Standorte von RAD Lagern

  • Hallo,


    wenn man fragen darf, wo entsteht die Bachelorarbeit? CAU Kiel? Ich selbst lebe, arbeite und forsche in Lübeck. Kenne das Lübecker Stadtarchiv gut und auch in Teilen das Landesarchiv. Hier gibt es schon Archivalien zum RAD.

    Einer meiner Schwerpunkte ist der RAD hinsichtlich bestimmter Facetten. Was genau wird gesucht? Ist überhaupt Forschungsliteratur zum RAD schon gelsen und studiert worden? Wenn nein, dann sollte man das schleunigst tun!

    Wie viel bist du bereit in die Recherche an Zeit und Aufwand zu investieren? Nur eine zusammenkopierte Schmalspurarbeit oder doch fundierte Recherche? Weibliche Jugend, weil wirklich tieferes Interesse besteht oder weil es einfach heute angesagt sich mit feministischen/antifeministischen Themen zu befassen?


    Ich frage, weil ich gerne helfe, allerdings nur, wenn die Bereitschaft vorhanden ist eine ordentliche Arbeit abzuliefern, die aus Eigenleistung besteht.


    Viele Grüße


    OB



  • Hallo,
    genau, ich studiere an der CAU.
    Forschungsliteratur hab ich natürlich schon zu dem Thema gelesen und ich habe gestern auch in einer Quelle eine Übersicht sämtlicher Arbeitsmaidenlager in Schleswig-Holstein gefunden. Anfragen an das Landesarchiv und an jeweilige Kreisarchive habe ich bereits gestellt. In der nächste Woche werde ich mir in der Landesbibliothek Zeitungsartikel anschauen. Bezüglich meines Rechercheengagements würde ich mal behaupten, dass ich schon ein großes Interesse daran habe, eine wissenschaftlich fundierte Arbeit zu erstellen, die nicht nur bereits Erforschtes nacherzählt. Der Anspruch meiner Betreuer ist in diesem Bereich auch ziemlich hoch. Und ich beschäftige mich gezielt mit der weiblichen Jugend, da in der Forschung zum weiblichen Arbeitsdienst weitaus größere Forschungsdesiderate zu verzeichnen sind. So habe ich bisher nur den Aufsatz von Biel, Jens-Peter: „und sie zu bewußtem Menschen zu machen versuchen, denen die St. Peter-Zeit leuchtend in der Erinnerung steht. Der freiwillige Arbeitsdienst für die weibliche Jugend (FADwJ.) am Beispiel des „Islandhauses“ in St. Peter-Westmark, Kreis Eidersteht, (1931-1935), in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte Bd. 135 gefunden, der sich mit der Thematik in SH beschäftigt. Biel bezieht sich hier allerdings nur auf den FADwJ und eben nur auf das genannte Beispiel. Ursprünglich hat aber ein Zeitungsartikel mein Interesse am RADwJ geweckt, in dem berichtet wurde, dass sich Ehemalige in ihrem alten Lager in Hennstedt wieder getroffen haben und von einer schönen Zeit berichtet haben. Leider gab es im Kreisarchiv kein Quellenmaterial zu diesem Lager. In welche Richtung genau meine Leitfrage abzielen soll, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen, da mir bisher noch das Quellenmaterial fehlt.


    Liebe Grüße

    Edited once, last by noringa ().

  • Hallo Noringa,


    wenn Du die Standorte der Lager hast, lohnt es sich u.U. einmal

    zu recherchieren, was die örtlichen Heimatforscher hier bereits

    festgehalten haben.

    Sehr oft sind auch die Schulchroniken der Orte - sofern sie nicht

    vernichtet wurden - eine ergiebige Fundstelle.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

  • Lieber (unbekannter) noringa

    Was eine universitäre Arbeit über den RAD, ob nun weiblich oder männlich, automatisch um (mindestens) eine Note herabstuft, ist die Ausklammerung von Zeitzeugen.

    Eine Bachelorarbeit ohne Zeitzeugeninterviews ist wie ein Fisch ohne Wasser.

    Von heimischen Universitäten weiss ich, dass Bachelorarbeiten teilweise sogar um zwei Noten abgestuft werden, wenn die nicht inkludiert sind bzw. waren. (in Ausnahmefällen).

    Gerade im Bereich des Zweiten Weltkrieges, des RAD und der Wehrmacht unsw. liegen noch viele unveröffentlichte Zeitzeugenbeiträge bei den Heimatforschern.

    Ich würde an Deiner Stelle bei Heimatforschern diesbezüglich anfragen um die Bachelorarbeit "fetter" zu machen.

    Dass Du natürlich in diesem Fall die eine oder andere Spende für die Weitergabe solch sensibler Daten bzw. der Sicherung des Fortkommens des zur Verfügung stellenden Haimatforschers zu hinterlegen hast, wird Dir wohl auch so bewusst sein, ohne dass ich extra auf die teils beträchtlichten Aufwände der Heimatforscher hinweisen, muss, die in der Regel irgendwie abgegolten werden müssen?!

    Und noch ein Tipp: Heimatforscher mögen es gar nicht, wenn sie Material zur Verfügung stellen, und dann in der Arbeit unerwähnt bleiben. Leider gibt es das nur allzu oft durch schlampige Studenten!


    Wenn Du es "alleine" durchziehen willst (es gibt diesbezüglich auch Notenabwertungen bei Übernahme von Fremdbeiträgen!) wünsche ich Dir viel Glück.

    Im Grunde sind nämlich die heutigen universitären Arbeiten um JAHRZEHNTE zu spät dran. Das ganze hätte eigentlich schon MINDESTENS vor 35 Jahren passieren müssen.

    Die schleppende Aufarbeitung der Kriegs- und Nachkriegszeit ist eines der größten Makel der deutschen Zivilgesellschaft und bedürfte einer eigenen Dotkorarbeit oder sogar einer eigenen Dissertationsreihe....


    Gruß aus den Bergen!

  • Was eine universitäre Arbeit über den RAD, ob nun weiblich oder männlich, automatisch um (mindestens) eine Note herabstuft, ist die Ausklammerung von Zeitzeugen.

    Eine Bachelorarbeit ohne Zeitzeugeninterviews ist wie ein Fisch ohne Wasser.

    Hallo,


    ich habe schon lange nicht mehr einen solchen Unfug in diesem eigentlich sehr hochkarätigen Fachforum gelesen. Hier scheint der Blinde von den Farben zu sprechen. Es ist wohl v.a. eine Frage des Ansatzes, der für eine solche Arbeit gewählt wird. Ob rein historisch, oder eher sozialiwissenschaftlich. Sich der Aussagen von Zeitzeugen zu bedienen ist gerade in der Zeitgeschichtsforschung ein doch vergleichsweise! neues Phänomen. Dass einzig und allein das Auslassen solcher Aussagen, die Jahrzehnte nach den Ereignissen getätigt wurden, mehrere Notenstufen ausmachen halte ich gelinde gesagt für recht übertrieben. Es wäre mir neu, dass dies systematisch so ist!


    Natürlich können Zeitzeugenaussagen als eigene Entität in entsrpechenden Untersuchungen verwendet werden. Man sollte sich gerade einmal auch die wissenschaftliche Literatur ansehen, die sich mit Zeitzeugenaussagen als Quellen beschäftigt und welche Methodik und"Werkzeuge" zu deren Verwednung und Auswertung herangezogen werden sollten. Alleine wie sich Aussagen, die Jahrzehnte nach den Ereignissen getätigt werden, widersprechen oder im Vergleich zu früher getätigten Aussagen verändern können ist ein interessantes Thema. Es wird hier im Forum einige geben, die das bestätigen können.


    Der ganze Beitrag liest sich nach einem "Heimatforscher", der in bester Stammtischmanier den einfältigen Akademikern und Studenten nun einmal richtig erklären muss wo der Hammer hängt und wie der Hase läuft. Dass selbst ernannte Heimatforscher auch oft in aller einfältigstern bzw. oberlehrerhafter Art und Weiße sogen. Forschungsergebnisse vorstellen, wird hier leider völlig ausgeblendet.


    Mein Fazit aus mitlerweile 10 Jahren Regionalforschung besteht vor allem darin, dass es meist mehr darauf ankommt in welchem Zeitungsartikeln man wieder einmal erwähnt wird und man als"Wissenschaftler" :D und "Historiker" bezeichnet wird (obwohl beides nicht stimmt), als wirklich an der Thematik und ihrer korrekten Bearbeitung nach allen Regeln der Kunst interessiert zu sein. Auffällig ist hier die hohe Dichte pensionierter Studienräte und sonsitger Beamter. Und nein, Geschichtslehrer sind keine Historiker! Meist stilisiert man sich als großen Kenner und Interpretator der regionalen Zeitgeschichte und betont wie wichtig es doch sei, dass v.a. junge Menschen sich an so etwas beteiligten. Aber wehe es kommt einmal ein solcher Junger daher, der die maximale Unzulänglichkeit, mangelhafte Methodik und Unkenntnis dieser Herrschaften aufzeigt. Dann ist ganz schnell Schluss mit diesen Sonntagsreden und Lippenbekenntnissen. ^^


    Es wäre noch interessant zu wissen, welche Zeitzeugenaussagen der Autor des obigen Beitrages genau meint. Ich habe bisher seltenst erlebt, dass sogen. Heimatforscher in der Lage waren ordentliche Zeitzeugenaussagen von z.B. ehemaligen Arbeitsmännern aus den lokalen Barackenlagern oder ehemaligen Arbeitsmaiden aufzuzeichnen, obwohl Gelegenheit dazu bestanden hätte. Von wesentlich interessanteren Aussagen von ehemaligen Mitgliedern des Führerkorps des RAD wollen wir gar nicht erst anfangen. Genau dies haben, oh Schreck, doch tatsächlich waschechte Historiker im Rahmen ihrer Möglichkeiten teils getan!


    Um diffamierenden Spekulationen im Folgebeitrag vorzubeugen, ich bin kein Historiker! 8o


    Beste Grüße


    OB

  • Hallo zusammen,


    nach dem hier die Meinungen ausgetauscht worden sind sollten wir es dabei belassen weil die Position doch sehr auseinander gehen was eine

    zielführend Diskussion nicht zu erwarten lässt.


    noringa wird seine Arbeit abgeben und er wir von seinen Dozenten eine Note bekommen.... und wie die das sehen......andere Baustelle.


    Was wir nicht machen werden ist zigste Diskussion über die Relevanz der "Aussagen" Zeitzeugen zu führen


    Ich denke wir verstehen uns; Danke für das Verständnis

    Gruss Dieter

  • Guten Abend,

    OB - Du sprichst mir aus der Seele! Danke für diese klar formulierten Feststellungen.

    Grüße
    Jörg

  • Obohl ich mich an die Rewgeln halten werde, nur ein Teilaspekt:


    Deerr Verunglimpfung von "Heimatforschern" durch die nachgewiesene Antipathie des OB ist eine Sauerei ersten Ranges und darf auch von den Forenverantwortlichen keineswegs hingenommen werden.


    Es gäbe dazu noch seitenweise was zu sagen, ich sage nur soviel: "Heimatforschern" per se den bierigen Geruch umnebelter Stammtische nachzusagen ist nicht die feine englische Art und ist bei näherer Betrachtung verabscheuungswürdig, ja geradezu menschenverachtend.


    Mit dieser Gesinnung der Bevölkerungsspaltung werden Sie, Herr OB, im Leben draussen keine grossen Erfolge verbuchen können.

    Studium hin oder her...


    Ende der Durchsage.


    Thema geschlossen.


    Lebenserfahrene Grüße von Carringdon.

  • Guten Tag zusammen,


    Felix,

    Quote

    ich habe schon lange nicht mehr einen solchen Unfug in diesem eigentlich sehr hochkarätigen Fachforum gelesen.

    das FdW, von dir annerkennend als Fachforum umschrieben, kann kaum verhindern,

    dass es Beiträge von Mitgliedern gibt, die dem entgegen sprechen.

    Durch zahlreiche PNs schätze ich dich als kompetent ein, dein Post dürfte dem Sachverhalt gerecht werden.

    Und als wenn das noch nicht reichen würde, meldet sich Nemere/Jörg.

    Spätestens jetzt passt das...aber sowas von.


    Nichtswisser,

    du legst dich mit Leuten an, die es können, besser wissen?

    Ich arbeite mal ab:

    Quote

    und darf auch von den Forenverantwortlichen keineswegs hingenommen werden

    Ich bin einer von denen, und ich nehme das hin, aber sowas von.

    Quote

    Mit dieser Gesinnung der Bevölkerungsspaltung werden Sie, Herr OB, im Leben draussen keine grossen Erfolge verbuchen können.

    Ein Angriff auf ein Mitglied des Forums, was erlaubst du dir eigentlich?

    Das sanktioniere ich mit einer Woche Sperre.


    Quote

    Ende der Durchsage.


    Thema geschlossen.

    Ich mache Durchsagen, ich schließe Threads, d u ganz sicher nicht.

    Ganz freundlich gemeint sind wir jetzt bei zwei Wochen Sperre,

    und genau das werde ich jetzt umsetzen.


    Schönen Tag noch, Herr "Unwissender",

    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo zusammen, besonders noringa


    ich melde mich ja alle paar Jahre zurück, lese dann wieder alles nach, was ich verpasst habe und helfe an bestimmten Punkten, wenn mir was auffallen sollte.

    Zum Thema Schleswig-Holstein habe ich für "noringa" bloß wieder den Hinweis auf mein Buch. Ich habe darin zur besonderen Situation in Sch-H einige Akten zitiert, die in meiner Sammlung sind.

    Zur Bezirksgeschichte gibt es dort die vollständige Lagerliste und die Geschichte RADwJ ist ja auch beschrieben.


    Die Fernleihezeiten liegen für das Buch aktuell bei 2 Monaten, dass ist schon ganz gut.


    Aktuell habe ich Verhandlungen mit dem Sächsischen Staatsarchiv und dem Bundesarchiv über die Abgabe meines kompletten Archivs.

    Ich löse alles auf, was erhaltenswert ist für die Wissenschaft, der Rest kommt in den Schredder.

    Leider mahlen die Mühlen der Verwaltung sehr langsam, auch wenn die Abgabe noch in diesem Jahr vonstatten gehen sollte, wird die Eingliederung der Unterlagen wohl noch sehr lange dauern.

    Aber besser so, als gar nicht.


    Für noringa:

    es gibt ausreichend Fachliteratur zum RADwJ, zum Umgang mit Erinnerungen usw.

    Zum regionalen Aspekt stimmt der Hinweis mit den Heimatforschern.

    Um aber wirklich helfen zu können, müsstest Du schon wesentlich klarer beschreiben, was der Fokus der Arbeit sein sollte. Ich helfe gerne, aber bisher weis ich nicht wie.


    Viele Grüße

    Michael Jonas