Posts by Gerd Wolf

    Hallo Justus,


    die ersten drei Bilder zeigen auch eindringlich, dass die Deutsche Reichsbahn mit in den Holocaust verstrickt war.

    Im Buch "Bahnen in Bielefeld" ist ein freundlich von seiner Dampflok lächelnder Lokführer zu sehen.

    Der Kommentar zu dem Bild lautet: "Im 2.Weltkrieg half die Bahn bei der Umsetzung der menschenverachtetenden Rassenpolitk

    der Nazis. Der in die Kamera lächelnde Lokführer brachte am 13.12. 1941 den ersten Transportzug mit Juden aus den Regierungsbezirken Münster

    und Osnabrück nach Riga" 1)


    1) Quelle: Bahnen in Bielefeld

    Hallo, Zusammen,


    Die Kauen wurden in erster Linie in zerstörten oder beschädigten Empfangsgebäuden als Ersatz für Bahnsteigsperren oder Fahrkartenverkauf verwendet.

    Sie gab es sowohl aus Holz, als auch aus Blech.

    Reichsbahnkauen als Behelfsunterkunft sind mir nicht bekannt. Eventuell liegt eine Verwechslung mit den späteren "Nissen Hütten" vor.

    Hallo Justus,


    meine Mutter hat während des Krieges im "Bethesda-Krankenhaus" gearbeitet.


    In der Nähe des Hbf ist das ehemalige Kaufhaus "Wertheim".

    Auch nicht weit, die ehemalige Reichsbahndirektion Breslau.

    Falls auch von Interesse: der Hbf ist um 1850 gebaut worden und die Fassade ist noch fast im Originalzustand.

    Im Rathaus wurde 1813 das Eiserne Kreuz gestiftet.

    Hallo,


    @ Jan: wo hat Dein Großvater gelebt ?

    Während des Krieges war es nicht unüblich, dass Eisenbahner an die Front oder frontnahe Gebiete abkommandiert wurden.

    Vielfach mussten in den besetzten Gebieten nicht nur Gleise, sondern auch Brücken und Hochbauten repariert werden.

    Hierfür waren "Spezialisten" (z.B. Brückenbauingenieure oder Hochbauingenieure) gefragt.

    Hallo Ulrich,


    ich versuch mal, eine Strecke zu konstruieren:

    von Pionki - Radom - Warschau - Bialystok - Suwalki


    Fahrzeit: ca. 10 Stunden

    Quote

    Fraglich alleine, ob für eine Truppenbewegung von Westen herkommend mit Schwenk Richtung Norden Pionki überhaupt in Frage kommt.

    Dann hätte der Zug zweimal Warschau passiert.

    Neues aus Staumühle:


    Guten Abend,


    es wurden zwei Tongefässe gefunden.

    Der Inhalt wird zur Zeit in einem Labor untersucht.

    Vermutlich handelt es sich um Kampfstoffe aus dem 1.Weltkrieg.


    Die heutige JVA Staumühle war während des 1.Weltkriegs Kriegsgefangenenlager und im 2.Weltkrieg "Seuchen" Lazarett für Gefangene des "STALAG 326" Stukenbrock.


    Quelle: radiohochstift

    Hallo Matthias,


    kannst Du bitte in der Überschrift "Deutsche Reichsbahn im Dienste des Militärs und des Staates" anstatt "Lokomotiven", "Kriegslokomotiven und Wehrmachtslokomotiven" eintragen und verlinken.


    Danke!

    Hallo,


    gemeint ist wohl "Rötgen" oder "Röttgen"

    Es handelt sich um Hunde, die Heute u.a. als "Kampfhunde" bezeichnet würden.


    Im Netz gibt es Bilder und Erläuterungen, einfach "Röttgen Hunderasse" eingeben.

    5. Literatur, Quellen, Bildnachweis


    Literatur:


    Modell Eisen Bahner Nr. 5 Mai 2019,Verlags Gruppe Bahn Fürstenfeldbruck

    BAHNEPOCHE 34, Frühjahr 2020, Verlags Gruppe Bahn Fürstenfeldbruck

    Eckert, Klaus und Torsten Berndt: 1000 Lokomotiven Geschichte – Klassiker – Technik;

    Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft, ohne Jahr

    Eisenbahn Journal, November 2018, Verlags Gruppe Bahn Fürstenfeldbruck


    Quellen:


    Eisenbahnfreunde-Traditionsbahnbetriebswerk (ETB) Staßfurt,

    Bielefelder Eisenbahnfreunde e.V.;

    Rangierdiesel.de;

    Die Bundesbahnzeit.de;

    Die Heeresfeldbahnseiten.de;

    britbahn.wikidot.com;

    bluebell-railway.co.uk

    robertsarmory.com


    Bildnachweis:


    Wenn nichts anderes angegeben: Gerd Wolf

    4. Fazit


    Obwohl nur für den Einsatz in Kriegszeiten konzipiert, bewährten sich die Kriegslokomotiven auf beiden Seiten.

    Während die Kriegsloks der Alliierten den Nachschub für die englischen und amerikanischen

    Truppen auf das europäische Festland brachten und so für den Sieg gegen das Nazi-Regime

    sorgten, darf nicht vergessen werden, dass die deutschen Kriegslokomotiven auch am

    Holocaust und dem Transport von Zwangsarbeitern beteiligt waren.


    Nach Kriegsende verteilte die UNRAA (Wiederaufbauprogramm der UN) englische und amerikanische Kriegsloks an Länder,

    deren Eisenbahn durch Zerstörungen während des Krieges besonders betroffen war.

    Hierzu gehörten, u.a. die Niederlande, Griechenland und der Nahe Osten.

    Bis Mitte der sechziger Jahre blieben die Loks im Einsatz.

    Bis auf wenige Ausnahmen, wurden sie verschrottet.


    Auch, die in den vier Besatzungszonen, verbliebenen Kriegslokomotiven der Reichsbahn,

    halfen nach 1945 beim Wiederaufbau in der späteren Bundesrepublik und der DDR.

    Die BR 52 im ehemaligen Ostpreußen verblieben dort und wurden bis zum Ende der Sowjetunion

    in den neunziger Jahren, als „strategische Reserve“, mit der Rauchkammer Richtung Westen, konserviert abgestellt.


    Erstaunlich ist, dass die BR 52, nach Umbauten, bis zum Ende der achtziger Jahre

    bei der Deutschen Reichsbahn (DDR) im Betrieb war.


    Während von der BR 42 nur Eine (betriebsfähig) in Belgien erhalten ist, sind von der BR 52

    mehrere betriebsfähig bei verschiedenen Museumseisenbahn Vereinen erhalten.

    Da die Unterhaltung und fällige Hauptuntersuchungen mit hohem finanziellem Aufwand

    verbunden sind, werden wohl die betriebfähigen BR 52 in den nächsten Jahren kalt abgestellt.

    Die Hauptuntersuchungen von Kessel und Fahrwerk gehen in die Hunderttausende Euro;

    viele Vereine können sich diese Summen nicht leisten.

    MD Austerity


    MD Austerity 2-8-0


    Das War Departement (WD) forderte den Bau von vereinfachten Lokomotiven.

    Man wollte auf diese Weise Material einsparen. Außerdem sollte die Lok einfach zu bedienen sein.

    Als Ursprungstyp wählte das WD die Class 8f aus.

    Diese Lok sollte zwar als Standardlok weitergebaut werden, schließlich entschied man sich zum Bau der MD Austerity 2-8-0.

    Die Lok wies kontinentale Bauformen auf.


    Aus Stahlguss bestanden die Radsterne der Treibachsen, alle anderen Achsen wurden aus normalen Guss hergestellt .

    Die britischen Stahlwerke waren bereits mit Rüstungsprodukten ausgelastet.

    Vakuum – und Westinghousebremsen bremsten die Lok.

    Die Austerity 2-8-0 konnte sowohl mit Kohle, als auch mit Öl befeuert werden.


    Der Konstrukteur der Lok, prägte wegen der materialsparenden Bauweise den Begriff „Austerity“ (deutsch etwa: Sparsamkeit, Einfachheit).


    Gebaut wurde die 2-8-0 von North British Locomotive Company und Vulcan Foundry,

    insgesamt 935 Stück wurden zwischen 1943 und 1945 gebaut.


    Spurweite: 1435 mm

    Achsfolge: 2-8-0 1)

    Achslast: 15,9 t

    Länge über Puffer (LüP): 19354 mm


    Während des Krieges wurde die WD 2-8-0 auf dem europäischen Kriegsschauplatz eingesetzt.


    Nach Kriegsende 1945 setzte das Royal Corps of Transportation auch Loks in der

    Britschen Besatzungszone ein.

    Hierbei kam es zu zwei Unfällen im heutigen Nordrhein-Westfalen:

    Am 16. August 1945 in der Nähe von Kleve und am 06.November 1945 bei Kranenburg.

    Nach den Unfällen, wurden beide Loks verschrottet.



    Die Royal Engineers beschlagnahmten 1946 einen Abschnitt der Strecke Herford – Bad Salzuflen – Lage –

    Detmold – Altenbeken, zwischen Herford und Himminghausen.

    Auf diesem Sreckenabschnitt wurden Lokführer und Heizer ausgebildet.

    Hierfür wurde die „Detmold Military Railway“ gegründet.

    Die angehenden Lokführer sollten mit dem deutschen Eisenbahnwesen vertraut werden.

    Zu diesem Zweck wurden auch WD 2-8-0 eingesetzt.

    1947 wurden die WD Austerity durch deutsche Baureihen ersetzt und 1948 die Strecke

    an die Deutsche Reichsbahn (West) zurückgegeben.


    Nach 1945 verblieben 733 Loks bei den British Railways,

    184 bei den Nederlandsen Spoorwegen (NS),

    12 bei der Kowloon-Canton Railway in Hong Kong

    eine im Tausch mit einer USATC S 160 in den USA


    Eine von den NS übernommenen 2-8-0 wurde nach Schweden verkauft.

    Britische Eisenbahnfreunde entdeckten sie dort und retteten die Lok vor der Verschrottung.

    Die Lok wurde zurück nach Großbritannien verbracht und seit 1993 betriebsfähig wieder

    hergerichtet.

    Seit 2007 ist sie wieder, als einzige WD Austerity 2-8-0, betriebsfähig erhalten und vor Museumszügen in Fahrt.


    MD Austerity 2-10-0


    Mit einer Achslast von 15, 9 t war die 2-8-0 zu schwer für Behelfsbrücken und Strecken mit schlechtem Unterbau.

    Aus diesem Grund forderte das WD eine Lok mit einer geringeren Achslast.

    Dies führte zur Entwicklung der Austerity 2-10-0.

    Die Konstruktion basierte auf der 2-8-0 und wies eine weitere Kuppelachse auf.

    Gebaut wurde die 2-10-0 nach den gleichen Grundsätzen wie ihre Schwesterlok.


    Spurweite: 1435 mm

    Achsfolge: 2-10-0 1)

    Achslast: 13,5 t

    Länge über Puffer (LüP): 20580 mm


    Von 1943 bis 1945 stellte die North British Locomotive Company 150 Loks her.


    Die Loks kamen auf dem europäischen Kriegsschauplatz zum Einsatz.


    Nach Kriegsende wurden 103 Loks an die Nederlandse Spoorwegen (NS) abgegeben,

    25 an die British Railway,

    16 an die Hellenic State Railways (Griechenland),

    vier an die Chemins de Fer Syriens (Syrien)


    In den Niederlanden wurden die WD Austerity 2-10-0 bis 1952 ausgemustert.

    Eine ist im Nederlands Spoorweg Museum Utrecht erhalten.

    Die anderen Länder setzten die 2-10-0 bis Mitte der sechziger Jahre ein.


    In Griechenland sind sechs Loks museal erhalten und in Großbritannien drei.


    1) 2-8-0: entspricht: UIC Standard 1’D und 2-10-0: 1’E (eine Vorlaufachse, vier, bzw. fünf Kuppelachsen)


    Fotos:britbahn.wikdot.com


    Bitte für Ergänzungen, Fragen, etc., diesen Thread benutzen

    3. United Kingdom


    Southern Railway Class Q 1


    Auch im Mutterland der Eisenbahn, Großbritannien, machte man sich

    während des 2. Weltkrieges Gedanken, den Lokomotivbau zu vereinfachen.

    Das Programm lautete „Austerity“ (deutsch etwa: Vereinfachung, Sparsamkeit).


    Durch Ausbruch des 2. Weltkrieges, nahm der Güterzugverkehr steigend zu.

    Die private Southern Railway war im Vorortverkehr im Raum London beschäftigt,

    konnte den Güterverkehr aber mit den vorhandenen Lokomotiven nicht mehr bewältigen.

    Logische Konsequenz wäre es gewesen, die bereits vorhandene Class Q nachzubauen.

    Dies passte dem Chefkonstrukteur Bulleid nicht, da er die Class Q für veraltet hielt.


    Die Southern Railway (SR) entschied sich, neue drei Kuppler zu konstruieren.

    Vorgabe war, eine kostengünstige, leicht zu bedienende, materialsparende Lok

    zu konstruieren.

    Neben Materialeinsparung, wollte man das Gewicht der Lok reduzieren.

    Um das zu erreichen, verzichtete SR auf Laufbleche und Spritzschutzbleche

    über den Rädern.

    Gewöhnlich wurde zum Wärmedämmen des Kessels Asbest verwendet;

    kriegsbedingt war Asbest nicht hierfür verfügbar.

    Es wurde eine Wärmedämmung aus „Idaglass“ (ein Vorläufer von Glasfaserdämmstoffen) verbaut.

    Der Kessel wurde glatt ausgeführt, es fehlten Leitungen, etc.

    So konnte die Lok auch in Wagenwaschanlagen gereinigt werden.


    Gebaut wurden 1942 je 20 Q 1 in den eigenen Werken der SR in Brighton und Ashford.

    Insgesamt also 40 Q 1.


    Spurweite: 1435 mm

    Achsfolge: 0-6-0 1)

    Länge über Puffer (LüP): 16730 mm

    Gesamtgewicht: 90,7 t


    Die SR setzte die Q 1 nicht nur vor Güterzügen, sondern auch vor Personenzügen ein.

    Die Bremsen waren recht schwach ausgelegt, dies bemerkte man besonders bei

    ungebremsten Güterwaggons.

    Bei Regen war die Q 1 bei den Personalen unbeliebt, da sie durch fehlenden Spritzwasserschutz in der Sicht behindert wurde.


    Trotz dieser Mängel, blieb die Q 1 bis in die Mitte der sechziger Jahre in Fahrt.


    Obwohl die Q 1 nicht nach den Vorgaben des WD (War Departement, etwa vergleichbar mit dem Deutschen Ministerium für Bewaffnung und Munition)

    gebaut wurde, nannte man sie auch „Bulleid Austerity“


    Von 40 gebauten Q 1 blieb die Erstgebaute erhalten. Sie steht Heute im National Railway Museum York.

    Bis 1983 war sie betriebsfähig.


    1) Nach UIC Standard Achsfolge „C“ (drei Kuppelachsen)


    Foto: bluebell-railway.co.uk


    Bitte für Ergänzungen, Fragen, etc., diesen Thread benutzen

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