Wie betankt man Panzer im WKII

  • Wie betankte man Panzer oder LKW im WKII? Mit Einheitskanister, Tank- oder Kesselwagen oder 200 Liter Fass?

  • Hallo,


    nun, mit allem, was da war. Vor dem Krieg hat man sogar zivile Tankwagen dazu herangezogen.


    Die Standard-Variante dürfte die Betankung aus dem Tankwagen gewesen sein.


    Andreas

  • Hallo Protze,


    kommt ganz darauf an wo,


    In Frontnähe war wohl das 200 L Fass und der Kanister das häufigste.


    Im rückwärtigen Bereich kamen auch noch Tankwagen hinzu.


    Reichsbahn-Kesselwagen würde ich ausschließen.

    Gruss Dieter

  • Hallo


    Die Betankung von Panzern im Einsatz erfolgte zu 99% aus Kanistern und Fässern von den dafür in den Kompanien vorgesehen Lkw für Treibstoff und Treibstofftransport. Jede Kompanie verfügte bis zur "freien Gliederung" über diese Pritschen Lkw. Keine Versorgungseinheit (ganz wenige Ausnahmen) verfügte über Tankwagen. Die wenigen vorhandenen und eingezogenen wurden hauptsächlich auf Fliegerhorsten der Luftwaffe verwendet.


    \Christoph

    Edited once, last by ChristophA ().

  • Quote

    Original von protze
    Wie betankte man Panzer oder LKW im WKII? Mit Einheitskanister, Tank- oder Kesselwagen oder 200 Liter Fass?


    Moin,


    das kommt wohl auch ganz drauf an, in welchem Jahr und von welchem Land. Deutscherseits am häufigsten mit Faß und Kanister. Von den Alliierten habe ich ein Bild, wo sogar Rohr-Tankleitungen ausgelegt sind, zwischen denen die Panzer stehen.


    Bis dann


    Deichgraf

    Bis dann


    Deichgraf

  • Auf deutscher Seite war wohl das 200l-Faß am Häufigsten. Wer wollte auch 1000 Liter Benzin in 20-l-Kanistern tanken? Üblich war wohl dabei eine Handpumpe. Die Fässer wurden auf LKW oder mit Ju 52 gebracht, auf Panzer und StuGs geschnallt oder mit einfachen Anhängern bestehend aus Achse, Deichsel und zwei Rädern direkt von Panzern gezogen.

  • So wie eigendlich alles wurde einem wohl auch hier die Verfahrensweise von der Lage diktiert. Stehe ich in einem Verfügungsraum,der weit genug von der HKL entfernd war,konnte ich es mir leisten irgendwo gedeckt ein paar Tankwagen unterziehen zu lassen. Ergänze ich Frontnah,muß ich per Kanister betanken...Kanister auf nen Lkw,zur truppe,zügig abladen,Lkw wieder weg,und dann in der "Box" aus Kanistern betanken.

    No poor damn bastard ever won a war by dying for his country. He won the war by making the other poor damn bastard die for his country.
    George S. Patton

  • AndreasFFM


    Treibstoff wurde mit Zügen organisiert durch die Feldtransportabteilung des Wehrmacht zu den Ausladeköpfen der Korps transportiert. Hier wurden die Fässer mit normalen Pritschen-Lkw der verschiedenen Transport- und Nachschubeinheiten auf die Divisionen verteilt.
    Die Kanister und Fässer wurden üblicherweise mit den Lkw der Kompanien bis zu den Panzern gebracht. Das transportieren von Fässern auf Panzern und Stg. wie du gesagt hast und wie abgebildet waren absolute Ausnahmesituationen wenn z.B. wegen Schnee die Räderfahrzeuge nicht folgen konnten oder längere Strecken ohne Versorgung zurückgelegt werden mussten.


    IronPig


    keine KStN von Nachschub- und Versorgungseinheiten sieht Tankwagen vor.


    \Christoph

  • Quote

    keine KStN von Nachschub- und Versorgungseinheiten sieht Tankwagen vor.


    Und wie schaut das mit den Kompanien selber aus? Waren da Transportgruppen vorhanden,eventuell auch mit Treibstoff-Lkw's?

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    George S. Patton

  • Hallo


    Wie gesagt bis zur Einführung der "freien Gliederung" waren normalerweise zwei bis drei Lkws pro Panzerkompanie im Gefechtstross für den Betriebsstofftransport vorgesehen.


    mittl.Panzerkompanie 1941 - zwei mittl. Lkw
    "Panther" Kompanie 1943 - drei 4,5t Lkw


    Beispiel auf meiner Seite
    http://chrito.users1.50megs.com/kstn/kstn11771nov43.htm


    Nach einführung der "freien Gliederung" wurde die Versorgung durch die Betriebsstoffstaffel der Versorgungskompanie durchgeführt. Hab momentan nur die Vers.Kp. einer Stg.Abt. zur Verfüguing
    http://chrito.users1.50megs.com/kstn/kstn1151c1nov44.htm


    \Christoph

  • Hallo Christoph,


    ich weiß schon, dass der Gefechtstross auf Kompanieebene verantwortlich war, den Sprit zu den Fahrzeugen zu bringen. Aber bei raumgreifenden Operationen gerade im Osten (Wettlauf zum Don...) war meist kein Benzin für die Radfahrzeuge vorhanden und es wurden Kampffahrzeuge betankt, sind viele Kilometer alleine voraus gefahren und waren dann auf sich alleine gestellt. Bei den Rückzügen ab '43 war es sicher nicht mehr wichtig, eine große Reichweite der Vollkettenfahrzeuge hinzubekommen, aber '41-'42 wurde einiges ausprobiert, um die Reichweite zu vergrößern. Also: Benzinfässer aufschnallen oder die Idee mit dem Anhänger hinter Panzern. War beides für Gefechte ziemlich unpraktisch, aber hat die Reichweite gleich verdoppelt.

  • Hallo Andreas


    Ist schon klar dass es solche Situationen gab. Gbt ja Photos davon. Aber man kann nicht sagen dass die Betriebsstoffversorgung der Panzer durch die Panzer selbst bewältigt wurde.
    Infanterie marschierte oft aufgesessen auf den Panzern trotzdem kann man nicht sagen dass Panzer Mannschaftstransporter waren. Aber ich weiss schon was du meinst.


    Hier Fotos die auf unserem AHF Forum zu diesem Thema gepostet wurden
    [Blocked Image: http://img216.imageshack.us/img216/3866/tankwagentanktreinbahnhkj7.jpg]
    [Blocked Image: http://img176.imageshack.us/img176/1352/nbenzinevatenfieldworkstj3.jpg]

    Edited once, last by ChristophA ().

  • Ja, genau das war so vorgesehen (wie auf den Bildern), auch mit der netten Handpumpe, das gab bestimmt mächtige Unterarme. Das war nur in der Praxis nicht immer durchführbar. Beispiele hatte ich ja genannt. Es sollte auch nur gezeigt werden, dass es verschiedene Möglichkeiten gab, wobei ein 3-t-LKW Kessel auf Divisions- und Kompanieebene so gut wie ausgeschlossen ist. Aber niemand meinte, dass hauptsächlich der Sprit mit Panzern transportiert wurde, aber es war eine in der Praxis auch genutzte Möglichkeit. Und auch der genannte Infanterietransport auf Panzern und StuGs war zwar nicht vorgesehen, aber ebenfalls in der Praxis nicht unüblich. Und da war die Wehrmacht auch ziemlich bunt, zwischen Theorie und Praxis (von Einheit zu Einheit auch noch verschieden) klafften oft große Gräben, das macht sie heute ja auch so interessant, zum Beispiel für Modellbauer. Man denke nur an Kleiderordnung/Uniformen, Trageweise von Ausrüstungsgegenständen, Fahrzeuge und deren Einsatz, Truppenumbauten der verschiedensten Arten...

  • Quote

    Original von AndreasFFM
    Auf deutscher Seite war wohl das 200l-Faß am Häufigsten. Wer wollte auch 1000 Liter Benzin in 20-l-Kanistern tanken ...


    Stimmt!


    Ich durfte ja einmal mit einem Jagdpanther (der wurde bei uns in Trier restauriert und steht jetzt in WTS in Koblenz) fahren (Danke, BW - war ihr Hochzeitsgeschenk an mich; "Kind, laß' ja die Lenkbremsen in Ruhe" :D ).


    20 Liter braucht er alleine zum Anlassen, weitere 20 Liter für die 2 Meter vor und zurück (ZURÜCK durfte ich übrigens nicht fahren) ...

    "Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, daß es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt!"
    Otto von Bismarck

  • Naja,nur ob man es will is im Krieg selten Maßgebend. Hab meinen Bock auch schonmal per Kanister betankt,und in den Leo passen auch 1160 Liter.

    No poor damn bastard ever won a war by dying for his country. He won the war by making the other poor damn bastard die for his country.
    George S. Patton

  • Hallo


    Gab es Gerätschaften um Treibstoff von Kesselwagons in Benzinfässer oder in Kanister umzufüllen?
    Gab es Gerätschaften um Treibstoff von Benzinfässer in Kanister umzufüllen?


    Ich kenne von der BW eine Umfüllstation um aus einem Treibstoffbehälter 2300 l (500Gal) gleichzeitig mehrere Kanister zu Betanken.
    Gab es so etwas Ähnliches bei der Wehrmacht?


    Grüße SanUO