Führte die Weltwirtschaftskrise in den Zweiten Weltkrieg?

  • Dieses Forum sollte sich mit Fakten, aber nicht mit Mutmaßungen
    beschäftigen. Insofern hat dieses Thema, verbunden mit einer
    sehr einseitigen Deutung hier nichts zu suchen! Aufgabe dieses Forums
    ist es nicht, Hobby-Historikern eine Spielwiese zu bieten!

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • das würde ich nicht so eng sehen, andernfalls könnte man gleich jedes Forum mit dem Hinweis auf Google schließen.


    Ein Forum ist ne Informationsbörse und Plauderecke, dabei müssen auch Mutmaßungen erlaubt sein.


    und im Gegensatz zu anderen Foren geht es hier sehr gesittet zu.

  • @Christ


    Dass dieses Forum Gott sei Dank noch nicht auf so niederem Niveau
    angesiedelt ist, wie diverse andere Foren, das finde ich gut.


    Dennoch ist zu beobachten, dass manche Themen - bewusst oder unbewusst - tendenziell und einseitig abgehandelt werden - so auch im vorliegendem Fall.


    Die Weltwirtschaftskrise von 1929, die 1938/1939 in fast allen Ländern
    Europas überwunden war, kann m. E. nicht als Grund für den 2. Weltkrieg herangezogen werden.


    Hitler entfesselte diesen Krieg, nachdem er 1938 die Österreicher "heim ins Reich holte", das Sudetenland einverleibte, Böhmen und Mähren zum Protektorat machte und das Memelland von Litauen zurück erhielt.
    Er dachte in seiner dummen und bornierten Art, dass er ewig so weiter machen könnte. Die Vertreter der Westmächte bezeichnete er als "kleine Würstchen" und gegenüber Dönitz sagte er, "dass er die Probleme
    der Zukunft generell nicht zu Ende denke".


    Und so machte dieser Irre munter weiter und begann den Krieg gegen
    Polen. Natürlich "dachte er das Problem nicht zu Ende". Einzig Göring war einer der wenigen NS-Bonzen, der die Gefahr eines 2. Weltkrieges
    sah. Aber seine Argumente beachtete niemand - Hitler sowieso nicht.


    Das Thema ist für mich damit abgehandelt, dass der Irre namens A. H.
    den Krieg heraufbeschwor und auf sein Volk nicht die geringste Rücksicht nahm. Andere Gründe - wie die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise - sind dabei von untergeordneter Bedeutung!

    Edited 15 times, last by Jahrgang39 ().

  • Guten Abend,


    wenn man unter Google nach Weltwirtschaftskrise in Verbindung mit Weltkrieg sucht, kommt man auf eine ganze Reihe von Beiträgen, die sich mit dem vom Themenstarter dargestellten Gedanken beschäftigen, auch mit differenzierten Ergebnissen.


    Lass uns Hobby-Historiker doch unsere Meinungen vertreten, wenn wir dieses professionell betreiben wollten oder entsprechende Beiträge erwarten würden, müssen wir auf historiker.de gehen, um festzustellen, dass auch dort unterschiedlichen Ansichten zu den selben Vorgängen vorgetragen werden.


    Die Beurteilung einer Meinung nach tendenziell und einseitig ist immer eine Frage des eigenen Gesichtswinkels; ich nehme für mich nicht in Anspruch, den richtigen Gesichtswinkel bei allen Problemen zu haben, aber ich habe eine Meinung dazu. (Absurdes sollte im Forum natürlich weiter ausgeschlossen bleiben)


    Beim Googlen ist mir ein Beitrag aufgefallen, der das Ausgangsproblem aus einer Sicht betrachtet, die - die These akzeptierend, dass die Nationalsozialisten den Krieg im Keime trugen- einen neuen Gesichtspunkt bringt:


    „Die Nazis kamen überhaupt erst durch die Weltwirtschaftskrise zur Macht - 1928 war die NSdaP eine Splitterpartei mit gerademal knapp3% Stimmen und auch finanziell am Ende - erst die Weltwirtschaftskrise mit der Armut und Arbeitslosigkeit weckte überhaupt Interesse der Leute an der Partei.
    Keine Weltwirtschaftskrise, keine Nazis, kein zweiter Weltkrieg!“
    (http://finanzcrash.com/forum/read.php?1,41618,41625)


    edit: Ergänzen: Auch in diesem Fall möchte ich Brecht zitieren:" Caesar schlug die Gallier, hatte er keine Soldaten dabei?"


    Gruß
    BRBG

    Edited once, last by BRBG ().

  • Hallo,


    Natürlich ist die These - die Weltwirtschaftskrise habe als Initiator des Krieges fungiert - unsinnig. Jens streut hier nach bewährtem, periodischem Muster Mutmaßungen und bizarre Theorien, wohl um damit den von ihm gewünschten Streitgesprächen wieder mehr Raum einzuräumen. Dabei ändert sich die Methodik freilich nicht: Eine Brise Historischer Materialismus garniert mit einer an Intransigenz kaum zu überbietenden selektiven Argumentation.
    Mittlerweile ist das aber hinreichend bekannt und daher verwundert es mich auch nicht, dass dieser Thread bislang von den meisten, die hierzu etwas substanzielles beitragen könnten, gemieden wurde. Mein Ziel ist es, durch den folgenden, skizzierten Überblick über die Abläufe jener Zeit dem unkundigen Leser die Möglichkeit zu bieten, sich dem Thema differenzierter anzunähern.


    Ab 1933 profitierte auch die deutsche Wirtschaft von der weltweiten, expansiven Konjunkturphase. Bis 1936 war es eben jener Aufschwung, der sich - im Gegensatz zur NS-Wirtschaftspolitik - als primärer Impulsgeber für die Volkswirtschaft auszeichnete. Erst mit dem Vierjahresplan und einer alle Rahmen sprengenden Fiskalpolitik setzte sich die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik nachhaltig durch und koppelte sich von internationalen Trends ab. Es kam zu einer Überhitzung der Konjunktur. Die volle Auslastung früher exportorientierter Industrien mit Investitionsaufträgen verhinderte den ausreichenden Import der, vom Binnenmarkt geforderten, Rohstoffe. Die terms of trade verschlechterten sich auch deshalb, weil der deutsche Außenhandel in erster Linie auf die Bedürfnisse der Aufrüstung ausgerichtet wurde. Die Konsumgütererzeugung wurde reduziert, die Produktivität verschlechtert und Rentabilitätsgrenzen durchbrochen. Die praktizierte Investitionskonjunktur, mit deren Hilfe u.a. eine Schattenindustrie geschaffen werden sollte, stellte sich bald als Überforderung der vorhandenen Mittel heraus. Die Devisen- und Goldbestände aus Weimarer Zeit reichten zur Erlangung der weitgesteckten Ziele nicht aus. Die daraufhin geplante Exportsteigerung musste angesichts der forcierten Rüstungsbemühungen als unerfüllbar eingestuft werden. Kompensationsgeschäfte abseits devisenorientierter Märkte mit südlichen Nachbarn waren aufgrund fehlender Aufnahmefähigkeit deutscher Fertigwaren nicht durchführbar. Damit stand der stark importabhängigen (Rüstungs-)Industrie kein adäquates Exportvolumen gegenüber. Das alles hat freilich nichts mit der von Jens beschworenen Ausweglosigkeit zu tun. Tatsächlich war die angespannte Außenhandelsbilanz und die in Not geratene Binnenwirtschaft Ende der 1930er Jahre hausgemacht und Ergebnis einer sogenannten Kriegskonjunktur, deren vordergründiges Ziel die kurzfristige Erreichung der Wehrfähigkeit Deutschlands war.


    Literatur zum Thema Aufschwung und Außenhandel in den 1930er Jahren ist vor allem zum ersten Komplex zahlreich. Stellvertretend verweise ich hier u.a. auf Volkmann: "Ökonomie und Expansion", Overy: "The Nazi Economic Recovery", Silverman, "Hitlers Economy. Nazi Work Creation Programs" und Doering: "Deutsche Auswirtschaftspolitik".



    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Hier weiteres Material, zur Stützung der These:


    Denkschrift des Publizisten und Kaliindustriellen Arnold Rechberg vom 10. August 1938 an Adolf Hitler:


    „I. Die auswärtige Politik Deutschlands wird durch seine gegenwärtige wirtschaftliche Lebensunfähigkeit
    bestimmt


    Die auswärtige Politik Deutschlands wird durch die Tatsache bestimmt, daß das Deutsche Reich innerhalb seiner
    gegenwärtigen Grenzen - auch nach der Aufnahme Osterreichs - auf die Länge der Zeit nicht lebensfähig sein
    kann.


    […]


    IV. Deutschland wird durch den Weltkrieg und seine Folgen aus einem Überschussland ein Zuschussland


    […]


    Die gegenwärtige Lage Deutschlands ist wirtschaftlich überaus ungünstig. Deutschland kann auch bei denkbar
    weitgehender Intensivierung der deut¬schen Landwirtschaft kaum mehr als 80% der Agrarprodukte erzeugen,
    deren es zur Ernährung des deutschen Volkes bedarf. Es kann das um so weniger, als es seine besten
    Agrargebiete in Posen und in Westpreußen mit dem Kriegsende verloren hat. Deutschland muß die fehlenden
    etwa 20% also importieren, und es kann sie, da auch fast sein gesamter Besitz an Gold und Devisen im
    Weltkrieg und in der Nachkriegszeit verloren gegangen ist, und da die deutsche Wirtschaft sich kaum
    irgendwelche neue Auslandsguthaben erwerben konnte, nur mit deutschen Industrieprodukten bezahlen.
    Außerdem fehlen Deutschland viele der Rohstoffe, deren es für seine Industrieprodukte bedarf, und zwar sowohl
    für die Industrieprodukte, welche für den eigenen Verbrauch des deutschen Volkes bestimmt sind, als für die,
    welche exportiert werden sollen. Auch diese Rohstoffe kann Deutschland nur mit deutschen Industrieprodukten
    bezahlen.
    Deutschland ist also zum Export gezwungen, weil es ohne Export weder das deutsche Volk ernähren, noch
    dessen Bedarf an Industrieprodukten befriedigen, noch im besonderen die deutsche Wehrmacht schlagfähig
    machen und erhalten kann.
    Es kommt dazu der weitere Nachteil, daß die Gestehungskosten der deut¬schen Agrarprodukte über denen solcher
    Länder liegen, die durch die Qualität ihres Bodens und durch die Gunst ihres Klimas Deutschland gegenüber im
    Vorteil sind. Würden ausländische Agrarprodukte zu Weltmarktpreisen in Deutschland verkauft, würde die
    deutsche Landwirtschaft zugrunde gerichtet werden. Die deutsche Regierung aber kann die deutsche
    Landwirtschaft aus vielen und schwerwiegenden Gründen ganz einfach nicht zugrunde gehen lassen. Die
    deutsche Regierung muß daher die deutsche Landwirt¬schaft durch Schutzzölle und durch andere Maßnahmen
    sichern. Dadurch liegt aber der Lebensmittelpreis in Deutschland über dem Lebensmittel-Weltmarktpreis. Das ist
    auch in der Vorkriegszeit, wenn auch nicht so ausgesprochen wie gegenwärtig, ähnlich gewesen. Damals aber
    war die deut¬sche Industrieleistung im Verhältnis zu der anderer Länder so überlegen, dass sie auch diesen
    Nachteil in Kauf nehmen konnte.
    Die deutsche Industrie, wie sie gegenwärtig ist, kann aber den Nachteil, dass infolge des hohen deutschen
    Lebensmittelpreises auch die Arbeitslöhne in Deutschland hoch genug gehalten werden müssen, um dem
    deutschen Arbeiter ein Lebensminimum zu sichern, nicht mehr ausgleichen. Ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den
    Weltmärkten wird dadurch noch mehr vermindert. Jedenfalls ist es eine unleugbare Tatsache, daß die deutschen
    Industrien in ihrer Mehrheit nur noch unter ihren Gestehungskosten, also mit Verlust exportieren können. Da
    aber Deutschland, wie dargelegt worden ist, in der Zwangslage ist zu exportieren, so müssen diese Verluste von
    der Gesamtheit des deutschen Volkes den exportierenden Industrien auf die eine oder andere Art ersetzt werden,
    wenn anders diese Industrien überhaupt weiterleben sollen. Der deutsche Industrieexport wirkt also wie eine
    Pumpe, die dauernd Substanz des deutschen Nationalvermögens wegsaugt und ins Ausland fließen macht.
    Deutschland ist wirtschaftlich aus einem Land, das ein Überschussland war, zu einem Zuschussland geworden.


    […]


    VIII. Deutschland ist zur Expansion gezwungen


    Ich habe schon seit 1919 die gegebene Lebensunfähigkeit Deutschlands als Folge des Kriegsergebnisses erkannt
    und sie dementsprechend in der deut¬schen und in der internationalen Presse und in zahlreichen Unterhaltungen
    mit deutschen, mit englischen, mit franzosischen, mit amerikanischen und mit Staatsmännern anderer Länder
    immer wieder betont.
    Ich habe schon damals die Folgerung gezogen, dass Deutschland zur Expan¬sion in Länder gezwungen ist, die
    reich an Agrarprodukten und an Rohstoffen sind.


    […]


    IX. Russland als Expansionsgebiet


    Als Expansionsgebiet war nur das durch den Bolschewismus seiner Intelligenz, seines Kapitals und seiner
    Wirtschaftsprosperität beraubte, aber in seinem möglichen Agrarertrag und an ungehobenen Rohstoffen
    unberechenbar reiche Gebiet des ehemaligen russischen Zarenreichs gegeben.“


    Quelle: Gerhart Hass, Arnold Rechbergs Vorschläge von 1938 für einen Expansionskrieg großen Maßstabes in: Jahrbuch für Geschichte, Berlin 1976, S. 407 ff.


    Allerdings erwähnt Rechberg hier nicht das Welthandelsproblem, sondern die
    Konkurrenzunfähigkeit der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt, als Grund dafür
    das Deutschland zur Expansion gezwungen ist.





    Der Historiker Hans-Erich Volkmann schreibt:


    „Die Weltwirtschaftskrise traf Deutschland weniger wegen der mit ihr im
    Zusammenhang stehenden allgemein bekannten Zerrüttung im monetären Bereich
    infolge des Abzuges in Deutschland angelegter kurzfristiger Auslandsanleihen und
    –kredite, als vielmehr in Auswirkung des Niedergangs des Welthandels. Waren doch
    zum einen die deutsche gewerbliche und industrielle Wirtschaft und die mit ihr
    verbunden Arbeitsplätze zum großen Teil exportabhängig. Zum anderen bestand ein
    lebenswichtiger Bedarf an Nahrungs- und Rohstoffimporten, die weitgehend durch
    Ausfuhr finanziert werden mußten. Der Zerfall des Weltmarktes wirkte sich für das
    Reich um so verhängnisvoller aus, als sich nach dem Ersten Weltkrieg das Maß der
    Eigenversorgung durch die in Versailles erzwungenen Gebietsabtretungen bei
    gleichzeitigem Bevölkerungswachstum innerhalb der verengten Grenzen erheblich
    reduziert hatte.“


    Quelle: Hans-Erich Volkmann, Die NS-Wirtschaft in Vorbereitung des Krieges
    In: Wilhelm Deist, Manfred Messerschmidt, Hans-Erich Volkmann, Wolfram Wette, Ursachen und Voraussetzungen des Zweiten Weltkriegs, Frankfurt am Main 1989, S. 212 ff.





    Der Ministerialrat der Reichskanzlei Franz Willuhn schrieb 1937:


    "Alle Anstrengungen den Handel zu heben, sind ohne Erfolg geblieben [...] In der Welt tobt ein Wirtschaftskampf."


    Quelle: George Hallgarten, Joachim Radkau, Deutsche Industrie und Politik, Reinbek 1981, S. 306



    Die Dokumente machen auf jeden Fall deutlich, das Deutschland ein
    Außenhandelsproblem hat und somit seine Bevölkerung nicht mehr mit den
    notwendigen Rohstoffen und Lebensmitteln versorgen kann.

  • Quote

    Original von Jens
    Die Dokumente machen auf jeden Fall deutlich, das Deutschland ein
    Außenhandelsproblem hat und somit seine Bevölkerung nicht mehr mit den
    notwendigen Rohstoffen und Lebensmitteln versorgen kann.


    Wieso?


    Das ist dem nicht zu entnehmen.


    Volkmann wird gegen den Strich und kontextlos zitiert.
    Rechberg äußert eine Meinung, die ex post falsch ist, und lediglich der in bestimmten Kreisen weit verbreiteten damaligen Ansicht entsprach.


    Willuhn äußert sich im Kontext des Vierjahresplans, der Versorgungslücke, und der Devisenknappheit aufgrund der Rüstungsausgaben.

  • Quote

    Original von Rote-Kapelle
    Hallo,


    Natürlich ist die These - die Weltwirtschaftskrise habe als Initiator des Krieges fungiert - unsinnig.


    Warum soll das so unsinnig sein?
    Der Aufstieg des Nationalsozialismus begann in der Weltwirtschaftskrise.
    Warum verfällt Deutschland ausgerechnet in der Wirtschaftskrise in einen nationalistischen Massentaumel und jubelt begeistert Hitler zu?
    Dafür muss es doch Ursachen geben.


    Ich denke das damals von den Eliten beschlossen wurde, das nur die Eroberung von Lebensmittel- und Rohstoffquellen in Russland, Deutschland vor dem wirtschaftlichen Niedergang bewahren konnte.


    Für diesen Krieg brauchte man die NSDAP, da ein Nationalist bereit ist für sein Vaterland in den Krieg zu ziehen, während ein Nichtnationalist kaum dafür zu motivieren ist.


    In diesem Model, lässt sich z.B. wunderbar erklären das Hitler Reichskanzler wird, das Parlament sich selbst abschafft, die Bürgerrechte abgeschafft werden.


    Es bestand eben eine existenzielle Bedrohung Deutschlands, einen ganze Nation ging bewußt in den Krieg um wirtschaftlich zu überleben.

  • Quote

    Original von Jens
    Es bestand eben eine existenzielle Bedrohung Deutschlands, einen ganze Nation ging bewußt in den Krieg um wirtschaftlich zu überleben.


    Hallo,
    komisch, die Leute, die die damalige Zeit erlebt haben, und die ich kenne oder kannte, haben von dieser existenziellen Bedrohung nichts mitbekommen. Was sie mitbekamen, war eine schleichende Militarisierung, die immer offentsichtlicher wurde.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Jens:


    Über Ihre nachfolgende Begründung kann man nur noch lachen,
    denn soviel Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen:
    ....
    Es bestand eben eine existenzielle Bedrohung Deutschlands, einen ganze Nation ging bewußt in den Krieg um wirtschaftlich zu überleben.
    ....


    Entweder haben Sie manches - was sich damals ereignete - einfach nicht kapiert - oder Sie provozieren bewusst.


    Irgendwie erinnert Ihre Argumentation an "Verlautbarungen" der
    NPD. Stehen Sie diesem Verein nahe? Mich würde es jedenfalls nicht wundern!


    Es wäre schön, wenn Sie künftig davon absehen könnten, solchen
    Unsinn in diesem Forum "unter die Leute zu bringen"!

    Edited 3 times, last by Jahrgang39 ().

  • Quote

    Warum verfällt Deutschland ausgerechnet in der Wirtschaftskrise in einen nationalistischen Massentaumel und jubelt begeistert Hitler zu?


    in Krisenzeiten gewinnen immer radikale Parteien die normal kaum wahrgenommen werden. Auch die Kommunisten hatten starke Zuwächse. Nur die hatten erstens nicht die Unterstützung und zweitens keinen so genialen Demagogen an Ihrer Spitze.


    Viele Kommunisten sind z.b. später begeistert der NSDAP beigetretten.


    (bevor wieder Geschrei losgeht, nein ich bewundere Hitler nicht und trage mich auch nicht mit rechten Gedankengut)

  • Hallo,
    nicht die Wirtschaftskrise führte direkt zum Weltkrieg. Indirekt führte sie hingegen zum Krieg, denn durch die Wirtschaftskrise konnten die Nazis an die Macht kommen. Ohne die 6. Mio. Arbeitslosen und die ganze Krise hätten die Nazis nicht diesen gewaltigen Stimmenzuwachs gehabt.
    Die Familie meines Vaters verlor auf einmal ihr Geschäft und war bei 12 Kindern auf einmal bettelarm. Die schon wahlberechtigten Kinder gingen so zu den Radikalen links und rechts. Es waren in dieser eigentlich Kleinbürgerlichen Familie auf einmal Nazis und Kommunisten. Nur Vater und Mutter blieben bis zum Schluss beim Zentrum.
    Gruß Martin

    ML

  • Quote

    Original von Jahrgang39Irgendwie erinnert Ihre Argumentation an "Verlautbarungen" der
    NPD. Stehen Sie diesem Verein nahe? Mich würde es jedenfalls nicht wundern!


    Im Gegenteil, ich bin viel eher stark kommunistisch geprägt gewesen.
    Die Argumentation der NPD ist viel mehr das Deutschland völlig unschuldig am 2. WK ist.


    Der 2.WK ist wenn diese Theorie wahr ist, immer noch ein riesiges Verbrechen, denn man wollte lieber die Slawen totschlagen und ihr Land rauben als ein wirtschaftlich armes Deutschland zu haben.


    Ich denke viel mehr, das niemand ein Verbrechen begeht ohne einen handfesten Grund dafür zu haben. Die Geschichtswissenschaft in Ost und West tut so, als ob die Nazis aus heiteren Himmel einen Weltkrieg angezettelt haben.


    Ebenso mit dem Holocaust. Dabei gab es auch für den Holocaust handfeste ökonomische Gründe. (Buchempfehlung: Christian Gerlach: Krieg, Ernährung, Völkermord)


    Das verblüffende an den Dokumenten die ich gefunden habe ist, das sie eine Erklärung bieten die man marxistisch interpretieren kann. Nach Marx bildet die Ökonomie die Grundlage der Gesellschaft und darüber erhebt sich der gesellschaftliche Überbau. Nach Marx muss man die Ursachen in der Veränderung des Überbaus (z.B. den NS) in der ökonomischen Basis suchen.

    Edited once, last by Jens ().


  • Volkmann macht eine klare handefeste Aussage, die habe ich zitiert. Der Kontex ist irrelevant, da eine Abschwächung der Aussage im Kontext nicht vorhanden ist, was sonst Zitatfälschung wäre-


    Wie kann du so aus der Hüfte geschossen, beurteilen das Rechbergs Aussage falsch ist?


    Willuhn stellt fest, das in der Welt ein Wirtschaftskampf herrscht.
    Ein Problem war damals, das die meisten Länder damals die eigene angeschlagene Industrie mit protektionistischen Maßnahmen zu stützen versuchten und andererseits ein Preisdumping und Währungsabwertungen betrieben wurden um den Export zu steigern. Deutschland war eben der Verlierer dieses Wirtschaftskampfes, da es auch schon mit dem Versailler Vertrag als Handelskonkurrent ausgeschaltet wurde.


    Quote

    Original von Rainer


    Hallo,
    komisch, die Leute, die die damalige Zeit erlebt haben, und die ich kenne oder kannte, haben von dieser existenziellen Bedrohung nichts mitbekommen. Was sie mitbekamen, war eine schleichende Militarisierung, die immer offentsichtlicher wurde.
    Gruss
    Rainer


    Das Problem wurde nicht in der breiten Öffentlichkeit debattiert. Für die breite Masse hießen eben die Schlagworte: "Autarkie", "Lebensraum im Osten" und "Volk ohne Raum".


    Quote

    Original von falkmart
    Hallo,
    nicht die Wirtschaftskrise führte direkt zum Weltkrieg. Indirekt führte sie hingegen zum Krieg, denn durch die Wirtschaftskrise konnten die Nazis an die Macht kommen.


    Hast du die Dokumente gelesen, sind sie nicht zwingend logisch?
    Ich wollte es auch lange nicht wahrhaben, das dies der Grund für den Krieg gewesen sein soll, aber nach Wochenlangen Grübeln, konnte ich mich dieser Logik nicht länger verwehren.

  • Hallo,
    ich kann zu demganzen nur empfehlen zuerst "Mein Krampf" eines gewissen A.H. zu lesen. Dann dürfte sich so einiges von selbst erklären.
    Auch heute ist Deutschland absolut nicht autark, aber deswegen kommen normale Politiker nicht auf die Idee sich Lebensraum durch Krieg zu holen.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hübsch, nur kann ich beim besten Willen keinen Zusammenhang zwischen dem fett markierten Satz im Zitat und deinem Link erkennen...aber mal wirklich nichts!
    Oder einfach mal einen Post so zwischendurch?
    Erklärbär bitte!
    Thomas

  • Quote


    Hallo,
    ach so, da sollen dann irgendwann deutsche Wehrbauern Land zugewiesen bekommen um dem Einfall der jüdisch-bolschwistischen asiatischen Horden Einhalt zu gebieten in enger Kooperation mit einigen schnellen Divisionen?


    In dem Artikel steht wenig konkretes, an sich eigentlich nichts. Ein paar bekannte Sachen und das war es.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Naja, ich denke, wenn man will kann man unschwer herauslesen, was mra meint. Das Politiker eben schon damals wie heute gelogen und propagiert haben. Damals ein imaginärer Lebensraum im Osten, heute die angebliche Verteidigung Deutschlands am Hindukusch.


    Beides absurd und für die jeweilige Generation nicht faßbar. Dennoch werden diese Befehle ausgeführt.


    Ich denke, allein auf diese Parallele wollte mra hinweisen. Kein Grund ihn hier nun mal eben so deshalb runterzuputzen.


    Den Menschen damals konnte man eben noch viel einfacher irgendwelche Märchen zu politischen Zusammenhängen und damit angeblichen milit. Notwendigkeiten als heute erzählen. Und dennoch macht die Bevölkerung heute trotz aller vielfältigen Informationsmöglichkeiten ohne offizielles Murren das mit, was auch die Politik über die Köpfe der Mehrheit entscheidet, denn die ist zumindest in Umfragen gegen den Einsatz der BW im Ausland.


    Soll heißen, die haben damals gemacht was sie wollten und die machen es heute genauso. ;) Irgendwelche Zusammenhänge oder Gemeinsamkeiten erkannt? ;)