Beweglichmachung der 8,8cm Flak als Feldartillerie im Pferdezug

  • Hallo zusammen,

    über die (aushilfsweise bzw. notbehelfsweise) Verwendung der 8,8 cm Flak als Artillerie im Erdkampf gibt es ja schon einen langen Thread...

    Mir liegen Berichte vor, wonach im April 1945 in Mähren 8,8 cm Flakgeschütze der Luftwaffe mit Geschirren für den Pferdezug(!) ausgerüstet, im Rahmen von "Fuß-Divisionen", als Teil der Divisionsartillerie an der Front verwendet wurden.

    Wie muss man sich so einen Geschütz-Pferdegespannzug optisch vorstellen?

    Gab es eine spezielle Protze oder wurden solche der 10,5cm oder 15 cm Feldhaubitzen adaptiert?

    Brauchte man einen Vierer- oder Sechserzug und war letzterer für das Geschützgewicht überhaupt ausreichend?

    Ich würde mich über jedes Mosaiksteinchen freuen.


    Beste Grüsse

    Ingo


    PS: Eine Bitte- mir ist nicht an technischen Einzelheiten des 8,8cm Geschützes selbst oder an einer Diskussion über den Sinn oder Unsinn der Verwendung dieses Flakgeschützes als Erdkampfartillerie gelegen!

    Mir geht es lediglich um technische Fragen der "hot"-Bespannung dieses, eigentlich nur "mot"-gezogenen Geschützes.

  • Lieber Eumex,

    vielen Dank, das hilft schon einmal.

    Bin doch erstaunt, dass wohl 6 "schwere Zugpferde" zum Transport des doch nicht leichten Geschützes ausreichten.

    Beste Grüsse

    Ingo

  • Grüß Gott Ingo,

    wenn ich die Pferde zähle, komme ich auf 48, beim 8 spännigen Geschütz..

    36 schwere Zugpferde,12 schwerste Zugpferde

    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

  • Hallo Ingo

    Bei 8 Tonnen Gewicht ergibt das pro Pferd ca.1,3 Tonnen. Holzrückepferde werden mit bis zu einer Tonne Leistung angegeben. Allerdings ist es ein Unterschied ob ein Stamm am Boden liegt oder Räder ( müssen rollen für den Sieg ) gezogen werden. Zu Kriegsende wurde mit Sicherheit auch wenig Rücksicht auf die Gesundheit der Pferde genommen.

    Vermutlich eine Last, zumindest die Bilder die ich gesehen habe.

    Gruß Arnd

  • Hallo Ingo

    Nur Bilder von einer Last als Maschinenzug gesehen. Bedenke kurz vor Kriegsende ist die Last vermutlich nicht geteilt worden und eine Konstruktion in zwei Lasten bei der Entwicklung macht keinen Sinn. Irgendwo habe ich mal gelesen das die 88 sehr schnell feuerbereit war.

    Gruß Arnd

  • Hallo Ingo,

    für mich stellt sich folgende Frage:

    Die Lafette des Flakgeschützes war als Kreuzlafette ausgelegt, mit 2 Fahrwerkdollys. Man kann da natürlich eine Zufdeichsel für Pferde

    dranschrauben. Im KFZ Zug wurde die Lafette entweder Hydraulisch oder durch Druckluft gebremst. Beide Steuerungsmedien kamen vom

    Zugfahrzeug. Wie wollte man dies beim Pferdezug lösen? Die Protze und der Rohrwagen einer Feldhaubitze umbauen?

    Gruß

    Reinhard

  • Hallo Reinhard,

    dieses Problem der Kreuzlafette zwischen zwei Fahrwerksgestellen ist auch mir als schwierig zu lösen vorgekommen....:/

    In den letzten Kriegswochen ist so unendlich viel improvisiert und zusammengestückelt worden, so dass ich nicht unbedingt an den Umbau von vorhandenen Protzen glaube.

    Im vorliegenden Fall wurde die Artillerie-Abteilung in "wenigen Tagen" umgerüstet.Leider erwähnt der Zeitzeuge keinerlei technische Einzelheiten. "2 Batterien wurden mit 8,8cm Flak ausgestattet und auf Pferdezug umgerüstet. Nach 4 Tagen Bahnverladung und Transport nach Mähren"


    Beste Grüsse

    Ingo

  • Liebes Forum,

    leider habe ich kein Beispiel für den Pferdezug an einer Flak 8,8cm im Archiv - kann aber mit dem improvisierten Zug durch vier Ochsen dienen. Das Foto soll 1944 im Gebiet des Brenner-Pass entstanden sein - Italien und Gebirge bestätigt das Foto. Bezüglich des Bremsproblems vermute ich, dass dies mittels des hinten angehängten Kfz gelöst wurde und man ohnehin nur im Schritt-Tempo unterwegs war. Abenteuerlich erscheint die Lösung allemal...

    Gruss aus Berlin

    Henry