Posts by Mehlsack

    Hallo zusammen,


    Thomas L. Jentz hat in seinem Standardwerk einen Anhang zu den monatlichen Beständen, Zuläufen und gemeldeten Verlusten der verschiedenen dt. Panzertypen.

    Für den Tiger beginnt die Statistik mit einem Bestand zum 1. des Monats für Januar 1943 in Höhe von 65 Stück.

    Danach steigt der Bestand ziemlich proportional an bis zum Höchststand von 671 im Juli 1944, um dann stark abzufallen bis auf 276 im November 1944.

    Auf diesem Niveau bleibt der Bestand bis zum Januar 1945. Für Februar nennt er 216. Ab März: ??


    LG Frank


    Quelle: Thomas L. Jentz: Die deutsche Panzertruppe 1943-1945. Bd. 2., S. 275.

    Hallo Luggi2,


    die 547. Grenadier-Division kam ab 11. August 1944 ca. 10 km westlich von Kalvarija in die Frontlinie und löste die 5. Panzerdivision ab.

    Der Verlauf der Front ca. 2 Wochen später ist hier zu sehen: http://www.lexikon-der-wehrmac…/Korps/Karte/XXVI0944.jpg

    In der Zwischenzeit war die Frontlinie leicht nach Westen gedrückt worden.


    Der gesuchte Ort ist wahrscheinlich Vinkšnupiai südöstlich von Bartninkai.

    In Richtung Bartninkai führte die Rote Armee am 15. August 1944 Angriffe gegen die nördlich angelehnte 561. Gren. Div.

    Die 547. Gren. Div. lag damals sozusagen im Windschatten der schweren Abwehrkämpfe im Raum Wilkowischken (Vilkaviškis)-Sintautai.


    LG Frank


    Quelle: Niepold, G.: Panzeroperationen "Doppelkopf" und "Cäsar". Kurland Sommer 1944. Mittler1987.

    Hallo zusammen,


    Der Vorwurf, dass die Rote Armee von Schaulen nach Memel durchbrechen konnte, weil Schörner dort zu wenige Truppen disponiert hätte, stammt von Guderian.

    In seinem Buch Erinnerungen eines Soldaten (1951) schreibt er: „Schörner glaubte nicht an einen erneuten russischen Angriff westlich von Schaulen, sondern er vermutete ihn bei Mitau.

    Deshalb hielt er – entgegen der mit Hitlers Unterschrift erteilten Weisung – seine Panzertruppen bei Mitau an. Meine Bitten, die Weisung auszuführen, wurden nicht berücksichtigt.

    Ob Schörner unter der Hand Hitlers Genehmigung zu seinem Schritt erhalten hat, ist mir unbekannt geblieben. Er besaß direkte Fäden zu ihm.“


    Da Schörner zu dieser Zeit noch in russischer Gefangenschaft war, gab er einen bequemen Sündenbock ab, zumal er seinen Ruf ja schon weg hatte.

    Guderian profilierte sich dagegen als genialer Feldherr auf Kosten von Schörner, der als Hitler-Günstling und operative Niete hingestellt wurde („Hier versagte die Heeresgruppe Nord.“).

    Nur er selbst hätte den richtigen Riecher gehabt, wo der russische Angriff losbrechen würde.


    Nun ist man in der Rückschau natürlich immer schlauer. Für die Zeitgenossen lag die Hauptbedrohung bis Ende September 1944 eindeutig bei Riga.

    Bereits Ende Juli 1944 hatten die Russen hier die Heeresgruppen Mitte und Nord erstmals getrennt durch den Vorstoß nach Tuckum an die Rigaer Bucht.

    In der zweiten Augusthälfte gelang es der 3. Panzerarmee (HGr Mitte) mit 6 gepanzerten Divisonen eine schmale Verbindung entlang der Küste bei Riga zur Heeregruppe Nord freizukämpfen (Operation Doppelkopf).

    Doch bereits seit 13. September wurde die gesamte HGr. Nord massiv an allen Fronten angegriffen und stand kurz vor dem Kollaps. Bei Riga spitzte sich die Krise derart zu, so dass nur ein erneuter Angriff der Panzertruppen Entlastung bringen konnte (16.-18.09., Operation Cäsar) Erst danach - am 21. September -wurde die 3. Pz-Armee der HGr Nord unterstellt.

    Noch zu diesem Zeitpunkt planten die Russen eine Neuauflage des Angriffes zur Rigaer Bucht um Tuckum, der 24. September 1944 beginnen sollte.


    Am 23.09.44 disponierte die Oberste sowjetische Führung jedoch kurzfristig um und entschloss sich zum Angriff nach Westen und Südwesten Richtung Ostpreußen,

    nachdem sie erkannt hatten, dass alle deutschen Panzerdivisionen im Raum um Riga standen, wo sie auch dringend gebraucht wurden.

    Die Decke war bei den Deutschen halt immer zu kurz, so dass die ruhigeren Frontabschnitte gefährlich entblößt werden mussten, um die Hauptangriffe parieren zu können.

    Die deutsche Feindaufklärung erkannte nun bereits Ende September, dass der sowjetische Schwerpunkt offenbar von Riga nach Süden verschoben werden würde, rechnete aber erst Ende Oktober 1944 mit Angriffsbeginn.

    Bereits ab 2. Oktober wurden dennoch die 5. Pz Div und Div. Großdeutschland (ab 3.10) in den bedrohten Raum südwestlich von Schaulen verschoben. Hier plante der Hitler eine eigene Angriffsoperation („Blitz“) für Anfang November 1944.


    Die Russen vollbrachten jedoch eine logistische Meisterleistung und verlegten innerhalb kürzester Zeit ihre Angriffstruppen, so dass die Offensive bereits am 05. Oktober 1944 in Richtung Memel /Tilsit losbrach und am 10.10. die Ostsee erreichte.

    Die ungewohnte Schnelligkeit der Roten Armee bei der Umsetzung dieser Operation überraschte die Deutsche Führung insgesamt.


    Die Vorwürfe von Guderian gegen Schörner wurden zuletzt auch von Karl-Heinz Frieser als „Irrtum“ bezeichnet. Zitat: „In Wirklichkeit hatte der OB der HGr. Nord aufgrund eines „äußerst energisch ausgesprochenen Führerbefehls“ keinerlei Handlungsfreiheit (Das Deutsche Reich und der 2. WK, Bd.8, S.641, Fußnote 78). Bei allen Vorbehalten gegenüber der Gesamtpersönlichkeit Schörners kommt Frieser im Anschluss an Howard Davis Grier („talented commander“) zu einem differenzierterem Bild hinsichtlich seiner militärischen Qualitäten. Danach war er keineswegs der devote Gefolgsmann Hitlers, sondern wagte es öfter als die meisten Generäle gegen Hitlers Befehle zu verstoßen (Räumung Baltikum und Swörbe). Eine umfassende, wissenschaftliche Bewertung Schörners steht noch aus.


    Gruß Frank

    Hallo zusammen, Hallo Shvr1n,


    mit einer Geo-Datei kann ich nicht dienen.


    Ich empfehle Dir zur Einstimmung unbedingt das Standardwerk von Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende. Der Westfeldzug 1940.


    Darin finden sich zahlreiche Karten, die sowohl im Überblick, als auch im Detail die "Brennpunkte" des Feldzuges zeigen.


    Du könntest Dir auch eine Divisionsgeschichte besorgen und dann auf den Spuren einer konkreten Einheit reisen.


    Grüße Frank

    Hallo Sascha,


    bei der Bekämpfung von Panzern konnte die 2-cm-Flak nicht viel ausrichten. Das ging sicher auf das Konto der schweren Flakgeschütze.

    Allerdings waren die Stellungen in der Regel mindestens 3-4 km hinter der Hauptkampflinie, so dass wahrscheinlich meist mit indirektem Feuer geschossen wurde.

    Die Batterie bei Löllen (4 x 10,5 cm SKC/32) - östlich von Memel - lag so dicht hinter der HKL, dass ich mir hier direktes Feuer gegen durchgebrochene Panzer durchaus vorstellen kann.


    Ich vermute, dass in dem Brief über Deinen Opa sicherlich Abschuss-Erfolge genannt worden wären.


    Die Zivilbevölkerung von Memel und dem dazugehörige Landkreis war bereits in der ersten Augusthälfte 1944 evakuiert worden.

    Die Initiative dazu ging - nach eigener Aussage - vom Chef der 24. U-Boot-Flotille Karl-Friedrich Merten aus. (Siehe dessen Erinnerungen: "Nach Kompaß")

    Lediglich ca. 3000 (von mehr als 45.000) Einwohner von Memel blieben zurück, um die Versorgungseinrichtungen in Betrieb zu halten.

    Diese Leute erhielten alle einen "Fahrschein", um im Ernstfall mit den Schiffen der 24. U-Flottille abfahren zu können.

    Diese Ausbildungsflottille konnte die Evakuierung problemlos leisten, denn sie hatte einen beachtlichen Fuhrpark, u.a. Zielschiffe, Fangboote, Torpedo-Klarmachschiffe, usw.

    Darunter z.B.: Goya, Angelburg, Lech, Nordland, Wega, Wolta, Sumatra, Oranjefontein (alias Pionier), Daressalam.


    Da sich die Front im September als stabil zeigte, kamen vereinzelte Leute zurück. Manche holten nur persönliche Gegenstände, die Bauern kamen, um die Ernte einzuholen.

    Als dann am 05. Oktober 1944 die Offensive der Roten Armee in Richtung Memel zügig vorankam, erhielt die 24. U-Boot-Flottille den Befehl, nach Gotenhafen zu verlegen.

    Die verbliebene Zivilbevölkerung wurde durch die Flottille am 7. Oktober 1944 alarmiert und zügig evakuiert.

    Allerdings trafen in den Folgetagen noch zahlreiche Baueren aus den umliegenden Dörfern ein, die ebenfalls evakuiert worden.

    Am 10. Oktober verließ z.B. die Messina Memel. Da die Versorgung auch über See lief, konnten diese auf der Rückfahrt Flüchtlinge aufnehmen.

    Sowjetische Luftangriffe auf Memel gab es besonders im Zeitraum vom 10. bis 14. Oktober 1944.


    Gruß Frank

    Hallo Bernhard,


    Danke für den Tipp. Ich habe mir diesen interessanten Vortrag heute mal angesehen.

    Bislang kenne ich zum Thema leider nur die Autobiografie von Rudel.

    Unterm Strich bleibt für mich die Botschaft, dass viele gemeldete Panzervernichtungen aus der Luft nur "faule Eier" waren.

    Grundsätzlich finde ich es gut, wenn ein Historiker liebgewordene Vorstellungen einer Kritik unterzieht.

    In Zukunft werde ich einschlägige Berichte in Hinblick auf diese Fragen genauer lesen.


    Der oben zitierte Abschuss von fünf Tigern durch deutsche Schlachtflieger demonstriert allerdings, dass offenbar nicht nur alles "faule Eier" waren.

    Wenn sogar die Besatzungen getötet worden sind, so kann man davon ausgehen, dass die Panzer nicht nur bewegungsunfähig gemacht worden sind.

    Ob die Fahrzeugen tatsächlich abgeschossen wurden, muss vielleicht offen bleiben, solange man die genaueren Umstände nicht dokumentiert findet.

    Im Vortrag ist ja die Rede von verschiedenen Waffen: Kanonen, Bomben, Hohlladungsbomben, Raketen.


    Vielleicht kann ja noch jemand mehr Infos zu dem Vorfall liefern?


    Grüße Frank

    Hallo Sascha,


    bin heute im Kriegstagebuch der Seekriegsleitung auf einen interessanten Eintrag unter dem Datum vom 08. Oktober 1944 gestoßen:


    "Annahme, dass der Gegner außer von Südost auch von Nordost auf Memel vorstößt.

    Hiergegen wird bei Koralischken (Wegegabel) stehende 1. Kompanie / 21. Marine-Ersatz-Abteilung durch 3. Kompanie / 21. MEA

    unter Gesamtführung Kommandeur 21. MEA Kapitänleutnant Kothe verstärkt, dabei 2 x 2-cm Marineflak fahrbar gemacht."


    Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Dein Opa der Geschützführer bei einer dieser beiden 2-cm Flakgeschütze gewesen ist.

    Dieser Eintrag bestätigt zudem meine Vermutung über den Einsatzort. Die genannte Straßengabelung liegt nämlich genau zwischen Koralischken und Baugskorallen.

    Heute ist genau an dieser Gabelung das Dorf Baukštininkai.

    In dieser Gegend haben dann ab 10. Oktober die Kämpfe stattgefunden, bei denen Dein Opa gefallen ist.


    Gruß Frank

    Hallo Sascha,


    das ist Zufall, denn die Batterie "Brommy" ist identisch mit der oben genannten "Batterie Försterei".

    Das ergibt sich klar aus folgendem Aufsatz: "Alexander F. Mitrofanov: Memel's Batteries ".


    Tatsächlich fehlt in der Liste vom 6.11.44 (Post #6) die 6. Batterie.

    Allerdings werden dort auch nur die schweren Batterien mit Standort Bewaffnung aufgeführt.

    Aus der Liste ergibt sich jedoch auch:

    Die Marine-Flak-Abteilung 217 hatte zu diesem Zeitpunkt noch eine leichte und eine mittlere Batterie zum Schutz vor Tieffliegern.


    Es spricht nun alles dafür, dass Dein Opa Geschützführer bei der leichten oder mittleren Flak war (2-cm, 3,7-cm).

    Das ergibt sich aus dem Umstand, dass laut Brief (#1) am 07.10.44 ein Einsatzzug mit Geschütz nach G(rünheide?) gefahren ist und später im Kampf stand, bis das Geschütz verloren ging.

    Hierbei kann es sich nicht um eines der schweren Flak-Geschütz gehandelt haben, da diese fest in den Stellungen verbaut waren.

    Im Januar 1945 bei der organisierten Räumung des Brückenkopfes wurden dann auch die schweren Geschütze gesprengt (siehe CAMO_500_12474_448_0024).


    In Bölschers Liste findet sich die Batterie "Seestand" (Memel-Sandkrug) mit leichter Flak unter Oberleutnant (Marineartillerie) der Reserve Weiß.

    Möglicherweise war Dein Opa Geschützführer in dieser Batterie.


    Gruß Frank

    Hallo zusammen,


    nochmal zurück zu den Kämpfen um Memel im Oktober 1944.

    Im Bereich Memel waren mit Ju 87 "Panzerjägern" (G-2 mit 3.7 cm Kanone als "Panzerknacker", fast immer zusammen mit D-5 mit Splitter-/Sprengbomben zur Infanterie- und Flakbekämpfung im Verband fliegend) am 11.10.44 sowohl die 10.(Pz)/SG 1 (Schippenbeil) als auch die 10.(Pz)/SG 3 (Hüttenfelde) eingesetzt. Im gleichen Raum war noch die i. (Insterburg) und die II./SG 4 (Hüttenfelde) mit Fw 190 in der Schlachtfliegerrolle im Einsatz.

    Die schwere Panzer-Abteilung "Großdeutschland" (III./ Pz. Rgt. GD) hat am 09. Oktober 1944 fünf Tiger-Panzer durch eigene Flieger verloren.

    Dazu folgendes Zitat:

    "Dagegen müssen sich nun die Einheiten und Verbänder der Div. GD oft mitten durch angreifende Feindkräfte den Weg nach Memel frei kämpfen.

    Dabei werden kurz vor Memel fünf Tiger, die mit Turm 12 Uhr fahren, von eigenen Schlachtfliegern für Feindpanzer gehalten und abgeschossen.

    Dabei gehen auch die Besatzungen verloren und fallen dem Irrtum zum Opfer." (Hans-Joachim Jung: Panzerregiment Großdeutschland im Einsatz, S.206)


    Frage: Ist dieser tragische Vorfall aktenkundig geworden?

    Welche Staffel war verantwortlich?

    Hatte das für die Flieger-Besatzungen üblicherweise irgendwelche Konsequenzen?


    Viele Grüße Frank

    Hallo zusammen,


    in den Akten des XXVIII. Ak findet sich noch eine Unterstellungsübersicht vom 06.11.1944,

    aus der die Gliederung und die Standorte der Marine-Flak-Abteilung 217 im Brückenkopf Memel hervorgehen.


    Gruß Frank

    Files

    • 217.jpg

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    Hallo Nordkanaler,


    ich will etwas weiter ausholen, damit Du ein Bild vom Geschehen rund um den 10.10.44 hast:

    Noch am 5. Oktober 1944 verlief die Front ca. 120 km östlich von Memel.

    An diesem Tag startete die Rote Armee ihre Offensive in Richtung Ostsee und Tilsit, um die Heeresgruppe Nord in Kurland abzuschneiden.

    Wenige deutsche Truppen waren in der Lage, hinhaltenden Widerstand zu leisten (Panzergrenadierdivision Großdeutschland, 7. Panzerdivision), wurden aber nach Blitzkrieg-Manier umgangen.


    Schon am 9. Oktober standen die sowjetischen Truppen vor Gargzdai - 15 km vor Memel - bedrohen also unmittelbar die Hafenstadt.

    Dort wurde gerade rechtzeitig die 58. Infanteriedivision über die Ostsee von Riga kommend ausgeladen, um einen Brückenkopf zu halten, der die zurückgehenden Truppen aufnehmen sollte.

    Im Eilmarsch zogen deren Grenadiere nach Osten, um hastig ausgehobene Stellungen östlich von Memel besetzt.

    Am 9.10. um 13:45 fordert ein Befehl des XXVIII. Armeekorps: „Korps kämpft sich auf die durch 58. I.D. besetzte Linie GargzdaiBaugskorallenKarkelbeck zurück. Diese Linie wird gehalten!

    (Auf der angehängten Karte die Linie in pink).

    Zahlreiche deutsche Truppen standen zu diesem Zeitpunkt noch weit ab von Memel im Nordosten in der Region um Salantai und Darbenai. Es begann nun ein Wettrennen um den Brückenkopf Memel.

    Die Stellung vor Gargzdai war bereits am Abend südlich von roten Truppen umgangen, so dass die Verteidigungslinie nun bei Baugskorallen nach Süden abknickte.


    Am 10. Oktober erfolgten die ersten, heftigen Feindvorstöße gegen die provisorische Verteidigungslinie. Besonders 7 km östlich von Memel kam es zu heftigen Kämpfen, bei denen zahlreiche Einbrüche und Gegenstöße stattfanden. Für das II. Bataillon (auf der Karte blaues Viereck) des Grenadier-Regimentes 154 (58. ID) habe ich in der Gräberkartei für diesen Tag bislang 6 Gefallene gefunden, die – so wie Dein Opa – nach diesen Kämpfen nicht geborgen werden konnten. Wie Du in der Karte siehst, befinden sich in unmittelbarer Nähe 2 Orte mit den gesuchten Anfangsbuchstaben: Grünheide und Baugskorallen. Ich halte es also für wahrscheinlich, dass es die gesuchten Orte sind. Möglich wäre auch, dass er an Kämpfen weiter südlich – bei Buddelkehmen – gefallen ist. Allerdings begannen größere Kampfhandlungen hier erst ab 11.10.44, wenn ich es richtig sehe. Näheren Aufschluss könnte ein Blick in die Gräberkartei der Gefallenen Soldaten bringen. Dazu bräuchte ich aber einen Namen und Geburtsdatum (gerne auch per PN).


    Gruss Frank


    Quellen:

    - Die Einsätze der Panzergrenadierdivision Großdeutschland (Sonderdoku von Helmuth Spaeter)

    - Karte: CAMO_500_12474_442_0255

    Hallo zusammen,


    aktuell recherchiere ich zum Schicksal des Großonkels meiner Frau.

    Durch die Gräberkartei der gefallenen Deutschen sind jetzt die Fakten zu seinem Verbleib bekannt geworden, wodurch ich gerne Näheres zu den Umständen seines Todes erfahren möchte.


    In der Familie hieß es immer, er sei als Flieger im Kaukasus vermisst. Durch den Eintrag beim VDK hatte ich schon vor längerer Zeit recherchiert, dass er in Starotscherkasskaja gefallen und in Bolschoj Log begraben sei.

    Da er auch dort als „Flieger“ aufgeführt ist, war für mich die Familienlegende immer plausibel und ich nahm an, dass er bei einem Absturz/Abschuss ums Leben kam.

    Die Gräberkartei offenbart nun, dass er im infanteristischen Einsatz gefallen ist und wahrscheinlich nie ein Flugzeug von innen gesehen hat. Der Eintrag lautet:


    Josef Schreier (*28.12.1923)

    Gefallen: 06.02.1943 (Infanteriegeschoss, Brust) in Starotscherkasskaja

    EKM: 2631 – 1. / Flieger-Ausbildungs-Regiment 71

    Ersatztruppenteil: Feld-Ersatz-Bataillon der Luftwaffe 4 , Tarnowitz

    Truppenteil: 1. Kompanie, Luftwaffen-Jäger-Regiment 30


    Ich kenne die Einträge zum LW-Feld-Regiment 30 und zur 15. Lw-Feld-Division hier im Forum und im Lexikon der Wehrmacht.

    Ich vermute, dass er als Angehöriger des Jahrganges 1923 im Sommer 1942 einberufen wurde und dann Ende 1942 direkt zur Aufstellung der „Luftwaffen-Felddivision Süd-Ost“ nach Salsk kam. Daher die Legende vom Kaukasus.

    Bei den Kämpfen östlich von Rostow ist er dann bereits am 06. Februar 1943 in Starotscherkasskaja gefallen. Das Grab befindet sich allerdings in Bolschoj Log, dass sich ca. 10 Kilometer weiter nordöstlich befindet.


    Hat jemand noch nähere Informationen zu den Kämpfen im Februar 1943, speziell am 06.02.1943? Ich würde mich über alle Infos sehr freuen.


    Gruß Frank

    Hallo zusammen,


    In der Nacht vom 29. zum 30.12.43 erfolgte ein Angriff auf Berlin mit 712 Bombern. Anflug südlich Ruhrgebiet, dann 20 Meilen nördlich von Leipzig nach Berlin. Schlechtes Wetter.


    Gruss Frank


    Quelle: The Bomber Command War Diaries. Hrsg Martin Middelbrook und Chris Everitt.

    Hallo zusammen,


    ich habe gesehen, dass man die Sammlung auch nach Kästchen durchsuchen kann.

    Allerdings erschließt sich mir noch nicht die Systematik des Archives.

    Innerhalb der Kästchen erfolgt offenbar eine alphabetisch fortlaufende Ordnung.

    Allerdings laufen die Kästchen teilweise parallel, so dass man den selben Namen in verschiedenen Kästchen suchen müsste.

    Gibt es eventuell ein Kartei-Index, nach dem man eine bestimmte Person auffinden konnte?

    Kann jemand bitte erklären, nach welchem Prinzip die die Kartei angelegt wurde?


    Ich weiß, dass ich über die Suchfunktion nach indizierten Einträgen suchen kann, aber offenbar ist die Qualität der Indizierung nicht gut.


    Gruß Frank

    Hallo Mauser Kar98k,


    die Erklärung liegt darin, dass eine Kamera nicht das komplette Geschehen der Wirklichkeit aufzeichnet.

    In einer Sekunde macht die Kamera zwar 24 Bilder, aber die Belichtungszeit ist nur 1/48 sek pro Bild (= 0,0208 sek Belichtungszeit).

    24 * 0,0208 = 0,5 Sekunden aufgezeichnete Wirklichkeit pro Sekunde. Die restliche Zeit wird der Film in der Kamera weiter transportiert.

    Das bedeutet, die Kamera "sah" nur jeden zweiten Schuss.

    Du kennst bestimmt den Effekt in Filmen, wo die Räder sich scheinbar rückwärts drehen. Das hat die gleiche Ursache.

    Dem Betrachter fällt das allerdings nicht auf, weil das menschliche Auge träge ist.


    Deine Zahlen beweisen also doch die Schussfolge des MG42. Du musst die Zahlen nur verdoppeln, um zu erfahren, was in Wirklichkeit passiert ist.

    Eine Filmaufnahme zeigt eben nicht die ganze Realität (philosophisch gesprochen).


    Respekt für Deine Skepsis und die Geduld, die einzelnen Schüsse auszuzählen.

    Das sind wichtige Eigenschaften, die ein Historiker mitbringen muss.

    Bleib am Ball und denk dran: Wer nicht fragt, bleibt dumm!


    Gruß Frank

    Hallo zusammen,


    ich habe genauere Angaben zu den Kämpfen gefunden, die in Post #7 erwähnt worden sind. Quelle:


    [Major] Kurt Dieckert, [General] Horst Grossmann: Der Kampf um Ostpreußen. Ein authentischer Dokumentarbericht, München 1965.


    Seite 64:

    "Kreisweise bildete man Volkssturm-Bataillone. Das Volkssturm-Ersatz-Bataillon Goldap erhielt z. B. die Nummer 25/235, wobei die erste Nummer den Gau, also Ostpreußen, die zweite das Bataillon bezeichnete.

    Nach Bedarf konnten die einzelnen Einheiten zu Kampfgruppen zusammengezogen werden. Die Führer bis zum Bataillon bestimmte die Partei nach Gutdünken und ohne Rücksicht darauf, ob der Betreffende

    Soldat gewesen war oder nicht. Es kam vor, dass erfahrene Reserveoffiziere nicht führten, sondern junge Parteileute, die von der Führung einer Truppe keine Ahnung hatten.


    Das Goldaper Bataillon, bereits am 17. Oktober aufgestellt, war 400 Mann stark und bestand aus vier Kompanien. Die Führer bestanden hier erfreulicherweise aus Reserveoffizieren. Den Gefechtstross bildeten 25 Wagen mit hauptsächlich polnischen Fahrern. An Waffen hatten die Kompanien russische Gewehre ohne Gewehrriemen, Panzerfäuste und deutsche leichte Maschinengewehre.

    Uniformen, Erkennungsmarken, Verbandpäckchen und Decken wurden nicht ausgegeben, auch kein Schuhzeug, so dass ein Teil Halbschuhe trug."


    Seite 67:

    "Das Goldaper Bataillon [25/235] sicherte am 18. Oktober etwa 9 km nördlich Goldap die Straße nach Großwaltersdorf.

    Eine auch nur einigermaßen sorgfältige Ausbildung hatte bisher an den erhaltenen Waffen nicht stattfinden können.

    Am 21. Oktober [1944] beschoß der Gegner das Bataillon mit Granatwerfern. Das Feuer verstärkte sich noch am 22. Oktober und reichte weit ins Hintergelände. Schmerzliche Verluste traten ein.

    Als der Feinddruck am 23. Oktober immer mehr zunahm, erhielt das Bataillon, das der Wehrmacht unterstellt war, den Befehl, sich nach Westen zurückzuziehen.

    76 Mann hatten die Kompanien durch Tod und Verwundung verloren. Die armen Verwundeten, die den Russen in die Hände fielen, sind sicherlich als Partisanen "liquidiert" worden, da sie keine Uniformen hatten.

    Ein Verbrechen des Gauleiters Koch.

    In der nächsten Zeit erfolgte kein Einsatz. Bessere Waffen, an denen sofort eifrig Ausbildung erfolgte, und auch Uniformen kamen heran, so daß die Männer auch äußerlich Soldaten wurden."


    Gruß Frank

    Hallo Sven,


    In einer Unterstellungsübersicht vom 17.12.1944 findet sich das VS-Btl. Rolle mit dem Zusatz "Memel" (CAMO 500-12474-445-0337).

    Es handelt sich um eines von 2 Btl. aus Memel, die bereits Ende Oktober aufgestellt worden sind.

    Das bestätigt das Telegramm von Gauleiter Koch vom 25.10.1944 (siehe Post #1).


    Das VS-Btl 25/1 alias Grau alias Sudau wurde als VS-Btl. Memel I bezeichnet. Siehe: Volkssturm-Bataillon 25/1 // Volkssturm-Bataillon Grau // Volkssturm-Bataillon Memel I

    Somit ist für das VS-Btl. die Bezeichnung Memel II mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen.


    Die Bezeichnung 25/2 ist zumindest wahrscheinlich.

    Da Memel bereits seit dem 11. Oktober 1944 in schweren Abwehrkämpfen im Brückenkopf verteidigt wurde, kam es hier wahrscheinlich schon vor dem 18. Oktober 1944 zur Aufstellung von VS-Einheiten.

    Gauleiter Koch hatte die ostpreußischen Kreisleiter bereits am 04. Oktober 1944 mit den Volkssturmplänen bekannt gemacht (Seidler. Deutscher Volkssturm, 1999, S.55f).


    Gruß Frank

    Hallo zusammen,


    ich halte das Ding für einen mobilen Riesenmixer für ...???

    Mein Bild zeigt die Maschine in Arbeitsposition, wobei der Mixer dann mittig arbeitete.

    Über die unteren Rohre konnten dann verschieden Schläuche angeschlossen werden, um die diversen Zutaten direkt einfüllen zu können.

    Die Schläuche sind wahrscheinlich in dem mittigen Kasten zwischen den Ventileinheiten mit den Handrädern.

    Bleibt nur die Frage, WAS da zusammengemixt wurde?


    Gruß Frank


    Edit: Was wie eine Glasscheibe wirkt, halte ich lediglich für eine Überbelichtung.

    Der Anhänger ist so schräg nicht in Arbeitsposition. Dazu musste er in Waage gebracht werden. Siehe die justierbaren Stützbeine.

    Eventuell gibt es ja ein Bodenventil, um den Bottich zu entleeren?

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