Kampfhandlungen in Bjeloj, Raum Smolensk von Januar bis August 1942

  • Grüß Gott Roland und alle Interessierten,

    ich lese auf dem Bild J R 404 (IR 404)

    Auf dieser russischen Webseite gibt es noch mehr Fotos von der 246. ID. Außerdem noch zahlreiche andere Fotos, nicht nur vom Raum Rshew.

    http://rzev.ru/modules/phpBB2/viewtopic.php?p=41785

    Kann mir jemand einen Tipp geben, wo ich eine detaillierte deutsche Heereskarte vom Raum Bjeloj (Bely) im Netz finden kann? Eine russische und eine deutsche Lagekarte habe ich bereits gefunden. Da sind aber nicht alle Ortschaften eingezeichnet.

    Vielen Dank und noch einen gemütlichen Abend.

    Grüße

    Wolfgang

    Schrift von kursiv auf normal gesetzt;
    liest sich besser; kkn

  • Hallo zusammen!

    Mein Vater (HG Mitte, 9. Armee, III./schwere Artilleriereabt. 848) schreibt in seinen Aufzeichnungen "Belji". Er hatte wohl im Sommer 1942 nach fast zwei Jahren Fronturlaub und kehrte danach an die Ostfront zurück:

    ...anschließend die "Hölle von Rschew". U. a. fast 4-wöchiges Artillerieduell. Schukow. Unter schwersten Verlusten kam der Russe 10 - 12 km vorwärts, die Stadt selbst blieb in unseren Händen, dann Front bei Belji. Am 23. November Großangriff der Russen. Schwerer Abwehrkampf von 7.00 früh bis abends. Hier Nahkampf, direkter Panzerbeschuß aus kürzesten Entfernungen, auch mit Erfolg. Unsere Einheit hatte an diesem Tag 27 Mann Verlust. Abends Rückzug (dies bei Dubrovka). ...

    Gruß Cristiane

    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne

    Suche Einsatzorte 3./schwere Artillerie Abt. 848 ab Juni 1943

  • Grüß Dich Christiane,

    sehr interessant, was Dein Vater schrieb und daß er auch in Dubrovka war. Ich lese nämlich gerade über die russische Operation Mars und die anschließenden Kämpfe in diesem Raum.
    Für den Namen dieser Stadt habe ich die unterschiedlichsten Schreibweisen auf Karten und in Artikeln gefunden. Im Anhang ein paar Beispiele. Manche entsprechen den russischen Buchstaben in lateinischer Schrift, andere sind eher nach dem Gehörtem geschrieben.
    Auf diesen Fotos z.B. steht auf der Rückseite Bjeloi.Hier sieht man auch die wesentlich bessere Winterkleidung im Gegensatz zu 1941/1942.

    https://postimg.org/image/ro5evfy9h/

    https://postimg.org/image/harna610h/

    https://postimg.org/image/62rh0qcdx/

    https://postimg.org/image/b6ivu617l/

    https://postimg.org/image/5xcd9c9y9/

    https://postimg.org/image/e0zehcy7x/

    Grüße

    Wolfgang


    Suche alles über die 246. Infanterie Division ab 1942

  • Hallo Wolfgang!

    Über Fotos, welche die Orte zeigen, an denen mein Vater während des Krieges war, freue ich mich immer besonders. Leider habe ich aus dem Nachlass meines Vaters nur sehr wenige, die ich auch nicht zuordnen kann, weil sie leider nicht beschriftet sind.

    Gruß Cristiane

    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne

    Suche Einsatzorte 3./schwere Artillerie Abt. 848 ab Juni 1943

  • Hallo zusammen,

    zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen das der Zeitraum Januar bis August 42 im Bezug auf das IR404 und die 246.ID zeitlich zu weit gefasst ist. Die Division war im Januar 1942 noch in Frankreich eingesetzt und wurde erst Anfang Feb. 42 an die Ostfront verlegt (genaues Datum kenne ich leider nicht - muss jedoch vor dem 05.02. gewesen da sich auf der Lagekarte des 05.02. bereits erste Angaben zur 246.ID finden.. Im Januar 1942 war der Raum Bjeloj jedoch noch nicht in die schweren Kämpfe beim AOK 9 einbezogen, wobei ich anmerken muss das es nicht wirklich eine HKL gab da die Front zwischen der HGr Nord und dem linken Flügel der Heeresgruppe Mitte weit aufgerissen war.
    Am 12. Februar war die Division jedenfalls in einem weiten Bogen, in einzelne Gruppen zu mehreren Bataillonen, über viele Kilometer südlich Bjeloj eingesetzt. Da die Lagekarten imLexikon aktuell nicht funktionieren habe ich noch einen Ausschnitt aus einer Lagekarte vom 12. Februar 1942 beigefügt (Bjeloj liegt oben rechts auf dem Kartenausschnitt).

    Gruß aus dem Harz
    Denys

  • Es gibt auch sowjetische Kampfberichte.

    abgeschossenes Flugzeug 31.05.1942:
    Am 31. Mai wurde ein U-88 abgeschossen, das südlich des Dorfes Demitki auf deutschem Gebiet unterging. Das Flugzeug wurde durch Beschuss vom Boden aus abgeschossen.
    Aus irgendeinem Grund sind zwei verschiedene Tageszeiten angegeben - 8 Uhr und 14 Uhr. Was sagen die deutschen Dokumente zu diesem Ereignis ?

  • Und Juli-August

    Hallo,

    in Frage kommt eigentlich nur die Ju 88 C-6, 360147, der 6./KG 3. Die Maschine musste nach Flakbeschuss bei Pretschistaja (Karte Osteuropa 1:300.000, X56 Wjasma), etwa 50 km SW Bjeloj, mit 45% Schaden notlanden. In den Gen.Qu. Verlustmeldungen ist als Verlustort "Raum Smolensk" angegeben - was natürlich sehr weiträumig ist. Bei dem Verlust verlor der Beobachter (B) Fw. Fritz Beier (* 5.10.1913, Geringswalde) sein Leben. Daher ist der Verlustort (Todesort) auch genauer dokumentiert (WASt., Volksbund).

    In der Karte X56 ist ein Ort Demichi direkt SO benachbart zu Pretschißtaja eingezeichnet. Das könnte also passen.
    Der Auftrag der Ju 88 lautete: Straßenjagd Raum Bjeloj - Toropez .
    Die Gruppe lag (II./KG 3) lag in Orscha-Süd.

    Das ist auch der einzige dokumentiert Verlust einer Ju 88 an diesem Tag im Einsatzgebiet der VIII. Fliegerdivision (Lw.Kdo. Ost).

    Mit Grüßen, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo Uwe,

    nur als Nebenbemerkung: Die Werknummer 360147 kann für diesen Verlust nicht stimmen. Die Maschinen in dem Bereich wurden erst im Dezember 1942 eingeflogen. Die 360147 konkret am 03.12.42 in Bernburg bei Junkers.

    Es gibt ja auch noch die wahrscheinlich richtige Meldung zur 360147 vom 04.02.43.

    Und nicht verwirren lassen von vermeintlichen Sprüngen in den Werknummernblöcken, so wurde der Block 360151-360250 vor dem Block 360001-360150 eingeflogen. Eventuell war die 360247 die betreffende Maschine bei der 6./KG 3, die am 23.05.42 ihren Erstflug gemacht hat.

    Viele Grüße

    Peter

  • Hallo Peter,

    danke dir für den Hinweis. Schön, dass Du genau mitliest und mit deinen Infos auf Plausibilität prüfst.

    Die WNr. habe ich aus der Gen.QU.-Meldung vom 3.6.42 so übernommen.
    Wohl wieder so ein Fehler bei der Verlust-Übermittlung oder in der Buchhaltung bei der Truppe.
    Ich habe mir darüber keine weiteren Gedanken gemacht, weil die C-6 Verluste im Februar 42 beginnen.
    Dass die 360147 als Verlust am 4.2.43 beim NJG 2 (R4+BU) wieder auftaucht wäre theoretisch auch möglich, weil die Notlandung am 31.5.42 ja mit 45% Bruch angegeben wurde und eine Reparatur möglich wäre. Eine weitere Nennung dieser WNr. in den GQM gibt es noch mal mit Verlustdatum 5.4.43 beim ZG 26 (Bombenwurf, Trapani/Siz.) - auch hier eine Fehlmeldung der WNr..

    Was soll ich statt der 360 147 bei mir für den 31.5.43 bei der 6./KG 3 denn nun eintragen?
    Irgendeine Primärquelle mit 360 247 bräuchte ich für diesen Vorgang schon, woraus Einheit, Ort und Datum des 45% Bruches bei Bjeloj hervorgehen.
    Ein Bruch mit der WNr. mit "eventuell" ... "könnte sein" für den 31.5.43 ist nicht wirklich gerichtsfest - damit schickt man niemand in den Knast, das ist zu dünn.
    Soll ich unter Kommentar bei mir schreiben: "WNr. unwahrscheinlich, Peter A. vermutet ..." ? Das wäre für mich ok.

    Beste Grüße, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo Uwe,

    ja, die GQM-Meldungen sind mitunter sehr fehlerhaft. So gingen viele Maschinen mitunter mehrfach zu 100% zu Bruch. :|

    Leider ist 360247 ein "wild guess", weil ich für diese Werknummer keine weiteren Hinweise zum Verbleib habe. Diese Ju 88 wäre auf alle Fälle aber plausibel. Genaueres kann ich dazu auch nicht sagen, nur das eben die 360147 falsch ist.

    Viele Grüße

    Peter

  • Hallo Peter,

    also die 360 147 scheidet für den 31.5.42 aus.
    Aber könnte es sich um einen Zahlendreher der letzten beiden Ziffern handeln - also 360 174 ???
    Laut deinen Angaben zur Auslieferung müsste der Block ab 360 151 ja schon vorher produziert und eingeflogen.
    Meldungen zu 360 17x finden sich in den GQM und NVM schon vor dem 31.5.42. Beispielsweise die 360 178 am 28.3.42 (Erg.St./NJG 2), oder die 360 170 am 15.5.42 (4./KG 51, Krasnograd, aus NVM).

    Und bei der 6./KG 3 findet sich z.B. eine 80% Verlustmeldung zu 360 175 am 30.7.42 (Schatalowka-Ost).
    Gelegentlich gab es ja bei den Verbänden zusammenhängende Fertigungsblöcke. Eine 360 174 finde ich bis 1945 nicht mehr in den Verlustmeldungen.

    Was meinst Du ?

    Grüße, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo zusammen,

    Es gibt KTB 1.Batallion, 689.Regiment, 246 ID, 4.3.1943.

    Sowjetische KTB 4.3.1943 bestätigen dies.
    В городе Белый наблюдались взрывы=Explosionen wurden in der Stadt Bjeloj beobachtet.

    Was ist "Heldengruft" ? Ist das auf diesem Bild zu sehen ?

  • Hallo Dmitry,

    mit der Heldengruft wird die Gedenkhalle auf dem Foto Nr. 2 gemeint sein.

    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo,

    DR40eghs

    360174 wäre auch möglich, Einflug am 20.02.42 und bei mir kein Hinweis zu einem weiteren Einsatz oder Verbleib. Die ersten C-6 aus dem Werknummernblock 360000 wurden bereits ab Oktober 1941 eingeflogen. 360178 Einflug am 26.02.42 und 360170 Einflug 12.02.42.

    Einflugzeiträume der einzelnen Blöcke Ju 88 C-6/360000:

    360151 - 360250 von 10/41 - 5/42

    360001 - 360150 von 5/42 - 12/42

    360251 - Ende von 12/42 - 4/43

    Viele Grüße

    Peter

  • Hallo zusammen,

    In sowjetischen Militarmemoiren habe ich diese Geschichte gelesen.
    Im April 1942 verlief die Frontlinie durch das Gebiet der Stadt Bjeloj. Das Stadtkrankenhaus wurde von Wehrmachtstruppen besetzt, und die sowjetischen Truppen besetzten die Kapelle gegenuber (siehe Foto). Das Krankenhaus wurde mehrfach angegriffen, konnte aber nicht eingenommen werden. Die Entfernung zwischen dem Krankenhausgebaude und der Kapelle betragt etwa 20 Meter. Dann wurde von der Kapelle aus unbemerkt ein Graben gegraben und das Krankenhaus von unten gesprengt (1,5 Tonnen Sprengstoff). Das Krankenhaus wurde von einer Kompanie der Wehrmacht verteidigt, sie starb alle unter Ruinen. Nur 3 Soldaten wurden gefangen genommen, die zu diesem Zeitpunkt auf Aussenposten standen. Sie dachten, eine große Fliegerbombe hätte das Gebäude getroffen. Diese gefangenen Soldaten sagten, dass der Kapitän (Hauptmann?) ihre Kompanie befehligte. Er starb unter den Ruinen. Dieses Ereignis fand am 13.April 1942 statt.

    Wie wird dieses Ereignis am 13.4.1942 in deutschen Dokumenten beschrieben ?
    Welche Wehrmachtseinheit befand sich an diesem Tag im Krankenhausgebaude ? KTB 1.Batallion, 689.Regiment, 246 ID hat keinen Eintrag fur diesen Tag am 13.April.

    Hat jemand weitere Fotos von diesem Ort ? Es sollte wahrscheinlich der Blick vom Krankenhaus zur Kapelle sein. Und die Kapelle sollte dachlos sein.

    Ja, auch in einem Forum von Sucheinheiten wurde geschrieben, dass sie auf dem Gelande des Krankenhauses eine Menge deutscher Soldaten ausgegraben haben. Sicherlich werden diese Soldaten aus derselben Kompanie als vermisst gemeldet.