Posts by Jafü Mittelrhein

    Hallo Rolf, Johann und Hans,


    Das Problem ist bei allen Listen im Internet wie auch bei der VBL: Du musst Dir erst einmal die Mühe machen und die namentlich genannten Vermissten quasi "händisch" einer jeweiligen Maschine zuordnen. Eine Liste à la "X flog in Maschine Y mit der Seriennummer Z" gibt es nunmal nicht..


    Avia: eine brennende Frage: hast Du damals auch die NVM der NAGr.1 kopiert? EIn hochspannender Verein, für den über einige Abschnitte der letzen Kriegsmonate 1945 noch nicht einmal in ULTRA überliefert sind.


    Gruß,


    Jafü

    Hallo Rolf,


    es gibt leider nichts, was wirklich "problemlos hilfreich" ist.

    Für die USAAF kannst Du eine Liste auf der Internetseite der DPAA finden. Diese wird ständig aktualisiert, muss aber in Eigenerbeit auseinandergedröselt werden.

    Nach dieser Liste vermissen die Amis noch 781 Flieger über Deutschland, nach einem Quercheck sind aber auch z.B. Abstürze über Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich oder dem heutigen Polen unter "Germany" geführt. Im Gegenzug traten einige Verluste, die z.B. über den BeNeLux-Staaten oder Frankreich laufen, in Wirklichkeit über Deutschland ein. Abstürze auf See vor der britischen Küste laufen manchmal ebenfalls unter "Germany", während andere im Schlick der Nordsee in Sichtweite der deutschen Küste unter "North Sea" geführt werden.

    Ich habe das in den letzten Monaten für die Ami-Verluste über der heutigen BRD einmal aus eigenem Interesse tagtäglich auseinadnergenommen...wenn Du etwas suchst, bitte einfach via PN melden.


    Für die Luftwaffe sind die Vermisstenbildlisten der Deutschen Roten Kreuzes zumindest ein Ansatzpunkt, aber oftmals nicht auf dem aktuellen Stand. Das DRK hat diese nie mit den Luftwaffenakten abgeglichen, die Luftwaffenakten wurden nach dem Krieg auch nicht mehr auf den letzten Stand gebracht. D.h,, einige Vermisstenfälle waren "lediglich" in Gefangenschaft, andere Schicksale wurden irgendwann geklärt usw...


    Problematisch bei deutschen Fällen ist ebenfalls, dass Vermisste nach dem Krieg oftmals aus juristischen Gründen für Tot erklärt wurden. Bei den Amis gibt es das Thema auch. "Not recoverable" kann vieles bedeuten, von "gar nix gefunden" über "nichts gefunden, was man einer Person zuordnen kann" bis hin zu "kann wirklich nicht geborgen werden".


    Zu den Briten ist mir leider noch gar nichts untergekommen; hier hilft nur ein Abgleich mit den Friedhofsakten (Schwazwald = Dürnbach), der CWGC und z.B. den Angaben in den Werken von Chorley ("has no known grave")


    Am Ende: ich habe vor ein paar Stunden Dein aktuelles Buch "Die Geschichte der Flugplätze im Schwarzwald-Baar-Kreis" ausgelesen; Gratulation, ein wirklich tolles Werk und absolut empfehlenswert!!! Eine handvoll Korrekturen/Ergänzungen/Fragen sind mir dabei aufgekommen, diese sind jedoch nur etwas für "Fachidioten" und "Erbsenzähler" und haben keinerlei EInfluss auf den das Gesamtbild.


    Schade ist jedoch, dass Du nahezu komplett auf nachvollziehbare Quellenangaben mit Referenz verzichtest, damit ist das Werk in (luftkriegs-)historischer Hinsicht völlig "für die Füße", zumindest für Forscher dieser oder zukünftiger Tage: Keine Quellenangaben, also nicht zitierfähig... Dieses Schicksal hat Dein Werk nicht verdient, das solltest Du bei einer Zweitauflage unbedingt ergänzen!


    Viele Grüße,

    Jafü

    Hallo Mathias,


    ich gehe nicht davon aus, dass es sich um ein P-38 (bzw. der F5-Aufklärerversion) handelt, da die frühen Verluste der 8.USAAF gut dokumentiert und die späten der 9.USAAF uber dem Ruhrgebiet zumindest sehr überschaubar sind.


    Möglicherweise meine Deine Oma mit "zwei Schwänzen" das Doppelseitenleitwerk eines britischen Bombers, von denen im Bereich um Recklinghausen doch einige herunterkamen.


    Dokumentiert ist z.B. der Abschuss der Hampden X3120 der 61. Squadron in der Nacht vom 02./03.06.1941 beim Angriff auf Düsseldorf, die in Herten herunterkam. Dabei gab es jedoch keine Toten. Spontan käme ich jedoch auf 7 - 8 weitere RAF-Maschinen, die in/um/bei Herne bzw. Recklinghausen herunterkamen, aber lediglich ein Ami in der Nähe, eine P-51 am 19.09.1944 bei Sinsen.


    Aber ganz ohne weitere Infos kann man eine solche Angabe nicht wirklich zuordnen.


    Gruß,


    Jafü

    Hallo,


    keine Ahnung, woher die Bassenheim stammt - das wird lediglich von den US-Piloten im US-Verlusbericht / MACR 6843 so angegeben. In den deutschen Bruchmeldungen heißt es hingegen "S Kruft" oder "Niedermendig".


    Die 1. - 4./schw. Flak Abt. 418 (E) und die 3./Flg. Ers. Battr. XII meldeten den Abschuss der Maschine auch unter "Kruft", dieser wurde beiden Einheiten anerkannt.


    Auf einem Foto der notgelandeten P-47 sind im Hintergrund einige kleinere Erhebungen zu sehen, das könnte eventuell der Tönchesberg SÖ des Flugplatzes sein.


    Eine sehr gute Zusammenfassung findest Du unter dem 20.07.1944 auf https://www.luftkrieg-grossrau…en-flugzeugabst%C3%BCrze/


    Gruß Jafü

    Hallo Hans,


    welche LG-Kommando-Liste meinst Du denn? Dem MACR 11172 sind zumindest keine Abschuss-, Berge- oder sonstige Meldung zu Chandlers P-51 angefügt, die ja quasi die "Basis" der KU- und J-Meldungen waren und lediglich das Flugzeug betrafen. Welches Baumuster, wo abgestürzt, durch welche EInheit abgeschossen usw...


    Die AV-Meldungen beziehen sich jedoch immer auf Personalangelegenheiten - also Verwundete, Gefallene, Gefangene. Zumindest einge Eckdaten dieser Infos aus den AV-Meldungen wurden über das Rote Kreuz in Genf mit Amis und Briten ausgetausch, grob nach dem Motto: "Lt. x am Datum y gefallen, geborgen und am Tag z bestattet".


    Eine Quelle für diese Zurdnungen kenne ich nicht, aber mein Fazit nach Auswertung von unendlich vielen dieser Akten lautet demnach: KU- und J-Meldungen betreffen Material-, AV-Meldungen hingegen die Personalverluste.


    Für Chandler ist die AV-Meldung 1874/45 überliefert, ausgestellt durch die leichte Flakabteilung 911 (v) am 04.01.1945 über den LG Wiesbaden, in welcher der Absturz der Maschine am genannten Ort und die Beisetzung Chandlers am Absturzort selbst an die WASt im Saalfeld übermittelt wurde.


    Was aus diesen Unterlagen nicht hervorgeht: war die leichte Flakabteilung 911 (v) lediglich die meldende Einheit oder auch dafür verantwortlich?


    Gruß,


    Jafü / A.

    Tilo,


    Süffisanz??? Wenn bei einer Anfrage unter einer Datmumsangabe expilzit nach näheren Angaben zu einem Verlust auf Basis von Primärquellen nahe dem kleinen Örtchen bei Rom bei Gerolstein gefragt wird, sind Deine Google-Ergebnoisse mehr als nur überflüsslig.


    Für wen sollte denn "die Info" denn gedacht sein? Für den Anfragenden jedenenfalls nicht, für mich als Anwortenden ebenfalls nicht.


    Demnach sind Deine Google-Suche-Beiträge zu diesem Thema komplett für die Füße...


    Ergänuzngen + Korrekturen mit Quellenagaben sind jedoch immer willkommen.


    Gruß, Jafü

    Im MACR gibt die Crew an, dass sie im Raum Pisino (heute Pazin in Kroatien) absprang. Die deutsche Bruchmeldung nennt konkret den Raum N - NW Bogliuno gegen 14.20 Uhr. Acht Crewmitglieder wurden gefangen genommen, drei weitere von Partisanen in Sicherheit gebracht. Diese Maschine stürzte DEFINITIV nicht in Reischach ab.


    Am 20.01.45 kamen in Südeutschland generell nur eine B-17G der 2.BG beim Hofgut Letten nahe Bad Heilbrunn herunter (Angriff gegen Regensburg) sowie P-51D-Begleitjäger zwischen Essenbach und Kopfham, NW Landshut. Keine Maschine in, um oder auch nur nahe Reischach.


    Beim Angriff gegen Linz gingen in der damaligen Ostmark je eine B-24 am Kuhberg bei Kleinreifling, in der Helletzgruberstraße in Linz und am Römerberg in Linz verloren, eine P-38 der Eskorte schlug nahe Draßburg bei Eisenstadt auf. Eine weitere B-24 der 454.BG blieb verschwunden und die Besatzung wurde für tot erklärt, wahrscheinlich fiel die Maschine in die Adria. Alle anderen B-17, B-24 und P-38 stürzten über dem heutigen Slowenien und Kroatien ab oder klatschten ebenfalls in die Adria.


    So die Operationen der 15.USAAF am 20.01.1945 in Kurzfassung bzw. die Angaben aus den MACR und den deutschen Abschuss- bzw. Bruchmeldungen, den Befragungen der Überlebenden aus den MACR usw....

    Hallo zusammen,


    belegbar ist eine P-38 bei Deindorf und eine zweite bei Reischach ("Engersberg").


    Bei der Deindorfer Maschine handelte es sich um die P-38J-10-LO mit der Serial-No. 42-67959, geflogen von F/O Winfred A. Garmon der 82.FG, 95.FS. Dieser stürzte am 08.01.45 vermutlich infolge eines Motorschadens ab und kam dabei ums Leben.


    Gruß,


    Jafü

    Hallo Lothar,


    eine recht verzwicke Sache; laut William R. Chorley: „Royal Air Force Bomber Command Losses“ Vol. 1, 1939 - 1940 soll es sich um die Blenheim N6199 von F/O Emden der 110. Sqdn. gehandelt haben.


    Dem hingegen steht der Eintrag aus den "Air Crashes by date"-Listen aus Beständen der NARA; in diesen Unterlagen - auf übersetzten deutschen Dokumenten basierend - lautet es: "2-engined craft, 107 B Group, Base Ipswich, near ship "Emden", Wilhelmshaven." Also dürfte es eine Blenheim der 107. Sqdn. gewesen sein, N6188 oder N6189. Die N6199 hingegen wurde duch Flak der Hipper abgeschossen und stürzte ins Hafenbecken, aus der N6184 konnten sich zwei Mann mit dem Fallschirm retten; daher gehe ich davon aus, dass es sich auch nicht um diese Maschine gehandelt haben kann.


    Das Kriegstagebuch der Seekriegleitung enthält keine weiteren Infos zur Identität der Maschine; nur den später gestrichenen Eintrag, dass "Emden" noch Treffer durch eigene Flak von Land erhielt.


    Vielleicht hilft das weiter...


    Gruß,


    Jafü

    Hallo,


    Der Abschuss wurde allen drei genannten Einheiten zuerkannt ?

    Korrekt - jedoch NICHT der 2./lei. Flak Abt. 956 (E).

    Ich könnte mit gut vorstellen das das hier angesprochene Verfahren "Flakfalle" auch in diesem Fall angewandt worden ist.

    Definitiv nicht. Die "Flakfalle" ist mir zwar geläufig, jedoch wird ein solches Verfahren in keinem der vom mir ausgewerteten 4.000 Seiten an Abschussmeldungen der Flak erwähnt. In diesem Fall wurde ganz einfach in einer mondhellen Nacht auf das Mündungsfeuer der angreifenden Maschine geschossen.

    Die Kommentierung soll zeigen das die "verschlafener Voreifel" ein verkehrstechnischer Hotspot, zumal zu der Zeit, war.

    Nahezu ganz Westdeutschland wurde im Zuge des raschen alliierten Vormarsches bis an die Reichsgrenzen ab Herbst 1944 zum Einstzgebiet der Tactical Air Commands - nicht nur die Voreifel. Hotspots waren alle nach Westen führenden Bahnlinien und Verkehsknotenpunkte.


    Gruß,


    Jafü

    Guten Tag zusammen,


    interessante Sache: im BA/MA Freiburg ist unter der Signatur RL 5/411 die Meldung der der 2./lei. Flak Abt. 956 (E) überliefert.


    Jedoch: der Abschuss erfolgte ausweislich der Abschussmeldungen aus Beständen der NARA nicht (nur) durch diese Einheit. Am 14.11.44 wurde dieser durch den Chef für Auszeichnung und Disziplin der 3./lei. Flaksturmabt. 90 (Sf), der 2. und 4./lei. Flak Abt 821 (E) und der 5./lei. Flak Abt. 839 (v) um 23.37 Uhr anerkannt, der Absturzort lag zwischen Dürscheven und Enzen.


    Die angegeben Quellen liegen mir wie auch der MACR als Kopie vor, bei Bedarf bitte via PN melden.


    Gruß,


    Jafü