Posts by Jafü Mittelrhein

    Hallo zusammen,


    ich möchte das Thema nochmals aufgreifen; zu den Ereignissen am 09.02.45 und den Verlusten von Volprecht Riedesel Freiherr zu Eisenbach wie auch Capt. James W. Browning wurde viel publiziert, aber wenig belegt.

    Mein Frage wäre:

    hat jemand schon einmal ein Dokument aus einer Primärquelle bezüglich des Todesortes und den Umständen des Todes von Freiherr zu Eisenbach gesehen?

    De facto kam er bei den Luftkämpfen im Raum Bad Camberg - Idstein ums Leben, wobei der begründete Verdacht besteht, dass er noch aus seiner Me 262 mit dem Fallschirm ausstieg bzw. es zumindest versuchte.


    Der von "West" angegeben Link (http://www.cebudanderson.com/j…owning%20crash%20site.htm) ist zwar durchaus interessant, jedoch sind die Schlussfolgerungen der beiden wohl recht unbedarften "German police officers" mit Sonde völliger Quatsch. Bei dieser Absturzstelle handelt es sich in der tat um jene einer P-51, die dort jedoch bereits Ende November 1944 abstürzte. Der exakte Verlustort, die Umstände des Todes sowie der Verbleib der sterblichen Überreste von James W. Browning sind auch heute noch nicht bekannt, der Mann ist demzufolge immer noch ein Suchfall.


    Gruß,


    Jafü

    Hallo Dieter,


    ich fange hinten an: über Scheinflughäfen und- anlagen in dieser Ecke ist mir kaum bis gar nichts bekannt. Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es dazu einigen wenige Unterlagen im BA/MA, die ich selbst jedoch nicht eigesehen habe.


    Die Bergung von Flugzeugwracks viel definitiv in den Zuständigkeitsbereich der Luftwaffe. Handfestes Aktenmaterial liegt mir jedoch nur vereinzelt vor.


    Die Bergungen fielen definitiv in den Zuständigkeitsbereich des betreffenden Luftgaues. Im Jahr 1939/1940 - also vor und während des Westfeldzuges - wurden diese z.B. den jeweilien Flughafenbereichskommandos übertragen übertragen. Die FBKds Kastellaun, Wiesbaden und Mannheim usw... sendeten in dieser Zeit entsprechende Bergunsgberichte an den Luftgau XII in Wiesbaden.


    Bis Mitte 1943 wurde das zumindest in diesem Raum noch über Wiesbaden-Erbenheim abgewickeltn, wobei auch noch Brüche im Raum Siegen durch Erbenheim geborgen wurden.


    Ab mitte 1943 liegen mir nur noch Aktenschnipsel vor; wobei die Bergungen von Brüchen offenbar jedoch wie bisher bei den FBKds lag. Linkrheinisch bis in den Hunsrück war z.B. oftmals Neustadt a.d.W.zuständig, warum auch immer....


    Gruß,


    Jafü

    Hallo,


    der Schriftwechsel vom 19.08.43 ging vom Gend.Gr.Posten Waldalgesheim an die Gendarmerie des Kreises Bad Kreuznach in Bad Kreuznach. Gemeldet wurde der Absturz von drei US-Bombern im Bereich des Postens Stromberg gegen 12.00 Uhr und gegen 15.30 Uhr unter Angabe der o.g. genannten Absturzorte.


    Die später nicht anerkannte Abschussmeldung der Flak datiert den Abschuss in Daxweiler/Emmerichshütte auf 12.10 Uhr, also muss sich um eine Maschine des Regensburg-Verbandes handeln und das das kann nur die 42-30017 gewesen sein - die beiden anderen genannten Maschinen gehörten der Schweinfurt-Gruppe an, die etwa 3 Stunden später einflog.


    Nach diesem Bericht wurden 5 namentlich genannte Crewmitglieder der 42-30017 sowie zwei weitere unbekannte Flieger gefangengenommen und von der Luftwaffendienstelle Bingen abgeholt.


    Aus Dörrebach wurden 5 Tote gemeldet - also eine B-17 vom Schweinfurt-Verband und demnach die 42-29830 der 379.BG (tasächlich kamen jedoch alle 10 Crewmitglieder ums Leben).


    Die Boeing am Forsthauses Lauschhütte kann also nur noch die 42-3230 (ebenfalls vom Schweinfurt-Verband) gewesen sein, bei der alle Crewmitglieder in Gefangenschaft gerieten.


    Wer hier nun wen abgeschossen hat, kann aufgrund dier vielen (Doppel-)Meldungen im gleichen Zeitraum sowie in der gleichen Gegend m.E. nicht ohne viel Spekulation angegeben werden.


    Gruß,


    Jafü

    Hallo,


    bei der Boeing südlich des des Forsthauses Emmerichshütte handelte es sich ohne Zweifel um die 42-30017 der 390.BG am 17.08.43 - das geht aus einem Schrifwechsel zwischen der Gendarmerie Waldalgesheim und der in Bad Kreuznach hervor. Wer diese Maschine abgeschossen hat, kann nur Spekulation bleiben. Nicht verantwortlich war jedenfalls die Flak - die 1., 2., 3. und 4./schw. Flak Abt. 322 beanspruchte diesen Abschuss ebenfalls, das wurde aber von der Abschusskommission abgelehnt.


    Eine zweite Boeing (42-3230) kam nahezu zeitgleich zur o.g. nahe des Forsthauses Lauschhütte bei Weiler herunter, und vom Regensburger Verband erwische es etwa 3 Stunden zuvor bereits die 42-29830 der 379.BG. Deren Absturzort lag in der nähe des Füllenbacher Hofs bei Dörrebach.


    Gruß


    Jafü

    Hallo,


    von Kirchhellen aus operierten m.W. im Mai 1940 die Bf 110 der I./ZG 1 sowie die Ju 87 der IV.(Stuka)/LG 1. Beide Einheiten kann man dort durch Abstürze am 30.04. (eine Ju 87 der 10.(St.)/LG 1) sowie am 15.05. (zwei Bf 110 der 1./ZG 1) nachweisen.


    Wenn es Dir hilft: ich kann Dir die 18 Verluste und Beschädigungen des KG 4 inkl. der mir bekannten Namen ohne Aufwand heraussuchen - auch wenn diese nicht im Zusammenhang mit Kirchhellen stehen.


    An Avia B.33: unter Berücksichtigung der Nachmeldungen ist in den Primärquellen lediglich ein Eintrag zum Verlust von 22 Fi 156 der NAGr. 156 ("auf französischem Boden, durch Besatzungen verbrannt") sowie mindestens einer Ju 52/3m Transportstaffel des I. Fliegerkorps im Rahmen von "Niwi" und "Hedderich" am 10.05. ohne weitere Details aufgeführt. In der Tat traten alle diese Verluste aber in Luxemburg oder Belgien ein.

    Die Verlustangaben bei den beiden Operationen sind je nach Quelle sehr widersprüchlich. Der beteiligte Lt. Heinz Meier der 1.(H)/14 nennt in seinen Erinnerungen so z.B. die Zahl von 28 Fi 156, „...doch waren keine Gefallenen zu beklagen und die Zahl der Verwundeten und Verletzten blieb gering.“


    Gruß,

    Jafü

    Hallo zusammen,


    ich habe kürzlich das gerade erschienene Buch "Letzte Schlacht im Taunus, März / April 1945" von Dr. Roland Krebs gelesen, in welchem die Kampfhandlungen der "Gebirgsdivision Nord" sowie der Weilburger Fahnenjunker im Hochtaunus und im Raum Vogelsberg sehr ausführlich beschrieben sind. Im Anhang findet sich u.a. eine sehr umfangreiche namentliche Aufstellung der bei diesen Kämpfen gefallenen deutschen Soldaten inkl. Einheit, Heimatort, usw.


    Das Werk fand ich ausgesprochen lesenswert, es wurden z.T. bislang noch nicht berücksichtigte Quellen zu den Ereignissen dort herangezogen. Meiner Meinung nach hervorragend recherchiert, kann ich nur empfehlen.


    Gruß,


    Jafü

    Hallo Georg,


    Arthur Hermann war Angehöriger der I./ZG 26, er starb infolge einer unfreiwilligen Bodenberührung auf dem Platz Donaueschingen am 25.03.41 (Quelle: GQM der fliegenden Verbände vom 27.03.41) . Hermann flog mit einer Klemm Kl 35, Werknummer 1137, an der ein Schaden von 80% fetsgestellt wurde. Halter der Maschine war der Luftpark Erding (Quelle: GQM von Schulen usw. vom 27.03.41).


    Gruß,


    Jafü

    Hallo Frank,


    richtig ist, daß es sich dabei um eine He 111 des KG 4 handelt. Diese ging beim Versorgungseinsatz von Breslau in der Nacht vom 07. auf den 08.04.45 aus unbekannter Ursache verloren. Quelle ist der NARA-Film T321, Rolle 51, S.1959.


    Einen dazu passenen Abschuss kann ich leider weder unter den britischen Mosquito- noch unter den amerikanischen P-61-Einheiten finden.


    Gruß,


    Jafü

    Hey Hoe,


    keine Ursache - es würde mich freuen, wenn die Infos letzendlich nach so langer Zeit und anhand belegbarer Unterlagen Eingang in die lokale Geschichtsschreibung finden würden...mit ein wenig Hilfe von meiner Seite.


    Quote

    ... und Respekt für die Menschen empfindet, auch wenn sie selbst mit ihrer Fracht Tod und Leid gebracht haben.


    Tod und Leid haben alle involvierten Luftwaffen gebracht, da sollte man keine Unterschiede machen - die Mehrzahl der oft jungen Besatzungen aller Seiten flogen im Glauben, auf der "richtigen Seite" zu stehen. Selbst die deutsche Luftwaffe flog 1944 und vor allem 1945 noch befehlsgemäß Angriffe auf Städte und Ortschaften im heutigen Deutschland, welche durch alliierte Bodentruppen besetzt waren. Auch dabei gab es noch eigentlich überflüssiges "Tod und Leid" unter der Zivilbevölkerung. Hat damals niemanden interessiert...


    Gruß,


    Jafü

    Hallo,



    ...Eintrags Nr. 76 - 4 Engländer - Flugzeug abgeschossen - am 21. Juni - beerdigt - Reihe 3 - Grabstelle Nr. 1,2,3,4. Ein Besatzungsmitglied wurde später dazu gebettet...)


    Das war die Whitley N1460 der 58.Squadron am 18./19.06.1940, Ziel war Castrop-Rauxel, Absturz bei Groppenbruch. Die Besatzung: F/O J.T. MacInnes, P/O C.N. Buist, Sgt. M.L. Dent, Sgt. L. Whittle, Sgt C.F. McKay: Grablage: Reichswald, Coll. grave 18. A. 7-10, Buist in 18. A. 11.
    Absturzursache ist mir nicht bekannt, aber Nachtjäger gab es noch nicht wirklich...



    ...In den Gräbern 6,7 und 8 hatte man 3 Besatzungsmitglieder eines Abschusses über Waltrop vom 30.Mai 1942 bestattet...)


    Das war die Wellington DV452 der 103.Squadron am 30./31.05.1942, ging beim ersten "Tausend-Bomber-Angriff" gegen Köln verloren. Absturz im Raum Waltrop. Die Besatzung: F/S W. Onions, Sgt. M.B. Rogerson, Sgt. H.R. Hallam, Sgt. W.K. Jones, Sgt. A. Leslie, Sgt. B.W. Sansom. Reichswald, Coll. grave 18. A. 1-6, wurden alle in Waltrop geborgen.



    ...Auch die ? Besatzungsmitglieder eines Abschusses vom 16.12.1944 wurden alle samt nach Reichswald überführt....)


    Da wir es etwas unklar, es sollte sich aber um die Toten gleich zweier Lancaster vom Tagesangriff auf Witten am 12.12.44 handeln:
    - die der HK697, 195. Sqdn., Absturz bei Oberwiese. F/O R.M.Herapath, Sgt. R.C. Starkey, Sgt. D.J.Job, Sgt. W.T. Hartland, P/O A.E. Halliwell, Sgt G. Creaser (gefallen), Sgt W.H.A. Horton (verletzt in Gefangenschaft) und
    - die der PB674, 218. Sqdn., Absturz in Holthausen. F/S R.E. Roberts, Sgt. W.J.R. Jeffree, F/S R.J. Ketley-Rolph, F/S E.D. Brick, Sgt. K. Jones, Sgt. J. Williams, Sgt. H.R.Williams (alle gefallen).
    Ich habe für diese Toten keine Erstgrablage, aber sie liegen völlig durchandergewürfelt in Reichswald im Coll. grave 17. G. 11-14, sowie in den Gräbern 17. G. 15, 15A, 16 und 17.


    ...Wie und Wo finde ich deine o.g Info zu der Besatzung vom 9.3.1945?


    In den National Archives of Australia, ist aber nicht ganz einfach zu finden. Schick' mir doch mal Deine Emailadresse via PN.


    Gruß
    Jafü

    Hallo Joe,


    zur Maschine am 12.12.44 kann ich nur sagen, daß die Trümmer nahe "Oberwiese on he Dortmund-Ems Canal" gefunden wurden; die Briten wurden in diesem Raum neben der üblich Flakabwehr auch in Luftkämpfe mit den Jagdgeschwadern 3 und 27 verwickelt.


    Zur Lancaster am 09.03.45 liegt ein recht ausführicher Bericht des "Missing Research and Enquiry Service" vor, der die Toten 1947 in Waltrop geborgen hat.


    Grundsätlich wäre es einmal interessant, wo Du die Teile gefunden hast, Waltrop, Datteln, Lünen - das liegt ja alles auf einem Haufen und da kam einiges herunter...


    Hast Du Infos zu den Engländern aus dem Jahr 1940? Wann sollen die denn heruntergefallen sein?


    @ Odenwälder Bub: "Franzosen" im Rhein-Main-Gebiet gab es nicht viele. Du meinst die Potez bei Gernsheim am 16.10.1939?


    Gruß,


    Jafü

    Hallo zusammen,


    ich begebe mich hier durchaus auf "dünnes Eis"; Bodenkrieg, 6.SS-Gebirgsdivision „Nord“, das hat herzlich wenig mit Luftwaffe und Flugzeugen zu tun... Da ich jedoch am Rande in ein paar Buchveröffentlichungen zu den Kamphandlungen unter Beteiligung der Nord" involviert war/bin, will ich meinen "Senf" hierzu abgeben, vielleicht hilt es ja in irgend einer Form weiter.


    Da von "Andernach" erwähnt: die Kämpfe vor/in/bei/ Pfaffenheck und anschließend im Vordertaunus werden recht ausführlich im Buch "Sturm am Mittelrhein" von S. Michels (erschien beim Helios-Verlag) abgehandelt, inkl. diverser O-Töne von Beteiligten der Division "Nord".


    So findet sich Darin auch folgendes Zitat: „In der Nacht vom 17.03. auf den 18.03.45 zogen sich die Reste der Div. „Nord“ vom Brückenkopf Boppard zurück auf das rechte Rheinufer. Das Übersetzen bei St. Goar/St. Goarshausen sicherten auf der linken Rheinseite 2 Jagdpanzer „Hetzer“. Als letzter Soldat der der 6.SS Geb. Div. „Nord“ verließ SS-Unterscharführer Sepp Ehl als Kommandant einer der beiden Hetzer das linke Rheinufer. Als Nachhut deckten wir den weiteren Rückzug unserer Einheit über Reichenberg und Reitzenhain in Richtung Taunus ab“


    Weiterhin gib es auch einige Berichte zu den anschließenden Kämpfen der 6.SS-Gebirgsdivision „Nord“ sowie den Männern der Fahnenjunkerschule Weilburg im Hochtaunus, welche bislang nur als Manuskript existieren und erst in Buchform "gepresst" werden müssen. Auch sind darin vereinzelt Kampfhandlungen unter Beteiligung deuscher Jagdpanzer (z.B. aus Weilrod) dokumentiert, wenn es auch leider keinen Hinweis auf den "Eigentümer" der Fahrzeuge gibt.


    Über die letzten Tage der "Nord" gibt es übrigens ein recht gutes Buch namens "In Final Defense of the Reich: The Destruction of the 6th SS Mountain Division "Nord" von Stephen M. Rusiecki, worin auch auf den Einsatz von Beutpanzern und -fahrzeugen bei den Endkämpfen der "Nord" eingegangen wird. Find ich durchaus empfehlenswert, wenn auch die "Experten" zum Bodenkrieg die eine oder andere Falschinfo entdeckt haben...


    Grundsätzlich lagen in den Tagen zuvor auch Teile der 2. Panzerdivision im Raum Friedberg, allerdings kann ich nicht viel zum weiteren Weg dieser Division beitragen.


    Vielleicht ist ja für Euch die eine oder andere Info verwertbar....


    Gruß,


    Jafü