Frage: welche Einheiten / Dienststellen der Wehrmacht waren Ende 1944 / Anfang 1945 "im alten Schloss in Dresden" einquartiert ? ( Residenzschloß oder Moritzburg )

  • Guten Abend in die Runde,

    bei der Recherche zu einem Anfang April 1945 im Jagsttal gefallenen Angehörigen der Wehrmacht bekam ich nun Kontakt zu einer Tochter. Diese erklärte, daß die Familie bis wenige Tage vor dem großen Angriff auf Dresden im dortigen "alten Schloß" gewohnt habe - zusammen mit dem Vater, der als Angehöriger der Wehrmacht dort im Schloß stationiert war. Nun würde mich interessieren, welche Einheiten oder wohl eher Dienststellen der Wehrmacht dort untergebracht waren. Im Lexikon der Wehrmacht konnte ich unter der Auflistung der in Dresden gewesenen Truppenteile keine Zuordung zum Residenzschloß erkennen... Alternativ habe ich auch nach dem unweit gelegenen Moritzburger Schloß geschaut, aber auch do bisher keine Erkenntnisse. Auch im Internet lassen sich keine Hinweise finden. Daher würde es mich freuen, falls hier jemand mit "Ortskenntnissen" behilflich sein könnte. Vielen Dank!

    Nebenbei:

    - das Residenzschloß hat heute eine (Besucher-) Anschrift mit "Taschenberg 2". Ob das auch damals die postalische Anschrift für das große Gebäude war ist mir nicht bekannt.

    - das Residenzschloß ist bei den Angriffen in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 komplett abgebrannt.

    - der Soldat ist ab Anfang Januar zu einem Fahnenjunker-Lehrgang an die Pionierschule Rosenheim kommandiert worden. Vielleicht besteht hier ein "fachlicher" Zusammenhang mit der Pio-Truppe ?

    - Der Soldat hieß Walter Rudolf Heybey und war Förster von Beruf.

    VIelen Dank und herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Uwe,

    eine interessante Frage, aber angesichts der vielen verschiedenen Einheiten/Dienststellen in Dresden damals nicht so leicht zu beantworten.
    Ich habe mal das Adreßbuch 1943/44 zu Rate gezogen. Von den dort aufgeführte Wehrmachtsdienststellen kommt wohl, nimmt man eine räumliche Nähe von Wohnung und Dienststelle an,
    am ehesten die Wehrmachtkommandantur im ehem. Königlichen Palais (Taschenberg 3 - heute Hotel Kempinski) in Frage.
    An Moritzburg glaube ich eher nicht.

    Viel Spekulatius, aber das weißt Du ja selbst.

    Grüße.
    Frank.

  • Guten Abend Frank,

    vielen Dank für die guten Hinweise von "vor Ort"... Die Kommandantur im Nachbar-Gebäude erscheint mir hier auch sehr naheliegend, im doppelten Wortsinn. Da kann ich morgen mal die Tochter gezielt daraufhin befragen, vielleicht hilft ihr das beim Erinnern. ( Sie war damals knapp drei Jahre alt ).

    Herzliche Grüße nach Elb-Florenz

    Uwe

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  • Hallo Uwe,

    vielleicht war auch die schloßähnliche königliche Villa in Dresden Strehlen gemeint. Dort entstand laut Wikipedia nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten auf dem Gelände durch die Neubebauung mit militärischen Einrichtungen 1939/40 im Park der Gebäudekomplex des Luftgaukommandos. Alt war die Villa auch, spielte schon 1813 eine Rolle und wurde 1883 erstmals als „Königliche Villa“ bezeichnet.

    Schöne Grüße,

    JR

  • Guten Abend JR,

    auch Dir ein Dankeschön für den Hinweis. Nicht uninteressant, aber ich nehme doch an, daß das o.g. Residenz-Palais in der direkten Nachbarschaft des der Tochter in Erinnerung gebliebenen "alten Dresdner Schlosses" dann als Arbeitsstätte für den Vater zutrifft. Mal sehen, was die nun möglich gewordene gezielte Befragung der rüstigen Dame ergibt.

    Herzliche Grüße

    Uwe

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  • Guten Morgen Uwe,


    kann es sich da eventuell auch um die Dresdner Elbschlösser handeln? Eins davon ist zum Beispiel das Schloß Eckberg in der aktuellen Bautzner Strasse. Vielleicht ist das ja auch ein Ansatz.

    Viele Grüße

    Sten

    2.FlaRakGrp.38 VersStff 38 in der Truppenküche.

  • Guten Morgen, ich werfe mal noch die Fliegerwaffentechnische Schule 4 in Nickern und das Schloss Nickern in den Ring.

    Grüße Silvio

  • Hallo,

    eine gebürtige Dresdnerin Jg. 1932 berichtete mir auf Nachfrage, dass mit "Altes Schloss" das Residenzschloss und die daran angeschlossenen Anlagen bezeichnet wurden.

    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,

    JH hat hier (für 1940):

    Johann Heinrich
    December 20, 2022 at 3:22 PM

    den Hinweis auf das Heeres-Gruppenkommando 3 Dresden A1, Taschenberg eingestellt. Aber vielleicht nur bis zum Kriegsbeginn?

    Allerdings scheint auch unter der Adr. Schloßstr. 25 ein Zugang zum Residenzschloß bestanden zu haben siehe aus dem Dresdner AdrB 1943/44:

    1943_44 TN Kopie 2.jpg


    Gruß,

    JR

  • Hallo Sten, Silvio, Thilo und JR,

    vielen Dank für Eure Hinweise. Insbesondere die von Thilo zitierte Auskunft einer "Eingeborenen" aus Dresden bestärkt mich in der Annahme, daß es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um das Residenzschloß handelt. In der Familie ist man noch am nachschauen, ob es vielleicht noch Angaben zur DIenststelle des Vaters gibt. Vielleicht lassen sich dann meine Fragen in den nächsten Tagen noch "auflösen"... Dann werde ich dazu berichten.

    Herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo zusammen, den Begriff "Altes Schloss" kennt wohl heute hier in DD keiner mehr. Was natürlich nicht heißen soll, dass damals der Begriff durchaus gängig war. Irgendwie suggeriert der Begriff, dass es auch ein "Neues Schloss" existiert(e). Könnte die königliche Villa in Strehlen sein. Wahrscheinlicher wäre dazu aber Schloß Wachwitz als Wohnsitz eines Teils der Wettiner bis 1945. Vielleicht findet Uwe noch was heraus.

    Grüße

    Silvio

  • Hallo zusammen,

    hier noch ein Nachtrag mit Bezug zum Taschenbergpalais im Februar 1945:

    Über den Tag danach berichtet der damalige Major Eberhard Matthes, der seit Anfang 1945 als erster Generalstabsoffizier (Korps-Ia)
    zum Stab des Verteidigungsbereiches Dresden versetzt worden war: "Noch am Morgen des 14.Februar erfuhren wir, dass das Taschenbergpalais,
    in dem sich das Stabsquartier unseres Verteidigungsbereiches befand, bereits beim ersten Angriff total getroffen war
    und sämtliche darin Nachtdienst versehenden Soldaten, ... ums Leben gekommen waren."

    Quelle: "Das Kriegsende in Sachsen 1945", Wolfgang Fleischer

    Grüße.
    Frank.

  • Vielen Dank Silvio und Frank,

    interessante Details und Hinweise, die das Bild abzurunden helfen.

    In der Familie wird gerade noch nach Erinnerungen etc. geschaut. Wenn Ergebnisse vorliegen melde ih mich.

    Herzliche Grüße

    Uwe

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  • Guten Morgen, hat denn eventuell jemand irgendwelche Erkenntnisse zu einer Wehrmachtsdienststelle im Gewerbehaus Dresden? Mein Großvater war nach einer Verwundung 1942/43 im Standort-Bataillon z.b.V. Dresden und später einer Stamm-Komp. Abteilung Gewerbehaus Landesschützen-Ers.Bataillon 14 zugeordnet. Bislang habe ich noch nirgends etwas dazu gefunden.

    Entschuldigt, wenn ich den Thread hiermit kapere.

    Grüße

    Silvio