Zur Geschichte der SS-Kavallerie-Schule in Göttingen

  • Hallo zusammen,
    ich habe mal zusammengefaßt, was ich zur SS-Kavallerie-Schule gefunden habe, eventuelle Ergänzungen und Korrekturen sind immer gerne gesehen ;)


    herzliche Grüße Roland


    Zur Geschichte der SS-Kavallerie-Schule in Göttingen


    Die SS-Kavallerie-Schule war die letzte der sogenannten „Waffen-Schulen“ der Waffen-SS, die zur Aufstellung gelangte.
    Um den Führer- und Unterführernachwuchs für die Felddivisionen sicherzustellen und die Grundlagen für die in Planung befindlichen Neuaufstellungen von Divisionen zu gewährleisten, wurden im Verlauf des Krieges auf Befehl des SS-Führungshauptamtes, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Jüttner, die Aufstellung folgender Waffenschulen auf dem Gelände des SS-Truppenübungsplatz Böhmen und Mähren befohlen:
    Mit Wirkung vom 1.07.1942 die SS-Pionierschule in Hradischko
    Mit Wirkung vom 1.08.1942 die SS-Artillerieschule II in Beneschau
    Mit Wirkung vom 1.01.1943 die SS- Panzergrenadierschule in Kienschlag
    Mit Wirkung vom 1.11.1943 die SS-Panzerjäger- (Sturmgeschütz-) Schule in Bukowan, später Janowitz
    Mit Wirkung vom 1.6.1944 wurde die SS-Grenadier-Schule Sophienwalde auf dem SS-Truppenübungsplatz „Westpreußen“ zur Aufstellung befohlen. Zu diesen Einrichtungen können auch die SS-Panzerjunker-Lehrgänge an Panzertruppenschulen des Heeres sowie die Nebelwerfer-Lehrgänge an der Heeres-Schule in Celle gezählt werden.


    Es gab mehrere Gründe, die die Neuaufstellung einer solchen Einrichtung für die Kavallerie nötig machte. Einerseits waren die bisherigen Waffen- (Zugführer)-Lehrgänge der Absolventen der Junkerschulen für zukünftige Kavallerie-Führer bisher bei der SS-Kavallerie-Ausbildungs- und Ersatz-Abteilung in Warschau durchgeführt worden. Die Verlegung dieses Ersatztruppenteils für die Kavallerie-Einheiten der Waffen-SS im Juli 1944 SS-Truppenübungsplatz Böhmen und Mähren machte auch eine Neugliederung dieser Ausbildung möglich.
    Dann gab es seit dem Mai 1944 neben der 8.SS-Kavallerie-Division „Florian Geyer“ eine zweite, als 22.SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division bezeichnete Einheit, für die das Führer- und Unterführerkorps durch Kavalleristen gestellt werden musste, was eine erhöhte Kapazität der Lehrgänge voraussetzte.
    Außerdem musste die 1941 gebildete SS-Reit- und Fahrschule Zamosc wegen der näher rückenden Front im Osten ebenfalls verlegt werden.
    Das alles führte anscheinend zu grundlegenden Überlegungen, die dann in einer möglichst schnellen Gründung einer SS-Kavallerie-Schule für die fachspezifische Ausbildung der Nachersatzes für die SS-Kavallerieeinheiten mündeten.


    So erhielt Mitte August 1944 der SS-Obersturmführer Dr. Hans-Otto Mayer, der nach einer Lazarettentlassung zur seinerzeit noch in Warschau liegenden SS-Kavallerie-Ausbildungs- und Ersatz-Abteilung versetzt worden war, den Befehl, sich bei der Inspektion In 3 Kavallerie/Reit- und Fahrwesen des SS-Führungshauptamtes umgehend unverzüglich zu melden. (1)


    Der damalige SS-Obersturmführer Hans-Otto Mayer berichtete darüber militärisch knapp:
    “ …Bei drohender Belagerung Warschaus durch die Russen Ende Juli in den Raum Beneschau in Marsch gesetzt, um dort Raum f .d. Ersatzeinheit zu finden. Dort etwa Mitte August nach Berlin befohlen zum SS-FHA In 3. Dort von Stand.Führer Fegelein beauftragt, im Raum Göttingen Möglichkeiten für Erstellung einer Kavallerieschule der Waffen-SS zu erkunden.
    Durch dortigen Standortältesten auf die Kaserne in Weende verwiesen als mögliche Unterkunft. Nach Meldung in Berlin wurde ich mit den Vorbereitungen der Einrichtung der Schule beauftragt und als Adjutant eingesetzt. Mit ca. 20 Mann Stammpersonal das Notwendigste besorgt zum vorgesehenen Lehrgangsbeginn etwa Mitte September.
    In Weende lagen keine anderen SS- oder andere militärischen Einheiten. Vor Bezug durch die SS war dort eine Radfahr-Ersatzeinheit der Wehrmacht. ...” (2)


    Nach Freigabe der Kaserne durch die Wehrmacht erging bereits um den 10.August 1944 der Befehl zur Aufstellung der SS-Kavallerieschule Weende bei Göttingen mit Wirkung vom 15.September 1944 in die 1937 von der Wehrmacht in Weende erbauten Artillerie-Kaserne. (3) Die Schule wurde unmittelbar der In 3 im SS-FHA unterstellt.
    SS-Obersturmführer Dr. Mayer wurde zum Schuladjutanten bestellt und erhielt den Auftrag, mit etwa 20 ihm zur Verfügung gestellten, nicht mehr kriegsverwendungsfähigen Unterführern und Mannschaften aus nicht näher bekannten SS-Kavallerieeinheiten die Vorbereitungen für die Einrichtung der Schule und zur Aufnahme des Lehrbetriebes zu leiten. (4)


    Einen dieser Unterführer war der damalige SS-Unterscharführer Alois Sperl, der nach dem Krieg schrieb, er „ ..habe von September 1944 mitgeholfen, die Kav.Schule aufzubauen. War dann Ausbilder von den Führer-Vorbereitungslehrgängen. ...” (5)


    Die Kavallerie-Schule Göttingen war eine Neugründung, war aber nach dem Vorbild der Wehrmachts-Kavallerie-Schule organisiert, wenn sie auch Springstall, Military, Schulstall, Rennstall und Jagdstall, Brauchtumspflege (wie Trompeterkorps und reiterliche Wettbewerbe) zu Zeiten des Krieges nicht unterhalten bzw. betreiben konnte. (6)


    Zum Kommandeur der Schule war der damalige SS-Oberführer Gustav Lombard, als langjähriger Abteilungs- und Regimentsführer in der SS-Kavallerie-Brigade und später auch Division, bestellt worden, der anscheinend von seines Ernennung nach Absolvierung des 12.Divisionsführerlehrganges in Hirschberg im Riesengebirges vom 14.Juli bis zum 23.August 1944 erfuhr. . Lombard schrieb dazu: “ ... Nach dem Lehrgang wurde mir bekannt gegeben, dass ich Kommandeur der in Neuaufstellung befindlichen Kavallerie-Schule der Waffen-SS geworden sei. Ich lehnte mich dagegen auf. Daran sei nichts zu machen, wurde mir gesagt. “Vom Führer persönlich unterschrieben.“. Schließlich hatte ich General Burgdorf um Verständnis für meine Einwendungen gebeten und er half mir die anderen vor eine vollendete Tatsache zu stellen. Nur eine Stunde später war der von mir vorgeschlagene Ersatzmann mit dessen Einverständnis bestellt. Dass hat Hitler niemals erfahren und wenn, so wäre es ihm sicher egal gewesen. …“ (7)


    Dieser Ersatzmann war der Oberst i.G. Alfred Sachenbacher von Schrottenburg. Damit trat erstmalig ein Heeresoffizier an die Spitze einer Waffen-Schule der Waffen-SS. Oberst i.G. Sachenbacher von Schrottenburg hatte sich in der Heeres-Reit- und Fahr-Schule Hannover/Krampnitz, Turnier- und Renn-Abteilung, einen Namen gemacht (8)


    Der Führungsstab war wie bei einer Division gegliedert und besetzt, die leitenden Posten hatten qualifizierte Führer und Unterführer inne. (9) SS-Obersturmführer Hans-Otto Mayer berichtete zur “ ... Stellenbesetzung des Stabes:
    Kommandeur : Oberst i.G. Alfred Sachenbacher
    Adjutant: Hstuf. Dr. Hans-Otto Mayer
    Ord.Off. Name entfallen (SS-Hstuf. Stangneth ?)
    Verwaltungsführer Hstuf. Albert Meyer-Mahndorf
    (für Oktober 1944 wird auch ein SS-Ostuf. Bruno
    Fähnrich als IVa an der Schule genannt
    Truppenarzt Hstuf. Ogrissek (Orisegg ? unbekannt)
    Truppen-Zahnarzt Hstuf. Dr. Wilhelm Majert
    Leiter Abteilung VI (Schulung) Hstuf. Friedrich
    Gehilfe “ “ “ Ustuf. Herbert Scholtis
    Veterinär Name entfallen (Hstuf. Dr. Paul Benz ?) (10)


    SS-Obersturmführer Friedrich Metzen, ehemaliger Chef der 2./SS-Nachr.Abt. 19, wird im Oktober 1944 an der Schule genannt, seine Funktion (Nachrichtenoffizier ?) ist bisher unbekannt.


    Es sollen 80 Mann Schul-Stammpersonal zur Verfügung gestanden haben, dazu 70 Pferde für die reiterliche Ausbildung; bei voller Besetzung der Lehrgänge hätten etwa 200 Schüler an der Schule ausgebildet worden können.
    Obersturmführer Dr. Mayer: „ ... Das Stamm- und Lehrpersonal bestand im Wesentlichen aus nicht mehr Kv-gestellten Angehörigen berittener Einheiten der Waffen-SS....
    Es gab zwei Lehrgruppen: Lehrgr.A: Stubaf. Fritz reiterliche Lehrgänge
    Lehrgr.B: Hstuf. Rump militärische Lehrgänge.
    Die Einteilung in einzelne Inspektionen ist mir nicht mehr bekannt. ...” (11)


    Lehrgruppenkommandeur der Lehrgruppe A, zur „Ausbildung von Pferdespezialisten“, wurde der frühere Kommandeur der SS-Reit- und Fahrschule Zamosc, der SS-Sturmbannführer der Reserve Josef Fritz (12), sein Adjutant war der SS-Obersturmführer Emil Huober.
    Die Lehrgruppe soll sich wie folgt unterteilte haben:
    Inspektion = Schirrmeister (F)-Lehrgänge unter SS- ?
    Inspektion = Sattler-Lehrgänge unter SS-?
    Inspektion = Futtermeister-Lehrgänge unter SS-Sturmbannführer Claus (? Hstuf.
    Karl Claus wird als Taktiklehrer in der LGr. B genannt)
    Inspektion = Reit- und Fahrlehrgänge unter SS-?


    Diese Lehrgruppe ist dokumentarisch so gut wie nicht erfasst. Es liegen immer nur bruchstückhafte Hinweise auf ihre Lehrgänge vor. Am 15.Oktober 1944 hieß es im Verordnungsblatt der Waffen-SS: “ ... Mit Aufstellung der SS-Kav.-Schule sind gem. Verfügung SS-FHA, Amt II, Org.Abt.Ia/II Tgb.Nr. II/II 635/44 (? unleserlich, evtl. auch 535?) geh. vom 15.7.1944 ergangenen Bestimmungen bezügl. Ersatztruppenteil für Schirrmeister (F), Sattlermeister, Futtermeister, Reit- und Fahrlehrer in vollem Umfang auf diese übergegangen.
    Zuständiger Ersatztruppenteil für dieses Personal ist nicht mehr die 1.SS-Reit- und Fahrschule, sondern die SS-Kav.Schule ....” (13)


    Die Lehrgruppe B, „militärische Lehrgänge“, unter dem SS-Hauptsturmführer, ab dem 30.1.1945 Sturmbannführer Willi Rump, Adjutant SS-Untersturmführer Hermann Reinecke, gliederte sich in drei oder vier Inspektionen. Die genaue Gliederung ist bisher nicht genau bekannt, sie soll wie folgt ausgesehen haben:
    1.Inspektion = Oberjunker-(Führer-) Lehrgänge
    Inspektionschef: SS-Ostuf. Schmidt
    SS-Ostuf. Kirchner (RK-Träger)
    Taktiklehrer 1.Insp. SS-Hstuf. Claus
    2.Inspektion = Führerbewerber-(Führervorbereitungs-) Lehrgänge
    Inspektionschef: SS-Ostuf. Sanner (o.ä., unbekannt ?)
    Zugführer: SS-Ustuf. Reinecke
    Inspektion = Reserveführer-Lehrgänge
    Inspektionschef: SS-
    Inspektion = Unterführer-Lehrgänge
    Inspektionschef: SS-


    Dagegen liegen Angaben vor, dass in der 1.Inspektion der Lehrgruppe B der 13.Kriegs-Reserve-Führer-Lehrgang durchgeführt wurde (s. u). Danach könnten also die Oberjunker-Lehrgänge bei der 3.Inspektion gelaufen sein. Dazu liegen aber leider bisher keine weiteren Hinweise vor. Die 2.Inspektion für die Führerbewerber- bzw. Vorbereitungslehrgänge wurde durch verschiedene Teilnehmer bestätigt, dagegen liegen für eine 4.Inspektion für Unterführer-Lehrgänge in Göttingen bisher überhaupt keine Hinweise vor, es werden in einer Quelle für die Lehrgruppe B auch nur drei Inspektionen genannt (14) Vermutungen liegen aber nahe, dass die Unterführerlehrgänge bei der Lehrschwadron in Dahmshöhe, Mecklenburg, durchgeführt wurden (s. a. u.)


    Diese “ Unterführer-Lehr-Schwadron der SS-Kavallerie, Dahmshöhe, Post Düsterförde/ Mecklenburg”, später auch als SS-Kavallerie-Unterführer-Schule Dahmshöhe bezeichnet, bestand schon vor der Aufstellung der SS-Kavallerie-Schule, mindestens seit Januar 1944.
    Richard Plettenberg schrieb nach dem Krieg: “ ... Ich wurde von der SS-Junkerschule Tölz Sept.1944 an die SS-Kav.-Schule als Sportbevollmächtigter versetzt. In dieser meiner Eigenschaft gehörten auch die Sportbelange in Dahmshöhe zu meinem Inspektionsbereich. … Die SS-Kav.-Schule Dahmshöhe war eine Abteilung der SS-Kav.-Schule Göttingen Weende, deren Kommandeur Generalstabs-Oberst Alfred Sachenbacher (OKH) war, der zur Waffen-SS abkommandiert war. ... Dahmshöhe war eine Unterführerausbildungsschule. Sie bildete auch Reit- und Fahrlehrer aus. Der Stamm kam aus der dienstlichen Verwendung in Warschau. ...
    Kommandeur in Dahmshöhe soll laut Plettenbergs Erinnerungen ein Obersturmbannführer Kämp(f) (oder Kemp(f)) – vorher Warschau – gewesen sein, der aus sowjetischer Gefangenschaft 1953 zurückgekehrt sein soll, auch nennt er einen Hauptsturmführer (Fred ?) Conrad, „ …Conrad war vorher Adjutant Himmlers „… sowie einen Hauptsturmführer Karl Saffert. (15)



    Trotz erheblicher Schwierigkeiten konnte der gesetzte Termin eingehalten werden. Am 15.September 1944 war das Notwendigste für die Inbetriebnahme der Schule beschafft. Die Lehrgänge konnten anlaufen. SS-Obersturmführer Hans-Otto Mayer: “ ... Der Betrieb der Schule begann etwa Mitte September 1944 mit den einzelnen Lehrgängen. ...
    Es wurden durchgeführt:
    Schwadronsführer-Lehrgänge
    Führerbewerberlehrgang
    Unteroffizierslehrgänge (8 Wochen) (?, der Verf.: s. a. Dahmshöhe)
    Fahrlehrer-, Schirrmeister-, Reitlehrer-, Futtermeister- und Sattlerlehrgänge. ....“ (16)


    Die Dauer der einzelnen Lehrgänge ist wohl nicht mehr genau bekannt, sie begannen, wohl nicht in allen Fällen, etwa am 15.September 1944, nach anderen Angaben (17) erst am 1.Oktober 1944, und gingen bis zur Auflösung der Schule Ende März 1945.
    Die Lehrgangsdauer der Fachlehrgänge soll auf durchschnittlich 8 Wochen, die Lehrgänge der Lehrgruppe B auf 12 (?) Wochen und die der Unterführer-Lehrgänge ebenfalls auf 8 Wochen bemessen worden sein.


    Die Lehrgänge an der SS-Kavallerie-Schule Göttingen dienten also zur Ausbildung von Spezialisten: Futtermeister, Fahnenschmiede, Reit- und Fahrlehrer, sowie Kurse für Unterführer, Oberjunker und zukünftige Schwadronsführer.
    Bei letzteren waren Gefechtsausbildung, feldmarschmäßige Übungen im Gelände, theoretischer Unterricht und die Reiterausbildung vorrangig. (18)


    Eine Unterteilung der Lehrgangsteilnehmer nach ihrer Volkszugehörigkeit erfolgte nicht. Reichs- und Volksdeutsche saßen mit ihren Kameraden aus den europäischen Ländern nebeneinander in den Hörsälen. Im November 1944 befand sich auch ein Gruppe georgischer Führer zur Ausbildung an der Schule. (19)


    Der Lehrgangsbetrieb lief ohne besondere Vorkommnisse ab. (20)


    Interessanterweise scheint das SS-Führungshauptamt wie auch die dortige Inspektion 3 von der Schule kaum Kenntnis genommen zu habe, so der Adjutant der Schule, SS-Obersturmführer Hans-Otto Mayer: “ ... Eine offizielle Besichtigung der Schule in diesem Stadium des Krieges fand nie statt. Ich erinnere mich lediglich eines Besuches des Obergruppenführers Prinz Josias zu Waldeck …“; der Höhere SS- und Polizeiführer Kassel, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Polizei Prinz Josias zu Waldeck, in dessen Bereich die Schule gelegen war, „ … dessen Auftreten mehr einem Privatbesuch glich. Soviel ich weiß, war ein Verwandter von ihm bei einem der Lehrgänge. ...” (21) Dieser Besuch scheint also nur rein informativ gewesen zu sein und kam keiner offiziellen Besichtigung gleich. (22)


    Anmerkungen und Quellen
    1. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.1
    2. Mitteilung des Dr. Dr. h. c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975, BA-MA N 756
    3.s. a. http://zwangsarbeit-in-goettingen.de/texte/buchenwald1.hat: Das KZ-Außenkommando Buchenwald in Göttingen - Kommentierte Häftlingsliste, zusammengestellt von Dr. Cordula Tollmien im Februar 2001 mit Ergänzungen zur SS-Kavallerie-Schule vom 28. Oktober 2003, Der Aufstellungsbefehl sowie Dokumente über die Vorgeschichte der Schule liegen leider bisher nicht vor
    4. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.2
    5. Schreiben von Alois Sperl an Wolfgang Klahn v. 1.3.1993, Kopie im Besitz der Verfassers
    6. Hanns Bayer, Kavallerie-Division der Waffen-SS, 1980, S. 404-405
    7. Rudolf Pencz, Vor Haus und Hof und Kind und Weib. Donauschwäbische Grenadiere an der Donau und in Schlesien, Die Geschichte der 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division, S.183, s. a. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, noch ist nicht klar, aus welchen Gründen diese Ablehnung erfolgte, ebenso wenig, wie es Lombard möglich war, eine Verfügung des SS-Personalhauptamtes auf Befehl des SS-Führungshauptamtes und damit wahrscheinlich des Reichsführers-SS, rückgängig zu machen und dafür einen Heeres-Offizier ernennen zu lassen, wobei die vorgenannten Vorgesetzten (Dienststellen) ebenfalls ihre Zustimmung geben mussten, der Verfasser
    8. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.2, s.a. Hanns Bayer, Kavallerie-Division der Waffen-SS, 1980, S. 404-405
    9. Hanns Bayer, Kavallerie-Division der Waffen-SS, 1980, S. 404-405
    10. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975
    11. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975
    12. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975
    13. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.4
    14. s. a. Hanns Bayer, Kavallerie-Division der Waffen-SS, 1980, S. 404-405
    15. Richard Plettenberg an W.V. v. 19.3.1976 Fragekasten Nr.442, DF 3/76
    16. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975
    17. Hanns Bayer, Kavallerie-Division der Waffen-SS, 1980, S. 404-405
    18. Hanns Bayer, Kavallerie-Division der Waffen-SS, 1980, S. 404-405
    19. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.4, s. a. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975
    20. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.4
    21. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975)
    22. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.4

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Die Lehrgänge


    Leider liegen nur vereinzelte Hinweise auf die verschiedenen Lehrgänge der Schule Göttingen vor, hierbei mit dem Schwerpunkt auf der Lehrgruppe B, während die in der Lehrgruppe A so gut wie gar nicht bekannt sind.


    Die ersten Fachlehrgänge sollen ja, wie erwähnt, bereits Mitte September 1944 begonnen haben; welche, sind nicht bekannt.


    An der SS-Kavallerieschule lief vom 15.Oktober 1944 bis zum 25.Februar 1945, wie an anderen Waffen-Schulen zeitgleich, ebenfalls ein 13.Kriegs-Reserve-Junker-Lehrgang.
    Erfreulicherweise für den Chronisten liegt hier ein ausführlicher Bericht vor. SS-Sturmmann Karl Simon wurde nach seinem Einsatz v. 29.8. - 5.10.44 im Rahmen der Kampfgruppe "Schill", Einsatz während des 18.Führerbewerber-Lehrganges Josefstadt/ Königsgrätz des SS-Pz.Gren.-AuE-Btl 2 Prag-Rusin, Mitte Oktober 1944 über die Frontleistelle Wien, an Stelle der SS-Junkerschule Klagenfurt, an die SS-Kavallerie-Schule Göttingen - Weende dirigiert! Er traf dort am 29.10.1944 ein und war der einzige Sturmmann!
    Ernennung zum SS-Junker rückwirkend zum 1.10.1944.
    Ernennung zum SS-Standartenjunker am 1.12.1944.
    Ernennung zum SS-Standarten-Oberjunker am 1.2.1945.


    Es war nach seinen Angaben der erste Oberjunker-Lehrgang, der bereits seit dem 15.10.1944 lief! Simon kam in die I. Inspektion (der Lehrgruppe B), die der Ritterkreuzträger SS-Obersturmführer Otto Kirchner (23) führte. Die Inspektion bestand aus 56 Mann, gegliedert in 2 Junkerschaften zu 28 Mann:


    1.Junkerschaft: SS-Ustuf. Ribbentrop (? Unbekannt)
    2.Junkerschaft: SS-Ustuf. Friedrich (gen."der Schöne")
    Taktik-Waffenlehre: SS-Hstuf. Klaus (Karl Claus, der Verf.)
    Weltanschauung: SS-Ustuf. Herbert Scholtis
    Kartenkunde-Anstandslehre: SS-Ustuf. Friedrich
    Heerwesen-Schriftverkehr: SS-Ostuf. Kirchner
    Sport-Leibeserziehung: SS-Oberjunker Richard Plettenberg
    Reit- und Fahrlehrer: SS-Sturmscharführer Bartenschlager


    Im Rahmen der Ausbildung der Junker stand die II. Inspektion mit 2 Lehrschwadronen zur Verfügung, untergebracht im Parterre und im 1.Stock des Schulgebäudes, für die Prüfungsaufgaben der Junker!
    Karl Simon: “ ... Über die angeführten Lehrgänge kann ich nur sagen, dass parallel zu unserem O-Ju.-u.Schwadr.Fhr.Lehrgang einen Stock tiefer (wir waren im 2.Stock) 1 Führerbewerber-Lehrgang stattfand, auf dessen Mannschaft wir bei Bedarf zurückgreifen konnten. …
    Von den restl. genannten Lehrgängen weiß ich nichts, da unser Dienst von 5 Uhr früh bis 21 Uhr abends lief und vollste Konzentration erforderte. Gefechtsausbildung u. feldmarschm. Übungen hatten wir wohl schon hinter uns. Unsere Aufgabe war Ausbildung in Truppenführung u. deren effektivster Einsatz. Neben Vervollständigung der Reitausbildung in gedeckter Reithalle mit periodischem Parcours-Springen bis 150 cm war auch Fahren vom Bock 2-, 4- und 6-spännig am Programm, sowie Sport am Pferd (an der Longe). ....” (24)


    Neben der Reithalle gab es 4 große Pferdeställe. Karl Simon: “ ... Über die genaue Anzahl der Reitpferde kann ich nichts sagen, außer, dass wir soweit mir erinnerlich 2 Ställe hatten und die benötigt. Pferde vom Reitlehrer immer zugeteilt wurden. Wenn man nun, so wie ich schon in der 1.Reitstunde “auffiel”, dann konnte man sicher sein, nicht immer das beste Pferd zu bekommen. ...” (25)


    Bei Luftalarm wurde die Schule sowie die in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Aluminium-Fabrik eingenebelt und der Betrieb ging ohne Einschränkungen weiter.
    Ein einziges Mal kam es, scheinbar durch den Notabwurf eines alliierten Bombers, zu einem Bombentreffer genau in der Einfahrt, bei dem der Spieß samt seinem Gespann sowie den beiden Torposten aus der Einfahrt gefegt wurden. Die Junker saßen gerade beim Mittagessen und wurden dadurch, aber ohne Hast, unter die Tische "gejagt", ohne die Tischtücher mit den Terrinen mit hinunter zu reißen. Karl Simon: “ .... Jeden Tag orgelte die V 1 über unsere Köpfe nach England, wenn wir im Gelände waren. Bei Fliegeralarm, der fast jeden Tag war, wurde die Schule zugleich mit der in nächster Nähe liegenden Alufabrik (wohl der Hauptgrund für die Angriffe, der Verf.) eingenebelt und der Dienst ging normal weiter.
    Eines schönen Mittags, wir saßen im Kasino beim Essen, orgelte es plötzlich und rauscht in der Luft: Alles suchte Schutz unter dem Tisch!!!!, als ob das was genützt hätte, und rissen dabei mit dem Tischtuch die mit süßem Brei gefüllten Terrinen mit vom Tisch. Dann krachte es. Was war geschehen? Eine im Blind- o. Notwurf abgeworfene Bombe (es war ja eingenebelt) krachte genau in die Kaserneneinfahrt, in der eine Kutsche von uns mit dem Spieß stand, der zu Besorgungen in die Stadt fahren wollte. Von ihm, Kutsche und Pferden war nichts mehr zu sehen, nur ein Riesenkrater. Auch Torpostenhäuschen samt Doppelposten waren verschwunden. Später haben sie die Alufabrik doch noch gefunden und mit Luftminen ziemlich zerlegt. ...” (26)


    Entgegen der an anderer Stelle genannten Angabe, dass zur Bevölkerung von Göttingen keine Verbindungen bestanden hätten, (27) berichtete Karl Simon: “... Kontakte zur Bevölkerung bestanden schon, denn die Schule stellte für 3 Fuchsjagden (an denen auch ich teilnahm) jeweils 5 Reiter ab. Das Ende wurde immer im jeweiligen sog. Vorwerk (Guthof) mit den zivilen Teilnehmern gefeiert. ...” (28)


    Zweimal wurde die Junker-Inspektion hoch zu Ross im Winter in dem Städtchen für die Sammlung für das Winterhilfswerk herangezogen, wobei sie in die größeren Geschäfte sowie in den Untergrundbahnhof trotz der stollenbewährten Hufe der Pferde hineinritten!
    Karl Simon: “ ... Außerdem sammelten wir 3 Tage für das Winterhilfswerk zu Pferde in Göttingen, wobei wir mit den mit Stollen ausgerüsteten Pferden sogar über die Marmortreppen zur unterirdischen Bahnhofshalle in Göttingen hinab ritten, um unsere Büchsen zu füllen. Auch in die Straßengeschäfte steckten unsere Pferde ihre Köpfe. ...” (29)


    Beim Ausgang wurde das 10 Kilometer entfernte Göttingen und der Niklasberg, der über ein wunderschönes Cafe verfügte, als auch das 18 Kilometer entfernte Holtensen besucht; also Kontakte zur Zivilbevölkerung, schon auf Grund der vielen hübschen Mädchen und der vielen Kriegswitwen, gab es genug.


    Von einer Abstellung von Gespannen für Krankentransporte sowie die Funktion einer Leitstelle für zurückkehrende Verwundete (30) konnte Simon während seines Aufenthaltes, Oktober 1944 bis zum 10.Februar 1945, an der Schule nichts bemerken. (31)


    Ende November 1944 kam ein Pionier-Major des Heers aus dem Führerhauptquartier zum Vortrag über eine Unmenge neuer Waffen sowie die bevorstehende Offensive im Westen. Das es nun wieder vorwärts gehen sollte, begeisterte die Junker.
    Gleich darauf sprach der Schulkommandeur.
    Der Lehrgang sollte, durch besondere Anstrengungen der Junker, bereits im Dezember 1944 zum Oberjunker befördert werden und über Budapest mit Fallschirmen abgesetzt werden, da bei den beiden dort eingeschlossenen SS-Kavallerie-Divisionen akuter Führermangel herrschte. Das Schicksal meinte es aber gut mit den Junkern, es herrschte immer Nebel, so dass die für 16 Tage bereitgestellte Ju 52 wieder an die Front abgezogen wurde!


    Am 10.Februar 1945 wurden laut Karl Simon die 52 SS-Standartenoberjunker, die den Lehrgang bestanden hatten; vier waren durchgefallen; zur neuaufzustellenden 33., später umbenannt in 37. SS-Kavallerie-Division in den Raum Wien in Marsch gesetzt! „... Es ist so, dass auch in meinem Soldbuch die Versetzung zur 33.KavDiv eingetragen ist. Da die 33.aber die Waffen-Gren.Div.Charlemagne ist, muss es nachher nochmals eine Neubenennung gegeben haben, wobei wir zur 37.wurden. Mir hat das von der 33.Kav. niemand geglaubt und für einen Eintragungsfehler gehalten. ...” (32)


    Laut SS-Personalhauptamt. Personalamt der Waffen-SS, Berlin-Charlottenburg vom 16.Februar 1945: betr. Versetzung d. Teilnehmer des 13.K.-Reservejunkerlehrganges wurden nach „ … Abschluss des 13.Kriegs-Reservejunkjerlehrganges a. d. SS-Kav.Schule, Göttingen, … mit Wirkung v.10.2.45 unter Aufhebung der Kommandierung zur Kav.Schule, Göttingen, vom SS-Kav.A.u.E-Rgt …“ nur 34 Teilnehmer zur 33.SS-Kav.Div. und einer zur 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division versetzt. (33)


    Während des 13.Kriegs-Reserve-Junker-Lehrganges vom Okt.44 – Febr.45 wurden auch 6 georgische Offiziere in Weende ausgebildet, von denen die Waffen-Obersturmführer Borsi Sidamon-Eristawi und Alexander Tumanischwili bekannt sind. (34)


    Der erste, im Zuge der Durchnummerierung 14./15.Oberjunker-Lehrgang soll ebenfalls erst im Oktober 1944 durchgeführt worden sein. Der Lehrgang bestand aus einer bisher nicht näher bekannten Anzahl Oberjunker aus den Kavallerie-Einheiten der Waffen-SS. Auch dieser wurde bis Dezember 1944 beendet.


    Der erste Führerbewerber-Lehrgang soll wie die anderen beiden Lehrgänge in der Lehrgruppe B im Oktober 1944 begonnen haben; (35) dazu liegen aber leider keine Berichte von Teilnehmern vor. Es kann sich dabei nicht um den 18.FBLg vom 01.08.44 – 27.10.44 gehandelt haben. Möglich ist aber auch, dass der 20.Führerberwerber-Lehrgang erst vom 01.11.44 – 12.01.45 erfolgte, da aber die Zeitangaben für diese Lehrgänge an der SS-Kavallerie-Schule nicht denen der „offiziellen Lehrgänge“ für die Kriegslehrgängen an den Junkerschulen entsprechen, ist hier eine Einordnung kaum möglich.

    In der Zeit vom 3.Januar bis zum 17.März 1945 wurde der 16./17.Oberjunker-Lehrgang an der SS-Kavallerie-Schule durchgeführt.
    Auch hier liegt dem Chronisten ein Bericht vor. Nach der Absolvierung der SS-Junkerschule Braunschweig; Ernennung zum SS-Standarten-Oberjunker v. 15.12.1944; erfolgte nach einem kurzen Heimaturlaub am 3.1.1945 die Abkommandierung von Hans Hanebeck zum Waffenlehrgang zur SS-Kavallerie-Schule in Göttingen-Weende.
    Diese Schule unterstand während der Zeit dieses Lehrganges Oberst Sachenbacher, der von der Wehrmacht zur Waffen SS abkommandiert war und nach Ende des Lehrganges die Schule wieder verließ!
    Zur gleichen Zeit lief außerdem ein Führerbewerber-Lehrgang mit dem Abschluss zum SS-Junker.


    Die Beförderung der Absolventen dieses Lehrganges zum SS-Untersturmführer war für den 17.3.1945 vorgesehen, erfolgte aber offiziell nach einem kurzen Einsatz der ganzen Schule, d.h. auch unter Einsatz des so genannten Unterführer/Führerberwerber-Lehrganges, im Harz erst zum 23.3.45!
    Somit war Hans Hanebck der jüngste Untersturmführer der Kavallerie, worauf er natürlich auch „ …ein bisschen stolz…“ war!
    Nach Abschluss der Schule erreichte er zusammen mit drei weiteren Kameraden nach einer äußerst mühevollen und aufregenden Fahrt durch das zu diesem Zeitpunkt schon weitgehenst zerstörte Deutschland am 30.3.1945 den TrÜbPl.Beneschau bei Prag und wurde Zugführer in der 3.Schwadron des SS-Kavallerie-Ersatz-Regimentes (36) Teilnehmerlisten liegen für diesen Lehrgang leider bisher nicht vor.


    Anfang Januar 1945 begann, wahrscheinlich in der II. Inspektion der Lehrgruppe B, auch ein weiterer Führerbewerberlehrgang für die Junkerschule, der etwa 50 Mann stark gewesen sein soll. (37) Die Anschrift des SS-Reiters Heinz Söntgerath lautete am 19.März 1945: SS-Kav.Schule, 20 Göttingen-Weende, II.Inspektion. Damit gehörte Söntgerath vermutlich auch zum Führerbewerber-Lehrgang, der auch Übungen im Raum Göttingen durchführte. Auch Klaus Markmann kam „ …zu Ende des Winters 1944/45…“ zum Führervorbereitungs-Lehrgang zur SS-Kavallerie-Schule Göttingen - Weende, traf dort auch auf andere Führerbewerber des Rekrutenzuges der 7. Schwadron, SS-Kavallerie-A.u.E.-Regiment. (38)


    Aber auch hier liegen andere Angaben vor. Es soll neben den beiden bisher erwähnten Führerbewerber-Lehrgängen, den vom Oktober bis Dezember 1944 (?) und dem hier geschilderten, von Januar bis April 1945 (?), noch ein weiterer dritter, diesmal etwa 80 Führerbewerber starker Lehrgang, in Weende durchgeführt worden sein. (39)
    Wenn der zweite Lehrgang lediglich bis Februar/März 1945 gedauert hätte, ist natürlich eine Kommandierung zu einem dritten Lehrgang dieser Art möglich gewesen. Aus mangelnden Unterlagen kann der Chronist leider bisher nichts Genaueres dazu sagen.


    Für die Zeit vom 15.Januar bis zum 25.Februar 1945 liegen, leider keine detaillierten, Angaben zur Durchführung eines Reit- und Fahr-Lehrganges für Offiziere an der SS-Kavallerieschule vor; einer der wenigen Hinweise auf die Tätigkeit der Lehrgruppe A.
    Möglich ist die Teilnahme folgender SS-Führer an diesem Lehrgang, eine Bestätigung steht aber noch aus: Waffen-Hstuf. Gothards Kaulins, Waffen-Ustuf. (?) Artur Hugo Klaar und Waffen-Ostuf. (?) Friedrichs Lucis sowie Waffen-Ustuf. Nikolaus Omelianowitsch werden im Februar 1945 an der SS-Kavallerie-Schule genannt.


    Im Januar 1945 (?) sollen nicht weiter benannte Teile der Lehrgruppe A der SS-Kavallerie-Schule zu der auf Befehl des SS-Führungshauptamtes vom Dezember 1944 in Lingen, Kreis Bentheim, unter dem SS-Obersturmbannführer und Oberstleutnant der Polizei Otto Wagenknecht neu aufgestellten „SS-Reit – und Fahrschule“ getreten sein. Weitere Hinweise liegen bisher nicht darüber vor.


    An der Schule wurde noch im Februar 1945 ein Außenkommando des KL Buchenwald errichtet. Am 2. Februar 1945 verließen 30 Häftlinge das KZ Buchenwald und trafen einen Tag später in Göttingen ein. Die Häftlinge waren von der "Bauleitung der Waffen-SS und Polizei" in Göttingen für Bauarbeiten an der SS-Kavallerieschule in Weende angefordert worden. Bei den nach zwei Rücktransporten und entsprechenden Nachforderungen insgesamt 32 Häftlingen handelte es sich um ein nach Nationalitäten gemischtes Arbeitskommando, in dem die Polen nach den Ukrainern und Russen die größte Gruppe stellten. (40) Um welche Art der Bauarbeiten es sich gehandelt haben soll, ist bisher nicht bekannt.


    Am 10.Februar 1945 soll bei der SS-Kavallerieschule Weende unter der Bezeichnung “SS-Sammellager Göttingen” eine Auffangstelle für Versprengte der Waffen-SS eingerichtet worden sein. Damit gingen die bisherigen Aufgaben des aufgelösten SS-Auffanglagers “Kurmark” auf die Sammelstelle Göttingen über. Die Sammelstelle soll bei der Lehrgruppe B des SS-Sturmbannführers Rump eingerichtet worden sein und sei nur mit wenigen Mann besetzt gewesen. Die sich aus den Lazaretten hier meldenden Waffen-SS – Angehörigen wurden größtenteils zu ihren Stammeinheiten weitergeleitet. Der Durchlauf an Versprengten war verhältnismäßig gering. (41) Dagegen berichtete der Schuladjutant, SS-Obersturmführer Hans-Otto Mayer: “ ...Von einer offiziellen Sammelstelle kann eigentlich nicht gesprochen werden. Etwa ab Ende Januar 45 meldeten sich bei der Schule lazarettentlassene Männer der Waffen-SS, die meist zu berittenen Einheiten gehörten und dann entsprechend in Marsch gesetzt wurden. Nach meiner Erinnerung befand sich diese Auffangstelle in der personell meist schwach besetzten Lehrgruppe A. ....” (42)


    Ende Februar 1945 sollen noch Kommandierungen zu einem Lehrgang für Futtermeister an der SS-Kavallerie-Schule Göttingen erfolgt sein, weitere Angaben liegen aber wiederum nicht vor.

    Um den 1.März 1945 wurde der Oberst i.G. Sachenbacher von Schrottenburg in seiner Eigenschaft als Schulkommandeur abgelöst, da, so sein Adjutant, SS-Obersturmführer Hans-Otto Mayer, “ ... Zweifel an seiner positiven Einstellung zur SS höheren Ortes entstanden waren und sich Differenzen mit dem Göttinger Ortsgruppenleiter und dem zuständigen Kreisleiter ergeben hatten…“ Die kommissarische Leitung der Schule übernahm nunmehr bis zum Eintreffen des neuen Kommandeurs der SS-Stubaf Rump.
    SS-Obersturmführer Mayer berichtete, dass der SS-Obersturmbannführer oder bereits Standartenführer Karl Gesele vom SS-FHA als neuer Kommandeur in Weende ernannt worden war: „ … Als Gesele etwa Mitte März eintraf, kam fast gleichzeitig seine neue Kommandierung zu einer neu aufgestellten SS-Division als Kdr. Nach seinem etwa 2-tägigen Aufenthalt in Weende führte i.V. Stubaf. Rump die Schule bis zur Verladung und beim Abtransport. ...” (43)


    Demnach wurde abermals der Lehrgruppenkommandeur SS-Sturmbannführer Rump mit der Weiterführung der Schule beauftragt. (44)


    Anmerkungen und Quellen:
    23. Otto Kirchner, RK am 1.5.44 als Ustuf. u. Schwadronsfhr. im SS-KR 16 , ehem. beim SS-KR 3; gef. 5.45 in Prag als Kp.Fhr. i.d. SS-AA "Wallenstein", siehe dort, der Verf.
    24. K.Simon an den Verfasser v. 24.10.2007
    25. K.Simon v. 24.10.2007
    26. K. Simon v. 24.10.2007
    27. Hanns Bayer, Kavallerie-Divisionen der Waffen-SS, 1980, dort heißt es auch: „Auf Anforderung wurden Gespanne zum Krankentransport für die ausgelagerte Göttinger Frauenklinik zur Verfügung gestellt….“
    28. K. Simon v. 24.10.2007
    29. K. Simon v. 24.10.2007
    30. Hanns Bayer, Kavallerie-Division der Waffen-SS, 1980, S. 404-405
    31. K. Simon v. 24.10.2007
    32. Karl Simon an den Verf.v. 18.5.99, 5.6.2007, an Hugo Höcher v. 4.6.99, Kopie im Besitz des Verfassers
    33. Kopie des Befehles im Besitz des Verfassers
    34. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.4, s. a. (Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975, Borsi Sidamon-Eristawi (* 12. 5.1892 Manglisi/Georgien, 10.44 Ostuf.i.SS-Kav.AuE.Abt., 1.45 Ostuf.a. SS-Kav.Sch., Führerliste Moore) und Alexander Tumanischwili (* 26. 6.1891 Tiflis/Georgien, 11.44 Ostuf.i. SS-Kav.Sch., 2.45 Ostuf.i.Kaukas.Waffenverb., Führerliste Moore)
    35. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.3
    36. Hans Hanebeck an den Verfasser v. 1.1.2000
    37. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.3, auch hier scheint es sich nicht um den 22.FBLg vom 01.02.45 – 12.04.45 gehandelt zu haben, der Verf.
    38. H.O.Wachter, Watzlawitzer Reiter, S.82-88,92-93, Markmann kam am 6.5.45 noch zum Einsatz in Prag gegen den Aufstand der Tschechen, am 14.4.45 Verwundung und Gefangennahme am Stadtrand von Prag, Lager Budweis, s.a. Bericht Erwin Keller in Rolf Michaelis, Die Kavallerie-Division der Waffen-SS, Michaelis-Verlag, Berlin, 2.Auflg., 1998,S.82,106
    39. s. a. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.3
    40. s. a. http://zwangsarbeit-in-goettingen.de/texte/buchenwald1.hat: Das KZ-Außenkommando Buchenwald in Göttingen - Kommentierte Häftlingsliste, zusammengestellt von Dr. Cordula Tollmien im Februar 2001 mit Ergänzungen zur SS-Kavallerie-Schule vom 28. Oktober 2003
    41. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.4
    42. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975, die Erwähnung bei Hanns Bayer, Kavallerie-Division der Waffen-SS, 1980, S. 404-405: „ Ab November 1944 war die SS-Kavallerie-Schule auch Leitstelle für zur Front zurückkehrende Verwundete aus den Lazaretten….“ scheint damit unrichtig zu sein?
    43. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975
    44. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.4 – S.5 oben

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Vermutlich lief um den 3.März 1945 noch, wie an den anderen Waffen-Schulen, der 14.Kriegs-Reserve-Junker-Lehrgang an. Leider liegen hier keine weiteren Hinweise oder Dokumente vor, doch wurde im weiteren Verlauf immer wieder von einem „Junkerlehrgang“ berichtet.


    Im März 1945 soll die Schule berittene Kommandos aufgestellt haben, die in den Harz gesandt wurden. Oswald Bäder, anscheinend Teilnehmer des Führerbewerber-Lehrganges, berichtete dazu: “ … Einzelne Gruppen in Stärke von 10 – 20 Mann wurden im März abgestellt, um im Harz in der Gegend von Northeim Straßenkontrollen durchzuführen. Fremdarbeiter und Deserteure hatten sich in dieser Gegend bemerkbar gemacht, an einen Lehrbetrieb war nicht mehr zu denken….“ (45) SS-Obersturmführer Hans-Otto Mayer, wahrscheinlich zu der Frage nach Einsätzen von Schulangehörigen außerhalb der Schule: “ ...Von derartigen Einsatzbefehlen, von denen ich als Adjutant der Schule noch etwas wissen müsste, ist und war mir nichts bekannt. Es könnte sein, dass im Rahmen der Ausbildung von Unteroffizieren oder Führerbewerbern derartige Aktionen mehr zu Übungszwecken durchgeführt wurden ... “ (46) Aber auch Hans Hanebeck, Absolvent des 16./17.Oberjunker-Lehrganges an der SS-Kavallerie-Schule berichtete, dass dieser Lehrgang offiziell „ …nach einem kurzen Einsatz der ganzen Schule, d.h. auch unter Einsatz des so genannten Unterführer/Führerberwerber-Lehrganges, im Harz …“ dadurch erst zum 23.3.45 endete! (47)

    Mit Wirkung vom 14.3.1945 wurde der damalige SS-Obersturmführer und Ritterkreuzträger Joachim Boosfeld, Rückkämpfer aus Budapest von der 8.SS-Kavallerie-Division, an die SS-Kavallerie-Schule versetzt. Ob er seine Dienststellung angetreten hat und welche Funktion er übernehmen sollte, ist bisher nicht bekannt. (48)


    Ebenfalls in unbekannter Dienststellung soll der bisherige IVa der 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division, der SS-Sturmbann- oder Obersturmbannführer Karl von Türk im Frühjahr 1945 (?) zur SS-Kavallerie-Schule versetzt worden sein, angeblich auf Vorschlag des Divisionskommandeurs der 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division, SS-Brigadeführer Gustav Lombard, als „ ….Kommandeur der von Göttingen nach Prag verlegten SS-Kavallerie-Schule….“( 49) Leider liegen auch hier keine weiteren Hinweise vor.


    Am 19.März 1945 begann einer der wenig bekannten Lehrgänge in der Lehrgruppe A.
    Gustav Jeske, ehemaliger Angeh.d.8.SS-KavDiv, der der Zerschlagung der Division in Budapest entkommen konnte, berichtete: “ ... Ich wurde am 19.März 1945 wieder von meiner Einheit zu einem Schirrmeister-Lehrgang für 6 Wochen nach Göttingen – Weende abkommandiert. ...“ (50)


    Das Ende der Stationierung in Göttingen
    Laut Fernschreiben des OKH Nr. 3677/45 g.Kdos v. 25.3.1945 mit Bezug: OKH/ GenSt.d.H./OpAbt/ Abt Id, Bef.Nr. 3409/45 g.Kdos v. 21.3.1945, sollte die SS-Kavallerie-Schule Göttingen im Rahmen der Aktion Leuthen oder „Ost“- und „Westgotenbewegung“ sowie die Unterführerlehrschwadron Fürstenberg als „Sicherheitsbesatzungen 2.Ordnung (Schulen und Lehrgänge)“ neben anderen Ersatzeinheiten und Schulen der Waffen-SS durch das SS-Führungshauptamt der Heeresgruppe Süd in den Raum Preßburg zugeführt werden. „ … Die Einheiten sind als Sicherheitsbesatzungen in der slowakischen Schutzstellung und in der Pribina-Stellung einzusetzen. Erbetene Zuführungsorte im Einzelnen meldet HGr. Süd unmittelbar an SS-FHA und Feldtransport-Abt. Günther. Gez. Krebs, Gen.d.Inf. (51)


    Aber zu einer Zuführung in den Raum Pressburg kam es nicht mehr. Seit dem die Amerikaner aus ihrem Rhein-Brückenkopf bei Remagen zum Großangriff nach Osten angetreten waren und den Westerwald durchstießen, zeichnete sich die Verteidigung Göttingens ab. Im Rahmen der vorbereitenden Maßnahmen zur Verteidigung Göttingens soll der SS-Kavallerie-Schule anscheinend die Aufgabe zugekommen sein, den nordöstlichen Abschnitt des Standortbereiches Göttingen zu verteidigen. Doch der Adjutant der Schule, SS-Obersturmführer Hans-Otto Mayer, wusste hier zu berichten: “ ...Der Befehl (zur Verlegung der Schule) erging Ende März 1945. Der Befehl kam vom SS-FHA – In 3. Meines Wissens ist die Einbeziehung der Schule in eine geplante Verteidigung von Göttingen nie erfolgt. ...” (52)


    An Stelle des versetzten Oberst Zielke war bereits seit dem 17.Februar 1945 der Oberst von der Decken zum Kommandeur des Wehrbezirkes und Standortältesten von Göttingen ernannt worden. In der Nacht vom 25. und 26. März marschierten die einsatzfähigen Teile der Grenadier-Ersatz- und Ausbildungsbataillone 82 und 194 wie der Regimentsstab des Ersatz- und Ausbildungsregiments 571 unter Mitnahme des größten Teiles der Waffen und Ausrüstung in Richtung Uslar ab, um einen neuen Unterkunftsraum in Westfalen zu erreichen. In Göttingen blieben von den abrückenden Bataillonen nur die Genesenen-Kompanien, Marschunfähige und ein Teil des aus nur arbeitsverwendungsfähigen Soldaten bestehenden Stammpersonals zurück, insgesamt noch 350 Mann. An Waffen standen etwa 200 Gewehre und 3 leichte ältere Maschinengewehre zur Verfügung.
    Das Ersatzbataillon 194 besaß überhaupt kein Maschinengewehr. Das stärkste Bataillon war ein Bataillon Magenkranke in der Zieten-Kaserne, etwa 900 Mann. Es hatte zu 50 Prozent Gewehre und je Kompanie ein Maschinengewehr, war aber als Krankenbataillon nur sehr bedingt einsatzfähig. Das Heereswaffenamt, das seit einigen Tagen ebenfalls in der Zieten-Kaserne lag, bestand aus etwa 100 Offizieren, Beamten und Unteroffizieren, alle übrigen waren Zivilangestellte. Auch auf dem Fliegerhorst waren nur wenige Offiziere, Beamte und Unteroffiziere, auch hier bestand alles andere Personal aus Zivilisten.
    Der Heimat-Pferdepark in der Zieten-Kaserne konnte keine Soldaten für die Verteidigung abstellen, ebenso nicht die Heeres-Sanitätsstaffel wie die von Berlin nach hier verlegte Militärärztliche Akademie, da deren Angehörige in den von etwa 2000 Verwundeten belegten Lazaretten eingesetzt waren. Andere deutsche Truppen waren nicht vorhanden, denn die Aufklärungs-Ersatzabteilung 3 (Zieten-Kaserne) war im Abzug in das Protektorat Böhmen und Mähren begriffen und die SS-Kavallerieschule in Weende war zum Abtransport nach Süddeutschland bereit. Zur Verfügung stand lediglich noch ein Bataillon des Königlich Ungarischen Regiments 84 (Stab Hannover): 900 Mann, das aber aus unausgebildeten Mannschaften bestand und nur ungefähr 100 Gewehre besaß. Der größte Teil aller Soldaten - auch der deutschen - hatte kein Seitengewehr.
    Mit diesen an Zahl geringen und vor allem an Ausrüstung völlig kampfunfähigen Kräften, zu denen noch der teilweise überhaupt nicht ausgerüstete Volkstum kam, sollte Göttingen auf Befehl des Gauleiters und Reichsverteidigungskommissars Lauterbacher, den der Kreisleiter Gengler noch mit besonderer Schärfe unterstrich, verteidigte werden. Für den Fall einer längeren Einschließung der Stadt war die Ernährung der Zivilbevölkerung in keiner Weise gesichert.
    Der Plan war, die Stadt an den Rändern zu verteidigen. Sie war daher in vier Sektoren eingeteilt. Die Grenzen dieser Verteidigungssektoren waren die Reinhäuser Landstraße, die Groner Landstraße, die Weender Landstraße und die Herzberger Landstraße mit ihren Verlängerungen. Für den Fall der Eroberung lag ein Befehl Hitlers vor, sämtliche Verkehrseinrichtungen, Nachrichtenanlagen und Truppenunterkünfte zu zerstören. (53)


    Anscheinend erging aber erst am 27.März 1945 seitens des SS-FHA der Befehl zur sofortigen Verlegung der Schule in das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren.
    Zwar wurden am Ostersonntag noch kleinere Kampfgruppen zusammengestellt, auf Lkws verladen und auf der Reichsautobahn in Richtung Kassel in Marsch gesetzt, Abfahrt Ostermontag, um hier die amerikanischen Panzerspitzen aufzuhalten. Doch zu einem Einsatz kam es nicht mehr. (54)


    Der Führerbewerber-Lehrgang soll aber bis mindestens 28.3.1945 zu Ende geführt worden sein. (55.)


    Interessant ist der Hinweis von Hans Hanebeck, Absolvent des 16./17.Oberjunker-Lehrganges an der SS-Kavallerie-Schule, der nach Abschluss der Schule zusammen mit drei weiteren Kameraden nach einer „ …äußerst mühevollen und aufregenden Fahrt durch das zu diesem Zeitpunkt schon weitgehenst zerstörte Deutschland …“ am 30.März 1945 den Tr.Üb.Pl. Beneschau bei Prag erreichte, wo er Zugführer in der 3.Schwadron des SS-Kavallerie-Ersatz-Regimentes wurde. (56)
    Demnach wurden die Absolventen dieses Lehrganges nach dem 23.März 1945 von der Schule zu den vorgesehenen Einheiten versetzt.


    Aber nicht alle Schulangehörigen kamen ins Protektorat. Der bisherige Kommandeur der Lehrgruppe A, Sturmbannführer Josef Fritz, kam mit seinem Adjutanten, SS-Obersturmführer Emil Huober. nach Lingen und löste dort anscheinend SS-Obersturmbannführer und Oberstleutnant der Polizei Wagenknecht als Kommandeur der SS-Reit- und Fahrschule Lingen, Kreis Bentheim, ab. Huober wird stellvertretender Kommandeur. (57)


    Der ominöse Einsatz im Harz


    Obwohl die Schule ab dem 1.April 1945 in Richtung Protektorat abtransportiert wurde, sollen Teile um den 5.-10.April1945 im Raum Göttingen im Einsatz gewesen sein und sich vermutlich nach dem Fall von Göttingen in den Harz zurück gezogen haben. (58) Oswald Bäder berichtete: “ .. Anfang April 1945 fuhren einzelne Kampfgruppen, auf LKW verladen, auf der Autobahn Richtung Holzminden, um die von Kassel vordringenden amerik. Panzerspitzen anzugreifen. Aber die Panzer blieben bei Kassel stehen. …“ (59)
    Nach einer Quelle soll eine 100köpfige Schwadron der SS- Kavallerieschule im Ostharz buchstäblich untergegangen sein. (60) Dazu wird für die Zeit um den 17.April 1945 berichtet: “ ... In Stangerode wurden die Hitlerjungen (der HJ-Kgr. Hstuf Krumarek) durch eine Reiterschwadron verstärkt. Die ca. 100 Mann trugen die Gewehre quer über dem Rücken, saßen auf geschniegelten Pferden mit blankem Zaumzeug und an ihren Stiefeln blinkten die Sporen. Ihnen voran ritt stocksteif und mit unbewegtem Gesicht ein greiser Offizier mit dem Dienstgradabzeichen eines Hauptmanns. Sie schienen wie Antagonisten die Letzten einer längst vergangenen Zeit zu sein. Tatsächlich kamen sie aber aus der Reitschule Göttingen und waren auf ihrem Weg hierher der motorisierten US-Infanterie schon mehrfach entwischt. Nun wollten sie eigentlich den Harzkessel nach Osten verlassen. Da das aber nicht mehr ging, entschloss sich der Schwadronschef zum Kampf. Er ließ sich von seinen Junkern aus dem Sattel heben, zog einen dünnen Gehstock unter den Satteltaschen hervor und schritt mit schleifendem Mantel auf eine Anhöhe. Die Hitlerjungen murmelten: “ Wie der Alte Fritz”, aber seine Junker redeten ihn mit “Herr Rittmeister” an. Dann saß die ganze Schwadron ab, einige brachten die Pferde in den Wippraer Forst und die anderen suchten sich Stellungen.
    Ein paar Stunden später war Gefechtslärm im Westen zu hören: Das 47.InfRgt der 9.US-InfDiv griff Pansfelde an und drohte damit den einzigen Rückzugsweg abzuschneiden. Hauptsturmführer Krumarek ließ daraufhin die Stellungen bei Stangerode räumen und zog sich in die Wälder zwischen Pansfelde und Meisdorf zurück, um bei nächster Gelegenheit nach Westen durchzubrechen.
    Der Rittmeister ließ aufsitzen und trabte davon. Als er die Straße von Pansfelde erreichte, folgte er ihr nach Norden, in Richtung Meisdorf. Tatsächlich war dieser Ort noch nicht von Amerikanern besetzt, und auch in Ballenstedt und Hoym waren noch schwache deutsche Kräfte. Der Rittmeister schien die Spur einer Chance zu haben, den Amerikanern noch ein weiteres Mal zu entkommen. Aber dann heulten hinter ihnen die Motoren von Jeeps und Spähpanzern auf, und die ersten MG-Garben zischten über die Köpfe der geduckt dahingaloppierenden Reiter. Auf der abschüssigen Straße bei den Hahnenköpfen gab es ein kurzes blutiges Gemetzel, bei dem weder Mensch noch Tier geschont wurden. – Am nächsten Tag kamen ein paar pferdelose Reiter zu den Hitlerjungen und erzählten, fast alle seien gefallen, auch der “Alte Fritz”. Einige der gefallenen Reiter sind vermutlich in Meisdorf beigesetzt worden. ...” (61) Es ließ sich aber bis her nicht klären, um welche Kampfgruppe es sich hier gehandelt hat.


    Anmerkungen und Quellen:
    45. Oswald Bäder an W.Vopersal v. 18.2.73, s. a. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.5
    46.Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975)
    47. Hans Hanebeck v. 1.1.2000
    48. Joachim Boosfeld, * 1.6.22 Aachen, SS-Nr. 362 256 (seit 20.11.39), 30.12.44 DK.i.G, 21.2.45 RK als Fhr 4./SS-KR 16, s. a. John P.Moore, Führerliste der Waffen-SS, Part I, 2003 Portland, USA, Unterlagen Boosfeld
    49. Rudolf Pencz, Vor Haus und Hof und Kind und Weib. Donauschwäbische Grenadiere an der Donau und in Schlesien, Die Geschichte der 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division, S.20, dort heißt es: SS-Obersturmbannführer Karl von Türck, Jahrgang 1888, erhielt sein Leutnantspatent der Ku.K.-Ulanen am 18.8.1910 und kämpfte im I.Weltkrieg als Ulanenoffizier. Anschließend diente er als Kgl.Ungarischer Honvéd-Husarenoffizier, zuletzt Oberst, bis er im Jahre 1944 zur Waffen-SS übertrat. Bei der Aufstellung der 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division übernahm er (ab dem 1.10.1944 ?) die Dienststellung des Divisionsintendanten IVa., s. a. S. 117 soll … „zum Kommandeur der von Göttingen nach Prag verlegten SS-Kavallerie-Schule, eines letzten Hortes chevaleresker Überlieferungen seiner altehrwürdigen Waffengattung ernannt“ worden sein.
    50. Gustav Jeske an W.Vopersal v.21.10.1978, Fragekasten Nr.711 DF 9/1978
    51. BA NS 756/331
    52. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975, s. a. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.5)
    53. www.stadtarchiv.goettingen.de/chronik/1945_04.htm , s.a. Ulrich Saft, Krieg in der Heimat – bis zum bitteren Ende im Harz, Militärbuchverlag Saft, Walsrode, 1996, S.169
    54. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.5
    55. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.6, Mitteilung Kronthaler
    56. Hans Hanebeck v. 1.1.2000
    57. Dr. Herbert Scholtis an Wolfgang Vopersal 1985, dort wird Wagenknecht als Kdr. der „Remonteschule“ genannt, gemeint ist aber die Reit- und Fahrschule Lingen, Kreis Bentheim, s. a. d.)
    58. DF 1/1973, S.19)
    59. Oswald Bäder an W.Vopersal v. 18.2.73)
    60. Ulrich Saft, Krieg in der Heimat – bis zum bitteren Ende im Harz, Militärbuchverlag Saft, Walsrode, 1996, S.169)
    61. Ulrich Saft, Krieg in der Heimat – bis zum bitteren Ende im Harz, Militärbuchverlag Saft, Walsrode, 1996, S.323 – 324

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  • Die Verlegung und das Ende der Schule
    In den Tagen bis zum 1.April (Ostersonntag) verlud die Schule auf dem Bahnhof Göttingen und verlegte in insgesamt 3 Transporten mit ca. 100 Mann Stammpersonal und ca. 1 000 Lehrgangsteilnehmern, nachdem bereits noch ein Teil der Lehrgangsteilnehmer zu ihren Stammeinheiten in Marsch gesetzt worden sein sollen. (62) Woher diese Stärkeangaben stammen, kann nicht beurteilt werden; bei Aufstellung der Schule sollen nur 80 Mann Schul-Stammpersonal zur Verfügung gestanden haben, dazu 70 Pferde; bei voller Besetzung der Lehrgänge hätten etwa 200 Schüler an der Schule ausgebildet worden können. Das könnte aber eine laufende Verstärkung der Schule und der Lehrkapazität seit ihrer Aufstellung bedeuten.


    Teilnehmer am Führerbewerber-Lehrgang, berichteten, dass am 1. und/ oder 2.April 1945 die II. Inspektion der Lehrgruppe B mit Pferden und Gerät in Göttingen verladen wurde und über Nordhausen, Leipzig, Prag auf den SS-Truppenübungsplatz Böhmen und Mähren verlegt wurde, um den Lehrgang fortzusetzen, der aber auf Grund der dortigen Lage dann aufgelöst wurde und in den Einsatz gelangte.
    Die Ankunft erfolgte am 5.April 1945 im Raum Marschowitz - Bistritz, etwa 20 Kilometer von Marschowitz entfernt. (63)
    Demnach ist die Angabe, dass bei der Verlegung der Schule die Pferde gegen Quittung an die Landwirte in der Umgebung von Göttingen abgegeben werden mussten, da ein Pferdetransport schon nicht mehr möglich war, wohl nicht ganz zutreffend. (64)
    Gustav Jeske, Teilnehmer an einem Schirrmeister-Lehrgang bei der Lehrgruppe A, berichtete, dass auch sein Lehrgang am 1.Ostertag (1.April 1945 ?) von Weende nach Beneschau verlegt wurde. (65) Über die anderen Lehrgänge liegen bisher keine Berichte vor.


    Der letzte Transport mit dem Oberjunker-Lehrgang (?) unter SS-Obersturmführer Schmidt verließ Göttingen, nach der Verladung am Güterbahnhof (?) am 1.April 1945.
    Zurück blieb lediglich der SS-Hauptsturmführer Dr. Mayer, der für die Auflösung der Schule verantwortlich zeichnete. Nach Erledigung aller Abwicklungsformalitäten und nach Abfahrt des letzten Transportes begab er sich nach Berlin, um hier den Vollzug zu melden. (66) Dieser berichtete: “ ... Die Transporte verließen um den 1.April herum Göttingen. Verlegt wurde aus der Schule mit dem Stammpersonal (ca. 100 Mann und ca. 80 Pferden) in drei Zügen ab Bahnhof Göttingen Richtung Protektorat.
    Die gesamte Schule einschließlich gewisser Lehrmittel (Bibliothek, Schreibmaschinen, Radiogeräte usw.) wurde verladen außer rund 300 Kaninchen, die auf Reichsführerbefehl gehalten werden muten zwecks Gewinnung von Fellen. Sie wurden vor Abzug des Stammpersonals geschlachtet.
    Die Lehrgangsteilnehmer waren vorher vor Ablauf und Ende der betr. Lehrgänge zu ihren Einheiten in Marsch gesetzt worden. Die Lehrgangsteilnehmer wurden entsprechend eingehender Versetzungsbefehle zu den genannten Einheiten in Marsch gesetzt. …“ (67)
    Gerade diese Angaben lassen sich nicht bestätigen, denn laut verschiedenen Berichten wurden zumindest die Teilnehmer am Führerbewerber-Lehrgang mit ins Protektorat verlegt (s. u.). Vermutlich bezog sich Mayer auf die Versetzung der Absolventen des 16./17.Oberjunker-Lehrgangs, die ab dem 23.März 1945 von der Schule versetzt wurden. Es kann vielleicht auch für abgeschlossene Lehrgänge der Lehrgruppe A zutreffen, über die aber keine Berichte vorliegen, aber auch der Schirrmeister-Lehrgang in dieser Lehrgruppe kam auf den SS-Truppenübungsplatz „Böhmen und Mähren“.


    Weiter Dr. Mayer: „ … Mir ist das Eintreffen im Raum Beneschau nicht bekannt. Ich hatte als Adjutant als Letzter die Schule zu verlassen und der vorgesetzten Dienststelle in Berlin persönlich Meldung vom Abtransport der Schule in das Protektorat und Auflösung der Schule zu machen.
    Wie ich hörte, geriet die Masse des Stammpersonals beim Eintreffen am Bestimmungsort in russ. Gefangenschaft oder wurden von Tschechen ermordet. Die Züge, die in dieser Endphase des Krieges quer durch Deutschland fuhren, sollen auch unter Fliegerbeschuss geraten sein, Teile der Mannschaft soll sich selbständig entfernt haben.
    Merkwürdigerweise habe ich über dies alles nie mehr etwas Authentisches gehört. Ich selbst verblieb in Berlin nach meiner Meldung bis etwa 19.4. in den Räumen der Reichskanzlei bei einem Regimentskameraden, dem letzten Adjutanten von Hermann Fegelein. Eine militärische Verwendung für mich war nicht gegeben, ich wurde schließlich über München, wo noch eine SS-Einheit aufgestellt werden sollte, nach Schloss Fischhorn bei Zelle am See, wo sich ein Haflinger-Gestüt befand, in Marsch gesetzt und kam am 8.Mai in amerikanische Gefangenschaft. ...” (68)

    Die 3 Bahntransporte sollen unterwegs von russischen Flugzeugen so stark und immerwährend angegriffen worden sein, dass ein Großteil der Führer und Mannschaften den Raum Prag gar nicht mehr erreichten. (69) Vermutlich trifft das nicht für alle der drei (?) Transporte zu, laut Berichten von „ … Teilnehmern des Führerbewerber-Lehrganges, die von Verladung und Abtransport der Pferde nach Prag sowie von k e i n e n (Hervorhebung durch den Verf.) Fliegerangriffen während der Fahrt berichteten. ...” (70)


    Einer der Transporte (mit welchen Lehrgangsteilnehmern?) soll sich am 9.April 1945 in Wittenberge/Elbe befunden haben, durch Umleitungen und Jaboangriffe verzögerte sich anscheinend sein Eintreffen im Protektorat.


    Um den 4.April 1945 trafen die ersten Transporte auf dem SS-Tr.Üb.Pl. Böhmen und Mähren im Raum Lätzow – Beneschau – Marschalitz (?) ein.
    Der Führerbewerber- und der Junker-Lehrgang zogen getrennt in zwei Ortschaften unter. Leider liegen über den Verbleib der Schulangehörigen und Lehrgangsteilnehmer nur wenige Berichte vor, hier aber hauptsächlich von Angehörigen der 2.Inspektion.


    Der Führerbewerber-Lehrgang (2.Inspektion) entlud in Beneschau und wurde von dort, nach Angaben von Heinz Golinski, nach Leschan bei Prosetschnitz/Kienschlag weitergeleitet. (71)
    Hier wurde der Lehrgang anscheinend nach 2 bis 3 Tagen aufgelöst (72) und die Führerbewerber auf die Schwadronen des in der Aufstellung (?) befindlichen SS-Kavallerie-Ausbildungs- und Ersatz-Regiments verteilt. (73) Die Einheit wird an anderer Stelle auch als „SS-Kavallerie-Regiment Plänk“ bezeichnet, ist aber auf Grund meiner bisherigen Nachforschungen m. E. dieselbe Einheit.


    Oswald Bäder wurde dabei „ …zur 3.Reiter-Schadron nach Marschowitz (Böhmen-Mähren) versetzt. ...” (74) Hier muss der ehemalige Absolvent des 16./17.Oberjunker-Lehrgangs, der SS-Untersturmführer Hans Hanebeck, bis April 1945 Zugführer gewesen sein, (75) der Schwadronsführer war ein SS-Untersturmführer Brunner.


    Erwin Keller, Teilnehmer am Junker-Vorbereitungslehrgang, kam nach seinen Angaben zur 5.Ausbildungs-Schwadron des SS-Kavallerie-Ausbildungs- und Ersatz-Regiments unter der Führung des SS-Obersturmführers Ertl: “ ... Bei der Aufteilung gab es viele neue Gesichter und Bezeichnung (-en) unseres Verbandes. Kampfgruppe Plänk, Kampfgruppe Böhmen und Mähren sind noch in meiner Erinnerung. Von einer neuaufgestellten 37.SS-Kavallerie-Division erfuhr ich erst später.
    Marschowitz und Watzlawitz sind mir noch in Erinnerung. Von hier aus wurde unser in Eile zusammengestellter Verband in Richtung Prag in Marsch gesetzt. Trotz meiner bei der Gefangennahme abhanden gekommen Aufzeichnungen erinnere ich mich noch genau an unseren Chef – SS-Obersturmführer Ertl (Träger des Deutschen Kreuz in Gold, bei den letzten Kampfhandlungen in Prag schwer verwundet), sowie an den SS-Untersturmführer Köhler, welcher anschließend das Kommando bis zum Ende und der Gefangenschaft übernommen hatte. ...” (76)


    Heinz Golinski, bisher 2.Inspektion, die in Leschan aufgelöst wurde und deren Angehörige “ ... auf verschiedene Schwadronen verteilt ...” wurden, schrieb nach dem Krieg: “ ... Ich landete bei einer Fahrschwadron. Nr. und Chef der Einheit ist mir nicht mehr bekannt. Dort vorübergehend als Ausbilder überwiegend älterer Soldaten tätig. Ende April, durch Veranlassung des Ostuf. Hermann Reinecke, der als Adjutant in der neu aufgestellten 1.Abtlg. fungierte, in die Meldestaffel. Chef dieser 1.Abtlg.war der Stubaf Rump. Ortslage des Stabes leider nicht mehr bekannt. ...” (77)


    Neben der Stabsschwadron der Kavallerie-Schule Göttingen, oder der II. Inspektion/ Lgr.B wurde anscheinend auch die bisherige Unterführerschule Dahmshöhe mit Stab und zwei Schwadronen auf dem SS-Tr.Üb.Pl. Beneschau in das dort in Aufstellung befindliche SS-Kavallerie-Regiment ”Plänk” eingegliedert, auch hier liegen keine weiteren Berichte ehemaliger Angehöriger vor.


    Regiments-Kommandeur:
    SS-Ostubaf. Willi Plänk (?)


    I.Abt.
    SS-Stubaf. Willi Rump (78)


    Adjutant
    SS-U-/Ostuf Hermann Reinecke
    Stabsschwadron (Stamm-Schwadron)


    1.Schwadron


    2.Schwadron
    SS-H-od.Ustuf.Friedrich ?


    3.Schwadron
    SS-Ustuf. Erich (?) Brunner
    Zugführer:


    4. (MG-)Schwadron
    SS-Hstuf Brockmann ?


    Fahrschwadron


    II.Abt.
    Geißler ? Hstuf. Conrad ?


    Adjutant


    Stabs-Schwadron
    SS-Ustuf. Richard Frick


    5.Schwadron
    SS-Ostuf. Ertl
    Zugführer:
    SS-Ustuf. Edgar Steinbrenner
    SS-Ustuf. Köhler


    6.Schwadron
    7.Schwadron
    8.Schwadron
    Fahrschwadron


    Der Regiments-Stab lag vermutlich im Schloss Konopiste, in der Nähe von Watzlawitz.


    Schwierigkeiten bei der Einordnung machen in diesem Zusammenhang Berichte, die für diesen Zeitraum auch eine Neuaufstellung eines Regimentes für die 37.SS-Kavallerie-Division erwähnen, das als „37.Regimentes der 37.SS-Kav-Div“ (79) oder SS-Kavallerie-Regiment 93 (80) bezeichnet wird. Diese Aufstellung scheint aber eng mit dem SS-Kavallerie-Ausbildungs- und Ersatzregiment durchgeführt worden zu sein.
    Dabei kam der SS-Untersturmführer Hans Hanebeck, zuvor Zugführer in der 3.Schwadron des Kavallerie-AuE-Regiments, nach dem 16.April 1945 als Ordonnanzoffizier des vorläufigen Regimentskommandeurs, eines SS-Hauptsturmführer Eggers, ernannt wurde. (81) Bis zum Ausbruch des Prager Aufstandes am 5.Mai 1945 soll die Aufstellung des neuen Reiter-Regimentes inzwischen soweit gediehen gewesen sein, das drei Schwadronen aufgestellt werden konnten, die allerdings weitgehenst aus 15-16jährigen Freiwilligen bestanden, wie das in der Endphase des Krieges des Öfteren geschah und die aus den verschiedensten Wehrertüchtigungs-Lagern oder aus anderen Lagern und Heimen in der Tschechei kamen. Diese drei Schwadronen unterstanden einem SS-Hauptsturmführer Conrad. (82)


    Ob es sich hierbei um das Regiment gehandelt hat, das der SS-Obersturmbannführer Werner Siegfried aufzustellen hatte, kann bisher nicht bestätigt werden. Dieser kam, nach Überstellung zur Waffen-SS als Oberstleutnant der Luftwaffe zum 30.9.1944 nun Obersturmbannführer, laut seinen Angaben zu einem von ihm nicht näher benannten Zeitpunkt, etwa Februar oder März 1945, nach Beneschau und sollte dort die aus dem Kessel Budapest zu erwartenden Angehörigen der SS-Kavallerie-Divisionen in einem neuen Regiment zusammenfassen. Leider berichtet er keine Einzelheiten, lediglich über das Ende schreibt er : „… Nach der Kapitulation rückten wir nach Westen ab“ Ob zu diesem Zeitpunkt noch der von ihm als Regiments-Adjutant genannte Ober-/Hauptsturmführer Nemitzer, angeblich Jurist aus Wien, bei ihm war, schreibt er nicht. (83) Über seine Tätigkeit auf dem SS-Truppenübungsplatz bzw. beim SS-Kavallerie-Ausb.u.Ers.Rgt. ist mir ebenfalls bis heute nichts bekannt geworden.


    Es wurden aber anscheinend nicht alle Lehrgangsteilnehmer der SS-Kavallerie-Schule auf das SS-Kavallerie-Ausbildungs- und Ersatz-Regiment verteilt. Gustav Jeske, Teilnehmer an einem Schirrmeister-Lehrgang bei der Lehrgruppe A, berichtete: “ ... Wir sind ausgeladen worden, haben dann noch einige Tage Lehrgänge durchgeführt, dann sind wir wieder verladen worden, weil die russische Front sich näherte. Wir lagen etwa 1 Woche auf dem Bahnhof. Es war nicht möglich, wegzukommen, weil durch feindliche Flieger die meisten Lokomotiven zerstört worden waren.
    Ich selbst habe meine Einheit (37.SS-KD, der Verf.) nicht mehr gefunden, nachdem die Lehrgangsteilnehmer 3-4 Tage vor Kriegsende zu ihren alten Einheiten in Marsch gesetzt worden waren. Somit kam ich in tschechische Gefangenschaft, wo ich jedoch flüchten konnte.
    Dann erwischten mich die Amerikaner in der Gegend von Pissek-Strakonice. In dem Lager soll sich auch der Kommandeur der Reit- und Fahrschule, Fritz, befunden haben. Aus der amerikanischen Gefangenschaft gelang die Flucht nochmals, aber ich geriet bald in russische Gefangenschaft, wo wir, einige SS-Leute, durch unsere Blutgruppe ausgesucht (wurden) und sind nachts zum Erschießen transportiert worden. Da es aber junge Russen waren, ist es mir und noch jemanden gelungen, in der Dunkelheit einen nicht aufmerksamen Russen durch einen blitzschnellen Kinnschlag k.o. zu schlagen und in der Dunkelheit zu verschwinden. ...”(84)


    Der Ritterkreuzträger SS-Obersturmführer Otto Kirchner, bisher Inspektionschef an der SS-Kavallerie-Schule, wurde im April 1945 noch Schwadronsführer einer Radfahr-Schwadron in der SS-Radfahr-Abt Körner der SS-ArtSchule II. Er wurde, beim Einsatz in Prag verwundet, anscheinend in einem Keller in Prag von den tschechischen Aufständischen mit einem Spaten erschlagen, weil er sein Ritterkreuz nicht hergeben wollte. (85)


    Nach Ausbruch des Aufstandes in Prag ab dem 5.Mai 1945 wurden auch die bisherigen Angehörigen der SS-Kavallerie-Schule im Rahmen der Kampfgruppen des SS-Kavallerie-Regimentes nach dort hin in Marsch gesetzt. Bei dem anschließenden Versuch, sich ab dem 8.Mai 1945 zu der amerikanischen Demarkationslinie durchzuschlagen, wurden die Einheiten vielfach versprengt und die Männer gerieten, wenn sie es überlebten, in tschechische, russische oder auch amerikanische Gefangenschaft.


    Mit der Verlegung der SS-Kavallerie-Schule auf den SS-Truppenübungsplatz Böhmen und Mähren um den 1.April 1945 endet praktisch ihre nur kurze Geschichte nach nur knapp 6 ½ Monaten.
    Die Bemerkung bei Hanns Bayer „… Seit Bestehen der Schule hatte sie 2 Unterführer-Lehrgänge und 1 Oberjunker-Lehrgang abschließen können… ist m. E. unrichtig.


    Bekannt sind mindestens zwei, wenn nicht drei Führerbewerber-Lehrgänge, der 14./15.Oberjunker- und der 16./17.Oberjunkerlehrgang sowie der 13.Kriegs-Reserve-Junker-Lehrgang, da der 14.KRJL nicht mehr abgeschlossen werden konnte. Über die Unterführer-Lehrgänge bei der Lehrschwadron Dahmshöhe liegen keine Einzelheiten vor.


    Folgende SS-Führer werden für ein bestimmtes Datum an der SS-Kavallerie-Schule genannt, leider war es bisher nicht möglich, festzustellen, welche Dienststellung oder Funktion diese hatten (86)
    SS-Hstuf. Dr. Walter Bernoth 00.11.44
    SS-Ustuf. Bernhard Cebulla 00.01.45
    SS-Ustuf. Richard Frick 00.10.44
    SS-Ustuf. Richard Grundmann 00.01.45
    SS-Ustuf. Horst Werner Helbig 00.12.44
    SS-Ustuf. Ernst Wolfgang Maasberg 00.10.44
    SS-Ustuf. Robert Radke 00.01.45
    SS-Ustuf. Oskar Rakovski 00.01.45
    SS-Ustuf. Otto Richber 00.12.44
    SS-Ustuf. Hans-Karl Stanislaw 00.12.44
    Waffen-Ustuf. (?) Silviu Stoia 00.01.45
    SS-Stubaf. Anton Vandieken 00.03.45
    SS-Ostuf. Richard Vorwerk 00.10.44
    SS-Hstuf. Johanes Weinert 00.12.44


    Anmerkungen und Quellen
    62. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.5)
    63. Heinz Söntgerath schrieb vom 1.April 1945, am 8.April 1945 kam ein Brief von ihm von Kienschlag nach Hause, s. a. H.O. Wachter, Watzlawitzer Reiter, S.92-93, Heinz Golinski schreibt von einer Verladung, am 1./2.April 1945, Heinz Golinski an W.Vopersal v. 13.4.1975; Erwin Keller berichtete, dass der Lehrgang am 2.April 1945, Ostermontag, abgebrochen wurde und alle Mann mit Pferd und Gerät bahnverladen wurden, sowie den Weg der Verlegung über Nordhausen, Leipzig, Prag zum Truppenübungsplatz Böhmen und Mähren; s. a. Rolf Michaelis, Die Kavallerie-Division der Waffen-SS, Michaelis-Verlag, Berlin, 2.Auflg., 1998,S.82,106; die Verlegung des FB-Lg. bestätigt auch der damalige Uscha. Alois Sperl, damals Ausbilder im Führer-Vorbereitungslehrgang, in einem Schreiben an Wolfgang Klahn v. 1.3.1993, Kopie im Besitz des Verfassers)
    64. siehe auch Hanns Bayer, Kavallerie-Division der Waffen-SS, 1980, S. 404-405
    65. Gustav Jeske an W.Vopersal v.21.10.1978, Fragekasten Nr.711 DF 9/1978
    66. Wolfgang Vopersal, Die SS-Kavallerieschule Weende, Manuskript, Kopie N 756, S.5
    67. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975
    68. Dr.Dr.h.c. Hans-Otto Mayer v. 20.5.1975. Dabei scheint es sich um das SS-Remonteamt Fischhorn, (Fischhorn b. Bruck) gehandelt haben, der Verf.
    69. Hanns Bayer, Kavallerie-Divisionen der Waffen-SS, 1980, S.404-405
    70. K.Simon v. 24.10.2007
    71. (Heinz Golinski an W.Vopersal v. 13.4.1975
    72. Oswald Bäder an W.Vopersal v. 18.2.73
    73. siehe auch DF 8/76,S.31: Verlegung der SS-Kavallerie-Schule Göttingen im April 1945 zum SS-Kavallerie-A.u.E.Rgt. auf dem SS-Tr.Üb.Pl.Beneschau bei Prag und Verteilung der Angehörigen auf mehrerer Schwadronen des Regimentes
    74. Oswald Bäder an W.Vopersal v. 18.2.73
    75. Hans Hanebeck v. 1.1.2000
    76. Rolf Michaelis, Die Kavallerie-Division der Waffen-SS, Michaelis-Verlag, Berlin, 2.Auflg., 1998,S.82,106
    77. Heinz Golinski an W.Vopersal v. 13.4.1975
    78. wird auch als “SS-Ostubaf.u.Obstlt.d.Pol“ bezeichnet, der Verf.
    79. s. a. H. Hanebeck v. 1.1.2000
    80. Hermann Melcher in u. a. Rolf Michaelis, Die Kavallerie-Division der Waffen-SS, Michaelis-Verlag, Berlin, 2.Auflg., 1998,S.99, von Melcher aber auch „95.SS-Kavallerie-Regiment“ bezeichnet, s. a. H. Melcher, Die Gezeichneten, S. 10, H.O. Wachter, Watzlawitz, S.98-124
    81. H.Hanebeck v. 1.1.2000
    82. H.Hanebeck v. 1.1.2000, ein Hstuf. Conrad wird auch im Zusammenhang mit der Unterführerschule Dahmshöhe genannt, der Verf.
    83. Werner Siegfried v. 8.2.1965, BA N 756/272, Amerikanische Kgf., dann Russe. Flucht nach Jena. 16.6.1945 aus US-Kgf. als Landwirt und aktiver Offizier entlassen
    84. Gustav Jeske an W.Vopersal v.21.10.1978, Fragekasten Nr.711 DF 9/1978
    85. lt. Angaben eines Augenzeugen auf einem Treffen in Sonthofen, mitgeteilt durch einen ehemaligen Angehörigen der Schule, Name dem Verfasser bekannt
    86. Quelle Führerliste der Waffen-SS von John P. Moore

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Guten Tag Rolandus,
    hier noch eine kleine Ergänzung zum 16./17.OJL. Im folgenden Befehl (Quelle: BArchB) findet sich ein Hinweis auf den Oberjunkerlehrgang bis März 1945 in Göttingen.
    Beste Grüße, westermann


    SS-FHA., Berlin-Wilmersdorf, Kaiserallee 188, 10.12.1944
    Abt.2/I, AZ.: 22016


    Betr.: 16. KJL an der SS- und Waffen-Junkerschule Braunschweig
    Lehrgangsteilnehmer, die den Lehrgang bestanden haben, werden zum 16./17. Oberjunkerlehrgang der SS-Kavallerie-Schule, Göttingen, vom 3.1. bis 17.3.1945 kommandiert :


    v. SS-Kav.AuE.Abt.8
    v. SS-Ärztlicher Akademie
    v. Vet.Ers.Abt.
    v. SS-NEA
    [zu den jeweiligen Einheiten werden SS-Angehörige genannt]

    Gruß, westermann

  • Hallo Westermann,


    vielen herzlichen Dank für Deine ergänzenden Angaben! :]




    Wenn man bedenkt: nach über v i e r Jahren ist d as die e r s t e Ergänzung auf diesen Artikel hier im Forum, und das bei knapp 3200 „Besuchern“....


    Eigentlich schade drum... aber es scheint über diese Schule nichts mehr zu geben!  :(


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen,


    als Ergänzung



    Fernschreiben SSS 04552 31.3. 1345 nachr. an Höh.SS- u. Pol.Fhr Böhmen-Mähren, B.d.W-SS Böhmen-Mähren, Kdtr. SS-Tr.Üb.Pl. Böhmen, SS-Pz.Gren.Schule Kienschlag
    1.) Entgegen bisheriger Befehle wird die Verlegung der SS-Kav.Schule Göttingen mit Unterf.Ausb.Abt. Dahmshöhe b. Fürstenberg wie folgt durchgeführt:
    a) Kdo.Stb mit Stbs.- und Lehr-Schwd mit sämtl. pers. u. mat. Teilen (Stärken: 7 Führer, 32 Unterf., 131 Mannsch.) zur 37.SS-Freiw.Kav.Div.
    b) Lehrgruppe A (Spezialistenlehrgänge) Göttingen mit sämtl. pers. u. mat. Teilen (Stärken: 4 Führer, 132 Unterf., 193 Mannsch., 20 ungar. Zöglinge, 115 Pferde) zum SS-Kav.Ausb.u.Ers.Rgt.
    c) Lehrgruppe B (Junkerlehrgänge) Göttingen mit sämtl. pers. u. mat. Teilen (Stärken: 14 Führer, 97 Unterf., 247 Mannsch., 20 ungar. Zöglinge, 94 Pferde) zur SS-Panz.Gren.Schule Kienschlag
    d) Lehrgruppe C (SS-Kav.Unterführer-Ausb.Abt.) Dahmshöhe b. Fürstenberg mit sämtl. pers. u. mat. Teilen (Stärken: 8 Führer, 54 Unterf., 383 Mannsch., 215 Pferden) zum SS-Kav.Ausb.u.Ers.Rgt.


    2.) Kdo.-Stb mit Stbs.- und Lehr-Schwd./SS-Kav.Schule Göttingen sind mit Eintreffen pers. u. mat. in die 37.SS-Freiw.Kav.Div. einzugliedern und gelten als versetzt.
    3.) Die Lehrgruppe A und C der SS-Kav.Schule sind vorerst dem SS-Kav.Ausb.u.Ers.Rgt., die Lehrgruppe B der SS-Panz.GrenSchule anzugliedern und gelten in jeder Beziehung als unterstellt.
    4.) Transportdurchführung SS-FHA TO-SS
    5.) Meldungen an SS-FHA Org.Abt. Ia:
    a) 37.SS-Freiw.Kav.Div. meldet eintreffen und erfolgte Eingliederung des Kdo.Stabes mit Stbs..- und Lehrschwadron
    b) SS-Panz.Gren.Schule Kienschlag und SS-Kav.Ausb.u.Ers.Rgt. melden Eintreffen der Lehrgruppen A, B und C
    6.) Unterbringung ist durch Kdtr. SS-Tr.Üb.Pl. „Böhmen“ sicherzustellen
    SS-FHA Amt II Org.Abt. Ia/II Tgb.Nr. II/5728/45 geh. gez. Blume, SS-Ostubaf.
    Národní archiv 913, sg.110-7/75 http://www.badatelna.eu/fond/2199/zaznam/291367


    Hier hat man nun einmal die (offiziellen) Stärken der jeweiligen Lehrgruppen der SS-Kav.Schule. Hinweise zum Verbleib bei den jeweiligen Einheiten wären natürlich noch interessant,
    u.a. wie die Eingliederung in die „37.SS-Freiw.Kav.Div.“ ausgesehen hat.


    Aber solche Berichte zu erhalten, ist heute wohl kaum noch möglich.  :(


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland,
    bin beim Schmökern fündig geworden und möchte die Infos natürlich hier posten.


    Ab dem 27.11.44 war als Kdr. der Sturmbannf. Kurt Lörchner (SS 422 138) geb. 31.7.07 in Rixdorf in Funktion
    und zwar bei der Lehrgruppe C in Dahmshöhe.
    Sind ein paar interessante Dokumente drin.
    Vorher ab 1.3.44 Chef der 3.SS-Reit und Fahrschule M-Riem.
    Verlor durch MPi-Schuss und späterer Amputation im Lazarett im Osten während eines Einsatzes mit der SS-Kav - Div.
    ein Bein.
    Quelle: SSO 272A auf Höhe Blatt 915


    Gruß Alexl