist eine sachliche Feststellung. Der Zweck dieses Dokuments ist aber auch ein ganz anderer, weshalb ich das persönlich nicht so kritisch sehe. Man sollte das aber wissen und beachten, wenn man darauf als Quelle verweist.

    Und es bestätigt keineswegs den Hinweis von Hitmann24, der da schrieb: "... Die SS Soldaten (11. Jägerregiment "Reinhard Heydrich) bestand meist aus Volksdeutschen (Ungarn, Rumänen, etc). ..." 

    Ich wiederhole mich: Unstreitig gab es (selbstverständlich) auch "Volksdeutsche" in der Division und dem Regiment. Aber dass es die Mehrzahl war, ist nach wie vor unbelegt und m.M.n. auch falsch.


    Den wissenschaftlichen "Wert" des Forschungsprojekts sollte man auch differenziert sehen, wenn beispielsweise Erinnerungen einer 1945 12-jährigen 58 Jahre später aufgezeichnet werden (s. Fußnote 8 auf Seite 23).


    Um auf die von Dir erwähnten S. 37 - 39 einzugehen:

    Hier wird (nur noch) von einer "Kampfgruppe Brenner" gesprochen, die sich aus Einheiten der 6. SS-GebDiv. "Nord" zusammensetzte. Das ist m.M.n. eine eher zutreffende Bezeichnung (s.v.)

    Quote

    "... Unter den Toten finden sich Angehörige eines SS-Grenadier-Ersatzbataillons „Ost“: ..."

    Das ist falsch! Deren Erkennungsmarken (EKM) trugen wohl diese Bezeichnung, aber sie waren schon lange nicht mehr Angehörige dieser Einheit. Dieses Bataillon war ein Ausbildungsverband, der ab Anfang 1941 das Personal (auch?) für die damalige SS-KGr. "Nord" (später SS-Div. "Nord", SS-Geb.Div. "Nord" und 6. SS-Geb.Div. "Nord") stellte. Zur Div.-Geschichte s. z.B. hier.

    Die falsche Angabe ist offensichtlich dem Umstand geschuldet, dass beim Verfasser Unkenntnis darüber besteht, wie die EKM i.d.R. gekennzeichnet wurden. Zu lesen ist: "Während des Zweiten Weltkrieges war darauf die Einheit, die dazugehörige Nummer des Soldaten sowie seine Blutgruppe verzeichnet." Diese Aussage ist unvollständig und damit mißverständlich und verwundert. Der Herausgeber (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.) müsste das wissen.

    Gekennzeichnet wurde die EKM mit der ausgebenden Einheit, i.d.R. also die Ausbildungseinheit, bei der der Träger seine militärische "Laufbahn" begann. I.d.R. behielt der Träger diese Marke bis zum Ausscheiden oder Tod. Von dem Eintrag auf der EKM auf die letzte Einheitszugehörigkeit zu schließen, ist mehr als "gewagt" und meist falsch. Sichere Auskunft darüber kann nur die WASt erteilen, sofern die EKM dort verzeichnet ist. Und die schreibt dann auch "letzte bekannte Einheit".

    Ein Beispiel dafür, dass trotz aufgefundener EKM der Träger nicht identifiziert werden konnte, findet sich auf Seite 90 (Abb. 75, lfd.Nr. 139). Die EKM ist gekennzeichnet mit 209 III.SS.Geb.Jg.Regt. RH., trotzdem ist der Tote unbekannt. Der Träger hatte wohl seine EKM verloren und vom Btl. eine neue erhalten, eine Meldung über die Neuausgabe erfolgte aber wohl nicht mehr.

    (Anm.: Man spricht von einem Angehörigen einer Einheit. Mitglied wird man in einem Verein. ;)).


    Zum SS-Grenadier-Ersatzbataillons „Ost“ habe ich auf Anhieb hier etwas gefunden.

    Damit ist die im Text geäusserte Vermutung "... haben sich womöglich ... als Volksdeutsche gezwungenermaßen zur Waffen-SS verpflichtet. ..." so nicht haltbar. Die drei namentlich genannten (Jahrgang 1923 bis 1925) Seibert, Oster und Kubath waren Freiwillige "der ersten Stunde". Zwei der drei werden mit dem Dienstgrad Rottenführer geführt. Erfahrene Soldaten, die bereits jahrelang in Finnland unter widrigsten Umständen eingesetzt waren.

    In diesem Zusammenhang erscheint die gemachte Aussage "Gegen einen haushoch überlegenen Gegner wurde „Kinder-SS“ in den Kampf geschickt." schon ziemlich pauschal und undifferenziert.


    Quote

    "Die 6. SS-Gebirgsdivision Nord wurde im September 1942 in Finnland aufgestellt und kämpfte dort und in Norwegen ..."

    Zur Aufstellung der Division und deren Umgliederungen / Umbenennungen s. Link oben bzw. Anhang NARA_T354_R.141_3780492.jpg.

    Und gekämpft hat sie in Norwegen auch nicht. Nach der Räumung Finnlands wurde sie über Norwegen und Dänemark direkt nach Deutschland verlegt.


    Alles in allem aber ein sehr interessantes Dokument, was bei mir weitere Fragen aufwirft, die ich allerdings an anderer Stelle formulieren möchte.


    Gruß

    Peter

    "... hier ein Beispiel für einen -territorial gesehen- Serben in der 11. Kompanie, SS-Gebirgsjäger Regiment 12. "Michael Gaißmair“. ..."

    Hallo Thilo,


    eine Schwalbe macht noch keinen Sommer ;) Ausserdem war er ja Angehöriger des Regiments 12 "MG" ;)

    Völlig unstreitig, dass es in der Division bzw. in dem genannten Regiment auch "Volksdeutsche" gab. Mich stört die pauschale Tatsachenbehauptung, dass die Mehrzahl der Angehörigen des SS-Geb.Jg.Rgt. 11 "RH" "volksdeutscher" Herkunft gewesen sein soll. Da hätte ich dann doch schon gerne Quellenangaben, auf die man doch früher hier immer gerne verwiesen hat. Insbesondere dann, wenn die Quellenlage bei den Primärquellen für den genannten Zeitraum äusserst dürftig ist.


    "... 1. Wie wichtig es für die US-Einheiten war, zeigen meine beiden Anhänge (Auszüge aus den Historien der 71st Infantry Div. und sogar dem XII Corps). ..."

    Hallo "Vogelsberg",


    mein Name ist Peter - so unterzeichne ich auch immer ;)

    Man sollte sich seine Quellen schon genauer anschauen und nicht alles glauben, was irgendwann mal irgendwer irgendwo niedergeschrieben hat. Besonders dann, wenn es sich um "persönliche Erinnungen" handelt, die teils lange nach Kriegsende verfasst wurden.


    Unstreitig, dass die Einheiten der US-Armee meist in Panik verfallen sind, wenn das Wort "SS" fiel und das die Einschätzung der Lage seitens der Amerikaner so wie geschildert war.

    Wenn ich aber auf der Bildseite Deiner Quelle lese:

    Quote

    "... At the beginning of April, while XII Corps units lay widely extended northcastward from the Main River, an estimated 3000-4000 tough SS troopers from a Nazi mountain

    division broke away from containing forces ..."

    frei übersetzt:

    "...Anfang April, während die Einheiten des XII. Korps weiträumig nordwärts vom Main operierten, durchbrachen geschätzte 3000-4000 zähe SS-Soldaten einer Nazi-Gebirgsdivision die Einschließung ..." 

    :thumbsup:

    Wo sollen die "toughen" SS-Soldaten denn hergekommen sein?

    Das SS-GebJgRgt. 12 "MG" und das SS-PzGrenBtl. 506 waren nicht mehr bei der Division, die Einheiten hatten seit Anfang Januar in ununterbrochenem Einsatz westlich des Rheins gestanden und schwerste Verluste erlitten,

    Lt. Schreiber zogen sich am 18. März folgende Einheiten über den Rhein auf das Ostufer zurück (s.o.):

    Schreiber: "Kampf unter dem Nordlicht" wrote:

    "... Am 19. März standen der Division noch zur Verfügung: Div.Stab mit NA, SS-Geb.Jg.Rgt. 11 "RH" mit drei Btl. zu je 4 Kp. unterschiedlicher Gefechtsstärke - im Schnitt etwa 30 Mann -, SS-AA mit etwa 100 Mann, Pi.Btl. mit 2 Kp. zu je etwa 60 Mann, Pz.Jg.Abt. - 12 Rohre und etwa 100 Mann - und AR mit zwei le.Geb.Art.Abt. (zusammen 16 Rohre. Dazu traf an diesem Tage ein aus der Pfalz nachgezogenes Feldersatz-Btl. (Anm.d.Verf.: Das der Div.?) - 450 Mann, kurzfristig ausgebildet - ein, dass aufgeteilt wurde. ... "

    Jetzt darfst Du selbst mal nachrechnen, was davon noch im Raum Büdingen nach den Gefechten im Raum Limburg und dem weiteren Rückzugsgefechten übrig war.

    Der "Corps After Action Report" wird da schon deutlicher und differenzierter:

    Quote

    "... the ... Corps, on the left, had bypassed certain German SS units and groups of individuals which proved to be still full of fight (these were principally elements of he 6th SS Mountain Division). These broke away from the forces containing them, in numbers variously estimated as being between several hundred and '3,000-4,000,' ..."

    Beachte: Das Corps selbst glaubt nicht an die Zahlen und setzt die Angabe in Anführungszeichen ^^


    Man darf m.M.n. zu dieser Zeit nicht mehr von DER 6. SS-Geb.Jg.Div. "Nord" sprechen, wie Du es in Deiner Überschrift machst. Eine voll einsatzfähige und ausgerüstete Division war sie da schon lange nicht mehr. Es handelte sich um Teile / Reste der Divison mit nur noch geringem Kampfwert.


    Gruß

    Peter

    .... Truppen der 6. SS-Gebirgsdivision, die erst kurz zuvor aus Norwegen in das Kampfgebiet südlich der Lahn verlegt wurde. ...


    Hallo,


    besonders vorstehendes Zitat veranlasst mich zur Frage nach den Quellen für diese und weitere Ausführungen in diesem und dem Eröffnungsbeitrag.


    Nach meinen Unterlagen (Schreiber: "Kampf unter dem Nordlicht") wurde die Division bereits Ende 1944 / Anfang 1945 aus Dänemark nach Deutschland verlegt, nachdem Finnland geräumt wurde. Zwar fehlt das KTB der Ia-Abt. für diesen Zeitraum, jedoch können Einsatzräume sowohl der Geb.-Jg. Regimenter 11 und 12, Art., Pi, AA, PzJgAbt., NaAbt. und SS-PzGrenBtl 506 über diverse Primärquellen in Deutschland belegt werden.


    Desweiteren ist wohl in der Hauptsache frei und teilweise sinnverfälschend aus Schreibers "Kampf unter dem Nordlicht" zitiert worden? Beispiel:

    Quote

    "Darum wurden 14 amerikanische Batallione auf die 6. SS-Gebirgs-Division Nord angesetzt."

    Im Gegensatz zu dieser Tatsachenbehauptung liest man bei Schreiber:

    Schreiber: "Der Kampf unter dem Nordlicht" wrote:

    "... Darum setzt es (Anm.d.V.: XII am. Korps) seit dem 1. April Kampf-Btl. der 14., 66., 71. und 5. Division gegen die 6. SS-Geb.Div. NORD ein. Insgesamt sollen - nach amerikanischen Darstellungen - 14 Bt. alarmiert worden sein."...

    Quote

    "... In Usingen schlossen sich die Offiziersanwärter der Offizierschule Weilburg der Division an ..."

    Lt. Schreiber meldete sich der Kdr. der Offiziersschule mit den Anwärtern am 28.03.1945 auf dem Gefechtsstand, der sich an diesem Tag in Schwickershauen befand. Usingen wird erst am 31.03.1945 als Gefechtsstand genannt.


    Quote

    ".... Ausrüstung:

    Die Division verfügte über ca. 2000-3000Mann, 300 Fahrzeuge (meist amerikanische Beutefahrzeuge), 1 Sturmgeschütz, 1 eroberten Sherman Panzer, 1 PAK Geschütz Kal. 7,5 , nahezu jeder Soldat hatte 1 Panzerfaust und die Einheit verfügte über viele automatische Infanterie Waffen (vor allem MG42, MP40, und eroberten amerikanische Infanteriewaffen aller Art sowie einige Mörser und 6 Feldhaubitzen Kal. 10,5 (aber sehr wenig Munition). ... "

    Die genannte Kopfzahl kann sich unmöglich auf Angehörige der 6. SS-GebDiv. "Nord" beziehen. Mit welchen Einheiten die Reste der Division am 18. März 1945 auf das rechte Rheinufer übersetzten, ist bei Schreiber auf S. 364 nachzulesen, wobei beim Marsch auf Limburg ein Teil der Nachschubeinheiten zurückblieb.

    Schreiber nennt die Zahl von 2.500 - 2.800 Mann, wobei vorher auf "angeschlossene kleinere Restverbände anderer Heereseinheiten" verwiesen wird. Schreiber nennt auch andere Zahlen und Art der schweren Waffen:

    Schreiber: "Der Kampf unter dem Nordlicht" wrote:

    " ... In den Waldstücken ostwärts Assenheim sind am Vortage des 1. April etwa 2.500 - 2.800 Mann, mehr als 600 Pferde und Tragtiere, viele Karren, etwa 350 Kraftfahrzeuge, 6 le.Geb.Kanonen (ohne Munition), 3 Pak (nur noch einige Schuß), 1 Sturmgeschütz, 2 erbeutete amerikanische Panzer versammelt ..."


    Quote

    "....Dennoch war die Einheit zahlen- und Ausrüstungsmäßig unterlegen. Sie teilten sich auf in eine motorisierte (Brenner) und pferdebespannte Kollone (Truppführer Göbel) um eine "nicht mehr vorhandene" Frontlinie bei Gelnhausen zu erreichen. ..."

    Schreiber: "Der Kampf unter dem Nordlicht" wrote:

    "... Kurz darauf setzt sich auch die motorisierte Kolonne, bei der sich der Gefechtsstab der Division befindet, unter der Führung von Staf. Raithel, Kdr. des SS-Geb.Jg.Rgt. 11 "RH", in Marsch. ...

    Raithel war lt. Schreiber auch schon vorher der Führer der einen Kampfgruppe im Raum Eltville-Lorch, die andere Kampfgruppe wurde von Goebel geführt (Raum Auel, nordöstlich von St. Goarshausen.


    Wobei Schreiber nicht unbedingt als immer zuverlässige Quelle zu gebrauchen ist, wenn man seine Angaben mit den noch vorhandenen Unterlagen aus den KTB (s. NARA T354 R. 137 bis R. 145) vergleicht. Dabei werden diese Unterlagen auch von ihm als Quellenverweis benannt. Zudem kennt Schreiber die Ereignisse auch nur vom Hörensagen seiner ehemaligen Kameraden. Er selbst ging (nach seinen eigenen Angaben) bereits um den 24.März 1945 bei Kirchheim-Bolanden mit den SS-GebJR 12 "MG" in Gefangenschaft.

    Um so interessanter ist gerade hier auch eine Quellenangabe für die abweichenden Angaben, um diese einschätzen zu können.


    Besonders "abenteuerlich" finde ich solche Aussagen, wenn diese ohne jegliche Quellenangabe gemacht werden:

    Quote

    "... Gegen Ende des Krieges wurde von der Waffen-SS (6. SS-Gebirgs-Division „Nord“) wehrfähige Männer aus den umliegenden Dörfern zwangsrekrutiert ..."


    "...

    Die Division hat "in Banditenmanier" amerikanische Nachschubkonvois abgefangen und konnte so an Fahrzeuge gelangen. Unter anderem ein Versorgungskonvoi mit Lebensmittel. ..."


    Und auch zu nachfolgender Aussage erlaube ich mir Frage der Quelle?

    "... Die SS Soldaten (11. Jägerregiment "Reinhard Heydrich) bestand meist aus Volksdeutschen (Ungarn, Rumänen, etc). ..."

    Zwar liegen mir keine Verlustmeldungen dieses Regiments vor, die das bestätigen oder widerlegen könnten, aber die fast vollständig (bis Ende 1944) erhaltenen Meldungen der Nachrichten- und Aufklärungsabteilung bestätigen das nicht.


    Alles in allem ohne entsprechende Quellenangaben nur "nette Erzählungen". Kann man glauben - oder eben auch nicht.


    Gruß

    Peter

    Hallo,


    da es in den letzten Beiträgen ja nur noch um den "Wert" und die "Qualität" der geplanten "Dokumentation" ging und Markus das Recht auf freie Meinungsäusserung ausdrücklich bestätigt hat (vielen Dank dafür), möchte ich auch gerne einmal meine ganz persönliche Meinung dazu kund tun:


    Ich glaube, es kann nur eine "Dokumentation" in der bekannten "Qualität" von n-tv (aber auch anderer Sender) herauskommen.


    Wie ich zu dieser Annahme komme?
    M.M.n. fehlt es dem Regisseur Markus T. an der notwendigen Sorgfalt bei der Recherche. Wer bereits hier klare Hinweise auf Fakten übersieht ( ... "Oliver war Mitglied des Forums, leider verstorben" .... "Wo lebt er dieser Oliver Wurzer denn" ... um nur ein Beispiel zu nennen) oder bereits nach einem Tag nicht mehr weiß, was er selbst geschrieben hat (...."wenn diese Vakuumbomben weiter eingesetzt würden" .... "Sie haben nicht von einer "Vakuumbombe" erzählt ..."), der vermittelt mir nicht den Eindruck, in seiner "Dokumentation" sorgfältiger zu arbeiten.


    Abgesehen davon, dass ich mich frage, warum der Regisseur die Recherche macht?
    Die Frage beantwortet sich nach einem Blick in das Impressum der "pinguinfernsehfilme". Der Regisseur Markus T. ist auch der Firmeninhaber, es ist eine GbR, es gibt keine vollständige Firmenanschrift und lediglich eine Mobiltelefonnummer. Bei serösen Firmen bin ich anderes gewohnt.


    Desweiteren fehlt mir für eine "saubere" Dokumentation die notwendige Neutralität.
    Was sollen die wiederholten Hinweise auf die "Kriegsverbrechen" der anderen Konfliktparteien? Die haben bei dem hier geschilderten "Anspruch" und dem Titel der "Dokumentation" nichts zu suchen.
    Bei solchen Verknüpfungen (im Kopf des Regisseurs) kann wieder nur eine einseitige, nicht wertfreie Betrachtung des Themas herauskommen. Noch deutlicher wird das bei derartigen Tatsachenbehauptungen ("Ein großer Teil der Waffen SS waren die Kampfverbände welche die Wehrmacht als Elite Truppe unterstützen sollte.") auf der Internetpräsenz der "pinguinfernsehfilme".


    Wenn ich dann noch lese, "Die Dokumentation zeigt Spielsequenzen", kann da m.M.n. nur noch eine "Dokumentation" herauskommen, die bei einer bestimmten Klientel besonders gut ankommt. "Leichte Kost" halt.
    Aber das (hier geschilderte) Ziel der "Dokumentation" wird sicherlich meilenweit verfehlt werden.


    Markus T. geht es mit seinem Post m.M.n. nicht darum, eine saubere Dokumentation zu erstellen, sondern um Geld zu verdienen - was sein gutes Recht ist und wofür ich durchaus Verständnis habe.


    Aber das ist nicht das Ziel dieses Forums.
    Wir sind auch kein "Chat" und haben demzufolge auch keine "Chatnamen".



    Danke fürs lesen und ein schönes Wochenende
    Peter


    .......
    ich habe in der "Schweizer Allgemeinen Militärzeitung" (ASMZ),Autor: Rickenbach,W. Band (19) Jahr 1946, Heft 1 und 2 den Artikel:
    ......


    Hallo Karl,


    interessanter Artikel. Erstaunlich, was Du immer so alles findest.


    Nur eine Anmerkung, weil ich den Teil Zwei nicht gefunden habe.


    Der Artikel findet sich in nicht in der "ASMZ" sondern in der Zeitschrift "DER FOURIER - OFFIZIELLES ORGAN DES SCHWEIZ. FOURIERVERBANDES"


    LINK


    Gruß
    Peter

    Hallo Chris,


    ein wirklich interessantes Dokument. Aus welchem Jahr stammt dieses Buch? Ich tippe auf Ende der 30er? Noch vor Kriegsbeginn?


    Zwei Dinge finde ich ausserordentlich interessant:

    • Das in der NS-Zeit als "Nigger-Musikinstrument" verpönte Saxophon wird bei der Luftwaffe eingeführt. Das zeigt den Sonderstatus, den die Luftwaffe hatte (und immer noch hat).


    • Die Luftwaffe machte das Saxophon zu einem "Blechblasinstrument". Das Saxophon gehörte und gehört noch immer zur Gruppe der Holzblasinstrumente - obwohl der Korpus aus Metall ist.


    Noch einmal vielen Dank für diesen Beitrag.


    Gruß
    Peter

    Hallo,


    Quote

    Lediglich die am 10. und 11.9.eingetroffenen Marsch-Bataillone I/5 und I/6 wiesen folgende Mängel auf:


    (Quelle KTB XXXXII.A.K.; NARA T314 R993; Erfahrungsbericht der IIa / IIb-Abteilung für den Zeitraum 16.04. - 08.10.1941)



    Da das Marschbataillon I/5 am 11.09.1941 der 61.I.D. zugeführt wurde und für den 10.09.1941 kein entsprechender Eintrag im KTB der Division zu finden ist, kann man m.M.n. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das genannte Marschbataillon I/6 (Stärke - / 15 / 844) der unterstellten 217.I.D. zugeführt wurde, die lt. LdW ebenfalls im Wehrkreis I aufgestellt wurde.
    Dies aus der Überlegung, dass die ebenfalls unterstellte 254.I.D. im Wehrkreis VI aufgestellt wurde.


    Gruß
    Peter

    NACHTRAG:


    Der Beweis für die Richtigkeit meiner Annahme findet sich ebenfalls in o..g. Quelle (s. Anhang 2).


    Weiterhin können identifiziert werden:


    16.08.1941 Marschbataillon 1021 für 61.I.D., Stärke 1 / 19 / 973


    14.08.1941 Marschbataillon 217 für 217.I.D., Stärke - / 12 / 908


    15.08.1941 Marschbataillon 1001 für 254.I.D., Stärke 2 / 10 / 984


    08.10.1941 Genesenden-Kompanie für 61.I.D., Stärke - / - 250



    Für das in einem meiner vorherigen Beiträge genannte Marschbataillon 2029 wird in dieser Quelle die abweichende Bezeichnung Marschbataillon 2092 verwendet.


    Hier handelt es sich zweifelsfrei um einen "Zahlendreher", wobei nicht erkennbar ist, welche Quelle die richtige Bezeichnung verwendet.



    Gruß
    Peter

    Hallo Matthias,


    Hallo Peter (Ivanowitsch),


    danke für die Zuarbeit. :thumbup:


    gerne doch.


    Auch wenn die Marschbataillone nicht mein Thema sind, halte ich es durchaus für angebracht, wenn man aus eigenen Recherchen in anderen Sachen quasi etwas als "Abfallprodukt" beitragen kann.
    Nur so kann Dein hervorragender Ansatz zur Schaffung einer "Quasi-Datenbank" über die wenig bekannten Ersatzeinheiten für die Fronttruppe gefördert werden.


    Das von mir genannte Problem der Verlinkung ist ja auch gelöst. Dafür mein besonderer Dank an Thomas, dass mich wenigstens Einer hier versteht! ;)



    Ich habe allerdings auch noch eine Anmerkung:


    Die vorbehaltlose Zuordnung der Marscheinheiten aus diesem Beitrag


    Marschbataillone mit Nr. der Division


    zu dieser Gruppe halte ich für bedenklich.


    Handelt es sich doch bei der angegebenen Quelle (vermutlich) lediglich um eine allgemeine Angabe aus dem KTB der vorgesetzten Kommandobehörde, aus der man meiner Meinung nach nicht zwangsläufig auf eine Kennzeichnung mit der Nr. der Division schliessen kann.
    Ein ähnliches Dokument kann ich auch anbieten (s. Anhang; Quelle KTB XXXXII.A.K.; NARA T314 R993).


    Das Dokument gehört zum Erfahrungsbericht der IIa / IIb-Abteilung für den Zeitraum 16.04. - 08.10.1941.
    Zwei der Marschbataillone für die 61.I.D. konnte ich ja bereits im KTB der Division finden. Beide mit völlig unterschiedlicher Bezeichnung, keines mit der Nr. der Division, dem das Marschbataillon zugeführt wurde.



    Gruß
    Peter


    P.S.:
    Sollte ich noch das dritte Marschbataillon und die genannte Genesenden-Kp. finden, werde ich selbstverständlich berichten.

    Hallo,


    Quote

    Um 06.00 Uhr trifft als Ersatz das Marsch.Btl.I./5 in Lihula ein und wird durch IIa auf Regimenter und selbst.Abt. aufgeteilt.


    Aus dem KTB der 61.I.D. für den 11.09.1941 (NARA T315 R1013)




    Gruß
    Peter



    Ergänzung:


    Stärke des Marschbataillons I/5: - / 47 / 828 (Offz. / Uffz. / Mansch.)


    (Quelle KTB XXXXII.A.K.; NARA T314 R993; Erfahrungsbericht der IIa / IIb-Abteilung für den Zeitraum 16.04. - 08.10.1941)

    Hallo,


    Quote

    Der lange erwartete Ersatz ist endlich da. Eintreffen Marsch-Btl.2029 mit Teilen ist um 10:00 Uhr aus Pernau gemeldet. Der Rest trifft um 13:00 Uhr in Pernau ein.


    Aus dem KTB der 61.I.D. für den 05.09.1941 (NARA T315 R1013)



    Hinweis am Rande:
    Die Verlinkung zu den Marschbataillonen der Nrn. 2000 bis 2399 funktioniert nicht.


    Gruß
    Peter

    Guten Abend.


    Da ich kurzfristig keinen Zugang zum KTB der 28.I.D. bekomme, habe ich mir mal die Aufzeichnungen der Heeresgruppe B angesehen und bin tatsächlich fündig geworden.


    Nach einem ersten Hinweis (Anh. 1) auf ähnliche Kriegsbrücken in St. Goar (trotz vorhandener "Friedensfähre") und Lorch habe ich dann eine Meldung (Anh. 2) der Heeresgruppe C an die Heeresgruppe B gefunden, der als Anlage Aufstellungen der vorhandenen Brücken und Fähren enthält.
    Die erwähnte Karte ist leider nicht vorhanden.


    Aus der Anlage 4a (Anh. 3) geht eindeutig hervor, dass die Brückenwachkompanien, wie von mir vermutet, zumindest im Bereich der Heeresgruppe B den einzelnen Brücken zugeordnet waren.


    Was meine Annahme zu den von Dieter angesprochenen vorbereiteten Übergangsstellen angeht, muss ich mich korrigieren.
    Angesichts der vielen vorgesehenen Mob.-Fähren der Anlage 3 (Anh. 4), u.a. in meinem Geburtsort Unkel, erinnerte ich mich an mind. zwei noch heute vorhandene flache, mit Basalt befestigte, "Rampen" parallel zum Rheinufer, die in der Form den modernen "Nato-Rampen" aus den 60er Jahren ähneln.
    Diese wurden mit Sicherheit nicht erst nach dem 2. Weltkrieg angelegt, wie aus historischen Fotografien hervorgeht.


    Es ist also davon auszugehen, dass es vorbereitete Übergangs-(Fähr-)Stellen gab!



    Auch was meine Annahme über die "ruhige Zeit" im Oktober 1939 in diesem Raum angeht, muss ich mich nach Sichtung der Unterlagen korrigieren.
    Der ursprüngliche Angriffstermin auf Frankkreich, was mir so gar nicht bewusst war, für Ende November 1939 geplant war, fanden im Oktober 1939 riesige Truppenverschiebungen in den Aufmarschraum statt.
    Da einserseits aus Tarnungsgründen die Truppenbewegungen nur bei Dunkelheit stattfanden, andererseits die Kriegsbrücken wegen des kriegswichtigen Schiffsverkehrs auf dem Rhein nicht ständig geschlossen sein konnten, ist davon auszugehen, dass die Brücken-Pioniere alles andere als "eine ruhige Kugel schoben" und fast jede Nacht die Brücken schließen mussten (s. Anh. 5, wo auch die Unterstellung der Brücke unter die 5. Armee erwähnt ist).


    Gegen die von mir geäüsserten Bedenken zu Engpässen an den Brücken spricht auch ein Dokument aus dem KTB der Heeresgruppe, wonach die motorisierten Teile der 28. I.D. über die Strassenbrücke Beul - Bonn erst am 14./15. Oktober folgen sollten, während die Kriegsbrücke Honnef zeitgleich für nicht motorisierte Restteile der Division vorgesehen war.



    Gruß
    Peter

    Hallo Thilo,


    vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Dann fällt mir als weitere mögliche Quelle erst einmal nur das KTB der 28. I.D. ein, der das oben zitierte I.R.7 zu dem Zeitpunkt unterstellt war.


    Lt. NARA-Guide (s. Anlage) gibt es in der Rolle T315 R832 Anlagen zum KTB der Ia-Abteilung, die den genannten Zeitraum betreffen. Leider konnte ich mit der Foren-Suche nicht feststellen, ob diese Rolle bereits als Sammelbestellung gelaufen ist.
    Bei John ist sie auch nicht gelistet.


    Sollte Jemand trotzdem über diese Rolle verfügen, wäre ich für jeden Hinweis dankbar.


    Gruß
    Peter

    Hallo Dieter,


    Vielen Dank dür Deinen Beitrag.


    Deiner Darstellung



    .....
    Die Kompanien haben nicht einzelne Brücken gesichteter sondern Abschnitte am Rhein in denen
    dann ggf. Straßen u. Eisenbahnbrücken lagen die zu sichern waren.....


    mag ich allerdings aus folgenden Erwägungen nicht folgen:

    • die explizite Bezeichnung Brückenwachkompanie und nicht Sicherungskompanie
    • die Anzahl der Kompanien in den Orten entspricht exakt den damals vorhandenen Rhein-Brücken (Straßen- sowie Eisenbahnbrücken)
    • die "Ballung" von fünf Kompanien auf einer Flußstrecke von nur ca. 20 km (Koblenz bis Neuwied) gegenüber lediglich 2 Kompanien auf einer Strecke von rund 60 km (Neuwied bis Bonn)

    Das dabei auch die zur Brücke gehörige Infrastruktur (Rampen und Zuwegungen) in den Sicherungsbereich fiel, ist allerdings unstreitig.




    In dem Zusammenhang wäre interesant ob es 1939 auch schon vorbereitete Übergangsstellen gab die dann auch zu den Sicherungs-Objekten gehört hätten.


    Ich glaube nicht, dass es bereits vorbereitete Übergangsstellen (in der oder ähnlicher heute noch vorhandenen Form) gab. Diese vorbereiteten Übergangsstellen im Abstand von ca. 3 km (sofern es nicht bereits feste Fährstellen gab) im Bereich des Mittelrheins wurden nach meiner Erinnerung erst ca. Mitte bis Ende der 1960er Jahre gebaut. Bis dahin lagerte allerdings an diesen Stellen Brückengerät (Pontons und Beläge) für die neu aufgestellten Fluß-Pionierkompanien.


    Der Grund für den Bau der (ständigen?) Kriegsbrücke bei Honnef dürfte wohl darin liegen, dass es zwischen Neuwied und Bonn (ca. 60 km) keine einzige Straßenbrücke gab (und gibt). Die Ludendorff-Brücke (zwischen Erpel und Remagen) war eine reine Eisenbahnbrücke. (Bad) Honnef liegt ungefähr in der Mitte der Strecke Neuwied - Bonn.


    Wäre schön, wenn sich noch mehr Informationen dazu finden würden. Vielleicht in den KTB der Heeresgruppe B, sofern diese aus diesem Zeitraum noch vorhanden sind?



    Dass es zum (im Zitat genannten) Zeitpunkt Oktober 1939 "Engpässe" an den permanenten Brücken gab, halte ich persönlich für eher unwahrscheinlich. Ich denke eher, dass dieser Weg einerseits zur Übung der Einheit im Kriegsmarsch und Kriegsbrückenübergang (was aus eigener Erfahrung selbst bei modernstem Gerät "nicht so ganz ohne" ist) diente, andererseits dazu, das "Brückenpersonal" in Bewegung zu halten.



    Hallo Thilo,


    vielen Dank für Deine Quellenangabe.
    Hast Du dazu nähere Angaben? Es scheint ja ein "Standard-Werk" der Fachleute zu sein, ist mir aber nicht bekannt.
    Handelt es sich dabei um dieses Werk?


    Bezugsquelle


    Gibt es darin zur genannten Einheit (Brückenwachkompanie Honnef) nähere Angaben oder wird die Aufstellung dieser Einheiten nur Allgemein erwähnt?



    Gruß
    Peter

    Hallo,


    in den Kriegsgliederungen des Feldheeres (Stand 15.01.1940; Quelle NARA T78 R402 und 403) finden sich bei den bodenständigen Einheiten der Heeresgruppen A dem Verlauf des Rheins flussabwärts folgend von Koblenz bis zur Grenze bei Wesel entsprechend zu den Brücken auch jeweils Brückenwach-Kompanien.
    Jeder Brücke wurde wohl eine Brückwach- Kompanie zugeordnet, weshalb z.B. in Koblenz und Köln eine entsprechende Anzahl Brückenwachkompanien zu finden ist.


    Soweit alles nachvollziehbar.
    Nicht nachvollziehbar ist die Brückenwachkompanie Honnef (HGr.B). Bei dem Ort handelt es sich unzweifelhaft um die ca. 10 km nördlich Remagen (linksrheinisch) gelegene Ortschaft (seit ca. 1960 Bad) Honnef.
    Nur gab und gibt es dort keine "echte", rheinüberschreitende Brücke. Lediglich (seit 1912) eine kleine Brücke, die einen Altarm des Rheines überbrückt und (Bad) Honnef mit der vorgelagerten Insel Grafenwerth verbindet
    Für diese unbeutende Brücke wird man wohl kaum eine Brückenwachkompanie - mit Pionier-Komponete (sonst nur noch einmal in Köln zu finden!) - aufgestellt haben?


    Hat Jemand zu dieser Kompanie mehr Informationen? Bei der Suche im WWW konnte ich leider nichts finden.


    Das Einzige, was ich mir vorstellen kann: Es gab dort in Vorbereitung auf den Westfeldzug eine (ständige?) Kriegsbrücke. Dazu wurde ich (natürlich im LdW!) fündig:


    Infantriregiment 7


    Quote

    Am 4. Oktober 1939 wurde das Regiment in Jaroslaw am San auf die Bahn verladen und nach vier Tagen Bahnfahrt in Koblenz ausgeladen. Am 12. Oktober 1939 erfolgte der Weitermarsch am Rhein entlang über die Kriegsbrücke bei Honnef in den Raum Euskirchen, Zülpich und Füssenich. Die Bataillone verblieben hier bis Mitte Dezember 1939 und bezogen abwechselnd Stellungen am Westwall im Raum Hollerath und Ramschaid.


    Es gab diese (Kriegs-)Brücke wohl (über einen längeren? Zeitraum). Hat Jemand dazu nähere Informationen?
    (Nur warum läßt man ein Regiment zu dieser Zeit von Koblenz an sechs (permanenten) Brücken vorbei rund 60 km rheinabwärts bis nach Honnef marschieren, um dort den Rhein zu überqueren?)


    Gruß
    Peter

    Hallo,


    ich hatte ja in einem meiner vorherigen Beiträge darauf hingewiesen, dass die "Pistolenträger" der kämpfenden Truppe i.d.R. noch über eine "Zweitwaffe" verfügten.


    Zur weiteren eigenen Meinungsbildung noch ein interessantes Dokument im Anhang.


    (Quelle s. Bildbezeichnung)



    Gruß
    Peter

    Hallo Max,


    Nach meinen Informationen, .... war der Einsatz der 8,8 im Erdeinsatz ein Teil der Angriffsplanungen und nicht nur für den Nofall vorgesehen. .....


    kannst Du diese (m.M.n. gewagte und nicht haltbare) Aussage auch mit (Primär-) Quellen belegen oder handelt es sich hier "nur" um Deine persönliche Einschätzung? Falls Letzteres zutrifft, solltest Du das auch deutlich machen.
    Widersprichst Du doch allen hier bereits eingestellten Primärquellen!


    Auf welche "Denkschrift" Du mit der Aussage



    ....Die eingestellte Denkschrift eines Offiziers, der sich gegen eine Verwendung der 8,8 gegen Erdziele ausgesprochen hat, kann nur aus der Feder eines sonst nichtbeachteten Etappenhengstes stammen.


    beziehst, ist mir nicht ganz klar. Solltest Du damit aber meine Quelle aus dem Beitrag


    hier


    meinen, fände ich das schon mehr als vermessen, den Generalinspekteur der Panzertruppen als "sonst nichtbeachteten Etappenhengst" zu bezeichnen!


    Ich habe den Anhang hier noch einmal zum nachlesen eingestellt.
    Die Aussagen darin sind klar begründet, nachvollziehbar und beruhen auf den entsprechenden Einsatzerfahrungen der .Fachleute.


    Im übrigen noch einmal der Hinweis auf die Themenüberschrtift "8,8 Flak 18/36/37 als Artillerie?" und nicht "8,8 Flak 18/36/37 im Erdeinsatz?


    Hier kann man nach der Quellenlage nur zu einem Ergebnis kommen: Nur bedingt geeignet!


    Gruß
    Peter