Verpflegung der Soldaten

  • Guten Abend, Forum !


    Was konnte in einer sog. Gulaschkanone zubereitet werden, ausser Eintopfgerichten und Suppen?


    Gibt es zu dem Thema Rezepte oder Übersichten in einem Buch oder im Internet?


    Gab es für jede Kompanie nur eine Gulaschkanone?


    Fragen über Fragen, aber das interessiert mich sehr.


    Gruß


    Michel

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  • Danke dir, Dieter !


    Leider kenne ich den obigen Link bereits, das Internet habe ich schon vor Jahren zum Thema Feldküchen/Gulaschkanonen abgegrast.


    Selbständig mit einer Gulaschkanone, ganz sicher nicht, ich bin zwar ein guter Hobbykoch, aber Eintopfgerichte sind nicht unbedingt mein Fall.


    Will noch jemand nen Nachschlag...? *platsch* :D


    Gruß


    Michel

  • Mit der Feldküche,auch Gulaschkanone genannt konnte man auch braten(lecker Schnitzel)oder Rührei,man konnte damit auch backen,da gabs verschiedene Auf-und Einsätze,universell einsetzbar sozusagen.
    Pecro

  • Pecro, backen mit der Gulaschkanone, das habe ich ja noch nie gehört?


    Für Backwaren waren doch die Feldbäckereien zuständig, oder irre ich da?


    Wenn Du eigene Photos zum Thema hast, dann stelle die bitte ein, Photos aus Opas Beständen muß ich erst raussuchen, das kann aber dauern...


    Gruß


    Michel

  • Bei der Bw war ich in der Feldküche (22Jahre her). Da gab es keine Gulaschkannonen . Heute gibt es dieglaub ich wieder.
    Wir hatten so ofengestelle mit einem Benzinheizer darunter. 3 Stück von den dingern in einem Koffer auf der guten alten EMMA.(Muste ich gottseidank nicht fahren.)
    In diesen gestellen haben wir alles gekocht , Gebraten und sogar Brot gebacken.
    Eine EMMa für eine Batterie.


    Ist nicht in Koblenz eine Backstrasse der BW zu sehen?
    Auf jeden fall eine Feldküche mit Offz-Speiseanhänger der NVA.
    Bekammen die Offiziere in der NVA anderes Essen als der einfache Soldat?


    Andreas


    PS Beiträge zusammen gefügt, Raffael

  • "Geklaut" aus dem AHF, aber dennoch interessant:


    Muster-Speiseplan (1936):


    Tag
    Morgen-kost
    Kost-satz (g)
    Mittagskost
    Kostsatz
    (g)
    Abendkost
    Kostsatz
    (g)


    Montag Kaffee
    10
    Reissuppe
    Rindsgulasch, Fett
    Salzkartoffeln
    Selleriesalat, Öl, Essig
    20
    130, 20
    1500
    200
    Kaffee
    Schweineschmalz
    Leberwurst
    10
    50
    100


    Dienstag
    Kaffee
    10
    Grießsuppe
    Kalbsbraten, Fett
    Salzkartoffeln
    Erbsen mit Möhren
    20
    140, 20
    1500
    200
    Tee, Zucker
    Butter
    Käse
    2, 50
    50
    100


    Mittwoch
    Kaffee
    10
    Nudelsuppe
    Klopse, Fett
    Salzkartoffeln
    Spinat, Speck
    20
    140, 20
    1500
    200
    Kaffee
    Margarine
    Eier
    10
    50
    3 Stck


    Donners- tag
    Kaffee
    10
    Reissuppe
    Schweinebraten, Fett
    Salzkartoffeln
    Salzgurke
    20
    140, 20
    1500
    1 Stck
    Kaffee
    Schweineschmalz
    Speckwurst
    10
    50
    100


    Freitag
    Kaffee
    10
    Gemüsekonserven-Suppe
    Rinderbraten, Fett
    Salzkartoffeln
    Kohlrabi-Gemüse
    30
    140, 20
    1500
    200
    Tee, Zucker
    Butter
    Edamer Käse
    2, 50
    50
    100


    Samstag
    Kaffee
    10
    Bohnensuppe
    Kartoffeln
    mag. ger. Speck (Portion)
    170
    800
    120
    Kaffee
    Margarine
    Ölsardinen
    10
    50
    1 Bü.


    Sonntag
    Kaffee
    10
    Milchsuppe
    Schweinekoteletts, Fett
    Salzkartoffeln
    Apfelmus
    20
    140, 20
    1500
    200
    Kakao, Zucker
    Butter
    Fleischwurst
    20, 50
    50
    100




    Die Grammsätze bei Kaffee, Tee, Kakao geben jeweils die Menge des Kaffeemehls usw. an, nicht die Menge des zubereiteten Getränks. Die Grammsätze bei den Suppen (Reis, Grieß Nudeln) geben die Menge der jeweiligen Suppeneinlage an, dazu kommen noch die sonstigen Zutaten wie Fleischbrühe, Gewürze.
    Außerdem erhielt jeder Soldat 750 Gramm Brot täglich (für Frühstück und Abendessen), morgens standen noch Margarine und anderer Brotaufstrich (Mehrfruchtmarmelade, Pflaumenmus) zur Verfügung.


    Der Verpflegungssatz für die volle Tagesverpflegung lag zwischen 1,35 und 1,50 RM.





    Auffällig nach heutigen Ernährungs-Maßstäben ist das vollkommene Fehlen von Frischobst sowie der sehr geringe Anteil an Salat und Milchprodukten.


    B) Verpflegung im Kriege



    Tagesration: Verpflegungssatz der Wehrmacht - Feldration


    a) Kaltverpflegung
    - 750 g Brot
    - 150 g Fett (Aufgeteilt in: Butter, Schmalz, Margarine als Brotaufstrich etwa 60 - 80 g,


    Tier- oder Pflanzenfett für die Zubereitung der Warmkost etwa 70 - 90g)
    - 120 g Wurst (frisch oder in Büchsen) oder Fischkonserven oder Käse
    - bis zu 200 g Marmelade oder Kunsthonig
    - 7 Zigaretten oder 2 Zigarren


    b) Zubereitet als Warmverpflegung:
    - 1000 g Kartoffeln oder teilweise ersetzt durch
    + 250 g. Frisch-Gemüse oder
    +150 g Gemüsekonserven
    + 125 g Teigwaren, Reis, Gries, Sago, Graupen usw.
    - bis 250 g Frischfleisch (Fett für Zubereitung aus der bei Kaltverpflegung aufgeführten Menge)
    - 15 g Zutaten (Salz, Gewürze usw.)
    - 8 g Bohnenkaffee und 10 g Kaffee-Ersatz (oder entsprechende Tee)


    Dazu je nach Verfügbarkeit Eier, Obst, Schokolade usw.


    Zum Vergleich:
    Die Rationssätze für die Zivilbevölkerung betrugen Ende 1939:
    Brot: 340 g (Normalverbraucher) bzw. 685 g (Schwerstarbeiter)
    Fleisch: 70 g bzw. 170 g
    Fett: 50 g bzw. 110 g.


    Umgerechnet auf Kalorien pro Tag:
    Normalverbraucher: 2570 kcal
    Schwerstarbeiter: 4652 kcal (Bergbau)
    Wehrmacht: im Durchschnitt 3600 kcal, bei Feldration etwa 4500 kcal
    (Entspricht heute noch in etwa dem Kaloriengehalt der "Einmannpackung" der Bundeswehr einschließlich der dazugehörigen Brotration).


    Die Werte für den Normalverbraucher (Zuteilung auf Karte) sanken ab bis Winter 1942/43 auf 2078 kcal, Winter 1943/44 1980 kcal, Winter 1944/45 1670 kcal und schließlich 1945/46 1412 kcal täglich. Die ständig zunehmende Mangelernährung wirkte sich bereits Ende 1942 negativ auf die Musterungsergebnisse der Jahrgänge ab 1924 aus.


    In den besetzten Regionen betrugen die täglichen Kalorien-Sätze für zivile Normalverbraucher Ende 1943:
    - Baltikum: 1305 kcal
    - Belgien: 1320 kcal
    - Frankreich: 1080 kcal
    - Niederlande: 1765 kcal
    - Polen: 855 kcal



    Eiserne Portion:



    Von dieser besonders haltbaren und durch spezielle Verpackung geschützten Notverpflegung wurden pro Soldat zwei volle Sätze auf den Feldküchen oder Troßfahrzeugen mitgeführt. Die „volle eiserne Portion“ bestand aus:
    - 250 g Hartzwieback
    - 200 g Fleischkonserve
    - 150 g Suppenkonserve (entweder Suppenkonzentrat oder Erbswurst)
    - 20 g Kaffee (gemahlen und verpackt)


    Jeder Soldat im Fronteinsatz erhielt aus diesem Bestand eine „gekürzte Eiserne Portion“, die nur auf Befehl verzehrt werden durfte – was sich aber bald als nicht durchsetzbare theoretische Anordnung erwies. Die gekürzte Eiserne Portion bestand aus:
    - 250 g Hartzwieback (Beutel)
    - 200 g Fleischkonserve (Büchse)
    und wurde in Tornister oder Brotbeutel mitgeführt.


    Von der „Eisernen Portion“ des Soldaten ist die „Eiserne Ration“ für die Pferde zu unterscheiden. Die „Eiserne Ration“ als Notverpflegung für die Tiere betrug 5 kg Hafer pro Pferd und sollte auf den Fahrzeugen mitgeführt werden.


    Verpflegung in der Realität des Krieges:



    Für die in der HKL im Kampfeinsatz stehenden Truppenteile wurde die Verpflegung meistens für 24 Stunden im Schutze der Nacht empfangen:
    „Erst mit Einbruch der Dunkelheit erwachten die Stellungen aus ihrem Maulwurfdasein. Trägertrupps begaben sich nach hinten, um Verpflegung und Post abzuholen. Letztere war in der Regel gute 2 Wochen alt. Als warem Verpflegung gab es meist eine Feldflasche Kaffe und ein Kochgeschirr mit Eintopf. Die kalte Verpflegung bestand aus einem halben Laib Brot, einigen Eßlöffeln Margarine und Kunsthonig sowie 150 Gramm Fleischwaren oder Käse. Jedem war selbst überlassen, wie er die gefaßte Verpflegung über die nächsten 24 Stunden verteilte.“
    (Velten, W.: Vom Kugelbaum zur Handgranate. Der Weg der 65.I.D., Neckargemünd 1974. S. 125)


    Die oben erwähnten Verpflegungssätze wurden bei den Fronttruppen weitgehend auch bis Kriegsende eingehalten – von Krisenlagen, wie Einschließungen, einmal abgesehen. Mit Ausnahme der 6. Armee in Stalingrad und anderen eingeschlossenen Truppenteilen ist wohl kein bei seiner Truppe befindlicher Soldat verhungert.
    Beim Ersatzheer war dagegen ab 1944 ein deutliches Absinken der Verpflegungsqualität zu verzeichnen. Die Mengensätze wurde zwar eingehalten, jedoch wurde Fleisch und Fett sehr häufig durch erhöhte Rationen an Kartoffeln und Dörrgemüse ersetzt.


    Zum Unterschied zu fast allen anderen Armeen des Zweiten Weltkriegs (außer der Roten Armee) gab es in der Wehrmacht nur eine Einheitsverpflegung für Offiziere und Soldaten. Diese Regelung wurde bei den Feldtruppenteilen bis zur Ebene der Korpsstäbe auch fast ausnahmslos konsequent eingehalten, obwohl es auch hier negative Ausreißer gab.
    So lud z.B. 1942 ein bei der 1. SS-PzDiv „LAH“ als Offizier eingesetzter stellvertretender Gauleiter während einer Verlegung der Division einige ihm bekannte Parteibonzen, darunter den Generalgouverneur von Krakau, Frank, zu einem „Gabelfrühstück“ auf den Bahnhof Krakau ein. Eis für die Kühlung von Getränken und Speisen wurde aus dem nur für durchfahrende Lazarettzüge bestimmten Kontingent entnommen.
    Ähnliche üble Auswüchse traten auch bei manchen lange in der Etappe liegenden Dienststellen und Truppen ein, vor allem in Frankreich, aber auch in südukrainischen Gebieten. Vor allem bei den Rückzügen im Spätsommer und Herbst 1944 aus Frankreich zeigten sich dann ähnliche Auflösungserscheinungen wie am Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Im Oktober 1944 berichtet z.B. der Chef des NS-Führungsstabes dazu:
    „Es waren skandalöse Zustände. Erfahrene und überlegte Kommandeure bestätigten einwandfrei, das Heer beim Rückmarsch 1918 nach der Revolution sei eine Gardetruppe im Vergleich zu diesen flüchtenden Truppenhaufen gewesen.“


    Es muß jedoch festgestellt werden, daß das Etappenunwesen nie die Ausmaße wie in der kaiserlichen Armee zwischen 1914 und 1918 annahm. Fälle, daß z.B. die Verpflegung der Fronteinheiten zugunsten irgendwelcher Offizierkasinos gekürzt wurde (wie an der Westfront ab 1917 häufig belegt), sind für die Wehrmacht nicht nachweisbar.
    Allerdings hatte auch die Wehrmacht in den letzten Kriegsmonaten erhebliche Probleme mit nicht mehr erfaßbaren Personal. So vagabundierte ab Anfang 1945 eine mehrere hunderttausend Soldaten umfassende Gruppe von Beurlaubten, Kommandierten und angeblichen oder tatsächlichen Dienstreisenden aller Art durch das Reichsgebiet, derer man nicht mehr Herr wurde. Trotz verstärkten Einsatzes aller möglichen Ordnungsdienste vermochte man es nicht mehr, die Front von den Auflösungserscheinungen der Etappe zu trennen.


    Quellen:
    1. Müller, Rolf-D.: Die Mobilisierung der Deutschen Wirtschaft für Hitlers Kriegführung.
    In: MGFA (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 5: Organisation und Mobilisierung des deutschen Machtbereichs. Teilband 1: Kriegsverwaltung, Wirtschaft und personelle Ressourcen 1939 - 1941. Stuttgart 1988. S. 400 - 405, 588
    2. Müller, Rolf-D.: Die Versorgung der deutschen Bevölkerung.
    In: MGFA (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 5: Organisation und Mobilisierung des deutschen Machtbereichs. Teilband 2: Kriegsverwaltung, Wirtschaft und personelle Ressourcen 1942 - 1945. Stuttgart 1999. S. 478 – 497.
    3. Buchner, Alex: Das Handbuch der Deutschen Infanterie 1939 - 1945, Friedberg 1987, S. 72 f.
    4. Kroener, Bernhard, R.: „Frontochsen“ und „Etappenbullen“. Zur Ideologisierung militärischer Organisationsstrukturen im Zweiten Weltkrieg.
    In: Müller, Rolf-Dieter/ Volkmann, Hans-Erich/ MGFA (Hrsg.): Die Wehrmacht - Mythos und Realität. München 1999. S. 371 – 384.
    5. H.Dv 86/1 - Vorschrift für die Verpflegung der Wehrmacht bei besonderem Einsatz
    6. H.Dv. 130/19 – Versorgung im Grenadier – Regiment (Entwurf 1945)


    Gruß


    Michel


    P.S. Eine Frage habe ich, was war oder ist ein sog. "Gabelfrühstück" ?

    Edited once, last by Tbird ().

  • Hallo Michel,


    Gabelfrühstück = zweites Frühstück heute z.B. Natopause


    http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenmahlzeit


    Zu dem Speisenplan, wir sind heute verwöhnt es gab nur Gemüse wenn
    es auch Gemüse gewachsen ist.


    Auserdem steht und fällt die Verpflegung mit dem Koch es gibt da
    Künstler die die besten Zutaten versauen können :rolleyes:

    Gruss Dieter

  • Die Gulaschkanone muß nen Klasse Teil sein. Es gibt jedes Jahr einen internationalen Feldküchenwettbewerb. Letztes oder vorletztes jahr hat Deutschland gewonnen,also ned immer auf die Köche schimpfen. :D

    No poor damn bastard ever won a war by dying for his country. He won the war by making the other poor damn bastard die for his country.
    George S. Patton

  • Moin,
    das einzige, allerdings auch reich bebilderte Buch zu diesem Thema ist wohl Horst Hinrichsen, "Gulaschkanonen - Feldküchen, Bäckereien, Zubehör und Ausstattung 1935-1945", Podzun-Pallas, 3-7909-0605-0.
    Ansonsten wird das Thema doch sehr stiefmüttlerlich behandelt. Leider.

    Bis dann


    Deichgraf

    Edited once, last by Deichgraf ().

  • Quote

    Original von Tbird
    "Geklaut" aus dem AHF, aber dennoch interessant:


    Hallo Michael
    Ich hätte es erst mal im LdW versucht... :)

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo


    Ich, der von Frontküche nicht verwöhnt ist, weiß das es Verschiedene Küchen gibt!


    In der Alten Feldküche 58 konten Speisen "aller" Art zubereitet werden die in dienr Pfanne oder Kochtopf (Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Kaiserschmarren,) gekocht (gebraten werden), :]
    Im Feldkochherd habe ich es Erlebt das selbst ein Kuchen gebacken wurde. 8o
    Alles mit "Holz".  8)



    Es gibt ein Kochbuch vom Salzburger Milizverlag für Militärküche? ich muss die ISBN nummer noch Heraussuchen auserdem die Inhaltsangabe. ?(


    Ein Guter koch hat immer Etwas zu Trinken! :P


    Als San UO war ich ja auch für die Hygiene Zuständig. :evil:


    SanUO

  • Quote

    Original von Deichgraf
    Moin,
    das einzige, allerdings auch reich bebilderte Buch zu diesem Thema ist wohl Horst Hinrichsen, "Gulaschkanonen - Feldküchen, Bäckereien, Zubehör und Ausstattung 1935-1945", Podzun-Pallas, 3-7909-0605-0.
    Ansonsten wird das Thema doch sehr stiefmüttlerlich behandelt. Leider.


    Danke für deinen Hinweis, Deichgraf !


    Amazon: http://www.amazon.de/Gulaschkanonen-Feldküchen-Bäckereien-Zubehör-Ausstattung/dp/3790906050/sr=8-1/qid=1171915456/ref=sr_1_1/302-6697213-1058436?ie=UTF8&s=books


    Sehr schade, daß dieses Thema so stiefmütterlich behandelt wird...


    "Ohne Mampf kein Kampf!"


    Gruß


    Michel

  • Quote

    Original von Tbird
    Ansonsten wird das Thema doch sehr stiefmüttlerlich behandelt. Leider.


    Ja Michel, ich sehe das ähnlich. Uns, der wir der unmittelbaren Nachkriegsgeneration angehören, wurde nicht viel über den Alltag des einfachen Soldaten erzählt. Wie er gehungert, gefroren und vor Angst gezittert hat.


    Wir haben die Geschichte als die Geschichte taktischer Bewegungen und strategischer Fehlleistungen oder Erfolge hier und drüben kennengelernt. Ich glaube fast, dass darin vielleicht sogar unbewusst eine Absicht dahintersteckt. In den 50er und 60 Jahren haben wir den kalten Krieg erlebt, der plötzlich sehr heiß werden konnte. Ich kann mich noch daran erinnern, wie es mit der Kuba-Krise war. Meine Eltern haben das Radio nicht ausgemacht, und als damals 14-jähriger habe ich schon begriffen, was auf dem Spiel stand.


    Ich denke, dass das individuelle Schicksal des Krieges, das inform eines gelungenen Gulaschs aus der gleichnamigen Kanone auch etwas Schönes sein konnte, nicht in die offizielle Geschichtschreibung passte. Man wollte den potentiellen Nachwuchs der noch jungen Bundeswehr wohl nicht mit Nachrichten aus der Wirklichkeit des Krieges verschrecken.


    Im Ergebnis ist davon nur eine Divisionsgeschichte hier und eine Divisionsgeschichte dort übriggeblieben. Das Individuelle des Krieges bricht sich bei den Veteranen erst allmählich die Bahn. Und die Überlebenden von Gulasch und Erbsensuppe aus der Feldküche werden immer weniger. Mit Zweien hatte ich kürzlich noch ein Gespräch. Sie hatten wohl das Pech, einen schlechten Koch erwischt zu haben. Allerdings hörten dessen Künste bei bestem Willen dort auf, wenn er über Tage nichts anderen als Bohnen, Erbsen oder Steckrüben zur Verfügung hatte.


    Gruß,
    Arnold

  • Arnold, sagt man nicht "Eine Armee marschiert auf dem Bauch!"...


    Wenn der Nachschub, die Versorgung und das Essen nicht mehr stimmen, dann ist auch die allerbeste Armee verloren, Napoleons Truppen, die hungernden deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges, und Stalingrad im Zweiten Weltkrieg sind nur drei Beispiele.


    Wenn ich das richtig erinnere, aßen wir beim Bund nur ein- oder zweimal aus der Gulaschkanone, der Rest im Manöver waren diese scheußlichen EPAs, wie habe ich den Fraß gehasst.


    Die Versorgung der Truppen im Feld, ein sehr wichtiges Thema, wenn nicht gar das wichtigste Thema, heutzutage total unterbewertet.


    Leere Bäuche kämpfen nicht, leere Bäuche verhungern...


    Gruß


    Michel

    Edited once, last by Tbird ().

  • Quote

    Original von Tbird
    ... der Rest im Manöver waren diese scheußlichen EPAs, wie habe ich den Fraß gehasst ...


    Undankbar und dann noch leckisch! :D


    Bei uns in der Mensa konnt man EPAs für kleines Geld kaufen, was ich auch tat. Dummerweise konnte man sie sich nicht aussuchen, man bekam halt, was gerade oben auf dem Stapel lag. Richtig scheußlich fand ich eigentlich nur den Milchreis.


    Gerade die berüchtigten "Panzerplatten" hatten es mir angetan - besser als jedes noch so teure englische Teegebäck ...


    Gruß,
    Lisa

    "Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, daß es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt!"
    Otto von Bismarck

  • Quote

    Original von Lisa.Phillips
    Richtig scheußlich fand ich eigentlich nur den Milchreis.


    Gerade die berüchtigten "Panzerplatten" hatten es mir angetan - besser als jedes noch so teure englische Teegebäck ...


    Milchreis?! Also bei uns gabs nur Grießbrei ... aber der war voll ecklig! Ich hab mein auch immer gegen andere Sachen aus dem EPA getauscht ... die Panzerkekse fand ich auch am besten!


    Mfg Alex

    Edited once, last by Cyrus_83 ().

  • Den sog. "Hartkeks" in der BW erinnere ich eher ungerne, aber gefressen haben wir ihn doch! :rolleyes:


    Hier der weltweit beste Link zum Thema.


    Hier: http://www.mreinfo.com/germany.html


    Startseite: http://www.mreinfo.com/index.html


    Guten Appetit !



    Michel


    P.S.

    Quote


    die Panzerkeckse


    Was sind oder waren "Panzerkeckse", eine Abart des Geckos, die unter den Panzern herumkrochen...? :D
    (Sorry, ich konnte mir das nicht verkneifen...)

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