Hindernisbau: "Spanische Reiter"

  • Hallo Karl,

    ja das leiden solcher armen Soldaten wird in manchen Büchern mehr als nur anschaulich beschrieben. Solche Themen sind immer interessant, stellen sie doch Dinge dar mit denen sich der gemeine Soldat mehr oder weniger täglich hat plagen müssen. Leider werden solche Themen wenn überhaupt, dann nur am Rande behandelt.

    Natodraht hinterlässt hässliche Narben und ich kann bestätigen, dass schon das herauszwicken aus dem angelegten Hindernis allein sehr schmerzhaft ist.

    Grüße Ulrich

    "Jeder Angriff muß mit einem Verteidigen enden!" Carl von Clausewitz

  • Hallo,

    wenn die Beseitigung von SPR nicht von Hand oder durch wegziehen mittels Fahrzeug/Pferd etc. erfolgte, dann wurde gesprengt.

    > Das erfolgte durch die Infanterie in der Regel mittels gestreckter Ladungen. Dazu wurden 4 Stielhandgranatentöpfe 39 und eine komplette Stielhandgranate auf einem Brett befestigt. Diese Brett wurde unter das Hinderniss geschoben und die Handranate (Abreißzünder m. V.,), der mit einer Schnur verlängert worden war, gezündet.

    > Oder es wurden mehrere Sprengkörper 28 (200gr.) ebenfall auf einem Brettbefestigt und einer der Ladungen mi einer Sprengkapsel versehen und mittel Leitfeuerzündung ( Stück einer Zündschnur) gezündt.

    Hierbei konnte auch ein Zündschnuranzünder 28 an Stelle des Zündholzes mit Zeitzündschnur verwendet werden.

    > Eine andere Methode war die Verwendung von sog. Sprengrohren,

    War das Hindernis durch Feuer überwacht, dann wurden zuvor zur Blendung des Gegners Nebelhandgranten geworfen.

    Durch die nicht erfolgte Verdämmung der Ladungen war die Sprengwirkung sehr gering, zumal der Draht des Hindernisses flexibel reagierte. Deshalb war es zweckmäßig möglichst an den Verankerungsstellen, z. B. Holzpfosten ( größere Wirkung), Eisenpfählen oder speziellen, mit Windungen oder Haken versehenen Hindernispfählen, möglichst an mehreren Stellen gleichzeitig, zu sprengen.

    Gruß Karl

  • Mir ist der Begriff "Schweinsfeder" dafür bekannt, wenngleich es dem SPR entspricht. Der Mittelstab der "Schweinsfeder" wurde beim Train/Tross mitgeführt und vor Ort die Speere oder eisernen Stacheln eingesteckt.

    Hallo Karl,

    die Schweinsfeder oder Saufeder ist allerdings nicht das gesamte Hindernis, sondern bei Saufedern handelt es sich nur um die eingesteckten Speere / Spieße. Siehe https://jagdfibel.de/index.php/Saufeder

    Liebe Grüße,

    Anja