Anwendung von chem. und biol. Kampfstoffen während des 2. Weltkrieges

  • Hallo,


    Hauptmann Tremmel, Chef der 3./Fla-Bataillon 55 schreibt in sein Tagebuch:


    "14. Mai 1940. Gegen 11.20 Uhr geht die Panzerbrigade über die Pontonbrücke. Acht franz. Bomber werfen Gasbomben (Gelbkreuz). Sofort Gasmaske auf und weiterfahren..."


    Das wäre der erste, mir bekannte, Einsatz von biologischen und chemischen Kampfstoffen, an der Westfront, im 2. Weltkrieg! Kann das jemand bestätigen bzw, sind jemandem weitere Fälle bekannt?


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • "Vermutlich aufgrund der Entscheidung eines einzelnen Offiziers verwendeten polnische Truppen Senfgasbomben zur Sprengung einer Brücke und zur Verminung einer Straßensperre in der Nähe von Jaslo. Dabei wurden am 8. September 1939 2 deutsche Soldaten getötet und 12 verwundet."


    ( http://de.wikipedia.org/wiki/Giftgas )



    Dhyani

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    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Hätten die Franzosen wirklich Giftgas eingesetzt, wäre das wohl von Goebbels propangandistisch bis zum letzten Senfgasmolekül ausgeschlachtet worden - siehe den angeblichen Fliegerangriff auf Freiburg im Mai 1940.


    Zum Wiki.-Link: Leider kann da jeder - auch Nichtmitglieder - reinschreiben, was er zu wissen glaubt (oder sogar aus unlauteren Motiven).
    Daher ist sie als wirklich seriöse Quelle kaum brauchbar.


    Schade eigentlich ...

    "Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, daß es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt!"
    Otto von Bismarck

  • Quote

    Original von Lisa.Phillips
    Hätten die Franzosen wirklich Giftgas eingesetzt, wäre das wohl von Goebbels propangandistisch bis zum letzten Senfgasmolekül ausgeschlachtet worden - siehe den angeblichen Fliegerangriff auf Freiburg im Mai 1940.


    Zum Wiki.-Link: Leider kann da jeder - auch Nichtmitglieder - reinschreiben, was er zu wissen glaubt (oder sogar aus unlauteren Motiven).
    Daher ist sie als wirklich seriöse Quelle kaum brauchbar.


    Schade eigentlich ...


    Der Vorfall ín Polen ist mit mehreren Quellen belegt, passierte wirklich und wurde auch nicht ausgeschlachtet.
    Habe nur die englische VErsion momentan online aber das ist der Bericht von Feldwebel d.R.Krobath über den Vorfall.

      Ten kilometers before Jaslo I got the order to move to there immediately and clear obstacles on a bridge. As we were involved in fighting at the burning bridge at Klezany yesterday, we are not attached to the spearhead of the division, but our 1.Kp. Through burning villages and along marching columns we drive towards Jaslo.
      The traffic on the roads increases and we have to drive on the pedestrian walk and through the alley trees to get forward.
      At the bridge I should report at my commander but I couldn´t find him in the dark but I met Feldwebel St. of the 1.Kp. who gave me some informations.
      The situation: In Jaslo are two bridges across the Jajola river, a new concrete bridge and an old wooden one 50 meters above. The latter was prepared for destruxtion by the poles but german soldiers were able to cut the cables before they were able to blow it up. The concrete bridge is blocked by two barriers.
      The 1.Kp. has order to remove these barriers. While working on one of the barriers a mine exploded killed one Pionier and injured several others. After the expolosion the work is stopped as it was getting dark. The 1.Kp. moved forward with the division which used the wooden bridge. That was the situation reported.


      Before I was able to start working I received order from our commander Hauptmann W. to wait until tomorrow 4:00. We parked our vehicles in a sideroad and slept in a new built jewish prayhouse which was cleared fast and served us well.
      In the morning we see the barriers on the concrete bridge. The first one consisted of stone plates. We blow it up with two loads.
      A small commando gets some civilians fron the surrounding to clear the debris up.
      At first we throw three handgrenades into the second barrier. The barrier consists of a burned out car, a water-truck, about 20 empty iron-barrels and wooden beams. With ropes we tow the vehicles away, the civilians throw the beams into the water but as we roll away the barrels the polish artfulness shows up. The corps of the killed Pionier U. of 1.Kp. lies in a crater whose name was found out after finding the totally flat steel-helmet. I ordred that not the polish civilians but my men put the body on a stretcher and put him aside.
      As we continued a not exploded mine is found. It was a bright green 20x30cm sheet-metal bucket with two red rings, a handle and a explosive cartridge with a slow match. As I followed it I saw how the thought the trap should work.
      The bridge has three arches and to drain the lane three canal openings on each side are present. These holes were filled with explosives.
      There was nothing wrong with such preparations wouldn´t be there those gas-mines.
      The use of gas violates international law and is a big rascality. In the meantime specialists found out that it is LOST-Gas which belongs to the group of Gelbkreuze (yellow-crosses). It was luck that just three explosives and one gas-mine detonated. More gas-mines are found by us. This makes it possible to prove the use of gas and find out who provided the gas.
      As we cleared the remaining three mines I found a pull-ignitor like the former austrian torpedoe-rifles which were copied or still present in the polish army from the last world war. Such a ignitor may have caused the first explosion but obviously this mechanism was broken before.
      What happens next is a short story. I searched the bridge for mines but didn´t find more. The smell of gas was very disturbing.
      The bridge is opened for traffic and a gas-warning sign is set up. At first our Stabskompanie under Lt.K. marches across the bridge.
      During we desinfect ourselves with Losantin Lt.S. receives the marching order so we know that our stay won´t be long. The body of the killed Pionier U. is given to the Feldgendarmerie to be burried. He is buried together with a fallen Jäger-officer."

    Zitat umgewandlt in Liste; in Zitate eingebundene Angaben können über die Boardsuche nicht gefunden werden; Kordula

  • Quote

    Original von Tobias Giebel
    Das wäre der erste, mir bekannte, Einsatz von biologischen und chemischen Kampfstoffen, an der Westfront, im 2. Weltkrieg! Kann das jemand bestätigen bzw, sind jemandem weitere Fälle bekannt?


    Hallo Tobias,


    nach meiner Erinnerung habe ich schon von zahlreichen Gaswarnungen im Westfeldzug, gerade zu Beginn, gelesen. Es hat wohl auch Vorwarnungen für die Truppe gegeben. Da kann allerdings auch Fehlalarm vorliegen. Ich denke da mal an den Freischärlerwahn im Polenfeldzug und die Nervosität der Truppe. Ohne Untersuchung dazu ("Gasmaske auf und weiterfahren") belegt die Tagebuch-Quelle nichts.


    Mit dem Thema habe ich mich allerdings noch nicht beschäftigt, auf Basis einer solchen Quelle kann man dazu keine Aussage machen.


    Gleiches trifft auf den Vorgang im Polen-Feldzug zu. Für einen Einsatz wäre zunächst zu untersuchen (dass die Pioniere Gaseinsatz feststellen können, kann man wohl unterstellen), ob der Einsatz im Rahmen der Straßensperre bewußt erfolgte oder eine Verwechselung war, Verfügbarkeit der Kampfstoffe aus irgendwelchen in der Nähe greifbaren oder mitgeführten Beständen vorausgesetzt.


    Grüße
    Thomas

  • Ja, schade eigentlich:


    "Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges war er [Wilhelm Neumann] beim Feldzug in Polen vom 26. August bis zum 20. Dezember 1939 als beratender Pharmakologe, insbesondere für Kampfstoffverletzungen, beim Heeres-Sanitätsinspekteur, Generaloberstabsarzt Siegfried Handloser, in der Sanitätsdienstabteilung 522 Nr. 9 eingeteilt. Auf der Tagung der Beratenden Ärzte am 3. und 4. Januar 1940 in Berlin, die unter anderem Kampfstoffverletzungen in Polen zum Thema hatte, trug Wilhelm
    Neumann zur Diskussion bei."


    ...


    "Als erstes Beispiel für einen solchen Einsatz wurde von [Wolfgang] Wirth die Verwendung von Gelbkreuz in Jaslo in Polen am 8. September 1939 angeführt. Bei diesem Vorfall wurden 20 deutsche Soldaten, ein polnischer Arzt und eine polnische Krankenschwester durch gelbkreuzhaltige Minen geschädigt. Wilhelm Neumann war als beratender Arzt Mitglied der Untersuchungskommission dieses Vorfalls und referierte auf der Tagung darüber. Er hob vor allem die Art der Hautwunden hervor, die er an den Soldaten dokumentiert hatte, und berichtete über Therapiemöglichkeiten, die bei eventuell zu erwartenden weiteren Gelbkreuzeinsätzen zu bevorzugen seien."


    ...


    "Einen Überblick über seine Aufgaben als Sanitätsoffizier der Reserve
    von 1939 bis 1945 gab Neumann während seines Spruchkammerverfahrens 1946:


    „Von Oktober 1939 ab Kommandierung an das Institut; Beförderung turnusmässig entsprechend dem fortschreitenden Dienstalter. Für die Heeres-Sanitätsinspektion und die Gasschutzabteilung des Heereswaffenamtes wurden im Institut folgende Sachgebiete bearbeitet (vereinzelt auch für Luftwaffe und Kriegsmarine): Arzneimittel in der Sanitätsausrüstung, Ersatz ausländischer und anderer mangelnder Arzneimittel, Narkose, Gasschutz, Nachweis von Giften und Kampfstoffen, Gasschutz und Entgiftung von Lebensmitteln, Wirkungsmechanismus von Giften und Kampfstoffen, Behandlung von Vergiftungen und Kampfstoffschädigungen, Beratung von Lazaretten und Sanitätsoffizieren. Ich selbst war Vertreter von Professor Flury und regelte und überwachte die Ausführung der umfangreichen Untersuchungen der Mitarbeiter.“"


    aus:
    Wilhelm Neumann (1898 - 1965) - Leben und Werk unter besonderer Berücksichtigung seiner Rolle in der Kampfstoff-Forschung


    (eine Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Medizinischen Fakultät der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg)


    Würzburg, Oktober 2005



    Wie gesagt, schade eigentlich.


    Dhyani


    (Edit: ein bisschen am Format gebastelt)

    Use your brain and think about it!

    Edited once, last by Dhyani ().

  • Hallo,


    dazu die Quelle:
    OKW, Bericht über die 1. Kriegstagung der beratenden Fachärzte am 3. und 4. Januar 1940 in der Militärärztlichen Akademie Berlin, Berlin 1940.


    Die Dissertation zitiert nur diesen Fall für Polen, und zwar unter dem Aspekt, dass die vorhergehenden Referanten Wirth und Flury den Giftgaseinsatz im Westen nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges erwarteten (wie so viele).


    Wie gesagt, an dem Giftgasminen selbst besteht wohl kaum Zweifel, wohl aber bei der Frage, wer und in welchem Umfang auf polnischer Seite den Einsatz angeordnet hatte.


    Die weiteren Kriegstagungen der Fachärzte hatten das Thema Giftgas erst wieder 1943.


    Und das obige Zitat in der Dissertation von Kalb ist schließlich auch ergänzungsbedürftig, um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen:


    "Entgegen der damals von den beratenden Fachärzten der Pharmakologie und Toxikologie vertretenen Ansicht, dass ein militärischer Einsatz von chemischen Kampfstoffen bevorstehe, fanden solche auf europäischen Kriegsschauplätzen keine Verwendung. Der Vorfall von Jaslo wird im Nachhinein von Fischer als einer der wenigen Unglücksfälle mit tödlicher Vergiftung durch Lost beschrieben und NICHT als ein gezielter Kampfeinsatz gesehen." Kalb, S.18 mit Verweis auf Fischer, Unfälle durch Kampf- und Nebelstoffe und ihre Folgen, Wehrmedizinische Monatsschrift, Bd. 13, 1969, S. 355-359.


    Schade?


    Grüße
    Thomas

  • Hallo zusammen,


    sind denn auch während des Feldzuges "Barbarossa" Einsätze von chem./biolog. Kampfstoffen bekannt? Mir ist lediglich ein Bericht über den Einsatz entsprechender Kampfstoffe (von russ. Seite) im Bereich der Heeresgruppe Nord bekannt (einige dt. Verwundete)*. Ansonsten ist lediglich viel über entsprechende Abwehr- bzw. Vorsichtsmaßnahmen in diversen Befehlen dokumentiert. In KTBs sind mir ansonsten keine entsprechende Inofrmationen unter die Augen gekommen ...


    Mit harzl. Gruß
    Denys


    *bei Interesse suche ich die Quelle raus ;)

    Suche Infos zum 744.PiBat. (41/42) der 25. PzDiv. (87. PzPiBat) (43/44) und 21. PzDiv (45), 62. ID bzw. 57.ID 41/42 (164 IR) sowie zur 168. (43) und 376. ID (44)

  • Hallo Dennys!


    Darüber wurde hier auch schon gesprochen:


    http://www.forum-der-wehrmacht…16063&hilight=Nebelwerfer


    Ich habe einmal gelesen ,das sich der Verschuss der Nebelgranaten
    durchaus "reizend" auf die Lungen der gegnerischen Soldaten auswirkten,aber
    sie deshalb als chemischen Kampfstoff zu bezeichnen ginge sicher zu weit.
    Ansonnsten ist mir auch nicht über den Einsatz chem/biol Kampfstoffe im 2.Wk
    bekannt.


    Gruß Robert

  • Hallo Robert -
    ich kann dir leider nicht ganz folgen. Ich sprach von einer "Begebenheit" bei der Heeresgruppe Nord. Es handelte sich nach den Dokumenten im Kriegstagebuch der Heeresgruppe weder um den Einsatz von Nebelwerfern und mögliche Reizwirkung noch um Flammöl.
    Es wird, soweit ich mich erinnere wurde von Reizungen der Augen usw. gesprochen - allerdings ging man von dt. Seite auch nicht vom bewussten Einsatz von chem. Kampfstoffen von russ. Seite aus. Ich werde versuchen die Quelle zu lokalisieren und hier einzustellen...



    Gruß
    Denys

    Suche Infos zum 744.PiBat. (41/42) der 25. PzDiv. (87. PzPiBat) (43/44) und 21. PzDiv (45), 62. ID bzw. 57.ID 41/42 (164 IR) sowie zur 168. (43) und 376. ID (44)

    Edited 2 times, last by Denys ().

  • Hallo Denys!


    Sorry wenn ich mich vieleicht unverständlich ausgedrückt habe.Die Nebelwerfer
    wären eine ideale Waffen für den Einsatz chemischer Kampfstoffe gewesen.Meines wissens ist das aber nie passiert ,deshalb mein Verweis darauf. Geforscht wurde ja in dieser Richtung ,ob logistisch ein Einsatz möglich
    gewesen wäre ist auch zweifelhaft. Fakt war auch die Angst vor einem Gegenschlag.
    Alles in allem halte ich es für unwahrscheinlich das solche Kampfstoffe absichtlich (auf höheren Befehl)eingesetzt wurden ,jedenfalls ist mir da auch nie etwas untergekommen.


    Gruß Robert

  • Hallo,


    ich denke nicht, daß man aus Angst vor einem Gegenschlag auf B- und C-Kampfstoffe verzichtet hat.


    Eine Einsatz dieser Mittel muß genau abgewägt werden. B- und C-Kampfstoffe verursachen so gut wie kein Verluste an Material und nur relativ geringe personelle Ausfälle, da der Gegner sofort Schutzmaßnahmen ergreifen wird.


    Den größten Effekt habe diese Mittel auf den Faktor Zeit. Der getroffene Gegner ist zunächst mit der Entgiftung beschäftigt und dadurch mehrere Stunden nicht handlungsfähig, nicht betroffene Truppenteile müssen kontaminierte Räume umgehen.


    Daneben sind diese Kampfstoffe sehr witterungsabhängig.


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Robert, Hallo Thilo -


    Robert
    Dann habe ich dich tatsächlich falsch verstanden - sicher waren Werfereinheiten für den Einsatz predestiniert. Ob "Angst" ein Motiv bzgl. des Nichteinsatzes war vermag ich nicht zu beurteilen. Genauso wenig, ob Hitlers persönliche Erfahrungen aus dem I. Weltkrieg auf dt. Seite dabei eine Rolle gespielt haben könnten.


    Zumindestens waren beide Seite auf einen möglichen Einsatz i. S. Produktion entsprechender Kampfmittel vorbereitet.


    Thilo
    Du hast sicher Recht, wenn du insbes. den Faktor Zeit als Wirkungsparameter siehst. Ich meine jedoch, dass die Wirkungen doch darüber hinausgehen. Ich denke es spielten bei der Frage eines möglichen Einsatzes auch immer Überlegungen bzgl. der Folgen (Einsatz durch die gegnerische Seite) eine Rolle. Im Bezug auf Umgehung der kontaminierten Räume gab es au dt. Seite jedoch klare Befehle, welche die Bildung von "kontaminationsfreien Gassen" oder Streifen vorsahen um ein weiteres Vorgehen zu ermöglichen (wie das z. B. bei Einsatz von Kampfgas geht, ist mir jedoch nicht ganz klar, da ja wohl Windbewegungen eine Verschiebung der kontaminierten Räume bewirkt haben dürften... :rolleyes:)


    Mit harzl. Gruß
    Denys

    Suche Infos zum 744.PiBat. (41/42) der 25. PzDiv. (87. PzPiBat) (43/44) und 21. PzDiv (45), 62. ID bzw. 57.ID 41/42 (164 IR) sowie zur 168. (43) und 376. ID (44)

    Edited once, last by Denys ().

  • Hallo zusammen!


    Ich nehme an das hierbei auch das Genfer Protokoll ein Rolle spielte ,wäre
    dies von einer Seite aus verletzt worden ,hätte das mit Sicherheit auch einen großen propagandistischen Vorteil für den Gegner bedeutet. Es war sicherlich
    bekannt das jede Kriegspartei über Vorräte solcher Kampfstoffe verfügte.
    Vieleicht war es ja eine Art Abschreckungspolitik vergleichbar mit dem späteren Wettrüsten Nato und Warschauer Pakt.
    Nicht auszudenken wenn die Alliierten z.B. ihre Luftüberlegenheit zum Verbreiten solcher Kampfstoffe auch gegen die Zivilbevölkerung ausgespielt hätten.


    Gruß Robert

  • Hallo zusammen,


    in diesem Zusammenhang weise ich auch mal auf den deutschen Luftangriff auf den Hafen von Bari am 02.12.1943 hin, bei dem u. a. das amerikanische Liberty-Schiff "John Harvey" versenkt wurde, dessen Fracht aus Lost-Munition für den italienischen Kriegsschauplatz bestanden hatte (war auch schon mal hier im FdW Thema).


    Grund für die Anlandung von chemischen Kampfstoffen in Italien war der von den Amerikanern befürchtete Einsatz von Giftgas durch die Wehrmacht. Diese Befürchtung war vermutlich dadurch bestärkt worden, dass die Amerikaner bei der Eroberung Siziliens geringe Mengen italienischen Losts erbeutet hatten.


    Der Transport der Lost-Munition wurde von amerikanischer Seite so geheim gehalten, dass selbst die eigenen Truppen in Bari davon nichts wussten. Durch die Explosion der "John Harvey" kamen auch die mit an Bord befindlichen Kampfstoffexperten ums Leben, die als einzige über die gefährliche Fracht informiert waren! Nachdem die Verwundungen dann als Lost-Vergiftungen identifiziert worden waren, wurde zunächst angenommen, die deutsche Luftwaffe hätte mit dem Kampfstoff gefüllte Bomben über Bari abgeworfen. Durch die Aufklärung der eigenen Ärzteschaft und der strengen Geheimhaltung nach außen, gelang es den Alliierten aber schließlich, die Kampfstoff-Katastrophe den Deutschen gegenüber zu verheimlichen und dadurch eine mögliche "Büchse der Pandora" geschlossen zu halten.


    Sehr interessant zu diesem Fall ist u. a. das Kapitel "Die Katastrophe von Bari am 2. Dezember 1943 - Beginnt Deutschland den Gaskrieg?" von Günther Gellermann in "Der Krieg, der nicht stattfand"*, Seite 160ff.


    Gruß, Stefan


    * Bernhard & Graefe Verlag, Koblenz 1986 (ISBN 3-7637-5804-6)

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Guten Tag,
    hier einmal ein Dokument zum Thema "Gaskrieg". Es handelt sich dabei um eine Abhandlung des OKH v. 16.8.1942 mit der Überschrift : "Mitteilungen über Gaskriegsvorbereitungen im Ausland Nr. 18". Es wird darin auf Rußland, England und die USA eingegangen.
    Quelle : NARA T175-105
    Beste Grüße, westermann

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    Gruß, westermann

  • ... und weiter geht's ...


    Quelle : NARA T175-105

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    Gruß, westermann