Posts by Jäger 29

    Servus,
    ja dass muss ich korrigieren:
    Das Verhältnis zw. Infanterie- und Artilleriemunition im ANGRIFF beträgt ca. 1:5. Für die Verteidigung gibt Donat keine entsprechende Verhältniszahl an.


    Zur ersten Munitionsausstattung: Ich denke auch, dass die Anzahl und Art der Munition vom Heereswaffenamt in Friedenszeiten zuerst festgelegt und dann der Transportraum der Einheiten drauf abgestimmt wurde.


    Jedoch schreibt Donat:
    "Als Grundlage für den mengenmäßigen Nachschub von Munition war je Waffe eine erste Munitionsausstattung festgelegt. Sie bestand aus einer bestimmten Anzahl von Schuß [...] und war im allgemeinen jene Menge, die die kämpfende Truppe in ihren Gefechts- und Nachschubfahrzeugen selbst mitführen konnte."


    Das mit den "drei normalen Kampftagen" finde ich in meinen Unterlagen nicht. Und ich möchte diese Zahl auch anzweifeln, denn das wäre dann 1/3 der ersten Munitionsausstattung je "normalen" Kampftag; Das entspricht dann bei einer dt. Inf. Div. (1944) ca. 280to Munitionsverbrauch bzw. -nachschub je Tag (Ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Munitionsarten, -gewichte und -verbräuche). Diese Menge an reinem Mun.nachschub ist viel zu hoch angesetzt (Anmerkung: ein durchschnittlicher dt. Mun.Zug hat eine Kapazität von ca. 450to).
    Ein Bsp. das Donat anführt: Die Abwehrschlacht südlich Leningrad vom 12.1. bis 28.2.1943 (Demjansk & Co) ist unbestritten als "Verteidigung gegen einen mit starken Kräften massiert angreifenden Feind" zu benennen. Der höchste Tagesverbrauch dieser Kämpfe war 2690to für 25 Div. (=108to/Div.); Der durchschnittliche Verbrauch während dieser Zeit betrug ca. 70to/Div.! Ich habe keine genaue Kenntnis darüber wieviele "normale" Kampftage, Ruhe- oder Großkampftage in diese Zeitspanne fallen, aber sehr ruhig war dieses Frühjahr sicherlich nicht. Weiters kann angenommen werden, dass alle Div. in dieser Zeit ähnliche Belastungen in der Abwehr hatten. Berücksichtigt man Armeetruppen und selbständigen Einheiten auch noch, dann wird der durchschnittliche Mun.verbrauch/Div. noch geringer.
    Wenn somit 1/3 der ersten Munitonsausstattung für einen "normalen" Kampftag reichen soll, wieviel ist das dann an einem "Großkampftag" oder bei der "Verteidigung gegen einen mit starken Kräften massiert angreifenden Feind"?
    Gruß
    Norbert

    zur Ergänzung:


    Die Abt. eines AR einer Inf. Div. hat 3 Battr. mit je 4 sFH 18 und somit 1800 Schuss (=150x12) als erste Munitionsaustattung. Diese 1800 Granaten gliedern sich in 1440 Sprenggranaten mit Aufschlagzünder und 108 mit Doppelzünder; Weiters 108 Schuss zum Ausleuchten und 144 Schuss Nebelmunition. Es gab keine Pz. Granaten für die sFH.
    Gleiches gilt für eine mot. Abt.; Die sFH 18 Abt. einer Geb. Div. hat nur 2 Battr. und somit nur 1200 Schuss erste Munitionsausstattung.


    Gruß
    Norbert

    Servus,
    ich darf aus "Donat, Gerhard; Der Munitionsverbrauch im Zweiten Weltkrieg im operativen und taktischen Rahmen; Biblio Verlag, Osnabrück 1992" zitieren:


    Höhe der ersten Munitionsaustattung der Dt. Wehrmacht: Stand 1. 5. 1944:
    lFH - 225 (=5355kg) und sFH - 150 (=9030kg) Schuss je Waffe.


    Def. der ersten Munitionsausstattung:
    Ist jene Menge an Munition, die die kämpfende Truppe in ihren Gefechts- und Nachschubfahrzeugen selbst mitführen kann.
    Als Bsp. die lFH (habe leider keine genauen Daten zur sFH):
    Die ersten Mun.ausstattung unterteilt sich in die Feldausstattung und die Kolonnenausstattung.
    Die Feldauststattung beträgt 126 Schuss je Waffe und befindet sich teilweise beim Geschütz, in der Munstaffel des Zg. (Kp., Battr.) und in der Nachschubstaffel vom Btl. (Abt.); Welche genaue Aufteilung angewandt wurde, kann ich leider nicht sagen.
    Die verbleibenden 99 Schuss sind als Kolonnenausstattung bei der Div.!


    Der tägliche Munitionsverbrauch einer Div. im Osten 1942 beträgt,
    - beim Angriff gegen befestigte Stellung: 1/2 bis 1/3 der ersten Munitionsaustattung.
    - in der Verteidigung gegen massiert angreifenden starken Feind: 1/2 bis 1/6 der ersten Munitionsausstattung.
    Wobei das Verhältniss zw. Infanterie- und Artilleriemunition ca. 1:5 ist.


    MFG
    Norbert